Summary: Xover Charmed und Harry Potter: Eine Vision von Phoebe führt die Mächtigen Drei nach England. Doch ist ihr Unschuldiger wirklich so unschuldig wie sie denken?

Disclaimer: Weder Charmed noch Harry Potter gehören mir; ich verdiene kein Geld mit dieser Geschichte. Es macht einfach nur Spaß:-) Also bitte verklagt mich nicht – es gibt bei einer armen Studentin sowieso nichts zu holen ;-)

Note 1: Willkommen! Und da wären wir ein weiteres Mal zu einem weiteren Kapitel! - Wisst ihr, was ich zutiefst traurig finde? Dass man mit FanFiction-Schreiben kein Geld verdienen kann. Wenn, dann wäre es zutiefst illegal und man würde ganz sicher verklagt. Es ist eben nur, es macht so viel Spaß und am Liebsten würde ich nichts anderes tun. Ich schätze, wenn ich mit meinem Geschreibsel Geld verdienen möchte, muss ich wohl oder übel aus dem FanFiction-Geschäft aussteigen.- Hm. – Okay. Das wird vorerst sowieso nicht passieren. Also was soll's?

Note 2: Vielen Dank für euer Feedback! Ihr seid wie immer wundervoll!

Note 3: Paradisa, danke für deine Meinung zu meiner neuen Fanfic. 'Perfektes Timing' also... mal sehen... Und ja, es entwickelt sich dann zu einer Timetravelfic. Da liegst du absolut richtig.

Liz, ich hoffe, dir geht's inzwischen wieder gut! Ansonsten auf jeden Fall gute Besserung! – Toll ist, dass du findest, dass man sich nie ausmalen kann, was als nächstes in der Geschichte passiert. Da ich es mir ja ausmale, um es schreiben zu können, ist es gut zu hören, dass es für andere nicht so offensichtlich ist!

Phania, ich denke keiner von uns könnte Chris wirklich und unwiderruflich auslöschen! Erstmal würde uns das selbst weh tun und dann müsste sich derjenige auch ganz und mehr als gut verstecken um den wütenden Lesern aus dem Weg zu gehen mit Mistgabel und Fackeln hinter dem Bösewicht her sind! Also keine Angst! Ich gebe auf unseren Chris schon gut Acht!

Okay, in diesem Sinne: Weiter mit Kapitel 10!


Heart's Desire

Kapitel 10

"His mother had often said, When you choose an action, you choose the consequences of that action. She had emphasized the corollary of this axiom even more vehemently: when you desired a consequence you had damned well better take the action that would create it." (Lois McMaster Bujold, "Memory", 1996
US science fiction author)

Vollmond

Als Piper aufwachte, war Phoebe schon wieder zurück. Piper fühlte sich wie gerädert. Der Mangel an Schlaf und das Gefühlschaos waren ermüdend. Trotzdem stand sie auf und bereitete sich auf einen neuen Tag vor. Mit Wyatt auf dem Arm trat sie schließlich in den Gemeinschaftsraum hinaus.

Phoebe legte ein Buch beiseite und lächelte ihr entgegen. „Guten Morgen, Schwesterherz! Frühstück?"

Piper rang sich auch ein Lächeln ab und nickte. „Das wäre gut."

„Willst du hier bleiben oder wollen wir zu den anderen in die Große Halle gehen?"

Jetzt sah sie unsicher aus. „Ich weiß nicht. Werden da viele von den Schülern sein?"

Phoebe sah auf ihre Uhr. „Um diese Zeit nur noch die absoluten Spätaufsteher und eventuell die, die keine erste Stunde haben."

„In Ordnung. Warum auch nicht?"

Phoebe stand auf, gab ihrer Schwester und ihrem Neffen einen Kuss auf die Wange und führte sie dann zur Großen Halle. Da die erste Stunde schon seit ein paar Minuten lief, begegneten sie niemandem und Piper bemühte sich wie Phoebe damals an ihrem ersten Morgen hier den Weg besser einzuprägen.

An ihrem Ziel angekommen war es wie Phoebe gesagt hatte. Vereinzelt sah man Schüler an den Haustischen, doch es war auf keinen Fall die geballte Masse der Hogwarts-Schülerschaft. Und das war sowohl für Piper als auch Phoebe eine Erleichterung. Remus, der einzige anwesende Lehrer winkte sie zu sich rüber. Er lächelte zwar als Phoebe ihm ihre Schwester und ihren Neffen vorstellte, doch sie bemerkte, dass er noch blasser als gestern aussah und dass seine Bewegungen irgendwie schwer waren. Kurz überschlug sie es im Kopf und kam zu dem Schluss, dass heute Nacht Vollmond war.

„Schön, dass Sie wieder da sind, Phoebe", sagte der Professor gerade.

„Danke, Remus. Piper, soll ich ihn mal nehmen?" Ihre Schwester nickte und übergab ihr ihren Neffen.

Remus beobachtete es und sah plötzlich irritiert aus. „Ist er nicht noch etwas jung... ich meine, um sich schon für eine passende Schule für ihn umzusehen?"

Phoeb, die plötzlich bemerkte, dass ihre kleine Halblüge entdeckt worden war, sah Hilfe suchend Piper an. Die warf ihr einen amüsierten Blick zu und antwortete dann Lupin. „Das mag so aussehen, aber mit manchen Schulen ist es wie mit den Kindergärten, wie ich mir habe sagen lassen. Und selbst da melden viele Mütter ihre Kinder schon an, bevor sie überhaupt schwanger sind. Wir wollen nur alles richtig machen."

Das hörte sich akzeptabel an. Aber Remus hatte noch da noch eine winzig kleine Frage zu einem anderen wirklich unbedeutenden Thema. „Ahja. - Wie genau hatte Matt das eigentlich gemeint, als er sagte, dass Sie die Göttin der Liebe sind?"

Die jüngste der drei Schwestern senkte den Löffel mit dem sie Wyatt gerade einen karottenfarbenen Brei hatte füttern wollte. „Ähm... ja... Hat er denn dazu nicht noch etwas gesagt, nachdem ich weg war?"

„Genau genommen nicht, nein. Er hat sich ziemlich schnell aus dem Staub gemacht, ist mir dann aus dem Weg gegangen und wenn man mal von unserer Suche nach Sirius absieht ist er nur noch gestern Abend mit mir die Stunde für die 2.Klässler heute durchgegangen. – Also, nein, wirklich: Ich habe keine Ahnung, was das sollte."

„Dieser Matt wusste, was mit dir passiert ist, als du dich verwandelt hast", fragte Piper jetzt auch neugierig.

„Ja. Er weiß eine ganze Menge. Glaube ich. Zu deiner Frage, Remus... ähm... Okay, hast du von den Titanen gehört?"

Er nickte. „Metha, Kronos... Was hat dieser Mythos damit zu tun?"

„Tja, das wäre dann noch ein Mythos an dem etwas mehr dran ist, als man denken würde. Die Titanen wurden das letzte Mal von Sterblichen besiegt, die mit göttlichen Kräften ausgestattet worden waren. Nachdem die Titanen jetzt wieder freigekommen waren wurden meinen Schwestern und mir kurzzeitig diese Kräfte verliehen."

„Und ihr habt sie besiegt?"

„Ja. Eigentlich war das sogar zum Großteil meine liebe Schwester hier – Mutter Natur. Sie hat es geschafft, dass die beiden verbleibenden Titanen buchstäblich vom Erdboden verschluckt wurden."

„Wow... Wirklich beeindruckend. Wer hat euch denn diese Kräfte verliehen? Und welche Göttin war Ihre dritte Schwester?"

„Die Göttin des Krieges", sagte Piper, ließ aber die andere Frage unbeantwortet. Sie hatte wirklich keine Lust diesem britischen Zauberer, den sie noch keine zwei Minuten kannte, ihr jetzt der Vergangenheit angehörendes Liebesleben zu erläutern. Dennoch gab sie Phoebe per Blickkontakt die Erlaubnis, dass sie selbst fortfahren konnte, wenn sie wollte.

„Wir sind keine Hexen wie ihr, Remus. Wir arbeiten ohne Zauberstäbe und haben bestimmte Kräfte. Wir... nunja, ‚unterstehen' wäre wohl das richtige Wort, einer Kraft des Guten, die sich die Ältesten nennt. Und durch die wurden wir zu Göttinnen."

Wyatt drehte seinen Kopf weg, so dass der nächste Löffel Brei auf seiner Wange verschmiert wurde. Remus reichte Phoebe eine Serviette. „Danke. – Also... Matt hält heute seine erste Stunde alleine?"

„Ja."

„Bedenken", fragte sie.

„Komischerweise nicht. Ich kenne ihn ja auch noch nicht lange. Aber wie Sie vorhin schon gesagt haben: Er weiß eine ganze Menge. Und altersmäßig ist er den Schülern sehr viel näher als ich. Ich glaube, er wird mit ihnen zurechtkommen."

Phoebe fühlte einen gewissen Stolz bei seinen Worten und wünschte nicht zum ersten Mal dass Piper wüsste, dass ‚dieser Matt', wie sie vorhin gesagt hatte, ihr Sohn war. Es würde sicher nicht schaden, wenn sie sehen würde, dass aus Wyatt auch jetzt, wo Piper und Leo getrennt waren ein aufrichtig guter, talentierter und liebenswürdiger junger Mann werden würde.

Das Gespräch plätscherte noch eine Weile weiter so vor sich hin, bis Lupin dann meinte, er würde sich jetzt zurückziehen. Phoebe sah ihm nachdenklich hinterher. Schließlich kam sie zu einem Entschluß. „Piper, ich bin gleich wieder da, ja?" Sie händigte ihrer Schwester ihren Sohn wieder aus und sprintete dem Professor hinterher.

„Remus!"

Er drehte sich zu ihr um. „War noch etwas, Miss Halliwell?"

„Ähm, erstmal: Wie wäre es endgültig mit Phoebe und einem ‚du'?"

Daraufhin huschte ein Lächeln über sein müdes Gesicht. „In Ordnung. Und ansonsten?"

Sie sah sich um, um sich zu vergewissern, dass sie allein waren. „Heute Nacht ist Vollmond, nicht wahr?"

„Das ist korrekt", sagte er mit einem unlesbaren Gesichtsausdruck.

„Was wirst du machen?", fragte sie, um sich daraufhin innerlich zu ohrfeigen. Wie blöd konnte man diese Frage stellen?

Remus sah sie einen Moment einfach nur an. Sie spürte, dass seine erste Reaktion war, sich zurückzuziehen, vor jeder Frage nach seiner Lykanthropie (AN: Gibt es dem Begriff im Deutschen?) davonzulaufen und sich auf nichts einzulassen. Aber sie spürte auch, wie er zu dem Entschluss kam, ihr zu antworten. Und dabei war es ganz einfach, denn er wiederum hatte ihre Frage als das verstanden, als was sie gemeint war: Aufrichtiges Interesse und Sorge um einen Freund.

„Ich werde zur Heulenden Hütte gehen", sagte er. „Mit dem Wolfsbann-Trank könnte ich theoretisch auch in der Schule bleiben. Aber..."

„Aber?"

„Er sorgt nur dafür, dass ich immer noch ich selbst bin nach der Verwandlung. Sie macht sie nicht weniger schmerzhaft."

Und das wiederum wird dann laut, realisierte Phoebe. - „Kann ich... mitkommen?", fragte sie.

Er sagte nichts darauf, sondern schüttelte nur den Kopf. Sie öffnete den Mund, doch er hob eine Hand. Ein erschöpft wirkendes Lächeln seinerseits später sah sie ihm einmal mehr nach und erkannte mit dem Abklingen seiner Gefühle in ihr, warum sie ihn gefragt hatte, ob sie ihn begleiten durfte.

Und es war klar, dass es ihr ziemlich egal war, dass er abgelehnt hatte.

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Einige Stunden später stellte Phoebe ihrer Schwester und ihrem Neffen Ron, Hermione und Harry vor. Es war süß, die drei mit dem Baby zu beobachten. Während Hermione etwas irritiert schien und Ron in anbetracht seiner großen Familie ein Kleinkind nicht wirklich aufregend fand, war Harry einfach nur hingerissen. Er hielt Wyatt auf den Armen, ließ ihn mit seiner Krawatte spielen und war begeistert, ihn füttern zu dürfen. Der Kleine sonnte sich in der Aufmerksamkeit des Gryffindors; wenn auch sonst keiner, so konnte doch Piper es sehen und es zauberte ihr ein Lächeln ins Gesicht. Ein richtiges Lächeln.

Als Phoebe sie daraufhin erfreut anschaute kam ihr jedoch sofort wieder zu Bewusstsein, weswegen ein Lächeln für sie gerade etwas Besonderes war und ihre Mundwinkel zogen sich automatisch nach unten. Ihre Schwester bemerkte es. „Ähm, habt ihr jetzt eine Freistunde?"

Die Gryffindors nickten.

„Vielleicht gebt ihr meiner Schwester und meinem Neffen eine Tour?"

Pipers Blick sagte eindeutig: Du wirst mich doch mit den Kindern nicht allein lassen!

Phoebe schmunzelte, zeigte aber Erbarmen und begleitete sie.

o

Als es dunkel wurde waren die drei wieder in ihren eigenen Räumen in Hogwarts. Piper, die heute genug Menschen um sich gehabt hatte, hatte auf einem Abendessen hier bestanden. Phoebe hatte das nichts ausgemacht. Jetzt suchte sie in ihrem Zimmer ihre Sachen für die Nacht zusammen. Sie packte ihre Tasche mit einer Thermosflasche mit Tee, zwei Decken und ein paar Kerzen. Gerne hätte sie eine Taschenlampe gehabt, doch hatte sie nicht daran gedacht eine mitzubringen. Und Zauberer, die mit einem einfachen „Lumos" Licht erzeugen konnten, brauchten so etwas natürlich nicht.

Beim Rausgehen langte sie noch nach dem Buch auf ihrem Nachttisch.

„Bist du sicher, dass du das machen willst", fragte Piper sie.

„Ja. Keine Frage. – Und keine Angst. Mit dem Wolfsbann-Trank ist er harmlos. – Schau nicht so skeptisch drein, Piper! Hm?" Sie gab ihr die Rehaugen. Piper rollte daraufhin mit ihren und scheuchte sie hinaus. „Wenn du eine Stunde nach Sonnenaufgang nicht wieder da bist, komme ich dich holen!"

„Ich hab dich auch lieb, Piper!"

oo

„Home sweet home", murmelte Remus. Das letzte Jahrzehnt ohne Nutzung hatte der Heulenden Hütte nicht unbedingt gut getan. Es schien passend, dass die Zuflucht vor seiner Krankheit sich äußerlich entwickelt hatte, wie er innerlich. Verstaubt, löchrig, ohne Bestimmung. Allein.

Und er hasste die Heulende Hütte; die Erinnerungen, die er damit verband. Glückliche, von seinen Freunden, von einer Zeit, als die Welt für die Rumtreiber noch in Ordnung gewesen war. Zeiten, die niemals wiederkommen würden.

Die anderen Erinnerungen waren die von seiner Verwandlung. Monat für Monat war er während seiner Schulzeit hierher gekommen. Der Ort hatte so viel von seinem Schmerz aufgesogen, dass die Atmosphäre für Remus unerträglich war.

Trotzdem war er hier.

Wie immer.

Er holte einmal tief Luft, versuchte nur noch für eine Weile, nur noch für ein klein wenig das kochende Blut in seinen Adern zu ignorieren.

Es war eine Strategie, die er seit Jahren praktizierte. Solange wie möglich vorgeben, dass es ein ganz normaler Abend war. Das nichts außergewöhnliches geschehen würde. Wenn er es anders machte, machte das alles nur noch schlimmer. Dann lähmte ihn die Angst vor der Verwandlung, vor dem was er werden würde, früher auch die Angst vor dem Verlust seines Geistes und der völligen Aufgabe seiner selbst. Die Angst nicht mehr zurückzukommen oder in seiner Umnachtung Unschuldige zu töten.

Das schwache Licht wurde noch schwächer, seine Umgebung dunkler. Remus' schon geschärfte Sinne störte es nicht. Seine Nachtsicht war zu dieser Zeit des Monats ausgezeichnet. Er legte sein Jackett ab, knöpfte sein Hemd auf.

Draußen rief ein Nachtvogel nach einem anderen.

Seine Kleidung kam Stück für Stück in einer Ecke des Raumes auf einen Haufen. Es war ein Ritual, älter als die meisten seiner Schüler. Ruhig bleiben. Durchatmen.

Die kühle Nachtluft fuhr ungerührt über seine Haut.

Zehn Schritte hin. Zehn Schritte zurück. Fünf Schritte auf der kurzen Seite.

Remus blieb stehen. Er legte den Kopf schief und schloss die Augen.

Jemand war hier. – Er trat aus dem Zimmer heraus an den Treppenabsatz.

„Hallo Phoebe", sagte er, ohne sie zu sehen. Ihr Geruch war eindeutig.

„Hallo Remus."

„Du bist hier."

„Ja."

Er seufzte.

„Ich bleibe hier... bis..." Er stellte sich vor, wie sie ihre Lippen befeuchtete und nach Worten suchte. Wie es schien, fand sie keine dafür. „Aber dann... komme ich."

„In Ordnung", sagte er leise.

Schweigsam warteten sie.

Als seine Atmung schneller wurde, rappelte Remus sich auf und ging zurück in das Zimmer. Das Zittern setzte ein, als nächstes ein Kopfschmerz, der sich entlang seiner Wirbelsäule fortsetzte und seinen Brustkorb einhüllte. Das Atmen fiel ihm schwer.Mühsam ging er einen weiteren Schritt zu den Überresten eines Bettes. Er umfasste den einzigen noch stehenden Bettpfosten, gerade noch rechtzeitig für die erste Welle richtigen Schmerzes.

Zwei markerschütternde Schreie hallten durch die Hütte und das Tal, als Knochen überall in seinem Körper brachen, sich verlängerten oder verkürzten, eine neue Stellung einnahmen... und Phoebe dank ihrer Empathie einen Crashkurs in Werwolfanatomie bekam. Sie versuchte alles, was sie über ihre neue Kraft wusste, einzusetzen, um sich abzuschirmen, aber es war so verdammt schwer!

Letztendlich wurde sie bewusstlos.

Remus, der den Schmerz gewohnt war hatte nicht so viel Glück.

Als aber auch er es endlich hinter sich hatte und die Verwandlung beendet war, erfuhr er zum ersten Mal, wie es war ein Werwolf zu sein... und trotzdem auch Remus. Er selbst. In diesem Moment hörten die Bewohner von Hogsmeade seit langer langer Zeit zum ersten Mal wieder ein Heulen aus der Heulenden Hütte. Doch dieses Mal war es eines aus Freude.

Der Werwolf ging danach die Treppe hinunter und tappte hinüber zu Phoebe. Zögerlich leckte ihr das große Tier ein paar Mal über die Hand, bis sie sich bewegte. Sie kam wieder zu sich.

Zuerst schreckte sie zurück, doch als sie sich erinnerte, wo sie war, entspannte sie sich. „Remus", grüßte sie ihn und streckte die Hand aus. Er kam näher und sie fuhr ihm über die Schnauze. Gut, ein Werwolf mochte nicht unbedingt eine süße Kreatur sein. Aber in seinen Augen sah sie mehr als nur das Tier. Da war tatsächlich Remus. Und damit hatte sie auch kein Problem ihn zu berühren.

„Da müssen wir Matt und Snape wohl unseren Dank aussprechen, hm?"

Remus nickte, hielt dann jedoch inne. Phoebe grinste. Das Nicken war eindeutig menschlich. Und ihm war wohl auch aufgefallen, wie komisch das aussehen musste. „Sag mal, sieht es oben auch so aus, wie hier unten?"

Er nickte wieder. Diesmal lachte sie richtig. Er ließ ein Knurren hören und sie rollte mit den Augen. „Ist ja schon gut. Ich höre auf. Aber wenn es oben auch nicht besser ist, können wir genauso gut hier bleiben, nicht wahr?" Sie stand auf und er beobachtete, wie sie ihre Tasche auspackte, Kerzen entzündete und eine der Decken auf dem Boden ausbreitete. „So, das ist doch schon viel gemütlicher", sagte sie, als sie sich wieder setzte.

oo

Oben in Hogwarts im Gryffindor-Turm hatte Wyatt keine Lust mehr, sich länger schlaflos in seinem Bett zu wälzen. Das süße Vergessen wollte diese Nacht einfach nicht zu ihm kommen. Routinemäßig suchte er mit seinen Whitelighter-Sinnen nach seiner Familie.

Piper und sein junges Selbst waren sicher im Schloss. Phoebe spürte er in einiger Entfernung in der Heulenden Hütte. Wahrscheinlich leistete sie Remus Gesellschaft. Drüben in San Francisco spürte er Paige... Er setzte sich auf. Ja, Paige war da. Aber auf einmal spürte er auch ganz genau die Anwesenheit von Leo. Das hieß, er war nicht oben im elderland.

Sollte er oder sollte er nicht? Die Versuchung ihn zu sehen, wie er seiner Mutter begegnet war... die war verdammt groß. Davon abgesehen war da noch Chris. Oder zumindest musste Wyatt dafür sorgen, dass Chris da sein würde. Natürlich könnte er darauf vertrauen, dass sie es auch so auf die Reihe bekamen... aber sollte er das Leben seines Bruders darauf verwetten?

Eher nicht.

Kurz entschlossen sprang er auf und zog sich an. Dann überprüfte er noch einmal den genauen Standort seines Vaters und orbte davon.

Der Älteste, der oben auf der Golden Gate Bridge stand bekam einen höllischen Schreck, als er sich wieder materialisierte. „Wer bist du?"

Wyatt sah Leo an und lächelte. „Ein Freund."

„Du bist ein Wächter des Lichts?" Das Misstrauen war eindeutig. Doch er ignorierte die Frage und sah Leo weiter an, als wollte er etwas herausbekommen.

Sein Vater wandte sich schließlich irritiert ab. „Was?"

„Gibst du wirklich so leicht auf", fragte er so sanft, dass seine Stimme kaum über den Wind zu hören war.

Leo wusste irgendwie genau, worauf der Fremde anspielte. Es war der Grund, warum er hier war. Oben hatte er die ganze Zeit an nichts anderes denken können. Aber oben bei den anderen Ältesten hatte er auch nichts deswegen unternehmen können. Hier, wo er immer so gut hatte nachdenken können, schien alles wieder möglich. Und doch... was war anders? „Ich kann doch nicht... die Regeln", brachte er schwach hervor.

Wyatt war mit zwei Schritten bei ihm und fasst ihn an den Schultern. Mit einer unglaublichen Intensität starrte er Leo an. „Was interessieren dich die Regeln? – Selbst wenn du sie aufgeben wolltest: Könntest du es? Sie nie wieder sehen? Für immer allein bleiben. Auf ewig der Älteste und dich und sie bis zu ihrem Lebensende unglücklich machen? Könntest du das?"

Leo wollte verzweifelt etwas antworten, wollte seine Wut über die Umstände und seine eigene Hilflosigkeit ausdrücken, doch der Fremde ließ ihn los, trat zurück und warf ihm einen letzten Blick zu. „Weißt du, das was auf den ersten Blick richtig erscheint, kann auf den zweiten die schlimmsten Konsequenzen nach sich ziehen."

Kurz darauf war Leo wieder allein.

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Note, die wievielte auch immer: Na, wie war das?

Bis zum nächsten Kapitel!

June22