Im Grabe liegend

Ewig dein Ewig mein Ewig uns

Damon sieht sie immer wieder an, aber irgendwie scheint sie nicht mehr zu erwachen. Was war es nur, das sie in ein solches Ausmaß erschöpfte? Stefan kennt sie auch, aber er hat ihm nicht so viel mitgeteilt. Im Allgemeinen scheinen die Brüder eher zu schweigen, als zu reden, obwohl sie sich nahe stehen. Stefan muss sich um Vaters Geschäfte kümmern und Damon kann in den Tag leben für eine kurze Weile. Der Krieg hat ihn verändern, wie so manch andere auch.

Er hat zwei Tassen Kaffee aufgebrüht und setzt sich an ihr Bett. „Katherine…", flüstert er sanft. Sie blickt auf und ist überrascht. „Warum habt Ihr mich nicht sterben lassen?", schließt sie kurz wieder die Augen. „Was redet ihr nur?", reicht er ihr den Becher. Sie nimmt einen Schluck und setzt sich auf. „Was mögt Ihr essen, unser Koch kann alles zubereiten!" „Glaubt mir, das wollt Ihr nicht wissen…" „Aber Ihr müsst doch etwas zu euch nehmen", lächelt er ihr aufmerksam zu. „Muss ich denn?" „Wer überleben will, braucht Nahrung!" „Und genau das ist nicht meine Absicht…", stellt sie nüchtern fest. „Das ist Unsinn… übrigens, ich bin Damon…" „Ich bringe nur Unheil und elend." „Ich liebe Unheil…und ich komme aus dem Krieg zurück deswegen kenne ich mich mit elend aus." „Du bist ein Narr!", nimmt sie einen Schluck vom Kaffee. „…mag sein, dass ich etwas unkonventionell bin…" „Wohl eher verrückt!" „Das meint mein Bruder auch", lächelt er mit seinen Augen.

Tage später spazieren sie durch die Stadt. Katherine ist schweigsam und Damon erzählt ihr von seinem Leben. Er ist noch so jung, glaubt an das Gute und ist loyal denen gegenüber die er liebt. Auf einer Wiese übereicht er ihr Feldblumen und im Geheimen fragt sie sich, was das alles soll. Das Leben eine grausame Scharade, welche eine Ewigkeit andauert.

Damon beobachtet sie immer aus den Augenwinkeln und er mag sie, sehr sogar. Sie ist so anders, als die Mädchen, welche er sonst so kannte. Sie war bezaubernd und hinreißend bis in all ihre Gedanken hinein auch, wenn sie kaum spricht. Er möchte sich ihr nähern, wusste aber nicht wie. Sie scheint ihn aber auszuweichen auch wenn er ihr Blumen überreicht. Sie spazieren bis ans Ende der Stadt und Damon möchte sie an einen Aussichtsort bringen. Er nimmt ihre Hand und sie folgt ihm schweigend. Als sie ankamen, schaut sie entgeistert um. „Gefällt es dir?" Katherine beginnt schallend zu lachen und kniet nieder. „Ist es nicht witzig?", stellt sie lachend fest. Damon ist irritiert. „ Wie wunderschön dieser Ort doch ist!", schaut sie in den Himmel. „Der Boden…Blut bedeckt…", lacht sie weiter und führt den Handrücken zu ihrem Hund. „…so viel Blut wurde hier geopfert…das Blut meiner Familie…", beginnt sie nun zu weinen. Damon setzt sich neben sie auch wenn er nicht verstand was hier vor sich ging. „…abgeschlachtet in einer Zeremonie…das ungeborene Kind…und meine Enkel…", weint Katherine so sehr sie nur weinen konnte. Damon schließt seine Arme um sie. „Ich hätte sterben sollen und nicht sie…ich verdiene es nicht. Bin unwürdig zu Sein." Damon verstärkt seinen Griff um sie und sie schmiegt sich an seine Wangen. „Und es ist so eisigkalt um mich herum. Wie in einem Grab, allein und leer!"

Nach einer Weile verlassen sie den Opferplatz und gehen zurück. Katherine schaut Damon in die Augen und nimmt seine Wange in ihre Hand. „Du musst vergessen wo wir gerade waren, es würde dir nur Unheil bringen." Als Damon wieder aufblickt sind sie in der Stadt. Er bringt sie zu einer Pension, wo sie ihn zum Abschied die Wangen küsst. Damon weiß nicht wo sie waren und wie schnell ein Nachmittag vergehen kann. Er will sie wieder sehen und ihr den Hof machen. Noch kann er nicht erahnen, welch ein Leben er für die Ewigkeit führen würde. Sie liebt ihn nicht, aber sie bedeutet für ihn alles.

Die Nacht wird frisch, der Indian Summer neigt sich dem Ende zu. Stefan sitzt an der Veranda und schaut zu seinem Bruder. Sein Bruder ist so viel besser als er. Damon blickt zu den Sternen, als sein Blick seinen Bruder trifft. „Wo warst du?" Damon setzt sich zu ihm und zündet seine Zigarette an. „Bei ihr…", stellt Stefan nüchtern fest. „Ist das denn eine gute Idee?" „Du weißt wer von uns beide sie liebt und ihr folgen wird, egal wohin?", zieht Damon an der Zigarette. „Du bist der verrückte Salvatore…aber da gibt es Dinge von denen du nichts weißt, Bruder!" „Ich war im Krieg, schon vergessen, Bruder?", überreicht er ihm die Zigarette. Stefan nickt anerkennend und zieht daran.

Katherine sitzt vor dem Spiegel und betrachtet ihr Ebenbild. Sie wendet ihr Gesicht zur Seite und sie konnte sich selbst nicht mehr ertragen. Die Wirklichkeit ist ein Trugbild, erfunden von einem Narren. Sie öffnet ihr Haar und kämt es. Schlussendlich wieder allein, so wie zu Beginn. Keine Eltern, keine Tochter, kein Geliebter und keine Enkel mehr. Klaus wird mehr darunter leiden, denn sein Fluch kann nicht mehr gebrochen werden für die nächsten Jahrzehnte und dies wird ihn zerfressen, keine Gnade und kein Verzeihen! Er soll auf Erden wandeln und der Hölle nah sein.

Ihr wird plötzlich heiß und sie möchte Blut zu sich nehmen, sehr viel Blut. Sie braucht es, hat sich doch schon seit Tagen nicht mehr genährt. Sie öffnet die Schlingen um ihre Taille und geht wieder außer Haus. Mit ihrem wilden Haar und dem Unterkleid geht sie zu den Menschen. Sie könnte über alle herfallen, aber sie möchte wissen, wie er schmeckt! Rein und voller begehren steht sie auf seiner Veranda.

Damon blickt auf und rennt in ihre Arme. Sie küssen sich leidenschaftlich und rauben den Atem des anderen. Er hebt sie hoch, doch sie lehnt ihn schneller gegen die Wand und öffnet sein Hemd. Sie küsst seine Brust und zieht ihn aus. Damon ist erregt und er kann ihr nicht mehr wiederstehen. Auch wenn es für ihn die erste Frau ist, so weiß er doch, wie man ein Mädchen anständig und innig küsst. Sie sticht eine Wunde in seinen Hals und langsam rinnt das Blut auf seine Brust. Sie leckt es zart und sanft auf und er schmeckt nach Sommer und Tabak. Er dreht sie gegen die Wand und küsst ihre Lippen und Wangen. Es erregt ihn, dass sie von ihm trinkt und er bahnt sich einen Weg zu ihren Brüsten. Katherine stöhnt leicht auf, als sie ihre Augen öffnet. Stefan beobachtet, was die beiden machen und will gehen, aber er kann seine Blicke nicht abwenden. Katherine spürt auch sein Verlangen. Damon der nun ihren Hals küsst, blickt sie fragend an. „Komm….", reicht sie Stefan ihre Hand und ohne zu zögern ergreift er sie. Während sie von Damon geküsst wird, trinkt sie von Stefans Handgelenk. Sie kann beide haben…zur gleichen Zeit…ohne, dass sie es merken. Sie wollen Katherine und sie will Gefährten bei sich haben. „Ewig uns…", flüstert sie den beiden erregt zu und die Nacht war noch jung und unschuldig, aber die Ewigkeit dauert lange, besonders gegen Ende….

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