Hier ist noch ein Weihnachtsgeschenk für euch. Ich wünsche euch allen schöne Weihnachten und ein frohes neues Jahr, denn 2009
werdet ihr nichts mehr von uns hören. Viel Spaß mit diesem Kapitel :)
Tut mir leid für irgendwelche Fehler, das Kapitel ist nicht gebetat.
„Wir müssen nach Hogsmeade apparieren und von dort aus zurücklaufen; keiner der Kamine in Hogwarts sind für Ganzkörpertransporte mit dem Flohnetzwerk verbunden. Sie können allein apparieren?"
„Ja, Sir. Aber vielleicht sollten wir direkt zum Eingang der Gelände apparieren? Wäre weniger zu laufen."
Hermine wartete kurz bevor sie mit einem Knall disapparierte. Snape war einen Moment verblüfft über ihren Mut, nicht einmal auf seine Antwort zu warten. Er verengte seine Augen. Vielleicht glaubte sie, er würde beeindruckt sein, aber da sollte sie erst mal das sehen…Er apparierte mit einem selbstgefälligen Grinsen….
…Auf die andere Seite des Eingangs, an dem Hermine auf ihn wartete. Ihre Augen wurden groß und ihr Mund formte ein überraschtes „o". Er öffnete das Tor und winkte sie durch.
„Sir, das ist nicht…"
„Möglich? Natürlich ist es nicht möglich." Er lächelte. „Aber für etwas Unmögliches ist es ziemlich beeindruckend, finden sie nicht?"
Hermine nickte sprachlos, als sie den langen Weg zurück zum Schloss gingen. Sie liefen still nebeneinander her, aber als sie am Haupteingang angekommen waren, drehte sich Snape zu ihr. „Ich werde am Montag nach ihnen schicken und wir können mit ihrem Projekt anfangen. Ich nehme an, dass sie auch wegen einem anderen Thema fragen haben, welche ich beantworten werde."
Hermine lächelte ihm strahlend zu. „Sehr gut, vielen Dank, Professor. Für den Ausflug, das Eis und dafür, dass sie interessiert sind."
Snape winkte großmütig ab. „Es ist nichts. Wenn sie in ihre Räume zurückgehen, könnten sie bitte Draco zu mir runter schicken?"
Hermine nickte und ging die Treppe hinauf; Snape beobachtete sie, als sie wegging, (Schau nicht auf ihren Hintern – ach verdammt zu spät), bevor er zurück in die Kerker ging.
„Sie wollten mich sehen, Sir?"
„Es hat nichts mit der Schule zu tun, Draco, lass den Sir."
„Kein Problem, Severus. Also, was ist los?"
Draco sank auf dem Sofa in Snapes privaten Räumen und seufzte. „Ich war schon ewig nicht mehr hier, also sind es wahrscheinlich schlechte Neuigkeiten."
Snape lächelte Draco von seinem Sessel aus an. „ Ich wollte nur mit dir auf den neuesten Stand kommen; Wir haben seit dem Sommer nicht mehr wirklich miteinander geredet. Wie ist das Schulsprecher sein so?"
„Ziemlich cool, Severus. Ich hab ein Zimmer ganz für mich allein, einen mehr oder weniger privaten Gemeinschaftsraum und alle Privilegien meiner Position und alles, was ich dafür tun muss, ist ein paar Mal die Woche patrollieren…tzz. Wer würd sich schon beschweren?"
„Was ist mit Granger? Ich hoffe, sie ist kein zu großer Dorn im Auge."
„Nöö, Hermine ist eigentlich ok. Um ehrlich zu sein, weiß ich nicht, was ich erwartet habe. Sie hat einen fiesen rechten Haken und sie ist klug, also wollte ich sie nicht beleidigen. Ich meine, Räume mit jemandem zu teilen, der wahrscheinlich freie Artikel von Weasleys Zauberhaften Zauberscherzen oder wie auch immer die heißen bekommt, ist gefährlich genug. Aber Hermine könnte wahrscheinlich Hexereien erfinden und ich müsste Wochen im Krankenflügel verbringen."
Snape war fasziniert von dieser neuen Beschreibung von ihr. „Einen fiesen rechten Haken?"
„Ja, hast du das nicht mitgekriegt? Ha, ich hab gedacht, Dumbledore wüsste alles, was hier vorgeht. Drittes Jahr. Ich hab mich ein bisschen über diesen Hippogreif, der, der exekutiert wurde, lustig gemacht und sie ist ausgeflippt und hat mich ins Gesicht geschlagen. Sie hat fast meinen Kiefer gebrochen. Sie ist voll von Sachen, die man nicht erwartet. Willst du ein Geheimnis wissen, das ihr rausgerutscht ist?"
Snape gab ihm ein Zeichen, dass er fortfahren sollte.
„Sie hat mir erzählt, dass der Sprechende Hut gesagt hat, sie wäre perfekt für Slytherin gewesen, hätte alle Eigenschaften und so. Leider wäre sie eine Muggelgeborene. Aber wie cool das gewesen wäre, beide Schulsprecher dieses Jahr wären in Slytherin und wir hätten die beiden klügsten Schüler in diesem Jahrgang, sie und ich."
„Es wäre auf jeden Fall ironisch gewesen, wenn man bedenkt, dass Ravenclaws die Klugen sein sollten."
„Tss, genau."
„Also kommt ihr gut miteinander aus, wenn man die Umstände bedenkt."
Draco sah unbehaglich drein. „Ja, so könnte man es sagen. Aber ich glaube nicht, dass ich weich werde, ich habe ihr nichts erzählt. Sie ist immer noch auf der anderen Seite. Ich bin nicht blöd."
„Ich habe dir nichts vorgeworfen, tatsächlich will ich, dass du dich weiter mit ihr anfreundest."
Severus wartete auf Ausbruch des jungen Mannes, aber keiner kam.
„Hat das etwas mit dem Projekt zu tun, Sir?"
Snape verengte seine Augen. „Was hat sie dir erzählt?"
„Nichts, aber du bist nicht der Einzige, der sich hier im Schloss umschaut. Mit Sicherheit habe nicht nur ich bemerkt, wie die Lehrer sie behandeln und es hat nach ihrem Nachsitzen angefangen. Ich habe die Nachricht gelesen, also weiß ich, dass du ihr hilfst. Und wenn man weiß, dass sie mehr Slytherin als Gryffindor ist…"
Snape seufzte. „Ich hatte gehofft, es dir jetzt noch nicht erzählen zu müssen, aber so wie es aussieht, hast du es selber herausgefunden. Ein Spion im Training, oder?"
Draco grinste beschämt. „Ich versuche es zumindest. Und wenn es dich ein bisschen beruhigt, Severus, du hast nichts verraten."
„Natürlich habe ich das nicht, deshalb zolle ich dir Anerkennung, dass du es selber erraten hast. Und da du es jetzt weißt, werde ich dich einweihen. Bei ihrem Projekt geht es um die Geschichte der Hexenverbrennungen im 16. Jahrhundert."
Dracos Gesicht war ausdruckslos.
„Die wahre Geschichte."
„Ahhh"
„Und sie ist ganz alleine auf diese Idee gekommen, ohne irgendeine Anregung von mir. Das sagt mir, dass sie zumindest ein bisschen Sympathie für unsere Sache hat. Ich glaube, dass Dumbledore das auch weiß, deshalb bekommt sie auch so wenig Unterstützung von meinen Kollegen."
„Macht Sinn, wenn man bedenkt, dass sie ein toller Gewinn ihre Seite ist. Wenn sie zu uns überlaufen würde, wäre es ein großer Verlust für Dumbledore. Schließlich hat sie die Schutzwälle um Potters Haus errichtet."
„Genau. Und deswegen ist es umso wichtiger, dass wir es richtig machen. Ich werde langsam sein, aber sie wird trotzdem verwirrt werden. Ich habe vor, ihr die ganze Geschichte heute Abend zu erzählen. Und wenn sie jemand anderen als ihre erbärmlichen Freunde hätte, mit dem sie reden könnte, würde ihr das gut tun."
„Und das ist dann mein Teil."
„Genau. So wie es grad steht, muss sie um Bestätigung zu erhalten entweder zu Minerva oder Albus gehen, so denkt sie einfach. Aber sie möchte vielleicht die Fakten mit dir klarstellen, da sie sich bei deiner Loyalität sicher ist."
„Ja, ich denke, ich bin da ziemlich offensichtlich. Ok, ich mache es." Draco grinste. „Sie wechselt die Seiten, Severus, da bin ich sicher. Und das heißt, dass ich nicht die ganze Zeit mit Crabbe oder Goyle rumhängen muss, sondern mit jemand, der Wörter mit mehreren Silben verwenden kann."
„Du musst dich erst mit ihr anfreunden. Wenn du möchtest, kann ich die Information noch ein bisschen zurückhalten, dann hast du mehr Zeit."
Draco zuckte die Achseln. „Um ehrlich zu sein, wir brauchen das nicht. Wir sind eigentlich schon Freunde, ohne es zuzugeben. Wir reden und so miteinander, zumindest so lange, bis irgendetwas über den Krieg kommt, dann wird alles ein bisschen seltsam. Also, wenn wir uns heut Nacht gegenseitig das Herz ein bisschen ausschütten oder so, bin ich fertig. Es ist gut, dass ich sie tatsächlich mag."
„Das ist gut zu hören, sehr gut sogar."
Zurück in den Schulsprecherräumen waren die Dinge nicht ganz so friedlich.
„Ich sags dir Ron, es ging nur um schulische Sachen. Muggel machen es die ganze Zeit.
„Wie, mit nur einem Schüler?"
„Ok, das war vielleicht ein ungewöhnlich, aber wer würde sonst mitkommen. Diese Projekte sind eigene Studien und ich hätte nie im Leben diese Zutaten alleine bekommen. Da ist nichts passiert."
„Harry hat so seine Zweifel."
„Tja, whoop-de-doo. Der Auserwählte hat eine Meinung über etwas, wovon er nichts weiß. Harry kommt nicht mehr hier her; Er hat keine Ahnung von diesen Projekten."
„Du hast ihn nie den Auserwählten genannt. Hermine, du weißt, er hasst das."
„Naja, er muss das sagen oder? Ich wette, Ron, dass er es liebt, in alle Sachen eingeweiht zu sein und wir nicht. Er sieht uns als Anhängsel. Was hat er letztes Jahr gesagt, irgendwas von wegen, wir hätten keine Ahnung, wir hätten nie Voldemort gegenüber gestanden, aber er blablabla."
„Wir sind seine Freunde, nicht seine Anhängsel. Malfoy denkt das und wenn er dich abends in eurem Gemeinschaftsraum beeinflusst…"
„Mich beeinflussen? Ich habe meine eigene Meinung, vielen Dank. Draco und ich reden überhaupt nicht über den Krieg, das würde ein bisschen seltsam werden."
„Du solltest überhaupt mit so einem Typ nicht „reden"."
„Ach ja, klar, so ist das. Mit wem Hermine reden kann und mit wem nicht."
„Naja, sich mit Malfoy und Snape anfreunden? Die Leute fangen an zu reden, nur so zur Info."
„Ach echt, und was sagen sie denn, wenn ich fragen darf?"
„Dass du eine Belastung wirst. Dass du zu freundlich mit den Feinden bist."
Hermine lachte böse. „Du meinst, sie beschuldigen mich, dass ich mich mit dem Feind verbrüdere? Oh, das ist toll."
Ron wurde an diesem Punkt rot. „Naja, es ist wahr oder? Du verbringst deine Zeit hier oben redend mit ihm, anstatt dass du zu den Gryffindorräumen kommst und mit uns redest. Ginny vermutet…". Aber dann wurde er still, als wäre er zu weit gegangen."
„Nein, was denn Ron? Was denkt sie?"
An diesem Punkt kam Draco zurück und dankte den Sternen dafür, dass er diese Möglichkeit hatte, die Kluft zwischen Hermine und ihren Freunden zu vertiefen.
„Das weibliche Wiesel denkt, dass du mit dem Feind schläfst, jeder in der Schule weiß das."
Beide drehten ihre Köpfe, um ihn wütend anzustarren. „Sie WAS?"
„Sie verbreitet das Gerücht schon für eine Weile, aber es variiert zwischen den Anschuldigungen, dass du mich fickst oder dass du Snape fickst. Ich habe angenommen, du wüsstest das und würdest deswegen abends hier Zuflucht suchen."
„Wenn wir gerade davon sprechen, du lässt meine Freundin allein, Malfoy, ich warne dich."
„Sie hat einen Namen, Wiesel. Und wenn ich Hermine überhaupt in der letzten Zeit kennengelernt habe, weiß ich, dass sie es nicht mag, wenn man sie wie einen Besitz behandelt. Vielleicht würde sie lieber mit einem Slytherin zusammen sein, denn wir behandeln unsere Frauen mit Respekt und nicht mit antikem Konkurrenzgehabe."
Während Malfoy redete, rückte er näher an Hermine ran und legte einen Arm um ihre vor Ärger zitternden Schultern.
„Nimm deine Finger von ihr, Frettchenjunge."
„Zwing mich."
„DAS IST GENUG!" schrie Hermine. „Ron, verschwinde, ich will dich im Augenblick nicht sehen."
Ron stammelte.
„Ich wusste, du würdest die richtige Entscheidung treffen, Hermine", sagte Malfoy.
„Das reicht auch von dir Malfoy, du solltest Schulsprecher sein, also benimm dich auch so. Du bist kindisch und erniedrigend."
Draco nahm die Hände in einem Zeichen von Niederlage hoch. „Na danke, ich verteidige dich und du dankst es mir so."
Hermine lächelte. „Guter Versuch."
„Hermine, du kannst nicht mich rauswerfen und überhaupt nicht wütend auf ihn sein."
„Er hat mich nicht belogen, Ron. Deine eigene Schwester hat Scheiße über mich erzählt und du hast es mir nicht nur nicht gesagt, sondern hast ihr nicht mal gesagt, dass sie aufhören soll."
„Also so bist du. Du wählst ihn anstatt mich."
Hermine atmete tief ein. „Ich wähle niemanden anstatt niemanden, also hör auf zu überreagieren. Ron, du bist ein schrecklicher Freund. Seit wir zusammen sind, hast du Ultimaten für meine Zukunft gestellt, hast gewollt, dass ich mich zurückhalte und eine häusliche Göttin bin, während du die ganze Zeit meine Pläne, etwas aus mir zu machen, übergangen hast. Du hast dir Vorteile mit meinem Gehirn gemacht, indem ich dir bei den Hausaufgaben geholfen hab, und mit meinem Körper für dein verdammtes Quidditch ohne irgendwie den Gefallen zu erwidern. Du bist zurückgewichen und hast andere Gerüchte über mich verbreiten lassen, die meine Karriere ruinieren können und du hast mich für total selbstverständlich gehalten. Also vergibt mir , wenn ich ein bisschen angepisst von dir bin."
„Gut gesagt."
„Halt die Klappe." Schrien Ron und Hermine zusammen.
„Tschuldigung, mein Gott."
Ron drehte sich zurück zu Hermine mit wütendem Gesicht. „Ich gehe, aber es ist noch nicht vorbei. Harry hat gesagt, du würdest dich verändern und ich sollte ein Auge auf dich werfen. Jetzt sehe ich, dass du sogar schlimmer bist, als er gedacht hat."
„Tja, du kannst deinem Herrn und Meister Herr Ich-bin-der-Auserwählte-also-weiß-ich-alles Potter sagen, er soll sich verpissen."
Ron sah geschockt aus. Er öffnete seinen Mund, um noch etwas zu sagen, drehte sich dann aber um und stürmte aus dem Raum. Eine Pause entstand.
„Ich kann gehen, wenn du etwas Zeit brauchst."
Hermine saß zu Draco aufs Sofa. „Nein, mir geht's gut, ich brauche jemanden zum Reden."
Draco grinste. „Ja, aber es ist komisch, dass es ich bin, huh?"
„Jep. Ich meine, wir hassen einander."
„Sicher."
Sie saßen in angenehmer Stille für eine Minute oder so, bevor Draco genug Mut hatte, um zu sprechen.
„Hermine, ich weiß, wir hatten nicht die beste Vergangenheit und ich weiß, unsere Freunde verstehen sich nicht" Hermine schnaubte.
„Ja genau, aber ich dachte, ich sollte dich wissen lassen, egal wie scheiße andere Leute sind, ich bin nicht scheiße und ich denke du weißt das inzwischen, weil ich weiß das über dich und"
Hermine unterbrach ihn mit einem traurigen Lächeln. „Ich weiß, Draco, wir sind Freunde und es ist nicht das Beste für jeden von uns."
„Uh."
„Naja, wenn du denkst, es wäre zu schwer, ist das ok, ich verstehe es vollkommen, wenn du wieder anfängst, mich Schlammblut zu nennen und so."
„Nein! Das habe ich überhaupt nicht gemeint. Ich wollte sagen, dass ich auch gemerkt habe, dass wir Freunde sind. Das ist alles. Einfach so, um dich wissen zu lassen, dass wir keine Feinde sind, die die Gegenwart des anderen mögen. Wir sind Freunde. Und das bedeutet, dass ich für dich da bin, wenn du mal Luft rauslassen willst."
Hermine schaute zu Draco, um zu sehen, ob er log. Aber er meinte es ernst. „Das bedeutet eine Menge für mich, Draco, danke." Sie beugte sich hinüber, um ihn zu umarmen. „Naja, ich habe zwar die meisten meiner engsten Freunde verloren, aber dafür hab ich einen neuen."
