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Es gibt eine Sprache, die nicht spricht und doch alles sagt… Johann Nepumuk Nestroy
Er zehrte sie aus dem Auto und sah sich suchend um. Irgendwie war es merkwürdig still hier. Keine Seele war zu sehen und das obwohl früher Nachmittag war. Entweder war das die billigste Absteige die es hier gab, oder … Zornig wirbelte er Emily zu sich herum und funkelte sie kalt an. Gerade als er sie mit seiner Klinge zur Wahrheit zwingen wollte, klingelte sein Handy. Robert, stand auf dem Display. „Endlich!", schoss es ihm durch den Kopf. Schnell hob er ab. „Was hast du für mich?", zischte er roh in den Hörer. Robert zuckte wie immer ängstlich zurück. „Hast du nicht ferngesehen?", fragte er statt einer Antwort zurück.
„Nein! Wieso?" Nun war Leroy doppelt hellhörig. Hier entging ihm irgendetwas. Etwas Wichtiges. Stocken berichtetet Robert von der Pressekonferenz die Jennifer Jareau abgehalten hatte und von ihrem Ausrutscher. Mit einer gewissen Vorfreude unterbreitete er Leroy in welchem Motel sich Cassandra aufhielt. Leroys Herzschlag beschleunigte sich, als er sich umdrehte und den Namen des Motels von einem großen Schild, das vor der Tür platziert worden war, ablas. Plötzlich wurde ihm etwas klar. Es war eine Falle.
Scharf sah er in alle Richtungen und bildete sich ein hinter jedem Fenster eine Bewegung wahrzunehmen. Schmerzhaft bohrte sich in diesem Moment ein Ellenbogen in seine Seite und kurz blieb ihm die Luft weg. Dann kam leben in ihm, doch es war zu spät. Emily lief so schnell sie konnte auf die Eingangstür des Motels zu. Sobald sie hinter der Tür war, war sie in Sicherheit und er würde ihr nichts mehr tun können. Fluchend blieb Leroy zurück. „Wenn ich zurückkomme, bist du tot!", brüllte er in den Hörer, dann rannte er zu seinem Wagen zurück und sprang hinein. Viel Zeit blieb ihm nicht. Bestimmt stürmte gleich das halbe FBI aus dem Gebäude. Hastig drehte er den Schlüssel im Zündschloss und gab Gas.
Keuchend blickte Emily durch die Glasscheibe nach draußen. Sie war ihm entkommen. Durch einen glücklichen Zufall war sie entkommen. Mein Gott wie musste es erst gewesen sein mit diesem Monster verheiratet zu sein? Tief atmete sie mehrmals durch und zwang sich wieder zur Ruhe zu kommen. Als erstes musste sie mit ihrem Team Kontakt aufnehmen. Sie mussten wissen, was ihr passiert war. Hektisch strich sie sich mit den Fingern über den Hals und untersuchte dann ihre Seite. Ein paar Kratzer das war alles. Sie hatte unglaubliches Glück gehabt. Leroy hätte sie töten können, aber sie war noch immer am Leben.
Plötzlich begannen ihre Knie heftig zu zittern und sie musste sich setzten. Es brauchte mehrere Augenblicke bis sie die Stimme dicht neben sich wahrnahm und ein paar weitere Momente bevor überhaupt verstand was dieser jemand sagte. „Sind Sie in Ordnung?" Die Stimme klang ungeduldig, scheinbar hatte er ihr diese Frage schon mehrmals gestellt. „Mir …mir geht es gut!", brachte sie schließlich über die Lippen. „Ich … bitte, ich muss telefonieren!" Jemand reichte ihr ein Handy. Schnell tippte sie die Nummer ihrer Dienststelle ein. „Garcia?", rief sie noch immer etwas atemlos in den Hörer. Nach und nach berichtete sie Penelope von ihrer Entführung durch Leroy Cook und mit Entsetzten lauschte diese ihren Worten.
„Mir gelang durch einen Zufall die Flucht und ich bin auch vollkommen unverletzt, aber … er ist immer noch irgendwo dort draußen und er weiß das es sich bei dem Motel um eine Falle handelt!" Garcia spürte wie sich bei Emilys Worten eine Gänsehaut auf ihrem Körper ausbreitete. Dieser Cook war ein ganz schlimmer, böser Mensch. Bevor Garcia noch etwas darauf erwidern konnte, hatte sie ein weiteres Gespräch in der Leitung. „Liebes, bleib dran! Derek ruft gerade an!", sagte sie schnell und schaltete Emily in die Warteschleife.
„Hallo meine Süße, ich suche Emily – hast du etwas von ihr gehört?", flötetet er fröhlich in den Hörer. „Derek wo soll ich beginnen?", kam es ganz durcheinander von Garcia. Stockend erzählte sie ihm von der Entführung. „Wo ist sie?", rief er aufgebracht in den Hörer. „Immer noch im Motel!", brachte Penelope stammelnd über die Lippen. Derek legte ohne ein weiteres Wort auf und machte sich auf den Weg.
„Oh mein Gott! Oh mein Gott!" Hektisch kam Penelope in Rossis Büro geflattert und wäre beinahe in ihre neue Vorgesetzte hineingerauscht. Melissa Caveniss hielt sich nahe der Tür auf und hatte die Arme vor der Brust verschränkt. „Was erlauben Sie sich ohne Klopfen hier einfach einzudringen?", zischte sie Garcia scharf an. Kurz blinzelte Penelope sie überrascht an und schluckte mühsam. Langsam erhob sich David. Er hatte keine Ahnung wie er zu der Ehre von Melissas Besuch kam, aber er wusste mit ziemlicher Sicherheit, dass etwas passiert sein musste, wenn Garcia dermaßen aufgebracht in sein Büro stürmte.
„Mrs. Caveniss, bei allem Respekt, das ist immer noch mein Büro und Penelope würde niemals hier einfach eindringen, wenn es nicht absolut wichtig wäre!", sagte er ruhig, aber bestimmt und brachte damit Melissa zum Schweigen, was er mit einer gewissen Genugtuung registrierte. „Sir, es geht um Emily!"
Rossi packte sie beim Ellenbogen und verließ mit ihr an seiner Seite schnell das Büro. Er hatte keine Lust Caveniss an irgendwelchen Neuigkeiten teilhaben zu lassen, von denen er selbst noch keine Ahnung hatte und dass es sich um etwas Schwerwiegendes handeln musste, wusste er bereits. Erst in Penelopes Büro hielt er inne. Sorgfältig schloss er die Tür und sah abwartend auf Garcia. Nach und nach berichtete sie von Emilys Entführung und das ihr Plan aufgeflogen war. „Wir müssen sofort Hotch anrufen. Er muss davon erfahren!" Woher wusste Leroy Cook von Emily Prentiss? War dadurch das gesamte Team in Gefahr? Das war eine vollkommen unerwartete und erschreckende Wendung.
Mit überhöhter Geschwindigkeit raste er über den Highway. Leroy Cook hatte sich an Emily vergriffen. Wenn Derek nicht vorher schon hinter ihm her gewesen wäre, dann wäre er es spätestens jetzt. Zornig schlug er ein paar Mal auf das Lenkrad ein. So etwas durfte einfach nicht passieren. Sie mussten ihn endlich aufhalten. Dieser Bastard wusste über sie scheinbar bestens Bescheid, während sie immer noch im Dunkeln tappten. Sie wussten was Leroy in der Vergangenheit getan hatte, aber was er noch vorhatte, oder wo er sich aufhielt, davon hatten sie keine Ahnung und nun war er ihnen wieder einen Schritt voraus.
Eigentlich sollte es ein Kinderspiel werden. Der Plan war gut gewesen. Sie wollten ihn ins Motel locken und dann verhaften, aber der Schuss war nach hinten losgegangen. Bevor die Falle zuschnappen konnte, war ihnen Leroy entwischt. Er war wirklich verdammt gut im nicht geschnappt werden. „Wir kriegen dich, du Schweinehund!", entfuhr es ihm zornig und automatisch gab er noch mehr Gas. Emily war noch immer alleine im Motel.
Man reichte ihr ein Glas Wasser. Sie musste es mit beiden Händen festhalten, damit sie nichts verschüttete.
Emily schloss kurz die Augen um wieder ruhiger zu werden. Ein Sanitäter kam vorbei und versuchte ein Pflaster auf ihrem Hals anzubringen. Im ersten Moment hätte sie ihn beinahe fort gestoßen. Es fiel ihr schwer einen Menschen, nach allem was passiert war, so nahe zu ertragen. Eher widerwillig ließ sie es geschehen, dass sie der Mann verarztet. Innerlich betete sie dass er schnell fertig wurde. Für sie war jede Sekunde pure Qual. „Haben Sie noch eine andere Verletzung? Schmerzen? Wollen Sie ein Beruhigungsmittel?" Gleich einem Maschinengewehr prasselten die Fragen auf sie nieder und sie hatte immer noch Probleme auch nur einen davon zu beantworten. „Sie steht eindeutig unter Schock.", sagte der Sanitäter über die Schulter zurück.
„Ich stehe nicht unter Schock. Mir geht es gut!", erklärte sie bestimmt und erhob sich. Sie musste unter allen Umständen verhindern, dass man sie ins Krankenhaus steckte. Nicht das noch jemand auf die Idee kam sie wäre nicht Diensttauglich und sie wollte unbedingt an dem Fall dranbleiben, denn ab jetzt nahm sie es persönlich. Plötzlich wurde die Tür aufgerissen und Morgan kam hereingestürmt. Auch er schien aufgebracht zu sein, doch als er sah, dass Emily wohlauf war, wurde er automatisch ruhiger. Es war nichts passiert. Sie hatte Glück gehabt.
Unruhig ging Aaron bei jedem Wort, das ihm David durch das Telefon sagte auf und ab. Wie konnte alles nur so schief gehen? „Es gibt eindeutig einen Maulwurf, aber ich bezweifle, dass er in unserer Abteilung sitzt, denn sonst wäre Leory bereits hier." Er war mit dem Handy vor die Tür gegangen und im Augenblick war er froh darüber. Nicht auszudenken, wenn Maggie davon erfuhr. „Sag Emily sie ist raus aus der Überwachung! Ab jetzt arbeite ich mit Derek zusammen!", bestimmte er.
„Und was ist mit Caveniss?" Rossi hielt das für keine gute Idee. Wie sollte das gut gehen? Maggie und Aaron bei Tag und Nacht zusammen. Wie lange würde es dauern bis einer von den beiden Blödsinn machte? So wie sie aufeinander reagierten, nicht allzu lange. „Um sie kümmere ich mich auch noch. Das wird kein Problem!", gab Aaron sich selbstsicherer als er sich tatsächlich fühlte. Aufgewühlt fuhr er sich mit der Hand durchs Haar. Er würde demselben Dach wie Maggie die Nacht verbringen. Der bloße Gedanke, dass sie unweit von ihm in einem Bett lag und schlief brachte automatisch sein Blut in Wallungen.
Energisch zwang er sich an etwas anderes zu denken. Es half bestimmt niemanden, wenn er nur noch an das eine dachte. „Ich werde sie morgen persönlich begleiten. Falls sie Fragen stellen sollte …" Dave ließ den Satz bewusst offen. Es stand ihm nicht zu sich über die Beziehung von Aaron und Maggie zu äußern. „Es wäre gut, wenn du dabei wärst.", bestätigte auch Aaron und legte auf. Tief atmete er ein paar Mal die klare Abendluft ein. Schon bald würde Derek kommen und Spencer gehen. Nur er und Maggie würden bleiben. Er steckte das Telefon zurück in seine Jackentasche und blickte angestrengt in die Ferne. Aaron hatte die Bedenken in Rossis Stimme gehört und dieser hatte leider nicht Unrecht.
Er war diesem Miststück noch keinen Meter näher gekommen. Immer noch war sie irgendwo da draußen und machte sich lustig über ihn. Seine Fäuste verkrampften sich über dem Lenkrad. Leroy hatte den Wagen in einer riesigen Parkgarage abgestellt. Da er leider annehmen musste, dass das FBI nach diesem Fahrzeug fahndete, würde er sich wohl oder übel nach einem anderen fahrbarem Untersatz umsehen müssen. Dabei fand er diesen Wagen gar nicht einmal so schlecht. Er sprang aus dem Wagen und warf hinter sich die Tür zu, zugleich zog er sein Handy aus der Tasche um Robert anzurufen. Ihm hatte er es zu verdanken, dass dieser FBI-Schlampe die Flucht gelang. Er hätte sie vorher töten sollen.
Leroy stellte den Kragen seiner Jacke auf und zog zugleich den Kopf ein. So war es am leichtesten kein Aufsehen zu erregen. Die Menschen würden ihn bestimmt kaum beachten. Suchend sah er sich um er brauchte einen neuen Wagen. „Robert?", knurrte er bösartig in den Hörer, sobald dieser abhob. Wie immer konnte er die Angst des anderen beinahe spüren. „Gib mir etwas! Sag mir wo Cassandra ist!", zischte er schroff. Über Prentiss würden sie bestimmt nicht mehr an Cassandra herankommen können und vermutlich hatte Leroy dieser Schwachkopf damit das gesamte Team in Alarmbereitschaft versetzt. Ab jetzt war wahrscheinlich jeder der sich einem vom BAU-Team näherte automatisch ein Verdächtiger.
„Ich …", versuchte sich Robert herauszuwinden. Er brauchte Zeit um überlegen zu können. So einfach war das alles nicht. Schließlich gehörte er nicht der Abteilung des BAU an. „Komm mir jetzt nicht mit blöden Sprüchen! Gib mir was ich haben will!", verlangte Leroy streng und blieb neben einem dunkelblauen Kombi stehen, der zu seinem Glück nicht abgeschlossen war. Schnell sprang er hinein, schloss ihn kurz und brauste davon. „Okay, okay … gib mir einfach nur ein bisschen Zeit und ich sehe was ich machen kann!", winselte Robert kleinlaut in den Hörer. „Du hast eine Stunde, ansonsten machst du Bekanntschaft mit meinem besten Freund!"
„Wie können Sie es wagen mich einfach so stehen zu lassen?" Melissa war so eine Behandlung nicht gewohnt und sie würde sich eine solche auch nicht bieten lassen. Auch nicht von einem David Rossi! „Madam, es handelte sich um einen Notfall!", erwiderte Dave so gelassen wie er konnte, aber gerade war ihm nach etwas ganz anderem zu Mute und steckte sein Telefon zurück in seine Tasche. Nur schwer zu kontrollierende Wut kroch in ihm hoch. Wenn ihm das Team nicht so viel bedeuten würde, wäre für ihn jetzt der Moment wo er den Job am liebsten hingeschmissen hätte. Scharf fixierte er mit den Augen Melissa und bemerkte mit Genugtuung wie sie ein Stück vor ihm zurückwich.
„SSA Rossi …", begann sie und brach ab, da sie selbst hören konnte wie piepsig ihre Stimme klang. Kurz hatte sie tatsächlich Angst vor ihm gehabt. Sie hatte da etwas in seinen Augen gesehen … Etwas das, automatisch Fluchtgedanken in ihr geweckt hatte. Melissa räusperte sich und stützte eine Hand in ihre Hüfte. „SSA Rossi ich muss Sie bitten auf der Stelle in mein Büro zu kommen!" Sie fragte nicht, sondern befahl ihm. Wieder wartete sie nicht erst seine Antwort ab, sondern rauschte bereits in Richtung ihres Büros davon.
Erzürnt folgte er ihr über den Flur, wild entschlossen dieser Dame endlich seine Meinung zu sagen. Sie war ein fürchterlicher Tyrann und solch eine Behandlung würde er nicht länger dulden. „Agent Rossi …", begann sie sobald sie merkte, dass er hinter ihr das Büro betreten hatte und schwang zu ihm herum. Diesen Augenblick nutze er um heftig die Tür zu zuschlagen.
„Mrs. Caviness …", setzte er an und holte dann tief Luft. Er hatte den Umschlag, den ihm Garcia überreicht hatte, nachdem J.J. gegangen war, bereits überflogen. Sie hatte sich kürzlich scheiden lassen, was auch den Grund für ihr Erscheinen hier erklärte. Für ihn war es nichts unbekanntes, das man nach einer Trennung nach Veränderung strebet. Noch dazu, wenn man selbst die verlassenen Partei in einer Beziehung war und für eine jüngere Geliebte das Feld räumen musste. Das war für Melissa bestimmt nicht einfach gewesen, obwohl … sein Mitleid hielt sich im Augenblick in Grenzen. Diese Frau legte ein unmögliches, unhöfliches Benehmen an den Tag.
„Emily Prentiss wird heute nicht kommen!", eröffnete Aaron den Beiden. Sowohl Spencer als auch Maggie betrachtete ihn aufgrund dieser Neuigkeit genau. Was hatte das zu bedeuten? „Leroy hat Emily entführt und sie gezwungen ihn zu dem Motel zu fahren! Ich vermute mal, dass er von Emily falsch informiert worden um ihn in die Falle zu locken. Nur leider hat damit vor Ort keiner gerechnet, da die Miteilung der Presse erst in diesem Moment ausgestrahlt worden war."
Mit Entsetzten nahm Maggie seine Worte zur Kenntnis. Leroy war ihr bereits so nah. Dieses Wissen ließ ihn ihr sämtliche Alarmglocken schrillen und automatisch wollte sie fliehen. Ihre Hände verkrampften sich zu Fäusten. „Bitte, entschuldigt mich!", sagte sie leise und verließ beinahe fluchtartig den Raum. Aaron war die Verzweiflung in ihrem Gesicht nicht entgangen und so folgte er ihr, ohne weiter darüber nachzudenken. Er fand sie in ihrem Schlafzimmer. Verloren stand sie ihm Raum und hatte die Arme um sich selbst geschlungen.
„Maggie ich …", sagte er leise um sie nicht zu erschrecken. „Er kommt hier her, ich weiß es! Und dann wird er mich töten!", wisperte sie tränenerstickt. Stumm schüttelte Aaron den Kopf hinter ihr. „Nein! Das wird er nicht. Niemals!", widersprach er ihr heftig. Maggie schwang auf dem Absatz zu ihm herum. „Lass mich gehen … er wird mir folgen und dir wird nichts geschehen. Ich will nicht das er dir wehtut!", bat sie eindringlich.
Aaron trat auf sie zu und umfasste mit den Händen ihre Oberarme. „Er hat heute Emily entführt. Ich kann nicht zulassen, dass er das weiterhin mit anderen Frauen auch macht und noch schlimmer. Sie hat Glück noch am Leben zu sein." Er verstand ihre Ängste, sie waren seinen nicht unähnlich, aber dennoch mussten sie Leroy endlich aufhalten. Aaron konnte nicht zulassen, dass er weitermordete. Außerdem bestand die Gefahr, dass er eines Tages tatsächlich Maggie erwischte. Auch ihr Glück konnte schnell ein jähes Ende finden und der bloße Gedanke daran bereitete ihm große Schmerzen.
„Hab keine Angst. Leroy wird dir nie wieder wehtun!", sagte er entschlossen. Fest schloss er sie in die Arme, damit sie sein Gesicht nicht sehen konnte und somit seine Anspannung sah. Sie hatten für Leroy Cook eine perfekte Falle geschaffen, aber leider war es diesem gelungen ihnen erneut zu entwischen und nun konnten sie ihm nicht noch einmal mit demselben Trick ködern.
Geborgen lag sie in seinen Armen, aber in ihrem inneren tobte ein Sturm. Sie kannte Leroy viel zu gut, um nicht in Sorge zu sein und sie machte sich vor allem um die Menschen hier im Haus Sorgen. Wenn sie doch nur etwas tun könnte. Sie fühlte durch den Stoff ihrer Kleidung die Waffe, die Aaron trug und in ihr keimte ein gewagter Plan, der vermutlich zum Scheitern verurteilt war, aber sie würde es dennoch versuchen. Sie würde alles tun um Aaron zu schützen.
