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...Ehrfurcht ergriff mich, ich hatte eine enorme Achtung vor der alten Frau, die vor mir stand. In ihrem Gesicht zeichneten sich die Sorgen und das Leid ab, das sie gerade durchlebte. Und doch blieb sie bei den Masens, obwohl sie sich an der Spanischen Grippe anstecken könnte.
Ein plötzliches Röcheln riss mich aus meinen Gedanken und ich sah, wie Sarah sich mit der Hand an den Hals griff.
Erschrocken trat ich auf sie zu und stützte die Frau, die hinzufallen drohte. Dankbar legte sie mir einen Arm um den Hals und nun lag fast ihr gesamtes Gewicht auf mir.
Maggy hob mit einem schreckensbleichen Gesicht meinen Korb auf, der mir mitsamt Inhalt auf die Pflastersteine gefallen war.
So hob sie das Obst und das Gemüse schnell auf und verstaute es wieder, dann erhob sie sich und sagte mit leiser Stimme:
„Komm, wir bringen sie schnell zu den Masens. Ihr scheint es überhaupt nicht gut zu gehen..."
Auch wenn ich ihr nicht ins Gesicht blickte, so wusste ich, wie es gerade aussah.
Besorgt und von Angst um ihre Freundin Sarah verzerrt...

...before you, my life seemed boring and monosonic to me...

...but then everything was different, even I changed...

...you changed me, altough I know that my feelings for you have no chance...

...I still want to be with you, I still torture my heart with your presence...

...and oh, what caring old hag, which would give her life away just to take charge of your family...

...reverence is all I feel for her, I look up to her bravery...

...even face-to-face with death she's staying with your family...

...one thing, that I would also love to do...

Kapitel 9: Everything's getting worse, is there nothing I can do?!

...if i would've known, that this would've been the last chance to say goodbye to her, I would've stayed...

Sarahs Gewicht lastete immer schwerer auf mir, doch zum Glück standen wir schon vor dem Haus der Masens, Maggy läutete gerade. Auf dem Weg hatte ich immer wieder an Sarahs Stirn gefühlt, sie schien hohes Fieber zu haben.
Durch das schwüle Wetter und das Gewicht Sarahs war auch mir sehr warm geworden und Schweiß perlte von meiner Stirn.
Die Tür wurde uns geöffnet und ich blickte dem erstaunten Gesicht von Edward entgegen. Schnell hatte er die Situation erfasst, nahm mir Sarah ab und trug sie rein.
Maggy und ich folgten ihm in die Kühle des Hauses und sofort eilte uns eine erschöpft aussehende Mrs. Masen entgegen.
„Isabella, was ist mit Sarah, was ist denn nur passiert?", stammelte sie und kam vor uns zum Stehen.
„Wir haben sie auf dem Markt getroffen und haben uns kurz unterhalten. Dann brach sie plötzlich zusammen...", berichtete ich ihr schnell.
Mrs. Masen legte sich eine Hand an die Stirn, schloss kurz die Augen und seufzte erschöpft.
Dann schaute sie mich wieder an und meinte:
„Isabella, du bist ja ganz verschwitzt, geh nach oben und wasche dich. Du kannst auch gleich mit, Maggy. Ich bin euch beiden wirklich sehr dankbar, dass ich euch um Sarah gekümmert habt...", sie fuhr sich wieder mit der Hand über die Stirn „...aber nun entschuldigt mich bitte, ich muss wieder zu meinem Mann..."
Eilig verschwand sie wieder in eines der oberen Stockwerke und auch Maggy und ich gingen nach oben.
Es tat gut, mich aus meinen verschwitzten Kleidern zu schälen und mich in eines der großen Tücher, die im Bad herumlagen zu hüllen. Maggy wusch kurz unsere Kleidung aus und hing sie dann aus dem Fenster auf eine Schnur.
Dann beschlossen wir, nach Sarah zu sehen.
Wir wurden in ihrem Schlafzimmer fündig. Edward saß neben ihr und tupfte ihr mit einem durchnässten Lumpen die Stirn ab.
Als wir eintraten, wandte er seinen Kopf und starrte uns an.
Er sah noch erschöpfter aus, wie heute mittag.
Plötzlich wurde mir bewusst, dass Maggy und ich nur in Tücher, die Badetüchern ähnelten, vor ihm standen. Schnell sah ich zu Boden und biss mir auf die Unterlippe. Er sollte wenigstens nicht sehen, dass ich rot wurde.
Maggy lief zu Sarah und setzte sich an ihr Bett. Sie nahm Edward den Lumpen ab und sah besorgt auf die schwitzende und von Fieberkrämpfen geschüttelte Sarah hinab.
Auch ich wollte zu ihr gehen, und mich um sie kümmern, doch Edward trat auf mich zu und gab mir mit einem Blick zu verstehen, ich solle ihm folgen.
Mit einem letzten Blick auf Sarah ging ich aus dem Zimmer.
Edward lief voran, sein fester Griff um mein Handgelenk hinderte mich daran, ihm nicht zu folgen. Dann betraten wir ein Zimmer und ich war mir sicher, dass es seines sein musste. Ein vertrauter Geruch strömte mir entgegen.
Wie konnte es sein, dass selbst sein Zimmer nach ihm riecht?
Doch Edward lies mir keine Zeit, mich zu wundern, sondern holte m e i n e U m h ä n g e t a s c h e aus seinem Nachttischen hervor.
„Ich habe hier etwas...es ist so, mein Vater kennt einen Polizeibeamten, der ihm noch einen Gefallen schuldig war. Dieser hat sich ein bisschen umgehört und schließlich herausgefunden, wer dich bestohlen hat...die Diebe wurden noch in der selben Nacht gefasst, da sie aber so betrunken waren, wussten die Polizisten nicht, dass die Tasche eigentlich nicht den Dieben gehörte, sondern gestohlen war. Sie kam ins Fundbüro, wo sie der besagte Polizeibeamte dann gefunden hat...", schloss er seinen Bericht.
Stürmisch fiel ich ihm um den Hals.
Er konnte wahrscheinlich nicht einmal ahnen, wie viel mir meine Tasche im Moment bedeutete. Sie war wie ein Verbindungsstück, ein Beweis für mich, dass ich aus der Zukunft, aus meiner Gegenwart kam.
Mit zitternden Händen öffnete ich die Tasche.
Doch sie war...
...leer...
Panisch durchsuchte ich jede noch so kleine Ecke, stülpte die Tasche sogar nach außen.
Doch...nichts...
Edward hatte meine Aktion beobachtet.
„Suchst du was bestimmtes?", fragte er.
Eine Träne stahl sich meine Wange hinab.
„Ja...ich hatte gehofft, zumindest das Amulett meiner Großmutter wäre noch da...", murmelte ich.
Es war mein einziges Erbe, mein einziges Erinnerungsstück von ihr gewesen.
Und jetzt war es weg. Verloren, für immer, in dieser Zeit.
Schelmisch grinsend zog Edward plötzlich einen kleinen Beutel aus seiner Hosentasche hervor und lies ihn vor mir hin und her baumeln.
„Du hast mich ja nicht ausreden lassen! Einer der Polizisten, der die Diebe festgenommen hat, hat sie nämlich auch durchsucht und das Amulett bei ihnen gefunden. Und der befreundete Polizeibeamte meines Vaters konnte es noch rechtzeitig von ihm wiedererlangen, bevor er es verkaufen konnte."
Ich war baff.
Hastig riss ich ihm den Beutel aus der Hand, öffnete ihn und zog das Amulett hervor.
Der lilane Edelstein, es war ein Amethyst, glitzerte geheimnisvoll im Sonnenlicht, das durch das Fenster hereinströmte. Das Amulett und die dazugehörige Kette waren aus hochkarätigem Gold angefertigt, auf der Rückseite war der Name ‚Isabella' mit einer sehr schnörkeligen, kaum lesbaren Schrift eingraviert.
Schnell klappte ich das Amulett auf und betrachtete die winzige Gravierung, die die linke der Innenseiten zierte:
Whenever you look up to the sky,
put on a true smile,
smile like you mean it,
and let yourself let go!

Auf der rechten stand hingegen:
Even face-to-face with death,
never loose your smile.
Live, like you want to,
and fight for your love!
Never forget these three things,
and you'll master your life!

Eine Träne stahl sich aus meinem Augenwinkel. Meine Großmutter hatte mir sehr viel bedeutet, sie war die Mutter meines Vaters gewesen. Doch vor zwei Jahren verstarb sie, sie wurde 92 Jahre alt.
Ich weiß noch genau, wie sie mir mit zittriger Stimme ihre beiden Lieblingsverse vorgelesen, und mir dann das wertvolle Amulett in die Hände gedrückt hatte. Zuerst hatte ich nicht gewusst, was sie meinte. Doch dann wurde mir klar, dass sie mir das Amulett vererben wollte.
Ich weiß auch noch, wie ich an ihrem Totenbett saß und mir die Augen ausheulte, als sie schließlich friedlich einschlief und starb.
Nie hatte sie mir von meinem Opa erzählt, doch Charlie hatte gesagt, er wäre im zweiten Weltkrieg gefallen, als meine Oma mit Charlie schwanger war.
Sie war nie über den Verlust hinweggekommen, und das Amulett war sein Hochzeitsgeschenk für sie gewesen. Darum hatte es ihr immer so viel bedeutet, und anstatt es mit ins Grab zu nehmen, vermachte sie es mir.
Seit ihrem Todestag trug ich das Amulett immer mit mir herum, immer hatte ich das Gefühl, sie würde mich bei allem, was ich tat, begleiten.
Die Tatsache, das ich das Amulett nun wieder erhalten hatte, verlieh mir auf unerklärliche Weise Kraft und Stärke. Ich fühlte mich nun in der mir so fremden Zeit nicht mehr alleine.
Jemand räusperte sich geräuschvoll. Mit einem Lächeln sah ich zu Edward auf.
„Weißt du, ich habe nachgedacht. Wir waren ja schon soweit, dass du wahrscheinlich wieder durch diese Gasse gehen musst. Allerdings haben wir uns gefragt, warum ausgerechnet du durch...durch die Zeit reisen konntest. Was wäre wenn, nur mal angenommen, etwas, das sich in deiner Tasche befunden hat, dich befähigte, durch die Zeit zu reisen?"
Langsam sickerte die Bedeutung dieses Satzes in mein Gewissen.
Meinte er mein Amulett?
Aber warum sollte ausgerechnet dieses wertvolle Erbstück mich dazu befähigt haben?
„A-...Aber Edward, meinst du etwa...mein Amulett?", stammelte ich völlig verwirrt.
„Genau das meine ich. Und deswegen gehen wir gleich los!"
„Jetzt?"
Aber Edward hatte mich schon am Arm gepackt und zog mich hinter sich zum Badezimmer her.
„Dein Kleid dürfte wahrscheinlich noch nicht trocken sein, aber ich weiß ganz genau, dass hier noch irgendwo ein neues Kleid liegt...", murmelte er mehr zu sich selbst als zu mir.
Er lies mich los und während ich verloren im Raum herumstand, wühlte er die Schränke durch.
Schließlich schien er gefunden zu haben, was er suchte. Er reichte mir ein hellblaues Sommerkleid.
Dankend nahm ich es an und sah ihm in die Augen. Es war ein Ausdruck in ihnen, den ich nicht deuten konnte. Ein Teil davon war Sorge, aber den anderen konnte ich nicht deuten.
Einige Zeit blieben wir so stehen, und ich wurde mir seiner Nähe schmerzlich bewusst.
„Ich...ähm...also ich geh dann mal vor die Tür...", sagte er und wandte sich schnell ab.
Beinahe fluchtartig verließ er das Zimmer. Kopfschüttelnd über sein Verhalten zog ich mich um, hängte mir mein Amulett um den Hals und sah noch einmal kurz in den Spiegel, bevor ich das Zimmer verlies. Mein Spiegelbild hatte erschreckend erschöpft und müde ausgesehen. Dunkle Schatten zierten auch die Haut unter meinen Augen, fast könnte ich meinen, ich blicke in Sarahs Gesicht. Meine Haare fielen mir offen und in leichten Wellen über die Schulter. Trotz der Tatsache, dass ich erst so kurze Zeit hier war, schien ich mich irgendwie verändert zu haben.
Edward wollte mit mir zu der Gasse gehen, sollte ich jetzt etwa gleich testen, ob ich zurück in meine Zeit gehen könnte? Wollte ich denn überhaupt schon weg? Oder war das überhaupt nicht seine Absicht?
Alles passierte gerade so schnell, die Ereignisse stürzten nur so auf mich ein. Ich wusste, mir blieb nur übrig, ihm zu vertrauen...hoffend, er tat das richtige. Für mich...
Edward wartete bereits auf dem Flur auf mich. Als er mich erblickte, hob er seine Hände und legte sie mir an den Hals. Mit großen Augen blickte ich ihm entgegen. Was tat er da?
Dann lies er aber seine Hände an meiner Kette bis zum Amulett hinuntergleiten, welches auf dem unteren Teil meines Dekolleté lag.
Errötend sah ich ihm in die Augen, seine Hände lagen nun fast auf meinem Busen. Offenbar bemerkte er meinen Blick, denn er nahm das Amulett schnell in eine Hand und lies es unter meinem Kleid verschwinden, so dass es von meinem Ausschnitt bedeckt war.
„Den...Edelstein sollte besser keiner sehen, sonst laufen wir nur Gefahr, überfallen zu werden...", stammelte er und wandte sich, ohne mir auch nur einmal in mein fragendes, rot glühendes, Gesicht zu blicken, ab.

...with every gaze, you're dazzling me...
...why are you doing this?...
...I trust you, blindly...
...but do you trust me, too?...

...you should know, I can get along with this pandemia...
...you should know, I will stay as long as I can...
...as long as you let me stay...
...I will stay with you as long as I'm able to, but will you stay with me?...

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