Tlana: Glück hatten sie wohl – und dabei wissen sie nicht mal, wieviel Glück sie tatsächlich hatten… ;o) Ob das wasserdicht ist – nun, wart's ab ::gg::

Owen – irgendwie ist der Charakter in der OT sehr, sehr zwiespältig. Er wird nie näher beleuchtet, und das wenige, was wir über ihn erfahren, läßt Deutungen in beide Richtungen zu. Sicher ist unter anderem nur: er hat verdammte Angst, daß Vader irgendwann vor der Tür stehen könnte, ja. Nur paßt dazu eben überhaupt nicht, daß er Luke nicht seinen eigenen Namen gegeben hat… und das wiederum läßt die Deutung zu, daß er sich nie wirklich um ihn kümmern wollte… eigentlich. Sehr sonderbar, das alles. (George, da hast du echt gepennt, alter Junge… das hättest du in der neuen Trilogie anders auflösen müssen!)

Luke wiederum will unbedingt in der schönen neuen Welt bleiben – offensichtlich scheint ihm selbst das Herz des Imperiums angenehmer als der Staubball Tatooine. Läßt tief blicken ;o)

Sol: Ich glaube, ich WILL mir das gar nicht bildlich vorstellen ;o) Hamill hat mir eigentlich nur in einer einzigen Rolle wirklich gut gefallen (also vom Aussehen her), und das war in Slipstream. Aber hier ist er ja noch jünger als selbst in ANH.

Das Sprichwort kenne ich – und ich denke, Vader weiß sehr genau, was man über ihn sagt… vermutlich sind einige der Kerben in seiner Statistik auch aus diesem Grund entstanden. Daß Luke einige dieser Dummheiten nachplappert, tut natürlich weh.

Und ich denke auch, ihm ist mit den Jahren mehr als deutlich bewußt geworden, wie dumm Anakin gewesen ist – in mehr als einer Hinsicht. Und trotzdem wird er sich bittersüß gern an einige der Abenteuer erinnern – auch wenn sie natürlich immer den Stachel von Obi-Wans späterem Verrat in sich tragen, den er nie wird verstehen können (und die Leser auch nicht).

Vader – einseitig? Hölle und Verdammnis, grade NICHT! Das war und ist ja eigentlich genau mein Antrieb, zu schreiben – weil er eben alles andere ist als einseitig! Der Charakter ist so komplex und tief, so von Zweifeln und Haß zerfressen und dennoch mit einem kleinen, glühenden Kern der Hoffnung, daß er der interessanteste von allen ist – nicht der Draufgänger Solo, nicht die Emanze Leia, nicht der (in den meisten Fällen) ewige Gutmensch Luke, keiner der Jedimeister… und eben dies aufzuzeigen und zu beschreiben ist mein Wunsch! Ich stimme dir zu – die Schmerzen, die Bitterkeit nach Mustafar sitzen tief und werden nur durch weitere Schmerzen, durch schiere Bösartigkeit kompensiert werden können. Er wird sich an Palpatines Befehle klammern, sich in „Arbeit" stürzen, seine neue Macht auskosten und seine Fesseln testen, die er anfangs noch nicht so deutlich spüren dürfte – und doch immer wieder von ihnen zurückgerissen werden wird. Er ist ein Mörder – nicht, weil er es wirklich will, aber weil er es muß – und weil es seine Schmerzen ein wenig dämpft. Aber Liebe wird darin keinen Platz haben, im Gegenteil. Um sie wird er einen verdammt großen Bogen machen. Und in beiden Geschichten, die ich geschrieben habe, passiert etwas Einzigartiges, was ihn aus diesem Mahlstrom reißt, langsam, aber stetig, und ihn an den Gittern seines Kerkers rütteln läßt. Und genau das finde ich ja das Spannende. Was kann es auslösen, VADER aufzurütteln? Und wie geht er damit um?

Das Imperium ist nicht gut – aber es hat seine guten Seiten. Und die Allianz ist genau dasselbe. Beide Seiten töten – beide Seiten gehen über Leichen, um ihr Ziel zu erreichen. Da vergibt keiner dem anderen was.

Genug geschwafelt :o) Weiter geht's!


Luke fuhr zur Toshe-Station, wie sich die einzige größere Werkstatt im Umkreis hochtrabend nannte, ohne unterwegs mehr zu sehen als Sand. Die anderen Gleiter, die dort abgestellt waren, verrieten ihm, daß seine Freunde dort waren, und vorfreudig parkte er sein – geliehenes, jedoch entschieden luxuriöseres, obwohl älteres und gebrauchtes – Gefährt, stieg aus und betrat die Station. Sie war nicht nur Werkstatt, sondern auch eine Art Bar, kleiner Laden, Poststelle und allgemeiner Treffpunkt. Und auch heute waren hier wieder einige der altbekannten Gesichter versammelt, darunter all seine Freunde: Biggs, Camie und Fixer, der hier arbeitete.

„Ich werd verrückt – das ist ja Wormie!", rief Fixer überrascht. „Was treibt dich denn nach Hause, Fliegeras?" Er musterte ihn, und sein Gesicht verdüsterte sich. „Eigentlich bedienen wir hier ja niemanden, der so was", er nickte zu der Uniform hin, „trägt. Mögen wir nicht."

Lukes Laune hatte sich bereits beim ersten Satz verdüstert – er hatte gehofft, über den alten Spottnamen endlich wegzusein. Und als Fixer fortfuhr, war er dicht am Gehen – wenn nicht Biggs gewesen wäre, der zu ihm kam, ihm den Arm um die Schulter legte und grinste.

„Ignorier den Trottel einfach. Und nächstes Jahr wird es schon zwei von uns geben, die hier mit einer Uniform reinspazieren."

„Du wirst auch auf die Akademie gehen?" fragte Luke erfreut. „Auch nach Anaxes?"

„Mal sehen – wenn ich angenommen werde, ja, aber die Wartelisten sind verdammt lang, wie man mir sagte, und meine Noten sind nicht so gut wie deine. Entscheidet sich in ein paar Wochen."

„Und wenn das nicht klappt?"

„Dann eine der anderen Akademien."

„Ihr spinnt doch alle beide!", zischte Fixer. Camie, seine Freundin, regte sich unruhig neben ihm, wenngleich sie auch versuchte, das als laszives Räkeln darzustellen, was zu den wenigen Fetzen, die sie anhatte, passen würde. „Kollaboriert mit dem Feind!"

„Aber sonst hast du keine Probleme, oder?" knurrte Luke. „Was soll denn der Scheiß? Ich kollaboriere mit niemandem, ich hab nur keinen Bock, mein ganzes Leben lang Sand selbst in meiner Unterhose zu finden und nichts aufregenderes zu sehen als Sandleute oder Hutts! Das Ding hier oben drin", er tippte sich an die Stirn, „will arbeiten, Fixer, es ist für mehr geschaffen, als altersschwache Gleiter am Laufen zu halten!"

„Und dafür verkaufst du dich ans Imperium, Wormie?" knurrte Fixer abschätzig.

„Ich verkaufe mich an niemanden, du wandelnde Peinlichkeit! Und nenn mich nicht Wormie!" brüllte Luke, dann rauschte er wutentbrannt hinaus.

„Was ist denn mit dem los?", maulte Camie. „Er hat sich doch noch nie über diesen Namen beklagt…"

Biggs sah sie beide an, schüttelte nur den Kopf und folgte Luke.

Er fand ihn draußen auf seinem Gleiter hocken und in den Sonnenuntergang starren, mit vor der Brust verschränkten Armen.

„He. Was ist los?"

Luke knurrte. „Mein Leben steht Kopf, das ist los."

„Das sind nur Idioten, Luke. Vergiß sie.", versuchte der Ältere ihn aufzumuntern.

„Idioten, die ich für meine Freunde gehalten hatte." Luke drehte den Kopf, sah Biggs an. „Idioten, die meinen, jemanden nach der Farbe seiner Kleider beurteilen zu können. Die keine Ahnung haben von dem, was sie von sich geben. Die nur blöde nachplappern und sich nicht einmal die Mühe machen, zu versuchen, mehr über das herauszufinden, was sie verurteilen."

„Das Imperium.", stellte Biggs ruhig fest.

„Ja, verdammt. Das Imperium. He, es ist nicht so, daß ich plötzlich der Meinung bin, es sei das alleinseligmachende Allheilmittel, das für uns alle nur Gutes will. Daß das nicht so ist, weiß ich selbst. Aber ich habe mittlerweile genug gute Seiten daran entdeckt, die es für mich akzeptabel machen. Sicher gibt es Dinge, die nicht in Ordnung sind. Aber die gibt es überall. „

„Ich weiß, Luke.", sagte Biggs sanft.

„Dann sind du und ich vermutlich die einzigen im Umkreis von… ach, ich-weiß-nicht-wie-weit, die das wissen.", knurrte Luke. „Tante Beru sieht auf einem Foto im Hintergrund Lord Vader stehen und will mir verbieten, wieder zur Akademie zu gehen. Die Trottel da drin sehen den grauen Zwirn und stempeln mich zum Mörder oder was auch immer. Ich bin hier nicht mehr zuhause, Biggs."

„Du wirst erwachsen, mein Freund.", stellte Biggs fest. „Das bedeutet Veränderungen. Und Veränderungen tun oft weh. Nein – du bist hier nicht mehr zuhause. Definitiv nicht. Aber ich denke anders – wie du - und bin und bleibe dein Freund, Luke."

Luke…?

Der Junge seufzte. Hallo, Vater.

Geht es dir nicht gut? Normalerweise meldest du dich doch immer… alles Gute zum Geburtstag, mein Sohn.

Danke, Vater. Ja, es geht mir gut.

Das hört sich aber nicht so an.

Ach nein? Lukes Stimme hatte etwas Bitteres.

Nein. Und Zynismus steht dir nicht, Luke. Was ist los? Genießt du deinen Urlaub nicht?

Luke knurrte. Nein – ich glaube, im nächsten Jahr verzichte ich darauf oder fliege lieber auf einen Urlaubsplaneten. Hierher komme ich ganz sicher nicht mehr zurück. Nie mehr! Wenn ich Geld hätte, wäre ich längst wieder auf Anaxes – aber so muß ich leider auf den Transport warten.

Was ist passiert?, erkundigte Vader sich besorgt.

Ach, die spinnen doch alle hier. Onkel Owen hat mich nicht mal wirklich begrüßt, sein Geschenk ignoriert und sich in die Garage verkrümelt. Tante Beru hat sich zwar gefreut, aber einen Herzanfall bekommen, als sie auf einem der Fotos im Hintergrund einen Zipfel von Lord Vaders Mantel entdeckt hat. Sie wollte mir sogar verbieten, auf die Akademie zurückzukehren!

So. Wollte sie das. Vader hatte Mühe, ein Grollen zu unterdrücken. Keine Sorge, Luke. Im Notfall schicke ich jemanden, der dich abholt. Du wirst auf jeden Fall auf die Akademie zurückkehren. Was fiel der Frau ein? Wollte seinen Sohn auf einem Staubklumpen einsperren, nur weil er, Vader, es gewagt hatte, sich ihm auf hundert Meter zu nähern?

Ich habe ihr das schon klargemacht – daß ich zurückgehe, meine ich. Als ich ihr sagte, daß wir Kadetten für Lord Vader vollkommen uninteressant seien, er uns nicht beachte, schien sie ein wenig beruhigter.

Vader fiel es wie Schuppen von den Augen. Beru hatte keine Angst, daß der gefürchtete dunkle Lord Luke etwas antun könnte. Sie hatte Angst, er würde sich ihm als sein Vater offenbaren und ihn zur dunklen Seite konvertieren oder ihn an den Kaiser ausliefern! Das war… nachvollziehbar. Und dennoch: Luke war sein Sohn, und er würde nicht zulassen, daß irgend jemand ihn daran hinderte, ihn wenigstens ab und zu aus der Ferne zu sehen! Daß er ebenfalls niemals zulassen würde, daß ihm jemand Schaden zufügte – schon gar nicht er selbst – würde niemand glauben. Weder Beru noch sonst jemand.

Ach, Vater… seufzte Luke. Ich wäre viel, viel lieber bei dir. Und wenn ich mich die ganze Zeit im Besenschrank verstecken müßte. Ehrlich.

Vader mußte wohl oder übel grinsen. Das ist ein Satz, den ich von einem Fünfjährigen erwarten würde, mein Sohn, nicht von einem Fünfzehnjährigen.

Schon gut, ich weiß ja, daß es nicht geht. Und ich weiß auch, warum. Aber man wird ja wohl noch träumen dürfen. Und ich gebe die Hoffnung nicht auf.

Das sollst du auch nicht. Niemals. Nun schön – aber Tante und Onkel sind ja wohl nicht „alle". Was war also noch?

Meine Freunde. Oder vielleicht sollte ich besser sagen: ehemaligen Freunde aus der Toshe-Station. Die sind offensichtlich außerstande, über die Uniform hinwegzusehen, die ich trage – ihnen reicht es wohl, daß ich hier im imperialen Grau auftauche, weil ich schlicht nichts anderes mehr habe, das mir paßt, und denken, ich wäre jetzt ein Schwerverbrecher, weil ich für das Imperium arbeite. Bis auf Biggs… der will auch auf die Akademie. Aber Fixer und Camie…

Vader seufzte lautlos. So etwas Ähnliches hatte er erwartet. Luke, das Imperium ist nicht wirklich beliebt, das weißt du selbst. Schlechte Schlagzeilen machen sich besser als Gute, und die Leute sind sensationsgierig. Nahe am Kern ist es besser – dort ist auch mehr Geld – aber je weiter du in den Outer Rim kommst, desto schlimmer ist es. Obwohl dort die Hilfen wie Krankenhäuser oder Schulen am deutlichsten zu spüren sein sollten. Aber was bei den Leuten ankommt, sind eher die Sturmtruppen, die versuchen, die Ordnung aufrechtzuerhalten, und dabei anecken.

Wenn man sich nicht die Mühe macht, die Geschichte im Hintergrund zu sehen, ja. Ich weiß, was du meinst. Aber ich war nie so.

Deshalb bist du ja auch auf der Akademie. Und die anderen versuchen immer noch, dem Sand etwas Leben abzuringen.

Luke seufzte. Ich will zurück nach Anaxes.

Bald, Luke. Dein Urlaub ist bald beendet, dann kommst du zurück. Und dann…, er grinste, bin ich gespannt, wie dir dein Geschenk gefällt. Es ist nichts, was man auspacken könnte, und es war nicht ganz einfach zu organisieren.

Was ist es?, fragte Luke neugierig.

Laß dich überraschen. Du wirst wissen, wenn es soweit ist.

Na klasse. Jetzt will ich NOCH dringender zurück., knurrte Luke.

Vader lachte. Geduld ist eine Tugend, mein Sohn, auch wenn sie schwerfällt. Bis bald!

Bis bald, Vater. Wenn ich nicht vor Neugier platze!