A/N: Das Jahr geht zu Ende, genauso wie diese Geschichte. Alles was noch unklar ist, sollte sich in diesem Epilog klären. Solltet ihr danach trotzdem noch Fragen haben, beantworten wir sie natürlich gerne. Wir hoffen, euch hat diese Geschichte genauso gefallen, wie sie uns gefällt. Es hat einen Riesenspaß gemacht, sie zu schreiben und danach eure Reviews zu lesen. Also vielen Dank für die bisherigen und die hoffentlich noch kommenden Reviews.

Wir wünschen euch einen guten Rutsch ins neue Jahr. Auf das ihr alle heile und in einem Stück dort ankommt und 2009 wieder unzählige -Autoren mit Reviews glücklich machen könnt.

KitKat und Trovia verabschieden sich für's erste und wünschen euch zum Schluß nur noch viel Spaß mit dem Epilog von "Scherben" (der endlich erklärt, warum diese Geschichte überhaupt diesen Titel hat)


- Epilog: Halloween -

- Für Jean -

Black-Haus „Rumtreiberhöhle", Ottery , 31. Oktober 1982

Lautes Jauchzen war aus dem Wohnzimmer zu hören, als Lily die Tür öffnete. Harrys Lieblingsspiel war immer noch „Fliegen" und in Sirius hatte er einen genauso begeisterten Mitspieler gefunden. Der Schnitt, den Sirius während des letzten Kampfs im Gesicht davon getragen hatte war inzwischen zu einer verblassenden Narbe verheilt. Harry hatte sie nie wirklich gestört, auch wenn er anfangs ein wenig skeptisch über das veränderte Aussehen seines Onkel Sirius war. Und auch Lily fand, dass die Narbe Sirius eher interessanter machte, statt hässlicher.

'Du siehst aus, wie Moodys jüngerer Zwilling', hatte sie gesagt, als er aus dem Behandlungszimmer des gekommen war, und hatte dabei breit gegrinst. Und er hatte zurückgegrinst und gemeint, was sie denn erwartet hätte. Immerhin sei er zu Rekrutenzeiten Moodys Schützling gewesen, und irgendwie mußte man ihm das doch ansehen.

Zufrieden lächelnd sah sie dabei zu, wie Harry von Sirius durch die Luft gewirbelt wurde, um den Wronsky-Bluff, die Faultierrolle und Seestern-und-Stil zu üben. Beide schienen einen Heidenspaß dabei zu haben, denn sie bekamen kaum mit, was um sie herum geschah.

Kopfschüttelnd trat Lily schließlich ein und ging zu dem kleinen Stubenwagen rüber, aus dem lautstarkes Protestgebrüll drang. Sie schlug die Decke zur Seite und nahm ihren jüngsten Sohn auf den Arm.

„Na, mein Schatz. Lassen Harry und Papa dich nicht mitspielen?", fragte sie leise und rieb ihm lächelnd über den dunklen Haarschopf, was ihn aber nicht im mindesten zu interessieren schien. James Black hatte die Stirn in Falten gelegt, den Mund weit aufgerissen und ließ empört die Fäuste fliegen. „Ich bin ganz deiner Meinung, mein Sohn. Die zwei spielen absolut nicht fair.", meinte sie und warf Sirius verstohlen grinsend einen Blick zu, während dieser Harry aus dem Sturzflug abfing, ihn sich auf die Hüfte setze und stirnrunzelnd zu Lily und seinem Sohn rübersah.

„Was soll das denn heißen?", gab er mit übertriebener Empörung zurück. „Wir haben ihn gefragt, ob er mitspielen will, aber er wollte ja nicht. Stimmt's Harry?"

Harry nickte heftig. „James wollte nicht. James hat bestimmt Angst vor Wonsky-Buff, Mama."

Sirius verkniff sich nur mit Mühe ein Grinsen und nickte bestätigend. „Daran wird's wohl liegen."

„Das bezweifle ich.", antwortete Lily ernst, doch auch ihre Mundwinkel zuckten verdächtig. „Wenn er auch nur ein wenig von seinem Vater geerbt hat, dann macht ihm ein Wronsky-Bluff garantiert keine Angst."

Jetzt schlich sich doch ein Grinsen auf Sirius' Lippen, doch bevor er etwas dazu sagen konnte, hatte Lily das Thema gewechselt.

„OK, Harry. Zeit für's Bett."

Innerhalb von Sekunden erschien auf Harrys vor Begeisterung strahlenden Gesicht eine perfekte Schnute und seine Augen wurden verdächtig feucht.

„Nicht ins Bett.", schmollte er und schüttelte heftig den Kopf. „Fliegen."

„Nicht fliegen.", widersprach Lily ihm jedoch. „Ins Bett."

Harrys Schnute wurde intensiver und auf der Stirn erschienen steile Protestfalten. Sirius lächelte amüsiert über dieses Mutter-Sohn-Kräftemessen.

„Laß dir eins gesagt sein, Harry.", meinte er leise und verschwörerisch, und warf Lily einen verschmitzten Seitenblick zu. Diese lagerte James, der sich inzwischen wieder völlig beruhigt zu haben schien, auf ihrem Armen leicht um, um einen Arm frei zu bekommen. „Deine Mutter hat einen der größten Sturköpfe, die es auf der Welt gibt. Also sei du der Klügere und gebe nach. Wir zwei fliegen morgen weiter. Und vielleicht spielt James dann auch mit."

Lilys linke Augenbraue schoß in die Höhe, doch sie sagte nichts zu dieser Behauptung und wandte sich wieder an ihren Sohn.

„Harry, sag Onkel Sirius gute Nacht und dann ab ins Bett." Ihr Ton sagte inzwischen deutlich, dass das letzte Wort in dieser Sache gesprochen war. Als Harry jedoch immer noch beleidigt schmollte und den Kopf in Sirius' Halsbeuge vergrub, um seiner Mutter deutlich zu zeigen, dass er sie ignorierte, holte sie zum entscheidenden Schlag aus. „Na gut. Wenn du dich wie ein kleines Baby benimmst und nicht hören willst, kannst du eben morgen nicht zu Ron, Fred und George zum Spielen gehen."

Harrys Kopf flog herum und er starrte seine Mutter entsetzt an. Das konnte sie doch nicht ernst meinen, oder? Doch jetzt schwieg Lily und sah Harry nur abwartend an. Sirius grinste verstohlen in sich hinein, als er sah, wie es hinter Harrys Stirn arbeitete.

'Das war gemein.' Er formte die Worte lautlos und grinste Lily an. Diese zuckte mit den Schultern und sah Harry wieder an.

„Nun, Harry? Wie sieht's aus?"

„Will morgen mit Ron spielen.", brummte er schließlich leise in sich hinein.

Nachdem sie bei Frank und Alice ausgezogen waren – was nur unter großem Protestgeschrei von Harry und Neville vonstatten gegangen waren, die nicht im Traum daran dachten, sich zu trennen -, war der kleine Ron Weasley, der nur ein kleines Stückchen weiter, auf der anderen Seite des kleinen Wäldchens lebte, zu Harrys liebsten Spielkameraden geworden. Aus Harry und Ron, sowie dessen zwei Jahre ältere Zwillingsbrüder Fred und George war eine verschworene kleine Gemeinschaft geworden, die Lily oftmals auf beinahe beunruhigende Art und Weise an vier ähnlich eng befreundete Jungs aus ihrer eigenen Schulzeit erinnerte. Sirius grinste jedoch nur breit in sich hinein, wenn sie diesen Gedanken laut aussprach und und verbiß sich einen Kommentar. Neville, der regelmäßig zu Besuch kam, wurde wie selbstverständlich in die Gruppe mit aufgenommen, und so hatten sich die beiden Jungs mittlerweile daran gewöhnt, nicht mehr wie bisher Tag und Nacht zusammen zu sein.

„Dann sag Onkel Sirius gute Nacht und dann ab ins Bett.", antwortete Lily und mit einem herzerreißenden Seufzer, der Sirius ein weiteres Mal breit grinsen ließ – und Lily ein Augenverdrehen entlockte – drückte sich Harry fest an Sirius und gab ihm dann einen ziemlich feuchten Kuß auf die Wange.

„Gute Nacht, Papa Sirius.", flüsterte er leise. So leise, dass sowohl Sirius wie auch Lily sich nicht sicher waren, ob sie richtig gehört hatten. Beide starrten sich verblüfft an, doch schließlich erschien ein leichtes Lächeln auf Lilys Lippen.

„Er hätte es ganz bestimmt so gewollt.", meinte sie leise und ihr Blick wanderte kurz zur Wand hinter Sirius, der Harry inzwischen auf dem Boden abgestellt hatte, rüber. Sie warf ihm ein Lächeln zu, nahm Harry an die Hand und ging mit ihren beiden Jungs die Treppe hinauf ins Obergeschoss.

Sirius stand noch ein paar verwirrende Sekunden lang im Wohnzimmer und starrte verblüfft ins Leere. Hatte Harry gerade wirklich Papa zu ihm gesagt? Verwirrt schüttelte er den Kopf und blinzelte, bevor er sich langsam umdrehte und ebenfalls auf die Wand sah, zu der Lilys Blick kurz zuvor gewandert war. Direkt neben dem Kamin hingen sie, die Fotos von den Menschen, die ihnen am meisten bedeuteten – und gleichzeitig am meisten fehlten. James, Remus und Peter. In Hogwarts, bei James' und Lilys Hochzeit. Bei ausschweifenden Rumtreiberabenden. Fröhlich, verrückt, eben typisch rumtreibermäßig. Ihre eigene, kleine Heldengedenkstätte. Sein Blick fiel auf ein Bild von James in scharlachroter Quidditchrobe, und ein leises Lächeln umspielte seine Lippen. Sein Freund blinzelte ihm zu, ganz so als wolle er ihm damit sagen, dass Lily Recht hatte. Es war in Ordnung für ihn, dass Harry Papa zu ihm sagte.

„Ich werde dich nicht ersetzen, Krone, das verspreche ich dir. Harry wird immer wissen, wer sein richtiger Vater war. Aber ich werde keinen Unterschied zwischen ihm und meinem eigenen Sohn machen. Ich werde für Harry der Vater sein, der du ihm hättest sein sollen."

Ein anderes Bild von James, aufgenommen in einem Pub in Manchester vor zwei Jahren, nickte und Sirius nickte zurück. Dann warf er einen Blick zur Treppe hinüber, neigte kurz den Kopf skeptisch zur Seite und faßte einen Entschluß. Ein Glas Wein war genau das, was diesen Abend perfekt machen würde.

Als er schließlich aus dem Keller wieder zurück im Wohnzimmer war – die Weinflasche geöffnet und zwei Gläser mit dunklem roten Wein auf dem Tisch vor sich stehend – wanderten seine Gedanken zurück. Zurück zu dem Tag, an dem sie den Krieg endgültig zu ihren Gunsten entschieden hatten. Weder Lily noch er hatten ernsthaft mit einem solchen positiven Ende gerechnet. Doch sie hatten es geschafft. Irgendwie.

In den Trümmern des Ordenshauptquartiers in Kettlebrough war es zum finalen Showdown gekommen. Ausgerechnet dort, wo der Phönixorden in Schutt und Asche zerfallen war, hatte dieser Kampf stattgefunden. Es war schon beinahe komisch, wenn es nicht so eine bitterernste Angelegenheit gewesen wäre.

Ein leichtes Schaudern durchfuhr Sirius, als er an diesen Tag zurückdachte. Er hatte noch nie in seinem Leben so eine Angst gehabt. Nicht um sich, nein. Er war Auror und dieser Kampf war bei weitem nicht der größte und gefährlichste Kampf gewesen, den er im Krieg gekämpft hatte. Doch dieser Kampf war der einzige gewesen, in den die Leute verwickelt waren, die ihm auf dieser Welt am meisten bedeuteten, und die nicht, wie er, eine Aurorenausbildung hatten. Die Frau die er liebte und sein ungeborener Sohn waren in Gefahr gewesen, und um sie hatte er Angst gehabt. Für sie war er bereit gewesen zu sterben. Genau wie James es sechs Monate zuvor in Godrics Hollow gewesen war.

„Du hast damals richtig reagiert.", murmelte er leise und sah zu dem Pub-Bild von James auf. „Du hast ihnen Zeit erkauft und ihnen dadurch die Chance gegeben, diesen Wahnsinn zu überleben."

James nickte breit grinsend und fiel dann lachend vom Stuhl, als eine Hand – Sirius' Hand, wie er sich grinsend erinnerte – ihm von außerhalb des Bildrahmens einen empörten Schlag versetzte. Sirius erinnerte sich. James hatte damals eine ziemlich anzügliche Bemerkung über ihn und seine damalige Freundin von sich gegeben.

Die Ereignisse in Kettlebrough ähnelten auf beinahe unheimliche Weise denen in Godrics Hollow. Beide, Sirius und James waren bereit gewesen, für Lily und ihre jeweiligen Söhne zu sterben. In beiden Fällen hatte Voldemort Lily und ihr Kind bedroht, wenn auch in unterschiedlicher Reihenfolge, aber dennoch gab es einen kleinen Unterschied zwischen Kettlebrough und Godrics Hollow. In Kettlebrough hatte Lily noch schneller reagiert als Sirius, und hatte ihn rumgeworfen. Panik war in diesem Moment durch Sirius geschossen, wie heiße Magma, die sich einen Weg nach oben drängt. Er konnte es einfach nicht glauben, was sie getan hatte, aber noch weniger hatte er begreifen können, was dann geschah.

Voldemorts Todesfluch hatte Lily frontal auf dem Bauch getroffen, doch statt leblos in seinen Armen zusammen zu sinken, war Lily nur zusammen gezuckt und hatte dann, genau wie er, vollkommen verblüfft die Augen aufgerissen. Denn der Todesfluch war von ihrem Bauch abgeprallt, als wäre er von einem unsichtbaren, unzerstörbaren Schild abgewiesen worden, und war auf die umstehenden Todesser zurückgeprallt. Auch Voldemort war vollkommen perplex gewesen, was schließlich Sirius die Möglichkeit gegeben hatte, ein paar Sekunden schneller zu handeln.

Wie er in dem ganzen Chaos dieses entscheidenden Kampfs schließlich hinter Voldemort gekommen war, obwohl er nur Sekunden vorher noch mit Lily zusammen vor ihm gewesen war, konnte er im Nachhinein nicht mehr sagen. Dafür konnte er sich umso besser daran erinnern, wie er Voldemorts Kopf gepackt und ruckartig gedreht hatte. Das Knacken, als dessen Genick brach, hallte unheimlich durch die Ruine, doch dieses Gefühl, das es bei ihm und Lily auslöste, war unbeschreiblich. Voldemort war tot. Erledigt auf Muggelart, und es verschaffte ihnen beiden ein enormes Gefühl der Genugtuung, dass sie ihn am Ende mit Mitteln einer Menschengruppe erledigt hatten, die er immer verachtet hatte. Einmal hatte er scherzhaft zu Lily gesagt, dass es noch schöner gewesen wäre, wenn sie, als Muggelgeborene, diesen letzten Schritt getan hätte. Lily hatte ihm daraufhin einen scherzhaften Hieb in die Seite versetzt und gemeint, dass sie froh sei, dass überhaupt jemand Voldemort erledigt hätte und es war ihr relativ gleich, ob er oder sie es gewesen war. Doch Sirius hatte gesehen, dass dabei auch in ihren Augen ein übermütiges Funkeln lag. Scheinbar fand sie diese Idee selber auch ziemlich verlockend.

Sie hatten dennoch lange gebraucht, um zu begreifen, was passiert war, als der Todesfluch abprallte, und um ehrlich zu sein, waren sie sich immer noch nicht ganz sicher, was in dem Moment passiert war. Allerdings hatte Lily sich nicht umsonst monatelang durch Bücher alter und vergessener Magien gelesen und hatte sich inzwischen eine Theorie aus verschiedenen Dingen zusammengebastelt, die sie in einer Unzahl von Büchern gelesen hatte, die aber bei der Sirius regelmäßig Kopfschmerzen auslösten, wenn er versuchte, sie zu verstehen.

Laut Lily hatte es an der Opferbereitschaft von ihnen allen gelegen, dass der Todesfluch abgeprallt war. Sirius war bereit gewesen, ihn für Lily einzustecken, doch Lily hatte es nicht zugelassen. Dadurch hatten sie einen urmagischen Schild aktiviert, der unzerstörbar war. Liebe, die Bereitschaft, sein eigenes Leben für diejenigen zu lassen, die man beschützen wollte, auch wenn es einen selbst nicht rettete, hatte dieses Wunder vollbracht. Und da sie instinktiv gleichzeitig beide bereit gewesen waren, für einander und für ihr gemeinsames Kind zu sterben, wenn es sein mußte, war vor allem dieses Kind am Ende doppelt geschützt gewesen. Der Schild um Lilys Bauch, um ihr gemeinsames Kind, hatte ihnen am Ende allen das Leben gerettet und hatte, so unglaublich es auch klingen mochte, in Zusammenarbeit mit seinen Eltern einen der größten Schwarzmagier, den es je gegeben hatte, besiegt.

Und so hatten schließlich Dumbledore und Voldemort beide Recht gehabt, was die Bedeutung der Prophezeiung betraf. James und nicht Harry war das Kind, das Voldemort am Ende besiegen würde, auch wenn er noch gar nicht geboren war. Dies war erst dreieinhalb Monate später, einen Tag vor Harrys zweitem Geburtstag, der Fall gewesen. Und auch Voldemort hatte Recht behalten, als er in der Malfoy-Residenz darüber philosophiert hatte, ob die Bedeutung eher metaphorisch zu sehen war. Denn immerhin waren Lily und Sirius beide Kinder des Ordens, und waren ihm im Juli 1978 beigetreten. Ihre Opferbereitschaft hatte James erst die Macht gegeben, zu „reagieren".

Sirius Blick fiel auf ein Bild von Remus und Peter, aufgenommen an Harrys erstem Geburtstag. Beide hatten Voldemort im entscheidenden Moment abgelenkt, damit Lily und er handeln konnten. In Godrics Hollow war es Peter gewesen, der Lily Zeit gekauft hatte, in Kettlebrough Remus, der es ihnen erst ermöglicht hatte, unwissenderweise einen der stärksten Schilde zu erschaffen, den Magie erschaffen konnte.

Sirius konnte es immer noch nicht recht begreifen, dass es am Ende Remus gewesen war, der den letzten Horkrux zerstört hatte - dass er überhaupt gewußt hatte, was er tun mußte. Andererseits war Remus immer derjenige im Rumtreiber-Verbund gewesen, der für das logische Denken zuständig war. Er hatte einige Minuten lang Zeit gehabt, zu beobachten, was er und Lily taten, und auch wenn er wohl nicht gewußt hatte, warum er die Kette mit dem Dämonenfeuer treffen mußte, hatte er doch irgendwie geschlussfolgert, dass er es tun mußte. Das Warum war in dem Moment nicht wichtig. Die Tat zählte.

Und so hatte auch Remus, durch die Flüche der versammelten Todesser, schließlich mit seinem Leben dafür bezahlt. Genau wie Peter in Godrics Hollow. Ein Opfer, dass Lily und er ihnen beiden ewig hoch anrechnen würden, genauso wie sie es James hoch anrechneten, dass er sich, wissend, dass er sterben würde, Voldemort in Godrics Hollow in den Weg gestellt hatte.

Der Schwur, den sie sich zu ihrer Schulzeit in jugendlichem Überschwang einmal gegeben hatten, hatten sie in die Tat umgesetzt. Sie alle waren bereit gewesen für die anderen zu sterben, auch er, Sirius selber. Es war lediglich Lilys Reflexen zu verdanken, dass er heute nicht ebenso tot war, wie seine drei besten Freunde. Und er dankte ihr jeden Tag aufs Neue dafür. Zwar vermisste er seine Freunde jeden Tag, oftmals so sehr, dass es körperlich schmerzte, aber er wußte, dass sie alle gewollt hätten, dass er lebt, dass zumindest einer sich um Lily und die Jungs kümmern konnte, damit sie nicht völlig alleine zurück blieben. Und diese Verantwortung würde er nicht vernachläßigen. Das war er seinen Freunden und ihrem Opfer schuldig.

Am 9. März 1982 endete in den Trümmern eines vormals völlig unscheinbaren Farmhauses in Kettlebrough ein Krieg, der über 11 Jahre lang für Tod und Verderben im ganzen Land gesorgt hatte. Und auch wenn der Phönix es bislang nicht geschafft hatte, sich aus dieser Asche neu zu erheben, so markierte dieses Datum doch den Tag, an denen die Leute begannen, die Scherben ihrer Welt zusammen zu kehren, um aus ihnen eine neue, wenn auch leicht veränderte, aber zumindest friedliche Welt zu erschaffen.


Fin