Kapitel 11

„Eric möchte mit dir sprechen." Pam stand vor ihnen und riss Sookie aus ihrer Versunkenheit. Sie sah kurz von Vampir zu Werwolf und stand dann langsam auf. „Er ist im Büro." Erics Abkömmling deutete in die entsprechende Richtung und meinte, als die Fee an ihr vorbei lief. „Glückwunsch zum neuen Job."

Sookie war mehr als durcheinander, als sie Erics Arbeitszimmer betrat. Was war das mit Alcide gerade gewesen? Leider hatte sie nicht die Zeit darüber nachzudenken.

„Und, wie liefs?" Der Wikinger saß auf der Couch, hatte die Füße auf einen Stuhl hochgelegt und hielt eine halbnackte Frau im Arm. Die Wärme, die Sookie gerade noch verspürt hatte war weg, ihr wurde eiskalt.

„Das hast du doch gesehen, oder nicht?"

„Ich will es aber von dir wissen."

„Bestens. Alles bestens."

Am liebsten hätte sie ihm sein scheiß arrogantes Grinsen mit einer dicken Silberkette aus dem Gesicht gewischt, aber in Anbetracht dessen das er vermutlich ihre einzige Chance war gegen die Werwölfe anzukommen ließ sie es doch bleiben.

„Gut. Wie lief das Einkaufen?"

„Auch bestens. Du bist um 8000 Dollar ärmer."

„Wie nett, dass du das Limit nicht völlig ausgeschöpft hast."

„Komm endlich zum Punkt!" Sookie atmete tief ein und aus um sich zu beruhigen, aber diese Frau, die halb auf ihm drauf lag, irritierte sie über die Maßen.

„Ich rede einfach gerne mal mit meinen Angestellten!" Jetzt erkannte sie auch diese andere Tussi, es war eine der Tänzerinnen. „Laber keinen Mist, ich habe nicht vor, so mit dir zu reden!"

„Gefällt dir dein Zimmer?" Sein Themawechsel verwirrte sie nur kurz.

„Ja, ganz nett. Etwas größer als ich es gewöhnt bin…" Sie dachte an ihr Haus und ihr altes Zimmer, dann an Jason und endlich fiel ihr auch wieder ein was sie so dringend mit Eric hatte besprechen wollen. „Noch etwas anderes, ich glaube Jason ist in Gefahr."

Der Vampir hatte gerade seiner Gespielin tief in die Augen gesehen, jetzt sah er wieder zu Sookie, die Tänzerin starrte ins Leere. „Was meinst du?"

„Glaubst du nicht auch, dass die Werwölfe auch hinter ihm her sein könnten?"

„Doch, deswegen habe ich einen Vampir angewiesen ihn zu beobachten."

„Und was ist mit tagsüber?"

Eric erhob sie und stand eine Sekunde später direkt vor ihr. „Ich glaube, dass ich schon mehr als genug für ihn tue, dadurch dass ich ihm aktiv bei seinem Problem helfe! Ich habe definitiv keine Lust noch einen Leibwächter zu bezahlen, Alcide ist schon teuer genug!" Er sah einmal langsam an ihr herauf. „Lägen die Umstände anders, würde ich mich vielleicht zu mehr Fürsorge für deinen Bruder hinreißen lassen, aber so…"

Sookie warf ihm einen Blick zu, der Lava hätte gefrieren lassen.

„Wars das?" Eric zuckte mit den Schultern. „Du kannst jederzeit gehen."

„Gut." Sie drehte sich um und ging.

Alcide empfing sie im Hauptraum und sie fuhren nach Hause. „Alles klar?" Er sah sie besorgt von der Seite an. Sookie nickte geistesabwesend. „Ja, geht schon.

„Er macht es mir nur eben nicht gerade einfach."

„Ich kann sowieso nicht verstehen, warum du für in arbeitest! Warum redest du überhaupt wieder mit ihm?"

„Er hilft meinem Bruder bei einem Problem, was er anders nicht in den Griff kriegen kann. Und ich arbeite für ihn, weil ich einen Job brauche, sonst stehe ich im Winter ziemlich dumm da!" Alcide warf ihr einen kurzen Blick zu. „Ich kann dir gerne helfen… nur wenn du willst!"

Das war soo süß…

Sookie lächelte wieder. „Ich komm drauf zurück, ok?"

Es vergingen zwei halbwegs ereignislose Tage, ereignislos in der Hinsicht, dass sich keine neuerlichen Angriffe ereigneten und Sookie endlich etwas zur Ruhe kommen konnte.

Sie und Alcide verbrachten sehr viel Zeit miteinander und die Fee begann langsam sich zu fragen, ob sie sich nicht ein bisschen in ihn verliebt hatte. Es war ganz anders als bei Bill, aber der hatte ihr ja immerhin auch sein Blut zu trinken gegeben…

Sie fühlte sich sowohl in Alcides Nähe, seine Stärke gab ihr Sicherheit, genauso wie seine Offenheit. Wenn sie nebeneinander auf der Couch oder im Restaurant saßen hatte sie viele kleine Schmetterlinge im Bauch und immer wenn sie sich unterhielten konnte sie so viel lachen…

Das Schlimme war, das ihr immer wieder Träume von Eric dazwischen funkten, das machte sie völlig konfus. Zwar hatte sie den Vampir außer bei der Arbeit nicht wieder gesehen, trotzdem lies alleine der Gedanke an ihn ihren Unterleib entflammen.