Kapitel 5: Die Praxis – Teil II
Nachdem Hermine diese sehr lange, sehr verwirrende Nacht in der großen Bibliothek verbracht hatte, kostete es sie einiges an Kraft, nach nur drei Stunden Schlaf wieder aufzustehen und sich für den nächsten Tag vorzubereiten. Doch es hatte sich gelohnt. Aus einem der alten Bücher hatte sie das Rezept für einen Trank herausgeschrieben, der mit kleinen Modifikationen genau das war, das sie gesucht hatte.
Während sie das Jucken in ihren Augen durch heftiges Blinzeln zu vertreiben versuchte, ließ sie sich eiskaltes Wasser über die Hände laufen. Erst als sie auch nach geraumer Zeit noch im Stehen hätte einschlafen können, biss sie in den sauren Apfel und wusch sich auch das Gesicht damit. Ihr Schrei verrutschte zu einem kehligen Stöhnen, da ihr die Kälte die Luft zum Atmen nahm. Erst beim dritten und vierten Schwall Wasser wurde es erträglicher und nachdem sie sich abgetrocknet hatte, fühlte sie sich mit ihrer prickelnden Haut schon um einiges wacher als vorher.
„Zwei Wochen ohne Nachtschicht und meine hart antrainierten Fähigkeiten sind verschwunden", murmelte sie missmutig, während sie die dunklen Ringe unter ihren Augen betastete und sich zum wiederholten Male darüber freute, dass der Spiegel hoch genug hing, damit sie ihre Kette nicht sehen konnte.
Nach einem ausgiebigen Frühstück ließ sie sich dann von Malfoy in das hauseigene Labor führen und staunte ein weiteres Mal über die Ausmaße, die dieses Anwesen hatte. Das Labor konnte von der Größe her zwar nicht mit den Schülerlaboren in Hogwarts konkurrieren, doch die Ausstattung entsprach dafür eher einem Labor, das für professionelle Zwecke genutzt wurde. Sie bedauerte es, dass sie nicht genug Zeit hatte, um alles auszuprobieren.
„Severus hat es für die Studien im Namen der Dunklen Lords genutzt", erklärte Malfoy, ohne dass Hermine danach gefragt hatte. „Aber ich denke, es ist auch für den gegenteiligen Zweck zu gebrauchen. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg!" Ohne eine Antwort von Hermine abzuwarten oder ihr auch nur die Chance zu geben, einige wirklich wichtige Dinge zu klären, verließ er das Labor wieder und zog die Tür hinter sich ins Schloss.
„Dann muss ich mich wohl selbst einweisen", stellte sie seufzend fest und begann, einen Schrank nach dem anderen zu öffnen auf der Suche nach Instrumenten, Zutaten und Kesseln.
Mit dem Handrücken wischte sie sich Stunden später einen Schweißtropfen von der Schläfe, während sie mit der Pipette in der Hand darauf wartete, dass der elende Trank endlich anfing, Blasen zu werfen.
„Nun mach schon... Koch endlich!", zischte sie dem klaren Gebräu zu, das allein schon aufgrund der zugegebenen Zutaten so tödlich sein musste, dass sie sich darüber wunderte, dass die Dämpfe nicht schon eine entsprechende Wirkung zeigten.
Gerade als die ersten feinen Bläschen am Boden des Kessels erschienen, sich aber noch nicht recht dazu entscheiden konnten, gen Oberfläche zu steigen, wurde die Tür zum Labor geöffnet. Hermine riss entsetzt ihren Kopf herum. „Tür zu! Mund halten!", wies sie Malfoy mit der Höflichkeit eines tollwütigen Tieres an und fuhr dann fort, den Trank zum Kochen zu starren.
Ihr unfreiwilliger Gastgeber schien wenig begeistert über ihre Anweisungen, doch er kam ihnen nach. Erst schloss er vorsichtig die Tür, dann trat er leise an den Kessel heran und starrte mit ihr zusammen auf die ruhige Oberfläche.
Hermine spürte, wie ihr noch heftiger der Schweiß ausbrach. Ihr Gesicht kribbelte, von ihrem Nacken ganz zu schweigen. Sie hatte Mühe, ihre Finger unter den Blicken des blonden Mannes ruhig zu halten.
Erst als sie glaubte, es nicht länger ertragen zu können, löste sich endlich die erste Luftblase vom Kesselboden und trieb überraschend träge nach oben. Hermine senkte die Pipette hinab und ließ den einen Tropfen des Schlagengifts direkt in die Blase fallen, als diese sich an der Oberfläche des Trankes öffnete.
Als sie dies geschafft hatte, nahm der Trank eine hellgelbe Farbe an und war damit vollendet. Hermine warf die Pipette auf den Tisch und ließ sich erschöpft auf einen Stuhl neben sich fallen. Das Labor drehte sich um sie und für einen Moment glaubte sie, vor Erschöpfung das Bewusstsein zu verlieren.
Sie hörte, wie Malfoy sich bewegte und den Wasserhahn bediente. Kurz darauf presste er ihr ein kleines Becherglas in die Hand, das mit frischem, kühlem Wasser gefüllt war. „Trinken Sie!", wies er sie an und begann, den noch heißen Trank in Phiolen abzufüllen.
„Danke", nuschelte Hermine und tat, was er ihr befohlen hatte. Das Wasser floss so unglaublich angenehm über ihre Zunge, dass sie leise stöhnte.
Malfoy schnaubte und warf ihr einen kurzen Blick zu. „Wann haben Sie das letzte Mal etwas getrunken?"
„Zum Frühstück", erwiderte Hermine, nachdem sie auch den letzten Tropfen aus dem Gefäß getrunken hatte. Sie konnte sich nur schwer davon abhalten, die Glaswände mit ihrer Zunge abzulecken. Stattdessen stand sie auf und füllte sich nach. „Seitdem war einfach keine Zeit mehr."
„Für so etwas sollte immer Zeit sein. Vor allem wenn man den Dunklen Lord am Hals hat." Er kühlte die Temperaturen im Labor auf ein normales Maß hinunter, allerdings so plötzlich, dass Hermine unwillkürlich zu zittern begann.
„Wenn ich immer an den Bastard gedacht hätte, hätte ich gar kein normales Leben mehr führen können", wandte sie stur ein und stellte das Becherglas beiseite. Dabei klapperte der Glasboden mehrmals über die gekachelte Oberfläche des Labortisches, weil ihre Finger dermaßen zitterten.
Der blonde Mann drehte sich mit gerunzelter Stirn zu ihr um und sah gerade noch, wie sie ihren dünnen Umhang so fest um ihren Körper schlang, dass er beinahe zweimal herumreichte. Wortlos hob die Temperatur wieder ein wenig an.
„Danke." Seine unerwartete Höflichkeit beraubte sie der Kraft, die ihr ihr Starrsinn sonst bescherte. Sie lehnte sich hart gegen den Tisch hinter sich und schloss für einen kleinen Moment die Augen.
„Gehen Sie schlafen, Miss Granger. Ich werde hier aufräumen."
„Nein, es geht mir gut. Ich räume meine Sachen immer selber auf." Sie stieß sich müde von ihrem tröstenden Halt ab und ging zu ihm hinüber. Ohne ihn anzusehen, sammelte sie die Geräte ein, die sie im Laufe des Tages gebraucht hatte, und balancierte sie zur Spüle hinüber. Bevor sie sie magisch reinigen konnte, musste sie erstmal die Substanzen abwaschen. Sonst konnte es zu Reaktionen kommen, die das Material beschädigten.
Während sie sich gedanklich so sehr an die Theorie klammerte, immer in der Hoffnung, dass es sie davor bewahren würde, die Schwäche zu zeigen, die sich zunehmend in ihr ausbreitete, übersah sie den Stuhl, der ein Stück vom Tisch abgerückt stand. Hermine stolperte über das Stuhlbein und hätte sich vermutlich den Kopf an der Kante der Spüle aufgeschlagen, hätte Malfoy nicht auf so etwas gewartet und sie aufgefangen. Die Geräte, die sie in den Händen gehalten hatte, fielen polternd zu Boden, ein Glaskolben zerbrach mit einem hellen Klirren und die Scherben verteilten sich quer über die Fliesen.
Dieser Umstand rückte jedoch sofort in den Hintergrund, als sie sich der beiden großen Hände bewusst wurde, die sie an den Oberarmen festhielten, sicher und nur beinahe zu hart. Langsam hob sie den Blick und fand sich prompt den grauen Augen gegenüber, die ihre Beine unerwartet einknicken ließen.
Malfoy reagierte auch dieses Mal und bugsierte sie zu dem Stuhl herüber, der sie eben beinahe hätte stürzen lassen. Hermine schloss die Augen, sobald sie die Lehne in ihrem Rücken spürte, beschämt über ihre Schwäche. „Es tut mir leid", nuschelte sie und wischte sich über das Gesicht in der Hoffnung, so wieder halbwegs klar zu werden.
„Es gibt nichts, das Ihnen leid tun müsste. Abgesehen vielleicht von der Weigerung, meinen Anweisungen zu folgen", antwortete Malfoy leichthin. Er hielt sie noch immer mit einer Hand aufrecht.
„Ich hasse es, anderer Leute Anweisungen zu folgen." Hermine rümpfte die Nase, stellte jedoch erstaunt fest, dass er über ihre Bemerkung lächelte.
„Das habe ich bemerkt." Er ging in die Hocke, da ihm die gebeugte Haltung anscheinend unbequem wurde. „Ich halte es trotzdem für sinnvoller, wenn Sie sich etwas ausruhen, während ich hier aufräume. Ich hole Sie später zum Dinner ab und danach besprechen wir, wie es weitergehen soll."
Sie hatte an seinen Lippen gehangen, während er gesprochen hatte, rettungslos verloren in dem sanften Klang, den sie noch niemals zuvor aus seinem Mund vernommen hatte. Dieser Mann war wirklich ein Teufel, dachte sie. Und er war dabei, sie zur dunklen Seite zu verführen.
Doch die Erkenntnis bekümmerte sie nicht so sehr, wie sie sollte. „Einverstanden", erwiderte sie stattdessen und widersprach nicht einmal, als Malfoy zwei Hauselfen herbeirief, die sie zurück auf ihr Zimmer brachten.
Hermine hatte sich kaum auf ihrem Bett zusammengerollt, um ein wenig zu dösen, als sie von einem leisen Tapsen wieder in die harte Welt gerissen wurde. Sie stöhnte leise und konnte sich mehrere Minuten lang trotz des penetranter werdenden Geräusches nicht dazu bringen, wieder aufzustehen. Erst als Horace – als den sie ihren ungelegenen Besucher identifiziert hatte – empört zu kreischen begann, rollte sie sich widerwillig aus dem Bett.
„Manchmal bist du wirklich ein unmögliches Tier, Horace!", schimpfte sie halbherzig, nachdem sie das Fenster geöffnet hatte und von einem bösen Kreischen begrüßt worden war. Er schoss an ihr vorbei ins Zimmer, als hätte sie ihn stundenlang in der Luft flattern lassen. „Da ist ein Fenstersims, falls du es nicht bemerkt haben solltest", informierte sie ihn über sein Gehabe hinweg. „Es hat dich niemand gezwungen, in der Luft zu flattern."
Er kreischte erneut und fauchte ihre Hand an, als sie ihm den Brief vom Bein lösen wollte. Dabei breitete er seine Flügel aus und stellte die Federn auf. „Willst du ihn wieder mitnehmen?", fragte Hermine gelangweilt. Daraufhin schüttelte Horace sich und ließ sie doch an sein Bein heran. „Du kannst froh sein, dass ich ein Herz für Posteulen habe. Sonst hätte ich dir jetzt keinen Keks gegeben."
Hermine warf den Brief aufs Bett und suchte in ihrem Nachtschrank nach der Belohnung, während Horace plötzlich wieder sehr lieb war und ein leises Schuhuhen vernehmen ließ. „Chameur!", nannte sie ihn, ehe sie den Keks in die Luft warf und beobachtete, wie die Eule ihn geschickt auffing. Mit leisen knackenden Geräuschen machte er sich über seinen Lohn her und Hermine schnappte sich den Brief von Ginny.
Die kleinen Nachrichten aus ihrem Leben erfüllten sie gleichermaßen mit Hoffnung, wie auch mit Angst. Hoffnung darauf, bald wieder ehrlich zu ihren Freunden sein zu können. Angst davor, dass sie diese Zeit nicht mehr erleben würde. Doch für die Minuten, in denen sie die Worte ihrer Freundin las, waren sie nur eines: eine kleine Flucht vor dem, was man von ihr erwartete.
Während das letzte Dinner so kurzfristig abgesagt worden war, hielt Malfoy heute sein Versprechen und holte sie pünktlich von ihrem Zimmer ab. Hermine fiel einen halben Schritt hinter ihm zurück, während sie ihm durch die Flure von Malfoy Manor folgte; ihr kleiner Ausfall im Labor war ihr nach wie vor unangenehm. Umso erfreuter war sie über die Tatsache, dass er es nicht noch einmal erwähnte.
Die Freude über sein Schweigen währte allerdings nicht lange, denn spätestens nachdem sie die Vorspeise in derselben Stille eingenommen hatten, begann sie sich unwohl zu fühlen. Ihre Blicke flogen von Narcissa zu Lucius, die so taten, als säßen sie alleine am Tisch, zurück zu ihrem Teller, der viel zu gut gefüllt war, als dass sie ihn jemals leeren könnte.
So verbrachte sie den Großteil der Zeit damit, die Speisen von einer Seite zur anderen zu schieben und nur ab und an einen kleinen Bissen zu nehmen. Sie atmete erleichtert auf, als Narcissa ihr Besteck beiseite legte, ebenfalls ohne ihren Teller geleert zu haben.
„Wie war dein Tag?", erkundigte sie sich höflich bei ihrem Mann, doch ihr Blick zeugte nicht von großem Interesse.
„So wie jeder andere. Ich informiere dich rechtzeitig bevor wir Bankrott gehen." Er zeigte ein feines Lächeln, das seinen Worten den angemessenen Sarkasmus verlieh.
„Darum bitte ich", erwiderte Narcissa mit demselben Lächeln. „Draco hat sich für das Wochenende angekündigt." In ihren Worten schwang die stumme Frage über Hermines Anwesenheit mit.
„Sag ihm, dass ich mich freue", war seine zurückhaltende Antwort.
Hermine schluckte. Sie wusste nicht, ob es immer so zwischen den beiden war, aber wenn, dann war es keine Athmosphäre, in der sie sich wohl fühlen würde. Ihr verknotete sich schon jetzt der Magen angesichts der Kälte, die zwischen ihnen herrschte. Dracos verkorkster Charakter wurde immer verständlicher für sie.
Als die Hauselfen die Vorspeise abtrugen und mit dem Hautpgang erschienen, entschied sie, dass sie unter keinen Umständen auch nur noch einen Bissen herunterwürgen konnte, ohne ihre beschämende Vorstellung vom ersten Abend zu wiederholen. „Entschuldigen Sie mich", murmelte sie deswegen, schob ihren Stuhl zurück und flüchtete aus dem Salon.
Ihre Schritte trugen sie durch das riesige Anwesen, bis sie einen Raum durchquerte, der – so wie der Salon selbst – über eine Tür zum Garten verfügte. Hermine öffnete sie und trat hinaus in die kühle Luft des Herbstes. Sie verschränkte die Arme vor der Brust und setzte langsam einen Fuß vor den anderen.
Die weniger guten Tage erwischten sie noch immer mit einer Heftigkeit, die ihr die Luft zum Atmen nahm. Unter normalen Umständen hätte ihr die Stimmung am Tisch nichts ausgemacht; manchmal war es selbst zwischen ihr und Ron schlimmer gewesen. Doch die schwarze Magie kratzte gewaltig an ihrer Selbstbeherrschung.
„Sie werden sich verkühlen", sagte eine dunkle Stimme hinter ihr und bevor Hermine sich zu Malfoy umdrehen konnte, legte er ihr einen Umhang um die Schultern.
„Wäre nichts außergewöhnliches", erwiderte sie leichthin, zog den wärmenden Stoff aber dankbar vor ihrer Brust zusammen. Ein herber, warmer Geruch stieg ihr in die Nase.
„Geht es Ihnen gut?" Er klang, als würde es ihn Überwindung kosten, diese Frage zu stellen. Selbst in Hermines Ohren klangen die Worte falsch.
„Ja."
„Sie lügen."
„Und Sie wollen es gar nicht wissen." Hermine sah ihn scharf an und war überrascht, als er mit einem missmutigen Gesichtsausdruck den Blick abwandte. „Warum sind Sie mir gefolgt?", nutzte sie ihren kleinen Sieg, um ein paar Antworten zu bekommen.
„Damit Sie nicht schon wieder die Banne aktivieren. Ich habe sie aufpoliert." Er sah sie achtungheischend an, was durch die hereinbrechende Dunkelheit jedoch etwas verschwamm.
„Soll ich sie testen?", bot Hermine freimütig an.
„Nicht bevor wir den Dunklen Lord los sind." Schlagartig kehrte der Ernst in das Gespräch zurück, den Hermine so gerne noch etwas weiter verdrängt hätte.
Sie setzte sich langsam in Bewegung und hörte, wie Malfoy ihr folgte. „Darf ich Sie etwas fragen?"
„Sie dürfen."
„Und werden Sie mir darauf antworten?"
„Das überlege ich mir, wenn ich die Frage kenne." Er lächelte fein.
„Hätte ich mir denken können." Sie bog um eine Ecke und runzelte die Stirn.
„Lassen Sie es dennoch drauf ankommen. Ich bin ein neugieriger Mann."
„Nur, wenn Sie mir eine Antwort versprechen. Eine ehrliche Antwort!"
„Warum sollte ich?" Prompt erinnerte sein herablassender Ton sie wieder daran, welche Stellung sie seiner Meinung nach in der Hirarchie der magischen Welt einnahm. Und vor allem in der Hirarchie des Hauses Malfoy.
Hermine schluckte ihre aufsteigende Wut jedoch tapfer herunter. „Ich habe in meinem Leben schon auf zu viele Fragen keine Antwort bekommen. Ich werde sie nicht stellen, nur damit Sie Ihre Neugierde befriedigen können."
Sie gelangten an eine Rasenfläche, in deren Mitte ein steinerner Tisch mit zwei Bänken stand. Hermine wich vom Weg ab und ging direkt darauf zu. Sie setzte sich und stützte den Kopf in die Hand.
Malfoy folgte ihr verzögert, ließ sich dann aber ihr gegenüber auf die Bank sinken. „Was wollen Sie wissen, Miss Granger?"
„Ist das ein Versprechen?", vergewisserte sie sich mit schmalen Augen.
„Ist es", knurrte er. „Nun?"
„Was war das eben zwischen Ihnen und Narcissa?" Sie fixierte sein Gesicht, das zunehmend in der Dunkelheit des Abends versank. Nur seine blonden Haare, die ihm offen über die Schultern hingen, schienen noch immer regelrecht zu leuchten.
Seine verbissene Miene machte deutlich, dass er sich für sein Versprechen schon jetzt am liebsten geohrfeigt hätte. „Auch wenn ich nicht weiß, was Sie das angeht...", begann er mit einer guten Portion Verärgerung in der Stimme. Hermine schien es unbegreiflich, wie er trotz dieser jetzt wieder so offensichtlichen Härte auch zu einem so sanften Klang fähig war, wie dem, den er heute im Labor angeschlagen hatte. „Wir hatten eine kleine Meinungsverschiedenheit. So etwas kommt vor in einer Ehe."
„Eine Meinungsverschiedenheit meinetwegen?", hakte sie nach.
„Das ist nun schon eine zweite Frage", stellte ihr Gegenüber gehässig fest. „Ich weigere mich, auch diese zu beantworten."
„Ihr gutes Recht", erwiderte Hermine ruhig, war jedoch milde enttäuscht, als auch ihre herzerweichende Miene es nicht schaffte, ihm eine Antwort zu entlocken.
Malfoy beugte sich ein Stück über den Tisch. „Sie sind ein ziemlich hinterhältiges Wesen, Miss Granger. Hat der Sprechende Hut eigentlich jemals in Betracht gezogen, Sie nach Slytherin zu schicken?"
Sie schürzte die Lippen, dann beugte auch sie sich ein Stück vor. „Hat er!"
Malfoy schien ehrlich überrascht. „Was hat ihn davon abgehalten?"
„Meine Loyalität zwei Jungs gegenüber, denen ich bis dahin nur einmal kurz über den Weg gelaufen war."
„Haben Sie es jemals bereut, so loyal gewesen zu sein?"
„Nein. Nicht eine Sekunde." Sie hielt seinem Blick stand, auch wenn sie kaum noch erkennen konnte, wo seine Augen lagen. „Das waren nun schon drei ehrliche Antworten, Mr Malfoy. Meinen Sie nicht, Sie wären mir noch etwas schuldig?"
„Nicht im Geringsten!", lachte der andere auf. „Ich hab Sie schließlich nicht zum Antworten gezwungen."
Hermine zog eine Schnute. „Bei Ihnen hat der Hut bestimmt nicht eine Sekunde gezögert."
„Nicht eine", stimmte er zu und der Stolz darüber sprach aus seiner Stimme.
Für einen Moment kehrte Schweigen ein zwischen ihnen, eine angenehme Stille, aus der Hermine auf sonderbare Weise Kraft zog. Die Frage stolperte aus ihrem Mund, ohne dass sie etwas dagegen tun konnte: „Wissen Sie, dass Ihre Frau eine Affäre mit einem anderen Mann hat?"
Für einen Moment entglitten seine Gesichtszüge und in Hermines Brust schwoll etwas an, das ihr die Luft abschnürte. Doch er fasste sich rasch wieder und nickte. „Das weiß ich in der Tat. Horatio ist ein guter Freund."
Hermine wusste nicht, was sie erwartet hatte, doch es erleichterte sie, dass er es wusste. „Freut mich", entgegnete sie mit einem zarten Lächeln.
Malfoy senkte den Blick, dann stand er auf. „Lassen Sie uns in mein Büro gehen, um alles weitere zu besprechen. Ich befürchte, hier draußen wird es allmählich kühl."
Erst als er sie so darauf aufmerksam machte, wurde Hermine die Gänsehaut bewusst, die sich über ihre Arme erstreckte wie das Netz einer Spinne. Deswegen widersprach sie seinem Vorschlag auch nicht, sondern stand ebenfalls auf und folgte ihm zurück ins Haus.
Nachdem Malfoy ihr den Stuhl vor seinem Schreibtisch angeboten und Hermine Platz genommen hatte, rief er Sunny herbei, um ihnen einen Tee zu servieren. „Welche Sorte bevorzugen Sie?", fragte er und sah sie erwartungsvoll an.
„Uhm... Earl Grey", erwiderte Hermine, der auf die Schnelle keine andere einfiel. Ihre Blicke kreuzten die der Elfe, die schlichtweg nervös wirkte.
Malfoy hingegen schien es nicht aufzufallen. „Bring uns eine Kanne Earl Grey", befahl er und nachdem Sunny sich tief verbeugt hatte, beeilte sie sich, die kleine Bibliothek zu verlassen.
„Also... Kommen wir zu Ihrem Problem." Er lehnte sich auf seinem Stuhl zurück und schien nahezu vorfreudig.
„Ich dachte, es wäre unser aller Problem?"
„Vornehmlich ist es Ihr Problem", beharrte er. „Aber da es für den Rest der magischen Gesellschaft nicht gerade unwichtig ist, was mit diesem hässlichen Schmuckstück passiert..." Er ließ seinen Satz unbeendet und schnalzte stattdessen mit der Zunge.
Hermine ihrerseits griff fahrig nach dem Anhänger. Sie hatte ihn niemals als schön empfunden und bezweifelte auch, dass das überhaupt möglich war. Er sonderte so viel schwarze Magie ab, dass die Schönheit dabei auf der Strecke blieb. Doch als hässlich hatte ihn nie jemand bezeichnet. Mittlerweile gehört das lästige Ding auf eine so verquere Weise zu ihrem Körper, dass es direkt ein bisschen wehtat.
„Äußerst großzügig", presste sie daher reserviert hervor und schoss ihm einen bösen Blick zu.
„Ich habe manchmal solche Anwandlungen", räumte Malfoy ein und verzog das Gesicht, als hätte sie eines seiner größten Laster entlarvt. „Wie auch immer. Ich dachte daran, es morgen zu beenden."
„Morgen?", keuchte Hermine entsetzt. „Halten Sie das nicht für etwas überstürzt?"
„Nein. Sie haben Ihre Aura unter Kontrolle, der Trank ist fertig. Es gibt keinen Grund, noch länger zu warten. Allerdings einen äußerst guten, sich zu beeilen."
„Und der wäre?"
„Die Magie des Dunklen Lords richtet Sie immer weiter zugrunde. Wenn wir noch lange warten, werden Sie zu schwach sein, um Ihre Aufgabe in meinem Plan zu erfüllen."
„Wenn wir es zu früh machen, bin ich noch nicht in der Lage, es durchzuhalten", hielt Hermine stur dagegen. Allein der Gedanke daran, schon morgen dem Bastard zu begegnen, den sie seit acht Jahren mit sich herumschleppte wie einen ermüdenden Virus, erfüllte sie mit kaltem Grauen.
Malfoy lehnte sich vor und stützte die Unterarme auf den Tisch. „Ich denke, Sie unterschätzen Ihre Fähigkeiten, Miss Granger."
„Ich habe mich nie unterschätzt. Ich weiß, was ich leisten kann."
Er sah sie lange an, dann schnaubte er kurz. „Sie mögen vielleicht Ihre Fähigkeiten richtig einschätzen. Was Ihnen aber völlig entgeht, ist das Ausmaß, das Ihre Angst bereits angenommen hat. Wenn es nach Ihnen ginge, würden Sie doch noch in zehn Jahren mit der Kette herumlaufen, selbst wenn Sie Ihre Aura pausenlos verbergen könnten."
„Das ist nicht wahr", murmelte sie hohl. Doch sie konnte sich diese Lüge nicht glauben machen; die Erinnerungen an das Zwiegespräch mit ihrem Unterbewusstsein – selbst wenn es nur ein Traum gewesen war – war noch zu frisch.
Malfoy schien ebenfalls zu bemerken, dass die Wahrheit seiner Worte sie erreicht hatte. Denn er fuhr fort: „Wie auch immer, wir müssen es morgen machen. Ich habe bereits dafür gesorgt, dass wir unbemerkt in die Mysteriumsabteilung gelangen, noch einmal bekommen wir diese Möglichkeit nicht. Angesichts der Vorstrafen, die auf mein Konto gehen, würde ich mich ungerne unbefugt dort herumtreiben."
„Ich dachte, das gehöre bei Voldemorts Sippe zum guten Ton", erwiderte Hermine schnippisch.
„Und ich dachte dasselbe über Dumbledores Armee", war die ebenso spitze Antwort.
Hermine spürte, wie sie unwillkürlich lächeln musste und senkte rasch den Blick, bis sie ihre Gesichtszüge wieder unter Kontrolle hatte. „Wir mussten halt die Möglichkeiten nutzen, die wir hatten."
„Äußerst gewinnbringend, wie ich zugeben muss. Mr Potter und seine Freunde haben uns mehr als einen Stein in den Weg gelegt."
„Wir hatten eben das Glück auf unserer Seite", milderte sie das unerwartete Lob etwas ab.
„Dennoch", fügte Malfoy unbeeindruckt hinzu, „hätte ich nicht erwartet, dass ausgerechnet Sie den Dunklen Lord stürzen würden. Nicht nach der Prophezeiung. Nicht..." Er unterbrach sich.
„...bei meiner Abstammung?", ergänzte sie mit blitzenden Augen.
„Nicht bei Ihrem damaligen Alter", erwiderte der blonde Mann jedoch und lächelte nonchalent.
„Gut gerettet."
„Ich weiß." Er faltete seine Hände ineinander, eine Geste, die sie immer an Professor Dumbledore erinnerte, egal bei wem sie sie sah.
„Wie soll das Ganze denn ablaufen?", fügte sie sich nach kurzem Schweigen schweren Herzens in seinen Plan und hob ihren Blick von seinen schlanken Händen.
„Wir werden morgen am frühen Vormittag ins Ministerium gehen und uns dort mit Kingsley Shacklebolt treffen."
„Mit dem Zaubereiminister?", warf Hermine überrascht ein.
„Mit keinem geringeren. Er war oberflächlich interessiert an dem, was ich ihm berichtet habe, nachdem ich Sie gefunden hatte. Doch sein Vertrauen in dieser Sache zu bekommen, war schwierig – was Sie zweifelsohne bemerkt haben an der Zahl der Tage, die ich Sie nicht persönlich vorbereiten konnte."
Hermines Mimik zuckte unwillkürlich angesichts dieses kleinen Puzzleteils. Sie hatte sich seine 'Geschäfte' zugegebenermaßen anders vorgestellt.
„Er wird uns dann in die Mysteriumsabteilung geleiten", schilderte Malfoy den weiteren Plan, als Hermine nichts sagte. „Ich habe ihn nach langem hin und her dazu bringen können, uns dort alleine zu lassen." Er verzog mürrisch das Gesicht. „Es fehlt die Zeit, um noch jemandem beizubringen, wie er seine Aura verbirgt."
Sie holte schon Luft, um einzuwenden, dass Kingsley möglicherweise nicht seine Aura, dafür aber sehr wohl seinen Verstand unter Kontrolle hatte. Die meisten Ordensmitglieder waren der Okklumentik zumindest rudimentär fähig gewesen. Doch in Gedenken an Malfoys Begeisterung für dieses Thema schluckte sie ihre Worte.
„Jedenfalls wird er draußen warten, bis wir die Sache erledigt haben. Dann bringt er uns zu den Kaminen zurück und wir verlassen das Ministerium wieder."
„Das war alles?"
„Hatten Sie etwas anderes erwartet? Eine Heldenfeier im Anschluss an die Vernichtung des Mannes, der schon seit acht Jahren als tot gilt?"
„Nein", lenkte Hermine ein und wurde etwas rot. „Aber das klingt so nach einem Sonntagsspaziergang."
„Ein bisschen anstrengender wird es wohl werden", gab Malfoy zu, „doch letztendlich wird es keine große Sache sein."
„Waren Sie schon immer so optimistisch?"
„Nur in Ausnahmesituationen", erwiderte er mit einem kaum erkennbaren Lächeln auf den Lippen.
„Interessant." Über dieses Urteil hob Malfoy seine Brauen, doch Hermine gedachte nicht, ihre kryptische Äußerung genauer zu erläutern: „Wie sieht der Plan für den Teil zwischen dem Betreten und dem Verlassen der Mysteriumsabteilung aus?"
„Genauso unspektakulär. Ich schütze uns vorübergehend mit einem Schildzauber, Sie trinken Ihren Trank, der Dunkle Lord wird freigelassen, ich werden Sie in die Welt der Lebenden zurückholen und während Sie sich in eine Ecke setzen und brav Ihre Aura verbergen, werde ich das, was vom Lord übrig ist, dazu bringen, durch den Schleier zu gehen."
„Hoffentlich funktioniert das so reibungslos, wie Sie es jetzt darstellen", murmelte Hermine.
„Das wird es." Die Stimme des blonden Mannes klang so überzeugt, dass sie sich für einen Moment ihrer Skepsis schämte.
„Vielleicht sollte ich dann jetzt schlafen gehen, damit ich Ihren Anforderungen morgen auch entsprechen kann."
„Zweifeln Sie etwa doch an sich selbst?"
„Ja", antwortete Hermine schlicht. „Denn ich weiß nicht nur, was ich kann, sondern vor allem, wo meine Grenzen liegen. Ich befürchte, dass Sie mich ziemlich dicht heranführen werden."
„Falsch. Ich werde Sie darüber hinausführen", versprach er.
„Das hilft mir jetzt weiter", murmelte sie hohl.
Malfoy lachte leise auf, sehr dunkel und sehr sonor – ein Ton, der Hermines Rückrad vibrieren ließ. „Es wird Ihnen weiterhelfen, wenn Sie es geschafft haben. In jeder Hinsicht."
Da sie dieser Feststellung kein angemessenes Argument entgegensetzen konnte, kapitulierte sie mit dem Senken ihres Blickes. Dann stand Hermine auf. „Ich wünsche Ihnen eine angenehme Nacht, Mr Malfoy."
„Die wünsche ich Ihnen auch."
Sie spürte, wie seine Blicke ihr zur Tür folgten und konnte dem Drang, sich zu ihm umzudrehen, nur schwer widerstehen. Obwohl sie müde und erschöpft war, wünschte sie sich, sie könnte noch eine Weile in der Nähe seines Optimismus bleiben. Doch es war alles gesagt. Sie legte die Hand auf die Türklinke.
„Miss Granger?"
Ein flüchtiges Lächeln huschte über ihre Lippen, ehe sie sich zu ihm umdrehte. „Ja?"
„Fühlen Sie sich eigentlich wohl hier?" Eine steile Falte stand auf seiner Stirn.
Hätte sie nicht die stabile Tür in ihrem Rücken gehabt, wäre Hermine vermutlich vor lauter Überraschung einen Schritt zurückgetaumelt. So jedoch lehnte sie sich nur noch etwas fester gegen das glatte Holz. Sie nahm sich einen Moment, um über die Antwort auf seine Frage nachzudenken. „Wohler als am Anfang", sagte sie schließlich und hoffte, dass das ein diplomatischer Kompromiss zwischen dem war, was er vielleicht hören wollte, und dem, was sie empfand.
Er nickte nachdenklich und fixierte dabei die Tischplatte, als könne sie ihm einen Hinweis darauf geben, wie er nun weiter verfahren sollte. Tatsächlich sah er sie schon wenige Sekunden später wieder direkt an. „Verlangt es Sie sehr nach Ruhe, oder können Sie noch eine halbe Stunde entbehren?"
Er hatte sie hinauf auf das Dach des Anwesens geführt. Am höchsten Punkt maß das Gebäude vier Stockwerke und bot bei Tageslicht mit Sicherheit einen beeindruckenden Ausblick auf die umliegende Landschaft. Jetzt, nach Einbruch der Dunkelheit, hatte dieser Punkt einen gänzlich anderen Charme.
„Ich habe so etwas damals auch für Draco eingerichtet", erklärte er, nachdem er ein paar Zauber gesprochen hatte. „Das war noch in unserem alten Haus. Kurz bevor er nach Hogwarts ging, entdeckte er eine mir absolut unbegreifliche Faszination für die Sterne." Malfoy schnaubte über die für ihn anscheinend sonderbare Anwandlung seines Sohnes, während er den Kopf in den Nacken legte und nach oben sah.
Hermine tat es ihm gleich und staunte einmal mehr über die Möglichkeiten der Magie. Die Nacht war – wie viele andere im englischen Herbst auch – alles andere als sternenklar. Wolkenberge türmten sich kilometerhoch übereinander und versprachen Regen und Hagel, vielleicht sogar die ersten Boten des nahenden Winters.
Nicht so jedoch über dem Dach des Malfoy'schen Anwesens. Als stünden sie unter einer Käseglocke, hielten einige Zauber die Wolken fern und eröffneten einen atemberaubenden Blick auf den Nachthimmel. Und nicht nur das, die Magie holte ihnen die Sterne auch so dicht heran, dass Hermine farbenfrohe Staubschleier, irrwitzig geformte Nebel und ferne Galaxien erkennen konnte. Sie war für Minuten so gefesselt, dass sie mit offenem Mund hinauf starrte und kein Wort herausbrachte.
„Ich habe lange nicht mehr an diese Möglichkeit gedacht", fuhr Malfoy schließlich fort und steckte die Hände in die Taschen seines Umhangs. „Aber ich dachte mir, dass ein neugieriger Geist wie der Ihre vielleicht seinen Gefallen daran finden könnte."
„Absolut!", stimmte Hermine zu und wagte es für einen kleinen Moment, dem Mann an ihrer Seite einen dankbaren Blick zuzuwerfen.
Als sie sich dann wieder in die Betrachtung des Universums vertiefte, fiel ihr kaum mehr auf, wie die Zeit an ihr vorbeizog. Vermutlich hatte Malfoy auch die Temperaturen hier auf dem Dach angehoben, denn sie fror nicht. Vielleicht war sie aber auch nur zu tief in dem Rausch der Neugierde versunken, den sie schon seit Jahren nicht mehr so intensiv empfunden hatte wie in diesem Moment.
„Sie sind nicht unwillkommen, Miss Granger", griff Malfoy nach langer Zeit den eigentlichen Grund ihrer Anwesenheit hier oben wieder auf. „Doch das, was Sie am Hals tragen, erfüllt das gesamte Haus mit kaltem Grauen."
Mühsam kehrte Hermine auf die Erde zurück und stellte fest, dass ihr Nacken etwas steif geworden war. Deswegen und weil seine schlichte Erklärung sie unerwartet getroffen hatte, senkte sie den Blick. „Es tut mir leid."
„Es ist nicht Ihre Schuld", erwiderte Malfoy mit einer Art traurigem Lächeln. „Ich bin es, der dieses Grauen hierher gebracht hat. Lange bevor Sie überhaupt geboren waren. Deswegen ist es mir auch so wichtig, es endgültig zu beenden."
Hermine lächelte. „Morgen haben Sie die Chance dazu."
