Disclaimer: JK und Jagged Epiphany besitzen alles.

Ü/N: Tja, zu meinem Leidwesen muss ich bekunden, dass keiner das Rätsel aus dem letzten Kapitel lösen konnte (Ich hätte es übrigens auch nicht gekonnt...). Das Zitat ist aus "Das Imperium schlägt zurück". ‚Du könntest einen guten Kuss vertragen.' – Han Solo. Er sagt das zu Prinzessin Leia, als sie noch auf der Hoth-Basis sind.

Jetzt weiter mit Kapitel zehn.

Kapitel 10

Alicia klopfte laut an der Tür zum Jungenschlafsaal der Zweitklässler.

„Herein!"

Alicia trat vorsichtig ein. George saß auf seinem Bett, überall um ihn herum Pergament verstreut.

„Was hast du vor?", fragte Alicia ihn neugierig.

„Keine Sorge, es sind keine Hausaufgaben oder so. Nur eine kleine Vorbereitung für unseren nächsten Streich."

„In diesem Fall will ich es gar nicht wissen."

„Wahrscheinlich nicht. Also, was willst du von mir?"

„Mir war langweilig. Angelina ist irgendwo mit Cedric und Katie spielt Snape explodiert mit Fred und Lee."

„Und du willst Zeit mit mir verbringen?", fragte George ungläubig.

„Ja. Ist das was Schlechtes? Ich meine, wir verbringen nie wirklich Zeit miteinander, ohne dass die anderen mit rumhängen", sagte Alicia, als sie sich behutsam auf die Ecke von Lees Bett setzte.

„Ja, stimmt wohl. Möchtest du einen Spaziergang machen?"

„Klar. Um den See?"

Alicia lächelte. Sie hatte schon fast erwartet, dass er sie ignorieren würde.

„Klingt gut."

George klaubte die Pergamentblätter auf und schob sie unter sein Kopfkissen. Die beiden gingen runter in den Gemeinschaftsraum. Fred, Lee und Katie sahen neugierig zu ihnen rüber.

„Was habt ihr vor?", fragte Katie.

„Einen Spaziergang machen", rief Alicia über ihre Schulter, als sie durch das Porträtloch kletterten.

„Was ist in letzter Zeit mit ihnen los?", fragte Lee Fred.

„Ich weiß auch nicht, aber es ist seltsam. Im ersten Augenblick waren es ich und George und Alicia war das Anhängsel, jetzt fühle ich mich wie das Anhängsel."

„Oohh. Armer Fred", gurrte Katie sarkastisch.

„Halt's Maul, Bell", grollte Fred, als die Karten explodierten.

Draußen am See saßen Angelina und Cedric am Ufer, warfen Steine in das glatte, samtige Wasser und beobachteten verträumt die Wellen.

„Was ist Weasleys Problem?", fragte Cedric beiläufig, obwohl er vor Neugierde fast gestorben wäre.

„Wo soll ich anfangen?" Angelina gluckste.

„Warum mag er mich nicht?"

„Keine Ahnung. Er fühlt sich vielleicht bedroht. Ich weiß es wirklich nicht."

„Ich habe eigentlich kein Problem mit Fred, aber ich will auch nicht, dass er zwischen uns steht."

Uns? Angelina kämpfte mit dem Drang, zu kichern wir ein kleines Mädchen. Cedric hatte von ihnen als ‚uns' gesprochen. Sie hatte nichts Besonderes erwartet, als er in der Eingangshalle auf sie zugekommen war und sie gefragt hatte, ob sie mit ihm spazieren gehen würde.

Glücklicherweise hatte Fred sie nicht aus dem Portal schleichen sehen.

„Hey, ist er das nicht?" Cedric deutete über den See.

Angelina blinzelte. Sie erkannte das Mädchen mit den lockigen Haaren, konnte aber nicht sagen, welcher Zwilling bei ihr war.

„Nein, ich glaube, das sind Alicia und George. Alicia würde nicht mit Fred rumlaufen."

„Alicia und George? Sind sie ein Paar?"

„Nein. Zumindest glaube ich es nicht", sagte Angelina schulterzuckend.

Auf der anderen Seite des Sees hatten George und Alicia gerade Angelina und Cedric entdeckt.

„Fred wird nicht sehr erfreut sein."

„Was meinst du?", fragte Alicia.

„Fred mag Angelina."

„Tut er nicht."

„Ehrlich, tut er. Er will's mir gegenüber nicht zugeben, aber es ist offensichtlich", beharrte George.

„Aber er ist immer so gemein zu ihr", argumentierte Alicia.

„Das ist seine Art, es ihr zu zeigen."

„Indem er sie bis zur Weißglut ärgert? Das macht keinen Sinn. Nichts, was ihr Jungen tut, macht Sinn", stellte Alicia überzeugt fest.

„Na ja, für uns macht es Sinn."

Alicia seufzte. Warum mussten Jungen nur immer alles so schwierig machen? Wäre es für Fred nicht einfacher, Angelina einfach zu sagen, dass er sie mochte?

George schüttelte den Kopf. Warum mussten Mädchen nur alles immer so schwierig machen? Wenn Angelina achtsamer wäre, würde sie Freds Zeichen sehen und es würde für alle Beteiligten einfacher.

„Warum schüttelst du den Kopf?", fragte Alicia.

„Mädchen. Sie machen es immer auf die harte Tour. Warum hast du gerade geseufzt?"

„Jungs. Sie finden es so schwer, ernst zu sein. Sie machen die Dinge kompliziert, nicht Mädchen."

„Mädchen sind auch nicht gerade ernst. Schau dir nur mal an, wie viel sie kichern. Es schreckt die Jungen wirklich ab", sagte George.

„Ich denke, wir müssen wohl einfach darin übereinstimmen, das wir nicht übereinstimmen", sagte Alicia schließlich.

„Stimmt wohl."

Währenddessen konnte Angelina es nicht abwarten, mit Alicia und Katie über Cedric zu reden.

„Wir sehen uns morgen in Kräuterkunde", sagte Angelina, als sie Gras von ihrem Umhang bürstete.

„Vielleicht können wir zusammenarbeiten ."

„Würde mich freuen. Bis später."

Angelina ging um den See herum und näherte sich George und Alicia mit einem breiten Lächeln im Gesicht.

„Nettes Date gehabt?", fragte George ätzend.

„George?" Alicia knuffte ihn leicht.

„Es war kein Date. Wo liegt dein Problem?", fragte Angelina.

„Fred."

„Was ist mit Fred? Er hat nichts damit zu tun."

„Du spannst ihn auf die Folter", sagte George einfach.

„Tue ich nicht!"

„Mit Fred flirten und dann mit Cedric durchbrennen. Das hätte ich nicht von dir erwartet."

„Komm schon, George, lass es", bat Alicia.

„Nein, Leesh, ich will wissen, was hier für ein Spiel gespielt wird. Ich flirte nicht mit Fred, ich toleriere ihn kaum", spottete Angelina.

„Nun, er mag dich."

Angelina brach bei diesen Neuigkeiten augenblicklich in Gelächter aus.

„Tut er nicht."

„Tut mir leid, Ang, aber jetzt, wo George es erwähnt hat – es ist ziemlich offensichtlich, dass er dich mag", gab Alicia zu.

„Aber er hackt andauernd auf mir rum! Er kann mich nicht mögen!"

„Das ist seine Art, seine Zuneigung zu zeigen", erklärte George.

„Aber das macht keinen Sinn!"

„Genau das habe ich auch gesagt!", rief Alicia.

„Das Entscheidende ist, dass er dich mag und du romantische Treffen mit Cedric hast."

„Also mag mich Fred Weasley? Das ist… interessant", sagte Angelina langsam.

Als das Trio zum Schloss ging, überlegte Angelina bereits, wie sie diese neue Information zu ihren Gunsten nutzen konnte. Das Leben würde auf jeden Fall unterhaltsamer werden.

Am nächsten Tag in Kräuterkunde achtete Angelina darauf, sich neben Cedric zu setzen. Fred arbeitete mit George und Alicia mit Katie. Lee saß neben Danny Johns.

Sie sprachen über Alraunen und Professor Sprout bat sie, in Vierergruppen zusammenzuarbeiten.

Die Gryffindors und Hufflepuffs hatten die spannende Aufgabe, die Alraunen umzutopfen.

Fred und George schlossen sich fast augenblicklich Angelina und Cedric an.

Alicia, Katie, Lee und Danny beobachteten sie durch den Raum. Es würde zwangsläufig Ärger geben, wenn Fred und George dabei waren. Es würde niemanden überraschen, wenn sie etwas geplant hatten.

„Denkt ihr, wir sollten Angelina und Cedric warnen?", fragte Alicia leise.

„Nein. Sie würden nichts tun. Es ist ja auch nicht so, dass Cedric es nicht verdient." Lee schüttelte enttäuscht seinen Kopf. „Wie kann er es wagen, Angelina zu verführen?"

„Angelina verführen? Du machst Witze. Niemand will Angelina verführen", sagte Katie augenrollend.

„Ich bezweifle, dass Cedric Angelina verführen will", stimmte Alicia zu.

„Glaubst du? Nun, ich würde nichts dagegen haben, sie zu verführen", sagte Lee nachdenklich.

„Du arbeitest dich langsam durch jedes Mädchen im zweiten Jahr, nicht wahr? Was ist mit den anderen Jahrgängen?"

„Sehr eifersüchtig, Katie?"

„Nicht auf einen ignoranten Idioten wie dich. Aber dich bemitleiden die Mädchen", erwiderte Katie, Drachenmistdünger in einen großen Topf schiebend.

Alicia ignorierte ihr Gezänk. Sie machte sich mehr Sorgen um Angelina. Fred und George schienen Cedric beide zu hassen und das stellte keine gute Mischung dar.

„Was haben sie eigentlich gegen Ced? Er ist wirklich kein übler Kerl", sagte Danny zu Alicia, als Lee und Katie weiter Beleidigungen austauschten.

„Ich weiß. Fred scheint zu denken, dass er hinter Angelina her ist."

„Cedric scheint ziemlich von ihr angetan zu sein", gab Danny zu.

Auf der anderen Seite des Raumes häufte Angelina Drachenmist in den letzten ihrer vier Töpfe. Fred sah wütend zu, als Cedric ihr zu ihrer „Dünger-Technik" ein Kompliment machte.

Fred verdrehte theatralisch die Augen. „Oh, jaah, sie hat wirklich ein Händchen für Drachenmist."

„Halt die Klappe, Fred. Ich mache das hier nur, weil du dich weigerst, dir die Hände schmutzig zu machen."

„Es ist Professor Sprouts Schuld. Wenn sie uns nur Handschuhe benutzen lassen würde."

„Sie will, dass wir ein Gefühl für die Natur bekommen", sagte Cedric. Er fand, er hatte die Verpflichtung, die Hauslehrerin von Hufflepuff zu verteidigen.

„Ich verstehe nicht, was das mit Drachenscheiße zu tun hat", antwortete George.

„Komm schon, du bist so langsam, Angelina. Alle anderen sind schon fertig", beschwerte sich Fred, als Angelina weiter den Mist schaufelte.

„Klappe. Ich mache so schnell, wie ich kann. Ich habe nur kleine Hände."

„Dann kipp es rein." Fred schnappte den Beutel und drehte ihn um.

Der größte Teil des Mistes verfehlte den Topf um Längen und verstreute sich auf der Bank. Eine große Menge landete auch auf Cedrics Schoß.

„Fred!", sagte Angelina vorwurfsvoll.

Fred heuchelte einen Gesichtsausdruck von Schock und Unschuld. „Es war ein wirklicher Unfall."

„Für mich sah es unbeabsichtigt aus", warf George fröhlich ein.

„Natürlich denkst du, dass es unabsichtlich war", fauchte Angelina.

„Unfälle geschehen", sagte Fred, seinen Ausdruck von Unschuld aufrecht erhaltend.

„Wisch den dummen Blick aus deinem Gesicht. Ich weiß, dass du es absichtlich getan hast. Jetzt mach die Bank sauber, bevor Sprout das Chaos sieht, das du angerichtet hast", befahl Angelina.

„Schön, dann glaub mir nicht, es ist mir egal." Fred begann, den Mist in seine Hände zu kehren und ihn zurück in den Topf zu deponieren.

„Hier, lass mich dir helfen", bot Angelina Cedric an.

Cedric errötete und stammelte: „Uh, schon okay, Angelina. Äh, ich kann das selbst."

„Was ist los, Diggory? Willst du nicht, dass Angelina ihre Hände in deinem Schoß hat?"

„Ja, ich meine nein... ich weiß nicht, was ich meine", sagte Cedric plötzlich sehr nervös werdend, als er den Kompost von seiner Kleidung schob.

„Das hast du gut bewältigt. Wirklich klassisch", spottete George.

„Hört auf, alle beide!"

„Schon okay, Angie, kein Schaden getan." Cedric erzwang ein Lächeln und bürstete den letzten Rest Drachenmist von seinem Umhang.

„Oh, es ist also jetzt Angie, ja?"

„Was geht hier vor? Alle anderen sind bereit, ihre Alraunen umzutopfen", sagte Professor Sprout müde.

„Entschuldigung, aber Angelina ist schuld. Anscheinend hat sie kleine Hände."

„Sehr schön. Euer Topf ist ja jetzt voll, dann können wir anfangen." Professor Sprout ging zurück zum Lehrerpult und nahm ihre flauschigen, pinkfarbenen Ohrenschützer. „Gut! Ohrenschützer auf, Leute!"

Angelina setzte ihre Ohrenschützer sicher über ihre Ohren. Sprout gab das Signal und George packte das lila – grüne Büschel, um es aus dem Dreck zu ziehen. Die kleine Alraune zitterte und trat brutal um sich, bis sie endlich in den größeren Topf geschoben wurde.

Angelina topfte die nächste Alraune um, dann kam Fred. Angelina war sehr erleichtert, als nur noch eine übrig war. Alles lief ohne weitere ‚Unfälle' ab.

Cedric zog die letzte Alraune aus ihrem Topf. Es war eine besonders gut gediehene und er musste einen Augenblick mit ihr kämpfen. Dann passierte es: die verärgerte Baby-Alraune biss Cedric mit ihren nadelspitzen Zähnen in den Oberarm.

Cedric fluchte sehr laut. Glücklicherweise konnte es niemand hören, aber Angelina konnte ihm den F-Laut sehr gut von den Lippen ablesen. In dem Schmerzmoment ließ Cedric die Pflanze/das Baby fallen.

Es landete auf seinem Po und war für eine Sekunde geschockt. George griff nach ihm, doch es rollte sich auf alle Viere und krabbelte davon. Für eine Pflanze war es ein schneller, kleiner Lümmel.

Angelina ließ sich auf Hände und Kniefallen und sah, wie die Alraune auf die Bank neben ihnen zuhastete.

Angelina kreischte, aber natürlich hörte sie keiner ihrer Klassenkameraden. Niemand hatte bis jetzt bemerkt, dass eine Pflanze los war.

Alle bemerkten schnell, was vor sich ging, als die Alraune Merediths Knöchel streifte. Sie sah nach unten, um zu sehen, was es war und sprang dann augenblicklich auf ihre Bank. Sie quietschte und wedelte hysterisch mit den Armen.

Der Zwischenfall erlangte allgemeine Aufmerksamkeit und sie wies verzweifelt auf den Boden. Die Hufflepuffs und Gryffindors brachen in Panik aus, als sie die wandernde Alraune entdeckten. Professor Sprout brüllte um Ruhe, aber niemand hörte sie.

Die heulende Alraune krabbelte genau auf Alicia, Katie, Lee und Danny zu. Alicia kletterte auf ihren Hocker, um ihr auszuweichen. Sie war nicht sonderlich angetan von allem, was krabbelte.

Lee machte einen Hechtsprung in deren Richtung, aber sie wich ihm leicht aus. Sie wechselte schnell die Richtung und krabbelte zurück zu den Hufflepuff-Mädchen. Meenal begann, wie verrückt zu stampfen, ein Versuch, sie davon zu scheuchen. George war auf allen Vieren und kroch hinter der Pflanze her.

Die schwer zu fassende Alraune krabbelte zwischen die beiden und Meenal stampfte auf Georges Hand. Er brüllte und umklammerte vor Schmerz seine Hand. Die Klasse war ein einziges Chaos. Leute rannten umher, entweder die Alraune jagend oder auf der Flucht vor ihr.

Professor Sprout rief immer noch um Ruhe. Sie war besorgt, dass jemand ihre wertvolle Alraune verletzen könnte. Die notleidende Alraune suchte nach einem ruhigen, dunklen Ort und sie krabbelte dorthin zurück, wo sie fallen gelassen wurde.

Die Dinge erreichten Höhepunkt, als Fred und Cedric beide „MEINE!" riefen und auf die Pflanze zurannten. Sie hatten einander nicht gehört und es endete in einer schweren Kollision. Und wieder entkam die Alraune.

Es lag bald an Katie, den Tag zu retten. Sie nutzte ihr Wissen, um die heulende Alraune in ihren Rucksack zu locken. Sie wusste, dass sie einen dunklen, engen Ort zum Verstecken suchte. Sobald sie sicher in ihrem Rucksack war, zog sie die Pflanze heraus und schob sie in ihren Topf.

Alle seufzten erleichtert und nahmen ihre Ohrenschützer ab. Meredith sprang von der Bank und Alicia stieg von ihrem Hocker hinunter.

„Zwanzig Punkte für Gryffindor für Miss Bells Fähigkeit, einen kühlen Kopf zu bewahren!" Professor Sprout wischte sich Schweiß von der Stirn.

Andrew Brady stand neben Cedric und Fred, die immer noch in einem Haufen auf dem Boden lagen. „Uh, Professor... wir haben ein kleines Problem."

„Was ist los?"

„Cedrics und Freds Ohrenschützer sind abgefallen." Evan Jones beugte sich runter und sammelte zwei Paar flauschig roter Ohrenschützer auf.

„Sie sind bewusstlos", berichtete Lee.

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Ü/N: Ein weiteres Kapitel fertig! Ich hoffe, Fred erscheint nicht zu gemein. Er mag Angelina nur wirklich gerne und würde alles für sie tun. Ja, sogar Drachenmist über Cedric verstreuen. Es ist auf eine verdrehte Art sogar süß. Die nächsten paar Kapitel werden sich auf die beiden konzentrieren und Alicia und George werden sich noch näher kommen.