Late Night Encounters

Kapitel 9

New York, New York


"Verdammt!", fluchte ich laut, schlug mit einer Hand auf das Lenkrad und stützte mit der anderen meinen Kopf ab. Ich konnte nichts als ein Meer roter Bremslichter vor mir sehen. Der Verkehr am Grand Central Parkway staute sich schon mindestens einen Kilometer weit zurück. Es war erst halb vier, ihr Flugzeug landete erst in einer halben Stunde, aber der Verkehr bewegte sich überhaupt nicht und ich würde mich sicher verspäten. Ich hatte das Hotel extra früh verlassen, um genau diese Situation zu vermeiden.

Ich sah auf die Uhr und rieb mir frustriert mit den Fingerspitzen über die Schläfen.

So nah, und doch noch so fern.

Ich merkte, wie ich langsam nervös wurde. In einer halben Stunde würde sie bei mir sein, im richtigen Leben. Keine Meilen oder die Technologie mehr zwischen uns, und ich kann sie halten, sie berühren, sie küssen ...

Die letzte Woche war so verdammt langsam vergangen, mit nichts mehr als einigen SMS zwischen uns. Ich wollte, dass sie etwas Zeit mit ihrer Familie verbrachte, aber der egoistische Teil von mir vermisste sie so sehr. Wir hatten nur diese eine Nacht zusammen gehabt, nachdem wir eine Woche lang getrennt waren, bevor sie nach Forks gereist war – aber was für eine verdammte Nacht das gewesen war.

Davor war es eine Woche gewesen, in der ich kaum mit ihr gesprochen oder ihre süße Stimme gehört hatte.

Ohne ihr hübsches Gesicht zu sehen.

Ohne ihr Lächeln zu hören.

Und wie würde es zwischen uns in Person sein? Dieser nagende Zweifel kroch wieder unter meine Zuversicht. Ich hatte es in meinen Gedanken schon wochenlang durchgespielt, aber es traf mich nun mit voller Macht, jetzt, wo ich nur noch wenige Meilen von ihr entfernt war.

Auch mit der Entfernung zwischen uns gab es da bereits eine wahrnehmbare Veränderung zwischen der Bella unserer nächtlichen Treffen und der Bella unserer lockeren Unterhaltungen. Sie hatte immer noch diese sexy Ausstrahlung, aber ihre jugendliche Unschuld lag unter der Oberfläche.

Dieser eine Gedanke erinnerte mich an unser letztes Zusammentreffen. Sie war viel freier und entspannter gewesen, als ich sie je zuvor gesehen hatte. Wie sie in ihrem Tank Top und ihrem Höschen in der Küche herumgelaufen war, sie hatte noch nie schöner ausgesehen.

Und so verlockend.

Was hätte ich nicht darum gegeben, bei ihr in dieser Küche zu sein, meinen Arm um ihre Taille zu schlingen, ihren hübschen Hals zu küssen und etwas so Einfaches zu genießen, wie gemeinsam das Abendessen zu kochen.

Und doch, als sie begann, mich zu necken, veränderte sich meine Denkweise. Obwohl ich wusste, dass sie nur einen Spaß machte, spürte ich, wie ich immer besitzergreifender wurde. Ich bekam das animalistische Bedürfnis, sie genau hier in dieser Küche zu nehmen.

Ich konnte spüren, wie ich steif wurde, wenn ich daran dachte, wie sie jede meiner Anweisungen befolgt hatte, ohne dass sie mich überhaupt sehen konnte. Ich hatte nicht gewusst dass ich es in mir hatte, so dominant zu sein. Aber als sie sich auf meinen Befehl hin über die Couch beugte, die Beine spreizte und mich mit lustvernebelten Augen über ihre Schulter hinweg anblickte, wurde mir eines reichlich klar.

Es gefiel ihr.

Ich wollte in diesem Augenblick nichts mehr, als diese perfekten Hüften zu ergreifen und mich tief in ihr zu vergraben. Ich wollte, dass sie vor lauter Ekstase meinen Namen rief und sich auch in mir komplett verlieren konnte.

Sie war mein. Sie sehnte sich nach mir genauso sehr wie ich mich nach ihr. Indem ich sie in dieser Nacht beim Orgasmus beobachtete, wusste ich auch ohne den Luxus, sie zu hören, dass sie mich begehrte.

Zumindest in Los Angeles.

Aber wie würde es hier in New York sein? Würden wir hier genauso natürlich miteinander umgehen wie von der Entfernung aus?

In den letzten paar Wochen war es sehr einfach für uns geworden, über unseren Wunsch, körperlich zusammen zu sein, zu sprechen. Aber da lagen immer noch viele Kilometer zwischen uns, keine Meter oder Zentimeter. Würde sie die selbe Bella sein wie die in unserer letzten gemeinsamen Nacht, genauso keck und schamlos? Oder würde sie die Realität hier ebenfalls einholen und dafür sorgen, dass das schüchterne und scheue Mädchen, das ich aus der Vergangenheit kannte, zurückkehrte?

Ich sah wieder auf die Uhr und stöhnte auf.

15:45.

In den letzten fünfzehn Minuten war ich um eine Autolänge nach vorne gekommen, was meine Unruhe nicht gerade besänftigte. Ich wollte da sein und sie erwarten, wenn sie die Gepäckausgabe betrat, aber das einzige Bild, das ich momentan in meinem Kopf heraufbeschwören konnte, war, wie sie alleine und verlassen dort stehen würde.

Das würde einen schrecklichen ersten Eindruck hinterlassen. Wie konnte ich erwarten, dass sie sich bei mir wohl und zuversichtlich fühlte, wenn ich sie nicht einmal pünktlich vom Flughafen abholen konnte, wie wir es schon seit Wochen geplant hatten?

"Kommt schon, verdammte Scheiße!", schrie ich zu niemand Bestimmtem. Mein Frust erreichte neue Höhen, als sich die Autos langsam wieder im Schneckentempo in Bewegung setzten.

15:55.

Die Uhr verspottete mich förmlich, als ich endlich abbiegen konnte. Ich hatte fünfundzwanzig Minuten für zwei Kilometer gebraucht – und das nur, weil genau vor der Flughafenausfahrt ein Unfall passiert war. Diese Ärsche hatten natürlich vom Reißverschlussprinzip keine Ahnung.

Sobald die Fahrbahn wieder frei war, trat ich das Gaspedal durch und fuhr so schnell wie möglich zum Flughafen. Sobald ich ankam, musste ich aber noch einen Parkplatz finden und die Hallen betreten und sie dann auch noch auf dem riesigen JFK-Flughafen finden.

16:05.

Fuck! Ihr Flugzeug war höchstwahrscheinlich schon gelandet und ich suchte immer noch nach einem gottverdammten Parkplatz, wo ich doch so schnell wie möglich aussteigen wollte.

Ich hatte den größten Teil des vorigen Tages in diesem Wagen verbracht. Nachdem ich den heiligen Abend bei meinen Eltern in Evanston, Illinois verbracht hatte, wollte ich lieber nach New York fahren als fliegen, da ich mich in meinem eigenen Wagen wohler fühlte als in Mietautos. Und doch war mein Wagen in diesem Moment der letzte Ort, an dem ich sein wolle.

Sobald ich endlich einen Parkplatz gefunden hatte, lief ich aus der Garage und auf die Türen des Terminals zu. Ich sah auf die Uhr.

16:15.

Ich überflog den Bildschirm mit den ankommenden Flügen und fand ihre Maschine sofort, so als wäre ihr Flug der einzige gewesen.

Seattle – Southwest – 2231 – 16:01 – Arrived

Sie ist schon da.

Ich arbeitete mich durch die Massen an Urlaubern hindurch und kontrollierte die Bildschirme über den einzelnen Förderbändern, an denen ich vorbeikam, bis ich endlich ihre Flugnummer fand.

Mein Blick suchte hektisch die Menge ab, bis ich endlich diesen einzigartigen Braunton ihres Haares fand, das einer zierlichen Frau über den Rücken fiel. Mein Herz machte einen Sprung und meine Hände wurden schwitzig. Das war Bella ...

"Entschuldigung", keuchte ich dem Paar vor mir zu, an dem ich mich vorbeidrängte. Ich musste erst noch zu Atem kommen, da ich hierher gelaufen war. Ich drängte mich durch die Menge, bis ich endlich ihr Gesicht erblickte. Sie sah aus, als ob sie jeden Moment zu weinen beginnen würde. "Bella!"

Ihr Kopf drehte sich sofort in Richtung meiner Stimme und ihr Gesichtsausdruck entspannte sich merklich, als unsere Blicke sich trafen. Dies war ein Moment, von dem ich schwor, mich für den Rest meines Lebens an ihn zu erinnern. Ich hätte sie mir nicht schöner oder perfekter vorstellen können, wie sie da stand und sich auf diese volle Unterlippe biss.

Sie begann, langsame Schritte in meine Richtung zu machen, und ich kämpfte mich weiter durch die erbarmungslose Menge. Ich konnte nicht schnell genug zu ihr gelangen. Bis wir schließlich nur noch einen Meter von einander entfernt standen.

"Hallo, Bella", keuchte ich schwer und brach die Stille zwischen uns.

Sie war wirklich da und stand vor mir. Es war so surreal. Trotz der wochenlangen Vorfreude auf diesen Augenblick standen wir still da und sahen uns an.

In diesem Moment rutschte ihr die Tasche von der Schulter und fiel auf den Boden, und ich konnte kaum noch einen Schritt auf sie zu gehen, bevor sie in meinen Armen lag. Ihr weiches Haar schmiegte sich an mein Gesicht und sie klammerte sich an meine Schultern. Ich hob sie hoch und versuchte, sie näher zu ziehen. Sie zitterte ein wenig in meiner Umarmung, aber ich war mir nicht sicher, ob dies vor lauter Nervosität oder Aufregung war. Sie fühlte sich so gut in meinen Armen an, so zierlich. Ich war mir nicht sicher, ob ich sie küssen sollte, also verstärkte ich meinen Griff und sprach leise in ihr Ohr.

"Gott, ich bin so froh, dass du endlich da bist."

Ich zog meinen Kopf zurück, um sie anzusehen, und unsere Blicke verschmolzen wieder in einander. Ich hatte an nichts anderes gedacht, als sie nach all der langen Zeit endlich festzuhalten, und gab uns beiden einen Moment, dies zu begreifen, bevor ich ihr nicht länger widerstehen konnte.

In dem Augenblick, in dem sich unsere Lippen berührten, spürte ich es. Ich spürte sie, spürte unsere Verbindung. Sie zog sich nicht zurück und ich seufzte zufrieden, drängte wieder nach vorne. Das Gefühl ihrer Finger in meinem Haar war unbeschreiblich.

Ein Hochgefühl breitete sich in mir aus – sie zog sich nicht in ihr Schneckenhaus zurück. Sie war genauso erleichtert wie ich, hier bei mir zu sein.

Langsam trennten wir uns wieder und ich legte meine Stirn an ihre. Ihre Hand war immer noch in meinem Haar. Meine Ängste waren total irrational gewesen, und jetzt erst wurde mir klar, dass alles okay sein würde. Es war beinahe so, als wären wir alte Liebhaber, die alles in uns aufsogen und all die verlorenen Jahre wieder aufholen mussten, statt nur die letzten paar Tage.

Ich sah sie an und bemerkte eine nasse Spur, die sich ihre Wange entlang zog. Das letzte, das ich wollte, war, dass sie in dieser Woche weinte – egal aus welchem Grund.

"Tut mir Leid, dass ich spät dran bin", sagte ich, drückte ihr einen Kuss auf die Wange und ihr Griff in meinem Haar wurde fester.

"Jetzt bist du ja hier, und das ist alles, das zählt", lächelte sie, legte ihre Lippen wieder an meine und strich mit ihrer Zunge darüber. Wir stöhnten beide auf, als wir unseren Kuss vertieften, und ich spürte sofort, wie mein Körper auf den Kontakt reagierte.

Das Geräusch des Gepäckbandes, das sich in Bewegung setzte, holte uns zurück in die Realität. Nicht dass mich die neugierigen Augen der anderen Passagiere gestört hätten, aber ihre Wangen röteten sich von der Aufmerksamkeit und ihre Finger verwoben sich nervös in meinem Haar.

"Holen wir deinen Koffer und dann raus hier", lächelte ich und sie nickte. Ich stellte sie wieder am Boden ab, hob ihre Tasche vom Boden hoch und warf sie über meine Schulter. Ich war überrascht, als sie ihre Hand in meine legte. Ich sah wieder zurück zu ihr. So eine kleine Geste hatte eine große Auswirkung.

Sie zu küssen und festzuhalten überstieg alles, das ich mir je vorgestellt hatte, aber so etwas Einfaches wie ihre langen, schlanken Finger, die sich sicher um meine Hand legten, erweckte ein nagendes Bedürfnis in mir. In ihren Augen las ich den selben Wunsch, allein zu sein. Ihr Kopf lehnte an meinem Arm. Dass sie so viel Zärtlichkeit zeigte, hatte ichnicht erwartet. Ihre andere Hand steckte sie unter meinem Arm hindurch, als ob sie mir nicht nah genug sein könnte.

"Dort ist meiner", sagte sie plötzlich und zeigte auf die endlose Reihe an Koffern, die an uns vorbeizog, auf einen knallig pinken mit einer silbernen Schleife auf dem Griff. "Sag nichts. Ich hasse pink, aber man findet ihn leichter unter all den schwarzen und braunen Koffern."

Ich gluckste leise wegen ihrer Antwort, und bevor ich etwas sagte, schnappte ich ihn mir vom Förderband und sah zu ihr herüber. "Nur einen Koffer?"

"Ich bin wirklich nicht so extravagant", sagte sie schulterzuckend. "Und mit meinen vielen Reisen zwischen Washington und Kalifornien bin ich ganz gut im Packen geworden."

Ich ließ ihre Hand los, als wir auf den Ausgang zu liefen, und schlang stattdessen meinen Arm um ihre Schultern. Sie lächelte und legte ihren eigenen Arm um meine Hüfte, bis wir meinen Wagen erreichten.

"Du hast wirklich einen Aston", flüsterte sie ungläubig. Ihr Blick wanderte über den ganzen Wagen. Ich deaktivierte lächelnd die Diebstahlsicherung und öffnete die Tür.

"Woher weißt du, dass ich ihn nicht bloß gemietet habe?", grinste ich und musste lachen, als sie die Augen verdrehte.

"Mit Illinois Kennzeichen?", gab sie mit einer erhobenen Augenbraue retour.

"Sehr aufmerksam, aber ich hätte ihn auch in Chicago mieten können", meinte ich und stellte mich neben sie. Ich trat näher und beugte mich zu ihr, um leicht ihre Lippen mit meinen zu berühren. Ich spürte ihre warme Haut, während ihre Hände sich um meinen Nacken schlangen. Wir konnten die Hände nicht von einander lassen.

Von all den Szenarien, die ich mir für diesen Moment ausgemalt hatte, war dies definitiv keines davon. Aber ich beschwerte mich nicht. Die Anziehungskraft zwischen uns war enorm, mehr, als ich mir jemals vorgestellt hatte. Die Verbindung baute sich nicht auf oder passte sich uns an, sie war unmittelbar vorhanden.

"Und welchen Sinn würde das machen?", fragte sie.

"Ich könnte versuchen, dich zu beeindrucken", sagte ich schulterzuckend. Ich starrte ihre vollen Lippen an, die aus der Nähe so hübsch und rosa waren.

"Dafür ist es ein bisschen spät", murmelte sie leise, bevor ihre Lippen sich auf meine legten.

Wir küssten uns wieder, als würde die Welt um uns herum nicht existieren. Meine Hände lagen links und rechts von ihr am Dach des Wagens und sie lehnte sich zurück. Sie hatte die Vorderseite meiner Jacke in ihren Fäusten und ein leises Stöhnen entkam ihr. Sie fühlte sich so gut an, so warm – solch ein Kontrast zu der eisigen Kälte der New Yorker Luft um uns herum.

Ich musste mich zwingen, von ihr abzulassen. Ich atmete schwer von unserem hitzigen Kuss und ich hielt meine Augen ein paar Sekunden lang geschlossen, als ich versuchte, mich wieder zu beruhigen. "Ich glaube, wir sollten einsteigen."

"Da stimme ich dir zu", flüsterte sie atemlos. Langsam lockerte sie ihren Griff und strich mir mit den Händen über die Brust und den Bauch. Sie küsste mich noch einmal sanft, bevor sie zurücktrat und in den Wagen stieg.

Ich schloss die Tür hinter ihr, lief um das Auto herum zur Fahrerseite, stieg ebenfalls ein und stieß langsam meinen Atem aus, bevor ich den Motor startete. Ich konnte ihr Parfum riechen, wie es mich dezent blumig neckte. Ich hätte sie beinah nach der Marke gefragt, aber ihre Hand kam herüber, legte sich auf meinen Oberschenkel und sie strich mit ihrem Daumen über den Jeansstoff. Diese überraschende Geste und meine Nervosität in diesem Augenblick ließen mich erzittern, was ihr nicht unverborgen blieb.

"Wenn du schon von einem Kuss so außer Atem bist, vielleicht solltest du dann mit dem Rauchen etwas zurückschalten."

"Ich dachte, das stört dich nicht", zog ich sie auf und fuhr los.

"Tut es auch nicht." Sie zuckte die Achseln und sah mich an. "Ich sage ja nur, wenn du schon nach einem Kuss so fertig bist ..."

"Das ist der Effekt, den du auf mich hast." Ich lächelte. "Weil ich habe vor zwei Wochen aufgehört."

Ihre Hand wurde steif auf meinem Bein und ihre Augen weiteten sich. Sie setzte sich gerader hin. "Du hast was?"

"Danke." Ich nickte dem Portier zu, schloss das Fenster und fuhr aus der Garage. "Ich habe ein paar Tage, nachdem du zu New York ja gesagt hast, aufgehört."

"Warum hast du es mir nicht erzählt?", fragte sie aufgeregt. Ihr Lächeln ließ ihr ganzes Gesicht erstrahlen. "Ich meine, ich bin froh, dass du aufgehört hast, auch wenn es mich nicht gestört hätte. Das ist unglaublich. Aber warum?"

"Ich habe schon vorher versucht, damit aufzuhören, war aber offenbar nicht besonders erfolgreich damit, und ich wollte sicher gehen, dass ich wirklich ohne Zigaretten klar komme, bevor ich dir etwas sage. Aber die fünf Minuten, die ich mir Zeit nehme, um eine Zigarette zu rauchen, sind fünf Minuten, die ich eigentlich lieber mit dir verbringen würde", antwortete ich und blieb stehen, da die Autoschlange vor uns kein schnelleres Fahren gestattete. "Und deswegen bin ich ja hier."

Und damit lehnte sie sich zu mir herüber und küsste mich zart auf die Wange. Sie lehnte ihren Kopf an meine Schulter und nahm mit ihrer Hand die Bewegungen an meinem Bein wieder auf. "Danke. Das bedeutet mir sehr viel, Edward."

Die restliche Fahrt zurück zum Hotel verlief viel reibungsloser als die Fahrt zum Flughafen, und wir unterhielten uns über ihre Woche in Forks und ihren Flug. Auch mit all dem Chaos in der City war es entspannend, sie so nah zu haben, sie neben mir zu spüren. Während der Fahrt atmete ich im Geheimen ihren Duft ein, den Geruch ihres Parfums oder ihres Haares oder irgendetwas ... es roch herrlich. Ich hatte mir so oft vorgestellt, wie sie wohl riechen würde, aber es war nie so wie jetzt gewesen.

Und während der Fahrt hätte ich sie so gerne berührt. Ich verfluchte die Gangschaltung in meinem Wagen.

Schließlich blieben wir vor dem Hotel stehen. Sie holte leise Luft und erregte damit meine Aufmerksamkeit. Ich sah ihr Gesicht von der Seite, die weichen Linien ihres Halses ...

"Werden wir hier wohnen?", fragte sie in einem erstaunten Flüsterton. Ihre Augen waren groß vor Aufregung. "Genau hier am Times Square?"

"Gefällt es dir?", gluckste ich bei ihrem riesigen Lächeln. Ich lehnte mich zu ihr, um sie zu küssen, bevor wir ihre Koffer ausluden. Der unschuldige, verwunderte Ausdruck war zurück und ich liebte ihn.

Sie stieg aus dem Auto aus und starrte an der kolossalen Fassade des Marriott Marquis hoch. Sie trat einige zögerliche Schritte auf den Eingang zu. Ich bezahlte schnell für das Einparkservice, schloss zu ihr auf und sie nahm meine Hand in ihre, während sie das Gebäude noch immer erstaunt betrachtete.

"Das ist ... unglaublich", flüsterte sie. "Mir fehlen die Worte." Die Tatsache, dass es ihr gefiel, machte mich glücklich. Das gab mir das Gefühl, dass wir schon auf dem richtigen Weg waren.

Ich hob ihre Hand an meine Lippen und küsste sie sanft. Ihr Blick lag endlich wieder auf meinem.

"Komm schon, ich zeige dir unser Zimmer", sagte ich. Mein Tonfall war gleichmäßig, aber darunter lag die pure Aufregung.

Ich war mir nicht sicher, ob es ihre Nervosität war oder der Prunk dieses Hotels, aber Bella zappelte auf dem Weg hoch in unser Zimmer nervös herum. Sie hielt sich im überfüllten Fahrstuhl an meiner Hand fest, bis wir unser Stockwerk erreichten. Und wieder genoss die besitzergreifende Seite an mir ihre Umarmung und das Gefühl ihrer Hand in meiner. Und mehr noch als das, konnte ich es nicht erwarten, sie endlich für mich alleine zu haben.

"Schließe deine Augen", murmelte ich ihr ins Ohr, als wir vor der Türe zu unserem Zimmer stehen blieben. Ich küsste leicht die Haut ihres Halses und spürte, wie sie zitterte.

Bella betrachtete mich misstrauisch, als ich mich wieder gerade hinstellte, bevor sie dem schließlich nachkam. Die Suite war exquisit und wenn ihr das Gebäude schon gefiel, wusste ich, dass sie dieses Zimmer lieben würde. Ich sperrte die Türe auf, stellte ihr Gepäck schnell hinein und führte sie quer durch das verdunkelte Zimmer. Das Fenster war mein Ziel, also führte ich sie sanft dorthin und zog geschickt die Vorhänge zurück.

"Okay, Augen auf", sagte ich leise. Sie schnappte nach Luft und bedeckte ihren Mund mit ihren Fingern, als sie hinab auf den belebten Times Square blickte. Und wie ich es schon tun wollte, als sie in ihrer Küche herumgelaufen war, stellte ich mich hinter sie und legte meine Hände an ihre Hüften. Ich berührte sie endlich.

"Oh mein Gott, Edward. Das ist wunderschön. Jetzt weiß ich wirklich nicht mehr, was ich sagen soll", flüsterte sie. Ihre Augen versuchten, alles zu erfassen.

"Sag, dass es dir gefällt", antwortete ich und festigte meinen Griff um ihre Taille. Ich berührte sie noch immer.

Bellas Gesicht drehte sich zu mir, ihre Hand legte sich an meine Wange. "Ich liebe es. Ich hätte mir nichts Umwerfenderes vorstellen können. Danke."

Meine Brust schwoll bei ihrer Bewunderung und ihrer Berührung an.

"Gern geschehen", lächelte ich, küsste sie sanft und strich ihr mit den Händen über ihre Hüften. "Sehen wir zu, dass du deine Sachen auspackst und wir zum Abendessen gehen. Ich habe oben für 18:00 Uhr reserviert."

Sie legte ihren Kopf ein wenig zur Seite, legte ihre Lippen auf meine, erklärte sich küssend damit einverstanden und schloss ihre Augen. Sie drehte sich langsam in meinen Armen um und sah unsicher zu mir hoch. Sie wollte mich.

"Wir haben eine ganze Woche, Bella", sagte ich sanft und strich mit der Rückseite meiner Finger über ihre Wange. "Und ich glaube, es wird dir gefallen, wohin ich dich bringen werde."

Ihr Lächeln kehrte zurück und sie schlang ihre Arme um mich. Sie drückte mich an sie und legte ihre Wange an meine Brust. Sie lachte, und dieses Geräusch klang angenehmer als alles andere, das ich je gehört hatte. "Eigentlich habe ich großen Hunger. Ich werde nur schnell duschen gehen und mich umziehen. Ich brauche nicht lang."

"Wir haben noch ausreichend Zeit", gluckste ich und küsste sie noch einmal, bevor wir uns trennten und ich sie zögerlich los ließ. Sie sah bereits bezaubernd aus, auch wenn sie nur eine einfache Bluse und eine dunkelblaue, hüftig sitzende Jeans trug. Sie ging durch das Zimmer und lehnte sich vor, um ihre Tasche zu holen. Ihre Bluse rutschte dabei ein Stück weit ihren Rücken hoch und ließ mich sofort bereuen, dass ich schon so knapp nach ihrer Ankunft für das Abendessen reserviert hatte.

Wir haben eine ganze Woche, wiederholte ich diesmal für mich im Stillen, während sie mir über ihre Schulter hinweg zulächelte und im Badezimmer verschwand. Ich stand noch immer still da, obwohl sich nicht mehr hier war, und lauschte gespannt, geschockt und verwundert ... und in einem Zustand, den ich nicht beschreiben konnte. Bald erklang das Geräusch der Dusche hinter der Türe.

Ich blieb noch immer steif stehen, denn mir wurde klar, dass es heute Nacht so weit sein würde. Ihr Blick hatte mir alles verraten und ich wollte sie genauso. Nach wochenlanger Wartezeit und Vorfreude waren wir endlich allein. Aber auch mit der Begierde zwischen uns hatte ich nicht die Absicht, einfach mit ihr ins Bett zu hüpfen. Ich wollte jeden einzelnen Augenblick genießen.

Ich würde sie endlich halten, ihr sanftes Stöhnen und ihr Wimmern hören und ihren Körper neben mir spüren. Morgen früh würde ich mit dem Anblick ihres hübschen Gesichtes auf meinem Kissen erwachen.

Ich setzte mich auf die Bettkante und sah zur Badezimmertür. Als ich hörte, wie das Wasser abgestellt wurde, traf mich die Erkenntnis vollends. Sie war wirklich da. Ich war wirklich da. Das war etwas, das ich noch vor ein paar Monaten nie für plausibel gehalten hätte. Ich bin hunderte Meilen nach New York gefahren, um eine Frau zu treffen, die ich im Internet kennen gelernt hatte.

Aber sie war noch so viel mehr als das.

Sie war alles, das ich je von einer Frau erträumt hatte. Natürlich, sie war wunderschön, sogar noch schöner als über die Webcam. Gleichzeitig war sie intelligent und so voller Leben, sie forderte mich eher heraus, als dass sie mich abwiegeln würde. Sie war verständnisvoll und geduldig. Sie war perfekt.

Ich war so in Gedanken verloren, dass ich kaum gemerkt hatte, wie die Zeit vergangen war und dass ich mich umgezogen hatte. Das Geräusch der sich öffnenden Badezimmertüre erschreckte mich.

"Was denkst du?" Ihre Stimme erregte meine Aufmerksamkeit und ich hob meinen Kopf. Sie öffnete ihre Haarspange und ihre Locken fielen ihr auf die Schultern hinab. Mein Blick wanderte weiter zu dem knielangen schwarzen Kleid, das ihren Körper umspielte, hinab zu ihren wohlgeformten Beinen und den Riemen-Heels. Sie war fucking sexy.

"Ich glaube", begann ich, stand auf und ging näher zu ihr. Ich nahm ihre Hände und streckte sie aus, um sie wieder genauer zu betrachten. "Ich bin äußerst under-dressed."

Sie musterte mein einfaches weißes Hemd und meine schwarze Jeans und biss sich auf die Lippe, bevor sie wieder zu mir hoch sah. "Soll ich mich nochmal umziehen?"

Ich schüttelte vehement den Kopf, zog sie an mich und küsste ihren Hals. "Auf keinen Fall. Du siehst absolut umwerfend aus."

Ich nahm ihre Hand wieder in meine. Sie errötete ein wenig und ich schob ihr das Haar hinter ihr Ohr. Ich steckte die Schlüsselkarte in meine Hosentasche und führte sie zur Tür hinaus.

Wir nahmen den Fahrstuhl und fuhren hoch ins oberste Stockwerk, und ihre Hand ergriff wieder meine, als wir schließlich das Restaurant im Dachgeschoß betraten. Daran könnte ich mich gewöhnen, dachte ich im Stillen.

"Okay, wenn du damit versuchst, mich zu beeindrucken, so muss ich sagen, dass dir das extrem gut gelingt", gluckste sie und bestaunte die wunderschöne Aussicht außerhalb der Fenster.

"Ich versuche nur, dir etwas zu essen zu besorgen, nachdem du den ganzen Tag im Flugzeug verbracht hast. Wann hast du das letzte Mal etwas gegessen?", fragte ich, als wir uns anstellten. Ich zog meine Augenbraue hoch und sah auf sie hinab.

"Ich esse kein Flugzeug-Essen, und auch kein Flughafen-Essen", antwortete sie und verschränkte ihre Arme vor ihrer Brust.

Mein Arm glitt um ihre Hüfte und ich drückte sie leicht. "Das sehe ich genauso."

Sie lachte leise und ich gab ihr einen flüchtigen Kuss auf ihr Haar. Ich roch wieder diesen blumigen Duft. Ich beschloss, dass das wohl ihr Shampoo sein musste.

Sobald wir uns gesetzt hatten, sorgte das Kerzenlicht am Tisch dafür, dass ihr Gesicht aufglühte. Ich konnte meinen Blick von ihr nicht abwenden. Ihre Augen strahlten, während sie die Aussicht von oben genoss. Sie war von den Lichtern der Stadt gebannt.

"Welchen Wein hättest du gerne?", fragte ich und griff nach ihrer Hand.

Sie erschrak ein wenig und wandte den Blick abrupt vom Fenster ab. Sie sah zum Kellner neben mir hoch und dann plötzlich zu mir. "Weißen Zinfandel für mich, bitte."

Ich nickte ihm zu und wandte meinen Blick dann wieder ihr zu. "Nicht so die Trinkerin, oder?"

Sie schüttelte rasch den Kopf. "Nein, ich dachte, wir hätten das schon lange geklärt. Sieh dir an, was ich mache, wenn ich etwas getrunken habe."

Ich lachte und sie drückte meine Hand, bevor sie die Speisekarte nahm. "Also, jetzt willst du dich darüber beschweren?"

"Halt die Klappe." Sie verdrehte die Augen und blickte kurz zu mir hoch. "Du weißt, dass ich mich nicht beschwere."

"Also, was hast du deinen Eltern und Freunden von deinem plötzlichen Trip nach New York erzählt?", fragte ich sie, sobald der Wein gebracht wurde. Ich war mir relativ sicher, dass sie noch niemandem von mir erzählt hatte.

Sie nahm ihren ersten Schluck Wein und unterbrach den Blickkontakt. "Gar nichts."

Ich hielt mein Glas vor meinen Lippen an und sah sie ungläubig an. "Was meinst du mit gar nichts? Niemand weiß, wo du bist?"

Sie zuckte leicht die Schultern und seufzte. "Nein. Ich wusste nicht, wie ich das erklären sollte. Das hier ist so untypisch für mich, dass sie das automatisch in Frage stellen würden. Und mein Vater hätte mich sofort in mein Zimmer weggesperrt, wenn ich ihm erzählt hätte, dass ich einmal quer durch das Land reise, um mich mit einem Mann zu treffen, den ich im Internet kennen gelernt habe. Ganz abgesehen davon, wie wir uns kennen gelernt haben."

"Aber niemand, Bella? Hast du eine Ahnung, wie unbesonnen das ist?", flüsterte ich ernst. Endlich erwiderte sie meinen Blick. "Was, wenn dir etwas zugestoßen wäre? Was, wenn ich nicht derjenige wäre, wie ich es dir erzählt habe, und ich in Wirklichkeit irgendein verrückter Internet-Stalker wäre?"

"Das bist du nicht", antwortete sie hartnäckig und nahm einen Schluck von ihrem Wein.

Sie öffnete ihren Mund, um noch mehr zu sagen, aber ich unterbrach sie, noch bevor sie sprechen konnte. Wie konnte sie so etwas unterschätzen? Wenn ich jemand anderes gewesen wäre, wäre sie womöglich allein und verlassen am Flughafen gestanden. Allein das Bild davon sorgte dafür, dass mein Herz schneller schlug und meine Hände sich zu Fäusten ballten. Sie hätte verletzt werden können oder gar noch Schlimmeres.

"Nein, auch wenn ich kein verrückter Stalker bin, was wäre, wenn dir etwas auf dem Weg hierher zugestoßen wäre und du nie hier angekommen wärst. Was wäre dann passiert? Was, wenn ich nie am Flughafen aufgetaucht wäre? Was würde deine Familie und deine Freunde davon halten? Sie würden nie erfahren, was dir zugestoßen ist."

"Edward ... ich bin hier und in Sicherheit bei dir, also wo liegt das Problem?", sagte sie mit hitziger Stimme und stellte ihr Weinglas zurück auf den Tisch.

"Woher bist du dir so sicher, dass du bei mir in Sicherheit bist?", gab ich mit einer hochgezogenen Augenbraue zurück. Ich verschränkte meine Arme vor mir.

"Das ist eine einfache Gleichung", antwortete sie. Ihre Schultern entspannten sich und sie verschränkte ihre Hände unter ihrem Kinn. "Du hattest mich bereits allein, im Hotelzimmer – in der Dusche noch dazu. Das wäre doch eine tolle Gelegenheit gewesen."

Ich seufzte. Sie hatte Recht. "Okay, das stimmt. Aber du solltest deine Eltern anrufen, damit sie wissen, dass es dir gut geht."

"Und was soll ich sagen? Dass ich an Neujahr dem verrückten Los Angeles entkommen wollte, nur um nach New York zu fliegen?", fragte sie und kicherte vor Sarkasmus. Ich starrte sie wenig amüsiert an. Sie streckte ihren Arm über den Tisch aus, um meine Hand zu nehmen.

"Ich bin zweiundzwanzig Jahre alt, Edward. Ich rufe meine Eltern vielleicht einmal im Monat an, außer es ist ein Feiertag. Alles ist gut."

Die Anspannung zwischen uns schwand langsam wieder und ich schloss meine Finger um ihre. "Ich wünschte nur, du wärst etwas vorsichtiger, Baby."

"Ich weiß, aber ich wäre nicht ganz allein quer durch das Land gereist, wenn ich dir nicht völlig vertrauen würde. Ich habe natürlich auch einen gewissen Sinn für Selbstschutz, weißt du."

Vielleicht hatte sie Recht. Sie war eine College-Studentin, sie war clever und fähig. Hatte ich überreagiert? Ich rieb mit meinem Daumen einen Moment lang über ihre Finger, bevor ich sie los ließ. Ich beschloss, das Thema zu wechseln.

Die Unterhaltung während unseres Essens war leicht und locker, die Atmosphäre vibrierte wegen ihrer Anwesenheit. Ich konnte nicht aufhören, ihr auf die Lippen zu starren, wenn sie sprach, einen Schluck Wein trank oder etwas aß. Sie war so schön.

Sobald wir fertig waren, machten wir uns zurück auf den Weg in unser Zimmer. Jeder von uns war locker wegen unserer leichten Unterhaltung. Erst als wir den Fahrstuhl betraten, begann mein Herz zu rasen. Sie war nah, trat aber noch näher, als die Türen sich schlossen. Ich strich mit meinen Händen über das weiche Material ihres Kleides, zog sie näher und küsste sie.

Und all die Sehnsucht, die ich nach ihr gehabt hatte, traf mich wieder mit voller Kraft, aber ich hatte keine Zeit zum Reagieren. Der Fahrstuhl machte wieder "Ding" und wir trennten uns von einander. Der leichte Rotton ihrer Wangen zeigte mir alles, das ich sehen musste. Wir waren beide bereit – es war nur eine Frage der Zeit.

"Ich habe vergessen, dir zu danken, dass du dich daran erinnert hast, dich nicht zu rasieren", flüsterte sie, als wir aus dem Fahrstuhl ausstiegen und in Richtung unseres Zimmers liefen. Die Stille des Ganges war drückend und mein Herz schlug immer schneller, als wir zu unserer Tür kamen.

"Du hast seltsame Vorlieben", gluckste ich, steckte die Schlüsselkarte in die Türe und entsperrte sie.

"Das ist sexy. Sehr maskulin. Und das steht dir wirklich gut", antwortete sie, fuhr mit zwei Fingern zwischen zwei der Knöpfe meines Hemdes und zog mich an sich, während sie rückwärts das Zimmer betrat.

Oh, endlich passierte es. Schnappschüsse unserer Zusammentreffen erschienen in meiner Erinnerung und verblassten im Vergleich mit dem hier und jetzt. Ihre Berührung, ihre Wärme, ihr Geruch, ihre Nähe. Die echte Bella. Ihre Hände strichen meine Brust hinauf und verschlangen sich hinter meinem Nacken. Sie drückte ihren Körper an meinen und neigte ihren Kopf etwas zurück. "Küss mich, Edward."

Ich hörte kaum, wie die Tür wieder ins Schloss fiel. Der Kuss, den sie verlangte, war alles, das ich spüren und schmecken konnte. Sie seufzte ein wenig gegen meine Lippen und kam näher. Ihr Bauch rieb ein wenig an meiner Erektion und brachte uns beide zum Stöhnen.

Ich knöpfte mein Hemd auf. Das ungeduldige Bedürfnis, das wir von einander spürten, wurde greifbar. Ich drängte sie rückwärts, ließ mein Hemd zu Boden fallen und ihre Beine stießen an die Bettkante. Unsere Lust bewegte sich immer schneller und schneller.

"Ich will dich. Jetzt", flüsterte sie gegen meine Lippen, legte ihr Bein um meine Hüfte und öffnete meinen Reißverschluss.

Yes ... Das war alles, das ich denken konnte, als sie mich berührte.

Meine Hand strich ihren Oberschenkel entlang unter ihr Kleid und wanderte immer höher und höher, bis meine Finger die nackte Haut ihres Hinterns berührten. Kein Höschen?

"Du warst die ganze Zeit über ohne?", brummte ich heiser, als ich daran dachte, wie entspannt sie mir den ganzen Abend lang beim Dinner gegenüber saß, wo sie doch nichts unter diesem Kleid trug.

"Die ganze ... Zeit ...", schnurrte sie und brachte meinen Schwanz dazu, dass er noch härter wurde. Sie griff durch meine Boxershorts nach meiner Erektion.

Als Antwort auf ihre Worte und Berührungen konnte ich nur stöhnen. Ich spürte durch den Stoff hindurch die Wärme ihrer Hand an meinem Schwanz. Endlich berührte sie mich. Und endlich konnte ich sie berühren.

Ich küsste mich ihren Hals entlang und über ihre Schulter. Ich zog den Träger zur Seite und strich mit meinen Fingern über die entblößte Haut ihres Schulterblattes. Ich erreichte den Reißverschluss, der in der Mitte ihres Rückens begann, und zog ihn hinunter.

Ihre Fingerspitzen strichen über meinen Bauch und meine Brust, und dann zog sie ihre Arme durch die Träger ihres Kleides, ohne ihren Blick von meinem zu lösen. Das Kleid fiel auf den Boden zu unseren Füßen, und langsam legte sie sich zurück auf das Bett. Ihr dunkles Haar breitete sich wie ein Fächer über den hellen Laken unter ihr aus.

Ich hatte sie schon viele Male nackt über die Webcam gesehen, aber nichts hielt dem Vergleich mit ihr vor mir Stand. Es würde absolut nichts auf dieser Welt geben, das mich dazu bringen könnte, meine Hände heute Nacht oder die ganze nächste Woche lang von ihr zu lassen.

Ich kniete mich neben dem Bett, bei ihren Füßen, hin und küsste mich an der Innenseite ihres Oberschenkels entlang. Sie spreizte ihre Beine weiter und ich strich mit meinen Fingern über die empfindliche Haut ihres Knötchens. Sie drehte und wand sich, sie wimmerte und hob ihre Hüften vom Bett hoch, sobald meine Lippen näher kamen.

"Bitte, Edward, necke mich nicht so", keuchte sie. Ihre Finger schlangen sich in mein Haar und zogen daran, damit ich sie ansah. "Fick mich. Jetzt."

"Bist du dir sicher?", neckte ich sie, brachte meine Lippen leicht an ihr Knötchen und sie drückte den Rücken durch.

"Ja", sagte sie durch zusammengebissene Zähne. Sie zog mich mit ihren Händen näher.

"Geduld ist eine Tugend, weißt du", murmelte ich leise, ließ meine Zunge kreisen und brachte dann meinen Mund auf ihre Haut, wo ich leicht an ihr saugte. Endlich konnte ich sie so necken, wie ich es wollte.

"Und überbewertet ist sie auch", grummelte sie. Sie setzte sich plötzlich auf und nahm mein Gesicht in ihre Hände.

Sie zog sanft mit ihren Zähnen an meiner Lippe und flüsterte: "Die Hosen müssen weg. Sofort."

Ich stöhnte auf, als sie "Jetzt", gegen meine Lippen murmelte. Ich wollte sie so sehr, der Drang und der Druck, sie mir zu nehmen, war überwältigend.

"Und alles, das darunter ist", grinste sie. Sie sah zu mir hoch, während sie ihre Finger in meine Boxer Shorts hakte und daran zog, bis sie sie über meine Hüften gestreift hatte. Sie lehnte sich weiter hoch, kam immer näher, streckte ihre Zunge aus und leckte damit leicht über die Unterseite meiner Länge.

Ihre Lippen schlossen sich um mich und ich konnte kaum noch denken. Mein Atem kam stoßweise, während ihre Finger mich feste streichelten. Ihr Mund war heiß und nass, und meine Hose fiel endlich zu meinen Knöcheln hinunter. Das Gefühl war unbeschreiblich, aber ich musste in ihr sein. Ich musste sie spüren, nachdem ich so lange nur davon geträumt hatte.

Ich befreite mich aus meiner Hose und meinen Schuhen, griff hinüber auf das Nachttischschen und schnappte mir eine der Folienpackungen, die ich in die Schublade gelegt hatte. In dem Moment, in dem sie dies hörte, hielt sie inne, legte sich auf das Bett zurück und ihren Kopf aug das Kissen. Ich öffnete die Verpackung und ihre Augen waren auf meine Hände fixiert, während ich das Kondom abrollte.

"Baby, lass mich nicht warten", wimmerte sie. Sie streckte ihre Hand aus und ihr Blick traf auf meinen. "Ich musste schon so lange warten."

Mein Blick traf ihren, und ihre Worte widerhallten in meinen Ohren. Sie hatte wirklich gewartet. Wir hatten beide gewartet. Von den ersten Worten, die wir uns geschrieben hatten, hatte sich alles für diesen Moment aufgebaut. Alles, über das wir gesprochen und fantasiert hatten, wurde nun zur Wirklichkeit.

Schließlich kletterte ich ihren Körper hoch, versiegelte ihre Lippen mit meinen und legte mich auf sie. Ihre warme, weiche Haut und ihr Geruch hüllten mich vollkommen ein.

Sie hielt sich an meinen Schultern fest, als ich langsam in sie eindrang. Sie stöhnte gegen meine Lippen, bis ich vollständig in ihr war. Sie drückte sich an mich und ihr Kopf fiel zurück auf die Kissen. Ihre Lippen standen ein Stück offen, da sie nach Luft schnappte.

"Oh my fucking god", flüsterte sie schwer. Ihre Handflächen waren an meinen Rücken gedrückt. Dies verlieh mir solch ein Hochgefühl, dass es unbeschreiblich war. Sie wollte mich auf die aller ursprünglichste Art, sie brauchte mich.

Das war mehr als alles, das ich mir je vorgestellt hatte. Jede Berührung, jedes Geräusch, das sie von sich gab, und das Gefühl, nach all dieser Zeit endlich in ihr zu sein, war mehr als jede Fantasie, die ich je gehabt hatte.

Ich brauchte mir nicht mehr vorzustellen, wie sie mit ihren Fingern durch mein Haar streicht oder mit ihren Hüften meinen Stößen entgegen kommt. Oder ihren schnellen Puls unter meinen Lippen, wenn ich ihren Hals küsse, oder ihre Brüste, die sich mit jedem Atemzug an mich drücken. Sie war hier.

"Ich berühre dich wirklich", flüsterte ich verwundert und bewegte mich langsam in ihr, als ich sprach. Die Erkenntnis war stärker als je zuvor.

"Schneller. Bitte, ich brauche dich", murmelte sie und küsste mein Kiefer, während sie ihre Nägel über meinen Rücken zog. Oh fuck, diese Worte waren heiß, wie sie sie mir ins Ohr geflüstert hatte.

Sie schob ihr Bein an meiner Hüfte höher, und ich begann, eifriger zuzustoßen, noch tiefer vorzudringen und ihrer Bitte nachzukommen. Die Muskeln ihrer Oberschenkel verkrampften sich und sie schrie als Antwort laut auf und zischte durch zusammengebissene Zähne. Ich wollte sie spüren, wie sie um mich herum kam, und mitten im Orgasmus wissen, dass mein Körper es war, der ihr zum Höhepunkt verhalf, und nicht meine Worte.

"Gott! So gut. Fuck, Edward!" Sie öffnete die Augen und ihr Blick verschmolz mit meinem. Sie legte ihre Hand in meinen Nacken. Ihr Blick war leidenschaftlich und erregter, als ich es je gesehen hatte. Aber auch im dämmrigen Licht des Zimmers kannte ich diesen Blick.

Sie war kurz davor. Sehr kurz davor.

Ich war entschlossen und konzentrierte mich auf sie. Ich spürte ihre Hand zwischen uns, aber das wollte ich nicht. Ich wollte, dass sie von mir einen Orgasmus bekam. Ich strich mit meiner Hand ihren Bauch hinab, stieß noch fester zu und hielt ihre Hand mit meiner fest. Ich hob ihre Hand über ihren Kopf hoch.

"Nein", sagte ich einfach und musste schwer atmen. Ihre Muskeln verkrampften sich vor Frust um meinen Schwanz herum. Ich stöhnte, konzentrierte mich wieder auf sie und darauf, den Punkt zu treffen, bei dem ich ihr schon so oft zugesehen hatte, wie sie sich selbst stimulierte.

"Ich brauche das. Bitte. So kurz davor", wimmerte sie verzweifelt und erwiderte meine Stöße mit ihren Hüften. Fuck ... ich wollte sie festhalten, damit sie sich meinem Tempo anpasste und ich es ihr zeigen konnte.

"Du wirst es kriegen, Baby. Ich höre nicht auf, bis du kommst", murmelte ich gegen ihre Lippen und küsste sie sanft. "Aber du wirst wegen mir kommen."

Sie stöhnte laut, verschränkte ihre Finger mit meinen und hielt meine Hand fest.

"Ich kann nicht ... ohne ...", keuchte sie wild. Sie kniff ihre Augen zusammen und bewegte sich unter mir.

Ich konzentrierte mich auf meine Hüften und stieß härter zu.

"Oh doch, du kannst", flüsterte ich ihr ins Ohr. Meine Hüften bewegten sich gegen ihre und die Bewegungen wurden stetig schneller. Sie schnappte nach Luft und ich wusste, dass ich den Rhythmus gefunden hatte, den sie brauchte. Unsere Internet-Begegnungen hatten mir all ihre Geheimnisse offenbart und jetzt konnte ich sie nutzen.

Ich bewegte mich schneller, ihr Bein war an die Rückseite meines Oberschenkels gedrückt und sie zog mich näher an sich. "Ich bin in dir, Bella. Nach all dieser Zeit, dem langen Warten, sind wir hier. Und ich werde dafür sorgen, dass du kommst."

Ich hatte Recht. Sie kam ihrem Höhepunkt immer näher und näher ... es fehlte nur noch ein Bisschen.

"Oh Gott, oh Gott", japste sie. Sie drückte ihren Kopf zurück ins Kissen, während meine Bewegungen noch härter wurden.

Sie fühlte sich so gut an. Ich war noch nie mit einer Frau zusammen gewesen, die mich so vereinnahmte wie sie. Wie sie sich um mich herum anfühlte, wie zart die Haut ihres Beines war, das sich an meinem bewegte, wie ihr Haar und ihre süße, salzige Haut roch. Ich könnte mich für immer in ihr verlieren und es wäre noch immer nicht genug.

"Lass mich dich spüren, Baby. Komm für mich", flüsterte ich mit meinen Lippen an ihrem Haar. Ich war auch schon so verdammt kurz davor, aber sie musste zuerst kommen.

"Bitte ... lass mich ...", stöhnte sie leise und drückte meine Hand.

"Nein. Du bist so nah dran, Bella. So nah", grummelte ich. Ich knabberte vor Anspannung mit meinen Zähnen leicht an ihrem Ohrläppchen.

"Oh Fuck, ja. Shit!", schrie sie laut auf. Ich spürte sie dann, spürte, wie sie um meinen Schwanz herum so eng und heiß kam. Ich stöhnte auf, sah auf sie hinab und beobachtete ihr Gesicht, wie sie den Mund leicht geöffnet und den Kopf fallen gelassen hatte. Sie streckte ihren Rücken durch und ihr ganzer Körper zitterte unter mir.

Gott, sie war so verdammt schön.

Sie sah zu mir hoch, als ihr Orgasmus langsam abebbte.

"Du bist dran", keuchte sie. Ihre Stimme klang noch angespannt, ihre Finger krallten sich in mein Haar und ihre Beine schlangen sich um mich. Sie hielt mich fest, sagte mir, ich solle für sie kommen ... und das wollte ich auch. "Lass mich dich spüren."

Meine Stirn sank auf ihre und es war vorbei. Meine schnelle Erleichterung verzehrte alles – die Freude und die Erinnerung daran, dass ich in ihr war, raubte mir den Atem.

"Fuck", keuchte ich heraus und kam hart, viel intensiver als in all unseren Online-Erfahrungen zusammen. Ihr Stöhnen mit jeder Welle meines Orgasmus trieb die Empfindungen weiter iin die Höhe. Ich konnte auch ihre Zufriedenheit spüren, wie sie mich dazu brachte, für sie zu kommen.

Anschließend lagen wir schwer atmend da. Die einzige Bewegung stammte von ihren Fingerspitzen, die leicht über meinen Nacken strichen.

Ich wollte mich nicht bewegen, wollte nicht denken, wollte nichts fühlen außer ihr, als ob sie jeden Moment verschwinden könnte. In diesem Zimmer war gerade alles so perfekt.

Und das war erst die erste Nacht ...