Zwölf Jahre nach der Schlacht von Naboo – im Jahre 20 vor der Schlacht von Yavin
Die Plop Dribble's-Raumhafen-Cantina auf dem Planeten Stobar war wie immer gefüllt mit Wesen verschiedenster Art aus allen Winkeln der Galaxis. Die blonde, zierliche Kellnerin namens Sassi hatte bereits den größten Teil ihrer Schicht hinter sich gebracht. Jetzt lehnte sie am Tresen und sah aufmerksam den Service-Droiden zu, die zwischen den Tischen herumwuselten. Die meisten Bestellungen und das Annehmen der Bezahlung konnten sie selbst erledigen, aber es gab immer wieder Fälle, die sich der Standardprozedur von Bestellung, Servieren, Bezahlen und Abräumen entzogen. Und dann war Sassis Einsatz gefragt.
So wie jetzt gerade, wo dieser riesige, maskuline Zabrak mit der mächtigen Hörnerkrone stur über einer Flimsi-Karte gebeugt saß und hartnäckig den Service-Droiden ignorierte, der jetzt bereits zum dritten Mal um eine Bestellung bat. Sassi merkte auf. Sie hatte so eine Ahnung, wenn sich unschöne Situationen anbahnten.
„Lass mich … in Ruhe!", brüllte der Zabrak den Service-Droiden an.
Sassi zuckte zusammen, auch wenn sie es hatte kommen sehen. Einige Cantina-Gäste drehten sich bereits nach dem Brüllenden um. Der Servicedroide machte sofort kehrt und rollte mit einem Ausdruck des Entsetzens, soweit das Droiden überhaupt ausstrahlen konnten, eilig zu Sassi.
„Kunde ignoriert Bestellen", bellte der Droide.
Sassi schritt langsam und mit Entschlossenheit in den blauen Augen zum Tisch des Zabraks. Sie und jeder Gast wussten, dass eine Bestellung unumgänglich war; das hier war schließlich keine Lesestube oder Wartehalle im Raumhafen. Und sie hatte ein Mindestsoll zu erfüllen, was ihr meistens spielend gelang. Aber Sassi wollte mehr. Sie würde ihren Charme spielen lassen, ein paar Komplimente machen, so wie sie das immer tat mit solchen einsamen, frustrierten Gästen, die dann sogar gelegentlich wiederkehrten und ausdrücklich nach ihr verlangten, weil sie diese verbalen Streicheleinheiten, auf die sie sich so gut verstand, anderswo offensichtlich nicht bekamen. Und dieser Riese schien eigentlich ziemlich gutmütig zu sein. Zumindest hatte er es sicherlich nicht nötig, gezielt Ärger zu machen. Das taten zumeist Wesen, die wesentlich schmächtiger und unscheinbarer waren als der da, weil sie Bestätigung brauchten, die sie erlangten, indem sie andere Leute beleidigten oder gar tätlich angriffen, so wie diese beiden Rodianer letzte Woche.
„Was wünschen der Herr?", flötete Sassi und setzte ihr schönstes Lächeln auf, als sie an den Tisch des Zabraks kam.
Savage Opress hatte sich gerade wieder etwas beruhigt. Endlich kam da jemand, der ihn vielleicht besser verstehen würde als dieser seelenlose Droide, der ihn penetrant mit seiner immer gleichen Bestellaufforderung im unpassendsten Augenblick nervte. Wenn er jetzt irgendetwas bestellen würde, dann würde er zumindest für die nächsten fünf Minuten seine Ruhe zu haben, bis ein Getränk eintrudeln würde. Wie schön es jetzt wäre, hätte Mutter Talzin ihm Ventress als Begleitung an seine Seite gestellt. Aber Ventress war seit ihrem gemeinsamen Überfall auf Count Dooku nicht wieder aufgetaucht. Auch wenn Savage enttäuscht war, so konnte er seine ehemalige Herrin doch verstehen. Sicherlich hatte sie wegen des Verrats an ihm ein schlechtes Gewissen und trieb sich jetzt irgendwo herum, bevor sie sich zurück zu Mutter Talzin trauen würde.
Dabei wäre es so schön gewesen, wenn Ventress jetzt das Bestellen und überhaupt das Reden mit der Kellnerin übernommen hätte. Sie könnte seinetwegen irgendeinen soufflierten Firlefanz bestellen, so wie sie es auf Serenno beim feinen Grafen Dooku sicherlich gewöhnt war, oder irgendwelche bunten Cocktails mit undefinierbaren, ihm völlig unbekannten Ingredienzen – was Frauen eben so bestellten. Er hätte ohne mit der Wimper zu zucken alles bezahlt, wenn er nur dafür genügend Ruhe gehabt hätte, endlich diese verdammte Flimsi-Karte des Äußeren Randes ungestört zu studieren und sich mit jenem Teil der Galaxis besser vertraut zu machen, den er jetzt abklappern wollte. Credits hatte ihm Mutter Talzin genügend mitgegeben.
Dann hätte er nach dem Essen ein Zimmer für drei Stunden gemietet und es sich dort mit Ventress gemütlich gemacht, sie ordentlich durchgewummert, um später ganz locker und entspannt zu sein. Dann würde er auch die nötige Aufmerksamkeit und Konzentration haben für das, was sie beide erwarten würde auf der Suche nach seinem verlorenen Bruder. Aber Ventress war nicht da. Er würde sich deshalb eine der an einem Extratisch sitzenden Twi'lek-Damen gönnen und sie mit auf ein Zimmer nehmen, wenn er mit dem Essen fertig war. Die Twi'lek-Frauen waren im Gegensatz zu anderen Spezies in diesem Gewerbe in der Regel sehr unkompliziert und fügsam; das wusste Savage bereits von seinen Besuchen in der Blauen Wüstenstadt auf Dathomir, wo er mit dem einen oder anderen Nachtbruder die Credits auf den Kopf haute, die ihnen von ihrem gelegentlichen Handel in der Stadt mit frisch erjagtem Wildbret übrigblieben.
„Ein Glas Wasser bitte", sagte er barsch, ohne Sassi dabei eines Blickes zu würdigen, um sich gleich darauf wieder in seine Karte zu vertiefen.
Wenigstens einen groben Überblick wollte er sich über diesen Sektor verschaffen, bevor er an eine Essensbestellung denken würde. Savage Opress war niemand, der sich anderen aufdrängte oder sie gar belästigte. Aber er erwartete auch von anderen, ihn in Ruhe zu lassen, wenn er das brauchte. Und das brauchte und wollte er ziemlich oft. Vor allem, seit sein anderer Bruder nicht mehr da war.
Allerdings war die eifrige Sassi noch lange nicht mit ihm fertig. Noch diese eine Bestellung und sie hätte die Spitze erklommen, würde Beste Mitarbeiterin des Tages werden und könnte damit ihre heutige Schicht krönen wie bereits die gesamte Woche über. Dann würde es Ende des Monats eine fette Prämie für sie regnen und sie würde obendrein lobend im für alle Mitarbeiter zugänglichen Monatsbericht der Firma erwähnt werden. Und dies hier sollte eine saftige Essensbestellung werden, das krönende Sahnehäubchen ihrer heutigen Schicht, so groß und mächtig, wie dieser horngekrönte Kerl hier war. Dafür würde sie schon sorgen.
„Möchten der Herr noch etwas zu essen bestellen?", fragte sie in einer hohen Piepsstimme, die Savage unangenehm in den Ohren klang, war er doch bereits wieder in die Karte vertieft.
„Was?", bellte er zurück, während er wieder zu ihr herumfuhr und erneut diesen genervten Gesichtsausdruck aufsetzte wie bereits vorher bei dem Droiden.
In diesem Augenblick bemerkte Sassi einen ovalen Anhänger, den ihr Gast an einer Kette um seinen kragengestärkten Hals trug. Jetzt gerade leuchtete etwas hellblau darin auf.
„Oh, ist der schön!", säuselte Sassi.
Sie wusste, dass ihre Freundinnen gerne Komplimente über ihren Schmuck oder ihre Kleider hörten. Das funktionierte eigentlich immer, wenn sie etwas wollte.
„Darf ich den mal anfassen? So was Schönes habe ich ja noch nie gesehen! Der ist sicherlich sehr wertvoll, oder?"
Ohne die Antwort des Gastes abzuwarten, streckte Sassi ihre neugierige Hand aus. Sie hatte das leuchtende Oval kaum berührt, da fuhr der Gast seine Hand aus. „Ja, der ist sehr wertvoll!", dröhnte ihr seine tiefe Stimme in den Ohren.
Sassis Körper erhob sich in die Luft. Die Kellnerin begann zu röcheln, als sich Savages große, knochige Hand enger um ihre Kehle legte.
Savage war jetzt außer sich. ‚Was bildete sich diese aufdringliche Person ein, ihn erst zusammen mit ihrem Droiden mit Bestellwünschen zu nerven, obwohl sie doch genau sah, dass er die Karte studieren wollte, und dann obendrein ihn und seinen Anhänger einfach so anzufassen? Als Kellnerin!'
‚Mist, ein Choleriker!', dachte Sassi.
Sie hätte es wissen müssen. Diese Typen, die so geruhsam und sanftmütig wirkten und dann plötzlich ausflippten, wenn irgendeine Grenze überschritten war. Aber sie war gedanklich viel zu sehr mit ihrer Arbeit und dann mit diesem ovalen Ding da beschäftigt gewesen, als auf die Mimik und das Befinden ihres Gastes zu achten. Das rächte sich jetzt. Ob ihr Arbeitgeber ihr nachsehen würde, dass sie ohne Zustimmung des Gastes dessen Juwel berührt hatte? Wenn sie das denn überlebte. Die Prämie konnte sie wahrscheinlich vergessen. Verzweifelt trommelte sie mit ihren Fäusten auf die Schultern des Gastes, aber alles, was sie traf, war seine harte Schulterpanzerung, während ihre Kehle weiter stranguliert wurde.
Savage realisierte plötzlich, dass alle in der Cantina sich zu ihm herumgedreht hatten - jetzt, wo er wie ein riesiger Turm aufrecht neben seinem Tisch stand, seine Hand um den Hals der in der Luft hängenden, röchelnden Kellnerin. Er hörte entsetzte Schreie, sah, wie einer der Droiden an der Bar eifrig mit seinem Komlink hantierte. Da erst merkte Savage, dass es genug und vorbei war. Plötzlich, genauso schnell wie er angefangen hatte, ließ er von seinem Opfer ab. Er schleuderte Sassi quer über den Flur, um Abstand zu gewinnen, auf dass sich seine Verfolger zunächst um sein Opfer kümmern würden. Dann floh er in Richtung Ausgang.
Sassi erwachte aus ihrer Ohnmacht, in die sie gefallen war, nachdem der Zabrak sie quer durch den Raum auf den Boden geschleudert hatte. Als sie wieder zu sich kam und mit den Augen blinzelte, war das erste, was sie sah, eine Hüftkrawatte, die über ihr baumelte, während sich jemand zu ihr herunterbeugte. Für eine Sekunde erschrak sie, musste sie doch an diesen schrecklichen Zabrak denken, der auch so eine Hüftkrawatte getragen hatte. Die war anthrazitfarben gewesen, aber diese hier vor ihr war viel kleiner und sie war purpurrot. Sassi öffnete ihre Augen noch ein Stück und sah in das orangefarbene, mit weißen Mustern tätowierte Gesicht einer ziemlich jungen Togruta mit blau-weißen Lekkus, zu der die Hüftkrawatte gehörte.
„Hallo, geht es ihnen gut?", hörte Sassi das Mädchen sie freundlich und besorgt fragen, während ihr Begleiter, ein hochgewachsener Mann in traditioneller Jedi-Kluft mit braunen halblangen Haaren, blauen Augen und markantem, gespaltenem Kinn neben ihr stand, ein Lichtschwert am Gürtel, bereit es zu ihrem Schutz einzusetzen. Da wusste Sassi, dass der Alptraum vorbei und sie in Sicherheit war.
Savage Opress war wieder zurück in den Raumhafen zwischen die Container geflüchtet. Er lief eine Weile gehetzt im Zickzack durch die engen Gänge, die sich durch die Containermauern wanden, dann hielt er inne, um Luft zu holen, gewiss, dass ihm niemand aus der Cantina gefolgt war.
Er schämte sich. Wieder war es passiert. Wieder war er ausgeflippt wegen irgendeiner Kleinigkeit, die mit ein paar Worten, mit einer abwehrenden Geste leicht geradezubiegen gewesen wäre, die ihm leider in diesem fatalen Moment nicht eingefallen waren, weil er viel zu beschäftigt mit dieser Flimsi-Karte gewesen war. Weil seine Gedanken um Ventress und seinen unbekannten, seit langem verschollenen Bruder gekreist waren. Früher war ihm so etwas nie passiert. Als Nachtbruder lernte man früh, seine Emotionen zu zügeln, um das äsende und grasende Wild nicht zu verscheuchen, welches man jagen wollte. Oder um seinem Sparringpartner im Kampf in der Nachtbrudersiedlung keine Unsicherheit oder mangelnde Deckung zu offenbaren. Um gegenüber den manchmal unverschämten Nachtschwestern nicht das Gesicht zu verlieren.
Aber seit dieser seiner Verwandlung durch Mutter Talzin trug er so eine latente Spannung, einen schwelenden Hass in sich, was sich hin und wieder entladen musste. Aber doch nicht jetzt, wo der Erfolg seiner Mission auf dem Spiel stand! Schlimmstenfalls würden jetzt Polizisten auftauchen, wenn nicht gar Jedi, um ihn zu jagen. Oder er würde sich bestenfalls unmöglich und zum Gespött der Leute machen und dadurch ebenfalls unnötig Aufsehen erregen. Und nach seiner Niederlage gegen Count Dooku würde Mutter Talzin einen erneuten Misserfolg Savages nicht tolerieren. Diese Mission musste erfolgreich enden, wenn er nicht endgültig als verlorener Nachtbruder enden wollte.
Savage war jetzt bereits seit drei Wochen im Äußeren Rand unterwegs. Manchmal hatte sein Talisman geleuchtet, dann wieder nicht. Gelegentlich fühlte er sich von Mutter Talzin veralbert, verscheuchte diese Gedanken aber schnell wieder. Sie war die Einzige, die an ihn glaubte und der er jetzt noch vertrauen konnte. Aber heute hatte er infolge seines spontanen Ausbruchs in der Cantina noch nicht einmal etwas Ordentliches gegessen. Und nichts getrunken. Und an das ihm entgangene Vergnügen mit der Twi'lek-Frau wollte er jetzt gar nicht erst denken.
Endlich, als Savage gedankenverloren über die dicke Staubschicht strich, die auf einem alten Container lag, leuchtete sein Talisman wieder – so stark wie nie zuvor. Schon bald würde er herausfinden, woher der Staub kam, der ihn zum Leuchten gebracht hatte.
Die Luke des heruntergekommenen Müllfrachters war bereits im Begriff, sich zu schließen. Man hätte schon ein Terellianischer Parcour-Runner sein müssen, um diese Distanz der fast geschlossenen Einstiegsluke zu überwinden, aber Savage Opress hatte die Macht und die Macht war mit ihm. Ein Sprung in vier Meter Höhe und er flog durch den schmaler werdenden Spalt hinein ins Innere des Raumschiffs.
Wohlig streckte sich der Sakiyaner auf seinem Cockpitsessel aus. Er hatte gerade alle Schotten des Schiffs dicht gemacht. Seine Arbeit für heute war getan. Er würde jetzt noch einige Momente verschnaufen, dann würde er sich schlafen legen, bevor er morgen wieder zurückflog. Da hörte er von hinten ein Geräusch. Misstrauisch schrak der Pilot hoch. Blinde Passagiere waren niemals gut, vor allem nicht jetzt, wo er müde war und einfach nur schlafen wollte – hier im Schiff, um die Übernachtungskosten in den zu mietenden Schlafräumen zu sparen, wie Raumhafencantinas wie das Plop Dribble's Diner auf Stobar sie offerierten.
„Hey, was willst du denn hier? Ich hab jetzt Feierabend!", schnauzte er den gelben, dunkelgrau grau tätowierten Hünen an, der in Sichtweite kam.
„Die Fracht, die du gelöscht hast, woher kam die?", wollte der Fremde wissen.
„Von den Müllfeldern auf Lotho Minor. Und jetzt raus hier!"
Der riesige Zabrak ignorierte die Abfuhr - kam stattdessen auf ihn zu, hob ihn hoch. Die gelben Augen des Sakiyaners quollen aus ihren Höhlen, während die scharfbekrallten Finger des Eindringlings sich immer fester um seinen Hals legten. „Bring mich dorthin!"
„Ich flieg ja schon!", röchelte der Pilot gehorsam. „Auch wenn ich nicht wüsste, wieso!"
Der Würger ließ sein neuestes Opfer los. Halbwegs erleichtert drückte der Pilot ein paar Knöpfe, dann hob das Schiff auch schon vom Raumhafen Stobars ab.
„Und schon wieder muss ich zurück auf diese stinkende Müllkugel!", schnaubte der Sakiyaner, während der gelbe Mann ungerührt und unbeweglich hinter ihm stand, um sicherzugehen, dass seine Befehle befolgt wurden.
„Quatsch nicht, beeil dich!"
Savage wusste, wie er Widerstand brach und seinen Willen bekam. Und schon bald würden er und sein unbekannter Bruder wieder vereint sein, so wie es Mutter Talzin vorausgesagt hatte. Und Mutter Talzin hatte immer recht. Dieser neue Bruder würde ihm seinen anderen, verlorengegangenen Bruder ersetzen und er, Savage Opress, würde sich um ihn kümmern, so wie er es für den anderen getan hatte.
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Darth Maul hatte Hunger, wieder einmal. Es war nicht immer einfach, an Beute zu gelangen, auch nicht für den erfahrenen Anacondianer, der ihm schon seit vielen Jahren auf dem verlorenen Müllplaneten Gesellschaft leistete. Jetzt war Morley schon den ganzen Tag fort und er hatte in der Zeit vor seinem Feuer gesessen, gefaulenzt, gedöst, gelallt, geschrien. Aber wenn Maul eines wusste, dann, dass Morley entweder mit Beute zurückkehren würde oder gar nicht. Und bislang war die Schlange immer wieder zu ihm in die Höhle zurückgekehrt. Der heruntergekommene Sith sah keinen Anlass, auch heute an Morleys Wiederkehr zu zweifeln.
Da, ein Geräusch!
Maul horchte auf. Das klang nicht nach verirrter Beute, auch nicht nach dem schlängelnden Morley. Nein, den gleichmäßigen Schritten nach zu urteilen war es irgendein anderer Jäger, der ihn hier aufgespürt hatte. Maul stakste auf seinen acht Spinnenbeinen durch einen Gang, um sich Klarheit über das Geräusch zu verschaffen.
Dort, ein rotes Licht! Rot! Er kannte dieses Rot, wusste aber nicht, wo er es einordnen sollte. Das Rot am Ende des Tunnels wurde zu einem glühenden Streifen. Maul erinnerte sich. Einst hatte er solch einen roten Lichtstab gehabt, ihn jedoch im Laufe der Jahre verloren. Aber jetzt wollte er genauso einen wieder besitzen! Also lief er auf den Fremden zu.
Der zum Ausleuchten der Höhle genutzte Leuchtstab wurde von einer riesigen, gelben Pranke gehalten, die zum ebenso eindrucksvollen, rüstungsgepanzerten Leib eines Humanoiden gehörte, der auf dem Kopf Hörner wie Maul selbst hatte. Der rote Zabrak hatte seine Hörner früher immer mit einem Taschenmesser auf eine bestimmte Länge getrimmt, weil er ansonsten überall hängengeblieben wäre – und weil es besser aussah. Aber hier in der Höhle bei seiner Größe war ihm das egal geworden und so waren seine Hörner jetzt viermal so lang, wie er sie früher getragen hatte. Aber auch das wusste er nicht mehr.
Maul fragte sich, wie oft wohl dieser riesige Mann vor ihm mit seinen Hörnern irgendwo oben anecken mochte so wie jetzt gerade an der Höhlendecke. Er schaute auf die Kette mit dem seltsamen Anhänger, die der große Mann um seinen Hals trug. Auch der Anhänger kam ihm vertraut vor.
Maul machte einen Satz auf den Fremden zu, wollte ihm den Stab abnehmen, aber der Mann wehrte sich.
„Du bist der Bruder, den ich gesucht habe!", sagte der Fremde zu ihm.
„Nein!"
„Doch, wir stammen vom selben Blut ab. Wir sind Brüder!"
„Nein! Nein!"
Maul versuchte einen anderen Angriffspunkt, aber der Gelbe blockte auch den. Er sah den ovalen Anhänger an dessen Kette nun ganz dicht vor seinen Augen. Der Anhänger leuchtete bläulich auf und Maul erinnerte sich plötzlich an einen wilden Planeten, wo er einst mit vielen Gleichaltrigen gewesen war, bevor eine rotgekleidete Frau ihn von dort fortgenommen hatte. Oder hatte sie es lediglich versucht?
„Von weit, weit oben, dein Sturz ist so tief, so lass nicht los.
Von weit, weit oben, klein wird sein, was einst war groß."
Savages gelbe Augen verstanden nicht. „Bruder?"
„Ich bitte nicht um Vergebung, sondern um Erlaubnis. Denk immer daran, ich bin ein Jäger. Denk immer daran, ich bin Dreck. Denk immer daran, ich bin ein Nichts!", lamentierte Maul.
„Was redest du da, Bruder?"
Ein raschelndes Krauchen unterbrach Mauls Begegnung mit dem Mann, der ihn Bruder nannte.
„Jetzt mach ich mich über die Reste her!", krächzte es in Vorfreude von vielleicht zehn Metern Entfernung. Morley kam um die Ecke gekrochen.
„Na, Großer, du lebst ja noch", keuchte Morley überrascht.
Savage fuhr herum. Ein Griff und er hatte die Schlange am Hals gepackt. „Du! Hast du das meinem Bruder angetan. Antworte mir!"
„Ich … ich hab ihn so gefunden."
„Ich glaub dir kein Wort, du schleimiger Lügner! Du hättest ihm helfen müssen!"
„Ich wusste es nicht. Ich …"
Ein lautes Knacken seiner Wirbelsäule beendete Morleys Leben. Achtlos warf Savage den Schlangenkadaver zur Seite. Seinem neugefundenen Bruder schien der Verlust der Schlange nicht sonderlich nahezugehen.
Maul kicherte vor sich hin, während er dabei zusah, wie der Gelbe kurzen Prozess mit seinem langjährigen Weggefährten machte. Trotz aller Wohltaten, die Morley ihm in den vergangenen Jahren hatte angedeihen lassen, hatte Maul das Knackgeräusch genossen. Was mussten niedere Wesen auch immer so schwatzhaft und leicht zu durchschauen sein? Außerdem erinnerte er sich plötzlich daran, dass ihm derselbe Morley einst gesagt hatte, dass dieser Müllplanet bis zum Ende seiner Tage sein Zuhause sein würde.
Jetzt, mit diesem Knacken, wusste Maul, dass seine Zeit auf Lotho Minor vorüber war. Jetzt, wo Morley nicht mehr war, würde sich dieser Mann, der offensichtlich wirklich keine schlechten Absichten hatte, seiner annehmen. Zeit, sich ihm zu öffnen – zumindest etwas.
Das blaue und das rote Leuchten bahnten sich zusammen einen Weg in Mauls Hirn. Der verwahrloste Zabrak wurde plötzlich mit vielerlei Erinnerung überflutet, so vielen, dass es nur so aus ihm heraussprudelte, was für so lange Zeit verborgen und verschüttet gewesen war.
„Jahr um Jahr um Jahr. In all der Zeit sind meine Träume zerbrochen wie Ketten, aber die Ketten sind der leichte Part. Das schlimmste ist, was hier drin vorgeht!", klagte Maul, fasste sich mit beiden Händen an den Kopf und heulte gepeinigt auf.
„Erinnerst du dich daran, wer du bist, woher du kommst?"
Maul gab keine Antwort. Savages Blick glitt über den achtbeinigen Unterleib seines Bruders. „Wer hat dir das angetan?"
„Meine Beine! Dieser Jedi-Abschaum hat sie mir genommen!"
„Wer genau?", hakte Savage nach.
„Kenobi!"
Savage lächelte. Er war auf dem richtigen Weg, um seinen Bruder zurückzuholen. „Und was willst du jetzt tun, Bruder?"
Mauls goldene Augen glommen ihn an. „Rache! Ich will Rache!"
„Dann komm mit mir heim nach Dathomir", erwiderte Savage und wandte sich zum Ausgang. „Mutter Talzin erwartet bereits deine Rückkehr."
„Mutter Talzin", murmelte Maul.
Er erinnerte sich daran, dass diese Mutter Talzin ihn bereits einmal nach Dathomir mitnehmen wollte. Ja, genau auf diesem wilden Planeten von vorhin. Sie war die rotgekleidete Frau auf dem Llian gewesen, die ihm zusammen mit den Schwestern aufgelauert hatte. Aber warum Dathomir? Und was hatte er eigentlich damals auf dem wilden Planeten getrieben?
Es gab sicherlich komfortablere Raumschiffe als das, mit dem Savage Opress nach Lotho Minor gekommen war, um seinen Bruder zu finden und zu retten. Für Maul jedoch war es aufregend, mit seinem neugewonnenen Bruder an einem Ort zu sein, der nicht mit Knochen und anderem Unrat übersät war, wie er es von seiner Höhle und dem Rest des Müllplaneten kannte. Stattdessen befand er sich mit ihm in einem Raumschiff, das hell erleuchtet war und sich zu alledem noch von dieser Müllhalde fortbewegte, die so lange sein Zuhause gewesen war, dass er vergessen hatte, wie lange genau. Diese Wendung seines besiegelt geglaubten Schicksals war so aufregend für Maul, dass er ausflippte, derart ausflippte, dass ihn sein Bruder in einen Käfig sperren musste, bis sie Dathomir endlich erreicht hatten.
Die Einstiegsluke des heruntergekommenen Frachters öffnete sich. Savage stieg aus, um Mutter Talzin zu begrüßen und ihr die Kette mit dem Talisman wieder zurückzugeben.
Talzin belohnte ihn mit einem huldvollen Blick. „Willkommen daheim, Savage. Ich wusste, es würde dir gelingen."
Savage sah sich um. So vieles war anders an dem Ort, den er vor drei Wochen verlassen hatte. Mutter Talzin war allein. Die Nachtschwesternsiedlung wirkte verwaist. In der Ferne fielen ihm verbrannte Bäume, zerstörtes Unterholz auf. Und als Savages gelbe Augen den Boden scannten, sah er die Leichen.
„Was ist hier passiert? Wo sind die anderen Schwestern?"
Talzins Miene wurde ernst. „Dooku hat seine Lakaien geschickt, um uns zu vernichten. Aber wir werden überleben. Wir haben immer überlebt."
„Ist Ventress wieder zurückgekommen?", wagte Savage Mutter Talzin zu fragen.
„Sie war hier, aber ich habe sie fortgeschickt. Sie hat dich schmählich verraten und im Stich gelassen und sie hat Schande und Verderben über die Nachtschwestern gebracht. Ihr ist ein anderes Schicksal bestimmt. Dein Platz jedoch wird von nun an an deines Bruders Seite sein. Du solltest ihn jetzt zu mir bringen."
Savage wandte sich um und ging zurück ins Raumschiff, um den Käfig zu öffnen. Maul sah einen Ball grünen Lichts, welcher ihn von außerhalb des Raumschiffs anglühte. Er hatte dieses grüne Licht schon einmal gesehen – ganz früher. Damals hatte es ihm etwas Besonderes verliehen, jetzt jedoch symbolisierte es einfach nur eines – Heimat – genau wie die rotgekleidete Frau, von der er wusste, dass es die Frau von dem wilden Planeten war – Mutter Talzin.
„Komm zu mir! Komm zu mir! Kind von Dathomir! Komm!", rief ihm die Oberste Nachtschwester zu.
Maul lief auf seinen Spinnenbeinen auf das grüne Licht zu. Ja, er wollte wieder heim. Schon bald würde ihm geholfen werden.
Darth Maul bestieg den großen Tisch, auf welchem vor ihm bereits Savage Opress und davor Asajj Ventress gelegen hatten. Mutter Talzin tippte ihrem Sohn an die Stirn.
„Und jetzt, schlaf ein!"
Maul fiel mit dem Oberkörper nach hinten auf den steinernen Tisch. Sein Unterleib fiel von ihm ab, als hätte jener niemals dort unten seinen Dienst verrichtet. Erst jetzt erkannte sein Bruder, dass Maul diesen Unterleib die ganze Zeit über lediglich mithilfe der Macht an seinem verletzten Oberkörper gehalten hatte.
In grünen Hexennebel eingehüllt, von Zaubersprüchen in einen heilsamen Tiefschlaf versetzt, durchlebte Darth Maul den letzten großen Schmerz, der ihn endgültig aus Lotho Minor wegbringen und sein Gedächtnis wieder herstellen sollte.
Ein Wink von Mutter Talzin und seine Hörner erhielten wieder ihre frühere, handlichere Größe. Ächzen und Stöhnen entwanden sich Mauls Kehle, während seine versehrte Unterseite in der Glut des Neuerschaffens ein neues Becken und darunter zwei äußerst gelenkige Stahlbeine erhielt, während er all das erneut durchlebte, an was er sich gleich wieder erinnern würde.
Der wiedergeborene Maul lag ruhig und friedlich auf Mutter Talzins Zaubertisch. Sein Atem ging ruhig und seine Augen zuckten nicht mehr wie während der Heilungsprozedur. Die oberste Nachtschwester tippte erneut mit dem Zeigefinger an Mauls Stirn.
„Erhebe dich, Maul, wiedergeborener Sohn von Dathomir!"
Mauls Augenlider zuckten. Er öffnete seine goldenen Augen, richtete seinen Oberkörper vom steinernen Tisch auf. In diesem Moment verschwand Mutter Talzin und ließ die Brüder allein.
„Bruder?", sprach Savage ihn an.
Mauls suchende Hand ergriff Savages Kinn. „Bruder!", sagte er und mit diesem Wort wusste Savage, dass Maul ihn als Bruder akzeptierte.
Savage öffnete seine Hand und Maul erblickte sein Lichtschwert darin, zumindest die Hälfte dessen, was es vor Naboo gewesen war.
„Du kannst noch einmal neu beginnen, Bruder", sagte Savage und Maul griff zu.
Mithilfe der Macht schwebte das Lichtschwert zurück in seine rote Hand.
„Woher hast du das, Bruder?"
„Mein Name ist Savage, Savage Opress", begann der andere. „Mutter Talzin hat nicht nur dein Blut von Orsis aufbewahrt, damit ich dich auf Lotho Minor wiederfinden konnte. Sie hat auch die übrige Hälfte deines Lichtschwerts auf Naboo geborgen und wiederherstellen lassen. Nimm es!"
Orsis. So also hieß der wilde Planet. Jetzt ergab alles einen Sinn. Und es gab ein Ziel.
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Obi-Wan Kenobi hatte ein mieses Gefühl, als Meister Yoda ihn in den Holo-Komm-Raum des Jeditempels kommen ließ. Sobald der grüne Großmeister die Holo-Nachricht aktivierte, erinnerte er sich an die Aufnahme auf Devaron, wo jener Zabrak, den ihm Mutter Talzin später als Savage Opress identifiziert hatte, Meister Halsey, dessen nautolanischen Padawan sowie etliche Klonsoldaten dahingemetzelt hatte. Damals hatte er nur für eine Sekunde gedacht, dass Darth Maul wieder zurückgekehrt sei, bevor er seinen Irrtum erkannt hatte.
Dieser Zabrak hier auf Raydonia jedoch war ohne jeden Zweifel Darth Maul. Obi-Wan würde diese golden brennenden Augen niemals vergessen – jetzt hörte er die Stimme dazu – eine Stimme so schleifend wie Schmirgelpapier, so leise und drohend, wie er Maul bereits stumm von Tatooine in Erinnerung hatte. Obi-Wan Kenobi sah auch die verstörten Zivilisten, die von dem Zabrak sichtlich in Schach gehalten wurden.
„Bald klebt noch mehr Blut dieser Unschuldigen an deinen Händen, Kenobi! Es sei denn, du kommst hierher und stellst dich mir. Ansonsten wird diese Welt …"
Mauls rote Klinge vollführte einen Querschlag. Die Männer, Frauen und Kinder im Hintergrund wurden dahingemäht.
„… verbrennen!", vollendete Darth Maul seinen Satz.
Obi-Wan schaute die anderen Ratsmitglieder an. „Ja, er ist es. Und ich werde nach Raydonia reisen und es beenden – diesmal für immer."
„Allein? Das ist zu gefährlich!", mischte sich Meister Windu ein.
„Entgegen aller Vernunft – zustimmen Obi-Wan – ich muss. Was einst begonnen – beenden er muss", widersprach ihm Yoda.
„Ich vermute eine Falle! Wir stellen Euch besser eine Einheit Klonsoldaten zur Seite", bot Mace Windu Obi-Wan an.
Yoda lächelte ein Lächeln der Zuversicht. „Auf Raydonia nicht allein, Obi-Wan wird sein. Ein unerwarteter Verbündeter – begleiten ihn wird."
Als Obi-Wan auf Raydonia eintraf, erwartete ihn die typische Trostlosigkeit der Randgebiete der Galaxis. Das düstere Glimmen des Himmels und der Pflanzenwelt erinnerte ihn an seinen Besuch auf Dathomir vor einem Monat - mit dem Unterschied, dass sich hier zusätzlich Zerstörung breitgemacht hatte. Und Mord, wie die Leiche einer Frau auf seinem Weg kündete. Ein Droide rollte immer wieder quietschend gegen eine Hauswand. Obi-Wan erhob seine Hand und die Macht beendete das mechanische Leid. Der Droide blieb an der Wand stehen und rührte sich nicht mehr.
Ganz in der Nähe erblickte der Jedi-Meister einen brennenden Müllberg, auf welchem ein roter Mann thronte. Nicht irgendein Mann. Einer mit Hörnern, einem Lichtschwert – und unglaublich langen mechanischen Beinen.
„Jedi! Ich habe schon auf dich gewartet!"
Obi-Wan setzte eine unbeteiligte Miene auf. „Ich wüsste nicht, dass wir uns bereits kennen."
„Ich bin überrascht, dass du mich so schnell vergessen hast", grollte Maul wie erwartet zurück. „Ich tötete damals deinen Meister auf Naboo."
„Du bist es."
„Du magst mich vielleicht vergessen haben, aber ich werde dich niemals vergessen! Du hast ja keine Ahnung, welche Mühen ich auf mich genommen habe, um am Leben zu bleiben – nur angespornt durch meinen abgrundtiefen Hass auf dich!"
„Das mag ja sein", gab Obi-Wan herablassend zurück. „Aber ich habe dich damals besiegt. Und ich besiege dich auch heute", sagte Obi-Wan entschlossen und aktivierte seine blaue Klinge.
Maul lachte tückisch. „Sei dir da mal nicht so sicher!"
Obi-Wan fühlte einen Lufthauch hinter sich, der seiner Erfahrung nach daher rührte, dass jemand hinter ihm heruntergesprungen war. Sofort wandte sich der Jedi um – und sah Savage Opress direkt in die goldenen Augen. Das war also die Falle, die Meister Windu vermutet hatte.
„Du?", entfuhr es Obi-Wan.
Er kannte den gelben Zabrak und dessen rohe Macht bereits von Dookus Dreadnought-Schiff und davor von einer Mission nach Toydaria. Das aktivierte rote Lichtschwert in der Hand des anderen Zabraks ließ keinen Zweifel an dessen Absichten. Wenn doch nur jetzt Anakin bei ihm wäre!
Maul weidete sich an der gelungenen Überrumpelung seines Erzfeindes. Er sah noch eine Weile zu, wie sein Bruder und Savage einige Hiebe austauschten, dann sprang er in einem gigantischen, durch die Macht verstärkten Sprung vom Müllhaufen und landete hinter Obi-Wan, um den Jedi zusammen mit seinem Bruder einzukreisen und fertigzumachen.
Savages seitlich von oben geführter Querhieb war so mächtig, dass Obi-Wan taumelte und aus der Balance geriet. Das reichte seinem Gegner. Eine Volldrehung zur Entfaltung von Savages gesamter Kraft für den darauf folgenden seitlichen Schwinger, gedeckt von der roten Klinge, hieb Obi-Wan vom Boden und ließ ihn Maul vor die Füße rollern. Das Lichtschwert entglitt seiner hart auf dem Boden aufkommenden Hand. Reflexhaft streckte Obi-Wan jene Hand aus, um die Waffe mithilfe der Macht zurückzuerlangen. Der rote Zabrak über ihm ebenso. Maul hatte den energischeren Griff – der silberne Zylinder flog von Obi-Wan fort.
Obi-Wan sah von unten zu, wie Maul seine Trophäe an den Gürtel klippte. Das war jetzt bereits das zweite Mal, dass er durch ihn seines Lichtschwerts verlustig ging. Wackelig richtete er sich wieder auf, um von Maul mithilfe der Macht einen Stoß vor die Brust zu bekommen, der ihn von ihm fort und erneut zu Boden warf.
Obi-Wan schaute zu Savage Opress auf. Irgendetwas würde ihm schon einfallen; irgendeine Schwäche seines gelben Gegners würde er nutzen, bevor er sich Mauls annehmen würde. So lange war der gelbe Hüne über ihm noch nicht mit der Macht vertraut, das spürte er – aber wo, bei den neun Höllen Corellias, war jener unerwartete Verbündete, von dem Meister Yoda im Tempel gesprochen hatte? Obi-Wan schalt sich, nicht auf Meister Windu gehört und ein paar Klonsoldaten mitgenommen zu haben. Andererseits bewahrheiteten sich Yodas Ankündigungen meistens. Er brauchte also nur noch etwas Geduld.
Obi-Wan erhob sich – nur, um von Savage einen Fausthieb vor den Kopf gedonnert zu bekommen. Dem Jedi wurde schwarz vor Augen; er fiel erneut zu Boden, dann verlor er das Bewusstsein.
Note der Autorin: In diesem Kapitel finden sich viele Ereignisse aus Staffel 4 (Ep. Brüder, Rache) von The Clone Wars wieder.
Wie Maul eine Hälfte seines Lichtschwerts wieder zurückbekommt, ist in „Brüder" nicht so ganz ersichtlich. Savage hält es nach Mauls Heilung einfach in der Hand und Maul greift mit der Macht danach. Ich habe auch in der Literatur nichts Brauchbares darüber finden können. Die eine Hälfte ist auf Naboo während des Kampfes mit Obi-Wan kaputtgegangen. Also habe ich mir eine eigene Geschichte dazu ausgedacht.
