Kapitel 11
Hermine verbrachte die nächsten Wochen welche vergingen zusammengerollt auf der Couch in der Bibliothek und starrend ins Feuer. Sie hatte eine bedingte Wiederaufnahme zu den Auroren bekommen, nachdem Harry und Moody es beantragt hatten, doch sie hatte abgelehnt. Jetzt wo Voldemort tot war, wollte sie sich auf etwas weniger praktisches konzentrieren und mehr auf etwas Interessantes. Vielleicht irgendeine Art Forschung von Zaubersprüchen oder Zaubertrankentwicklung. Es war hart einen Weg zu wählen, wenn all ihre Gedanken immer wieder zu ihrem ehemaligen Geliebten wanderten. Er hatte sie geliebt, natürlich hatte er das. Sie hätte es sehen müssen. Warum sonst hätte er sie beschützt, sie freigelassen und sich gegen den dunklen Lord gestellt haben sollten? War sie der einzige Grund gewesen, warum er sich gegen die Todesser gewandt hatte? Es gab eine Horde Abtrünniger Todesser überall im Land. Würde er jetzt zurück zu dem alten Leben kehren? Würde er ihnen wieder beitreten, da sie ihn zurückgewiesen hatte? Sie starrte ins Feuer und wiegte ihre Möglichkeiten ab.
So fand Harry sie später als er von der Arbeit zurückkam. Er setzte sich auf die Couch neben sie und legte ein kleines Stück Papier in ihre Hand. Auf dem Papier waren eine Gruppe von Apparationskoordinaten. Sie sah ihn neugierig an.
"Alle ehemaligen Todesser sind dazu verpflichtet ihren Aufenthaltsort bei dem Ministerium zu registrieren."
Sie musste nicht nachfragen, welcher ehemalige Todesser sich an diesen Kooridaten aufhielt.
„Es ist nicht das Malfoy Anwesen", sann sie und starrte auf die Koordinaten.
"Nein, ist es nicht."
"Weißt du wohin sie führen?"
"Der Vorwahl nach...vielleicht irgendwo nach Spanien. Das ist alles was ich weiß."
Sie war erleichtert von der Tatsache, dass es nicht das Malfoy Haus war, dass er nicht einfach zurück zu seinem alten Leben gekehrt war.
„Wirst du hingehen?"
„Ich weiß es nicht. Ich weiß nicht ob ich kann." Sie reichte ihm das Stück Papier zurück und ging hinauf in ihr Zimmer und zu Bett.
Sie kam wieder nach unten in die Küche am nächsten Morgen. Das Stück Papier lag auf dem Küchentisch. Sie starrte auf die Tür. Die Tür, durch welche er gegangen war und ihr Leben für immer verlassen hatte. Sie nahm das Papier und apparierte.
Der Apparationspunkt war am Rande des Anwesens, doch erlaubte einen klaren Blick auf das in der Ferne gelegene Haus. Das Haus war nichts was sie sich erwartet hätte. Als sie sich ihm näherte, bekam sie einen besseren Überblick von dem modernen Haus aus Glas. Das Haus sagte ihr alles was Draco ihr nicht sagen konnte. Es war so anders im Gegensatz zum schweren Stein des Malfoy Anwesens wie es nur konnte. Das Haus schien so leicht, kaum auf dem Boden und ganz aus Stahl und Glas, mehr nicht.
Das Haus sagte ihr, dass er seine Vergangenheit hinter sich gelassen hatte. Geschichte und Tradition waren für Licht und Luft geopfert worden. Das Malfoy Haus hatte geheime Räume und Gänge versteckt unter dem Stein, während dieses Haus nur Glas hatte. Es gab keinen Platz um Geheimnisse zu verstecken. Das Haus hatte nur wenige Mauern innen und ließ einfach einen Raum zum nächsten führen. Nur ein Mann der einige Zeit in Azkaban verbracht hatte konnte solch eine Freiheit wollen.
Sie ging zum Haus hin, hinauf auf den Hügel, auf dem schmalen Weg welcher von wilden Gräsern und Blumen überwuchert war. Alles war still bis auf das gelegentliche Sträuben des Windes durch das Gras.
Als sie zum Haus gelangte, fand sie die Eingangstür unverschlossen. Sie schlich leise ins Haus und fand es innen so hell und luftig wie es von außen auch wirkte. Es war sauber und freigelegt. Sie ging durch die Küche und strich ihre Hand leicht über den Rand der Platte.
Nachdem sie das Ende der Küche erreicht hatte, fand sie sich vor einer großen gläsernen Schiebetür, welche fast schon durchsichtig schien und die ganze Natur draußen in das Haus einließ. Sie schritt nach draußen und bemerkte das Wasser im Schwimmbecken plätschern. Als sie ins Becken sah, entdeckte sie einen Körper Unterwasser schwimmen, welcher das Plätschern verursachte. Sie sah ihm beim Schwimmen zu, hypnotisiert von seinen Bewegungen.
Schließlich kam er hoch um nach Luft zu schnappen und sah sie im Sonnenschein stehen und auf ihn blickend.
Er zog sich aus dem Becken und ging auf sie zu. Das Wasser tropfte von seinem Körper. Sie brauchte nichts zu sagen. Sie war gekommen, das sagte ihm alles was er zu wissen brauchte. Die Tatsache, dass er nass war ignorierend, zog er sie an sich und umarmte sie. Er hielt sie einfach nur fest und das Wasser durchnässte ihre Kleidung.
Nach allem was so kompliziert an ihrer gemeinsamen Situation gewesen war, endete es jetzt in der einfachsten Form wie nur möglich. Er hatte die Tür für sie offen gelassen und sie war zu ihm gekommen.
