Vielen Dank für die lieben Reviews, Mimamu, Boomshaker41 und Padme! Ich liebe es wenn Severus Eifersüchtig wird! ;)
Leider weiß ich immer noch nicht was ich wegen der Absätze falsch mache. :(
11 Ein Baharal und ein Kuss!
Einige Stunden früher.
Voldemort ließ sein Gebräu köcheln und blickte abwechselnd immer wieder auf die Notizen die Severus zu dem Text in der alten Schriftrolle gemacht hatte. Akribisch hatte dieser Text für Text, Stelle für Stelle übersetzt und das über mehrer Monate hinweg. Er traute ihm schon lange nicht mehr und hatte ihn jedes Mal nach beenden seiner Arbeit mit einem Vergessenszauber ohne das dieser es merkte belegt.
Beruhig sah er in den Kessel, der Sud hatte die richtige Farbe. Schließlich hatte es sich doch bezahlt gemacht, dass dieser solange in Hogwarts das Fach für Zaubertränke unterrichtete. Er war der Beste. Schade eigentlich, dass er ihm das nie sagen konnte, nun war es egal. Dieser hatte seinen Zweck erfüllt, bis auf einen, er war nicht tot, aber er hatte ihm ein wenn auch unbewusst wertvolles Geschenk gemacht. Diese alte Schriftrolle war keine gewöhnliche auf der Zaubertränke standen, oh nein.
Diese ermöglichte ihm die perfekte Armee zu schaffen. Kleine Bösartige Kreaturen, die nur zu willig dem Befehl ihres Schöpfers folgten. Sie kannten kein Mitleid keine Gnade, sie waren Seelenlos und somit genau das was er brauchte. Dumbledore war ein Narr, wenn er dachte er könnte so etwas vor ihm verbergen. Das war sein größter Fehler, seine Überheblichkeit. Mit Freuden wird er ihm diese vom Gesicht wischen, wenn er ihm im Sieg gegenüber stand.
Er war seinem Ziel schon so nahe, greifbar nahe. Erneut ließ er seine knochigen Finger über die Seite gleiten, gab Zutaten in den Kessel und rührte bedächtig um. Leise murmelte er alte Worte vor sich hin, die Lider dabei halbgeschlossen. Dann langte er nach der letzten Zutat, eine junge Alraune. Laut schrie sie, mit einem beiläufigen Wink seiner Hand brachte er sie zum schweigen. Sie war der Körper aus dem das neue Leben entstehen sollte. Er warf sie in den Kessel, fügte noch Knochen einer Katze und eines Drachen bei und begann erneut um zu rühren.
Dann stach er sich mit einem Spitzen Dolch in die Hand und ließ sein Blut in den Topf fließen. Schwarzer Rauch stieg auf und hüllte den Keller ein. Voldemort konnte kaum die Hand vor Augen sehen. Als sich der Rauch wieder legte erblickte er ein kleines Etwas auf dem Boden. Es krümmte sich unter starken Schmerzen und schrie immer wieder heißer auf.
Seine Stimme klang wie wenn man mit Stahlnägeln über eine Metallplatte kratzt – widerlich. Zärtlich betrachtete er seine Schöpfung. Auf dem Boden lag ein rosafarbenes Etwas mit langen scharfen Klauen, in seinem Maul blitzten rasiermesserscharfe Zähne. Es wirkte noch nicht richtig fertig, schon begann sich seine Haut blau zu färben. Vorsichtig hüllte er die kleine Gestalt in einen schwarzen Umhang.
„Ich bin dein Meister!" klärte er den Baharal auf, dieses musterte ihn mit leeren schwarzen Augen. Baharals gehören zur Familie der Dementoren, nur gehorchten Baharal allein ihrem Schöpfer den sie waren an diesen durch sein Blut gebunden und ein Kampf mit ihnen war erst beendet, wenn der Baharal oder der Gegner tot war.
„Ich habe Barty verfolgt, wie er euch verfolgte und es war nicht gerade erbaulich!" meinte Lupin leicht erbost. Ihm taten die Füße weh vom sinnlosen herumlaufen durch ganz London.
„Ich weiß!" erwiderte Harry. „Ich hab so ein komisches Gefühl. Ich meine es hat so was von Beschäftigungstherapie!" stieß er frustriert hervor.
„Was will er?" stellte er die Frage in den Raum.
„Tja das frage ich mich auch. Du denkst er möchte uns auf Trapp halten um uns von was abzulenken?"
Harry zuckte mit den Schultern, er hatte keine Ahnung.
„Ob er von Snape und Hermione weiß? Vielleicht ahnte er, dass sie sich irgendwo verstecken?"
„Vielleicht treibt er mit uns sein Spiel, weil er im Grunde sein eigentliches Ziel damit tarnen will." mischte sich Tonks ein.
Sie glaubte dass Harry Recht hatte. Das was sie heute mit ihren Feinden veranstaltet hatten, hatte etwas von einem Kinderspiel an sich.
„Voldemort ist nicht dumm und wir können davon ausgehen, so aktiv wie er jetzt wieder ist, dass er etwas im Schilde führt." Gab Ginny zu Bedenken. Die Tür öffnete sich und Neville trat ein.
„Ich war heute bei Hermione!" eröffnete er den anderen.
„Und?" fragten alle vier gleichzeitig zurück.
„Ich bin nicht lange geblieben, aber scheinbar geht es Snape noch immer nicht gut. Dumbledore denkt es liegt an einem Fluch!" erzählte er düster und geheimnisvoll.
„Was weiß Severus? Was macht ihn für Voldemort so bedeutend?" Remus sah Neville ernst an, so dass sich dieser unwohl zu fühlen begann.
„Lass sie mich auf der Stelle los, Miss Granger und unterstehen sie sich mich zu duzen!" fuhr er sie finster an, was sie in diesem Augenblick wenig beeindruckte.
„Du" begann sie, dabei das du stark betonend. „Kannst mich wieder anbrüllen, wenn ich dich in dein Zimmer gebracht habe! Alles klar?" wies sie ihn streng zurecht.
„Wie können…." Brauste er auf, er würde sich sicher nicht so behandeln lassen.
„Wie ich es wagen kann? Ganz einfach, momentan bin ich die Stärkere von uns zweien! Erst wenn sie wieder groß und stark sind, erst dann dürfen sie mir widerstand leisten, aber jetzt gehen wir brav ins Bett!"
Sie hatte keine Ahnung was sie in ihm mit diesen Worten auslöste. Er dachte wieder an letzte Nacht, als er sie in den Armen hielt und sie sich vertrauensvoll an ihn schmiegte.
Du bist dem Himmel näher als du denkst!
Verlor er allmählich den Verstand? War es das, was der Fluch noch bewirkte? Er sah Dinge die es nicht gab. Es war mehr als offensichtlich, dass Miss Granger nicht verfolgt wurde. Als er schwer auf sie gestützt die Treppe hoch humpelte musste er sie das Fragen.
„Ist ihnen draußen wer gefolgt?"
Erstaunt sah sie ihn an, dann schüttelte sie verneinend den Kopf.
„Nein ich war ganz alleine! Warum?"
Sie hatten das Ende der Treppe erreicht und mussten nur noch das kurze Stück über den Flur zurücklegen.
„Ich verliere langsam den Verstand!" stieß er hervor und versuchte dabei völlig emotionslos zu klingen, schaffte es aber nicht ganz.
Hermione sah und hörte die Verzweiflung die hinter seinen Worten stand. Sie blieb stehen und sah hoch zu ihm.
„Nein das tust du nicht!" erklärte sie bestimmt.
„Warum sehe ich dann Dinge die nicht da sind?"
„Wie meinen Verfolger?"
„Warum habe ich diese merkwürdigen Träume?"
„Träume?"
Immer noch standen sie sich im engen Flur gegenüber und sahen einander an. Sahen sich tief in die Augen. Und dann war sie wieder da! Zwischen ihnen herrschte eine eigenartige Spannung, die sie beide anzog, der sie sich nicht entziehen konnten und auch in diesem Moment nicht wollten.
Hermione tat einen heftigen Atemzug, sie hatte glatt vergessen zu Atmen, so sehr nahm er sie gefangen. Er beugte leicht den Kopf, er musste es wissen und ehe einer von ihnen reagieren konnte presste er fest seinen Mund auf ihren.
Hermiones Augen weiteten sich und sie stand wie erstarrt da. Doch dann stöhnte sie an seinem Mund, schloss die Augen und begann ihn zu küssen. Wie im Fieber glitten ihre Lippen über seine. Er zog sie fest an sich und erwiderte hungrig ihren Kuss.
Heftig stieß sie ihn von sich. Keuchend standen sie einander im Flur gegenüber.
„Wie…"
„Ich habe keine Ahnung!" erwiderte er ruhig und ging in sein Zimmer.
Dort angekommen machte er noch eine neue Entdeckung. Nicht nur das Hermione zu küssen, das Beste war was er seit einer Ewigkeit erlebt hatte und er sich insgeheim wünschte genau das zu wiederholen, er hatte das erste Mal seit Tagen keine Schmerzen.
Leise schritt er erneut zum Fenster und starrte hinaus. Die Stunden verstrichen. Der Tag begann zu schwinden und wich der Nacht und er stand immer noch dort. Sein Gesicht spiegelte sich in der Scheibe, aber das war es nicht was er sah. Er sah sie.
„All die Jahre habe ich für dich gelebt. Jeder Tag begann mit dir und neigte sich mit dir dem Ende. Du hast mich an meinem Leben festhalten lassen und jetzt? Es gibt nichts das ich mehr verachte und hasse als ihn. Er hat dich mir genommen. Aber genauso wenn nicht mehr verachte ich mich. Ich habe dich verraten. Wegen mir musstest du sterben. Ich liebe dich so sehr. Du bist in jedem meiner Atemzüge."
Müde senkte er sein Haupt. Es war ihm als wäre sie hier und strich ihm beruhigend über den Kopf.
„Ich habe sie geküsst!" gestand er ihr.
„20 Jahre hab ich festgehalten! An meiner Liebe. An dir!"
Severus schlug die Hände vors Gesicht und verbarg sich dahinter. Wieder schüttelte er sein Haupt. Seine Augen begannen feucht zu schimmern und erneut sah er in die Glasscheibe. Sanft strich er mit den Fingerspitzen über das Glas.
„Ist es möglich? Kann ich wieder fühlen? Lieben?"
„Ich kann mit Glück nicht umgehen, ich verliere es!" resigniert senkte er seinen Kopf.
„Ich verrate dich erneut!" beschämt sah er zum Boden.
Das hatte sie nicht verdient! Einst hatte er seine Liebe zu ihr über alles andere gestellt, selbst über sich selbst und nun war er mit einer für ihn viel zu jungen Frau ein paar Tage alleine und seine Hormone spielten verrückt.
Entschlossen strafte er sich und sah in die dunkle leere Scheibe.
„Ich werde sie nie wieder berühren, das verspreche ich dir!" erklärte er ernst und wandte sich müde seinem Bett zu.
Er wollte nur mehr schlafen, vergessen, nicht nachdenken, alles aus seinem Kopf verbannen, sich der Dunkelheit und dem Vergessen hingeben.
Hermione stand lange im Flur an die Wand gelehnt, schwer atmend. Was geschah hier mit ihnen? Verwirrt, glücklich, durcheinander, aufgewühlt so fühlte sie sich und sie konnte irgendwie alles nicht einordnen. War sie verwirrt und aufgewühlt weil sie glücklich war. Oder war sie glücklich weil sie verwirrt war. Stumm sah sie auf Severus Schlafzimmertür. Wie von selbst ging sie darauf zu und strich sanft mit den Fingerspitzen über das Holz.
Er hatte sie geküsst und es war schön gewesen. Sehr schön sogar, fast noch schöner als in seinen Armen einzuschlafen. Er hatte eine so beruhigende wie aufregende Wirkung auf sie. Das das ein Widerspruch in sich war störte sie nicht, denn es war wahr.
Er war keine Schönheit, aber er hatte etwas an sich…..Waren es seine Augen? Diese unergründlichen schwarzen Tiefen in denen eine sprühende Lebendigkeit steckte die jedes Mal wenn er sie damit zu lange ansah auf sie übersprang?
Oder seine schlanken Hände die einen so sanft halten konnten, dass man sich wünschte ewig in diesen Händen, Armen gefangen zu sein? War es seine Stimme? Dieser Klang! Die reinste Verführung, ein Sinnenrausch der eine Explosion nach der anderen in ihren Ohren auslöste?
Tief holte sie Luft und verbannte die albernen Gedanken! Sie war nicht in ihren ehemaligen, für sie viel zu alten, Lehrer verliebt! Und sie würde sich nie wieder von ihm berühren lassen. Müde schleppte sie sich in ihr Zimmer, warf die Tür hinter sich zu und legte sich samt der Kleidung aufs Bett.
Trostlos blickte sie ins Leere. Sie war nicht traurig, sondern einsam. Das war etwas völlig anderes. Sie vermisste einfach ihre Freunde, dass war alles. Langsam kullerten ihr Tränen über das Gesicht und sie fühlte sich auf einmal so verloren. So als hätte sie etwas Wertvolles verloren.
„Hermione du bist ein dummes Ding!" schimpfte sie mit sich selbst und weinte trotzdem weiter.
