Es geht ausnahmsweise schon weiter. Ihr profitiert in diesem Fall davon, dass ich krank bin und nichts Besseres zu tun habe als zu schreiben oder Korrektur zu lesen. Man kann schließlich nicht den ganzen Tag im Bett liegen oder lesen, auch wenn ich sonst nicht viel dagegen hätte. ;) =D
Jetzt etwas sehr Angenehmes für mich…
Eine Widmung ist mal wieder fällig. Dieses Mal an meine Freunde Natalie und Jörn, die die folgende Szene von Jake und Bella so ähnlich selbst erlebt haben und mich damit dermaßen zum Lachen gebracht haben, dass ich es benutzen musste. Der Rest ist aber wie alles andere in dieser Geschichte künstlerische Freiheit und ausgedacht... =D
Also vielen, vielen Dank ihr zwei! Es hat sich doch gelohnt... =P
ALLE CHARAKTERE GEHÖREN STEPHENIE MEYER
Freund oder Freund?
Jake und ich waren fürs Kino verabredet. Tja, Verabredungen liefen doch immer nach dem gleichen Schema ab. Essen oder Kino… oder Beides. Ich saß auf dem Sofa und wartete, dass er mich abholte. Ich trug heute einfache Jeans und einen Sweater. Jake würde das nichts ausmachen. Mir war einfach nicht danach mich aufzustylen. Ich las ein wenig und war gerade vollkommen weggetreten, als es klingelte.
Freudig sprang ich auf und schnappte mir meine Tasche und Jacke. Anstatt ihn hoch zu bitten, lief ich gleich nach unten, damit wir los konnten. Ich riss die Tür auf und stand meinem Jugendfreund gegenüber. Ich lächelte.
„Hey, Jake."
„Bella, ich muss dir etwas gestehen", sagte er ernst. Ich zog die Augenbrauen zusammen. Ich hasste alle Gespräche, die so begannen.
„Was?", wollte ich misstrauisch wissen.
„Ich bin ohne Auto hier. Das hat sich ein Freund von mir geliehen." Er sah beschämt aus.
„Ja, und? Zu dem Kino, zu dem wir wollen, sind es nur zehn Minuten zu Fuß", sagte ich beschwichtigend. Daraufhin trat Jacob aus der Türöffnung und gab meinen Blick nach draußen frei. Ein Platzregen ereignete sich draußen. Jetzt verstand ich, was er meinte. Ich hasste den Regen! Schnell zog ich mir meine Jacke an und trat selbstsicher auf Jake zu.
„Na dann los. Ich bin ja nicht aus Zucker." Er grinste mich breit an. Jacob umfasste meine Taille und zog mich eng an sich. Dann spannte er einen kleinen Regenschirm auf und wir liefen los. Es war kalt, nass und stürmisch, aber Jake strahlte eine natürliche Wärme aus, die mir heimisch vorkam. Ich fühlte mich wirklich wohl in seiner Umarmung. Wir schwiegen lange Zeit, dann brach er die Stille.
„Bella, ich mag dich, weißt du", sagte er unsicher. Ich blickte zu ihm auf. Er betrachtete mich eingehend.
„Ich mag dich auch, Jacob", sagte ich genauso ernst wie er zuvor. Er seufzte.
„Nein, ich meine, ich mag dich auf eine andere Art und Weise. Als Frau", klärte er mich auf. Leicht stieg mir das Blut in die Wangen. Wir blieben stehen. Langsam löste Jake seinen Arm von meiner Taille und stellte sich mir stattdessen direkt gegenüber. Tief schaute er mir in die Augen.
„Jake, ich…" Ich biss mir auf die Unterlippe. Langsam hob er seine Hand und strich mir sanft mit seinem Daumen über die Lippe bis ich sie mit meinen Zähnen freigab.
„Du magst mich, richtig?", fragte er selbstsicher und kam dann meinem Gesicht mit seinem immer näher. Meine Augen fielen zu. Und dann berührten sich unsere Lippen. Langsam und vorsichtig bewegten sie sich aufeinander. Ich war fasziniert von der Reaktion, die dieser Kuss in mir auslöste. Meine Lippen kribbelten, meine Wangen glühten und obwohl mir eine kleine Stimme in meinem Hinterkopf zurief, dass das nicht das war, was ich wollte, genoss ich jede Sekunde. Denn ein anderer Teil meiner selbst – der sich aber verflucht nach Alice anhörte – ermunterte mich weiterzumachen. Mich einfach fallen zu lassen. Jakes Lippen fühlten sich so warm an, so vertraut. Doch dann löste er sich von mir und ich schlug die Augen wieder auf. Sofort vermisste ich seine Wärme. „Und du genießt meine körperliche Nähe… Liege ich damit falsch?" Ich schüttelte nur den Kopf. Zu mehr war ich nicht im Stande.
„Bella, ich will, dass wir etwas daraus machen", sagte er schlicht. Ich schluckte.
„Etwas daraus machen? Wie eine Beziehung?"
„Nenn es, wie du willst." Obwohl er das sagte, war mir das Aufblitzen in seinen Augen nicht entgangen, als ich ‚Beziehung' gesagt hatte. „Wenn dir das Wort ‚Beziehung' zu früh ist, dann ist das okay. Aber ich möchte das Privileg mich mit dir zu treffen, ohne dass du andere Dates hast", stellte er klar. Ich schluckte schwer. Die kleine Alice in mir jubelte. Aber sollte ich da wirklich zustimmen? Ich mochte Jake, sehr sogar. Also, was hatte ich zu verlieren? Ein Bild von Edward erschien vor meinem inneren Auge. Aber das war absurd. Er mochte mich noch nicht mal.
„Okay. Das will ich auch", gab ich zurück und lächelte schüchtern zu ihm herauf. Jacobs Grinsen breitete sich über sein ganzes Gesicht aus. Wenn er das tat, sah er wirklich unglaublich attraktiv aus.
Ohne ein weiteres Wort presste Jake seine Lippen erneut auf meine und so standen wir einen Moment küssend da, doch dann erfasste ein Windstoß den Regenschirm und er wurde Jake beinahe aus der Hand gerissen. Erschrocken fuhren wir auseinander. Der Schirm war kaum noch zu kontrollieren. Das Nächste, was ich registrierte, war, dass eine Kante auf mein Gesicht zuschnellte. Reflexartig schloss ich die Augen, blieb aber wie angewurzelt stehen. Innerlich machte ich mich auf den Schlag ins Gesicht bereit, aber dieser kam nie. Langsam öffnete ich erst ein Auge und sah die Ecke des Schirmes einen Zentimeter vor mir. Das war knapp gewesen! Ich schlug die Augen also wieder komplett auf und versucht Jake zu helfen ihn erneut unter Kontrolle zu bringen. Jedoch erfasste ihn dann eine weitere Windböe und der Schirm klappte nach außen. Nun war er also endgültig kaputt. Schnell steckte mein Begleiter den Schirm in den nächsten Mülleimer. Allerdings standen wir jetzt ohne Schutz vorm Regen da. Hätte man diese Wassermassen mit Sturzbächen verglichen, wäre man nicht weit von der Wahrheit entfernt gewesen.
„Tut mir leid", sagte Jake ehrlich. „Jetzt wirst du ganz nass."
„Das macht doch nichts", erwiderte ich und versuchte zu lächeln, doch es gelang mir nicht wirklich.
„Willst du vielleicht lieber wieder nach Hause gehen?", bot er mir an.
„Ach Quatsch. Das trocknet sicherlich schnell wieder", beschwichtigte ich. Jake legte also wieder seinen Arm um meine Taille und zog mich weiter.
Sechs Minuten später waren wir beim Kino angekommen und völlig durchnässt. Meine Jacke hatte keinen großen Schutz vor dem Regen geboten. Meine Jeans waren durchweicht und ich spürte die Nässe auf der sensiblen Haut meiner Oberschenkel. Ein sehr unangenehmes Gefühl! Genau wie das Gefühl des Wassers, das in meine Schuhe eingedrungen war. Ich fühlte mich sehr unwohl, versuchte mir aber nichts anmerken zu lassen.
Wir kauften uns zwei Tickets für ‚Pulp Fiction'. Gott sei Dank, zeigten sie im hiesigen Kino nicht nur neue Filme, sondern auch Ältere.
Wir schauten zusammen den Film und ich mochte ihn wirklich, aber es war schwer sich auf etwas anderes zu konzentrieren, als die Empfindung der triefenden Nässe auf meiner Haut. Die Tropfen, die mein Schienbein, meinen Nacken oder mein Dekollete hinab liefen… Innerlich erschauderte ich.
Am Ende des Filmes waren wir glücklicherweise wieder einigermaßen trocken. Das machte mich gerade unglaublich glücklich… mehr als alles andere auf der Welt. Aber als wir das Kino wieder verließen, musste ich feststellen, dass es immer noch regnete. Wunderbar!
„Sollen wir vielleicht ein Taxi nehmen?", schlug Jacob neben mir vor. Ich schüttelte den Kopf.
„So weit ist es doch nicht", gab ich zu bedenken. Jake schaute mich mit hochgezogenen Augenbrauen an, nickte dann aber und führte mich in die Richtung meiner Wohnung. Er versuchte mich so gut es ging vom Regen abzuschirmen und ich war ihm sehr dankbar dafür. Mein bester Freund aus Jugendzeiten wusste genau wie sehr ich den Regen hasste und die Wärme liebte.
Schnell waren wir bei mir angekommen. Ich bat Jake noch hinein, doch er lehnte dankend ab. Er wollte nach Hause und sich umziehen. Ich konnte es ihm nicht verübeln. Ich wollte ja selbst nichts mehr als raus aus meinen durchnässten Sachen.
„Rufst du mich morgen an?", fragte Jake lächelnd.
„Klar", antwortete ich mit einem leichten Lächeln auf den Lippen.
„Gut! Bis morgen, Bells", sagte Jacob zum Abschied und drückte mir einen sanften Kuss auf die Lippen.
„Ja, bis dann", flüsterte ich leise und sah ihm dann dabei zu, wie er sich von mir entfernte.
Als ich ihn nicht mehr sehen konnte, drehte ich mich um und schloss die Haustür auf. Schnell ging ich alle Treppen hoch und war froh, als ich mich von meinen eigenen vier Wänden umgeben fühlte. Rasch machte ich mich auf den Weg ins Bad und entledigte mich meiner Sachen. Dann stieg ich unter die Dusche und wärmte mir meine müden und frierenden Glieder wieder auf…
*#*
Mittwoch. Es war Mittwoch. Und nicht irgendeiner. Nein! Es war der Mittwoch, an dem ich wieder mit Edward verabredet war. Ich seufzte. Die Arbeit konnte mich heute auch nicht wirklich ablenken. Typisch. Ich musste immer wieder an Edward und Jacob denken. Was hatte ich mir nur dabei gedacht einer Beziehung mit Jake zuzustimmen? Das war doch völlig dämlich. Vor allem, weil ich in einen Anderen verliebt war.
Neben mir begann das Telefon zu klingen. Geistig abwesend nahm ich das Gespräch entgegen.
„‚Bücherparadies'. Sie sprechen mit Miss Swan. Was kann ich für Sie tun?", sagte ich ohne nachzudenken. Diese Begrüßung war mir in Fleisch und Blut übergegangen.
„Bella, Liebes, hier ist Mrs. Patterson", sagte meine Chefin freundlich.
„Oh, hallo. Was kann ich für Sie tun, Ma'am?" Jetzt war ich doch neugierig. Was sie wohl wollte?
„Ich möchte, dass ihr morgen etwas länger bleibt. Ich möchte etwas mit euch besprechen. Keine Sorge. Für Essen werde ich sorgen. Ich will ja nicht, dass ihr vom Fleisch fallt", kicherte sie.
„In Ordnung. Ich sag Angela auch bescheid", bestätigte ich ihr.
„Gut. Wir sehen uns dann morgen, Liebes", sagte sie noch und legte dann auf.
Was sie wohl zu besprechen hatte? Ich hoffte, dass es nichts Schlechtes war. Eigentlich lief das Geschäft gut. Ich meine, in der heutigen Zeit lasen eben nicht mehr so viele Menschen wie früher, aber wir konnten uns wirklich nicht beschweren. Ich schüttelte den Gedanken ab. Schließlich würde ich morgen schon erfahren, was los war.
Ich begab mich auf die Suche nach Ang. Da der Laden nicht so groß war, hatte ich sie schnell gefunden. Sie ordnete gerade neue Bücher ein und nahm mich nicht wirklich wahr. Lässig lehnte ich mich gegen eines der Regale und stützte mich mit dem Fuß daran ab.
„Morgen machen wir Überstunden. Mrs. Patterson hat eine Besprechung angesetzt", sagte ich ohne Vorwarnung, was meine Kollegin zusammenzucken ließ.
„Was?", fragte sie ungläubig. „Wann hatten wir denn das letzte Mal eine Besprechung?"
Ich zuckte die Achseln. Es war ja wirklich mehr als merkwürdig. „Ich weiß auch nicht, aber egal. Sie hat übrigens gesagt, dass sie für das Essen sorgt", zwinkerte ich, bevor ich Angela wieder allein ließ und nun auch selbst noch ein paar Kunden beriet. Aber da heute wirklich nicht viel Kundschaft vorhanden war, machte ich eine Pause, mit der ich gleich ein paar Überstunden abbummeln konnte, und ging rüber zu ‚Alice' DeCign', um meiner Lieblingsdesignerin einen Besuch abzustatten.
Als ich ihr Geschäft betrat, sah ich erst mal nur jede menge Stoff. Fertig genähte Kleidung, aber auch welche, die noch in Arbeit war und lose Stofffetzen.
„Alice?", fragte ich leicht irritiert, doch ich bekam keine Antwort. Schulterzuckend ging ich in den hinteren, privaten Bereich und hörte dann auch schon, wo sie war. Ihre Nähmaschine ratterte in einer Geschwindigkeit, dass einem schwindelig werden konnte. Ich betrat ihre Nähstube und setzte mich auf einen Stuhl, der in der Nähe von ihrem Stand.
„Hey, Alice", begrüßte ich sie.
„Bella", erwiderte sie, ohne von ihrer Arbeit aufzublicken. Ich runzelte die Stirn. War sie etwa wieder in ihrer eigenen kleinen Welt. Normalerweise hörte sie auf, wenn ich kam. ‚Eine willkommene Ablenkung im kreativen Prozess' nannte sie es immer. Aber dann erinnerte ich mich an das Chaos im Verkaufsraum…
„Sag mal, was ist hier eigentlich los?"
„Was soll schon los sein? Ich stehe kurz vor der Modenschau und ich bin noch lange nicht fertig", erklärte sie mir knapp. Was? Modenschau?
„Modenschau?", fragte ich deshalb nach. Nun blickte sie doch auf und verdrehte die blau-grauen Augen.
„Ja, Bella. Falls du es vergessen haben solltest: Victoria Banfield hat mich ausgesucht für ihr Charity- Event, das rein zufällig am Sonntag stattfindet", sagte sie und pustete sich eine Strähne ihres dunklen Haars aus dem Gesicht.
„Diesen Sonntag?", fragte ich geschockt. Das war aber knapp. Wow, ich wusste nicht, dass es so bald war.
„Ja und deshalb hab ich auch noch einiges zu tun. Aber keine Sorge, ich schaff das. Ich hab nur in den nächsten Tagen keine Zeit für dich. Tut mir leid", entschuldigte sie sich. Als wäre das nötig.
„Das hier geht vor", bestätigte ich und wollte gerade wieder aufstehen und gehen als sich mich stoppte.
„Aber, da du gerade schon mal hier bist…" Sie grinste schelmisch. „Wie war dein Date?"
„Nass, sehr nass", murmelte ich verdrießlich. Verwirrt sah sie mich an.
„Wir sind zu Fuß zum Kino gegangen und es hat in Strömen geregnet. Aber das Resultat des Abends ist, dass ich jetzt einen festen Freund habe", erzählte ich und fühlte mich dabei als wäre ich noch ein Teeny. Fester Freund? Oh man.
„Wirklich? Das ist so toll. Ich wusste, dass aus euch etwas werden würde." Alice quietschte glücklich. „Dann bekommst du natürlich zwei Karten für die Schau. Das wird super. Weißt du, ich wollte eigentlich…", plapperte Alice, doch ich unterbrach sie.
„Alice, Alice, Alice! Warte mal. Jake ist kein Typ, der auf Modeschauen geht. Es ist echt toll, dass du mir eine Karte geben möchtest, aber ich würde es auch verstehen, wenn du sie jemandem gibst, der modebewusster ist", beruhigte ich sie.
„Bella, bitte! Ich habe zehn Freikarten für Familie und Freunde bekommen und eine davon gehört ohnehin dir. Außerdem werde ich echt sauer, wenn du nicht dabei bist", funkelte sie mich gespielt böse an.
„Okay, dann komme ich natürlich", lachte ich und auch sie stimmte mit ein.
„Aber jetzt erzähl mir mal, wie sich das mit eurem Beziehungsstatus geändert hat?", zwinkerte sie. Innerlich verdrehte ich die Augen und lachte.
Doch dann begann ich ihr die nicht allzu lange Geschichte zu erzählen. Als ich fertig war, schürzte sie die Lippen.
„Und?", fragte sie zusammenhangslos.
„Und was?"
„Lohnt es sich denn eine Beziehung mit ihm anzufangen?", führte sie die Frage weiter aus. Ich seufzte. Genau. Lohnte es sich?
„Ganz ehrlich? Ich weiß es nicht. Ich mag ihn und ihn zu küssen… ist wirklich schön… und es ist so leicht mit ihm zusammen zu sein. Ich muss mich nie verstellen" bis auf meine Schwärmerei für Edward. „Wenn er bei mir ist, dann fühlt es sich richtig an, aber wenn er nicht da ist, dann kommen die Zweifel."
„Das ist doch normal. Es ging sowieso recht schnell. Ihr kennt euch zwar seit Jahren, aber ihr habt euch gerade erst wieder getroffen… Und damit will ich dich nicht kritisieren. Ich meine viel eher… Genieß einfach die Zeit mit ihm und entspann dich. Denk nicht zu viel darüber nach. Du magst ihn. Er scheint dich ja vollkommen durcheinander zu bringen. Das ist ausbaufähig und vielleicht wird daraus ja mehr", riet sie mir. Meine Verwirrung hing wohl eher mit meinem Gefühlschaos wegen Jacob und Edward zusammen. Aber sie hatte recht. Es fühlte sich schön an mit ihm Zeit zu verbringen.
„Du hast recht. Danke, Alice", sagte ich lächelnd. Auch sie lächelte und umarmte mich unbeholfen, da wir beide noch saßen.
„Ich lass dich jetzt mal allein, damit du weiterwüten kannst", zwinkerte ich ihr zu und stand auf.
„Okay. Ich melde mich bei dir", versicherte sie mir. „Und wir sehen uns spätestens Sonntag."
„Gut. Bis dann", verabschiedete ich mich noch, bevor ich zurück zum ‚Bücherparadies' ging. Glücklicherweise oder eher dummerweise war es schon fast Freierabendzeit.
Also saß ich kurze Zeit später in einem Taxi in Richtung Café und wurde wieder nervöser. Doch eigentlich brauchte es nur den Gedanken, dass Emmett und Rosalie auch da waren und, dass Rose – vermutlich – auf meiner Seite war, um mich zu beruhigen. Das Taxi hielt und so stieg ich aus. Schnell lief ich hinein und sah sofort die blonde Schönheit mit den zwei Männern an einem Tisch sitzen.
Ich ging auf sie zu und setzte mich neben Emmett, der mich in eine sitzende Umarmung zog.
„Hey, Leute", sagte ich lächelnd. Als ich Rosalie ansah, lächelte sie mich freundlich an, was ich sofort erwiderte.
„Hallo Bella", kam es lächelnd von ihr. Emmett und sein Bruder zogen die Augenbrauen hoch, sagten aber nichts zu unserem ‚merkwürdigen' Verhalten. „Emm und ich nehmen dich nachher mit nach Hause."
„Danke", sagte ich überrascht.
„O-kay", wandte Edward – der mir gegenüber saß – nach kurzer Stille gedehnt ein. Dann schob er mir ein Büchlein zu. Fragend schaute ich ihn an.
„Das ist Alice' Kontaktbuch oder wie auch immer du es nennen willst. Da stehen alle ihre Freunde drinnen. Es ist unterteilt in ‚Geschäft', ‚Bekannte' und ‚Freunde'. Ich würde vorschlagen, dass wir nur ‚Freunde' einladen", riet er nachdenklich. Ich nickte.
„Das sehe ich auch so. Ich werde mich darum kümmern alle einzuladen", bestätigte ich und steckte das Buch in meine Tasche.
„Gut, eigentlich habt ihr doch alles schon soweit geklärt, oder?", wollte Emmett wissen.
„Na ja, wir haben es uns aufgeteilt… Mist, ich wollte heute Ang wegen der Band fragen. Ich erledige das schnell. Ich kramte mein Handy hervor und wählte Angelas Nummer. Da Rose mir aber gerade in dem Moment eine Cola und einige Zeitschriften in die Hände drückte, war das mit dem halten des Telefons etwas schwierig. Angela gab mir die Nummer ihres Bruders. Und so rief ich gleich darauf diesen an, nur, dass ich dieses Mal die Freisprechfunktion benutze und nebenbei in einer der Brautzeitschriften blätterte.
„Hallo?", fragte die männliche Stimme.
„Hey Isaac. Hier ist Bella. Angelas Arbeitskollegin", erklärte ich ihm.
„Ja, ich weiß wer du bist", lachte er. Gut, das hätte sonst peinlich werden können. Wir waren uns nur zwei- oder dreimal begegnet.
„Ich habe eine Frage. Meine beste Freundin heiratet bald und für ihren Ersatz- Junggesellinnenabschied brauchen wir eine Band… Und ich dachte dabei an dich", erläuterte ich ihm den Grund meines Anrufs.
„Super. Wann brauchst du uns, Bella?", wollte er begeistert wissen.
„Am neunundzwanzigsten Mai", sagte ich erwartungsvoll. Hoffentlich hatten sie dort Zeit.
„Alles klar", antwortete Isaac nach einer kurzen Pause. „Wegen den Einzelheiten meldest du dich noch mal?"
„Ja. Danke, Isaac."
„Bis dann", sagte er schließlich und legte dann auf. Ich sah grinsend zu den andern.
„Ein Problem ist geklärt. Dann bleiben nur noch die Gäste", seufzte ich.
Wir beratschlagten noch über das Essen, als mein Handy klingelte. Ich sah Alice' Nummer und wies die anderen an leise zu sein, damit ich wieder die Freisprechfunktion verwenden konnte, ohne dass Alice bemerkte, wer bei mir war.
„Hi", ging ich ran.
„Hi, Bella. Ich wollte dir nur erzählen, dass wir alle einen Tanzkurs machen. Also Emm, Rose, Edward, du, Jasper und ich. Das wäre ja eigentlich perfekt aufgegangen, aber ich dachte, dass Jake besser auch mitkommen sollte. Er ist ja jetzt auch zur Hochzeit eingeladen und dann sollte er tanzen können. Ich will nämlich unbedingt mit dem Freund meiner besten Freundin ein Tänzchen wagen. Dann muss Edward sich eben eine Partnerin mitbringen", plapperte sie, ohne dass ich sie stoppen konnte. Es war wie ein Auto auf sich zukommen zu sehen, ohne dass man die Möglichkeit erwägte einfach zur Seite zu gehen und stattdessen nur auf den Aufprall wartete.
„Ehm… ich werde ihn fragen, aber ich verspreche nichts. Jake ist kein großer Tänzer. Alice, ich muss auflegen. Wir sprechen uns", brachte ich hervor und drückte das Gespräch weg, ohne auf ihre Zustimmung zu warten. Langsam hob ich meinen Blick und schaute in drei geschockte Augenpaare. Ich verzog das Gesicht.
„Bella, seit wann seid ihr zusammen?", fragte Rosalie mit verengten Augen. Oh, anfängliches Misstrauen, ich habe dich wieder. Ich seufzte. Im selben Moment winkte eine Kellnerin, die ich nicht kannte, Edward zu sich.
„Ich werde das kurz klären", entschied er seufzend und verließ uns. Rosalie durchbohrte mich noch immer mit ihrem Blick.
„Seit gestern. Jake und ich sind alte Freunde und er hat mich gestern gefragt und… na ja… ich hielt es für eine gute Idee. Jake ist ein toller Kerl und er lenkt mich ab von… anderen Dingen", erklärte ich immer bewusst, dass Emmett mit am Tisch saß.
„Das, was du mir vorgestern gesagt hast, war also die Wahrheit?", fragte sie und spielte auf mein Eingeständnis an, dass ich ihren Schwager liebte. Ich nickte nur.
„Okay", seufzte Emmett gedehnt. „Ich lass euch allein. Das hält ja kein Mensch aus."
Als er weg war, wandte Rosalie sich wieder an mich: „Wieso dann das Ganze mit diesem… Jack?"
„Jake", verbesserte ich. „Edward will mich nicht. Jedes Mal, wenn etwas zwischen uns passiert, ist es ihm peinlich. Für ihn bin ich nur die peinliche beste Freundin seiner Schwester und ich ertrage es einfach nicht mehr. Er denkt bestimmt ohnehin schon, dass ich ihn stalke oder so. Und ich mag Jake wirklich. Vielleicht hilft er mir über Edward hinweg", sagte ich verzweifelt. Ihr Gesicht wurde wieder freundlicher.
„Weißt du, ich denke ich verstehe dich. Du bist ein vorsichtiger und eher ruhiger Mensch. Das gefällt mir", beruhigte sie mich.
„Danke", erwiderte ich schüchtern. Einige Sekunden später ließ sich Edward wieder auf seinen Stuhl fallen und sah uns neugierig an.
„Was habe ich verpasst?"
„Nicht viel. Wir haben nur darüber geredet, wer dieser Jack… ehm… Jake eigentlich ist", berichtete Rose ihm und zwinkerte mir zu.
„Und ihr seid jetzt wirklich ein Paar?", wollte der Traum von einem Mann mir gegenüber wissen.
„Ja, es sieht ganz so aus", bestätigte ich leicht lächelnd.
„Tja, Edward. Es gibt Männer, die sich nicht so viel Zeit lassen, bis es zu spät ist und einfach gleich nach ihrem Herzen handeln", wandte Rose sich an ihn, doch es klang nach einer Drohung. Ich schluckte schwer. Damit stand sie auf und sah mich abwartend an. „Komm schon, Bella. Emmett wartet draußen auf uns." Und so folgte ich ihr, aber nicht ohne dem mehr als verwirrten Edward noch einen letzen Blick zuzuwerfen.
Das war's für heute und diese Woche.
Ihr könnt euch übrigens schon auf Chapter 17 freuen. Ich weiß, dass das noch sehr lange hin ist, aber das ist mein absolutes Lieblingskapitel… bis jetzt. =) =)
LG
