Epilog

Unter den dahintobenden Wolken sieht man eine schlanke Gestalt durch die Wüste schreiten. Ein Lächeln ziert die schön geschwungenen Lippen, der kalte Wind peitscht ihr schwarzes Haar, wirbelt ihre Gewänder umher. Seit langer Zeit wandert sie nun schon, den Stürmen hinterher. Um sie zu sehen, die Geister, verdammt und verloren, und doch so frei und voller Leben wie sie toben im Sturm. Sie ist alt, ihr genaues Alter kennt sie selbst nicht. Doch blickt sie auf ein Leben zurück, das zwar über lange Zeit hin von außerordentlichem Leid überschattet war, aber dennoch nicht finster. Sie ist glücklich, sie hat alles erlebt, alles gesehen und nun lebt sie ein stilles Leben auf Wanderschaft. Zieht hierhin, dorthin, immer mit dem Wind. Erinnert sich oft an die Tage im Kerker, an die wenigen Stunden absoluten Glücks. Und an seine Worte, als er Wochen später auf dem Schlachtfeld sein Leben ließ. Seine letzten Worte, im Geiste an sie gerichtet: „Such mich im Sturm. Ich vergesse dich nie." Dann durchbohrt der Stahl sein Herz, er zerfällt zu Staub.

Kalter Regen geht einer Wasserwand gleich auf sie nieder. Sie lacht lauthals auf. Endlich, endlich ist er da. Er tanzt mit ihr, sie rennt dem rasenden Wind hinterher, entschwindet lachend jedem Blick. Das glücklichste Wesen der Welt...

Ende.

A/N: Das Ende kam schneller als erwartet, aber ich hoffe, nicht ungelegen. Ich weiß, nicht wie es euch ging, ich habe beim Schreiben dieser Story viel gelernt. Vor allem über mich selbst. Ich denke, mir ist die Gratwanderung zwischen Eingriff ins Geschehen der Bücher und alternativer Spinnerei ganz gut gelungen. Wie ich eingangs schon sagte: Eine Reverie, ein Tagtraum...