Kapitel 11: Wo der Mut siegt

James stieg die Treppen hinunter, tief in Gedanken.

Black...

Ja, es war tatsächlich Sirius Black, der ihm durch den Kopf geisterte...

Wieso... wieso hatte er diesen Heuler bekommen...? War er vielleicht irklich kein Spion? Aber nein... wahrscheinlich war der nur so gewesen, um das ganze realer wirken zu lassen... Also zu betonen, dass er eben kein Spion war (obwohl er in wahrheit einer war...)... Doch wieso hatte dann Blacks Stimme so verdammt bitter geklungen? Konnte Black... aber natürlich konnte Black gut schauspielern. Alle Blacks konnten das. Wie sonst schafften sie es alle möglichen Leute auf ihre Seite zu ziehen?

Von vorne waren Stimmen zu hören, aber er merkte sie kaum. Was störte ihn schon das Geratsche der anderen Schüler.

... verdammt sag es endlich, du hirnverbrannter Idiot!"

James stockte. Er hatte diese Stimme schon einmal gehört. Das war Malfoy!

Leise schlich er weiter, schaute vorsichtig um die Ecke.

Dort stand er, Malfoy, Sirius an die Wand gepresst hielt er ihm den Zauberstab an die Brust.

Verdammt Malfoy, ich weiß es doch selbst nicht!", presste Sirius zwischen den Zähnen hervor.

In Malfoys Augen blitzte es wütend auf. „Lügner zischte er. Mit einer einzigen wütenden Bewegung knallte er Sirius mit voller Wucht gegen die Wand. Sirius stöhnte vor Schmerz auf. James sah, wie sein Blick trüber wurde und augenblicklich und unfreiwillig tat er ihm leid.

Sirius hob den Kopf. „Selbst wenn... ich es wüsste, Malfoy... dir würde ich es bestimmt nicht sagen..." Sirius Stimme klang merkwürdig schwach.

Malfoy knurrte bedrohlich und machte Anstalten ihn noch einmal gegen die Wand zu schleudern.

Aber das war zu viel für James. Mit einem Ruck riss er sich aus der Starre und sprang aus seinem Versteck. „Lass ihn in Frieden, Malfoy, er hat dir nichts getan!"

Malfoy ließ vor Erstaunen Sirius Fallen, der an der Wand herunter glitt.

Ah. Hast also schon Freunde gefunden, was Black? Na wenn das nicht den Widersacher ist... Potter, nicht wahr?"

Er ist nicht... mein Freund!", erklang es dumpf von Sirius.

Malfoy wandte sich wieder zu Sirius. „So? Nicht dein Freund? Und wieso will er dich dann retten? Verrätst du mir das einmal?"

James zog die Augenbraue hoch. „Vielleicht Malfoy, weil er ein Griffindor ist und ich ein Griffindor bin und weil Griffindors mutig sind und sich nicht gegenseitig im Stich lassen, so wie ihr Slytherins?"

Aah! Ich verstehe! Also würdest du mich auch retten, wenn ich in Griffindor wäre und in so einer verzwickten Lage wie Black momentan?"

Nein Malfoy. Dich nicht. Weil du dich nämlich nicht wie ein Griffindor aufführst, ganz im Gegenteil zu deinem Cousin. So einem Arschloch wie dir, Malfoy helfe ich nicht!"

So!" Malfoys Augen waren bedrohlich zusammengepresst. „Und du wirst auch ihn nicht retten! Weil nämlich..."

... das eine Familienangelegenheit ist und die geht POTTERS nun wirklich nichts an!", ergänzte eine kalte Mädchenstimme.

Bellatrix...", stöhnte Sirius.

Ach ja? Also geht's mich nichts an, dass Sirius mehr tot als lebendig da liegt? Eurer Meinung nach soll ich also einfach vorbei gehen und so tun als wäre nichts?! Nun, eurer eins würde das vermutlich tun! Ich nicht! Denn dann wäre ich kein Griffindor! Was wollt ihr überhaupt von ihm?!"

Das..."

... würde ich auch gern wissen!" Ein Mädchen mit langem schwarzen Haaren schritt die Treppe hinunter in der Hand den gezückten Zauberstab.

An!", riefen James und Sirius wie aus einem Mund.

Ja, An.", sie lächelte, dann wandte sie sich Malfoy und Bellatrix zu und ihr Blick wurde schlagartig viel düsterer. „Was wollt ihr von Sirius? Wenn ihr wissen wollt, wieso er nicht in Slytherin ist: Weil er kein so ein Idiot ist, wie ihr Slytherins!"

Eigentlich hatten wir von seiner Mutter den Auftrag, ihn ein wenig 'ran zunehmen' , wo sie doch nicht da ist!", meinte Bellatrix mit einem süffisanten Lächeln

Ihn ... ein wenig ran zunehmen?!", wiederholte An. Ihr Blick glitt zu Sirius, der immer noch an der Wand lehnte und dessen Kleidung zunehmend feuchter und röter wurde. „Das also nennst du ein wenig ran nehmen...? Hat sie gesagt ihr sollt ihn foltern oder was?"

Bellatrix trat einen Schritt auf ihre Schwester zu. „Andromeda, ich warne dich!"

Wovor? Ich habe keine Angst vor dir! Und verdammt Malfoy, lass Sirius und James in Frieden!"

Wieso denn bitte?"

Weil ich sonst Professor Dumbledore einige äußerst unangenehme Dinge erzählen müsste, fürchte ich!" Alle Köpfe wandten sich um. Mitten im Gang stand Jack Potter, mit blitzenden Augen. „Malfoy, lassen sie James los und hören sie auf der Stelle auf Mr Black mit ihrem Zauberstab zu bedrohen! Zauberstäbe weg, allesamt! Mr Malfoy, Ms Bellatrix Black, sie haben es erfolgreich geschafft ihr Haus schon zu Anfang des Jahres in den Minusbereich zu treiben! 75 Punkte Abzug für jeden von euch! Und eine Woche Nachsitzen, jeweils um 19:00 in meinem Büro! Und jetzt ab ihr beiden!"

Er wandte sich wieder zu den drei Griffindors. „Was ist..." Sein Blick blieb an Sirius hängen dessen Hemd an der Schulter inzwischen blutrot war und sein Blick verschleiert.

Mit einem Satz war er neben ihm, riss ihm das Hemd vom Leib. Blut quoll aus seiner Schulter. „Sirius!"

Nun waren auch Andromeda und James neben ihm.

Es ... geht schon ...", presste Sirius zwischen den Zähnen hervor.

Es geht nicht.", meinte Jack nur. „James, Ms Black, bringt ihn in den Krankenflügel. Und schaut dass ihr nicht schon wieder Ms Bellatrix und Mr Malfoy über den Weg lauft!"

Nein... Bitte... Professor, bitte nicht... nicht... nicht in den Krankenflügel... bitte..." Etwas wie Panik stand in seinen schwarzen Augen.

Jack sah ihn mitleidig an. „Es muss sein." Und damit war es entschieden.