Rückblick auf Kapitel 10 Lauschendes Feuer

„Hier auf der Rückseite steht: Der Dorfälteste berichtete mir, dass er über einen Überwachungszauber in seiner Kugel Personen gesehen hatte. Dann kommt die ausführliche Beschreibung. Weiter schreibt Modrakovic, dass diese Unbekannte die Brände im Dorf gelöscht und die Täter in den Wald verfolgt haben. Er muss aber nichts von Michael gewusst haben."

„Das ist ja interessant, wir sollten uns mit den Dorfbewohnern mal unterhalten!"

„Bringt nichts Albus. Modrakovic berichtet, dass der Dorfälteste mit niemand über die Gestalten gesprochen hat. Er schreibt aber auch nichts von Michail, der wäre dem Dorfältesten doch aufgefallen?"

„Hoffentlich hat Michail nichts von den Kämpfen am Lagerfeuer der Todesser mitbekommen."

„Nun ich denke schon. Wer von den Fremden hat gewusst wer zum Dorf gehört und wer nicht? Vielleicht haben sie ihn abgelenkt, als es zur Sache ging. Es wäre eine zu große Gefahr gewesen, dass er etwas erzählt."

„Hoffen wir es. Alastor wir sollten zum Frühstück."


11. Ein Vampir?

Aufgeschreckt durch das Rasseln des Weckers versuchte Harry sich zu orientieren, wo er war. Neben ihm murmelte Felicitas etwas. Also war er mit ihr auf Hogwarts. Voller Schrecken fiel ihm ein, was er in der Nacht hatte alles erlebt. Überall war Felicitas dabei gewesen, nur bei der letzten Aktion war er allein. Harry versuchte sich, auf diese Bilder in seinen Gedanken zu konzentrieren.

„Harry bist du schon wach?" Felicitas klang noch etwas verschlafen.

„Das solltest du auch gleich sein. Ich denke dein Lieblingszaubertränkelehrer hat heute Nacht auch einiges mitgemacht. Er wird wohl froh sein, wenn du nach den Tränken schaust."

Plötzlich war Felicitas hellwach: „Was, warum, erzähl."

Harry zog Feli zu sich.

„So gemütlich gefällt mir das Gedankenlesen", meinte Harry zufrieden.

„Es wird nur was, wenn du deine Hände da lässt, wo sie gerade sind!"

Harry grinste seine Freundin an: „Schade! Bring ich dich so durcheinander, nur weil meine Hände ..."

„Harry!", unterbrach sie ihn: „Ich wollte mich eigentlich nur auf deine Gedanken konzentrieren!"

Harrys Gedanken berichteten ab dem Zeitpunkt, wo die Bilder in seinen Gedanken nicht mehr so verschwommen waren.

„Ich habe Goyles Vater erwischt, nur warum lag er so ruhig da?", fragte Felicitas überrascht.

„Snape wird ihn wohl ins Koma befördert haben. Der einzige Weg ihm zu helfen. Er hatte keine Schmerzen mehr. Die Gefahr, dass Voldemort ihn umbrachte, wie diesen anderen Typ war auch geringer. Ein Ohnmächtiger durchleidet keinen Todeskampf, an dem er sich ergötzen kann!"

„Komisch waren die letzten Bilder. Eine riesige Stichflamme und das furchtbare Geschrei. Dann wieder Snape ganz nah. Er muss dem dunklen Lord etwas in das Gesicht geschmiert haben. Und die bösen Wörter gegen Dumbledore?", fragend schaute Felicitas Harry an. Dieser beschwor sein Denkarium und verbannte seine Gedanken in dessen Tiefe. Auch nach dem die Beiden mehrmals die Bilder durchgegangen waren, wurden die Rätsel nicht gelöst. Sie konnten sie es sich nicht erklären. Es gab keinen Zusammenhang. Keinen zwischen der Flamme aus dem Kamin und den wüsten Worten über Dumbledore.

„Also, werde ich mal nach den Tränken schauen. Du nimmst Kontakt zu Ginny und Hermine auf. Wir sollten beim Frühstück komplett sein."

Harry hatte Recht gehabt. Snape war noch nicht im Zaubertränkekeller gewesen, so hatte sie genug zu tun. Jeder dieser vor sich hinbrodelten Tränke musste weiter gebraut werden. Je Trank war nicht viel Zeit notwendig, aber sie musste sich in das Rezept einlesen. Zum Schluss schaute sie noch im geheimen Gewölbe nach dem Trank gegen Schmerzen.

„Ich habe gehofft, dass du kommst." Felicitas erschrak etwas, obwohl sie mit ihm hatte rechnen müssen. Nochmehr war sie über den leeren Kessel ihres Schmerztrankes überrascht.

„Die Brandsalbe ist auch leer", bemerkte Snape zu ihrem Blick. „Warum hast du eigentlich neue Brandsalbe angefangen?"

Felicitas beschwor einen Stuhl herauf: „Setze dich, Severus. So kannst du nicht unter die Leute trauen. Bei dem, was heute bekannt wird. Wenn sie dich dann total abgeschlagen sehen, mit Schrammen und Kratzer im Gesicht. Das wäre nicht gut. Sie würden dir vorwerfen dabei gewesen zu sein."

Ohne Widerrede ließ sich Snape von Felicitas behandeln. Sie war mit dem Ergebnis nicht ganz zufrieden und brauchte deshalb länger.

„Wenn du bei dem Spruch gegen das Hämatom, den Zauberstab, endlich in die andere Richtung drehen würdest, hättest du mehr Erfolg."

„Schon in Ordnung großer Meister. Sonst noch wo irgendwelche Schrammen?"

„Danke, nur noch da, wo es dich nichts angeht!"

„Ich dachte eigentlich mehr an den Rücken, schließlich macht auch dein Zauberstab keinen Bogen!", gab Felicitas zurück. „Aber du kannst natürlich auch meinen, Stärke zu zeigen und die Schmerzen ertragen."

Unerwartet stand Snape auf, legte den Umhang zur Seite und hob sein Hemd. Der Crucio Fluch hatte blauen Flecken hinterlassen. Nicht der Fluch an sich, sondern der damit verbundene Sturz. „Felicitas, ich hatte einen Berg von Fragen erwartet? Hast du keine?"

„Schon, aber ich dachte, du würdest mir es erzählen, wenn Zeit dafür ist", meinte Felicitas. Sie stand vor dem Vorratsschrank und suchte."

Snape nickte: „Später! Das ‚Hallo Wach' findest du hier nicht mehr. Ich habe es besser aufgeräumt." Nachdenklich drückte er ihr zwei kleine Ampullen in die Hand. „Warum hast du neue Brandsalbe hergestellt?"

„Wir waren auf Orvasky, Severus! Leider zu spät. Zu allem Pech hat Harry auch noch so einen Balken auf das Bein bekommen."

„Ihr seid wo gewesen?"

Snape schaute ernst ihn ihre Augen, seine Lippen bewegten sich. Felicitas lies es zu, dass er ihn ihren Gedanken herumwandert.

„Dann hast du?"

Felicitas nickte: „Hat die Aktion wenigstens geklappt?"

„Danke! Es hat geklappt. Der dunkle Lord sucht weiter nach dem Täter unter seinen Anhängern. Ich musste es ihm schon vor zwei Tagen sagen."

„Du hast ihm von dem Fluch auf dem Bahnsteig erzählt?"

„Notgedrungen. Draco musste ja vor seiner Leibgarde in aller Öffentlichkeit damit angeben."

„Das hättest du uns sagen müssen! Heute war es aus reiner Wut, ganz ohne Planung."

„Was hätte es gebracht? Es gab keinen Anlass. Kein Angriff, den man abwehren musste."

„Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Den Anlass hätten wir notfalls konstruiert."

„Konstruiert?"

„Einen Anlass hätten wir gefunden, notfalls selbst hervorgerufen, meinte ich damit", ungeduldig antwortete Felicitas ihm.

„Der sprechende Hut wird langsam alt. In Slytherin hätten sie dich für diese Einstellung bewundert."

„Vielleicht hat Gryffindor sich auf den Weg gemacht. Weg vom edlen guten Gehabe, hin zu Realität. Wir sollten zum Frühstück gehen, sonst machen sie sich Sorgen. Ich nehme Harrys Portschlüssel in sein Zimmer. So kommen wir jeweils von der anderen Seite", erklärte sie ihm. „Eine Frage hätte ich aber doch noch, Severus! Warum brauchst du so viel Brandsalbe?"

Der Zaubertränkelehrer hielt sie mit der linken Hand an der Schulter fest. Er legte beschwörend den Finger auf seinen Mund, dann senkte er die Rechte auf Felicitas andere Schultern. Ihre Blicke trafen sich und sie konnte ungehindert in seinen Gedanken eindringen. Zu erst sah sie wie Draco Malfoy alleine im Zimmer des dunklen Lords verschwand."

„Du meinst doch nicht, dass er dich bespitzeln soll?"

„Ich weiß nicht, was gesprochen wurde? Ich musste wie ein Knecht vor der Türe warten, aber ich werde es herausbekommen."

„Und die Brandsalbe?"

Wieder sah sie in die schwarzen Augen des Mannes, vor den so viele Angst hatten.

„Was konnte das gewesen sein?"

Snape zuckte mit den Schultern: „Vielleicht ‚Accendo'. Dieser löst eine unerwartete Stichflamme in allen beteiligten Kaminen aus."

„Dumbledore?", wunderte sich Felicitas.

„Echt der Wahnsinn. Nach einer solchen Nacht und alles geht weiter wie immer", flüsterte Ron seinem Freund zu. Die Joggingrunde war heute kürzer ausgefallen. Die Sportler, angeführt von Ron, kamen heute nicht zu spät zum Frühstück. Neville war nicht dabei. Er und Luna kamen später. Vermutlich hatte er sie informiert, denn sie kam mit an den Tisch der Gryffindors. Nach einem kurzen Gespräch mit Hermine setzte sie sich einfach neben Neville. Ungerührt der fragenden Blicke begann sie mit dem Frühstück.

Dumbledore machte einen müden Eindruck, während Snape beinahe ausgeglichen wirkte.

„Hat wohl das Ganze bessert überstanden, als gedacht", meinte Harry leise zu seiner Freundin. Kurz vorher war Felicitas in die Große Halle gekommen und hatte sich neben ihn gesetzt. Sie legte beschwörend den Finger auf den Mund, griff zur Teekanne und meinte: „Jetzt muss ich mich auch mal aufputschen."

Harry entging die Betonung des Wortes auch nicht, er hatte verstanden. Schon hantierte sie mit einer kleinen Ampulle über ihren Tassen.

„Ich auch!", forderte Ginny, trotz des kritischen Blicks von Hermine, schob sie ihre Tasse zu Felicitas. Hermine schüttelte den Kopf als Felicitas sie fragend anschaute.

Lunas Fehlen an ihrem Haustisch fiel nicht groß auf. Überall waren kleine Gruppen und unterhielten sich leise. Harry vernahm auch manchmal seinen Namen, auch waren die Blicke nicht übersehbar. Sie reichten von mitleidvoll bis zu hämisch.

„Na Potter, hast du dein Haus wieder auf Trapp gehalten!", reizte Pansy ihn. Malfoy, der nach ihr den Raum betrat schwieg. Daphne redete ohne Punkt und Komma auf ihn ein. War das der Grund, oder war er nach dem Erlebten nicht in Stimmung?

Über ihnen hörten sie das Rauschen der Posteulen. Er hätte den Moment gerne hinausgezögert, zumal es heute mehr war als sonst. Überraschenderweise war auch Hedwig unter ihnen. Schnell öffnete Harry das schlampig beschriebene Kuvert.

„Kopf hoch Harry – wir werden dich begleiten. Albus hat uns informiert."

Darunter hatten Tonks und Remus unterschrieben. Harry reichte den Brief an Hermine weiter, sie nickte ihm dankbar zu.

Die Reaktion im Saal war sehr unterschiedlich. Der Tagesprophet berichtete auf der Titelseite über den anstehenden Prozess gegen Madame Umbridge. Der Aufruf war abgedruckt. Erst auf Seite drei stand ein kleiner Bericht, den sie erwartet hatten. Der Tagesprophet schrieb über den abgewehrten Angriff auf ein von Muggel bewohntes Haus. Im Kommentar rätselten die Reporter, ob der Angriff gegen Dumbledore gerichtet war, dem das Haus gehörte.

„He Mine hast du das gewusst?", wollte Ron wissen.

„Dad hat mir das gesagt. Dumbledore hatte es so eingefädelt. Es ist im Gesetz ausdrücklich verboten, Muggelhäuser mit Schutzzauber zu belegen."

Im Saal wurde es unruhiger, viele schauten verstohlen zu Dumbledore. Er schaute mal hier, mal dort hin, nahm aber heute nicht so gut gelaunt am Frühstück teil wie sonst.

„Harry, Hermines Mama meint, dass die Geburtstage von ihr und Hermine zusammen gefeiert werden. Heute ist niemand in der Laune ein Fest zu feiern." Harry nickte Ginny zu, die heute auffallend still war.

„Geht es dir nicht gut", erkundigte sich Felicitas besorgt, die Ähnliches wohl bemerkt hat.

Ginny antworte nicht, sondern blättere im Tagespropheten weiter. Kurz vor dem Sportteil, fand sie den Teil der Zeitung, der aus dem Ausland berichtete. Enttäuscht schaute sie auf.

„Nichts, sie schreiben kein Wort", flüsterte sie.

„Dad und ich dachten, dass wir die Sache in Rumänien stärker herausstreichen. So können wir vielleicht von Hermines Eltern ablenken." Luna streckte sich über den Tisch und gab ihren Freunden eine Sonderausgabe des Klitterers. Es war die erste Druckfahne, aber sicherlich würde bald die magische Welt damit überflutet werden.

Todesserkrieg in den Bergen Rumäniens!

Zerfleischen sich die Handlager des Terrors selbst?"

Noch ehe sich Harry mit dem Artikel beschäftigen konnte, bemerkte er vier große Eulen. Sie mühten mit sich einem schweren Paket ab. Luna öffnete schnell die Paketschnüre. Wie von einem Windstoß getragen, flatterte die Sonderausgabe durch die Große Halle.

Schnell begann er, den Artikel zu lesen. Statt der sonst so aufgeregten, hektischen Art hatte der Vater von Luna seriöse Arbeit geleistet.

Er muss wohl in Rumänien sein, denn sein Bericht las sich wie ein Augenzeugenbericht:

Kurz nach Mitternacht gingen im Ministerium für Magie in Bukarest erste Meldungen ein. Gerüchten nach waren die Bewohner des Dorfes vor dem Überfall gewarnt worden. Der Mittelsmann alarmierte die Einsatzgruppe des örtlichen Ministeriums, als die ersten Gebäude in Flammen aufgingen. Beinahe gleichzeitig ging eine Information über einen Brand auf Schloss Orvasky ein. In dem Zeitraum, welche das Ministerium brauchte um die Auroren zu entsenden passierte das Unfassbare. So äußerte sich der für Sicherheit zuständige Beamte vor Ort.

Ein Gremium von hervorragenden Zauberer übernahm noch in der Nacht die Ermittlungen. Neben der Führung des Ministeriums gehört auch der neue Schulleiter des staatlichen Internats Durmstrang, dieser Komission an. Istvan Modrakovic informierte die Presse von dem aktuellen Stand der Ermittlungen:

Der Angriff auf das Dorf Sieo hängt zusammen mit dem Brand auf dem nahen Schloss Orvasky. Der dortige Kastellan konnte nur noch tot aufgefunden werden. Nähere Angaben dazu, gibt es nach einem Gespräch mit Lord Potter, dem Eigentümer des Schlosses.

Die Bevölkerung von Sieo informierte das Ministerium über den Zusammenhang. Gemeinsam waren sie, vor Ablauf einer Frist, die dem Kastellan gestellt worden war, an einen geheimen Platz geflohen. Dort wurden sie von den Auroren auch gefunden. Der gefangen genommene Mittäter gestand, dass die Einwohner als Geisel gefangen werden sollten. Dazu kam es nicht, weil Unbekannte eingegriffen haben. Am Sammelplatz der Brandschätzer kam es zum Angriff auf sie, dem alle zum Opfer fielen. Der Anführer, ein gewisser Ivan Milosevic, wurde etwas Abseits gefunden. Er wurde vermutlich auf ungewöhnliche, aber tödliche Art nach Einzelheiten seines Auftrages befragt.

Zum Schluss verlas Istvan Modrakovic noch eine Erklärung des Ministers:

Das Ministerium bitte zukünftig von Selbstjustiz Abstand zunehmen! Nicht immer wird es so erfolgreich sein hier. Im Fall des Dorfes Sieo wurde zum Glück das Schlimmste verhindert. Alle Magischen Wesen werden aufgefordert, Machenschaften von schwarz vermummten Personen sofort zu melden. Es wird befürchtet, dass die Einheimischen Kriminelle mit einem ‚Lord Voldemort' zusammenarbeiten.

Moody, oben am Lehrertisch machte Dumbledore auf Michail aufmerksam. „Albus, schau der Junge. Er sitzt sehr betrübt vor dem Blatt des Lovegoods. Wer ist die Mitschülerin, die sich um ihn bemüht? Du solltest dich um ihn kümmern?"

„Zu spät Alastor, Ginny ist schon auf dem Weg zu ihm.

Fassungslos las auch Harry den Artikel. „Wie hatte es Nanda genannt? Wir haben helfen können", flüsterte er Felicitas zu.

„Ja hat er doch auch. Er und seine Truppe haben ganz ordentlich aufgeräumt", gab sie leise zurück. „Du hast sie doch selbst kennen gelernt, schnell und gründlich."

Die Logik seiner Freundin war verblüffend einleuchtend, hatte aber auch etwas Endgültiges. Er musste das wohl, alleine mit seinem Gewissen ausfechten. Er hatte sich die Hilfe nicht so brutal vorgestellt. Eins war ihm sehr bewusst geworden, die Geister die er rief, hatten andere Vorstellungen. Er hatte ihn um Hilfe gebeten, also hatte er es zu verantworten. Sein nachdenklicher Blick traf den von Dumbledore, der genauso nachdenklich wirkte. Weiter kam er nicht zum Nachdenken. Die unsägliche Stimme von Percy Weasley lenkte die Aufmerksamkeit aller auf sich.

„Lord Potter, ich frage Euch im Namen des Ministeriums, was wisst Ihr über die Morde?"

Total überrascht von der Unverschämtheit starrte Harry den Wichtigtuer an.

„Percy! Hoffentlich hast du den gebügelten Schlafanzug angehabt, als du heute Nacht zum Minister befördert wurdest!", höhnte Ron laut. „Oder warum sprichst du plötzlich im Namen des Ministeriums?"

„Professor Weasley bitte! Ich bin ...", die Ausführung über seine Person wurde von Dumbledore unterbrochen.

„Professor Weasley, wir brauchen keine weitere Abhandlung über ihre Person. Sie sollten etwas gegen ihren Minderwertigkeitskomplex tun. Viel wichtiger ist die Frage von Ronald Weasley. Es kommt auf den Inhalt der Frage ihres Bruders an. Mit welchem Recht sprechen sie für das Ministerium. Mit welchem Recht spielen sie hier den Richter und Staatsanwalt in einer Person? Nichts, rein gar nichts ermächtigt sie dazu!"

Percy lief rot an und fuchtelte mit den Händen.

Felicitas lies ihn nicht zu einer Antwort Zeit: „Ich verstehe ihre Frage nicht Professor Weasley. Harry hat, wie sie auch und wir alle, erst aus dem Klitterer erfahren, dass etwas passiert ist."

„Richtig!", fiel ihr überraschenderweise Seramus Felicitas in das Wort. „Alle Gryffindors wissen, dass Harry auf Hogwarts war. Selbst Sie haben uns befragt was wir von Harrys Albtraum mitbekommen haben."

„Trotzdem wird das Ministerium wissen wollen, was er über die Angelegenheit weiß", setzte sich Percy zur Wehr.

„Kollege Weasley ich halte ihre Vorhaltungen und ihr Verhalten für übertrieben!" Professor Baumgardens Bemerkung überraschte alle so sehr, dass es in der großen Halle still war. Doch sie lies sich nicht davon abringen weiter zu sprechen: „Wir beiden, Mister Weasley, kommen aus dem Ministerium. Wir wissen über die Rangordnung dort bestens Bescheid. Selbst wenn sie noch Unterstaatssekretär wären, hätten sie für eine solche Vernehmung kein Recht. Dies können nur die ermittelten Behörden. Als Professor für Recht sollten sie dies wissen. Außerhalb des Gerichtes steht es nur wenigen zu, ein Mitglied des Geheimen Rates zu verhören. Sie gehören nicht zu diesen Personen. Nur dem Minister, Madame Bones und in Vertretung ihrem Vater steht dies zu."

Die Schüler murmelten anerkennend. Selbst Snape sah sie nicht mehr so mürrisch an.

„Die schmeichelt sich ein", flüstere Felicitas zu Hermine.

„Nein sie sagt die Wahrheit. Wenn Harry sich aufraffen könnte, wäre diese Veranstaltung beendet", konterte Hermine. Ihre Antwort war lauter als Felicitas Frage.

Harry schaute Hermine überrascht an. Sein Blick verfinsterte sich etwas, dann sprang er von seinem Stuhl auf: „Professor Baumgarden danke für ihre Ausführungen. Die Frage von Professor Weasley war so unsinnig, dass ich nichts dazu sage. Er müsste die Antwort besser wissen als irgendjemand anderes. Er hat ja eine Befragung über mich im Gemeinschaftsraum der Gryffindors durchgeführt."

Durch die offene Saaltüre waren, in der entstandenen Stille, schnelle Schritte zu hören.

Percy Weasley, mit hochrotem Kopf am Lehrertisch, bekam davon nichts mit. „Lord Potter", presste er vor Wut bebend mühevoll heraus. „Ihr werdet euch für die Vorgänge um Euer Schloss verantworten müssen. Der Herr Unterstaatssekretär wird ..."

„Weasley Klappe!" Die eindringliche Stimme von Madame Bones, die etwas schärfer klang als sonst, verschaffte sich Gehör. „Der Unterstaatssekretär wird sich dem Bedauern des Ministeriums anschließen. Dem Bedauern über das Schreckliche, was in dieser Nacht passiert ist. Im und in der Nähe des Schlosses Orvasky."

Sie stürmte auf den Lehrertisch zu und drehte sich aber dann zu den Schülern um: „Guten Morgen meine Lieben, werte Professoren, ich denke das Frühstück ist beendet. Professor Dumbledore, Lord Potter und die sie begleiten, bitte ich zu einem kurzen Gespräch."

Das Rücken der Stühle und ein Anschwellen der Lautstärke in der großen Halle bestätigten, dass niemand mehr Neuigkeiten erwartete.

Als Madame Bones noch einmal zu sprechen anfing, blieben allen überrascht stehen. „Ich will nicht, dass irgendwelche Gerüchte auftauchen oder gestreut werden. Der Herr Minister und ich haben den genauen Bericht von Professor Weasley gelesen. Wir hegen nicht den geringsten Zweifel daran. Sie müssen ja beinahe im Gemeinschaftsraum übernachtet haben, Weasley? Oder wie konnten sie sonst all die Einzelheiten um den Albtraum von Lord Potter berichten?"

Professor Dumbledore winkte Harry und hielt der stellvertretenden Ministerin die Türe auf. Schnell leerte sich die Große Halle. In großen Abständen saßen am Lehrertisch nur noch drei Professoren. Snape erhob sich: „Na Weasley, als Spion verbrannt."

„Was haben Sie mir denn zu sagen", begehrte, der sichtlich niedergeschlagene Percy auf.

„Eins, Professor Weasley!"

Entsetzt über die eiskalte Stimme schaute Professor Baumgarden, den rätselhaften Meister der Zaubertränke an.

„Eins und das sollten Sie sich zu Herzen nehmen. Hätten Sie Verstand, würden sie bereits ihre missliche Lage erkannt haben. Von der stellvertretenden Ministerin bloßgestellt. Die Lehrerschaft nicht unbedingt hinter sich vereint, sie stehen verdammt alleine da, Weasley. Alleine gegen die Abneigung der Schüler aller Häuser kann hart werden. Gepaart mit dem Hass aus Gryffindor, wird der Druck unerträglich. Sie waren schon in ihrem eigenen Haus, als Vertrauensschüler unbeliebt. Jetzt haben sie es sich mit ihnen ganz verdorben." Snape Stimme war leiser, aber um so eindringlicher geworden.

„Was wollen Sie mir damit sagen? Wollen sie mir drohen?"

„Weasley, ich sprach über Hogwarts. Einer Insel in der Dumbledors Güte sie vor manchem schützt. Außerhalb von Hogwarts weht der Wind schärfer. Selbst die Kobolde mögen sie nicht. Merken Sie sich: Ihre Lebensversicherung hat lange rote Haare und Sommersprossen. Sollte sie den Daumen nach unten drehen?" Snape machte eine Pause, in der er die aufkommende Angst in Percy genoss.

„Was soll mir dieses Liebchen von Potter schon anhaben, ich bin ein ausgebildeter Zauberer aus ..."

„Sie sind ein eingebildeter Wicht. Wäre es das Liebchen von Potter, wäre die Auseinandersetzung gerade, sehr viel unfriedlicher ausgegangen. Sie geht solche Probleme, wie sie eins darstellen, anders an Weasley. Na wer könnte es sein? Wer hat so viel Einfluss auf Potter und sein Liebchen? Wer hält beide davon ab, Ihnen keine Flüche auf den Hals zu jagen?

„Ginny?"

„Wie weit Sie sich doch von ihrer Familie entfernt haben Weasley. Unter wilden Tieren wäre es tödlich, sich zu weit von der Herde weg zu bewegen. Wenn ihre Schwester den Daumen nach unten dreht, hilft ihnen niemand mehr. Keiner hebt die Hand über Sie, um sie zu schützen. Wenn sie sich mit ihrer Schwester überwerfen, hilft ihnen nicht einmal die Liebe ihrer Mutter. Sollte diese noch bestehen, so wie sie ihren Eltern zugesetzt haben!"

Snape war noch näher an Percy herangetreten. Trotzdem hatte Professor Baumgarten jede Silbe gehört. Der Zaubertränkemeister sah sie durchdringlich an: „Junge Frau ich erwarte Sie in einer halben Stunde in meinem Büro. Ein wenig Nachhilfe in ihrem Fach könnte ihnen nicht schaden!"

Empört sah sie dem, mit wallendem Umhang, hinausstürmenden Professoren für Zaubertränke nach.

„Das haben Sie von ihrer Aufdringlichkeit, warum sind sie auch hiergeblieben? Ich würde ihm nicht allein aufsuchen", bemerkte Percy nachdrücklich. „Er hat so etwas Bösartiges an sich."

„Sicher er wirkt nicht überaus freundlich, aber ich werde seinen Rat befolgen. Ich hoffe, Sie tun es auch, Professor Weasley!"

Unter den aufmerksamen Blicken seiner Mitschüler bahnte sich Harry seinen Weg zum Büro des Schulleiters.

Hermine klopfte ihm aufmunternd auf die Schulter: „Es wird wohl besser sein, wenn Ron und ich unsere Sachen richten?"

„Nein! Ihr geht mit. Ihr habt ihn gekannt, nicht ich."

Hermine atmete erleichtert auf. Harry hatte genau gespürt, dass dies eine rein rhetorische Frage war. Sie würde die Neugierde zerreißen, aber auch die Enttäuschung, das Gefühl ausgeschlossen zu sein, stärken. Alles, was er jetzt nicht gebrauchen konnte.

Felicitas, die links neben ihm ging, nickte kaum merklich. Von Ginny war nichts zu hören, seit dem Zeitungsbericht war sie merkwürdig still. Harry blieb abrupt stehen. Ginny, die sich, an seiner rechten Hand, mehr mitziehen lies, prallte gegen ihn. Sie hatte nicht gemerkt, dass er unerwartet stehen geblieben war. Harry legte beide Arme um sie: „Ginny, was ist?"

Ron sah überrascht auf die Szene. Felicitas stand neben Ginny, die von Harry umarmt wurde, und streichelte beruhigend ihre Haare. Unsicher blickte er zu Hermine.

„Ron", flüsterte sie. „Das versteht keiner, aber lass die Drei einfach."

„Harry", flüsterte Ginny. „Die viele Toten. Ich habe überhaupt nichts davon gewusst. Er sagte nur sie hätten helfen können."

„Nun Ginny, es ist nicht deine Schuld, dass es passiert ist. Nanda und seine Truppe hatte sicher keine andere Möglichkeit. Schließlich wollten sie die Dorfbewohner vor Nachstellung zu schützen. Krieg ist hart, Ginny! Nun hat er uns wohl auch richtig erreicht."

„Meinst du, wir müssen, demnächst genauso zuschlagen?"

„Wenn es keine andere Wahl bleibt", bemerkte Felicitas. „Dann werden wir genauso zuschlagen."

Nicht wirklich beruhigt, löste Ginny sich aus der Umarmung und lächelte etwas unsicher. Harry beobachtete verwundert, wie sich ihr Gesichtsausdruck langsam änderte. Vor der Tür zum Büro des Schulleiters hatte sie sich wieder im Griff. Entschlossen sah sie auf Professor McGonagall. Die Professorin sah die kleine Gruppe überrascht an, ging aber ohne Kommentar voraus.

An der Bürotüre klopfte sie nachdrücklich. „Albus, ich bringe die Fünf!"

„Fünf?"

„Ja alle Fünf. Ich denke das ist auch gut so. Schließlich sind sie alle betroffen."

Harry sah seine Hauslehrerin dankbar an, was sie mit einem Lächeln quittierte.

Sie betraten das Büro des Schulleiters. Hier warteten außer diesem, Alastor Moody und Amelia Bones.

„Harry ich muss dir, beziehungsweise euch ...", begann der Schulleiter nachdenklich. „... nicht sagen, wie sehr ich den Tod des Kyrill Radusinovic bedauere. Sicherlich willst du bei den Trauerfeierlichkeiten dabei sein, ich werde euch begleiten. Solltest du, natürlich auch die Anderen nicht dagegenhaben."

Harry schüttelte den Kopf: „Danke Professor Dumbledore. Die Eltern von Hermine werden uns auch begleiten. Ein Transport mit Portschlüsseln steht doch nichts im Wege?"

„Ganz und gar nicht, Harry! Das Flohnetzwerk hat seine Tücken. Heute Nacht gab es einen Unfall im Ministerium. Die Verantwortliche für das Flohnetzwerk wurde von einer Stichflamme schwer verletzt. Wie wissen nicht, wie das kommen konnte." Madame Bones war aufgestanden und kam auf ihn zu. „Wie du aus dem Klitterer entnommen hast, wartet das rumänische Ministerium mit dem veröffentlichen von Einzelheiten. Sie wollen vorher mit dir sprechen. Wir hatten uns vorgestellt, dass du die Vertreter aus Bukarest in unserem Ministerium triffst. Das Treffen können wir auch auf dem Schloss arrangieren, das sie sich noch dort aufhalten."

Harry nickte der stellvertretenden Ministerin zu: „Dann werden wir mal unsere Sachen richten."

„Einen Moment noch, Harry. Kyrill Radusinovic hat einen Abschiedsbrief auf Englisch und einen auf Rumänisch geschrieben. Die Inhalte sind, laut meinem rumänischen Kollegen identisch. Ich denke, ihr solltet ihn lesen, bevor ihr nach Orvasky reist. Arthur, Molly und Kingsley sind schon dort und werden auf euch warten."

Harry nahm den Brief entgegen und entfaltete ihn. Schnell überflog er die Zeilen. Es war das gleiche Schreiben, wie er es in der Nacht schon gelesen hat.

„Wie reagiere ich in Rumänien drauf. Ich muss ja irgendetwas zu seinen Verwandten sagen?"

Nachdenklichkeit machte sich breit. Madame Bones räusperte sich: „Harry du musst es nicht machen, aber vielleicht ist es ein Weg. Der alte Herr hat seiner Schwester einen anderen Brief hinterlassen. Wie gesagt du musst es nicht tun, aber vielleicht als letzte Ehre! Ich habe die Abschrift dabei, von dem Teil, der seine Wünsche betrifft."

Harry las sich den Brief durch, er schluckte schwer. Er gab die Kopie an Hermine weiter. Ron legte tröstend den Arm um sie. Fragend sah sie, als sie mit dem Lesen fertig war, Harry an.

„Ja Hermine, er hat alles bin in das Kleinste geplant. Sogar wo sein Sarg in den ersten Tagen stehen soll."

Ginny und Felicitas lasen sich den Brief ebenfalls durch.

„Es spricht doch nichts dagegen?", wollte Felicitas wissen.

Dumbledore schüttelte den Kopf: „Etwas unüblich, weil eigentlich nur die Mitglieder der Eigentümerfamilie in der Gruft beigesetzt werden."

„Es gibt keinen Herrn von Orvasky, im eigentlichen Sinne mehr. Auch ein Black ist nicht mehr da." Harrys Stimme wurde immer leiser. „Wir werden alles so machen, wie er es gewollt hat. Alles bis zum letzten Tuica, oder überfordern wir damit seine Großnichte?"

„Harry, ich komme mit nach Rumänien. Dort werde ich es mit ihren Eltern und mit ihr besprechen. Vielleicht hilft es ihr, besser Abschied zu nehmen. Bist du auch einverstanden Felicitas?"

Die Angesprochene schreckte hoch, etwas Abseits hatte sie mit ihrem Taschenspiegel hantiert: „Ich denke schon Professor. Harry und ich werden etwas später auftauchen. Wir bringen Tonks und Remus mit. Ginny reist ja gleich mit ihnen, sie wird uns vertreten. Mein Cousin Nanda hat auch versprochen zu kommen."

Moody trat aus der Fensternische und sah Felicitas durchdringlich an: „Großes Aufgebot. Warum?"

„Nun es stand in der Zeitung. Wir müssen damit rechnen, dass einige erwarten, dass Harry an der Beerdigung teilnimmt. Eigentlich wollte ich noch, dass Professor Snape uns begleitet, der ist aber leider außer Haus."

Moody sah zu Dumbledore und wieder zu Felicitas: „Woher weißt du das?"

„Er informiert mich, schließlich verlangt er, dass ich ihn in seinen Kerkern vertrete. Professor Moody, viele Zaubertränke brauchen Stunden, manche Wochen stetiger Pflege."

Dumbledore sah Felicitas lange an, nickte dann schließlich und wandte sich dann an Madame Bones. „Amelia willst du uns nicht begleiten? Wir werden von hier aus in einer Stunde aufbrechen."

„Oh schon!", überrascht schaute die Stellvertreterin des Ministers für Magie den alten Schulleiter an. „Ich habe da noch etwas mit Harry und mit dir Albus zu besprechen. Das könnten wir vielleicht noch vor der Beerdigung tun."

Erstaunt blieb Harry an der Türe stehen: „Mit mir?"

„Ja, es geht um Percy Weasley."

Ginny schloss die Türe zum Büro wieder und drehte sich zu der stellvertretenden Ministerin um. Da Hermine mit Ron und Felicitas schon aus dem Büro waren, war nur noch sie mit Harry, der Schuleiter, Amelia Bones und Alastor Moody im Raum.

„Nun", fuhr Amelia Bones fort. „Er ist nicht gerade die Besetzung, welche wir uns vorgestellt haben. Der Auftritt heute und den anderen Vorfällen zeigen es immer deutlicher. Wir machen uns wirklich Gedanken was wir mit ihm machen sollen. Harry, bevor die Sache vor den Schulrat kommt, will der Minister, dass wir es besprechen."

„Für mich ist es an erster Stelle eine Angelegenheit der Familie Weasley, deshalb wird Ginny mich mit allen Rechten und Vollmachten vertreten. Eine Stunde für dieses Thema ist beinahe zu knapp und ich muss mich noch kurz mit Michail treffen. Den werden wir auch mit nach Rumänien nehmen, auch sollte ich zu Graf Vladimir Kontakt aufnehmen."

„Wenn du meinst, rede ich auch gern mit Ginny über ihren Bruder", meinte Amelia.

„Es ist einfacher, ohne ihre Zustimmung würde ich nichts entscheiden!", beendete Harry das Gespräch und folgte den anderen nach.

„Wo hast du den Ginny gelassen?", wollte Ron von Harry wissen, als dieser in seinem Zimmer ankam.

„Ginny spricht mit Amelia Bones und Dumbledore. Sie wollten sich zwar mit mir vor der Sitzung des Schulrates abstimmen. Ich will mich aber nochmals mit den Wünschen zur Beerdigung befassen. Graf Vladimir wird mir da noch etwas erklären müssen. Wir werden sie nachher bei Dumbledore abholen."

„Sie vertritt dich als Schulrat? Und worüber sprechen die Drei denn?"

„Ja, Amelia hat es akzeptiert. Es ist wegen Percy."

„Harry, du weißt sie hat sich mehr über ihn geärgert als ich, wenn sie sich nun gegen ihn ausspricht?"

„Dann wird er wohl Hogwarts verlassen, Ron. Ich sehe da kein Problem, dass sie für mich dort ist. Ohne eure Meinung zu beachten, hätte ich sowie so nichts entschieden."

„Was wird Mum sagen, wenn sie erfährt, dass Ginny die Hand im Spiel hatte?"

Die Schranktür schob sich zur Seite. Mit Felicitas kam ein gewaltiger Schwall schwefelhaltiger Luft in das Zimmer von Harry. Kritisch schaute sie Ron an: „Ron wir haben momentan andere Sorgen, als deine Mutter. Warum bist du eigentlich nicht mit Hermine, durch das private Flohnetzwerk zu deren Eltern? Sie wollte dich doch ihnen vorstellen?"

Harry bemühte sich, nicht über Rons Reaktion zu lachen. Lag es an der Vorstellung Hermines Eltern vorgestellt zu werden, oder dass Felicitas sich ungestört umzog. Auf jeden Fall wurden seine Ohren rot, ein deutliches Zeichen, dass ihm etwas peinlich war.

„Harry, warum machst du dir über die letzten Wünsche von Kyrill Gedanken?" Ron wirkte etwas entspannter, hatte er doch ein Thema zum Ablenken gefunden.

Harry las sich die Zeilen nochmals durch: „Mir ist es ganz egal, wo sein Sarg steht und auch welchen Sarg er bekommt. Soll er haben, was er will. Ich verstehe nur nicht, warum ein Toter noch unbedingt einen Tuica braucht?"

„Lass ihn doch. Er hat ihn gern und reichlich getrunken. Dafür wurde er auch von seiner Schwester öfter geschimpft." Ron musste grinsen. „Und wie deutlich sie es ihm manchmal gesagt hat. Vielleicht war es ihm eine Befriedigung, diesen Wunsch niederzuschreiben."

„Zwei Punkte kommen wir dabei etwas rätselhaft vor", argwöhnte Felicitas. „Warum nur ein ganz besonderer Tuica, nur aus der Flasche? Was hat die Ileana mit zutun?"

„Das geht mir auch im Kopf herum", unterstütze Harry seine Freundin.´„Befürchtest du, es könnte was anderes sein außer Tuica?

„Ihr denkt doch nicht, dass er damit zum Vampir wird?", erstarrt sah Ron seinen Freund an.