Dieses Kapitel geht an alle, die sich um diese Jahreszeit genauso elend fühlen wie ich mich fühle. Oft erwische ich mich dabei, dass ich mich selbst frage, was für einen Mist schreibst du da eigentlich? Mit anderen Worten: Je schlechter ich mich fühle, desto besser wird die Story ... Nun gut, das bleibt dahingestellt. Das ist mal eines der wenigen Kapitel geworden, die ich einigermaßen gut leiden kann.
xxx houseghost xxx
The fallen saints
Kapitel 11
Wieder allein
Snape ging unruhig in seinem Büro auf und ab und tat sein Bestes, die Blicke seines ehemaligen Schulleiters zu ignorieren, die ihm mit jedem Schritt auf den Rücken gebrannt wurden.
Was hatte er sich nur dabei gedacht, einfach Hals über Kopf aus seinem eigenen Haus zu fliehen wie ein räudiger Hund mit eingezogenem Schwanz? Er war nicht ein solcher Feigling, dass er das tun musste. Dennoch wusste er sehr wohl, dass ihm die Umstände kaum eine andere Wahl gelassen hatten, wenn er die Aufgabe, die vor Potter lag, nicht unnötig in Gefahr bringen wollte.
Irgendwann blieb er stehen und fuhr sich mit den Händen durch die Haare.
"Willst du jetzt darüber reden, Severus?"
Er schnaubte. "Nein."
Dumbledore verlor allmählich die Geduld mit ihm, trotzdem setzte er wieder einen Fuß vor den anderen, tief in seine Gedanken versunken. Ihre Bereitschaft, sich auf ihn zuzubewegen, der Kuss...
"Wer war es diesmal, Severus? Harry? Weasley?"
Snape kam zum Stehen und wirbelte herum.
"Was?"
In Dumbledores Augen tauchte ein Funkeln auf. "Wenn es nicht Harry war, der dich so in Aufruhr versetzt hat, frage ich mich, wer es dann gewesen sein könnte ..."
Abwehrend hob er die Hände. "Nicht jetzt, Albus. Ich habe dringendere Dinge, um die ich mich kümmern muss."
"Das sieht man", murrte Dumbledore spöttisch.
Snape legte den Kopf schief. "Soll heißen?"
"Du bist abgelenkt, Severus. Das ist nicht gut."
Der Professor ignorierte den fordernden Unterton in Dumbledores Stimme. Er stieß einen tiefen Seufzer aus, schwebte zum Schreibtisch hinüber und ließ sich schwerfällig in dem großen Stuhl vor dem Portrait seines Mentors nieder.
"Wann habe ich je etwas richtig gemacht, Albus?", murmelte er zwischen den Zähnen hindurch und strich dabei abwesend mit dem langen dünnen Zeigefinger über seine pochende Schläfe. Wenn er nicht bald eine ruhige Nacht hinter sich bringen würde, würde er ohnehin vor der nächsten Prüfung des Dunklen Lords versagen. "Ich kann mich nicht daran erinnern."
Die blauen Augen seines ehemaligen Vorgesetzten beobachteten aufmerksam die vor ihm zusammengesunkene Gestalt. Dumbledore missfiel es zutiefst, Snape so zu sehen, obwohl er sich schlecht vor der Wahrheit drücken konnte. Doch noch etwas anderes beunruhigte ihn, nämlich die Tatsache, dass er Snape schon einmal so erlebt hatte. Kurz danach waren Lily und James gestorben.
"Du warst ein sehr guter Schüler und dein Abschluss war herausragend. Nichtsdestotrotz muss ich dir Recht geben. Du hast viel auf dem Gewissen. Du hattest es im Leben nicht leicht."
Snape stützte die Ellenbogen auf den Tisch und verbarg das Gesicht in den Händen. "Ich wünschte, ich könnte Ihnen widersprechen, Albus", sagte er leise, ohne dabei aufzusehen. "Aber ich kann es nicht. Vielmehr bin ich dabei, dieselben Fehler noch einmal zu machen."
"Und welche sollten das sein?"
Es dauerte, ehe Snape die Hände sinken ließ und seinen Blick auf das Portrait richtete, die schwarzen Augen abschätzig zusammengekniffen.
"Das wird sich noch herausstellen. Wir werden sehen."
Dumbledore schüttelte gütig den Kopf. "Erlaube mir, dass ich das sage, Severus, aber denkst du nicht, dass du vielleicht zu hart mit dir selbst bist? Du hast erkannt, was richtig und was falsch ist. Das können nicht viele von sich behaupten."
Snape verzog das Gesicht zu einer schmerzverzerrten Grimasse. "Ja. Als es zu spät war."
Er stand auf und wendete sich von Dumbledore ab, womit er ihm unmissverständlich zu verstehen gab, dass er nicht weiter darüber reden wollte. Es hatte keinen Sinn, sich etwas vorzumachen. Was auch immer das mit Hermine war, war genauso zum Scheitern verurteilt, wie das mit Lily.
"Du sagtest, du würdest die gleichen Fehler noch einmal begehen?", hakte Dumbledore indes vorausschauend nach. "In wie fern?"
Snape fuhr herum und sein Umhang bauschte sich hinter ihm. Es war ein Fehler gewesen, die Sache überhaupt zur Sprache zu bringen. Jetzt würde Dumbledore nicht mehr locker lassen, bis er sich zusammengereimt hatte, was hier vor sich ging.
"Ich war offen zu Lily, Albus. Aber es war umsonst. Unsere Freundschaft war von Anfang an dazu verdammt, zu scheitern. Sie konnte nichts dafür. Sie hat sich nicht für mich interessiert, sondern nur für die Vorteile, die sie aus unserer Freundschaft gewinnen konnte. Später dann, als sie mir zu entgleiten drohte, habe ich sie aufs Tiefste verletzt. Und dasselbe darf mir nicht noch einmal passieren."
Dumbledore legte die Stirn in Falten. In ihm arbeitete es, nach außen hin jedoch blieb er ruhig.
"Sag mir eins, Severus. Wenn du so offen zu ihr warst, warum hast du ihr dann deine wahren Gefühle vorenthalten? Sie wusste nicht, was du wirklich für sie empfunden hast. Eure Freundschaft war folglich von Anfang an dazu verdammt, zu scheitern, weil sie eine Lüge war. Natürlich war sie fasziniert von deinem Wissen über unsere Welt. Wer mit einem derart wachen Verstand wäre das nicht gewesen? Aber das war nicht alles, warum ihr euch entfremdet habt. Ihr habt euch in völlig andere Richtungen mit unterschiedlichen Interessen entwickelt. Das an sich ist nur natürlich. Was sie jedoch endgültig von dir entfernt hat, war dein Hang zu den dunklen Seiten der Magie. Wenn du mich fragst, hat sie gewusst, wo du landen würdest. Doch Lily hätte sich nie auf denselben Pfad begeben. Nein. Sie hat sich in die Arme des Menschen geflüchtet, der von Anfang an den Dunklen Künsten abgeneigt war. Sag mir also, Severus, wovor du dich jetzt nach all den Jahren fürchtest, wenn dein Weg seit langem festgelegt ist?"
Snape antwortete nicht. Er vermutete, dass Dumbledore längst wusste, worum es ging. Einen Unterschied machte es ohnehin nicht mehr. Er wusste auch so, dass es zu spät war, um etwas zu unternehmen. Die Dinge hatten ihren Lauf genommen, genau wie Hermine es gesagt hatte.
xxx
Eines Morgens sendete Bill seinen Patronus an Harry. Wie er mitteilte, hatte Tonks ihr Baby bekommen und Lupin vor, Harry zu dessen Paten zu machen. Alle waren sie im Strandhaus versammelt, um das Ereignis zu feiern: Bill, Fleur, Lupin und ein paar Mitglieder der Familie Weasley. Der einzige Gast im Haus, der sich nicht über die gute Nachricht zu freuen schien, war Griphook.
Natürlich wollte Harry es sich nicht nehmen lassen, die Gelegenheit zu nutzen, um kurz entschlossen ins Strandhaus zu reisen. Da auch Ron keine Lust hatte, sich das Wiedersehen mit seiner Familie entgehen zu lassen, begleitete er ihn. Blieb also nur Hermine zurück und ließ sich entschuldigen.
Wieder war sie mit Snape alleine und fand ihn am Fenster stehend vor, die Hände fest hinter dem Rücken verschränkt und den Blick abwesend ins Freie gerichtet.
„Ich weiß, dass wir vereinbart hatten, nicht darüber zu reden", sagte sie leise, als sie sich zu ihm gesellte. „Aber ich glaube nicht, dass ich das kann."
Snape löste seinen Blick vom Fenster los und sah sie mit zusammengezogenen Brauen an. Es war schwer, zu sagen, was in ihm vorging. Die ganze Stimmung im Raum war angespannt, jedoch keineswegs unangenehm. Beinahe kam es ihr vor, als hätten sie beide auf diese Konfrontation gewartet.
„Geht mir genauso", gab er tonlos von sich.
Dann streckte er vorsichtig die Hand nach ihr aus und zog sie an der Hüfte zu sich heran. Instinktiv legte Hermine ihre Arme um seinen Leib und drückte ihren Kopf an seine Schulter. Tief und innig sog sie sein Aroma in sich ein und stellte dabei fest, dass sie die Begegnung von neulich nicht geträumt hatte.
„Ich möchte wissen, wie wir zueinander stehen", sagte sie in Gedanken an den Kuss. „Was passiert ist, ist passiert. Und das ist verrückt, oder?"
Snape schluckte und Hermine ahnte, dass sich die Ereignisse in seinem Kopf überschlugen. Wenn es doch nur einen Weg gäbe, die Angelegenheit einfacher zu regeln...
„Lass uns nicht lange um den heißen Brei reden, Hermine. Es ist nicht leicht für mich, dich als das zu akzeptieren, was du heute bist. Du bist erwachsen geworden. Trotzdem sehe ich noch immer dieses rothaarige Mädchen vor mir, das kontinuierlich meine Bestätigung sucht." Er seufzte. „Mit anderen Worten, ich bin mir nicht sicher, ob das hier richtig ist."
Hermine biss sich auf die Lippe. Gut, es hätte schlimmer sein können. Trotzdem versetzte es ihr einen Stich, das zu hören. Ihre gemeinsame Vergangenheit war nicht gerade ein Spaziergang gewesen. Und wie es den Anschein hatte, sah er die Sache genauso wie sie.
Noch während sie hin- und hergerissen überlegte, was sie sagen konnte, beugte er sich zu ihr hinab und umfing mit seinen rauen Händen ihr Gesicht. Sanft, viel zu sanft für ihn, strichen seine Daumen über ihre Wangen.
„Versteh mich nicht falsch, Hermine. Ich schätze sehr, was passiert ist. Aber es ist nicht meine Art, so etwas zuzulassen."
Sie schüttelte den Kopf. „Willst du mir ein schlechtes Gewissen einreden, weil ich zu jung für dich bin? Ich habe nie geglaubt, dass du dich an deine Schüler ranmachst."
Einer seiner Mundwinkel zuckte, abgesehen davon jedoch ließ er nicht erkennen, was in ihm vorging.
„Das war nicht das, was ich damit sagen wollte", entgegnete er knapp. „Du sollst nur einfach wissen, dass ich kein einfacher Mensch bin."
Hermine lächelte schmal. Das war noch weit untertrieben. Aber es spielte keine Rolle mehr für sie. Sie hatte sich nun mal in den Kopf gesetzt, auf das zu hören, was ihre Gefühle ihr sagten.
„Denkst du, ich bin anders? Denkst du, nur weil ich so jung bin, fällt es mir leichter, mit allem klarzukommen? Das Leben hält so viele Widrigkeiten bereit, die mir Sorgen machen, dass ich kaum weiß, wie ich meinen nächsten Schritt planen soll."
„Aber du bist unheimlich klug und könntest jeden haben, den du nur willst, Hermine."
Fast wollte sie darüber lachen. Die meisten Jungs in ihrem Alter waren ihr gegenüber aufgrund ihrer Art eher abgeneigt gewesen. Vielleicht auch, weil Hermine in ihrer Entwicklung immer weiter gewesen war, doch das brauchte sie ihm nicht zu sagen.
„Da bin ich mir nicht mehr so sicher. In den vergangenen Monaten bin ich oft genug an dem, was in den Büchern steht, gescheitert. Außerdem denke ich nicht, dass ich jeden haben möchte, der zufällig meinen Weg kreuzt."
Snape versteifte seine Haltung und ließ die Hände sinken. Was hatte er erwartet? Dass sie ihn bis ans Ende seiner Tage durchs Leben begleiten würde? Hatte er denn nach all den Jahren, die er um den Verlust Lilys getrauert hatte, noch immer nichts aus seinen Fehlern gelernt? Er durfte diesen trügerischen Gefühlen, die er so lange Zeit in seinem Inneren begraben hatte, nicht nachgeben. Es war ein Fehler, jemandem zu vertrauen. Einzig und allein Dumbledore kannte Dinge, die niemand sonst je erfahren sollte ... Der Zeitpunkt, umzukehren, war längst gekommen, bevor er es ebenso bitter wie damals bereuen würde.
„Richtig", sagte er abgeschlagen. „Du willst auf alles vorbereitet sein, du willst Pläne und Sicherheiten. Aber die kann ich dir nicht bieten."
Hermine spürte deutlich, dass er sich vor ihr zurückziehen wollte und griff nach seinen Händen, um sie in ihre zu nehmen. Sehr zu ihrer Erleichterung stellte sie fest, dass er sich ihr nicht entzog und sie gewähren ließ.
„Warte, Severus. Ich meinte damit nicht dich. Du hast vielleicht meinen Weg gekreuzt, aber es ist nicht so, als würde ich dich nicht kennen. Nicht im eigentlichen Sinn, obwohl ich immer noch sehr wenig von dir weiß. Aber das spielt im Moment keine Rolle. Ich habe viele Jahre mit mir gerungen, dir nicht zu misstrauen. Und immer wieder bin ich zu dem Schluss gekommen, dass du auf der richtigen Seite gestanden hast. Jedenfalls, bis du Dumbledore getötet hast. Das war der Punkt, an dem ich nicht mehr an meinen Professor glauben konnte. Jetzt ist das anders. Ich weiß, dass du das alles nicht so wolltest. Wenn ich dich also ansehe, sehe ich den Mann vor mir, der mir wie kein anderer Respekt eingeflößt hat. Und das ist sehr bedeutsam für mich. Es musste wohl einfach so sein, denn genau deshalb glaube ich, komme ich damit klar, dass du mir das Leben lange Zeit so schwer gemacht hast. Es war ein Abschnitt, der jetzt vorbei ist. Aber das heißt nicht, dass ich dich weniger respektiere, wenn du offen zu mir bist, denn womit ich ganz und gar nicht klarkomme, ist, wenn du dich vor mir verschließen willst."
Als sie ausgesprochen hatte, betrachtete sie forschend sein Gesicht und wieder einmal wies nichts darauf hin, was in ihm vorgehen mochte. Zwar hielt sie nach wie vor seine Hände und er erwiderte die Geste, seine Augen aber blickten abwesend an ihr vorbei ins Leere, als hätte er ihr gar nicht zugehört, obwohl sie wusste, dass das grober Unfug war. Die Situation zwischen ihnen war nicht leicht zu erklären und er war bestimmt genauso befangen wie sie, wenn nicht sogar noch mehr.
Doch was nun? Je länger die Stille andauerte, desto mehr fühlte sie sich durch sein Verhalten verunsichert. Am besten war wohl einfach, wenn sie beide auf andere Gedanken kommen würden. Auch dann, wenn es ihr schwer fiel, ihn nicht weiter zu bedrängen, um ihre Kuriosität ihm gegenüber zu befriedigen, gab es noch genug andere Dinge zu entdecken.
Ohne zu wissen, was ihn das, was ihr im Sinn war, kosten würde, drückte sie seine Hände. „Hättest du was dagegen, mir das Haus zu zeigen?"
Erst jetzt schien er wieder in die Gegenwart zurückzukommen. Er blinzelte und sah sie streng an. Offenbar war er nicht sonderlich begeistert von der Idee.
„Du kennst das Haus. Recht viel mehr gibt es nicht zu sehen."
„Das ist nicht wahr!", protestierte sie energisch. „Die Jungs und ich, wir haben abgemacht, nicht herumzuschnüffeln, weil es verdammt falsch gewesen wäre, das zu tun. Aber das heißt nicht, dass ich nicht neugierig bin. Was zum Beispiel ist mit diesem Zimmer im oberen Stockwerk, dem schräg gegenüber vom Bad? Du benutzt es nicht, soweit ich weiß. Jedenfalls schläfst du lieber auf dem Sofa - falls du überhaupt schläfst. Und der kleine Dachboden? Ron hat geraten, dass du dort Leichen versteckt hältst, was natürlich absoluter Schwachsinn ist."
Snape zog eine seiner Brauen in die Höhe. „Oh? Vielleicht hat er ja Recht."
„Das ist nicht witzig, Severus. Wirklich, du bist genauso schlecht im Witze reißen wie Ron."
„Und wenn schon. So oder so wäre es besser, die Sache wieder zu vergessen, Hermine."
Sichtlich irritiert sah sie ihn mit großen braunen Augen an. „Warum nicht? Traust du mir nicht?"
Er senkte den Blick und erneut kehrte die Unsicherheit in ihn zurück, die er vor den meisten Menschen mithilfe seiner langen Strähnen verbergen konnte, nicht jedoch vor Hermine. Nicht mehr.
„Das ist eine Sache, die nicht leicht zu erklären ist. Ich traue niemandem, Hermine. Schon gar nicht jemandem, der bereit ist, sich mir zu nähern."
Der Wink war unmissverständlich gewesen. Es war ihre eigene Schuld, schließlich hatte sie ihn geradezu in die Ecke gedrängt, als sie das Haus zuletzt für sich alleine gehabt hatten.
„Ich werde dir versprechen, mich zu benehmen, einverstanden? Das neulich war ein einmaliges Ereignis, ein Missverständnis ..."
Nicht einmal die Aufrichtigkeit in ihren Worten schien ihn zu besänftigen. Etwas neben sich trat er von einem Bein aufs andere. Dann reckte er steif sein Kinn in die Höhe und sah mit malmenden Kiefern von oben auf sie herab.
„Trotzdem denke ich nicht, dass es angemessen wäre, mit dir nach … oben zu gehen."
Sie starrte ihn mit offenem Mund an. Wenn sie es nicht besser gewusst hätte, hätte sie angenommen, dass er sich davor fürchtete, ihr näher zu kommen, als die moralischen Hürden zwischen ihnen gutheißen würden; immerhin war er ihr Professor gewesen und um einiges älter als sie. Vielleicht schämte er sich aber auch einfach, weil sie herausgefunden hatte, dass sich sein bisheriges Interesse an Frauen an sich in Grenzen gehalten hatte.
Snape spürte, was seine Reaktion ausgelöst hatte und brachte vor seiner Brust ihre Hände zusammen, um sie mit seinen zu umschließen.
„Es ist nicht so, wie du vielleicht denkst, Hermine", erklärte er mit belegter Stimme, die nun keine Zweifel mehr an seiner Verletzlichkeit ließ. „Du verstehst mich nicht. Ich will es nur einfach richtig machen."
Erleichtert lächelte sie ihm zu. Für einen Mann, der sonst so stark und selbstsicher sein konnte, wirkte er in diesem Moment einfach nur zurückhaltend und unsicher.
„Das wirst du. Daran habe ich keine Zweifel. Ich denke nicht, dass ich bereit bin, etwas zu überstürzen, Severus. Nicht nachdem ich es von Anfang an so vermasselt habe. Außerdem solltest du dir deswegen keine Gedanken machen. Wenn ich es so will, ist es immer noch meine Sache."
Snape sagte nichts darauf und Hermine sah ihn mit deutlich geröteten Wangen an.
„Vergiss das wieder. Ich wollte damit nicht andeuten, dass ..."
Ungehemmt warf er ihr aus heiterem Himmel ein sardonisches Grinsen zu, von dem sie nicht genau wusste, ob sie es leiden konnte. Dennoch entschied sie, dass es nach diesem verbalen Debakel gut tat, ihn in seiner altbewährten Form zu erleben.
„Gut. Solltest du jedoch auf dumme Gedanken kommen, sieh dich vor."
Mit den Augen rollend wendete sie sich von ihm ab und zog ihn an der Hand mit sich zur Treppe.
