Nach dem Ball hilft Merlin seinem König beim Entkleiden in dessen Gemächern. Beide schweigen, solange bis Merlin die Stille nicht mehr erträgt: "Was ist los? Was habe ich falsch gemacht? Ihr habt den ganzen Abend kaum mit mir gesprochen." Sein König grummelt: "Kein Wunder, du warst ja auch viel zu sehr mit einer gewissen jungen Frau beschäftigt und hast mich völlig vergessen." Merlin hält inne und macht einen Schritt rückwärts: "Wie bitte?" Sein Freund sieht ihn jetzt an: "Du weißt genau was ich meine. Ihr habt Euch geküsst." Merlin schüttelt den Kopf: "Haben wir nicht. Sie hat mich geküsst. Auf die Stirn." Jetzt sieht Arthur seinem Diener fest in die Augen: "Merlin, würdest du sie gern heiraten? Liebst du sie?" Merlin sieht seinen König fragend an: "Was sollen die Fragen?" Im Flüsterton fügt Arthur hinzu: "Lord Bayard, er denkt darüber nach, dich mit Lady Aine´ zu verheiraten." Merlin lacht laut auf: "Ihr macht Witze?" Aber sein König lacht nicht mit: "Merlin liebst du sie?" Merlin lächelt: "Und wenn ich es tue? Was dann?" Traurig fügt sein König hinzu: "Merlin, du weißt, dass du mit ihnen gehen müsstest. Ich bin sicher, Lord Bayard wird sein Mündel in seiner Nähe haben wollen. Das betrifft dann auch ihren Ehemann." Jetzt begreift der junge Zauberer: "Das ist es? Ihr macht Euch Sorgen, dass ich Euch verlassen könnte?" Sein König wendet sich von ihm ab: "Nein, ich mache mir keine Sorgen darüber." Er geht zum Fenster und sieht hinaus. Merlin folgt ihm: "Nicht ein kleines bißchen?" Er grinst bis über beide Ohren. Arthur sieht erneut in die Augen seines Vertrauten: "Merlin du würdest mich nicht verlassen oder?" Er versucht selbstsicher zu sein, aber seine Stimme verrät ihn, sie zittert. Merlin grinst noch immer: "Wie könnt Ihr Euch da so sicher sein? Vielleicht mit der richtigen Frau? Vielleicht ist Lady Aine´ die Richtige? Sie ist wunderhübsch, intelligent. Sie ist ein bißchen wild, aber dafür weiß sie, was sie will." Arthur schüttelt den Kopf: "Merlin, das ist kein Spaß." Er hält inne und sieht erneut aus dem Fenster, er kann den Blick seines Freundes kaum ertragen: "Merlin, wenn sie dich glücklich macht, wenn du sie liebst, dann solltest du mit ihr gehen und sie heiraten." Jetzt ist Merlin doch etwas unsicher: "Ihr wollt das ich gehe?" Abruppt dreht Arthur seinen Kopf zu Merlin zurück: "Nein!" Leise fügt er hinzu: "aber ich möchte auch, dass du glücklich bist." Merlin strahlt seinen König an: "Ihr macht Euch zu viele Sorgen. Versucht etwas zu schlafen. Gute Nacht MyLord." Er verbeugt sich und verlässt dessen Zimmer. Immernoch aufgewühlt sieht Arthur ihm nach.
Als Gwen das gemeinsame Schlafzimmer betritt, hat sie bereits ihr Nachthemd an. Sie findet ihren Ehemann tief in Gedanken versunken vor. Sie tritt zu ihm heran und schließt ihre Arme von hinten um seinen Körper: "Arthur was ist los?" Arthur seufzt: "Merlin. Denkst du, dass er einsam ist?" Gwen löst sich von Arthur und setzt sich aufs Bett: "Manchmal. Es ist sicher nicht einfach, der einzige Zauberer in einem Königreich zu sein, in dem Magie noch immer verboten ist. Es muss hart sein, sich sein Leben lang zu verleugnen." Arthur schüttelt den Kopf: "Das habe ich nicht gemeint. Ich dachte eher an eine Frau. Er ist nicht verheiratet." Gwen lächelt: "Er ist eben viel zu sehr mit dir beschäftigt. Alle seine Gedanken handeln von Euch und Camelot." Arthur setzt sich neben seine Geliebte: "Glaubst du, er würde mich für eine Frau verlassen?" Jetzt kann Gwen nicht umhin, doch nachzufragen: "Warum sagst du das?" Der König seufzt erneut: "Lord Bayard denkt darüber nach, Lady Aine´ mit Merlin zu vereiraten." Davon lässt sich Gwen jedoch nicht beeindrucken: "Und was sagt Merlin dazu? Liebt er sie?" Arthur schüttelt den Kopf: "Er hat gar nichts gesagt." Gwen nimmt die Hand ihres Mannes: "Dann hör auf dir Sorgen zu machen. Er hätte dir gesagt, wenn er verliebt wäre. Er ist dein Freund. Und jetzt lass uns schlafen." Sie küsst ihn und löscht die Kerze.
