Es war kurz vor Mitternacht, als Heather die letzten Gäste verabschiedet hatte. Im Garten der Grangers sah es aus, wie es nach einer solchen Veranstaltung zu erwarten war. Überall standen gebrauchte Gläser herum. Einige davon hatten noch einen Rest ihres Inhalts. Von Bier und Wein bis hin zu Limonade war alles dabei. Da waren die Teller, die herumstanden, das Besteck und vieles mehr. Doch keiner der noch Anwesenden wollte es anders haben, denn es zeigte ihnen, dass der Tag ein Voller Erfolg gewesen war.
„Weißt du Hermione, jetzt wäre etwas Magie nötig, um hier aufzuräumen", scherzte Heather als sie sich neben ihre Tochter auf Bank setzte.
„Moment ich hole meinen Zauberstab", scherzte sie zurück und winkte Ihrer Mutter verschwörerisch zu.
„Da ist mehr als Magie nötig, Heather", mischte sich Charlotte ein, bevor sie einen Schluck Rotwein aus ihrem Glas nahm.
„Wenn du nur wüsstest", murmelte Hermione leise vor sich hin, wobei sie insgeheim hoffte, dass sie keiner gehört hatte.
„Hast du was gesagt?", kam es von Ihrer Tante. Sie schaute sie fragend an.
Hermione schüttelte nur den Kopf und griff nun nach ihrem eigenen Drink.
Sie hatte sich dazu entschieden, da kein Gast mehr da war, sich ein Glas Alkohol zu genehmigen. Es war zwar nur ein Wein, doch es reichte Hermione, da sie eigentlich noch einen klaren Kopf gebrauchen könnte. Sie wusste nämlich nicht, wie die Nacht für sie enden würde und da wäre ein klarer Kopf besser. Sie wollte alles mitbekommen können.
Sie konnte nicht mehr groß darüber nachdenken, als auch die Herren und ihre Cousine Zoe sich zu den drei Frauen setzten.
„Alle weg?", Fragte Tom seine Frau, nachdem er sich zu ihr hinüber gebeugt hatte und ihr einen Kuss auf die Wange gegeben hatte.
„Alle weg", antwortete Heather nur und kuschelte sich an Tom.
Ohne groß darüber nachzudenken tat Harry es Tom gleich. Er beugte sich zu Hermione hinunter und gab ihr einen kurzen Kuss auf den Mund. Zoe hatte sich neben Hermione gesetzt, somit blieb Harry nichts anderes übrig, als sich ihr gegenüber zu setzen.
Die kleine Gruppe saß im Schein der noch brennenden Kerzen, die aufgestellt wurden als es dunkel wurde. Ihrem Tisch und die Gesichter wurden in ein schummriges Licht getaucht und sie genossen die Stille, die nur vom Klirren der Gläser durchbrochen wurde. Sie saßen da und sahen sich den Himmel über ihnen an.
„So geht das nicht!", durchbrach Hermione die Stille und stand von ihrem Stuhl. Alle sahen Hermione gespannt an, was sie machen würde. Einzig und allein ihre Mutter konnte sich denken was Hermione vorhatte. Sie folgten ihr mit ihren Blicken und leicht Hochgezogenen Augenbrauen, als sie den Tisch umrundete.
„Platz", sagte sie nur, als sie vor Harry zum Stehen gekommen war.
Dieser Tat wie ihm befohlen und setzte sich so hin, dass sich Hermione auf seinen Schoß setzen konnte. Sie setzte sich so hin, dass sie ihren Kopf auf seine Brust legen konnte, aber alles noch im Blick hatte. Harry legte ihr die Hand auf den Rücken um ihr etwas halt zugeben. Er wollte ihr zeigen, dass er für sie da war, dass er sie liebte. Ihr Vater grunzte nur kurz, als sich seine Blicke mit denen von Harry kreuzten und sich die beiden Männer kurz anstarren.
Heather bemerkte das und stieß ihren Mann mit dem Zeigefinger in die Rippen.
„Was soll das?", wollte sie von ihm leise wissen.
"Nichts", log Tom und rückte etwas näher zu Heather herüber. Er nahm ihre langen braunen Haare und versteckte sein Gesicht dahinter. Er machte das immer, wenn er seine Gesichtsausdruck verstecken wollte. Man konnte ihm schon immer ansehen, wenn er schwindelte. Heather kannte ihren Mann und schüttelte nur leicht den Kopf. Es war alles gut, also wollte sie ihn dieses Mal damit durchkommen lassen.
"Wie du meinst, Schatz", lächelte sie.
Sie saßen noch weitere zehn Minuten in fast vorkommender Stille zusammen. Einige würden behaupten, dass solche Stille nie gut sein kann, doch diese Gruppe fand es angenehm. Erst als Zoe ausgiebig gähnte wurde die Stille erneut durchbrochen.
„Ich gehe jetzt schlafen. Gute Nacht!", sagte sie und verabschiedete sich, aber nicht ohne ihre Mutter und ihren Vater zu drücken. So blieben nur noch Glenn und Charlotte, Tom und Heather sowie Harry und Hermione zurück, da Laura sich schon früher am Abend ins haus zurückgezogen hatte.
„Ich muss mich noch bei dir entschuldigen, Harry", meinte Heather plötzlich. „Ich weiß, du hast dir den Tag auch anders vorgestellt. Von daher Entschuldigung, dass wir dich mehr oder weniger gezwungen haben, dich um die Kinder zu kümmern." Harry lächelte.
„Heather, das hat mir doch überhaupt nichts ausgemacht. Wirklich. Du kennst mich doch, ich kann Teddy schon Sachen schwer abschlagen und wenn mich dann eine ganze Meute von Kinder so ansieht, werde ich weich" winkte Harry die Sache einfach ab.
„Trotz dem, Harry, danke. Vor allem, da du ja jetzt mit meiner Tochter zusammen bist. Ihr hättet bestimmt was anders tun können", widersprach Heather ihm.
„Mom, wie war das vorher noch einmal? Was hattest du da gesagt? `Zum Küssen haben wir noch den Rest unseres Lebens´", meinte nun Hermione, was Harry dazu veranlasste ihr einen Kuss auf den Kopf zu geben.
Dieser Satz von ihr und seiner Geste lies die beiden anderen Paare lächeln.
„Wenn wir schon beim entschuldigen sind, Harry. Ich glaube ich muss mich für meine Tochter bei dir und Hermione entschuldigen", gab nun Glenn seinen Senf dazu.
„Ich weiß nicht, was Laura da heute geritten hat. Normalerweise ist sie nicht so, zumindest nicht sooo aufdringlich. Ich weiß, sie ist kein Engel, aber was sie heute hier gemacht hat, das geht überhaupt nicht."
„Was mich angeht hat sich die Sache erledigt. Ich habe das Mädchen, was ich wollte", meinte Harry nur breit grinsend.
„Hermione?", fragte ihr Onkel sie vorsichtig, denn er wusste nicht was sie sagen würde.
„Ich werde ihr nicht so schnell verzeihen, Onkel Glenn. Sie hat mich schwer verletzt. Das heißt aber nicht, dass sie nicht mehr kommen kann, wenn ihr kommt. Sie ist immer noch Teil, dieser, unserer Familie", sprach Hermione in einem nachdenklichen Ton, der aber auch zugleich zeigte, dass sie meinte, was sie sagte.
Ohne Vorwarnung fing Charlotte an zu lachen.
„Will noch jemand was sagen, wenn wir schon so tiefgründige Gespräche führen?", fragte sie zwischen zwei Lachanfällen.
Schnell steckte sie die anderen mit ihrem Lachen an.
„Ich denke, wir sollten jetzt auch alle ins Bett gehen", sprach Tom, als sich alle wieder gefangen hatten. Immerhin müssen wir morgen hier aufräumen."
Murmelt stimmten ihm die anderen zu und erhoben sich aus ihren Stühlen und gingen gemeinsam ins Haus.
„Ach Harry, bevor ich's vergesse, auch wenn ich dich sehr gut kenne und gut leiden kann. Du schläfst heute Nacht auf dem Sofa!", meinte Tom noch, bevor er hinter Heather die Treppe hinauf zu ihrem Schlafzimmer ging.
„Das war ja zu erwarten", murmelte Harry, der Hermione vor sich hatte.
„Du kennst ihn doch, morgen sieht das schon ganz anders aus", meinte Hermione, bevor sie sich zu ihm umdrehte.
„Das wird sich nie ändern, Hermione. Du bist seine Tochter, seine einzige Tochter. Ich wäre bestimmt genauso", sprach er leise, wobei er sich leicht zu ihr herunter gebeugt hatte.
„Das werden wir sehen", antwortete Hermione und küsste ihn.
„Ich liebe dich, Hermione", flüsterte Harry ihr ins Ohr. Er zog sie näher an sich und drückte fest an seinen Körper. Sie wollten sich nicht voneinander lösen.
„Ich weiß", hauchte Hermione und trat dann doch einen Schritt zurück.
„Wir sehen uns Morgen", sagte sie und ging zur Treppe, blieb aber auf der untersten Treppenstufe stehen.
Sie drehte sich noch einmal zu ihm um.
„Ich liebe dich auch, Harry", sprach sie, bevor sie die Treppe hinaufstieg.
Eine halbe Stunde später war es still im Haus, da anscheinend alle schliefen. Darauf hatte Harry gewartet. Er stand von der Couch auf, aufder er lag und ging in den Garten.
„Accio Teller", sprach er so leise, dass man es in dieser stillen Nacht überhören konnte.
Charlott war die erste die am Morgen aufwachte. Sie zog sich einen Morgenmantel an und ging nach unten, um sich einen Kaffee zumachen. Sie entdecke Harry auf der Couch. Er lag mit angezogenen Beinen da und schlief noch. Die Decke, die er benutzt hatte, war total verrutscht. So ging sie zu ihm, da die Mutter in ihr nicht zulassen konnte, dass Harry fror und deckte ihn erneut zu. Als sie fertig war, ging sie in die Küche und machte die Kaffeemaschine nun wirklich an. Ihr viel zuerst nichts auf, erst als die ersten Kaffee Düfte durch den Raum zogen, bemerkte sie etwas. Etwas seltsames. Was sie sah ließ ihren Atem stocken. In der Küche, sauber und ordentlich gestapelt, stand das gesamte Geschirr des Vortags sauber gespült in einer Reihe. Teller, Tassen und Gläser fein säuberlich aufgereiht und darauf wartend weggeräumt zu werden. Sie griff nach der Schublade, in der sich das Geschirr befand und hoffte wenigstens noch einen sauberen Löffel zu finden. Doch auch hier erlebte sie eine Überraschung. Das gesamte Besteck von gestern lag sauber und einsortiert in der Schublade.
Sie sah zu dem jungen Mann auf der Couch hin und schüttelte nur den Kopf.
„Du wirst ein guter Ehemann für Hermione sein, Harry", sprach sie ins Leere und eine gewisse Freude für die beiden keimte in ihr. Die Kaffeemaschine piepste kurz und signalisierte das Ende...
