Hi Ihr Lieben!
Wie ich gelesen habe, habe ich Euch im letzten Kapitel wieder einmal alle "befriedigen" können!
Danke an die netten Reviewer: Reinadoreen, Drachen-Fan, Summersun (Schön, deine Armreifen-Theorie zu lesen, ich darf mich aber leider dazu nicht äußern - noch nicht!), AuroraSky, blub und Anhänger Saurons!
Ist immer ein schönes Gefühl Eure Gedanken zu meiner story zu lesen!
Viel Spaß beim Weiterlesen und Reviewen!
Lg,
Die Schwarze Lady!
10. Neue Freunde,...
„Ich weiß nicht, ob das so eine gute Idee ist", sprach Draco zögerlich seine Bedenken aus.
„Keine Angst, wir sind willkommen, du wirst schon sehen." Slytherinhaft blitzten Harrys grüne Augen auf, ehe er den Blonden hinter sich in die große Halle zog.
Der Brunch war im vollem Gange und die verbliebenen Gäste, die im Schloss übernachtet hatten, labten sich an den erlesenen Speisen. Die vier Haustische waren zu einer großen, gemeinsamen Tafel aneinandergereiht worden und das leckere Essen erschien, wie zu Schulzeiten, direkt auf den polierten Tischplatten. Alles was das Herz begehrte war liebevoll von den Hauselfen gekocht und angerichtet worden.
Harrys leerer Magen begehrte vorwurfsvoll bei diesem herrlichen Anblick auf.
„Guten Morgen ihr Zwei! Setzt euch zu uns und lasst es euch schmecken", lud Bill, der das unschlüssige Paar als erster erblickte, sie ein.
Der Bräutigam hatte auf der Hochzeit sehr wohl bemerkt, dass etwas zwischen den Beiden nicht gestimmt hatte. Malfoys schlechte Laune und Harrys übertriebene Fröhlichkeit hatten ihn stutzig gemacht. Doch anscheinend hatten sie ihre Probleme gelöst, und er hatte sein Versprechen Harry gegenüber nicht vergessen.
Entschlossen folgte Harry, mit Draco an seiner Hand, Bills Aufforderung und sie nahmen neben Hermine Platz.
Ron schnappte sich seinen gefüllten Teller, warf ihnen einen feindseligen Blick zu und stand provokant auf, um sich woanders niederzulassen. Mit Malfoy würde er nicht am selben Tisch sitzen. Bill räusperte sich unüberhörbar und Ron bekam einen hochroten Kopf. Ohne ein Wort setzte er sich wieder neben Hermine und Harry konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen.
Sein Plan ging auf.
„Und, hältst du meine Idee, dass ich mich mit Bill ausgesprochen habe, noch immer für lächerlich?", raunte er seinem verblüfften Freund ins Ohr.
Das überraschte silbergraue Augenpaar bestätigte Harrys Absicht und Draco verstand nun endlich die Diplomatie des Gryffindors. Er wurde jetzt offiziell von Bill „akzeptiert" und Bill war der „große Bruder", und genauso wie in jeder Familie respektierten die jüngeren Geschwister die Meinung der Älteren.
Also würden die Sticheleien und Gemeinheiten - ihm gegenüber, vielleicht bald ein Ende haben.
Glücklich über seinen gelungen Schachzug langte Harry kräftig zu und ließ sich das gute Essen schmecken. Er stieß seinen perplexen Freund unbemerkt in die Seite. Aufgeschreckt widmete sich der Blonde nun auch seinem Frühstück und starrte nicht mehr ungläubig in die Runde.
o O o O o
Noch am selben Tag apparierten Harry, Draco und der Phönixorden, unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen, zu seinem Haus zurück. Die neuesten Meldungen vom Zaubereiminister und dem Tagespropheten waren verheerend. Voldemort griff mit seinen Anhängern und Kreaturen gezielt Muggel und muggelstämmige Hexen und Zauberer an. Genauso schnell und grausam, wie sie zuschlugen, waren sie auch wieder verschwunden.
Täglich warnte der Minister die Bevölkerung, und Bilder im Propheten zeigten die Todesser des dunklen Lords. Darunter auch Severus Snape, den Mörder Dumbledores.
Harry legte die Zeitung auf seinen Schreibtisch. Snape. Warum hatte ihn Dumbledore bis zum Schluss verteidigt? Seinen eigenen Mörder. Hatten sie deswegen gestritten? Hatte Dumbledore es ihm aufgetragen, nur um die Mission, Voldemort zu töten, nicht zu gefährden?
Snape hatte ihm ja entgegen geschrieen, er sei kein Feigling… Aber weshalb war der Tränkemeister eigentlich damals auf die gute Seite gewechselt?
Zorn brodelte in ihm auf, als ihn die Bilder der Nacht, von Dumbledores Tod, erneut heimsuchten. Unendlicher Zorn auf den schwarzhaarigen Professor. Jetzt war es eindeutig zu spät irgendwelche Fragen zu klären. Was geschehen war, war geschehen und Snape würde qualvoll dafür büßen müssen…
Harry wurde aus seinen rachsüchtigen Gedanken gerissen, als sich eine Hand auf seine Schulter legte. Erschrocken fuhr er hoch, stieß seinen Stuhl von sich und zückte kampfbereit seinen Zauberstab. Aber nicht Snape, sondern ein verwirrter, zu Boden gestoßener Draco fixierte den Grünäugigen entsetzt.
„Harry… was…?"
Der Angesprochene raufte sich mit der Linken seine Haare, legte den Zauberstab auf den Schreibtisch und half seinem Freund hoch.
„Was ist los?" Draco musterte ihn besorgt.
„Nichts", wich ihm der Gryffindor aus, sank aber trotzdem dankbar in die Umarmung des Slytherins.
Einige Minuten verstrichen schweigsam zwischen ihnen. Draco wusste, dass Harry in solchen Situationen Zeit brauchte, also drängte er nicht auf eine Antwort. Meistens kam diese ganz von selbst.
„Ich habe wieder an die Nacht am Turm denken müssen…"
Der Blonde versteifte sich, aber Harry strich ihm sofort beruhigend über den Rücken.
„Nein, ich habe nicht an dich gedacht… Snape… ich habe an Snape gedacht… Hast du den Propheten schon gelesen?"
„Nein."
„Voldemort attackiert und tötet ständig unschuldige Menschen und muggelstämmige Zauberer, und Snape hilft ihm dabei. Dieser Abschaum. Ich werde erst Ruhe geben, wenn ich beide hingerichtet habe…"
„Harry… ich weiß nicht, ob wir ihm nicht Unrecht tun. Damals, nachdem er mit mir zum Stützpunkt der Todesser appariert war, war er ziemlich durcheinander gewesen. In so einer Verfassung habe selbst ich ihn, als sein Patenkind, noch nie gesehen. Erst kurz bevor wir Voldemort gegenüber treten sollten, war er wieder der Alte gewesen…"
„Was soll das! Willst du ihn etwa verteidigen!" Aufgebracht stieß der Dunkelhaarige, Draco von sich.
„Nein ich…"
„Dann halt deine verräterische Klappe!"
Der Blonde wollte etwas darauf erwidern, verschloss aber seinen stumm gebliebenen Mund und blickte Harry vorwurfsvoll an. Dieser begriff sofort seine unüberlegten Worte und sagte: „Cessar! Tut mir leid, sag was du willst."
Damit wandte er sich ab, setzte sich abermals an den Schreibtisch und vergrub das Gesicht in seinen Händen. Er hasste sein Leben. Jedes Mal verletzte er die Menschen, die er liebte und die anderen kamen ungestraft davon,… aber nicht mehr lange…
Erneut spürte er Dracos Hand an seiner Schulter.
„Keine Sorge, du hast mir nicht weh getan, ich habe mich ja an deinen „Befehl" gehalten."
„Das macht es auch nicht besser", nuschelte der Gryffindor in seine Handflächen.
„Ich weiß, darum wollte ich dich ja vorhin fragen, ob es in diesem Haus eine Bibliothek gibt."
„Wozu brauchst du eine Bibliothek?", fragte Harry, ihm nun zugewandt.
„Wozu wohl? Na um diese Dinger", Draco zeigte ihm demonstrativ sein rechtes Handgelenk, „endlich loszuwerden."
„Das ist sinnlos. Ich habe dir doch erzählt, dass ich Moody verhört habe und…"
„Ja, ich weiß was du mir erzählt hast, aber ich habe die Runen des Reifens genau studiert und in mein graues Notizbuch übertragen und ihren angeblichen Namen „Verus vincire" auch und die passen nicht zusammen. In Hogwarts hatte ich das Fach „Alte Runen" belegt und…
„Draco warte bitte."
„Lass mich erklären Harry…"
„Draco…"
„Wieso musst du mich immer unterbrechen?"
„Weil ich dein Bemühen für sinnlos halte und ich deine Hilfe für den Kampf gegen Voldemort brauche. Ich muss dir vieles…"
Wütend ging der Blonde Richtung Tür und keifte: „Dann suche ich mir die Bibliothek eben selbst. Jedes vornehme, schwarzmagische Haus müsste eine besitzen."
„Bleib hier!"
„Ahh!" Draco umfasste augenblicklich sein brennendes Handgelenk und wich von der Tür zurück.
„Cessar! Verflucht Draco, kann man denn nicht mehr normal mit dir reden, ohne, dass du gleich an die Decke gehst?!"
„Wer geht hier an die Decke?! Und jetzt lass mich gehen! Sofort!" Der Slytherin starrte weiterhin zur Tür und würdigte Harry keines Blickes.
„Die Bibliothek ist im zweiten Stock am Ende des Ganges, die Doppeltür, du kannst sie nicht verfehlen. Geh wohin du willst,… aber…", der Dunkelhaarige resignierte, schlug sein eigenes Notizbuch auf und versuchte seine aufgewühlten Nerven zu beruhigen. Wenn das so zwischen ihnen weiter ging, würden sie sich bald gegenseitig umbringen. Er musste sich beherrschen und seine Worte mit Bedacht wählen, aber das war so schwierig…
Draco verspürte keinen Triumph über seinen erkämpften Sieg. Abermals trat er an seinen sitzenden Freund heran und berührte dessen Schulter.
„Ich wollte dich nicht verletzen, bitte verzeih mir…"
„Schon gut Harry. Das weiß ich doch."
„Aber ich habe Angst dich zu…"
„Genau deshalb möchte ich etwas über diese Armreifen herausfinden. Ich glaube einfach nicht, dass die Übersetzung vollständig ist. Vielleicht gibt es doch noch eine Lösung für uns. Ich will unsere Beziehung nicht wegen diesen verdammten Reifen gefährden. Wir müssen diese Dinger so schnell wie möglich loswerden, bevor wir uns völlig zerstreiten. Das verstehst du doch?"
„Klar, ich leide genauso unter diesen magischen Handschellen. Das falsche Glücksgefühl ist wirklich zum Kotzen, weil es mich verhöhnt und dich gleichzeitig verletzt."
„Dann hast du also nichts mehr dagegen, wenn ich mich in der Black-Bibliothek umsehe? Lieber wäre mir zwar unsere, aber ich wüsste nicht, wie ich unbeschadet nach Malfoy-Manor gelangen sollte, solange Voldemort überall herumflucht."
Harry seufzte auf. „Nein, du kannst deine Nachforschungen anstellen, aber ich muss dir noch Wichtiges anvertrauen. Ich möchte dir alles, was ich über Voldemort weiß, erzählen und mich mit dir beraten, bevor der Orden oder das Ministerium über mich herfallen." Seine Hilflosigkeit schwang nur allzu deutlich in der Stimme des Dunkelhaarigen mit.
„Natürlich werde ich dir zuhören und dir helfen, die Last, die ganze Welt, von diesem Verrücktem zu befreien, zu tragen." Draco zog einen rotgolden, gepolsterten Stuhl vom Kamin zum Schreibtisch heran und nahm erwartungsvoll vor dem Gryffindor Platz.
„Was jetzt gleich?", fragte Harry überrumpelt. „Du wolltest doch…"
„Ja ich weiß, was ich wollte und wie du gerade gesehen hast, verletzt es uns beide, wenn jeder seinen Dickschädel durchsetzen will. Ich muss mich erst wieder daran gewöhnen, auf einen anderen Zauberer Rücksicht zu nehmen."
„Geht mir genauso", gab Harry schuldbewusst zu, „und ich bin froh, dass du dieser Zauberer bist."
Ein liebevoller Versöhnungskuss folgte und alles war wieder in Ordnung. Merlin sei Dank, waren sie sich im Bett immer einig.
Die Stunden vergingen. Eine düstere Finsternis breitete sich trotz des Sommers über dem Grimmauldplatz aus und die Straßenlaternen bemühten sich vergebens, Licht und Wärme zu spenden. In der Nacht war es am schlimmsten. Sie bot Voldemorts Anhängern den perfekten Schutz und Spielraum zugleich.
Ein wirksamer Zauberspruch von Mad-Eye Moody verhinderte, dass jeder, der das Haus Nummer Zwölf kannte, über den Aufenthaltsort sprechen und somit verraten konnte. Die Zauberer konnten es lediglich selber betreten, aber niemand anderen mitbringen. Darum traf sich der Phönixorden mit den Auroren für die Besprechungen immer im Ministerium.
Und gegen Snape gab es noch extra scharfe Sicherheitsvorkehrungen.
Somit waren alle geschützt und die unnatürliche Kälte, die nachts hauptsächlich von den Dementoren ausging, fand keinen Weg in das gemütlich, renovierte Zimmer, des ehemaligen Black Hauses. Dobby hatte ihnen vor einer Stunde das Feuer im Kamin entfacht und überall Kerzen angezündet. Im Schein der wärmenden Flammen waren Harry und Draco noch immer in ihr intensives Gespräch vertieft.
„Also, wenn ich es richtig zusammenfasse, hat der Dunkle Lord seine Seele in sieben Teile gespalten und Sechs davon in mächtige Gegenstände gepackt. Und um ihn töten zu können, müssen vorher die sechs Sachen zerstört werden", schloss Draco seine Überlegungen. Die Geschichte von Voldemorts Kindheit und Werdegang, hatte ihn bestürzt.
„Stimmt, Dumbledore hat erzählt, dass das siebte Stück seiner verstümmelten Seele, seinen Körper am Leben erhalten hatte, als sein Todesfluch auf ihn zurück geprallt war."
„Das heißt, es wurden bis dato zwei vernichtet, das Tagebuch und der Ring. Es bleiben dann noch das Medaillon seiner Mutter, der Becher von Helga Hufflepuff, etwas von Ravenclaw oder Gryffindor und seine schreckliche Schlange Nagini übrig. Wird sicher eine Kleinigkeit, Voldemort um die Ecke zu bringen."
„Das ist nicht witzig, Draco." Harry rieb sich erschöpft seine Stirn. Das Gespräch hatte ihn völlig ausgelaugt und erneut vor Augen gehalten, dass es schier unmöglich war, alle Horkruxe rechtzeitig zu finden und zu zerstören.
„Wir machen besser Schluss für heute", Draco streckte sich und gähnte herzhaft. „Wow, wie die Zeit vergeht, hoffentlich gibt es bald Abendessen, ich verhungere gleich." Mit diesen Worten erhob sich der Blonde, rückte seinen Stuhl zum Tischchen beim Kamin zurück und erwartete dort sehnsüchtig ihre Mahlzeit.
Harry hatte ihm nicht widersprochen, er hatte Draco alles anvertraut, sodass er, wie Ron und Hermine, zu den Eingeweihten gehörte. Nur ein Detail hatte er den Dreien verschwiegen – die Prophezeiung.
Keiner kann leben, während der Andere überlebt. Mörder oder Opfer, eine andere Möglichkeit gab es für ihn nicht. Diese Gewissheit hatte der Gryffindor nie verdauen können, sie fraß sich qualvoll durch seine Gedärme und bereitete ihm Bauchschmerzen, wenn er daran dachte.
Ohne sich seinen Kummer anmerken zu lassen, stand er auf und nahm gegenüber von dem Slytherin Platz.
Ungeduldig sah der Blonde ständig auf die Uhr. „Dobby lässt sich heute ja extra lange Zeit. Du solltest mal ein ernstes Wörtchen…"
Es klopfte an der Tür. Verwundert sahen beide auf. Seit wann benutzte der Hauself den herkömmlichen Weg?
Harry öffnete die Tür und wurde von Hermine freundlich begrüßt.
„Hallo Harry, Mrs Weasley hat mich gebeten, euch zum Abendessen zu holen. Na ja, eigentlich war es meine Idee, da ich endlich mit dir reden wollte. Du hast dich ja bis jetzt immer in deinem Zimmer verschanzt."
Zielstrebig, wie schon im Unterricht, schob sie den verlegenen Dunkelhaarigen beiseite, trat ein und setzte sich auf die gepolsterte Sitzbank beim Kamin.
Draco rutschte nervös auf seinem Sessel hin und her, als Hermine in offen begrüßte und er nur ein betretenes „Hallo" über seine Lippen brachte.
Ihre entgegenkommende Art beschämte ihn. Er war nie nett zu ihr gewesen, im Grunde hatte er Granger immer aufs Verächtlichste beschimpft und gedemütigt. Aber nun saß sie nur einen halben Meter von ihm entfernt und strahlte Harry und ihn übers ganze Gesicht an.
„Wie geht es euch? Ich bin froh, dass ihr euch wieder vertragen habt." Hermine verbrachte zweifellos eine Menge Zeit mit Ron, da sein direktes Temperament unwillkürlich auf sie abfärbte.
„Gut Hermine…", meinte Harry, der gerade seine Sprache wieder gefunden hatte. Es war ein komisches Gefühl mit der Braunhaarigen ein normales Gespräch zu führen. In den vergangenen zwei Wochen hatte er ja seine alten Freunde praktisch aus seinem neuen Leben ausgeschlossen. Tiefe Dankbarkeit erfüllte ihn, dass seine beste Freundin ihm verziehen hatte und auch Draco als seinen Partner guthieß.
„Ich habe Draco in alles eingeweiht,… Voldemorts Geschichte und die Sache mit den Horkruxen…", insgeheim fürchtete der Gryffindor jetzt von Hermine gerügt zu werden, doch es kam anders, als er gedacht hatte.
„Sehr gut. Das bedeutet, dass du ihm voll und ganz vertraust und das ist für eure Beziehung und unsere Mission sehr wichtig. Ich wollte dich nämlich schon die längste Zeit fragen", sprach sie an Draco gewandt weiter, „ob du im Versteck der Todesser, so nah am Dunklen Lord, nicht irgendetwas gesehen hast, dass auf die Beschreibung der Horkruxe passt?"
Ein leichter Hauch von rosa zierte die blassen Wangen des Blonden und er hob verlegen seinen Blick zu dem Mädchen an.
Sie behandelte ihn, als hätten seine gemeinen Beleidigungen, ihr gegenüber nie statt gefunden. Seitdem er durch Harry gelernt hatte, seine Gefühle zu zeigen und zuzulassen, war auch sein Schuldbewusstsein an die Oberfläche gedrungen. Zu Hause, bei seinen Eltern, gab es dieses Gefühl nicht.
Alles was er im Sinne seines Vaters und seiner Mutter gemacht hatte, war richtig gewesen. Unter keinen Umständen, hätte er sich jemals für sein Verhalten entschuldigen müssen. Aber im Moment wurde ihm klar, dass er sich schleunigst bei Gran… Hermine entschuldigen musste.
„Nein, solche Gegenstände wären mir nicht aufgefallen, außer natürlich der Riesenschlange", kam es gehemmt über Dracos trockene Lippen.
„Na gut", meinte sie, „lasst uns morgen weiter grübeln, sonst ist Rons Mum noch beleidigt, wenn wir ihr köstliches Abendessen kalt werden lassen."
Gemeinsam verließen sie das Zimmer und gingen die Treppe in das Vorzimmer hinab.
Harry spürte Dracos verkrampfte Finger um seine eigenen, als dieser flüsterte: „Ich fühle mich noch immer nicht wohl, bei den gemeinsamen Mahlzeiten."
„Keine Angst, ich bin bei dir. Oder möchtest du lieber wieder mit mir alleine im Zimmer essen?"
„Nein", der Blonde zögerte, „ich werde mich schon noch daran gewöhnen."
