Sal betrat, immer noch lachend, das große Esszimmer und achtete gar nicht auf seine Umgebung. So entging ihm auch, dass er nicht alleine war.
Severus, Draco, Ginny, Herm, Remus, Fred, George und Molly Weasley waren schon wach und am Frühstücken. Kein Wunder, waren diese auch die Ersten, die Luzifer meist aus den Betten holte, damit sie mit ihm spielten. Nur blöd, dass er bald das Interesse verlor und sich aufmachte, den Nächsten zu wecken. Tja, und nun waren sie das frühe Aufstehen so gewöhnt, dass sie von selbst wach wurden und nicht mehr einschlafen konnten. Schon dämlich, wenn man sich an alles gewöhnen konnte.
"Was ist denn so lustig?", fragte Ginny als erstes.
Jetzt realisierte auch Sal, dass noch weitere Personen anwesend waren und setzte sich glucksend dazu.
"Na ja...so wie's aussieht haben sich unsere zwei Kleinen heute aus Versehen miteinander verlobt. Luzifer wollte natürlich ganz genau wissen, was das bedeutet und Ric hat versucht, das Ganze kindgerecht zu erklären. Luzifer meinte dann, dass die zwei sich ja jetzt auch schon ganz doll lieb hätten und da meinte Ric eben, dass Erwachsene es sich anders zeigen können, wie gern sie sich haben und jetzt sitzt er oben und darf sich überlegen, wie er das einem Vierjährigen erklärt.", grinste Sal.
"Und du hast dich verzogen, oder wie?", grinste jetzt auch Fred.
"Natürlich. Ich hab ihm eindeutige Zeichen gegeben, dass er lieber ruhig sein sollte. Jetzt kann er sehen, wie er klar kommt."
"Man bist du fies.", meinte Ginny kopfschüttelnd, jedoch breit grinsend.
"Du, Mum, waren wir eigentlich auch so schlimm?", fragte George.
"Hm, nicht immer. Luzifer will ja ständig alles ganz genau wissen. Ihr habt euch eigentlich immer recht gut ablenken lassen, wenn's doch mal zu brenzlig wurde. Bei Luzifer klappt das nicht. Wenn er mal angefangen hat, möchte er auch ganz genau über alles aufgeklärt werden, bevor er sich etwas anderem zuwendet. Aber ich glaube, würde Diamond versuchen ihn abzulenken, würde es funktionieren."
"Wie meinst du das?", wollte Sal wissen. Tipps waren immer gut. Vor allem von einer Mutter, die schon einige Kinder groß gezogen hatte.
"Nun ja, Luzifer ist ja immer ziemlich fixiert darauf das zu Ende zu bringen, was er angefangen hat. Aber ich glaube, würde Diamond ihn fragen, ob er mit ihm was anderes macht, würde Luzifer so ziemlich alles stehen und liegen lassen, um Diamond den Wunsch zu erfüllen."

„Das heißt also, wenn wir Luzifer das nächste mal dazu bringen wollen, etwas anderes zu machen, müssen wir nur Diamond davon überzeugen, dass er Luzifer darum bitten soll etwas mit ihm zu unternehmen?"

„Genau. Allerdings macht Diamond nie etwas mit, das Luzifer nicht machen will. Das heißt, er wird auf jeden Fall erst mal Luzifer fragen, ob er das auch machen will und wenn der gerade mit was anderem beschäftigt ist, wird Diamond ihm über kurz oder lang Gesellschaft leisten."

„Oh man. Das ist mir zu kompliziert am frühen Morgen.", meinte Salazar nur.

Die Tür ging auf und ein missmutig dreinblickender Godric betrat mit Luzifer und Diamond den Raum.

„Wie hast du dich gedrückt?", fragte Sal grinsend.

„Gar nicht. Diamond hat Hunger bekommen. Somit hab ich Gnadenfrist.", brummte Ric.

„Dann ist ja gut. Nach dem Frühstück ist Bescherung, vielleicht wird deine Gnadenfrist dadurch verlängert.", meinte Molly.

„Hm. Du Sal, wir hatten doch mal so ein Buch über das Thema, weißt du, wo das ist?"

„Nein, warum fragst du?"

„Ganz einfach. Ich geb Luzifer das Buch und sobald er lesen kann, kann er es selbst herausfinden."

„Meinst du nicht, dass das ein bisschen hart für einen vierjährigen ist?", wollte Molly wissen.

„Ich bezweifle, dass sie noch recht lange vier sein werden.", meinte Ric dazu.

„Wie meinst du das?", mischte Draco sich ein. Er hatte die beiden Knirpse schon richtig ins Herz geschlossen.

„Na ja. Ihre Seelen haben sich vollständig verfestigt. Das heißt, sie müssten bald altern. Allerdings hab ich keine Ahnung, was dabei passieren wird. Es könnte sein, dass sie einige Erinnerungen an ihr früheres Leben zurückbekommen, allerdings kann es genauso gut sein, dass sie einfach nur älter werden. Auch hab ich keine Ahnung, um wie viel sie altern. Ich denke, dass geht nach Luzifer."

„Warum nach ihm?", fragte Salazar, während er seinen beiden Söhnen beim Essen zu sah.

Die beiden waren so darin vertieft, ihre Brote zu schmieren, dass sie gar nicht mitbekamen, dass über sie geredet wurde.

„Weil die Verjüngung auch nach ihm ging. Ihre Seelen streben nach Harmonie zwischen den Körpern. Deshalb wurde der Altersunterschied ja auch durch ihre Verjüngung ausgemerzt. Sie werden bis zu dem Punkt, an welchem Luzifer in seiner Entwicklung, sprich, bis er sein vorheriges Alter wieder erreicht hat, schneller altern, als normal. Ihre Entwicklung an sich, wird sich nach Luzifers Stand ändern und wird sich wohl an seiner vorherigen Entwicklung messen. Sprich, er altert um die Zahl an Jahren, die er in der Zwischenzeit aufgeholt hat. Jedes Kind macht, während es aufwächst, verschiedene Erfahrungen und sobald er die Erfahrung, die er in seiner früheren Kindheit verpasst hat, nachgeholt hat, wird er älter werden und Diamond mit ihm."

„Wie kann man am frühen Morgen nur so viel denken.", meinte Sal, als Ric mit seinen Ausführungen geendet hatte und ließ seinen Kopf auf die Tischplatte knallen. Erst Molly und jetzt auch noch sein Mann. Dabei schlief er doch noch fast.

Eine kleine Hand, die über seinen Kopf strich, ließ Sal aufblicken. Er sah direkt in zwei besorgt dreinblickende Smaragde.

„Alles okay?", fragte Lu ängstlich.

Sal lächelte ihn an und hob ihn dann auf seinen Schoß, wo er ihn glücklich lächelnd fest hielt. Luzifer kuschelte sich nur noch mehr an seinen Dad und sah ihn weiterhin besorgt an.

Sal gab seinem Kleinen einen Kuss auf die Stirn und meinte: „Keine Angst, mein Kleiner. Mir geht's gut. Ich bin nur noch müde."

Erleichtert lächelte jetzt auch Luzifer, kuschelte sich noch näher an seinen Dad und schloss die Augen. Aus irgendeinem Grund war er auf ein mal furchtbar müde. Er murmelte noch ein müdes: „Hab dich lieb, Dad.", ehe er einschlief. Ebenso wie Diamond, der sich bei seinem Daddy verkrochen hatte.