Hallo, Freunde der Sonne (für diesen Satz hasse ich meinen ehemaligen Religionslehrer)!

Ich melde mich nach sehr langer Zeit endlich zurück mit einem neuen Kapitel.

Ich habe im Moment eine kreative Ladehemmung. Ich habe mir zwar Notizen für das neue Kapitel gemacht, weiß aber nicht, wie ich die umsetzen soll... Aber ich weiß wenigstens schon, wie viele Kapitel die Story noch haben wird. Und ich hoffe, dass ich sie auch bald beenden kann.

Also gut, dann will ich auch mal nicht weiter auf die Folter spannen. Viel Spaß bei Kapitel 11 (ich finde es irgendwie witzig).


Chapter 11

Mad World

Elijah lag auf seinem Bett. In seinen Händen hielt er ein Buch und seine Augen folgten den Zeilen. Damon lag zu seinen Füßen auf dem Bett und beobachtete ihn aus dem Augenwinkel. Elijah allerdings merkte davon nichts und las wie gefesselt sein Buch. Plötzlich bellte Damon und Elijah fuhr zusammen. „Mein Gott, Damon!", stieß er aus und sah den Husky erschrocken an. „Was soll das? Wieso bellst du?" Damon, wie nicht anders zu erwarten, erwiderte daraufhin nichts. Er sah sein Herrchen nur stur an. „Was ist?", fragte Elijah verwirrt, Damon sprang vom Bett und legte sich auf seinen Platz am Bettende. Was...? Ist der beleidigt? Weswegen? Was hab' ich denn getan?, dachte Elijah verständnislos und warf einen Blick auf die Uhr. Oh, so spät schon. Zeit zu schlafen.

Elijah klappte sein Buch zu und legte es auf den Nachttisch. Er löschte das Licht und legte sich hin, die Decke zog er über die Schultern. Nach einem Moment der Stille bellte Damon erneut. „Was soll das?!", fuhr Elijah ihn aufgebracht an. „Ich warne dich, bell' noch ein Mal und du fliegst raus!" Elijah schlug auf sein Kissen und versuchte erneut einzuschlafen, doch erneut... „Jetzt reicht es!" Elijah stand auf und packte Damon am Halsband und setzte ihn vor die Schlafzimmertür. „Ich will schlafen! Lass mich schlafen!" Er schloss die Tür und ging zurück ins Bett, um diesmal hoffentlich endlich einzuschlafen. Doch das kontinuierliche Kratzen Damons an der Tür des Zimmers nervte ihn gehörig.

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Severus starrte unentwegt an den Baldachin über ihm und verfluchte schon fast seinen wallenden, dunklen Stoff. Er sah ihn – und genau da lag das Problem des Tränkemeisters. Seit gefühlten Stunden lag er nun schon wach und kerzengerade in seinem Bett und starrte an diesen vermaledeiten Stofffetzen. Und wieso? Er konnte nicht einschlafen, weil er andauernd nur an Elijah denken konnte. An ihn und seine nervtötenden Versuch eine Sache zu klären, die dreißig Jahre zurückliegt und die für Severus ein rotes Tuch in seiner Vergangenheit war.

Nachdem er Elijah das letzte Mal auf der Beerdigung seiner Mutter gesehen hatte, hatte er nicht mehr an ihn gedacht. Und selbst als er Elijah am Tag der Beerdigung gesehen hatte, hatte er sich nur gefragt, woher er auf einmal kommt – und wieso er nicht da geblieben ist. Es mochte gemein wirken, aber so war er nun mal. So war er seit... Nein, nicht ganz seit Elijahs Verschwinden. Er war ja schließlich nur ein Jahr alleine gewesen, dann hatte er Lily getroffen – und ihre ätzende Schwester Petunia. Lily hatte ihn perfekt ablenken können von all dem Schmerz. Und sie erfuhr nie, dass Severus eigentlich noch einen Zwilling hatte.

Lily, dachte Severus seufzend und war kurz davor aufzuspringen und sinnlos auf und ab zu laufen. Er musste endlich schlafen. Wieso fiel es ihm so schwer? Nur wegen Elijah? Nun, im Grunde genommen schon, aber es ging weniger um Elijah selbst, sondern mehr darum, dass er scheinbar aufgegeben hatte. So kannte Severus ihn gar nicht. Obwohl... so wirklich beurteilen konnte er das nun nicht. Schließlich waren sie nur acht Jahre ihres Lebens zusammen gewesen. Und damals gab es nicht viel, für das es sich zu kämpfen gelohnt hätte.

Mein Junge, es wird immer etwas geben, dass du liebst und verlierst. Es gehört zum Leben wie das Atmen, wie dein Herzschlag. Doch lass die Trauer nicht deine Seele angreifen und zerstören. Denn diesen Kampf kannst du nicht gewinnen. Aussichtslos ist er. Zu großen Schaden würdest du davontragen. Herz und Seele aus dem Einklang gerissen bedeuten den Tod – wenn auch nicht zwingend im irdischen Sinne."

Severus hörte die Stimme seiner Großmutter in seinem Kopf. Die Worte, die sie damals zu ihm gesagt hatte, als er vollkommen aufgelöst und der Wut gemischt mit unbändiger Trauer nahe in ihren Armen zusammengebrochen war. Und heute... Heute gestand er sich ein, dass er die Worte dieser geliebten Dame blind ignoriert hatte. Er bereute es, wie so viele andere Dinge in seinem erbärmlich wirkenden Leben. Hätte ich auf sie gehört... wäre dann alles anders gekommen?, fragte sich Severus abschätzend und hob eine Augenbraue. Vor ihm tauchte das Gesicht seiner Großmutter auf. Gutmütigkeit, Liebe und Zuneigung – all das stand in ihrem Gesicht. In ihren glänzenden braunen Augen, in ihrem sanften Lächeln. Doch Severus sah hinter all das, was er aus seiner Kindheit kannte und vermisste. Und er kniff die Augen zu. „Schau mich nicht so an!", rief er ins Dunkel hinein und als er die Augen wieder öffnete, war da wieder nur der dunkle Baldachin. „Ich fange an zu fantasieren. Das ist nie ein gutes Zeichen", murmelte er und drehte sich auf die Seite.

Er schob eine Hand unter das Kopfkissen und die andere legte er auf die Bettdecke. Und nun starrte er einfach nur an die Wand. Starren, mehr konnte er nicht tun. Er konnte nicht einschlafen, er konnte nicht denken. Und das alles nur, weil Elijah sein von Anfang an zum Scheitern verurteiltes Unterfangen aufgab. Urplötzlich. Und das, ausgerechnet das, fuchste Severus bis zum Wahnsinn.

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Selbst für seine Verhältnisse war es ungewöhnlich früh. Als Severus gerade aufwachte war es erst kurz nach halb fünf. Sogar der sonstige Frühaufsteher Severus Snape empfand das als zu früh zum Aufstehen. Doch einschlafen konnte er nicht mehr. Das merkte er schon nach einer geringen Weile. Außerdem hatte es schon lange genug gedauert überhaupt das erste Mal einzuschlafen. Wieso also nochmal umdrehen und die Augen erneut schließen? Also richtete sich Severus einfach auf und lehnte sich gegen das Kopfende des Bettes. Er fuhr sich über die Augen und starrte stur geradeaus. Was sollte er jetzt auch groß machen? Bis zum Frühstück waren es noch über zwei Stunden. Und sich jetzt schon fertig machen wollte er nicht.

Also blieb er einfach im Bett sitzen und starrte gelangweilt und spürbar unmotiviert an den Baldachin über ihm. Er hatte es schon den Abend davor gemacht. Es entwickelte sich zu einer neuen Routine. Fand er jetzt nicht so wirklich berauschend gut. Für ihn war im Moment Elijah der Ursprung allen Übels. Wer auch sonst? Wen hätte er sonst beschuldigen können? In Elijah hatte er eine gute Zielscheibe gefunden. Wobei das dem jetzt auch gleich zu sein schien. Severus verzog nachdenklich das Gesicht und verschränkte die Arme vor der Brust.Elijah..., dachte er missbilligend. Dieser... dieser... Weiter konnte er seinen Gedanken nicht führen. Er wusste gar nicht wie. Noch etwas, was ihn fuchste.

Er hatte seit Elijahs Verschwinden immer schlecht über seinen werten Zwilling gedacht. Gut, vielleicht nicht genau seitdem – aber beinahe. Das tat auch nichts zur Sache. Severus hatte schlecht über Elijah gedacht, und tat es immer noch. Oder? Konnte er ihm seine Aktion wirklich nur verübeln? Immerhin hatten sie den selben ständig besoffenen Vater. Sie hatten beide gelitten, auf die gleiche Weise. Und keiner von ihnen war stärker als der andere, zumindest aus Severus' Sicht. Beim genauen darüber Nachdenken, verstand er Elijah sogar ein bisschen. Nur ein ganz kleines bisschen. Ein mikroskopisch kleines bisschen.

„Das ist doch Irrsinn!", fluchte Severus und ließ sich zur Seite fallen. Sein Blick fiel auf das Ende des Bettes und verlor sich in der Erkenntnis, dass es ein guter Morgen war um urplötzlich krank zu werden. Aber daran dachte er nicht sehr lange. Nicht mal eine volle Sekunde. Denn das würde einen Privatbesuch von Dumbledore, Elijah und Madame Pomfrey bedeuten – und auf die Tortur war er wahrlich nicht erpicht. Also raffte er sich auf, stieg aus dem Bett, schlurfte ins Bad und widmete sich der Morgenroutine.

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Zum Frühstück in der Großen Halle erschien Elijah nicht. Severus wunderte sich. Auch wenn es möglich war, so bezweifelte er, dass es daran lag, dass er Elijah eine verpasst hatte. Severus musste fast grinsen, als er daran dachte, wie das Ergebnis dieses Schlags wohl aussah. So viel stand fest: er hatte wirklich einen harten Schlag. Seine Hand tat weh – immer noch. Am gestrigen Abend hatte er es gar nicht so wahrgenommen, aber jetzt spürte er es ganz deutlich. Er konnte die Hand kaum bewegen, an schreiben war da nicht zu denken. Das wird gut, dachte er als er sich mit der linken Hand zitternd Kaffee einschenkte.

McGonagall sah verwirrt auf diese Prozedur, als sie sich etwas Tee einschenkte. „Alles in Ordnung, Severus?", fragte sie ihren Kollegen dezent besorgt. Severus setzte vorsichtig die Kanne ab und sah dann zu ihr. „... Ja. Alles in Ordnung. Ich bin lediglich nicht so gut darin mit links einzuschenken", erklärte Severus und wunderte sich sichtlich über diese leichte Offenheit. „Wieso tust du es dann?" „Weil... es mit der rechten Hand nicht geht, zur Zeit." McGonagall sah auf die still und unbewegt auf der Tischplatte ruhende rechte Hand des Zaubertränkelehrers. Dann sah sie ihren jüngeren Kollegen verwirrt und fragend an. Der führte gerade die Kaffeetasse zitternd zu seinem Mund. Als er Minervas Blick bemerkte, hielt er in der Bewegung inne. „Das ist... kompliziert. Eh, schwer zu erklären." Irgendwie... Eigentlich ja nicht, überlegte Severus und setzte die Tasse an die Lippen. Vorsichtig trank er die fast noch heiße, schwarze Flüssigkeit.

Minerva sah ihn noch einen Moment abschätzig und verwundert an, dann wandte sie sich wieder ihrem Frühstück zu. Severus hingegen fing mit seinem an. Er hatte eigentlich keinen richtigen Appetit, aber er wollte wenigstens ein bisschen essen. Er hatte nie wirklich Appetit. Dumbledore sagte mal zu ihm, er würde zu wenig essen – er wäre so dünn. Oder so ähnlich. Severus erinnerte sich kaum noch daran. Er hatte es erfolgreich aus seinem Gedächtnis verdrängt. Der alte Mann machte sich einfach zu viele Gedanken, zu viele Sorgen. Außerdem fand Severus, dass er viel zu neugierig war, und das hatte anscheinend auf McGonagall abgefärbt. Neugierde, so fand Severus, war eine lästige Sache.

Severus seufzte und sah auf seine Hand, dann auf den leeren Platz links neben sich. Was er wohl macht?, fragte er sich und warf einen Blick die Halle hinab. Er wunderte sich über sich selbst. Was war denn auf einmal los? Vorher war Elijah ihm doch egal gewesen, wieso jetzt nicht mehr? Und auch allgemein sein Verhalten. Irgendwas war einfach falsch. Verquer. Verrückt, einfach verrückt.

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In der Pause vor dem Mittagessen stand Severus wieder auf dem Astronomieturm und sah über das Hogwartsgelände. Der Himmel war grau und die Sonne verdeckt von dichten Wolkenwallen. Kein Strahl kam wirklich wärmend hindurch. Nur ein bisschen Wind ging und wehte die ersten bunten Blätter von den Bäumen. Severus hatte dieses Bild schon so oft gesehen, aber aus irgendeinem sich ihm nicht erschließenden Grund, empfand er es diesmal anders. Er wusste nicht genau wie, aber irgendwie...

„Ist das dein neuer Lieblingsort?" Severus drehte sich überrascht um und sah sich Elijah gegenüber. „Wie...", fing er an. „Über die Treppe", unterbrach Elijah ihn grinsend. „Das wollte ich gar nicht fragen!" „Natürlich wolltest du das." Severus öffnete den Mund, um etwas zu erwidern, doch er entschied sich um und starrte Elijah stattdessen nur an. Der Kiefer auf der linken Seite war blau, wirklich sehr blau. Severus verzog das Gesicht und sah dann etwas sehr dümmlich aus. Den Mund offen und den linken Winkel nach oben gezogen, und das linke Auge nur zur Hälfte offen, der Kopf lag leicht schräg nach rechts. Elijah hob verwirrt eine Augenbraue. „Was ist denn mit dir los?", fragte er. Severus starrte nach wie vor. Elijah fuhr mit seiner Hand vor den Augen Severus' hin und her. „Ey, Severus, wach auf!", sagte er und schnippte dem Slytherin gegen die Stirn.

Severus schüttelte den Kopf und sah Elijah verwundert an. „Was sollte das?", fragte er. „Ich wollte sehen, ob du noch anwesend bist, geistig", meinte Elijah grinsend. „Sag mal, tut das nicht weh?" „Was?" „Deine Dummheit! Dein Kiefer natürlich, was sonst?" Idiot. Severus verdrehte die Augen bei diesem Gedanken. „Ach so. Ja. Ja, tut weh. Was denkst du denn?", erwiderte Elijah nur und verschränkte die Arme vor der Brust. „Und deine Hand? Das kann ja wohl nicht spurlos an ihr vorübergegangen sein." Severus zuckte mit den Schultern und hob den rechten Arm. „Kann sie nicht bewegen. Oder kaum besser gesagt. Es ist auf jeden Fall nicht geraten." Elijah schmunzelte.

Severus rollte mit den Augen und schlug ein neues Thema an. „Wo warst du heute morgen? , fragte er seinen Bruder. „Hast du mich etwa vermisst?", entgegnete Elijah selbstgefällig grinsend. „Nein, ich frage einfach nur so." „Sarkasmus?" „Ich kann auch ohne Sarkasmus reden, Eli." „Ist das so? Das ist mir neu. Seit wann kannst du das?" „Elijah!" Severus funkelte ihn wütend und trat einen Schritt näher. Elijah hingegen rührte sich kein Stück und grinste nur. „Ich mach doch nur Spaß, Severus", sagte er verteidigend und wartete auf eine Entgegnung seines Gegenübers, es kam aber keine, also fuhr Elijah einfach fort. „Ich hab verschlafen. Das ist alles." Severus nickte nur und starrte wieder auf den gefärbten Kiefer. „Was hat man dazu gesagt?", fragte er und wies auf die blaue Stelle. „Man wollte eben wissen, was passiert ist. Was denkst du denn? Die werden bestimmt nicht sagen: Oh, das sieht aber toll aus!" „Okay okay, hab verstanden! Und was..." „Gegen eine Tür gelaufen." „Gegen eine Tür gelaufen? So? Und das hat man dir geglaubt?" „Das habe ich nie behauptet, mein Lieber." Severus stimmte mit einer schwachen Kopfbewegung zu und verschränkte dann wie Elijah auch die Arme vor der Brust. Was mache ich hier? Was, bei Merlin, ist in mich gefahren?, fragte er sich, verengte die Augen zu Schlitzen und fixierte Elijah. Dieser betrachtete ihn abschätzig und legte dabei den Kopf leicht schief. „Was – machst du da? Fixierst du mich? Wieso? Was ist los mit dir?", fragte er ihn verwirrt und wohl etwas besorgt. Severus' Blick wurde wieder normal, also kalt und abweisend. „Gar nichts", winkte er ab und verließ den Astronomieturm. Elijah folgte ihm auf den Schritt genau.

In der Eingangshalle liefen sie schweigend nebeneinander durch die Schülerscharen. Auf dem Weg zur Großen Halle liefen sie Minerva und Madame Hooch über den Weg. Beide Frauen sahen Snape und Petrov verwundert an. Die Männer nickten nur respektvoll zur Begrüßung als sie an ihren Kolleginnen vorbeiliefen und die noch überwiegend leere Halle betraten. Die wenigen Schüler an den Haustischen sahen sie überrascht an, ebenso wie die Lehrer, die am Kopf der Halle am Tisch saßen. Elijah und Severus setzten sich einfach dazu und schwiegen.

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Kurz vorm Abendessen saß Elijah in seinem Büro und korrigierte Hausarbeiten von Drittklässlern. Damon lag unter dem Schreibtisch und döste mal wieder vor sich hin. Eine Kerze stand auf dem Tisch und spendete flackerndes Licht. Elijah legte eine Arbeit auf einen kleinen Stapel links neben sich, dann seufzte er und nahm die nächste Arbeit zur Hand. Wie konnte Dante nur glauben, dass mir sowas hier liegt? Arbeiten korrigieren, wie nervig. Und dennoch mach'ich es. Trotzdem... Ich könnte mir eine weitaus bessere Beschäftigung für den Abend denken, dachte Elijah und griff nach der Tasse Tee vor sich.

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Elijah hatte das Abendessen ausfallen lassen. Er hatte noch die Arbeiten fertig korrigieren wollen und das hatte sich überschnitten. Außerdem hatte er eh keinen richtigen Appetit gehabt. Zumindest redete er sich das ein. Er hatte nachdenken wollen. Nachdenken darüber, wie seine Begegnung mit Severus am Tag vor Halloween ausgegangen war. Und wie sich Severus ihm gegenüber auf einmal verhielt. Irgendwie... netter, dachte er und lehnte sich in seinem Lesesessel vor dem Kamin zurück.

Auf dem kleinen Tisch neben dem Sessel stand eine Flasche Wein und ein gefülltes Glas. Elijah hatte die Beine übereinander geschlagen und auf ihnen lag ein aufgeschlagenes Buch. Er nahm die Hände von den Seiten und verschränkte sie hinterm Nacken. Er seufzte und warf kurz einen Blick auf Damon, der vor dem Kamin auf dem Teppich ausgestreckt schlief. Dann wanderte Elijahs Blick einfach zum prasselnden Feuer und verlor sich in den zuckenden Flammen.

Die Seiten des Buches blätterten um ohne eine Beschwerung und schließlich war nur die leere Seite nach dem Cover aufgeschlagen. Elijah löste seinen Blick vom Feuer und sah auf sein Buch. Und sein Blick fiel auf fein geschriebene schwarze Lettern am oberen Rand der Seite, die still verkündeten: Property of Elijah and Severus Snape. Elijahs Blick wurde traurig, als er auf die zwei Zeilen in der Mitte der Seite sah: For your 4th birthday. Love, your grandmother Fiona.

Elijah starrte auf die wenigen Zeilen auf dem ansonsten leeren weißen Blatt und ohne dass er etwas dagegen hätte tun können, bildete sich eine einzelne Tränen im Winkel seines linken Auges und suchte sich ihren Weg auf das dünne Papier. Elijah wischte erst über das Blatt, dann über sein Auge. Nein, nein. Nicht weinen, sagte er sich gedanklich und atmete tief durch als er das Buch schloss. Er legte es neben die Weinflasche auf dem Tisch und nahm das Glas in die Hand. Einen Moment sah er gedankenverloren auf die rote Flüssigkeit. Er ließ das Glas beinahe fallen als es völlig unvermittelt an seiner Tür klopfte. Erschrocken stellte er das Glas ab und erhob sich aus seinem Sessel. Wer ist das denn um diese Zeit? Es ist beinahe halb zehn, fragte Elijah sich und ging zur Tür um sie zu öffnen.

Mit allem hatte er gerechnet, aber nicht damit. Denn vor ihm stand tatsächlich Severus. Noch in seiner vollen Montur und mit einem leicht müden Gesichtsausdruck. Elijah sah ihn verwundert an. Severus hingegen wies auf Elijahs Kiefer. „Mal abgesehen davon, bist du krank oder so?", fragte er gerade heraus und erntete einen weiteren verwirrten Blick seitens seines Bruders. „Was? Krank? Wieso?", entgegnete dieser schließlich nach einer Weile. „Weil du dich kaum noch blicken lässt. Außerhalb deines Unterrichts." „Ehm, also ich... Was? Nein, ich bin nicht krank. Ich hatte nur zu tun." Severus nickte und warf einen Blick an Elijah vorbei. Elijah folgte seinem Blick zum Kamin. „Willst du reinkommen? Ein Glas Wein trinken, vielleicht?", fragte er neugierig. „Ah, nein. Ich habe selber noch zu tun", winkte Severus ab und wandte sich zum Gehen. „Ich wollte nur fragen, ob es dir gut geht. Das ist alles. Also, gute Nacht, Elijah!" Und mit diesen Worten ging Severus wieder. Elijah sah ihm einen Moment verwirrt nach ehe er die Tür schloss.

Severus verscheuchte auf seinem Weg in die Kerker ein paar Slytherins in den Gemeinschaftsraum und verschwand dann in seinen Privaträumen, wo er sich starr in seinen Sessel vor dem Kamin fallen ließ. Er starrte in das fast erloschene Feuer und ihm ging nur eine Frage durch den Kopf: Was bei Merlins fünfBuchstaben war nur los?!


So, das war Kapitel 11. Hoffe es hat euch gefallen. Freue mich auf Reviews. Bis zum nächsten Kapitel.