Anmerkung:
Man mag es kaum glauben aber ja: ein neues Kapitel!
Wie auch sonst immer die Info am Rande, dass die liebenswerten Charaktere nicht meiner Idee entstammen - die Story schon.
Falls nach einem Mr. mal nichts kommt, so spinnt die Formatierung mal wieder. Ich hoffe aber, dass ihr an diesem Update etwas Spaß habt.
Eure Yondi :)
Kapitel 10
-S.S-
„Potter?" Draco musste feststellen, dass sich der Blick seines Paten zunehmend verengte - mehr als er es ohnehin schon getan hatte. Obwohl der Blonde sich des stetig wachsenden Missmuts seines Onkels sicher war, bereitete es ihm Schwierigkeiten weiterzusprechen.
Zugegeben, viele würden ihn nicht als ehrenvoll bezeichnen und schon gar nicht als vertrauenswürdig... doch das war Draco - zumindest mittlerweile, manchen Menschen gegenüber.
Harry und er hatten sich gegenseitig versprochen, die Vorkommnisse zu verschweigen die zu dem Verlust des dunklen Mals geführt hatten.
Gleichwohl war Draco jedoch klar, dass Severus in jeder Sekunde die Geduld verlieren und Gebrauch von seinen Fähigkeiten als Legelimentor machen könnte. So oder so würden alle möglichen Geheimnisse ans Licht treten.
Die Frage wäre nur auf welche Art und Weise.
„Ehm..."
„Mr Malfoy! Ich erwarte eine Antwort. Sofort." Flüsterte Snape ruhig doch keineswegs unbedrohlich. Er war nicht sauer, im Gegenteil - wenn Draco dass abscheuliche Mal nicht mehr auf sich trug war dies ein Grund zur Freude... unbehaglich war jedoch die Verbindung zu Potter.
Der junge Malfoy atmete tief ein und schaute Severus resigniert an, bevor er anfing zu sprechen.
„Wenn ich ehrlich sein soll, weder Harry noch ich wissen wie das Ganze genau funktioniert hat." Murmelte Draco und fuhr sich durch die Haare. Harry und er haben Stunden damit verbracht eine tiefgründige Erklärung zu finden, wie es gelingen konnte das Mal zu entfernen doch sie hatten lediglich Ideen und Denkansätze.
„Du kennst Harry, Onkel. Er nannte ihn schon immer bei seinem Namen… und als er bemerkte, wie groß die Schmerzen in meinem Unterarm wurden, versuchte er in meiner Gegenwart darauf zu verzichten ihn beim Namen zu nennen." Erst jetzt wurde Draco bewusst, wie schnell er sich daran gewöhnt hatte Voldemort bei seinem widerlichen Namen zu nennen – jetzt, wo er in Anwesenheit seines Onkels darauf verzichten musste.
Snape schaute sein Patenkind ungeduldig und missmutig an: er konnte es nicht ausstehen, wenn Menschen in seiner Umgebung trödelten und sich in ihren eigenen Gedanken verwickelten, nicht zum Punkt kamen. Andererseits kannte er Draco und so intelligent der junge Mann auch war, so benötigte er manchmal mehr Zeit um seine Gedanken zu ordnen.
„Naja, mir fiel auf, dass seit dem Tag des Sieges das Mal immer weniger schmerzte und obwohl das ja schon eine positive Entwicklung war fingen wir Beide an uns zu wundern, ob man das Ganze nicht beschleunigen konnte… und ab hier wird es seltsam." Murmelte der Blonde und strich sich immer wieder über seinen mittlerweile reinen Unterarm.
Snape nickte daraufhin bestätigend. Auch ihm war aufgefallen, dass die Schmerzen langsam aber stetig nachließen obgleich die übrigen Schmerzen nicht unbeachtlich blieben.
„Denn während wir weiterhin Schmerzen haben, hörte Harrys Narbe nach dem Tod des Monsters auf ihm Probleme zu machen. Also dachten wir uns, dass es vielleicht an ihm selbst lag – schließlich hatte er den dunklen Lord besiegt… so versuchten wir dann verschiedenes: Zauber, Flüche und Zaubertränke, doch nichts wirkte und das Mal blieb unverändert." Fuhr der Jungzauberer fort und fing allmählich an zu lächeln.
„Und plötzlich hatten wir den Durchbruch: Als Harry entnervt auf das Mal starrte und es wahrscheinlich aus Wut beleidigen wollte, sprach er Parsel."
Daraufhin schaute Snape ehrlich überrascht, er und so viele andere gingen davon aus, dass Potter seine Parselfähigkeiten durch die Verbindung zu Voldemort erhalten hatte.
„Als ich Harry dies sagte – er selbst merkte nicht, dass er Parsel sprach – fing er an mit dem Mal zu kommunizieren. Anfangs erfolglos doch Harry ließ nicht ab und nach einiger Zeit bewegte es sich, wurde lebendig."
Draco erzählte seinem Onkel nicht, wie schmerzhaft diese Bewegungen des Mals waren.
„Es schien unzufrieden, sträubte sich gewaltsam gegen das was Harry sagte doch irgendwann hörte es auf, wurde reglos und fiel in sich zusammen. Es verschwand wenige Minuten später." Sagte Draco nun stolz und schaute Snape ernst an. Ihm war bewusst, wie schlecht Harry von seinem eigenen Vater behandelt wurde und es machte ihn wütend.
Severus gab Harry keine Chance zu zeigen, was für ein wunderbarer Mensch er war – herzensgut und hilfsbereit, manchmal etwas naiv und rasch… aber am Ende des Tages war er auch nur ein Gryffindor.
„Seitdem habe ich keine Schmerzen mehr, nur die Narbe ist geblieben. An der Stelle des Mals hatte ich nach dem Extrahieren eine tiefere Schnittwunde die aber problemlos abheilte. Ich habe natürlich keine Ahnung, was Harry gesagt hat und auch er selbst weiß es nicht genau – zwischen dem was er denkt und dann in Parsel sagt liegen wohl zwei Welten. Er kann es nicht genau erklären aber er meinte, dass Schlangen nun einfach anders sprechen und ausdrücken als es Menschen tun.
Nach seiner Aussage, hat er mit dem Mal diskutiert und die Diskussion einfach gewonnen." Beendete Draco nun und wartete die Reaktion seines Patenonkels ab, welcher mit zunehmender Erzählung immer verwirrter zu sein schien.
Einfach überredet? Wollte Draco ihm das weißmachen? Natürlich hatte Potter seit geraumer Zeit immer wieder seltsame und teilweise auch unglaubliche Sachen entgegen aller Erwartungen vollbracht aber dieses Mal musste selbst Severus zugeben überrascht zu sein. Ohne sich seine Verwirrung und Überraschung anmerken zu lassen räusperte er sich.
„Ich denke es wird Zeit, dass wir unsere Arbeit fortsetzen."
Es fiel Severus schwer nicht zu schmunzeln, wie Draco innerhalb Sekundenbruchteilen Abstand von seinem Patenonkel gewann und in das angrenzende Privatlaboratorium von dem Tränkemeister verschwand. Dracos Tasse ließ er mit einem Wischen seines Zauberstabs verschwinden und schaute dann nachdenklich zu seinem Unterarm hinunter.
Der junge Mann, welcher von seinem Vater zu dem Leben eines Todessers verdammt wurde, konnte nun endlich ohne offensichtliche Anzeichen weiterleben – was nicht bedeutete, dass er nicht emotional gezeichnet wäre.
„Nein, das ist Draco leider ganz bestimmt nicht." Dachte Snape und stand von seinem Sessel auf und schaute Richtung Labor.
Und wem war für diese neue Freiheit Dankbarkeit geschuldet? Potter, natürlich. Es musste natürlich Potter sein.
„Dieser Idiot muss immer den Helden spielen." Zischte er und ging in dem wenig durchleuchteten Wohnzimmer seines Quartiers auf und ab.
Doch auch wenn seine Worte wenig Sympathie erahnen ließen, so konnte Severus dem dummen Jungen diese neuentdeckte Tat nicht übelnehmen – auch wenn sie mit größter Wahrscheinlichkeit unüberlegt und gefährlich war.
Nach einem langen und viel zu leidenden Seufzer schüttelte Severus, so wie schon zu oft an diesem Tag, den Kopf und ging zu der Eingangstür seiner Gemächer und öffnete sie bestimmt.
„Wenn jemand herausfinden kann wo dieser Trottel steckt, dann ich." Sagte er und dachte an all die Jahre zurück, in denen er seinen unverhofften Sohn aus der Misere befreit hatte.
„Und wenn ich ihn in die Finger kriege, werden wir ein sehr interessantes Gespräch führen…"
-H.P –
„Kreacher hat die magische Präsenz von Master Potter gespürt, sir." Erklärte der alte Elf und versuchte die schlimmsten Verletzungen von Harry zu heilen – scheinbar ohne großen Erfolg.
Harry kniff die Augen zusammen und versuchte stoisch zu wirken. Doch Okklumentik schien nicht mehr allzu gut funktionieren zu wollen. Dafür war er viel zu schwach und verletzt. Selbst das bloße Reden schien immer schwerer zu werden.
„Warum… funktioniert es nicht?" flüsterte er mit Rauer Stimme und schaute angestrengt zu dem immer unzufriedener werdenden Hauselfen.
„Sir, Kreacher ist untröstlich. Zu viel schwarze Magie."
„Kannst du mich… hier wegbringen, Kreacher? Bitte?" fragte Harry und fing an seichter zu atmen, als die Übelkeit zurückkehrte.
Kreacher schaute seinen Meister besorgt an, doch er nickte nach kurzer Überlegung.
„Ich muss Master Potter warnen, Sir. Seit-an-Seit-Apparieren könnte gefährlich sein, Sie sind zu sehr verletzt. Zu viel verlorenes Blut, Sir!" Fuhr der Elf fort und wrang nervös seine kleinen Hände.
Doch Harry ließ sich nicht zweimal sagen, dass es eine Möglichkeit gab. So gefährlich sie auch sein möge
„Ich weiß Kreacher… wenn etwas passiert… dann trifft dich keine Schuld." Versicherte Harry und versuchte ein beruhigendes Lächeln aufzusetzen.
„Bring mich nach Hogwarts vor… die Tore." Fuhr er fort und schloss langsam die Augen.
„Und wenn wir ankommen… hol Hagrid… er soll mich zu Poppy bringen." Beendete Harry mit letzter Kraft und verlor erneut das Bewusstsein.
Das war Signal genug um den besorgten Elf davon zu überzeugen, mit seinem Meister zu apperieren.
„Kreacher wird Sir helfen!" stieß dieser hervor, packte Harry beherzt und trotzdem vorsichtig am Arm um daraufhin mit einem lauten „Pop"-Geräusch zu verschwinden.
Es gab vieles das Hagrid in seinem Leben gesehen hat, vor allem jedoch in den letzten Jahren. Einen Anblick, dem er nicht erneut ausgesetzt sein wollte war ein toter Harry. Umso größer war seine Panik, als Harrys Kreacher plötzlich in seiner Holzhütte auftauchte und mit wild um sich wedelnden Armen erklärte, dass der arme Junge vor den Toren von Hogwarts lag.
Seitdem man von seinem Verschwinden erfahren hatte, wurde eifrig nach ihm gesucht. Es waren mittlerweile zwei Tage vergangen und obwohl das nicht nach viel Zeit klang, so war es das für diejenigen die Harry liebten.
Und zu diesem zählte sich der Halbriese.
Hagrid kniete sich zu seinem jungen Freund hinunter und hob ihn, für seine Größe unerwartet, sanft in seine Arme auf. Ohne es zu bemerken fingen an Tränen seine Wangen hinunter zu laufen – zu groß war das Déjà-Vu das er erlebte. Noch nicht vor allzu langer Zeit hielt er den Jungen in derselben Position, im Glauben ihn nicht mehr weiter aufwachsen zu sehen zu können.
Doch trotz der Tränen und der Sorge konnte er einen erleichterten Schluchzer nicht unterdrücken als er bemerkte, dass Harry noch atmete und zumindest noch nicht Tod zu sein schien.
„Wir kriegen dich wieder hin Harry. Dir wird es bald wieder bessergehen." Murmelte er besänftigend, während er schnellen Schrittes zum Schloss eilte und dabei zunehmend ins Schwitzen kam. Er dankte Merlin dafür, dass ihm dabei keine Schüler über den Weg liefen.
Je näher er dem Krankenflügel kam, umso bewusster wurde Hagrid wie schlecht es um Harry stand. Er spürte das Blut, welches an seine Hände und Kleidung geriet… und das in beunruhigenden Mengen.
„Poppy!" Rief er schon vor Eintritt in den Flügel.
„Rubeus Hagrid! Was denkst du dir dabei, in meinem Krnakenflügel so laut zu sein!" Sagte Madame Pomfrey mit unzufriedener Miene und trat aus ihrem Zimmer hervor. Als sie ihren alten Freund erblickte, blieb sie stehen und ließ ihren Gesichtsausdruck voller Schock entgleisen, als sie Harry Potter in seinem Zustand sah.
„Bei Merlins Bart! Bring ihn hier rüber, schnell!" Sagte sie, nun wieder in Ihrem Element und deutete auf eins der leeren Betten. Als Hagrid Harry ablegte und das blasse Gesicht des Jungen sah, konnte er nicht anders als sein Gesicht in seinen großen Händen zu vergraben und voller Elend aufzuschluchzen.
„Hagrid, sag Minerva Bescheid... und Severus! Ich brauche die Hilfe der beiden. Sofort!" Sagte sie nur ohne den Halbriesen anzusehen. Sie war viel zu sehr damit beschäftigt die Kleidung von Harrys Körper zu lösen, dabei bedacht keine Magie zu verwenden. In solchen Situationen war es sicherer keine Zauber zu verwenden, es war nicht abzusehen welche Reaktionen diese hervorrufen könnten.
Dem Aufruhr war sich der ohnmächtige Harry nicht bewusst. Obwohl er, bis auf die unbewussten und durch den Cruciatus hervorgerufenen Zuckungen, keine Regung zeigte so träumte er. Sehr unruhig.
Wobei träumen wahrscheinlich der falsche Begriff war – all die Erinnerungen, die Harry stoisch entfernte und in Gläser abfüllte um sie nicht permanent zu überdenken, traten hervor. Gemischt mit den jüngsten Erlebnissen seiner Entführung und Alpträumen, die zwar seiner Vorstellung entsprangen doch leider nicht unrealistisch waren.
Die Dursleys, Dementoren, Todesser, sein neu entdeckter Vater und Voldemort. Immer wieder Snape und Voldemort.
Das einzige Anzeichen für den innerlichen Krieg, den Harry in diesem Moment führte waren die Tränen die seine Wangen hinunterliefen und der Atem, welcher plötzlich anfing zu stocken.
Dies fiel nun auch der Heilerin auf, welche den Großteil der Kleidung abgenommen hatte und nun einen kurzen Moment innehalten und auf den jungen Mann schauen konnte. In einem für sie eher untypischen sanften Augenblick wusch sie sanft die Tränen von Harry weg.
Sie kannte seine Eltern, James und Lily. Ersterer hatte sie zu seiner Hogwartszeit oft genug zur Weißglut gebracht. Nicht, dass sie James nicht gemocht hatte – oh nein – doch im Gegensatz zu Albus und Minerva war sie nicht blind gegenüber der Demütigung und den Verletzungen, welche die Rumtreiber dem wahren Vater des jungen Mr Potter zugezogen haben, gewesen.
Das war alleine schon deswegen nur logisch da sie diejenige war, die Severus wieder auf die Beine gebracht hatte falls eine der Auseinandersetzungen zu sehr ausgeartet waren.
Natürlich nahm sie das Verhalten des Tränkemeisters nicht gänzlich in Schutz, denn er konnte sich gut wehren und war nicht selten sehr kreativ, wenn es darum ging es James und seinen Freunden heimzuzahlen. Doch es war genau das, was er tat: in Selbstwehr handeln.
Manchmal fragte sie sich was hätte sein können, wenn Severus einen guten Vater, mehr oder zumindest richtige Freunde und vor allem Liebe gehabt hätte.
Und nun schob er die einzige Möglichkeit auf Glück von sich und spuckte sprichwörtlich auf sie.
Harry. Er sah oftmals nicht besser aus, wenn er zum Jahresbeginn das Schulgelände betrat. Er redete sich jedoch regelmäßig aus den unangenehmen Situationen raus und spielte alles runter.
Auch er hatte viel zu viel in seinem jungen Leben ertragen müssen… wenn Severus doch nur gewillt wäre seine Augen leicht zu öffnen, dann wäre er seinem Sohn nicht so blind gegenüber. Da war Poppy sich sicher.
„Wo stecken Minerva und Severus." Hisste sie und begann den verletzten Harry zu säubern um überhaupt einen Überblick über alle Wunden zu erlangen.
Genau in diesem öffneten sich die Türen und Minerva trat ein.
„Hagrid hat es mir erzählt, wo ist Severus? Wir brauchen ihn!" Fragte die Schulleiterin, ihren schottischen Akzent nicht kontrollierend und hastete an Harrys Bett.
„Ich weiß es nicht. Er ist momentan der einzige, der herausfinden kann ob und wenn ja welche Flüche angewandt worden sind." Sagte Poppy und deutete auf den schwer verletzten Körper des jungen Helden, welcher sich nicht besonders säubern ließ… denn es gab mehr verletzte als gesunde Haut.
„Wenn ich nun Zauber oder Tränke anwende, die mit diesen reagieren würden…"
„Ich mache dir keinen Vorwurf Poppy, wenn er nicht in den nächsten Minuten auftaucht… dann schleppe ich Ihn persönlich aus seinen Gemächern!" Zischte Minerva immer wütender werdend.
Sie wusste, dass Severus seinen Sohn nicht mochte, vielleicht sogar verabscheute aber trotz allem. Harry war sein Fleisch und Blut! So viel Hass konnte er nicht in sich tragen, als dass er ihm die Hilfe absprechen würde. Nicht nach all dem, was er bereits für den Jungen getan hatte.
„Keinen Grund wütend zu werden, Minerva." Sagte Severus der seelenruhig in den Krankenflügel trat und seine Augenbraue genervt hochzog.
„Mr Potter wird uns wohl schon nicht weglaufen." Fuhr er fort und trat ebenfalls an das Bett heran, die wütenden Blicke der beiden Frauen ignorierend.
Als er auf Potter herabblickte blieb ihm der nächste Kommentar mitten im Halse stecken.
„Potter…" sagte er langsam und starrte auf den malträtierten Körper seines ungewollten Sohnes, ausnahmsweise ohne jegliche Wut.
