Das Verborgene im Wald
Huch, spannend wie ein Krimi geht es weiter. Mal gucken, ob sie Anne retten können. Wer sich gerne Bilder vom Wald, der genauen Position etc. anschauen will, kommt doch auf meinem Tumblr Account vorbei: (dotcom. Dort poste ich die Bilder verfasse zu jedem neuen Kapitel einen kleinen Eintrag, mit Bildern etc. So bleibt ihr immer auf dem neusten Stand und gelangt durch einfaches Anklicken auf die jeweilen verlinkten Seiten gleich zu der Story.
Aramis und Constance stiegen schnell in einen der Volvos, das passende Gefährt für den matschigen Waldboden und fuhren in Richtung der Koordinaten. Während er von der Schlosseinfahrt auf die Straße bog, rief er Athos an. „Athos, wir konnten Annes Handy orten. Es ist im Foret de Sénart."
Porthos und Athos saßen im Auto. Sie hatten Aramis am Handy, konnten ihn jedoch kaum verstehen. Nur ein Krächzen und abgehackte Worte waren zu hören. „Aramis, wiederhole das bitte nochmal." Bat Athos seinen Freund. Keine Antwort. „Müssen in einem Funkloch sein. Typisch für diese Gegend hier. Alles sehr dicht mit Eichen bedeckt." Brummte Porthos.
Athos gab auf und beendete das Telefonat. Porthos fuhr nämlich gerade auf einen Parkplatz im Süden des Waldes. „Gut, was kannst du mir über dieses Gebiet sagen? Du warst schon mal hier?" fragte ihn nun Athos, als Porthos den Motor abschaltete. Dieser nickte. „Ja, war hier oft als Kind. Wir haben Räuber und Gendarm gespielt. Hier sind wir im Süden des Waldes."
Während Porthos erzählte stiegen sie aus. „Wir sind am Parkplatz der Faisanderie. Hier hat mal ein früherer König gejagt und Fasane gehalten. Du weißt ja, was die Schönen und Reichen so machen." „Hat sich nicht viel geändert über die Zeit hinweg." „Ich werde mich mal umschauen. D'artagnan sollte gleich eintreffen." Sagte Porthos und verschwand, um die nähere Umgebung zu inspizieren.
Athos blieb beim Wagen, sodass D'artagnan nicht lange suchen musste. Nach fünfzehn Minuten kam er wieder. Athos hatte in der Zeit den Laptop auf die Motorhaube gestellt und sich eine offline Satellitenkarte von dem Wald geöffnet. Er versuchte sich die einzelnen Wege und mögliche Verstecke einzuprägen. So wie er es in der Armeeausbildung gelernt hatte.
„Und? Hast du was gefunden`" fragte er Porthos. „Nein, fünfzig Meter westlich sind Reifenspuren mehrerer Autos, Geländewagen, Sportwagen, Limousinen. Alles dabei." Athos blickte sich um. „Wir sind an einem Golfplatz vorbeigefahren und die ganzen Wege und die Fauna und Flora machen es zu einem guten Wandergebiet. Könnte also jeder sein."
Porthos nickte, dieser Hinweis gab keine Rückschlüsse auf die Entführer. Porthos blickte nun auch auf die Karte, als ein zweiter Wagen auf den Parkplatz fuhr. Schnell erkannte sie, dass es sich um ein Fahrzeug aus ihrer Flotte handelte. Es hielt neben ihrem Fahrzeug und D'artagnan sowie Henry stiegen aus. Bei dem Anblick von Henry blickte Athos D'artagnan schuldbewusst an. Dieser zuckte nur mit den Schultern.
„Was, hier habt gesagt, ihr braucht die Drohne besser schon gestern. Nochmal zurück nach Fontainbleau wäre ein Umweg gewesen. Schon allein der Süden des Waldes, musste einmal herumfahren." Warf er ihnen beiden vor. Henry war es nicht gewohnt das jemand so mit einem Ranghören sprach. Dafür bewunderte er D'artagnan noch mehr.
Porthos war praktisch veranlagt und sagte zu dem neusten Mitglied. „Du kannst hier was lernen, also sei leise und aufmerksam. Vor allem musst du die Fahrzeuge bewachen. Am besten lass einen Motor laufen. Kann sein, dass wir jemanden verfolgen müssen. Verstanden?"
Henry, der diese Aufgabe sehr ernst nehmen wollte, nickte nur und stellte sich genau in die Mitte der Fahrzeuge breitbeinig auf, starrte nach vorne und verschränkte die Arme hinter seinem Rücken. Porthos und D'artagnan grinsten nur.
„D'artagnan, die Drohne." Der Angesprochene holte das gewünschte Objekt und machte diese einsatzbereit, während Porthos das Terrain, das vor ihnen lag, noch genauer beschrieb. „Wie gesagt befinden wir uns im Süden. Links von uns ist ein Golfplatz. Diese sind aber gut abgeschottet und sollten nicht in die Quere kommen. Dort jemanden zu verstecken, wäre nicht wirklich ratsam."
Er zeigte weiter auf die Karte am Laptop. „Wir ihr seht gibt es nur geradlinige Forstwege und sternförmige Kreuzungen. Viele verschieden Möglichkeiten." Die anderen beiden betrachteten alles genauer. „Am besten wir machen einen Radius, der immer größer wird." Schlug nun D'artagnan vor.
„Gute Idee, fang mit einem Kilometer Radius an." Sagte Athos. D'artagnan tat wie geheißen. Er schaltete die Drohne an, die gut fünfzig Zentimeter groß war und mit vielen technischen Einzelheiten ausgestattet war. Die Drohne war eigentlich ein Testobjekt des Militärs. Da sie alle vier exzellente Kontakte hatten, kamen sie leicht an solche Ware.
D'artagnan stellte einen ein Kilometer Radius ein und justierte das Flugobjekt mit Hilfe eines großen Tablets. Vor allem die Wärmebildkamera war in diesem ausschlaggebend. Auch das eingebaute Nachtsichtgerät war von Vorteil. Henry, der abseits stand, beobachte nur mit Ehrfurcht das geschehen. Nie hatte er so ein Gerät von nahem geschweige denn im Einsatz gesehen.
Als die Suche mit einem Kilometer nichts ergab, weitete er sich Schritt für Schritt aus. Zwei Kilometer, dann drei. All das dauerte jeweils gut zehn Minuten. Bei dem drei Kilometer Radius überflogen sie auch den Golfplatz. Dort schlug das gerät Alarm. Porthos, der es sich derweil auf der Motorhaube gemütlich gemacht hatte, hob den Kopf. Hatten sie etwas gefunden? D'artagnan winkte nur ab.
„War nur der Golfplatz. Scheint viel los zu sein heute." Athos nickte. „Wir sollten sicherheitshalber die Waffen mit Schalldämpfer ausstatten, wollen ja keine Aufmerksamkeit erregen." Das brachte Porthos dazu, zum Kofferraum der Wagen zu gehen und die Waffen vorzubereiten.
D'artagnan startete einen weiteren Suchlauf mit vier Kilometer. Langsam wurde es ermüdend. Er konnte nicht ewig auf den Bildschirm schauen. Als er schon um eine Ablöse fragen wollte, blickte das Lämpchen am Tablet auf und er sah fünf Wärmesignaturen. Er winkte schnell die anderen beiden heran.
„Wir haben etwas. An einem See, circa vier Kilometer von hier. Dort." Porthos nahm ihm das Tablet aus der Hand und sie glichen die Aufnahme mit der Karte ab. „Ja stimmt, dort bei dem See." Athos zeichnete den Ort ein und übertrug die Datei auf die Handys. „Schalte mal auf die Kamera." Bat er Porthos. Als dieser umschaltete, erkannte man eine Hütte. „Es sind zwei draußen und drei Gestalten in der Hütte. Eine davon sieht ziemlich klein aus. Könnte Anne sein."
Es war eine Vermutung. Aber sie mussten dem nachgehen. Porthos gab D'artagnan das Tablet wieder und holte die Waffen. D'artagnan rief die Drohne zurück und ließ sie vor den Autos landen. „Henry, pack bitte die Drohne ein. Wir müssen weg. Sei aufmerksam und lieber zu vorsichtig, als später nachsichtig." Befahl er ihm.
Dann nahm er die Waffe, die Porthos ihm hinhielt. „Wir laufen dahin, die Autos würde man sonst hören." Athos hielt dies für sehr sinnvoll, fragte jedoch. „Wie lange wird das dauern?" Porthos antwortete ihm. „Normales Tempo, circa eine dreiviertel Stunde. Wenn wir laufen, vielleicht zwanzig Minuten."
„Gut, wir wissen, was wir machen müssen." Damit lief Athos los. Sie rannten nicht wirklich, joggten eher. Aus der Zeit des Militärs waren sie es gewohnt, lange Strecken mit fünfundzwanzig Kilo Marschgepäck zu rennen, somit war dieses Unterfangen nicht wirklich schwierig für sie.
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„Warum hören wir nichts mehr?" fragte Constance. Sie saß zusammen mit Aramis im Auto. Beide fuhren zu den Koordinaten, die sie durch die Handyortung bekommen haben. „Ich denke, sie sind in einem Funkloch." Sagte Aramis. Er tippte wie wild auf sein Handy herum, aber es misslang ihm, eine Verbindung zu den anderen aufzubauen.
Er gab es schließlich auf und folgte den Anweisungen des Navigationssystems. Sie hatten dort die Koordinaten eingegeben. Beide schwiegen während der gesamten Fahrt und hingen jeweils ihren eigenen Gedanken nach. Aramis war voller Sorge, aber auch froh, dass er endlich etwas für Anne tun konnte.
Am Seitenrand sitzen war noch nie seine Bestimmung gewesen. Constance machte sich große Sorgen um ihre Freundin. In Madrid ist (war) ihnen nie so etwas passiert, selbst wenn Annes Familie auch dort großen Einfluss hatte. Sie hoffte einfach, dass alles gut gehen würde.
Nach einer Stunde fuhr Aramis langsamer. Auch Constance erwachte aus ihren Gedanken und blickte sich um. Sie waren auf einem der Forstwege in einem Wald. Bevor sie fragen konnte, antwortete ihr schon Aramis. „Wir sind im Foret de Sénart. Ich parke das Auto lieber hier. Das Ziel ist zwar noch zehn Minuten in südlicher Richtung, aber durch das Auto und die Bäume haben wir einen Nachteil."
Seine Beifahrerin nickte nur. Sie vertraute ihm in solchen Dingen voll und ganz. Er stellte das Auto, etwas verdeckt zwischen mehreren Bäumen ab. Aramis schaltete den Motor aus und drehte sich mit seinem Oberkörper zu Constance. „Ich muss dich bitten, hier zu bleiben."
Bevor sie etwas sagen konnte, hob er schon die Hand. „Ja, ich weiß, du würdest gerne mitkommen. Das Risiko ist zu groß. Wir haben den Auftrag euch beide zu schützen. Das bedeutet, bei Gefahr kann ich nicht alles daran setzen, Anne zu retten."
Constance sah die verzwickte Lage und nickte. „Gut, aber wenn keine Gefahr besteht, möchte ich sofort benachrichtigt werden. Dann komme ich selber." Damit war Aramis einverstanden. „Funkverbindungen sind durch die Bäume wohl nicht das beste Mittel. Aber hier hast du einen Geoscanner. Er scannt die nähere Umgebung und gibt genau an, wo du dich genau befindest."
Er gab ihr ein kleines Gerät, ähnlich eines Nokia Handys. Dann stieg er aus dem Auto und ging zum Kofferraum. Constance verspürte Aufregung und Anspannung. Gerne wollte sie mit, wusste aber, dass sie so Anne nur noch mehr in Gefahr bringen konnte. Also blieb sie dieses Mal brav in Sicherheit.
Aramis rüstete sich mit einer Pistole, mehreren Magazinen und einem Scharfschützengewehr aus. Als Scharfschütze war man in diesem Gebiet vielleicht nicht vom Vorteil, da es aber seine Paradedisziplin war und er auf sich allein gestellt war, benötigte er ein Umfeld, das er kannte.
Dann joggte er in die südliche Richtung. Mit dabei, ein ähnliches Ortungsgerät, wie das, welches er Constance gegeben hatte. Wenige Minuten später erreichte er einen See. Er ging erst einmal in Deckung, legte sich hin und stellte das Gewehr auf. Durch das Zielfernrohr erkannte er auf der anderen Seite des Sees, eine Holzhütte.
Vor dieser Hütte standen zwei stämmige Männer, unauffällig gekleidet. Dann blickte er wieder auf das Ortungsgerät. Die Koordinaten waren genau auf der Hütte ausgerichtet. Also musste sie in dieser sein, schlussfolgerte er. Daher auch die zwei Wachposten.
Er richtete sich wieder auf, schulterte das Gewehr und ging vorsichtig um den See, näher an die Hütte. Nahe an seiner Destination angekommen, stoppte er auf einmal. Etwas hatte sich hinter sich bewegt. Blätter raschelten hinter ihm und er hörte deutlich Schritte im Unterholz. Blitzartig zückte er die Pistole und drehte sich um.
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Porthos lief voraus, dahinter D'artagnan und am Ende Athos. Je näher sie an die Hütte kamen, desto weniger Krach wollten sie machen. Sie verlangsamten sich, als sie die Hütten zwischen den Baumstämmen sahen. Porthos trat jedoch dann auf einen Ast. Danach geschah es in Sekundenschnelle, dass ein Mann, gut ausgerüstet sich umdrehte, er stand versteckt hinter einem Busch und sie mit einer Waffe bedrohte.
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„Porthos, man, fast hätte ich dich getötet." Fluchte Aramis, sichtlich ersucht, leise zu sein. „Als hättest du das jemals geschafft." Flüsterte nun auch er. Aramis, der nun keine Gefahr mehr sah, steckte wieder die Pistole weg und ging auf die anderen zu, sodass sie besser mit einander reden konnten.
„Was machst du hier? Grad noch hast du uns versucht anzurufen? Ist was im Schloss?" fragte ihn Athos, überrascht ihn hier anzutreffen. „Nein, alles ok. Wir haben Annes Handy orten können und die Koordinationen haben mich direkt zu dieser Hütte geführt. Kam gerade erst an und habe die Lage sondiert."
Porthos nickte, er wusste, dass sein Freund nicht einfach nur tatenlos im Chateau sitzen konnte. Athos war über sein Ungehorsam genauso wenig überrascht. D'Artagnan frage. „Wer ist wir, ist Treville mit dabei?" er schaute sich suchend um.
Aramis schüttelte den Kopf. „Nein, Constance hatte die Idee dazu und bestand darauf mitzukommen." „Und du hast sie einfach mitgenommen, hier her?" D'artagnan musste darauf achten, dass seine Stimme nicht allzu laut wurde. „Hast du dieser Frau mal etwas verboten? Gar nicht so einfach. Sie wartet aber im Auto zehn Minuten nördlich von hier, vollkommen sicher." Beschwichtigte ihn Aramis.
Das beruhigte den jungen Freund zwar nur teilweise, verstand er jedoch die Situation in der sich Aramis befunden hatte. Constance konnte sehr überzeugend sein, dass wusste er. „Nun, der liebe Aramis wollte wohl alleine die Prinzessin aus den Fängen des Drachen retten." Zog in Portos auf. Athos verdrehte nur die Augen. Wobei Porthos' Beschreibung sehr naheliegend war.
Dann richteten sie jedoch ihre Aufmerksamkeit auf die Situation vor ihnen. Sie knieten sich hin und besprachen die Fakten. „Ich habe zwei Männer vor der Türe gesehen, keine weiteren mehr dort." Meinte Aramis. „Gut, wir haben mit der Wärmedrohne noch drei weitere Personen in der Hütte gesehen. Eine davon muss Anne sein." Ergänzte Porthos.
Athos machte einen Vorschlag. „Porthos und D'artagnan, ihr schaltet die äußeren Wachen aus. Aramis sichere sie mit dem Gewehr." Er schaute das Scharfschützengewehr kurz an, dass Aramis immer noch auf der Schulter trug. Der Angesprochene nickten.
Weitere Einzelheiten mussten sie nicht teilen, waren sie doch ein eingespieltes Team und jeder sich seinen Aufgaben bewusst. Aramis positionierte sich günstig und lag nahe der Hütte, geschützt durch Blätter und Büsche auf dem Boden. Athos war das Back up.
D'artagnan schlich sich, genau wie Porthos an die beiden ran und sie stellten beide mit einem Würgegriff ruhig. All das geschah in sekundenschnelle und ohne weitere Geräusche zu verursachen. Dann stellten sich beide an die Eingangstür. Athos ging zur Rückseite, da er dort ein Fenster vermutete.
Damit lag er richtig und er stellte sich verdeckt neben diesem hin. Zehn Sekunden später brachen Porthos und D'artagnan mit gezückten Waffen durch die Tür, Athos stürzte in das Fenster, zerbrach es dabei und rollte sich auf den Boden ab. Dabei zog er gekonnt seine Waffe.
Porthos und D'artagnan erschossen sofort die anderen zwei Personen, die in der Hütte, nahe einer gefesselten Person standen. Athos sicherte sie dabei. Als die Entführer regungslos auf dem Boden lagen, entspannten sie sich leicht, steckten die Waffen weg. Athos stand vom Boden auf, Porthos ging auf Anne zu. Dann durchbrach ein Schuss die Luft.
