So, hier bin ich mit Kapitel 10. WOW. Die erste Hürde ist also geschafft (ja, ich bezeichne das "Jubiläum" als Hürde). Ich finde, es mach sehr viel Arbeit überhaupt auf die 10 zu kommen.
Mal sehen, wie viele Jubiläen meine kleine Fanfiction feiern darf *zwinker*. Es macht mir so großen Spaß, diese Geschichte zu schreiben *hach* am liebsten würde ich sie ewig lang ziehen ... aber das wäre dann nach einer Weile denke ich sehr langweilig.
Wie auch immer, dieses Kapitel ist wieder in der "normalen" Form verfasst (wie ich euch sicherlich gleich auffallen wird). Und wer sich auf Lemon freut, wird von Kapitel 10 enttäuscht werden. Aber nur kurz ;-)
So, länger will ich euch nicht aufhalten. Lest selbst und bildet euch einfach eure Meinung. Über Reviews würde ich mich natürlich riesig freuen!
Viel Spaß beim Lesen, wünscht euch
GlowDraconis
Kapitel 10
Es dauerte lange, bis sich noch einmal eine ähnliche Gelegenheit ergeben sollte. Granger und Weasley hatten einige Greifer im nahe gelegenen Muggeldorf bemerkt und befanden folglich, dass es besser wäre, lieber irgendwo in der Pampa ihre Camps aufzuschlagen, als das Risiko einzugehen, gefasst zu werden. Also war niemand von ihnen lange allein. Sie hatten ja alle keinen Grund, auszugehen. Es gab nichts zu entdecken.
Und selbst wenn Draco mit Harry einmal alleine war, zum Beispiel, wenn sie sich gegenseitig von der Wache ablösten, vermied der Slytherin jeden Blickkontakt und sprach nur das nötigste. Zum einen war er zwar neugierig, welchen Entschluss Harry an jenem Tag gefasst hatte, zum anderen aber wusste er es von sich selbst nicht einmal genau. Immer wieder kreisten seine Gedanken um den einen kurzen Moment, in dem sich ihre beiden Hände verschränkt hatten und dann um den Moment, als Harry aus dem Schlummer erwacht war und sie sich tief in die Augen geblickt hatten. Immer wieder liefen Draco dabei Schauer über den Rücken und an der Wärme, die sein Gesicht zu überfluten drohte, bemerkte er selbst, dass er errötete. Wahrscheinlich hatte sein Unterbewusstsein schon lange die eigenen logischen Schlüsse aus seinem Verhalten und seinen Reaktionen gezogen, wusste wahrscheinlich, dass nichts mehr so war wie vorher. Draco selbst aber sollte das erst später begreifen. Vielleicht weigerte er sich dagegen, ein letztes schwaches Aufbäumen gegen das Offensichtliche.
Ein, zwei Wochen vergingen, bis sich alles von Grund auf ändern sollte. Sie waren mal wieder irgendwo ins Nirgendwo gereist, ganz in der Nähe ihres Lagers plätscherte ein Flüsschen, beruhigend, wie nicht von dieser Welt in all der Hektik und den Sorgen des Krieges.
Es war mitten in der Nacht und Draco sollte eigentlich Wache halten, wurde aber immer wieder von eben jenem Plätschern eingelullt und nickte immer öfter ein.
Er hört die leisen Schritte nicht, die sich aus dem Zelt heraus nähern und zuckt deshalb heftig zusammen, als zwei Hände seine beiden Schultern sanft berühren. Und trotzdem benötigt er das leise Glucksen hinter sich nicht, um zu wissen, wer hinter ihm steht.
„Vielleicht solltest du besser jetzt schon zu Bett gehen", sagt Harry hinter ihm. Draco wendet sich leicht um, sieht ihm ins Gesicht, dessen Züge von einem Lächeln gezeichnet sind. Das sanfte Mondlicht zeichnet seine Züge weicher und die Hände verharren noch immer auf Dracos Schultern. Draco wendet den Blick wieder ab und schließt kurz die Augen. Er spürt das Kribbeln, das seine Haut immer wieder durchfährt und fühlt sich wohl unter Harrys Berührung, der jetzt anfängt, den Slytherin sanft zu massieren; er entspannt sich, alle Sorgen scheinen in diesem Augenblick von ihm abzufallen. Es gibt nur noch das Hier und Jetzt.
Einige wunderschöne Minuten vergehen so. Und als Harry seine Hände wegziehen möchte, greift Draco nach der einen und hält sie fest, drückt sie sanft. „Draco", flüstert der Gryffindor hinter ihm. Nur seinen Namen und er bekommt eine Gänsehaut. „Es tut mir leid", ist das nächste, das er hört. Draco runzelt die Stirn, lässt die Hand los, steht auf und sieht Harry fragend an. „Naja, ich hätte wissen müssen, dass Ron und Hermine so schnell wieder kommen", Draco meint leichte Röte in Harrys Gesicht aufsteigen zu sehen, als er hinzufügt: „Es war dennoch ein schöner Morgen, findest du nicht?" Er lächelt und auch Draco lächelt ihn an. Das ist Antwort genug, er ist sich nicht sicher, ob er auch nur ein Wort herausgebracht hätte. Harry brauchte keine Zaubersprüche, um ihn zu verhexen, das hatte er bemerkt. „Vielleicht kann ich die beiden noch einmal irgendwann zu einem längeren Ausflug überreden, wer weiß. Dann wiederholen wir das." Draco weiß, dass er das als versprochen ansehen kann, daher nickt er. Sie stehen kurz schweigend da und der Slytherin meint schon, dass das alles war, über das sie heute sprechen werden, alles, was heute geschehen sollte. Vielleicht hoffte er tief in seinem Inneren, dass es so war, aus Angst vielleicht? Er schließt die Augen, versucht ruhig zu atmen. Es misslingt ihm aber, da er ein, zwei zaghafte Schritte im Gras hört. Er wagt es nicht, seine Augen zu öffnen, weiß sehr wohl, dass Harry nun nur noch wenige Zentimeter von ihm entfernt steht. Er spürt den warmen Atem des Gryffindors auf seinem Gesicht, wie an jenem Morgen, als er ihn aus seinem Schlummer auf dem Boden aufgeweckt hatte. Und wie an dem Tag richten sich die feinen Härchen auf seinem ganzen Körper bei jedem Atemzug Harrys auf, wohlige Schauer überlaufen seinen Rücken und er weiß, dass er leicht errötet.
Endlich öffnet er die Augen und sieht direkt in Harrys smaragdgrüne, die wieder von Innen heraus zu leuchten scheinen. Auch der Gryffindor scheint eine leichte Röte im Gesicht zu haben, doch er lächelt. Draco meint, eine Sanfte Berührung auf seiner Hand zu fühlen, doch wagt es nicht, den Blick abzuwenden, noch sich sonst zu bewegen, bis er Harrys Finger fühlt, die sich in die seinen verschränken. Aus einem inneren, unbewussten Impuls heraus erwidert Draco den sanften Druck auf seiner Hand. So stehen sie da, die beiden ehemaligen Erzrivalen, im kalten Schein des beinahe vollen Mondes, beide lächelnd, mit verschränkten Fingern. Und beide wissen spätestens jetzt, dass alles anders ist als jemals zuvor. Selbst, als Draco Harrys Daumen sanft über seinen Handrücken streicheln fühlt, zieht er sich nicht zurück. Er ist gefangen in diesem Moment, lebt den Augenblick, genießt jeden Atemzug, den Harrys Warmer Atem zu ihm zurückzubringen scheint. Und gerade, als er glaubt, der Moment könnte nicht noch perfekter werden, sieht Harry ihm noch durchdringender in die Augen, senkt seinen Kopf kurz und beugt sich dann nach vorn. Es ist nur eine sanfte Berührung seiner Lippen, doch Draco spürt förmlich die Elektrizität zwischen ihnen knistern. Draco erwidert den Kuss, vorsichtig, als hätte er Angst. Und genau jetzt weiß er, dass er sich das schon lange gewünscht hat.
Und er kann nicht anders. Gerade, als Harry sich zurückziehen möchte, um den Kuss zu unterbrechen, legt Draco einen Arm um ihn, löst seine immer noch verschränkten Finger aus Harrys Hand, um auch diesen Arm um den Gryffindor zu schlingen und vertieft den Kuss. Und Harry lässt sich in die innige Umarmung fallen, legt auch beide Arme um Draco und ihr Kuss wird leidenschaftlicher von Sekunde zu Sekunde. Bald schon spürt der Slytherin Harrys fordernde Zunge über seine Lippen streichen, die er gerne einlässt. Draco spürt, wie sich ihre beiden Herzschläge in Einklang bringen, bumm-bumm, bumm-bumm immer im gleichen Takt, wie sich ihre Atemzüge zwischen den leidenschaftlichen Küssen angleichen und wie ihre Körper verschmelzen wie zu einem einzigen, großen Ganzen. Und er verbannt eine Stimme, die sich stark nach seinem Vater anhört, tief in sein Unterbewusstsein, will nichts hören, was sie vielleicht zu sagen hätte. Dafür ist diese Nacht zu perfekt.
Noch nie hatte sich ein Kuss so richtig angefühlt. Von Dracos Magengegend scheint eine Wärme auszugehen, die sich auf seinen Körper und auch auf Harry überträgt. Seine Hände wandern langsam Harrys Rücken entlang, hoch-runter, hoch-runter, immer weiter und weiter. Er möchte so viel von ihm abtasten, wie Harry es in dieser Nacht zulässt. Und auch er spürt die Hände des Gryffindors über seinen Rücken streicheln, zart, zögernd, und doch auch verlangend.
Keiner der beiden hätte später sagen können, wie lange sie so unter dem Mondschein standen. Doch als sie sich schließlich voneinander lösten, waren ihre Lippen rot und Trockenheit breitete sich in ihren Mündern aus, als lechzten sie nach mehr. Eine Zeitlang standen sie noch Arm in Arm auf dem Vorplatz ihres Zeltes. Oh, wie Draco ihn begehrte, jede Faser seines Seins, seines Wesens, jedes Härchen! Wie Draco jeden Blick dieser grünen Augen einfangen und als sein Eigen bezeichnen wollte! Und er schämte sich nicht einmal für diese Gedanken, sie trafen ihn nicht unvorbereitet. Er hatte es schon lange gewusst, vielleicht schon vor seinem Entschluss, von Hogwarts fern zu bleiben, für Harry. Er wusste es nicht genau, und eigentlich war es ihm gleich. Was zählt ist das Hier und Jetzt. Und die Zukunft nach dem Krieg. Der Krieg … in diesem Moment wollte Draco nichts sehnlicher, als diesen verdammten Krieg endlich zu beenden, um ein ruhiges Leben führen zu können. Und wie er sich in diesem Moment ein Leben mit Harry Potter vorstellen konnte!
Und noch immer standen sie da, in einer Umarmung, die das intimste war, das sich Draco jemals vorstellen konnte. Naja, bis auf... Aber weiter dachte er (noch) nicht. Er wollte mit seinen Gedanken den Augenblick nicht zerstören. Doch dann bewegte sich Harry langsam in seinen Armen, gab ihm einen letzten, zärtlichen, doch nicht minder leidenschaftlichen Kuss als den vorherigen, und löste sich gänzlich von Draco, lächelnd, strahlend wie die Sonne. Meine Sonne. Doch diesen Gedanken würde Draco niemals laut aussprechen. Das waren nicht die Worte eines Malfoy. Plötzlich verlegen, rieb sich der Slytherin den Nacken und trat von einem Fuß auf den anderen, sich auf einmal für seine törichten Gedanken verfluchend. Warum musste dieser Moment so schnell vorübergehen? Und warum musste Draco genau jetzt unter Gewissensbissen leiden. Er schluckte, als ihm Harrys Freundin Weaslette einfiel.
„Das hier hat nichts mit Ginny zu tun?", Harry war auf einen Schlag ernst geworden. Hatte ich das wirklich laut gesagt? Draco, du bist bekloppt. „Wir sind nicht mehr zusammen."
Draco sah auf. Was? „Was?"
„Naja, inoffiziell natürlich schon", jetzt wurde der Gryffindor verlegen, „zumindest denkt sie das … und Ron und Hermine … naja und ich denke ganz Hogwarts." Er lächelte verlegen. „Aber hör zu Draco", er schluckte, „hätte … wollte ich die Beziehung zu Ginny noch … ich wäre … ich hätte das nicht getan." Er machte einen zögerlichen Schritt auf den Slytherin zu, traute sich jedoch anscheinend nicht weiter. Angst, Potter?, kam es Draco in den Sinn, wie damals bei der einzigen Duell-Stunde, die sie jemals gehabt hatten. Beinahe hätte er gelacht wegen dieses Gedankens … beinahe. Warum musste ich den Moment zerstören? Auch er ging jetzt ein wenig auf Harry zu. Doch er wollte mehr.
„Versprich mir eines, Harry", eine Hand schob er unter das Kinn des Gryffindors, drehte seinen Kopf so, dass er ihn ansehen musste. „Sag zumindest Weasley und Granger die Wahrheit." Ein letzter Kuss und Draco ließ ab von dem schwarzhaarigen. „Ich gehe zu Bett. Und morgen sagen wir es den beiden gemeinsam. Schöne Nacht noch." Sein Blick wanderte nach oben zum Himmel, der immer noch wolkenlos von den zahllosen Sternen und dem silbernen Mond erhellt wurde, und wieder zurück zu Harry, der wie verdattert dort stand, beinahe flehend in seine Richtung sah. Und doch wusste Draco, dass alles perfekt werden würde. Kurz sah er ihn noch an, seine Züge weichgezeichnet vom silbernen Mondlicht, die Augen strahlend hell, das Haar vom Wind gekräuselt, und Draco lächelte und verschwand im Zelt. Vielleicht sollte jetzt endlich alles gut werden, zumindest besser, als vorher.
