Autorenanmerkung: Tut mir leid, ich habe es gestern einfach nicht mehr geschafft. Außerdem habe ich eine kleinere Schreibblockade und gerade weniger Zeit zum Schreiben. Aber ich will trotzdem versuchen möglichst schnell an die aktuellen Folgen mit der Geschichte heran zu kommen. Nach gestern ist vermutlich auch klarer, wie ich (unter anderem) auf die Idee kam, Don Flack schwul zu machen.

Vielen Dank für das Review frl-smilla. Allen anderen Lesern auch ein dickes Danke! Zwei Hits zu den 300, das wird dann mit diesem Kapitel der Fall sein. Gut, dass ich noch was auf Lager habe, so dass ich noch etwas schneller updaten kann. Kapitel 11 ist schon fast fertig. Ich wollte diese Woche noch zwei Kapitel nach diesem posten, als Wiedergutmachung dafür, dass es am Wochenende gar kein Update gab. Hoffentlich klappt alles, mein Internet zickte vorhin nämlich leider etwas.

Fußnoten wieder ganz am Ende.

Viel Spaß mit dem neuen Kapitel!


Kapitel 10: Große Bekanntmachungen

Nachdem Stella und ich zurück waren stürzten wir uns sofort auch schon wieder auf die Arbeit. Wir waren halt doch letztendlich beide Arbeitstiere. Anders konnte man es gar nicht beschreiben. Und nach kurzer Zeit tauchte Lindsay bei uns auf und berichtete mir von ihren Erkenntnissen bei ihrem Fall. Das Puzzle setzte sich langsam zusammen. Während wir weiter an unseren Fällen arbeiteten entschuldigte ich mich kurz, ich hatte etwas zu erledigen. Kurze Zeit hatten alle meine Mitarbeiter ein Memo in ihrem E-Mail-Eingang, in ihrem Posteingang, auf ihrem Handy, oder wo auch immer. Eine erneute Mitarbeiterbesprechung am übernächsten Morgen, vom kompletten Labor, meiner ganzen Abteilung. Die letzte Mitarbeiterbesprechung hatte stattgefunden, als ich die personellen Änderungen bekannt gegeben hatte, nämlich die Versetzung von Hawkes in den Außendienst.

Nach Aidens Entlassung hatte ich mich nicht vor meinen Mitarbeitern gerechtfertigt, der Klatsch hatte eh dafür gesorgt, dass innerhalb kürzester Zeit jeder wusste, was passiert war. Und auch Lindsay hatte ich niemals formell allen vorgestellt. Ich beschloss diese beiden Fehler bei der Gelegenheit gleich mit zu korrigieren.

Es ergab sich, dass Lindsays und Stellas und mein Fall sich zu einem Fall vereinten. Ich konnte nicht sagen, dass ich es bedauerte gleich mit zwei so attraktiven Frauen zusammenzuarbeiten, aber meine Gedanken waren trotzdem bei Danny, und so irritierte es mich schon, als Lindsay, nachdem klar war, dass ihr Opfer das eigentliche Opfer gewesen war, in mein Büro marschierte um mir und Stella etwas zu demonstrieren. Ich war irritiert, als sie mir diese Paste unter die Nase schmierte und Schwefelwasserstoff in mein Büro geschleppt hatte. Der Geruch von faulen Eiern war eigentlich das Letzte, was ich riechen wollte. Aber es war nun mal ein wissenschaftliches Experiment, und es brachte uns letztendlich auch unserem Mörder näher. Trotzdem, Stellas Grinsen, während Lindsay mir die Paste unter die Nase schmierte war schon irritierend. Vor allem, da ich tatsächlich die ganze Zeit nur an Danny dachte, und daran, was ich am nächsten Tag allen bekannt geben würde.

Lindsay schien nichts von dem zu bemerken, sie war ganz in ihren Beweis vertieft. Es war unglaublich, mit welchem Enthusiasmus und welcher Hingabe sie arbeitete. Und es war eine Inspiration für alle, die ihr zusahen. Sie schien diese Arbeit zu lieben, und sie erinnerte mich wieder daran, wie sehr ich diese Arbeit liebte. Und ich glaube, sie hatte eine ähnliche Wirkung auf das ganze Team.

Ich war froh, dass es tatsächlich nicht stank, als Lindsay mir schließlich den Schwefelwasserstoff unter die Nase hielt, vermutlich wäre ich umgekippt, wenn es so gewesen wäre. Immerhin bekamen wir so den Fall gelöst. Allerdings hoffte ich irgendwie sehr, dass sie mich nicht wieder einfach so ohne Vorwarnung einfach anfassen würde. Ich weiß nicht was es war, aber es war mir irgendwie unangenehm gewesen, dass sie mich im Gesicht berührt hatte. Deswegen war ich wohl auch zurückgewichen. Es war doch etwas intimes, und so gut kannten wir uns nun noch nicht. Und wie hätte es wohl für Danny ausgesehen, wenn er durch Zufall an meinem Büro vorbei gegangen wäre. Ich verfluchte zum ich weiß nicht wievielten Mal die Glaswände des Gebäudes.

Wobei ich gestehen musste, dass es mir gefiel, dass wir aus dem Keller in den 34sten Stock umgezogen waren.1 Die Büros waren nicht nur sonniger, die ganze Atmosphäre war wärmer. Und ich hatte das Gefühl, dass sich dies auch auf meine Mitarbeiter auswirkte. Mir schien es, als wäre das ganze Labor glücklicher. Wenn wir aus dem Fenster sahen, dann begrüßte uns nicht nur die Sonne sondern auch ein wunderbarer Ausblick über Manhattan. Nur wenn ich in die Richtung von Ground Zero schaute, dann schmerzte es. Die Zwillingstürme hatten eine Lücke hinterlassen, eine große Lücke. Aber die Lücke in meinem Herzen war noch größer. Trotzdem musste ich gestehen, dass seitdem ich mich in Danny verliebt hatte diese Lücke sich zu schließen schien. Claire war nach wie vor in meinem Herzen, so wie ihr Bild immer noch in meinem Büro war, und auch immer sein würde (also in meinem Herzen, aber ihr Foto wird wohl auch nie aus meinem Büro verschwinden, so lange ich arbeite). Aber ich musste weitermachen, was Stella mir so oft gesagt hatte. Und Claire hätte ihr wohl nur zugestimmt. Sie hatte immer mein Lachen geliebt, und das Glitzern in meinen Augen. Doch der Glanz war mit ihr verschwunden. Aber wenn ich jetzt in den Spiegel sah und an Danny dachte, dann konnte ich diesen Glanz wieder in meinen Augen sehen. Ich wusste nicht, ob auch andere ihn sahen, aber er war wieder da.

Unser Mörder war überführt und mir war eine Nacht voll Schlaf vergönnt. Trotzdem war ich am nächsten Tag früh im Büro. Ich war nervös. Ich lief in meinem Büro auf und ab und konnte es kaum erwarten, bis endlich der Zeitpunkt zur Teambesprechung gekommen war.

Ich war der erste, der im Besprechungszimmer war. Ich nutzte die Zeit um die Gläser bereitzustellen und die Kisten mit dem Sekt, den ich gekauft hatte. Ich fand, es war angemessen. Wir hatten Lindsay noch nicht offiziell willkommen geheißen. Das wollte ich unbedingt nachholen, wie auch andere Dinge. Noch versteckte ich Sekt und Gläser unter einem Tisch.

Langsam kamen die ersten Mitarbeiter, darunter auch Sid Hammerback, unsere ganzen Leute aus dem Labor: Adam, Marty, Chad und Jane, und noch so viele andere. Ich hatte auch Flack eine Nachricht zukommen lassen, wie auch vielen der anderen Polizisten von der Mordkommission, die öfters mit unserem Team zusammen arbeiteten, wie Detective Maka. Lindsay war bei den ersten gewesen, die den Raum betraten, während meine restlichen CSI erst spät einliefen. Sogar Don war schon vor Stella da. Und Danny war der letzte, der in den Raum huschte. Ich quittierte dies mit einem tadelnden Blick, ich konnte Unpünktlichkeit einfach nicht billigen, auch wenn es Danny war, und er in diesem Moment, mit seinem entschuldigenden Blick, mein Herz dazu brachte gleich doppelt so schnell zu schlagen wie noch zuvor.

Nicht, dass ich nicht sowieso schon nervös war.

„Okay, da wir jetzt wohl alle vollzählig sind…" Ich schenkte Danny einen weiteren Blick, zum einen, um ihm wirklich klar zu machen, dass zu spät kommen nicht tolerierbar war, zum anderen, weil ich die Gelegenheit nutzen wollte, noch mal in sein Gesicht zu schauen, das Gesicht, das mich so faszinierte, und das ich so wunderschön fand. „… kann ich ja anfangen."

„Erst einmal hat der Büroklatsch mir ja schon eine Aufgabe abgenommen. Ihr alle wisst weshalb ich Detective Aiden Burn trotz ihrer exzellenten Arbeit entlassen habe. Und ich hoffe, dass diese jeder als ein mahnendes Beispiel nimmt und mit der größten Sorgfalt arbeitet."

Ein leises Murmeln war zu hören, während meine Mitarbeiter begannen ihre Kommentare untereinander abzugeben.

„Aber ich möchte die Gelegenheit zu noch mehr Bekanntmachungen nutzen."

Es kehrte wieder Ruhe ein.

„Ihr alle habt inzwischen wohl schon Bekanntschaft mit Detective Lindsay Monroe gemacht. Ich möchte sie hiermit noch einmal herzlich in unserem Labor willkommen heißen."

Die ersten fingen an zu klatschen, und alle anderen folgten, während Lindsay rosa anlief. Ich lächelte ihr aufmunternd zu. „Keine Angst, du musst jetzt keine Rede halten. Aber aus diesem Anlass lade ich euch alle auf ein Glas Sekt ein."

Der Applaus, der eben wieder verebbt war erhob sich erneut, diesmal sogar mit einigen Jubelrufen.

„Doch vorher möchte ich noch etwas anderes bekannt geben."

Stille breitete sich erneut aus, eine gespannte Stille. Keiner wusste was kommen würde, außer mir selber.

„Ich möchte ehrlich zu euch allen sein. Ein paar Leute wissen es schon…" Mein Blick streifte Stella, Hawkes und Flack. „…aber ich denke ihr habt ein Recht es alle zu wissen. Und vor allem möchte ich vermeiden zum Thema von Tratsch und Spekulationen zu werden."

Man konnte die Luft langsam mit einem Messer schneiden, so groß wurde die Spannung in dem Raum.

„Es ist zwar eigentlich etwas privates, aber da wir alle so viel Zeit hier gemeinsam verbringen lässt es sich nicht vermeiden, dass ich privates mit beruflichem vermischt."

Die Anspannung wurde noch größer, wobei ich keine Ahnung hatte, was alle erwarteten.

„Ich möchte nur, dass ihr alle wisst, dass ich euch vertraue, und dass ich sehr hoffe, dass das, was ich gleich sagen werde, nichts zwischen uns ändern wird."

Verdammt, meine Worte machten alles wohl nicht besser, sondern nur noch schlimmer. Anstatt die Spannung zu lösen schien ich sie nur noch mehr aufzubauen.

„Ich bin bisexuell."

Die Bombe platzte. Die Aufmerksamkeit des ganzen Raumes ruhte nur auf mir.

Danny war es schließlich, der die Spannung löste.

„Ich auch." sagte er, und trat vor. Ich schenkte ihm ein dankbares Lächeln, das er erwiderte. Er wusste ja nicht, wie sehr er damit mein Herz erneut zum Schlagen brachte. Ich glaubte, es würde mir gleich aus der Brust springen, genau in seine Hände. Ja, in diesem Moment hielt er mein Herz in Händen, wenn auch nur bildlich. Und er wusste es nicht. Ich hoffte nur sehr, dass er es nicht verletzen würde.

Die Spannung löste sich etwas, bis Flack schließlich hervor trat.

„Ich bin schwul."

Ein erstes Lachen löste sich, anscheinend von Lindsay.

„Und ich komme mir gerade vor wie bei den Anonymen Alkoholikern." bemerkte Sid und brachte damit wirklich alle zum Lachen, während er selber nur schmunzelte.

„Okay, nachdem wir das jetzt alles geklärt haben, lasst uns anstoßen." Stella half mir die Kiste mit Sekt und die Kartons mit den Gläsern hervorzuholen. Hawkes erwies sich als sehr geschickt im Öffnen der Sektflaschen, während Lindsay und Jane einschenkten. Stella lief schnell in die Küche und kam mit ein paar Tetrapacks mit Orangensaft zurück, die ich am Morgen im Kühlschrank deponiert hatte, der Sekt war in der Kiste noch genug gekühlt worden. Ich bemerkte, dass Sid sich ein Glas Orangensaft nahm.

„Auf Lindsay und gute Zusammenarbeit!" sprach ich meinen Toast aus, während ich mein Glas erhob.

„Auf Lindsay." – „Auf gute Zusammenarbeit!" kam es aus unterschiedlichen Ecken des Raumes.

Wir stießen an. Vielleicht nicht jeder mit jedem, aber jeder mit den Leuten, die in unmittelbarer Nähe standen.

Irgendwie kam ich zu Sid. „So, du bist also bisexuell." sagte er in seiner nüchternen Art zu mir. Ich nickte. „Ich bin übrigens Alkoholiker.2" Ich hatte es mir fast schon gedacht, aber nichts gesagt. Sid war schon länger Pathologe für das CSI, aber erst in den letzten Wochen war er wirklich zu meinem Team dazu gestoßen. Alle kannten ihn schon lange, weshalb ich ihn im Gegensatz zu Lindsay nicht mehr vorstellte. Außerdem war Sid wirklich ein gestandener Mann, der schon durch vieles gegangen war. Ich wusste zwar nichts genaues, aber ich kannte immerhin seinen Lebenslauf.

Wir stießen erneut an und tranken.

Es war ein lockeres Zusammentreffen, eigentlich entwickelte sich diese Teambesprechung mehr und mehr zu einer improvisierten Party. Nach einem Glas Sekt wechselte ich ebenso auf Orangensaft wie meine CSI, die heute im Dienst waren. Alle Leute, die heute nur zur Besprechung gekommen waren hielten sich weiterhin an den Sekt, immerhin kam es nicht jeden Tag vor, dass ich einen ausgab.

Irgendwann stand Danny neben mir, immer noch ein Sektglas in der Hand, weiterhin mit Sekt gefüllt, mir fiel ein, dass heute sein freier Tag war.

„So, du also auch." sagte er, während mein Herz unkontrolliert hüpfte. Ich nickte, unfähig etwas zu sagen. „Wieso hast du nichts gesagt, als ich es dir sagte?" wollte er wissen. Ich zuckte mit den Schultern. „Und was hat dich dazu bewegt es jetzt allen zu sagen?" bohrte er weiter. Stella kam zu uns herüber, aber wie sich herausstellte würde sie nicht meine erhoffte Rettung sein. Sie hörte Dannys letzte Frage und zog die richtigen Schlüsse daraus.

„Das dürfte dann wohl ich gewesen sein." Ich bekam einen fragenden Blick, den ich mit einem leichten Kopfschütteln verneinte. Danny sah zwischen ihr und mir hin und her, fragte aber nicht weiter. Stella wusste, dass dies garantiert nicht der richtige Zeitpunkt und auch nicht der richtige Ort für ein Liebesgeständnis war.

Don trat zu uns, während Danny Stella fragte: „Wieso bist du an Macs Bekenntnis Schuld?"

„Hey, Schuld würde ich das nun nicht nennen." wiegelte ich das ganze etwas ab.

„Weil ich, als er sich über fehlende Offenheit und Ehrlichkeit beklagte, ihm antwortete, dass er vielleicht bei sich selber anfangen sollte."

So war es zwar nicht genau gewesen, aber es traf den Kern unseres Gespräches beim Frühstück vor zwei Tagen.

„Vielleicht war das nicht mal das schlechteste." meldete sich Don Flack zu Wort, und sofort waren alle Blicke der Runde auf ihn gerichtet. Stella schaffte es erstaunlich gut zu verbergen, dass sie schon etwas länger wusste, dass Don schwul war.

„Wieso hast du mir eigentlich nichts gesagt?" fragte Danny Don.

„Das selber könnte ich dich auch fragen." gab Don zurück.

Stella schmunzelte. „Vermutlich habt ihr alle aus denselben Gründen geschwiegen: Angst vor Zurückweisung. Angst davor, dass die Leute auch anders behandeln würden, wenn sie wüssten, dass ihr auch oder nur Männer liebt, oder mögt, attraktiv findet, oder wie auch immer." Dann versuchte sie uns alle drei gleichzeitig in eine Umarmung zu nehmen.

„Ich hab' euch immer noch lieb, weil nur, weil ich jetzt mehr von euch weiß, es nichts an den Menschen ändert, die ihr seid."

Sah ich da etwa Tränen in Dons Augen? Er befreite sich und auch Danny und mich aus Stellas Umarmung, und das alles bevor jemand sein Getränk verschüttete, denn zum Abstellen der Gläser war natürlich niemand gekommen. Dann umarmte er Stella.

„Ich hab dich auch lieb." murmelte er in ihre Haare, so dass nur Danny, Stella, meine Wenigkeit und der gerade dazukommende Hawkes es hören konnten.

„Ich vermute mal, ich muss dann nicht weiterhin schweigen…" sagte Sheldon an mich gewandt.

„Nein, das hat sich jetzt ja wohl erledigt."

„Mutige Entscheidung von dir." Er klopfte mir freundschaftlich auf die Schulter, und ich fühlte mich noch mal erleichtert, dass ich mich dazu durchgerungen hatte. Vor allem hatte ich es jetzt nicht nur Danny offenbart, so dass ich ihn nicht unter Druck gesetzt hatte, und gleichzeitig hatte ich mich von etwas befreit. Und ich glaube auch Don und Danny fühlten sich irgendwie erleichtert. Trotzdem tauchte jetzt die Frage auf:

„Du wusstest davon?" fragte Danny Hawkes. Dieser nickte. „Ich meine, dass Stella es wusste wundert mich nicht."

„Hey, ich weiß es auch noch nicht so lange." verteidigte diese sich.

„Und ich weiß es nur, weil ich zufälligerweise in einer Unterhaltung hereingeplatzt bin, die sich als sehr privat herausstellte." Ich merkte Sheldon deutlich an, dass er damals lieber gar nichts davon erfahren hätte, aber ich konnte es nicht mehr ändern. Er würde wohl damit leben müssen.

„Und was ist mit dir?" fragte Danny Don.

„Hat sich wohl so ergeben… Ehrlich gesagt hat Mac mich damit konfrontiert, dass er wusste, dass ich schwul bin." Das war noch nicht mal gelogen, was Don da sagte, nur dass die Reihenfolge nicht so ganz stimmte. Aber wen interessierte dies schon, so lange er jetzt nicht Danny gegenüber auch noch sagen würde, dass ich in ihn verliebt wäre. Meine Hände wurden leicht feucht.

„Dich hat Dannys Geständnis aber auch nicht überrascht." warf Hawkes ein und sah mich an.

„Ich habe es ihm vor einiger Zeit gesagt." antwortete Danny anstatt mir „Nur leider hat er zu diesem Zeitpunkt wohl vergessen zu erwähnen, dass er auch bi ist."

Ich bekam einen Blick zugeworfen und fragte mich augenblicklich, ob er wohl tödlich wäre, wenn Blicke töten könnten. Auf jeden Fall wirkte Danny leicht angepisst. Und das obwohl er mir vorhin geholfen hatte, die Situation zu entspannen.

„Will noch jemand was trinken?" Lindsays fröhliche Stimme löste unser Gespräch und die Gruppe auf. Sie schenkte Saft und Sekt nach und begann mit Stella und Danny zu plaudern. Ich nutzte die Gelegenheit um mich abzusetzen. Vielleicht wurde ich langsam wieder etwas offener für sozialen Umgang, und auch für Zusammenkünfte dieser Art, aber ich konnte immer noch nicht aus meiner Haut raus, und so verzog ich mich mit dem Orangensaftglas in mein Büro und brütete erneut mal wieder über meinem Papierkram, aus dem ich wohl nie herauskommen würde, denn jedes Mal wenn ich dachte, ich hätte alles erledigt, lag auch schon wieder ein neuer Ordner, eine neue Mappe, ein neues Formular oder was auch immer auf meinem Schreibtisch.


1 Ab und an sieht man am Fahrstuhl „35th Floor". Die Amerikaner zählen das Erdgeschoss als „1rst Floor", somit befinden sich die neuen Büros im 34sten Stockwerk nach deutscher Rechnung.

2 Die Idee dazu habe ich schamlos aus einer anderen Geschichte geklaut, die ich irgendwo las. Vielleicht war es auch nur eine Spekulation darüber, ob die Rolle Alkoholiker ist. Vermutlich wird dazu auch einiges vielen erst klarer werden, wenn wir im nächsten Jahr in Deutschland endlich die dritte Staffel sehen können…