Weihnachten Teil 2
Es war schon fast Mitternacht als die Drei endlich bei Sirius und Sev´s Haus ankamen, sie wurden schon sehnlich erwartet. Harry bekam von dem Ganzen jedoch nichts mit, er war unterwegs eingeschlafen und selbst durch den Lärm nicht aufgewacht. Vorsichtig hob James seinen Sohn hoch und trug ihn in das Gästezimmer, welches er sich mit Draco teilen sollte. Sanft deckte er seinen Sohn zu und setzte sich dann vorsichtig zu ihm auf die Bettkante.
„Harry, mein Engel es tut mir alles so leid. Wie gerne würde ich dir das Ganze ersparen, doch ich kann es nicht. Ich verspreche dir, ich werde alles in meiner Macht stehende tun um dir zu helfen. Ich will dich nicht verlieren." Sanft strich er Harry eine schwarze Locke auch dem Gesicht.
Einen Momentlang betrachtete er seinen Jüngsten noch traurig, bevor er sich erhob und das Zimmer verlassen wollte, doch als er gerade an der Tür war hörte er Harrys leise Stimme. „Dad, bitte bleib hier, ich möchte nicht alleine sein." Bittend sah er seinen Vater an. Lächelnd ging James zurück zum Bett und schloss seinen Sohn in die Arme.
„Was hältst du davon, wenn du heute Nacht mit zu mir kommst, da können wir ungestört reden, ich will alles wissen was ich in den letzten Jahren verpasst habe." Hoffnungsvoll sah James seinen Sohn an.
„Aber nur wenn du mich trägst", antwortete der Schwarzhaarige müde und kuschelte sich in die Kleidung seines Vaters.
Lächelnd stand James mit Harry auf dem Arm auf und trug ihn in sein Zimmer, dort angekommen bemerkte er, das der Kleine schon wieder schlief, vorsichtig legte er ihn auf eine Seite des großen Bettes und deckte ihn gut zu.
Dann ging er kurz hinunter um Draco bescheid zu sagen, damit dieser sich keine Sorgen machte.
Als er kurz darauf zurück in sein Zimmer kam schlief Harry tief und fest. Im Schlaf hatte er sich das Kissen seines Vaters gegriffen und hielt es krampfhaft fest.
Als er am nächsten Morgen aufwachte, bemerkte James dass Harry sich im Schlaf an ihn geklammert hatte und ihn fest hielt, so dass er nicht aufstehen konnte ohne den Kleinen zu wecken. Lächelnd beobachtete er seinen Sohn doch nach einiger Zeit meldete sich sowohl seine Blase als auch sein Magen. Zärtlich um den Kleinen nicht zu erschrecken strich er ihm über den Kopf und sprach ihn leise an. „Harry, Kleiner komm aufstehen, es gibt gleich Frühstück."
Verschlafen blinzelte Harry seinen Vater an und schmiss sich dann in dessen Arme.
„Dad, versprichst du mir, das du mich nie wieder alleine lässt.
Ich habe Angst, dass ich zu Lily muss. Ich habe geträumt, dass ich zu ihr muss und euch alle dich, Leonie, Hannes, Draco, Sev, und Siri nie wieder sehe." Schluchzend klammerte sich der Schwarzhaarige an seinen Vater.
Beruhigend strich James dem Kleinen über den Kopf. Er konnte verstehen, was in dessen Kopf vor ging, ging es ihm doch ähnlich.
„Ich werde alles in meiner Macht stehende tun, damit wir zusammen bleiben können. Ich will dich nicht verlieren."
Es dauerte noch eine ganze Weile bis Harry sich beruhigt hatte und die Beiden sich fertig machten und zu den Anderen ins Wohnzimmer gingen. Dort angekommen wurde Harry sofort von Draco in Beschlag genommen, der Blonde schob ihn an den Tisch, auf dem schon das Mittagessen stand und setzt ihm dann einen gut gefüllten Teller vor die Nase.
„Du hast schon nicht gefrühstückt", meinte er als Harry den Teller kopfschüttelnd von sich schob.
„Bitte Harry nur ein bisschen." Lange blickte Harry in die sturmgrauen Augen, bevor er langsam zu essen begann.
Die Anderen hatten die beiden Jungen schweigend beobachtet, es war deutlich zusehen wie viel der Kleinere dem Blonden bedeutete.
Die Tage bis Heiligabend vergingen schnell. Am Abend saßen alle am Esstisch in der geräumigen Wohnküche und verspeisten, das von Sirius gekochte Weihnachtsessen.
Es war still am Tisch alle hingen ihren eigenen Gedanken nach. Plötzlich brach Harry wie schon so oft in den letzten Tagen in Tränen aus, er konnte einfach nicht mehr, dass was alles zu viel für ihn, er wollte doch einfach nur glücklich sein. Warum erlaubte Lilly das nicht, wollte sie sich dadurch an ihm rechen für das was sie ihrer Meinung nach wegen ihm erleiden musste.
Weinend rollte er aus dem Zimmer, als James ihn begleiten wollte schüttelte er nur den Kopf und verließ die Küche.
Nach einiger Zeit fingen Draco und die Anderen an sich Sorgen um den Kleinen zu machen.
„Ich werde mal sehen wie es ihm geht", meinte der Blonde mit einem traurigen Lächeln und verließ ebenfalls die Küche. Er ging durch die untere Etage und schließlich fand er den Schwarzhaarigen im Wintergarten. Harry saß dort ganz still und beobachtete wie den Flocken vom Himmel fielen und sie langsam wie eine dicke weiße Decke über den Garten legten. Er bemerkte den Blonden erst, als dieser genau neben ihm stand.
„Draco, ich habe Angst ich will euch nicht verlassen, ich habe solche Angst, dass ich euch nie wieder sehen werde." Traurig griff er nach der Hand des Blonden.
Vorsichtig umschloss der Draco Harrys Hand und sah ihm in die Augen.
„Egal was passiert, ich lasse dich nicht alleine Kleiner, dazu habe ich dich viel zu gern.
Harry ich habe mich in dich verliebt, schon als wir uns das erste Mal gesehen haben. Ich liebe dich und ich werde nie zulassen, das dir irgendjemand weh tut." Mit diesen Worten schloss er den Kleineren in die Arme.
Harry war erst etwas überrumpelt von dem Geständnis seines Freundes doch dann erwiderte er die Umarmung.
„Ich mag dich auch Draco, ich kann nicht sagen ob es Liebe ist, ich weiß nicht wie es sich anfühlt, wenn man jemanden liebt. Alles was ich weiß ist, dass ich nicht will das du mich alleine lässt, da ich das Gefühl habe, das ich ohne dich nicht Leben kann." Gespannt blickte Harry seinen Drachen an.
„Das ist Liebe Harry, wenn man ohne den Anderen nicht mehr leben kann, genau das ist Liebe." Glücklich umarte er Harry noch etwas fester, bevor er sich von ihm löse und ihm in die Augen sah.
„Ich glaube wir sollten langsam zurück, sonst räumen die Anderen unsere Geschenke weg und wir bekommen sie erst nächstes Jahr", meinte der Blonde scherzhaft und schob Harry ins Wohnzimmer. Dort saßen die Anderen und packten die Geschenke mit bloßen Blicken aus. Sie hatten auf die Beiden gewartet, doch jetzt wo sie da waren gab es kein Halten mehr, Hannes und Leonie stürzten sich auf die Geschenke und verteilten sie so schnell sie konnten.
Es dauerte nicht lange und der ganze Boden war mit Papier bedeckt.
Harry bekam von Sev und Sirius neue Malsachen, von seinen Geschwistern ein Geigenpflegeset, von seinem Vater bekam er ein paar Bücher und einen Gutschein für ein Wochenende, an dem er seinen Vater ganz für sich allein hatte und sie irgendwo hin fahren würden. Stürmisch umarte er seinen Vater, welcher neben ihm auf dem Sofa saß, denn dort hatte Hannes ihn hingesetzt. Der Junge wollte, dass sein kleiner Bruder und ihr Vater so viel Zeit wie möglich nah beieinander hatten.
Als letztes öffnete Harry das Geschenk von Draco, es war eine einfache Silberkette mit einem Tigeranhänger, der Tiger hatte grüne Augen genau wie Harry.
„Du bist für mich ein Tiger Harry, du kämpfst wie einer, du schaffst Dinge die niemand für möglich gehalten hat und du hast eine reine Seele." Mit diesen Worten küsste Draco den Schwarzhaarigen sanft auf die Lippen.
„Wir werden alles was auf dich zukommt zusammen durch stehen, ich werde dich nicht alle mit dem Ganzen lassen."
Sie redeten noch eine ganze Weile irgendwann war Harry an seinen Vater gelehnt eingeschlafen und so beschlossen auch die Anderen ins Bett zu gehen.
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Es war der 28. und Harry stand zusammen mit seiner Familie und Draco vor dem Büro, der Dame, die seinen Fall bearbeiten sollte.
Kurz nach dem sein Vater geklopft hatte wurden sie hineingerufen und von der Sekretärin begrüßt. Bis auf Harry mussten alle bei ihr im Büro warten, während sie den Jungen zu ihrer Chefin brachte.
Harry fühlte sich unwohl in seiner Haut, warum musste er alleine zu dieser Frau. Doch ehe er noch weiter darüber nachdenken konnte wurde er von einer jungen Frau in einem Blauen Kostüm begrüßt.
„Hallo Harry, ich freue mich dich kennen zu lernen, mein Name ist Martha.
Ich werde dir jetzt ein Paar Fragen stellen, danach werde ich noch mit den anderen Angehörigen deiner Familie sprechen und dann entscheiden, wo du ab jetzt am besten aufgehoben bist."
