Ich sag's gleich, damit keine/r vor Freude umfällt, wenn sie/er es am Schluss des Kapitels feststellt:
dieses ist der letzte Teil.
Und ich bitte, die grauenvoll lange Notiz am Schluss mit Nachsicht zu lesen. Ich habe fertig!
11 Der Weg ab hier
Er bekam von allen Seiten fragende Blicke und sah Beilschmidt fest in die Augen.
Wie ich heute Abend feststellte, sind Sie an meine Anweisungen gebunden, aber das ist mir eigentlich nicht ganz geheuer. Ich möchte Sie nicht herum kommandieren, nicht auf diese Weise. So wie ich die Situation sehe, arbeite ich genau genommen für Sie. Könnten wir uns darauf einigen, dass mein Wort allgemein als Bitte und im Zweifel als Diskussionsgrundlage anzusehen ist? Ich weiß, ich bin manchmal etwas kurz angebunden und das könnte autoritärer klingen, als es beabsichtigt ist. Bitte bedenken Sie, dass Sie jederzeit ablehnen können.
Beilschmidt schien milde überrascht. Das ist sehr rücksichtsvoll von Ihnen, Herr Kanzler. Und ich weiß das zu schätzen. Aber die Sache hat den logischen Haken, dass Sie Ihre Worte natürlich jederzeit zurück nehmen könnten, theoretisch.
Theoretisch. Aber ich habe das nicht vor. Und darum bin ich froh, Zeugen zu haben. Es ist heute berichtet worden, dass Sie versuchen im Laufe der Zeit immer umsichtiger miteinander umzugehen. Es war recht deutlich zu erkennen: auch wenn die persönlichen Beziehungen angespannt sein mögen, versucht man doch zivil miteinander umzugehen. Ich denke, wenn wir in Europa in Zukunft den Frieden bewahren wollen, müssen wir mehr miteinander reden und zusammen arbeiten. Und das dürfte wohl mit öfteren gegenseitigen Besuchen einher gehen. Dabei können Sie direkt ein Auge aufeinander haben.
Bonnefoy lächelte versonnen. Ich könnte dich gelegentlich mit einer Flasche Wein besuchen kommen ...
Bitte unterlasse private Besuche bei mir, ich glaube nicht, dass das gut geht.
Bonnefoy schmollte wenige Sekunden lang, hatte aber schnell den nächsten Gedanken gefasst. Ich sehe umfangreiche Gespräche und Besuche zu Handelsvereinbarungen voraus!
Zum Beispiel, stimmte Adenauer zu. In unmittelbarer Zukunft sehe ich viele Gespräche zur genauen Abwicklung der Reparationszahlungen voraus und hoffe bei diesen Gelegenheiten möglichst oft auf Sie zu treffen. Abgesehen davon sollten wir auch sonst ein wenig näher zusammen rücken. Diese Idee der vermehrten Zusammenarbeit in Europa ist nicht von mir, sie ist nicht so neu, aber ich bin lebhaft dafür.
Bonnefoy war begeistert. Wir sollten mit den Benelux Staaten reden. Ich bin sicher, das wäre ein großartiger Start für eine nähere europäische Zusammenarbeit.
Das denke ich auch. Immerhin, falls es in Europa Ärger geben sollte, sind die kleineren Länder immer als erstes und in den größten Schwierigkeiten. Sie haben in diesem Punkt ein starkes Eigeninteresse.
Oh ja. Bella wird ganz sicher begeistert sein!
Leise wandte Beilschmidt ein: Ich war eigentlich sicher, dass Bella immer noch den deutlichen Wunsch verspürt mich zu erschießen!
Und wir können natürlich Italien fragen!
Beilschmidt seufzte wieder einmal leise.
Ludwig, mach dir keine Sorgen wegen Romano, sagte Bonnefoy.
Zumindestens konnte er mich von Anfang an nicht leiden. Das allererste was ich je von ihm zu hören bekam, war eine handfeste Beleidigung.
Veneziano wird irgend wann wieder mit dir reden, alles nur eine Frage der Zeit, beruhigte Bonnefoy.
Dein Wort in Gottes Ohr.
Und es gibt tatsächlich zwei Vertreter für Italien? Auch wenn das Land schon seit so langen Jahren wieder vereint ist? fragte Adenauer.
Aber ja, beide sind wohlauf und teilen sich das Land, bestätigte Bonnefoy
Das ist ein sehr ermutigendes Beispiel, im Gedanken daran, dass wir Ihren Bruder ja wieder zurück haben wollen.
Ich habe da auch nicht die geringsten Bedenken. Gilbert ist viel zu stur um einfach zu verschwinden.
Sehr gut. Dann habe ich noch einen, nein zwei Vorschläge an Sie, Herr Beilschmidt. Beide auf der Basis, dass wir uns besser kennen lernen sollten. Sie sagten, Sie können alles fahren und reparieren, was rollt und Herr Jones wollte sich um die Sondergenemigung kümmern. Er blickte Jones kurz an, der eifrig nickte und wandte sich wieder Beilschmidt zu. Wie wäre es, wenn Sie mich ein paar Tage lang als mein Fahrer begleiten würden, bis wir heraus gefunden haben, wie wir am besten miteinander umgehen? Ich werde dann sicherlich bald andere Aufgaben für Sie haben, aber solange wir niemanden anderes mitnehmen müssen, können wir im Auto immerhin frei reden.
Beilschmidt nickte. Das will ich gern tun. Ich kann gleich heute Abend anfangen, wenn Sie möchten.
Das wäre mir sogar sehr lieb. Sie wissen, wo ich wohne? Und kennen den Weg dorthin? Da Beilschmidt beides bejahte, sagte er: Sie waren schon einmal in der Gegend?
Nein, nicht so direkt, aber ich kenne die Strassen trotzdem.
Nachdem ihm Adenauer verwirrt ansah, fügte er zögernd hinzu: Das ist mein Land, ich kenne faktisch jede Strasse, jedes Haus.
Adenauer legte eine Hand über die Augen. Das sind die Dinge, an die ich mich noch gewöhnen muss. Er fasste sich schnell wieder. Na gut. Der zweite Vorschlag, den ich ansprechen wollte, ist vielleicht ein wenig heikel. Ich weiß gar nicht, wie ich sagen soll. Nachdem Sie nun so lange in einem Bunker gesessen haben, ist mir der Gedanke, dass Sie direkt in einer kleinen Dachwohnung ziehen nicht wirklich angenehm. Aber vielleicht bin ich ein wenig zu aufdringlich, wenn ich Sie bitte ein paar Tage in meinem Haus zu verbringen. Es gibt bei mir gemütlich eingerichtete Gästezimmer und ein Gästebad mit Dusche auf der Etage, das Sie mit niemandem teilen müssten.
Die Nationen sahen ihn überrascht an. Vor einigen Minuten hatte er sich noch dagegen gewehrt für Beilschmidt zuständig zu sein. Zugegeben, er hatte es sich inzwischen anders überlegt, aber es war verblüffend zu sehen, wie entschlossen und vor allen Dingen in welchem Ausmaß er jetzt in die andere Richtung zu gehen bereit war.
Beilschmidt wandte sich abrupt an Jones. Alfred, gibt es in der kleinen Wohnung eigentlich Möbel?
Das schon, aber ich kann nicht dafür garantieren, wie sie aussehen. Wahrscheinlich sind die genauso dekorativ und spannend wie die in deinem Bunker. Dagegen bin ich ziemlich sicher, dass noch keiner daran gedacht hat, dir einen Vorrat Kohlen zu besorgen für den Kohleofen.
Das schien den Ausschlag zu geben. Immerhin war September und die Nächte wurden kalt.
Herr Kanzler, würde es Ihnen etwas ausmachen, wenn ich Ihnen ein paar Tage zur Last falle?
Sie fallen mir bestimmt nicht zur Last. Adenauer lächelte und erhob sich, um ans Telefon zu gehen. Ich will uns schnell anmelden. Wir können dann auch gleich los, sagte er. Als Kirkland Anstalten macht sich zu erheben, winkte er ab. Bleiben Sie ruhig noch einen Moment, es geht ganz schnell. Das Telefon klingelte etwa drei mal bis jemand ran ging und sie konnten undeutlich eine weibliche Stimme hören, die sich meldete. Hallo, mein Schatz. Ich bin noch im Amt, ja, aber wir fahren gleich. Ich wollte dich schon einmal warnen, weil ich jemanden mitbringe: einen jungen Mann. Die Stimme klang fragend. Er wird ein paar Tage bleiben. Kannst du dafür sorgen, dass das Gästezimmer dem Bad gegenüber gelüftet ist? Weitere Fragen. Nur ein paar Tage, eine Woche, zwei vielleicht, bis wir ein paar Dinge geklärt haben. Keine Sorge, er wird dir bestimmt gefallen. Milde Empörung. Und wenn er dir nicht gefällt, werfen wir ihn gleich wieder raus! Energischer Tadel. Natürlich steht er sozusagen direkt hinter mir, während wir reden! Du kennst mich doch! Nachsichtige Resignation. Wir machen uns auf den Weg. Bis gleich, mein Schatz.
Als er auflegte, sah er die verblüfft dreinschauenden Nationen lächelnd an. Das war meine älteste Tochter. Meinetwegen können wir dann.
Jones hatte sich als schnell gefangen und lachte. Ist die Tochter verheiratet? fragte er.
Ja, sie ist letztes Jahr mit ihrer kleinen Familie wieder zu mir zurück gezogen. Außerdem wird es regelmäßig Sonntags eine Menge Gäste im Haus geben, Parteimitglieder und auch Herren der Opposition. Wir werden Sie schon daran gewöhnen, wieder etwas mehr Trubel um sich zu haben, als die letzten 4 Jahre, fügte er in Beilschmidts Richtung hinzu.
Ich nehme an, das war der Hintergedanke daran.
Das und ich möchte möglichst viele Gelegenheiten haben, Sie näher über sich auszuquetschen.
Beilschmidt nickte dazu.
Kirkland wirkte wenig fröhlich. Was werden Sie ihrer Familie eigentlich erzählen? Sie wissen, Sie können nicht 'rum erzählen, wer er ist, sagte er mit einer Kopfbewegung in Richtung Beilschmitds.
Der hatte während des Telefonats mit keiner Wimper gezuckt. Sie könnten mich als den neuen Leibwächter deklarieren. Ich mache mich gut in der Abteilung Personenschutz.
Tatsächlich?
Ich mache mich nämlich richtig gut zwischen einer explodierenden Bombe und meiner Schutzperson.
Einen Moment blinzelte ihn Adenauer fragend an, dann schlug er eine Hand über die Augen. Ach um Himmels Willen! Ich habe es förmlich vor Augen. Das muss aber wirklich nicht sein. Ich will auch wirklich niemanden soweit verärgere, dass sich jemand zu solchen Maßnahmen getrieben sieht. Er sah zwischen Beilschmidt und den anderen hin und her. Man sollte wirklich nicht lügen. Man kann ja doch nicht alles im Kopf behalten, was man so erzählt hat. Ich werde einfach sagen, wie es ist: die Angelegenheit unterliegt höchster Geheimhaltung und ich kann nicht erklären warum, fügte er hinzu, bevor jemand protestieren konnte.
Aber werden sie nicht trotzdem nachbohren? fragte Kirkland schließlich.
Schon möglich. Aber dafür hat man ja zwei Ohren. Solche Sachen gehen bei einem Ohr rein und zum anderen raus und zahlen unterwegs nicht einmal Wegezoll.
Sie verließen gemeinsam das Büro, das Adenauer wieder abschloss.
Jones lachte. Ludwig, irgendwie gefällt mir dein Kanzler. Ich hab' ein gutes Gefühl dabei. Und jetzt, wo wir uns alle ein wenig entspannen können, bekomme ich spontan Hunger! Gibt es um diese Tageszeit noch irgendwo etwas zu essen?
Du verfressenes Ungetüm! schimpfte Kirkland mit ihm. Es ist nach zehn in der Nacht!
Mein Zeitgefühl ist den Bach runter. Eine Woche bin ich zu Hause, eine Woche bin ich hier, eine Woche in Japan ... Mein Magen sagt, es ist Essenszeit!
Wie geht es Kiku Honda? fragte Beilschmidt.
Jones zuckte leicht mit den Schultern. Schon besser. Zum Glück konnten wir da die Kommies raus halten, aus der ganzen Sache. Wird vielleicht noch ein Jahr dauern, oder zwei, dann haben wir es geschafft. Er klang gedrückt. Er selber lässt sich ja nie anmerken, was er grade denkt, aber ich glaube, dass er froh sein wird, wenn er mich los ist. Ist schon seltsam, oder? Von ihm hab' ich auch mal gedacht, dass wir gut miteinander auskommen.
Das wird auch wieder besser werden, Amerique, du wirst sehen, sagte Bonnefoy.
Hoffe ich auch. Und dann du, Ludwig! Jones klang sehr viel munterer. Wir kannten uns ja nicht so richtig und ich will lieber nicht sagen, was ich von dir gedacht habe, aber nachdem wir uns näher kennen lernen konnten, verstehen wir uns überraschend gut.
Die Welt steckt voller Überraschungen.
Adenauer sah zu Beilschmidt hinüber, der neben ihm ging. Er lächelte zwar nicht, aber er wirkte das erste Mal an diesem Abend entspannt.
Sie sagten heute Abend, es gibt Wechselwirkungen zwischen Ihnen allen und Ihren Ländern. Wäre es in diesem Zusammenhang sinnvoll, wenn Sie, Herr Beilschmidt, sagen wir, Sondierungsgespräche mit den Nachbarn führen?
Absolut. Ich wollte Antonio besuchen Spanien sobald es geht, und Roderich. Ich kann versuchen, mit Schweiz zu reden, aber ich beschränke mich da erstmal auf das Telefon. Luxemburg würde mir sicherlich die Tür vor der Nase zuwerfen, also auch erst einmal telefonisch ...
Versuche es ruhig auch mit Belgien. Wir haben in letzter Zeit öfter miteinander geredet, sagte Bonnefoy.
Wollte sie dich nicht auch erschießen?
Wir telefonieren.
Das leuchtet mir ein. Auf meiner Liste steht außerdem noch Dänemark. Da werde ich direkt hingehen.
Warum grad er? fragte Kirkland. Er kann sehr ungemütlich werden, wenn ihm etwas nicht passt, und dir gegenüber ist er vielleicht ein wenig angespannt.
Das ist halb so wild. Mathias ist ein eher unkomplizierter Charakter. Sicherlich wird er seinem Herzen Luft machen wollen und mich erst einmal verprügeln, aber meistens beruhigt er sich schnell wieder und mit etwas Glück gibt er uns danach ein Bier aus.
Womit die Prioritäten mal wieder geklärt wären! sagte Jones.
Sehr gut! fügte Adenauer hinzu. Dazu noch diese kleine Dachkammer, die Sie sich wohnlicher gestalten können, oder sich überhaupt etwas neues suchen. Er dachte an die vielen Flüchtlinge aus den Gebieten, die jetzt Russland oder Polen gehörten, und für die immer noch adäquater Wohnraum und Arbeit beschafft werden musste. Beilschmidts Lage sah sehr symbolträchtig aus: ausgebombt und abgebrannt, dabei einen neuen Anfang zu machen, mit neuer Wohnung und neuer Arbeit und einer neuen Regierung.
Sie hatten schließlich den Ausgang des Gebäudes erreicht und verabschiedeten sich voneinander. Jones ging mit Kirkland Richtung Innenstadt auf der Suche nach etwas Essbarem. Sicherlich würden sie dazu geeignete Getränke finden. Bonnefoy wollte lieber direkt heim sagte er jedenfalls.
Und Ludwig Beilschmidt ging mit Adenauer für die nächsten 14 Jahre ...
A/N: Der etwas lahme Schluss hat mich immer ein wenig bekümmert, aber was soll's! Ich habe die Leute in jedem Kapitel mindestens einmal einfangen müssen, damit das Gespräch nicht noch mehr abschweift, als so schon und versucht so viele Gesprächsfäden wie möglich später ein zweites mal aufzunehmen. Ich kann niemandem empfehlen solche Gesprächsrunden zu schreiben, das ist schwieriger, als es aussieht und führt irgendwie zu nix!
Wollte ich nicht noch sinnvolle Anmerkungen schreiben?
Nach dem Krieg ging Frankreich tatsächlich ziemlich bald auf Kuschelkurs zu Deutschland. Zusammen mit Italien, zu dem die diplomatischen Beziehungen langsamer ins Rollen kamen, wurde ein Stahlhandelsabkommen getroffen (das übrigens auch Belgien, Luxemburg und die Niederlande unterzeichnet hatten). Frankreich und Deutschland haben in der Folge an der 'Europäischen Gemeinschaft', sozusagen dem Vorläufer der EU, bestimmend mitgewirkt. Auch hier waren Italien und die Beneluxstaaten von Anfang an dabei.
Im März 1952 explodierte eine an Adenauer adressierte Paketbombe im Polizeipräsidium München und tötete den Polizeibeamten Karl Reichert. Als heraus kam, dass israelische Aktivisten dahinter steckten, suchte sich Adenauer bildlich gesprochen einen großen Teppich, um diese Angelegenheit darunter verschwinden zu lassen. Natürlich kommt so etwas früher oder später immer heraus, aber genau darum ging es: um das 'später'. Zum damaligen Zeitpunkt wäre das alles tödliches Gift gewesen, für die ohnehin nicht einfachen Beziehungen der beiden Länder. Jahre später kann man damit besser umgehen. Israels Premierminister David Ben-Gurion war für Adenauers Entscheidung dankbar.
Was fällt mir noch ein?
Bei dem Telefongespräch dachte ich ursprünglich daran, dass seine Frau am anderen Ende sein könnte, musste aber peinlich berührt feststellen, dass die gute Frau im Vorjahr gestorben war. * schaut betreten zu Boden * Öh...
Also gehe ich davon aus, dass die Tochter mit Kind und Kegel auch im Hause wohnt. Ich habe wirklich keine Ahnung, wie sich zu der Zeit die Familie zusammen setzt oder sich aufhält, kann also nix garantieren. Ich weiß nur, das Haus war ziemlich groß. An Sonntagen gab es regelmäßig informelle Treffen verschiedener politischer Größen, die ihre Arbeit zwanglos besprechen konnten.
Das einzige, echte Adenauerzitat, das ich einbauen konnte, war: Lüge nie, denn du kannst ja doch nie behalten, was du alles gesagt hast.
Die ersten zwei Worte klingen ja recht idealistisch, und dann holt einen die Begründung auf den Boden der Tatsachen zurück. Ein pragmatischer Mann, der Dinge von sich gibt, wie: Man muss die Menschen nehmen wie sie sind, andere gibt es nicht.
Zu seinem Willen und seiner Fähigkeit zur Durchsetzung gab es von dritter Seite verschiedene Kommentare und Anekdoten. Er selber sagte: Wenn ich von jemandem ein Butterbrot haben will, und er bietet mir eine Schnitte trockenes Brot, dann nehme ich die trockene Scheibe, die Butter hole ich mir dann eben später.
Das ist auch wieder eine linguistische Handgranate, die in der ersten Hälfte ganz bescheiden angerollt kommt und sich den Knalleffekt für den Schluss aufspart.
Ich will an dieser Stelle jede politische Diskussion vermeiden, ich weiß nur, wer arbeitet, macht Fehler. Wer viel arbeitet, macht viele Fehler. (Wer keine Fehler macht, ist 'ne faule Sau.)
Adenauer war immer sehr fleißig mit seiner Arbeit und hat sein Bestes gegeben. Ich denke, insgesamt können wir sehr zufrieden sein.
An dieser Stelle will ich dem Alten das letzte Wort überlassen:
Ich bin, wie ich bin...
Die einen kennen mich,
die anderen können mich...
