Sankt Mungo
„Komm hoch, Narcissa!" Lucius nahm ihre Hände und zog sie auf die Beine.
Mit einer Hand um ihre Taille geschlungen, setzte er ebenfalls einen Fuß in den Kamin.
„St. Mungo's."
„Wie geht es meinem Sohn.", fragte Lucius Malfoy den nächsten Heiler, der aus dem Zimmer seines Kindes kam.
„Ich denke, er hat das Schlimmste überstanden. Sie können gleich zu ihm, wenn sie wollen."
Lucius nickte und ließ den Heiler davoneilen.
„Hast du gehört, Narcissa?" er setzte sich neben sie auf einen Stuhl und nahm ihre Hände in die seinen. Sie waren eiskalt.
„Darling? Hast du gehört?"
Sie blinzelte und sah ihn verwirrt an.
„Entschuldige, was hast du gesagt?"
Sie machte den Eindruck, als wäre sie gerade ganz woanders gewesen.
Lucius streichelte ihre Hände.
„Der Heiler, Cissa. Er sagt Draco wird wieder. Wir können gleich zu ihm.", sagte er sanft und geduldig.
Ein kurzes Aufflackern in ihren Augen signalisierte Lucius, dass sie ihn endlich gehört und hoffentlich auch verstanden hatte.
Erneut öffnete sich die Türe zu Dracos Krankenzimmer und eine rundliche Schwester trat heraus.
„So, wenn sie mögen, dann können sie jetzt rein.", sie lächelte freundlich und ging einen Schritt zur Seite.
Lucius stand auf und ging zügig auf die Türe zu. Er war schon fast neben der Schwester, als er merkte, dass Narcissa nicht hinter ihm war.
Er drehte sich um.
„Schatz? Kommst du?"
Narcissa starrte wieder ins Leere. Sie zitterte.
Lucius ging zurück und streckte seine Hände nach ihren aus und zog sie dann auf die Beine.
Er zog sie hinter sich her ins Zimmer.
In dem Zimmer stand nur ein Bett. Draco lag blasser denn je auf dem Rücken. Ruckartig hob und senkte sich sein Brustkorb.
Narcissa ließ ein trockenes Schluchzen vernehmen. Lucius drückte sie näher an sich und ging zum Bett.
Narcissa streckte die linke Hand aus und strich über die bleiche Wange ihres Sohnes.
Ihre Knie wurden weich und Lucius musste sie auffangen ehe sie zu Boden fiel.
Mit seinem Zauberstab ließ er den Stuhl, der am Fenster stand zum Bett heran kommen und setzte Narcissa dann darauf.
Sie stützte den Kopf in die Hände und Lucius sah wie kleine Tränen an ihren Handgelenken hinab rannen.
Er beugte sich über seinen Sohn.
„Mommy und ich sind hier, Draco.", flüsterte er kaum hörbar und ließ sich dann ebenfalls auf einen Stuhl neben dem Bett nieder.
Sonnenlicht flutete durch das Fenster, als Lucius wieder aufwachte.
Er sah sich erschrocken um.
War er tatsächlich eingeschlafen?
Er rieb sich die Augen.
Narcissa saß noch immer so auf dem Stuhl, wie er sie das letzte Mal gesehen hatte bevor er eingenickt war.
Sie schien nicht geschlafen zu haben.
„Cissa?"
Sie hob den Kopf. Ihr Gesicht war rot und verquollen. Ihre Wangen waren noch immer tränennass und ihre Lippen hatte sie sich in dieser Nacht völlig zerbissen.
Lucius winkte sie zu sich und nahm sie auf seinen Schoß.
Sie ließ ihren Kopf gegen seinen Hals sinken und Lucius spürte wie warme Tränen seine Haut benetzten.
Langsam wiegte er sie in seinen Armen und kraulte mit seiner rechten Hand ihren Nacken.
„Es…tut mir…s.s..so leid.", schluchzte sie. „Dass ich weggelaufen bin und-"
„Schschsch, " er drückte sie fester, damit sie sich beruhigte.
„Nein, ich war- "
„Mum?" Narcissa sprang auf und stand augenblicklich neben dem Bett ihres Sohnes.
„Draco!", Sie küsste ihn auf die Stirn und strahlte ihn durch die Tränen in ihren Augen an.
„Wie geht es dir, mein Schatzi?"
Vorsichtig begann sie seinen unverletzten Arm zu streicheln.
„Ging mir schon besser, " murmelte Draco und sah sich in dem Raum um.
„Wo sind wir denn hier?", fragte er und sah seine Mutter verwirrt an, als sich nicht im warmen, gemütlichen Krankenflügel von Hogwarts wieder fand.
„St. Mungo, Engelchen."
„Aber…wieso?" Draco ächzte, als er den stärker werdenden Schmerz in seinem Arm registrierte.
Narcissa erschrak. „Soll ich einen Arzt rufen, Engelchen?"
Draco biss die Zähne zusammen, als er sah dass seine Mutter schon wieder den Tränen nahe war.
„Unsinn, Narcissa. Unser Junge hält was aus, stimmt's Sohn?" "
Erst jetzt bemerkte Draco seinen Vater, der am Fußende seines Bettes stand.
Draco nickte.
„Jetzt erzähl uns, wie ist das passiert?"
Draco schloss die Augen und versuchte sich zu erinnern. Er spürte die weiche Hand seiner Mutter über seine Wange streicheln.
„Dieser dumme Wildhüter. Wir haben mit Hippogreifen gearbeitet, da ist er plötzlich auf mich losgegangen."
„Der Wildhüter?"
„Nein, der Hippogreif!"
Lucius Malfoy nickte.
„Mach dir keine Sorgen Junge, ich werde dafür sorgen, dass dieser Trottel von Halbmensch und seine Bestie bekommen, was ihnen zusteht."
Narcissa sah ihren Mann erschrocken an.
„Lucius, du wirst sie doch nicht…"
Er winkte ab. „Unsinn, Narcissa. Das wird Fudge für mich tun. Warum sich selbst die Hände schmutzig machen, wenn man Leute kennt, die dumm genug sind sich manipulieren zu lassen."
Ein feines Grinsen umspielte seine Lippen, als er Draco vorsichtig die Schulter klopfte.
So auf's nächste Chapter müsst ihr jetzt 2 Wochen warten. Aber dann geht's weiter! Versprochen!
Wünsch allen Leuten schöne Ferien, ich verkrümel mich nach Italien, neue Ideen sammeln :-D.
Bis dann ihr Lieben! Reviewt mal, solang ich nicht da bin.
Wenn in zweieinhalb Wochen nix von mir zu hören ist, dann bin ich bei der Mafia eingestiegen! Oder vom Hai gefressen!
Geh aber davon aus, dass ich wiederkommen werde :-D
