Unwetter

Die Schwüle des Tages lastete noch drückend in den hohen Räumen, ein schwefelgelbes Licht sickerte aus den dicken Wolken und verfälschte die Farben. Draußen war es still, zu still, als hielte die Natur den Atem an. Nur einmal piepste ein Vogel, es klang grausam verlassen. Ein Eisesschauer lief Minerva über den Rücken. Wind kam auf und rüttelte an den Fensterläden des alten Hauses. Es begann zu regnen, dicke Tropfen platschten in den Staub, in der Ferne grollte Donner.

Sie kuschelte sich tiefer in ihren Sessel und lauschte dem böiger werdenden Wind und dem immer lauter prasselndem Regen, beobachtete das immer rascher aufeinander folgende Zucken der Blitze am bleigrauen Himmel und fragte sich besorgt, wo er nur so lange blieb.

Endlich vernahm sie das erlösende Geräusch der Haustür, sie sprang auf und lief ihm entgegen.

„Endlich!" Sie schmiegte sich in seine regenfeuchte Umarmung und versank in den warmen Tiefen seiner tintenschwarzen Augen.

"Once I dreamed in a dream I would find you, never thought that the dream would come true. Ich komme immer wieder zu dir zurück, Minerva."

Liebevoll strich sie sein feuchtes schwarzes Haar zurück und erwiderte innig:
„Ich auch zu dir, Severus, ich auch zu dir. Ich liebe dich."


„Till I loved you" – Barbra Streisand