Die Unsullied waren die besten Soldaten in der Welt, so sagte man. Daenerys Stormborn aus dem Hause Targaryen wusste dies nur allzu gut, und sie wusste ebenso, wie sehr sie auf diese Sklavensoldaten angewiesen war.

Es widerte sie an, dass auch sie nun ihre Hände mit der Sklaverei besudelte. Doch es musste sein. Bis auf einige wenige Dothraki und ihrem Bären besaß sie kaum weitere Soldaten. Damit ließ sich kein Königreich erobern, ja, damit konnte sie sich selbst kaum gegen ihre Feinde verteidigen!

Bis ihre Drachen stark genug waren, dauerte es zu lang. Etwas Besseres musste her. Etwas weitaus Stärkeres.

Die Unsullied waren perfekt. Kraznys mo Nakloz war es nicht. Der Good Master war ein fetter, aufgeschwemmter Berg, dessen tägliche Gelage mit dem Schweiße und dem Leid von Sklaven erkauft worden war.

Doch Dany lächelte. Sie lächelte und verbarg ihr Gesicht vor der Welt. Sie war gut darin, da die meisten Männer ohnehin nur auf ihre Brüste achteten. Wie leicht es war, sie alle zu täuschen.

Auch wenn der Gedanke an den Tausch ihr Übelkeit bereitete. Den größten, hatte Good Master Kraznys gesagt. Den größten ihrer Drachen im Austausch zu allen Unsullied. Auch jenen in Ausbildung.

Sie musste Drogon hergeben.

Dracarys!

Ein Wort und die Welt ging in Flammen auf.

Triumphierend schritt die Königin durch die rauchenden Ruinen dessen, was einst die stolze Stadt Astapor war. Der Sand an der Stelle, wo Good Master Kraznys gestorben war, glühte noch immer. Er glitzerte rot in der untergehenden Sonne und schimmerte wie Blut. Ein starkes Gefühl der Befriedigung erfüllte sie, als sie die Peitsche in ihren Händen zu Boden warf. Drogon sah dies als sein Kommando und stützte sich darauf, um sie zu zerstückeln.

Sie hob den Blick. Bald würde die Welt ihr zu Füßen liegen und sie würde eine Königin sein.