Disclaimer: Charmed und seine Figuren gehören immer noch nicht mir. Mir gehört nur das, was ich erfunden habe.


Hi Misato-6, hi auch an all ihr treuen Fans!

Misato-6:
Danke für dein Feedback. Ja, Melanie kann richtig fies sein, auch wenn sie tief im Herzen ein wirklich guter Mensch ist. Sag mal, hast du eigentlich schonmal meine Geschichte "The Wyatt´s" gelesen. Ich frage mich, ob die Geschichte so schlecht ist, das keiner mal ein Feedback schreibt. Oder ist Leo´s Leben so uninteressant? Es wäre echt toll, wenn du mir mal verraten könntest, was mit der Story nicht stimmt. Tausend Dank.

Viele Grüße
Whitelightner 78


Kapitel 10 – Lehrer und Schülerin

Piper erhob sich mit dem Schwert in der Hand. Es fühlte sich gut an. Warm. Perfekt ausbalanciert. Kraftvoll. Aus dem Augenwinkel sah sie, wie auch in Mordaunts Hand ein Schwert erschien, mit dem er nun ohne Vorankündigung auf sie einschlug. Piper riss Excalibur hoch und parierte den Hieb. Es folgten zwei, drei schnelle Attacken, die Piper jedoch, wenn auch mit einiger Mühe abwehrte. Endlich ließ Mordaunt von ihr ab. Er lächelte zufrieden. „Besser als Artus in seiner ersten Trainingsstunde." „Echt?" Piper war überrascht - und ein bisschen stolz. „Ich werde jetzt eine Attacke von unten führen", sagte Mordaunt. „Lass dich von Excalibur leiten. Wenn du dem Schwert vertraust, wird es dich niemals im Stich lassen." Eigentlich hasste Piper Waffen. Und sie hasste es, jemand anderes die Kontrolle zu überlassen. Aber irgendwie war das hier anders. Excalibur bedeutete Macht. Und diese Macht wollte das Schwert mit ihr teilen. Jedoch war das Halliwell-Haus nicht gerade der ideale Ort, um mit zwei überdimensionierten Schwertern Kampftraining zu betreiben, aber zu Pipers Überraschung blieb das Mobiliar diesmal intakt. Sie und Mordaunt führten ihre Klingen mit einer solchen Präzision, dass nicht einmal das Treppengeländer eine zusätzliche Kerbe bekam, als sie sich in den ersten Stock hinaufkämpften. Manchmal erfolgten die Hiebe so schnell, dass die Schwerter nur noch funkelnde Blitze zu sein schienen. Am Anfang hatte Mordaunt noch klar dominiert, und Piper hatte Mühe gehabt, seine Attacken zu parieren. Aber je mehr sie übte, desto sicherer fühlte sie sich und desto mutiger wurde ihre Gegenwehr. Als sie schließlich auf dem Dachboden angekommen waren, hatte sie vollends die Oberhand gewonnen. Mordaunt konnte ihr angesichts des Raumangebotes auf dem Dachboden noch ein paar Mal ausweichen, aber zwei schnelle Hiebe von Piper schlugen ihm zuerst sein Schwert aus der Hand und nagelten ihn dann an die Wand. Excaliburs Spitze vibrierte unter seinem Kehlkopf. „Du lernst schnell", keuchte er. „Du bist ein guter Lehrer", sagte sie zufrieden. „Kannst du die Macht der Klinge spüren?" Piper horchte in sich hinein. „Ja." „Und gefällt es dir?" Ihre Miene verzog sich zur Andeutung eines Lächelns. „Durchaus." „Du und das Schwert", erklärte Mordaunt, „ihr werdet eins sein. Bald wird nichts anderes mehr wichtig sein. Alles, was dann zählt, ist der Wille zur Macht." Piper, die ein irgendwie seltsames Gefühl beschlich, nahm langsam die Klinge herunter. Ein Gefühl der Stärke, der Begierde, aber auch der Leere. Plötzlich wurde der Dachboden von einem feurigen Flackern erleuchtet, dann erschienen in einem Flammenregen vier Gestalten. Der Dunkle Ritter, der Sklavenhändler sowie zwei ihrer Handlanger. Es sah ganz so aus, als würde sich Piper nun die erste Gelegenheit bieten, ihre neu erworbenen Fähigkeiten zu erproben. „Du!", grollte der Dunkle Ritter, als er Mordaunt sah. „Piper", flüsterte der Lehrmeister, „nun zeig, was du kannst." Die junge Hexe ging sofort zum Angriff über. Der Dunkle Ritter hatte kaum Zeit, sein Schwert aus der Scheide zu ziehen, schon prasselten die Hiebe auf ihn nieder. Mordaunt sah sein eigenes Schwert nur zwei Meter entfernt liegen. Behände rollte er über den Dachboden und griff danach. Nun konnte er den Handlangern Paroli bieten. Es war an der Zeit, dass er Pipers Macht verteidigte. Die Macht der Hüterin des Schwertes. Der Kampf hatte eine Weile lang hin und her gewogt, aber trotz der zahlenmäßigen Unterlegenheit schlugen sich Piper und Mordaunt wacker. Rücken an Rücken bestanden sie gegen ihre Gegner. Durch einen geschickten Seitenhieb schickte die junge Hexe den Sklavenhändler in das ewige Höllenfeuer, während Mordaunt zuvor dafür gesorgt hatte, dass er dort bereits von einem seiner Handlanger erwartet wurde. Damit stand es zwei gegen zwei. Mordaunt übernahm den Ritter, und Piper kümmerte sich um den verbliebenen Handlanger, der deutlich besser kämpfte als seine Vorgänger am See. Es war eine Freude, Piper zuzusehen. Ihre Bewegungen waren geschmeidig, elegant und doch effizient. Sie führte das Schwert, als wäre sie für diese Aufgabe geboren worden. Mordaunt drängte den Ritter in eine Ecke. Ihre Klingen trafen aufeinander, und beide drückten so hart gegen ihre Waffen, dass ihre Gesichter nur wenige Zentimeter voneinander entfernt waren. „Was soll das?", knurrte der Dunkle Ritter. „Wir hatten doch ein Abkommen." „Das ist wertlos, seit sie das Schwert aus dem Stein gezogen hat", zischte Mordaunt. „Ich brauche dich nicht mehr. Ich werde das Schwert von Piper bekommen." Er machte einen Schritt zurück, hob seine Waffe - und köpfte den Dunklen Ritter, bevor dieser antworten konnte. Zur gleichen Zeit gelang es auch Piper, mit dem verbliebenen Handlanger Schluss zu machen. Mordaunt wandte sich zu ihr um. „Die Vereinigung ist abgeschlossen. Nun bist du eins mit Excalibur." „Und was nun?", fragte Piper. Sie keuchte und grinste gleichzeitig. Im nächsten Moment kündigte ein blaues Rieseln das Erscheinen ihrer Schwestern an. Piper hob instinktiv ihr Schwert, und Paige machte eine abwehrende Handbewegung. „Wir sind es nur." Phoebe deutete auf Mordaunt. „Er ist nicht der, der er zu sein vorgibt." „Er hat versucht, uns zu töten", fuhr Paige fort. „Er will das Schwert." Piper blickte die anderen Zauberhaften verständnislos an. „Aber Excalibur hat mich erwählt." „Mordaunt nutzt dich nur aus", sagte Paige noch einmal. „Er will die Macht des Schwertes für sich." „Du bist nicht wirklich die Auserwählte des Schwertes", erklärte Phoebe. „Das ist alles nur ein Trick." „Ich ... bin ... die ... Auserwählte", widersprach Piper und betonte jedes Wort. „Aber das wollt ihr nicht wahrhaben, oder?" „Vielleicht sollten wir von hier fortgehen", flüsterte Mordaunt Piper ins Ohr. Phoebe sah ihre Felle davonschwimmen. „Paige, tu was!", rief sie ohnmächtig. Paige wusste sich nicht anders zu helfen, aber da das Schwert anscheinend von Piper Besitz ergriffen hatte, musste sie sich die Waffe an ihrer Stelle aneignen. „Excalibur!", rief sie und befahl dem Schwert mental, zu ihr zu kommen. Die Waffe in Pipers Hand begann sich aufzulösen. Doch das blaue Funkeln erstarb Sekunden später, und Piper hielt Excalibur immer noch fest. „Versuch das nie wieder", sagte sie drohend. „Die Königin hat gesprochen", sagte Mordaunt. Mit diesen Worten lösten er und Piper sich in Luft auf.