Disclaimer: Die Jungs sind leider leider immer noch nicht meine.
A/N: Lang hats gedauert, aber die Story is nicht so schnell tot zu kriegen ;)
Vielen Dank fürs reviewen diesmal wieder an Missy, little-choco, Slytherene, Sturmwarnung, citrone, enlya, Joeli, irgendwie, engelchen89, Nutellamaedchen, Moons, schokowolf und Moony-Paddy-Prongs.
Und solltet ihr noch nicht genug haben von den beiden süßen dunkelhaarigen Rumtreibern schaut doch mal bei RheaLupin aka MissMoony vorbei oder bei little-choco. Die schreiben wunderschöne Storys! Reviewen bitte nicht vergessen, damit sie auch brav weiter schreiben ;)
James nippte an seiner Bierflasche. Sein Blick wanderte an Remus vorbei zurück zu der kleinen Geburtstagsgruppe, traf auf Sirius, der seinen Arm lachend um Ricks Schultern legte, und fand schnell zum dunklen Holz der Theke zurück.
Remus folgte seinem Blick und lächelte, als er sich wieder zu James umwandte. „Ich glaube nicht, dass du wirklich eifersüchtig zu sein brauchst."
James hob den Blick. „Ich bin nicht…ich meine…"
„Glaub mir.", unterbrach Remus sein Gestotter. „Ich kenne Sirius nun schon eine Weile und aus verschiedenen Gründen besser als du denkst. Er mag sein Lächeln in der Gegend verstreuen, gelegentlich auch seine Küsse, aber niemals sein Herz. Rick ist ein netter Zeitvertreib, aber nichts Tiefgehendes. Aber wenn Sirius tatsächlich sein Herz verschenkt, dann bringt ihn nichts so schnell in Versuchung. Sirius kann treu sein wie ein Hund, wenn er erst mal eine Beziehung hat. Und ich schätze, er hat wieder jemanden im Auge, auch wenn es offenbar gerade nicht nach seinem Kopf läuft, wenn ich mir ansehe wie er heute mit Rick zusammenhängt."
Remus nahm einen Schluck aus seiner Flasche und sah James an. „Was war da zwischen euch?"
„Nichts.", antwortete James ein wenig zu schnell.
„Verstehe.", sagte Remus und stellte seine Flasche auf dem Tresen an. „Da war was, aber da sollte deiner Meinung nach nichts gewesen sein."
„Wir haben nicht… ich meine…es war nur ein Kuss. Es war ein langer Tag… es hatte rein gar nichts zu bedeuten." James' Blick klebte ab seiner Bierflasche.
Remus lächelte. „Dein Herz sagt da was ganz anderes dazu, nicht wahr?"
James' Griff um die Flasche wurde fester.
„In wen wir uns verlieben entscheiden wir nie selbst."
„Aber ich steh nicht auf Männer."
„Und wenn er eine Frau wäre?"
James betrachtete schweigend die Holzmaserung der Theke.
„So oder so, James, er wäre der selbe Mensch. Dieselbe chaotische Seele." Remus legte eine Hand auf James' Schulter. „Vertrau auf dein Herz, James. Das weiß schon den richtigen Weg."
Damit ließ er James an der Bar stehen und ging zurück zu der Geburtstagsgruppe, die sich vor wenigen Augenblicken um einen Gast vergrößert hatte. Remus steuerte auf Benjy zu und küsste ihn zur Begrüßung. Ben zog ihn an sich und flüsterte ihm irgendetwas ins Ohr. Remus lächelte und küsste ihn erneut.
James' Blick wanderte abermals zu Sirius. Rick war mittlerweile von seiner Seite gewichen, um mit Angelina irgendein Thema zu diskutieren. Das Geburtstagskind hörte aufmerksam zu, nickte immer wieder zustimmend und kuschelte sich an Jo, die neben ihr saß und einen Arm um sie gelegt hatte.
Sirius lehnte an der Wand, die Augen geschlossen, und ließ die Musik, die immer noch aus dem Lautsprecher über der Theke tröpfelte, über sich hinwegwaschen. James wandte den Blick ab und starrte eine Weile auf seine Bierflasche, dann leerte er sie, durchquerte den Raum und trat durch eine kleine Seitentür hinaus auf die Terrasse am Dach des Gebäudes.
Es hatte zu regnen begonnen. Regentropfen sogen sich in James' dunkles T-Shirt und beschlugen seine Brille, als er weiter hinaustrat, sich an runden Tischen vorbeibewegte und schließlich ganz vorne an das unüberdachte Geländer lehnte. Wind zupfte an seinen Haaren und jagte einen Schauer über seine regenfeuchte Haut. Doch James kümmerte sich wenig um die Wetterlage.
Hatte Remus vielleicht Recht? War er tatsächlich verliebt?
Dachte er deshalb so häufig an Sirius?
Geriet sein Herz deshalb immer wieder ins stolpern, wenn er an ihn dachte?
Träumte er deshalb immer wieder von diesem Kuss?
Sehnte er sich deshalb nach Sirius' Nähe? Nach seiner Berührung? Seinen Lippen –
James seufzte und fuhr sich mit gespreizten Fingern durchs nasse Haar.
Im Grunde war es nicht möglich. Sirius war ein Mann, genau wie er und James sollte wirklich nicht –
„Du wirst dich erkälten, wenn du länger hier draußen rumstehst bei dem Wetter."
James zuckte zusammen und hob den Blick. Sirius lehnte sich neben James ans Geländer und blickte von der Dachterrasse hinunter auf London. Regen fing sich in seinem schwarzen Haar, durchnässte sein weißes Shirt. „Der Wind ist ziemlich kühl."
James nickte. Sein Blick folgte einem Regentropfen, der Sirius' Hals entlanglief und unter dem Kragen seines Shirts verschwand. Abermals lief ein Schauer über James' Rücken, wenn diesmal der Grund dafür auch nicht beim Wind zu suchen war. Er schlang die Arme um sich.
„Vielleicht sollten wir lieber wieder rein.", schlug Sirius mit einem Seitenblick auf James vor. Doch James schüttelte den Kopf. „Geh du nur, ich brauch noch etwas frische Luft."
Sirius ging jedoch nicht. Er musterte James einen Augenblick, dann öffnete der die Arme. „Komm her."
James zögerte einen Moment lang, doch die Aussicht auf etwas Wärme in dem kalten Nachtwind ließ seine Zweifel verstummen.
Sirius' Nähe war verwirrend und vertraut zugleich, aber die Wärme, die von seinem Körper ausging, tat unendlich gut und ließ ihn seine anfängliche Scheu bald vergessen. James legte den Kopf an Sirius' Schulter und vergrub seine kalte Nase in Sirius' Halsbeuge. Er schloss die Augen, als Sirius begann seinen Nacken zu streicheln.
Wie es wohl wäre Sirius' Haut unter seinen Fingerspitzen zu spüren? Die Wärme seiner Haut direkt an der seinen? Wie es wohl wäre mit Sirius –
Der Gedanke ließ James erneut einen Schauer über den Rücken laufen. Sirius spürte sein Zittern und schob James etwas von sich. „Das war eindeutig genug frische Luft."
James versuchte das Gefühl der Enttäuschung zu verdrängen, doch es verpuffte von ganz allein, als Sirius seine Hand nahm, um ihn zurück in den Gastraum zu ziehen. Er ließ sie erst wieder los, als sie an der Bar angelangt waren.
„Wir brauchen was zum Aufwärmen.", sagte Sirius zum Barkeeper und lehnte sich lässig an den Tresen.
„So seht ihr auch aus.", grinste dieser und stellte zwei mit bernsteinfarbener Flüssigkeit gefüllte Gläser auf die Theke.
Sirius nahm seines auf, brachte es kurz gegen James' Glas und trank es in einem Zug leer. James nippte vorsichtig an seinem und hustete. Das Getränkt brannte ihm in der Kehle und ließ ihm Tränen in die Augen steigen. Sirius lachte.
„Trink ihn in einem Zug, dann is der Feuerwhiskey nur hab so schlimm. Vertrau mir, er wärmt ordentlich durch."
James blinzelte, beäugte das Glas mit skeptischem Blick, führte es aber dennoch an die Lippen und stürzte die schimmernde Flüssigkeit hinunter. Wärme explodierte in seinem Magen und breitete sich kribbelnd in seinem Körper aus.
„Wow."
„Hats in sich, das Zeug.", grinste Sirius und zog seinen Zauberstab. Er sprach einen Zauber, um sie beide trocken zu legen, dann steckte er ihn wieder zurück in die Hosentasche.
„Da bist du ja." Rick schob sich breit grinsend neben Sirius an die Bar. „Wir wollten schon einen Suchtrupp losschicken."
„Wir waren nur etwas frische Luft schnappen.", antwortete Sirius mit diesem strahlenden Lächeln, das James so sehr an ihm mochte. Ein Lächeln, das er nun Rick schenkte. Die zuvor angenehme Wärme des Whiskeys schien sich nun in James' Magengegend zu sammeln und zu versuchen, ein Loch in seinen Magen zu brennen.
„Bei dem Regen? Hoffentlich erkältest du dich nicht." Rick strich Sirius eine Haarsträhne aus dem Gesicht. James unterdrückte das Bedürfnis seine Hand wegzuschlagen, wandte lieber den Blick ab und starrte in sein leeres Glas.
„Wäre gar nicht gut, wenn unser Frontsänger mit Mandelentzündung im Bett liegt.", schnurrte Rick weiter.
James schluckte und schloss die Augen.
„Wobei ich dann gerne vorbeikomme, um Pfleger zu spielen."
Hinter der Bar explodierte eine halbvolle Whiskeyflasche.
James öffnete die Augen und starrte erschrocken auf die Glasscherben und den Alkohol, der über die Ablage zu Boden tröpfelte. Der Barkeeper fluchte und zog den Zauberstab, um Pfütze und Splitter verschwinden zu lassen.
„Merlin, was war das denn?", fragte Rick und sah dem Barkeeper bei seinen Aufräumarbeiten zu.
„Keine Ahnung.", antwortete Sirius, aber James entging nicht, dass er ihm einen Seitenblick zuwarf.
„Ihr entschuldigt mich.", murmelte James, dann schob er sich durch den Ring der Schaulustigen, der sich um die Bar gebildet hatte, und verschwand in Richtung der Toiletten.
