Kapitel 11: Melina Castlereighn

Es war seltsam. Es war sehr seltsam. Jenny hatte nach langem hin und her Melina Castlereighns Rat befolgt und dafür gesorgt, dass sie mit Sirius unter vier Augen sprechen konnte. Sicher war nicht alles wieder in Ordnung, wie konnte es auch, aber es war so weit wieder alles in Ordnung. Das heißt, Sirius hatte mehr oder weniger ihre Entschuldigung angenommen und sie waren wieder Freunde, auch wenn Sirius meinte, dass er das nicht so schnell vergessen würde. Als Jenny jedoch wissen wollte warum, war er aufgestanden und gegangen. Inzwischen hatten die drei Mädchen öfter das vergnügen mit Melina Castlereighn, welche scheinbar ein unglaubliches Talent dazu hatte immer dann aufzutauchen wenn man vor einem Problem stand. Hinzu kam, dass sie scheinbar einen Remus, James und Sirius Findesinn hatte. Sie tauchte fast immer da auf wo die drei auch waren. Und den Mädchen kam es schon fast so vor, als würde sie alles wissen.

Lily verschränkte die Arme vor der Brut.

„Ich verstehe es nicht…. Ich meine dieses Mädchen geht seit nun mehr 6 Jahren auf diese Schule und sie ist mir noch nie so aufgefallen…."

James lachte und kratzte sich am Kopf.

„Ja ha… komisch nicht…"

Die Freunde waren in der Nähe des Sees und saßen dort unter einen Baum und wollten lernen. Nun ja letztendlich war das mit dem lernen nicht viel. Lily, Jenny, Sirius und James redeten mit mehr oder weniger großen Begeisterung über die Ravenclawschülerin welche zu ihrem Glück im Moment nicht in der Nähe war. Peter war nicht nur geistig sondern auch körperlich abwesend und die einzigen die lernten waren Liu und Remus. Welche damit eigentlich auch schnell fertig waren und kaum hatten sie die Bücher zugeschlagen war auch schon wieder eine weitere Person bei der Gruppe.

„Hi Leute." Lächelte Melina fröhlich.

„Du nervst Lina, merkst du das eigentlich?" meinte Sirius und verdrehte genervt die Augen.

„Ja, ich komme trotzdem…"

„Und warum?" wollte nun auch James wissen.

Melina grinste nur vielsagend, gab aber keine Antwort. Zum Glück oder Unglück, wie mans nimmt, der Jungs kam ein wütender Mr Damnit auf die Gruppe zu und wedelte mit etwas in der Hand das irgendwie aussah wie ein riesengroßer, bunter Zauberstab. Erst als er Näher bei ihnen war konnten sie erkennen, dass es eigentlich die Hausschlange von MR Damnit war. Rasend vor Wut fuhr dieser die drei anwesenden Jungs an.

„Ihr… ihr…"

„Wir?" entgegnete Sirius gelassen.

„Das ist entgültig das letzte Mal, dass ihr mir so eine verdammte Farblähmungsbombe in mein Zimmer legt in der Hoffnung das ich selber darein trete!"

„Wir waren doch die ganze Zeit hier, Professor." Versuchte es nun auch James.

Doch der Professor für Zaubertränke ließ sich auf diese Ausreden ganz und gar nicht ein.

„Mit kommen, alle drei!" befahl er nur und sein Ton ließ schließen dass sie lieber tun sollten was er sagte.

So standen die drei auf und folgten den wutentbrannten Lehrer in das Zimmer des Direktors welches alle drei wohl schon in und auswendig kannten. So war es wieder mal so weit, dass Lily, Liu und Jenny zusammen mit Melina unter einem Baum saßen und nicht so recht wussten was sie tun sollten. Nach einer längeren weile des Schweigens meinte Melina schließlich an Jenny gewandt.

„Das freut mich dass du meinen Rat angenommen hast und mit Siri geredet hast. Man merkt, dass es ihm gleich um einiges besser geht."

„Woher weißt du das denn nun schon wieder." Will Jenny erstaunt wissen.

Melina grinste nur und meinte locker.

„Seine Augen… sie haben es mir verraten, ach und Lily." Damit wandte sie sich an das rothaarige Mädchen.

„… James hat dir schon total verzieh'n…"

„Hat James dir das…"

Doch ihre Frage wurde durch ein heftiges Kopfschütteln von Melina unterbrochen und sie meinte wieder um.

„Die Augen…. James ist nicht schwer zu durchschauen wenn man ihn gut genug kennt."

„Ach und du glaubst, dass du ihn gut genug kennst, oder?" meint Lily etwas mürrisch.

Wieder nickte Melina nur.

„und woher kennst du James und Sirius so gut."

Nun blickte Melina etwas traurig zu Boden und meinte mit etwas trüb klingender Stimme:

„Wenn sie es euch nicht sagen woher ich sie so gut kenne habe ich kein recht es euch zu erzählen."

Fragend schauen sie Liu, Lily und Jenny an. Doch da plötzlich fiel Melina etwas ein und sie guckte Liu mit einem finsteren Blick an.

„Ach ja Liu… einen gut gemeinten Rat, lass die Finger von ihm, ich meine es nur gut… du läufst besser wenn du dir einen anderen suchst, der nicht so ein großes Geheimnis hat…"

Fragend sahen Lily und Jenny sich an und blickten dann zu Liu welche etwas betroffen zu Boden guckte. Um wen ging es eigentlich gerade? Doch bevor irgendwer etwas antworten konnte fügte Melina noch hinzu.

„Dazu kommt… er gehört mir!"

Liu sprang auf und blickte stinksauer auf Melina hinunter.

„Was heißt er gehört dir! Er gehört niemanden weder dir noch mir noch sonst wen! Was bist du eigentlich für eine besitzergreifende Person?"

„Hey ganz ruhig Liu-Maus. Kein Grund gleich auszurasten…." Grinste Melina und Liu setzte sich mit hochroten Kopf wieder hin.

„Vielleicht sollte ich ihn vor der temperamentvollen Dame warnen die ihn so tapfer verteidigt."

"Nein, das sagst du ihn nicht!"

„Ähm, hallo… um wen geht's eigentlich gerade?" fragte Jenny vorsichtig nach.

„Um niemanden!" zischte Liu schnell was Melina wieder zum grinsen brachte.

Schnell jedoch wurde ihre Miene wieder ernst und sie meinte abermals an Liu gewandt.

„Trotzdem pass auf… wer mit dem Feuer spielt verbrennt sich schnell die Finger…"

Mit diesen Worten stand Melina auf und bevor sie ging meinte sie noch einmal zu Lily:

„Ach ja, Rotschopf, wenn ich dir 'n Tipp geben darf… James hat in zwei Wochen Geburtstag, nur falls du es vergessen haben solltest. Und noch ein Geheimtipp: James liebt die Sauerkirschdrops aus dem Honigtopf."

Sie zwinkert noch und will abermals gehen doch dieses Mal ist Lily schneller und stellt sich vor sie um sie aufzuhalten. Ernst blickt sie sie an.

„Ich weiß nicht wirklich wer du bist und was du mit den Rumtreibern zu schaffen hast, aber eines will ich nun von dir wissen, woher weißt du dass alles? Du weißt wann James, Remus und Sirius Geburtstag haben, du weißt was sie mögen und nicht mögen, du kennst jedes Buch dass sie gelesen haben, was man bei Remus erst mal schaffen muss, du kennst Geheimnisse von ihnen die noch nicht einmal ich weiß und das obwohl ich nun schon lange ihre beste Freundin bin und noch dazu kommt, dass ich dich genau in diesen Jahren noch nie wirklich gesehen habe, also wie kommt das?"

Melina legt Lily die Hände auf die Schultern und schaut ihr tief in die leuchtend grünen Augen. Ihr Gesicht wirkte trotz des Lächelns auf ihren roten Lippen, merkwürdig traurig und sie meint nur:

„Lily, ich kenne sie so gut weil…" doch da biss sie sich auf die Lippe und schüttelte den Kopf.

„nein, das sagen euch die drei am besten selber, nicht ich…"

Damit geht sie um Lily herum und verschwindet.

Es war so weit, die sechs Freunde standen sich gegenüber, von Peter wie so oft in letzter Zeit keine Spur. Die Jungs guckten alle ein wenig benommen drein. Jetzt war es wohl so weit. Die Frage aller Fragen war gestellt worden.

„Woher weiß Melina Castlereighn so viel über euch?"

„Sie fantasiert… sie leidet unter Realitätsverlust!"

Es dauerte eine Weile bis James und Sirius gleichzeitig auf den jeweils anderen zeigen und zur gleichen Zeit, wie aus einen Mund meinen.

„Sie ist seine Ex-Freundin!"

Während Lily glaubte sie habe sich verhört fragte Jenny nach.

„Wessen Ex-Freundin?"

Wieder sprachen beide vollkommen synchron.

„Na seine!"

Aufgrund des vollkommen verwirrten Blickes der beiden Mädchen und auch Lius Gesicht hüllte sich in Verwirrtheit, mischte sich Remus ein und meinte:

„Nun, Melina ist die Ex- Freundin von James und Melina ist die Ex-Freundin von Sirius."

Jenny und Lily klappte förmlich der Mund runter. Sirius und James dagegen schien diese Tatsache in gewisser weise peinlich zu sein und kaum das jemand etwas sagen hätte kommen klebte plötzlich ein Mädchen mit langen bunten Haaren und zu kurzer blauer Schuluniform an Remus und meint giggelnd:

„Und Melina ist Remus' Zukünftige-Freundin."

Remus drückte sie leicht weg und meinte mit trockener Stimme:

„Wo wir wieder beim Realitätsverlust wären…"

„Wo kommst du eigentlich schon wieder her?" fährt sie Sirius an.

„Bin immer in der Nähe!"

„Ja das merke ich…"

„Was willst du Meli?" fragte nun auch James.

Melina grinste nur und sie guckte Liu etwas fies an bis sie schließlich zu Remus meinte:

„Ich muss mit dir reden Moony, kommst du mit?"

Wobei sie den Namen Moony sehr deutlich betonte. Remus ließ eine Augenbraue nach oben wandern und guckte das Mädchen mit einen sehr seltsamen Blick an. Dennoch nickte er und die beiden entfernten sich so weit von den Freunden dass man nicht mehr hören konnte was sie sagen.

„Was sie wohl mit ihm zu bereden hat?" fragte Lily mehr sich als die anderen.

„So genau will ich das glaube ich gar nicht wissen…" meinte Sirius etwas verärgert.

„Wie kommt es eigentlich dass ihr beide das selbe Mädchen als Freundin hattet." Meinte Jenny mehr beiläufig.

James und Sirius sahen sich sehr ernst an.

„Andere Gesichte…"

Liu starrte wie gebannt auf die beiden am Seeufer. Melinas Worte hallten in ihrem Kopf. Sie hätte einen unglaublich finsteren Blick, was die Freunde auch bemerkten.

„Liu alles in Ordnung? Was starrst du denn so zu Melina und Remus rüber?"

„Nichts!" fauchte sie nur.

Die anderen wichen erschrocken zurück.

„Ist ja gut…"

„Also, was ist?" fragte Remus ungeduldig.

Melina schaut erst ein wenig über den See, dann zu den Freunden rüber. Sie sah auch noch von weiten wie finster Liu zu ihnen rüberguckte. Sie grinste nur und ging näher an Remus heran.

„Gut, machen wir es kurz, Remi-boy.."

Sie schlang ihre Arme um seinen Hals und ignorierte, dass Remus sichtlich was dagegen hatte. Sie beugte sich zu ihm vor und obwohl niemand in Hörweite war, flüsterte sie nur in Remus' Ohr.

„Ich weiß wer du bist…"

Remus' Augen weiteten sich leicht und er hörte auf sich gegen ihre Umarmung zu wehren. Konnte es etwa sein dass? Melina war total ernst, sie grinste nicht. Sie meinte es ernst.

„Oder soll ich besser sagen… was du bist…"

Remus verfiel in eine Art Schock. Das konnte nicht sein. Sie konnte nicht wissen, dass er… dass er… ein Werwolf war.