Hey ho!

Sorry, dass ich euch so lange darauf habe warten lassen, aber es ging nicht schneller. Ich musste einen Vortrag halten und wir haben dermaßen viele HÜ's geschrieben, dass ich sie euch jetzt im Nachhinein gar nicht mehr aufzählen kann.

Und obwohl es so lange gedauert hat, eine Frage: WARUM NUR SO WENIGE REVIEWS? Es muss doch noch ein paar herzensgute Menschen auf diesem Planeten geben, die Mitleid mit einer armen, kleinen, geplagten Ff-Autorin hat!

:sich suchend umschau:

:nirgends auch nur einen entdeck:

:seufz: Kein Wunder...

Also, für das Chappi will ich mindestens vier Reviews, verstanden? Und verlasst euch nicht auf andere!

Kapitel 11

Silith rannte wie schon so oft in den letzen Tagen zum Hof und was sie dort sah, ließ ihr Herz für einige Momente stehen.

Sie hatte gehofft noch etwas Zeit zu haben, bis er auftauchte, doch er richtete sich nicht nach den Hoffnungen anderer. Er sah sie viel zu gerne verzweifelt.

Lydon saß auf einem Fass an der gegenüberliegenden Seite und beobachtete das Geschehen mit einem diabolischen Grinsen auf den Lippen. Dass etliche Bogenschützen um ihn herum Stellung bezogen, kümmerte ihn nicht im Geringsten.

Als er sie entdeckte, stand er auf und ging einfach zwischen ihnen hindurch.

°Ah, endlich! Ich habe schon gedacht, du würdest nicht mehr auftauchen!°, sagte er in einem Plauderton, dass man hätte meinen können, er und Silith wären alte Freunde. °Und hast du es dir überlegt? Genügend Zeit hattest du ja!°

Silith erschauderte innerlich. Die paar Tage nannte er genügend Zeit! Nicht einmal die Ewigkeit wäre genug gewesen um so etwas zu überdenken, obwohl die Antwort eigentlich schon feststand.

°Nein.°

°Was? Du hast es dir noch nicht überlegt? Jetzt bin ich aber enttäuscht von dir!° Er verzog sein Gesicht zu einer schmollenden Maske.

°Nein, das meinte ich nicht.° Sie nahm allen Mut zusammen. °Ich werde dir meine Magie nicht geben. Ich darf es nicht. Jeder andere Ainu i Amdir hätte an meiner Stelle genauso gehandelt, deshalb kannst du es mir auch nicht ausreden.°

°Mmh... das ist schade... dabei hatte ich gehofft, dass du genau so viel Einsicht zeigen würdest wie dein Vater. Er...°

°Er hatte den Blick für die Realität verloren. Und das schon vor Jahrhunderten.°

°Den Blick für die Realität verloren? Nein, mein Engelchen, er wusste sehr wohl, was er tat und warum er es tat. Er hat im Gegensatz zu dir erkannt, dass die Magie einem ungeheure Macht gibt, die es gilt einzusetzen.°

°Um damit andere Völker leiden zu lassen, meinst du!°, fauchte Silith und trat ein paar Schritte auf ihn zu. Ein Gutes hatten die drei Tage Ruhe bei ihr hervorgerufen: Sie war nun nicht mehr so verängstigt, dass sie sich einfach nur zurückzog und weglief.

°Wenn sie nicht erkennen, was gut für sie ist, bleibt einem doch nichts anderes übrig, als sie zurechtzuweisen!°, antwortete Lydon gelassen.

°Und ihr überseht einfach die Tatsache, dass Elben, Zwerge und Menschen die freien Völker Mittelerdes sind? Das ist krank!°

°Bezeichne es wie du willst, Engelchen, auch du wirst es in nicht all zu langer Zeit verstehen und diese Meinung auch vertreten.°

°Niemals!°

°Wie du willst!° Lydon hob eine Hand, sodass sie mit der Innenfläche gen Himmel zeigte. °Ich gebe dir noch eine Chance es zu überdenken. Wenn du danach noch nicht bereit bist mir deine Magie und den Engelsstein zu geben, werde ich dich töten müssen.° Er sprach dies mit so einer Kälte aus, dass sich Silith sicher war, dass er es ernst meinte. Verdammt ernst.

Lydon schloss die Augen und wandte sein Gesicht ebenfalls dem Himmel zu. Er sprach ein paar unverständliche Worte und dann geschah etwas, das Silith nie erwartet hätte.

Er änderte das Wetter! Und zwar ohne die Hilfe der Naturgeister, die dazu nötig war. Nein, er vertrieb sie sogar grausamst aus ihrem Element!

Silith dröhnte der Kopf von den Schmerzens- und Wutschreien. Verdammt, woher nahm er nur das Recht dazu?

Sie selbst als Idiotin schimpfend, gab sie sich die Antwort. Er selbst war in diesem Moment das Gesetz und sie nichts weiter als eine kleine Ungehobenheit, die es zu beseitigen galt.

Gut, wenn das so war... Dieses Spiel kannte sie zur genüge. Immerhin war sie nicht ohne Grund jahrelang ihrem Vater auf die Nerven gegangen.

Mental bot sie den wenigen Geistern, die sich noch in ihrer Nähe befanden Schutz an und fast alle folgten ihrem Angebot. Insgesamt waren es nur sechs, die Lydon etwas länger hatten widerstehen können, aber immerhin: Sie war nun nicht allein.

Um sie herum herrschte nun eine sanfte, warme Brise, die leicht nach Zimt roch. Während am Himmel nun ein Sturm tobte, wie es ihn lange nicht mehr gegeben hatte, wurde Silith von einer Wärme umgeben, die ihr Halt gab in dieser verkorksten Situation.

°Du siehst, wozu ich fähig bin. Also, wie lautet deine Antwort?°

°Nein.°

°Dann werde ich dich töten müssen.°

Irrte sich Silith, oder schwang tatsächlich ein wenig Bedauerung in seiner Stimme mit. Nein, das konnte nicht sein. Das war unmöglich.

°Dann tu, was du nicht lassen kannst.°

Lydon knurrte leise und trat ein paar Schritte auf sie zu. In seiner Hand hielt er nun einen kleinen Dolch, dessen Klinge leicht gezackt war. °Wie du willst...°

Er hob seine Hand und wollte schon zustechen, als sich jemand dazwischenwarf. Er erstarrte mitten in der Bewegung und sah den Elben verwundert an. °Was...?°

Auch Silith ging es nicht anders. „Legolas... was...?", stotterte sie.

„Glaubst du, ich lasse es einfach so zu, dass er dich umbringt? Glaubst du irgendjemand auf dem Hof würde das zulassen?", fragte er leise.

Silith schluckte den Klos herunter, der sich in ihrem Hals gebildet hatte, während Legolas sprach. „Nein, aber..."

„Dann verstehst du auch, warum ich hier stehe!"

Lydon war während der leisen Unterhaltung ein paar Schritte zurückgetreten und musterte Silith und Legolas abschätzend. Schließlich verzogen sich seine Lippen zu einem spöttischen Grinsen. °Oh, wie süß! Du scheinst endlich jemanden gefunden zu haben, der dein Herz erobert hat!°, spottete er.

Während Legolas ihn verständnislos ansah, griff eine eisige Kälte nach Siliths Herz. Sie verfluchte sich selbst dafür, dass sie nicht besser darauf aufgepasst hatte, was sie gesagt hatte. So hatte sie ihm nur noch einen weiteren Angriffspunkt geliefert.

„Was hat er gesagt?", fragte Legolas, doch sie gab ihm keine Antwort. „Silith!"

°Sag es ihm schon! °, forderte sie nun auch Lydon auf. °Es wäre doch zu schade, wenn du sterben würdest, ohne es ihm gesagt zu haben!°

°Nein!°, sagte sie bestimmt und trat hinter Legolas hervor.

Er sah sie abschätzend an und zuckte schließlich mit den Schultern. °Wenn du es nicht tust, werde ich es ihm eben sagen.°

°Nein!°, wiederholte sie.

Er grinste teuflisch und wollte schon zum Sprechen ansetzten, doch kein Wort entkam seinem Mund.

°Es scheint, als wärst du doch nicht allmächtig!°, flötete Silith und sah ihn mit hasserfüllten Augen an. °Damit eins klar ist: Du wirst keinem der Personen, die hier versammelt sind, auch nur das kleinste bisschen Leid antun. Verstanden?°

Lydon fuhr sich mit einer Hand über den Mund, doch den Zauber, den er währenddessen in Gedanken aussprach wirkte nicht. Wütend hob er ein weiteres Mal die Hand und richtete sie auf einen jungen Stallburschen, der eines der Pferde aus dem Stall versuchte zu beruhigen.

°Das wagst du nicht!°, knurrte Silith.

Lydons Blick hingegen sprach Bände. ‚Wollen wir wetten?', schien er zu fragen. Einen Moment später schoss ein Magieball auf den ahnungslosen Jungen zu.

°NEIN!°, schrei Silith und warf sich dazwischen, bevor auch nur jemand auf dem Hof die Chance hatte zu reagieren. Sie sah noch den geschockten Ausdruck in den Augen der anderen, dann nahm sie nur noch die fremde Magie wahr, die wie Feuer über ihre Haut stürmte.

Ohne ihre eigenen wäre sie zerdrückt worden, von dieser gewaltigen Menge, die wie ein Sturm um sie herum tobte. Doch so war sie nur leicht geschwächt, nachdem die Magie abgeschwächt war.

Leicht außer Atem stand sie nun dort, mitten im Hof, und lieferte sich mit Lydon ein Blickduell. Er schien nicht sonderlich überrascht darüber zu sein, dass sie sich dazwischen geworfen hatte. Nein, es schien, als hätte er es erwartet.

Mit einem fiesen Grinsen hob er erneut die Hand und ließ wieder einen ganzen Strom seiner Magie frei. Dieses Mal sogar noch mehr, als beim letzten Mal. Er schien es darauf anzulegen, sie mit seiner Kraft einfach wie zwischen zwei Mühlsteinen zu zermahlen.

Und sie... sie konnte nicht ausweichen, da es sonst den Stallburschen erwischt hätte. Angriff um Angriff widerstand sie seiner Magie, bis sie schließlich erschöpft zu Boden sank.

°Verdammt!°, murmelte sie leise.

°Es kommt mir so vor, als wärst du am Ende, mein Engel. Willst du es dir nicht noch einmal überlegen?°, fragte Lydon. Wie es aussah, hatte ihr Zauber aufgehört zu wirken, was auch daran lag, dass sie sich einfach nicht mehr konzentrieren konnte.

°Nie und nimmer!°, keuchte sie, immer noch am Boden kniend.

°Dann verabschiede dich endgültig!° Dieses Mal hob er beide Hände um die Magie freizulassen. Diese Art zu kämpfen, die er bevorzugte und nun auch anwandte, war eine der einfachsten jedoch auch wirkungsvollsten. Die Ainu i Amdir wandten sie eigentlich nur im Notfall an, doch er gehörte ja zum Glück nicht zu diesem schwachen Volk.

Lydon grinste hämisch und ließ seine Magie frei. Wie ein Orkan tobte se um Silith herum und keiner der Anwesenden zweifelte daran, dass sie das nicht überleben würde.

A/N: Das wäre jetzt doch eine wunderbare Stelle um aufzuhören, was meint ihr?

Aber so fies bin ich nicht... im Moment...

Doch sie hatten nicht mit den Naturgeistern gerechnet, die bei Silith und ihrer Magie Schutz gesucht und gefunden hatten.

Sie bildeten einen Schutzschild um sie, der verhinderte, dass auch nur das kleinste bisschen der teuflischen Macht zu Silith durchdringen und ihr Schaden zufügen konnte.

Es sah sonderbar aus, wie Silith dort auf dem Boden kniete, umgeben von einer hellen Kuppel und um sie herum der eisblaue Strom der Magie toste.

Während außerhalb der Kuppel ein ohrenbetäubendes Getöse herrschte, war es innerhalb des Lichtschildes totenstill. Nicht ein Geräusch drang von außen herein.

Auf einmal erschien vor Silith eine kleine Gestalt. Sie war gerade mal so groß wie Siliths kleiner Finger und alles an ihr erschien weiß zu sein. Diese Gestalt hob nun ihre winzigen Hände und hielt ihr etwas entgegen, von dem sie nicht erkennen konnte, was es war.

Silith, die immer noch leicht benebelt von den Angriffen war, dachte nicht weiter nach und nahm das, was ihr die Gestalt entgegenstreckte einfach so entgegen. Kaum war der Gegenstand, der höchstens die Größe ihres kleinen Fingernagels hatte, in ihrer Hand, löste sich das weiße Wesen wieder in Luft auf.

‚Was war das?', fragte sie sich, doch eine Antwort konnte sie sich nicht geben. Stattdessen besah sie sich den Gegenstand und hätte ihn beinahe fallen gelassen, als sie ihn erkannt hatte. Das konnte nicht wahr sein! Wer vertraute ihr so etwas an? Wer war so lebensmüde und vertraute ihr so eine Kostbarkeit an?

Doch bevor sie weiter darüber nachdenken konnte, löste sich die Kuppel um sie herum auf und sie war den Resten der Magie ausgesetzt, die noch in der Luft umherschwirrten. Und obwohl es die Überbleibsel waren, war es doch so viel, dass Silith gepeinigt aufschrie.

Es war, als würde sich die Magie in sie hineinbrennen und ihre eigene, die so etwas wie ein Lebenselixier für sie war, aus ihr hinaussaugen.

°Es sieht so aus, als hätten deine Freunde die Naturgeister aufgegeben. Jetzt bist du fällig!°, lachte Lydon. Doch bevor er seine Worte in die Tat umsetzen konnte, fiel ihm ein gewisser schwarzer Stein auf, der neben Silith auf dem Boden lag. °Der Alchatar...°

Silith, die aufgrund der letzten Attacke fast schon auf dem Boden gelegen hatte, raffte sich so weit auf, dass sie wieder auf ihren Füßen stand, wenn auch nicht sehr standfest. Sie nahm den Alchatar vom Boden auf und hielt ihn beschützend in ihren Händen.

°Du wirst diesen Stein nicht bekommen, so lange ich noch am Leben bin!°, sagte sie, obwohl ihr klar war, dass das Leben nicht mehr sonderlich lange in ihr wohnen würde. Es stand schon so gut wie fest, nein, es war unvermeidbar, dass Lydon sie besiegen würde.

Sie hatte nie auch nur den Hauch einer Chance gehabt.

Genau das war auch Lydon klar. Er lachte. Lachte über ihre maßlose Unterlegenheit.

°Du siehst es wohl immer noch nicht ein! Sobald ich dich getötet habe, wird der Stein mir gehören und somit auch die ganze Magie, die in ihm wohnt! Kapier es endlich! Du hast verloren!°

Doch auf einmal war sich Silith gar nicht mehr so sicher, dass sie verloren hatte. Wenn sie ehrlich war, glaubte sie, dass Lydon soeben selbst den Hinweis darauf gegeben hatte, wie sie ihn vernichten konnte. Auch wenn das ihren eigenen Tod bedeuten sollte.

Sie sah auf den Stein in ihrer Hand. Wenn das die einzige Möglichkeit war, Lydon aufzuhalten, musste sie es tun, auch wenn sie es tief in ihrem Inneren bedauerte.

Sie nahm den Dolch, den Lydon irgendwann hatte fallen lassen und ließ sich langsam zu Boden sinken.

Sie legte den Stein direkt vor sich, sodass sie ihn noch einmal in seiner ganzen Schönheit bestaunen konnte. Denn schön war er, das stand außer frage, auch wenn er sich mehr als nur verdunkelt hatte.

°Es tut mir Leid°, murmelte sie leise, bevor sie den Dolch hob und mit diesem genau in die Mitte des Steines stach.

Sofort spürte sie ein Reißen in ihrem Inneren, das alle bisherigen Qualen bei weitem übertraf. Sie sah noch ein letztes Mal zu Legolas.

„Es tut mir Leid", flüsterte sie wieder, dieses Mal jedoch in der Allgemeinsprache. Sie hätte es ihm sagen sollen, als noch Zeit gewesen wäre.

Die anderen beobachteten mit Schrecken, was sich vor ihren Augen abspielte. Es tat ihnen im Herzen weh, wie Silith immer wieder die Magie von Lydon abfing, nur damit sie keinen von ihnen traf.

Sie verstanden zwar nicht, worüber sich Silith und Lydon unterhielten, doch der Sinn war klar... Silith würde verlieren...

Als sie sich dann zu Boden kniete und den Dolch ergriff, dachten sie alle ohne Ausnahme, sie würde Selbstmord begehen. Doch wider Erwarten stach sie nicht in ihr Herz sondern in das Herz des Steines, auf dessen Oberfläche sich fast augenblicklich feine Risse bildeten, durch die strahlend blaues Licht drang.

Sie sahen, wie Silith den Dolch neben sich fallen ließ und ermattet auf ihre Fersen zurücksank.

Sie sahen auch, wie Lydon verzweifelt versuchte den Stein mit seiner Magie zusammenzuhalten und wie er dabei kläglich scheiterte.

Sie sahen, wie sowohl Lydon und Silith sich das Herz hielten, als hätten sie einen Herzinfakt.

Dann sahen sie nichts mehr...

Helles Licht versperrte ihnen die Sicht...

Es dauerte eine Weile, bis sich dieses Licht wieder abschwächte und selbst dann waren ihre Augen noch zu sehr geblendet, als dass sie etwas hätten sehen können.

Schließlich hörten sie einen verzweifelten Aufschrei, der von niemand anderem als Legolas stammte. Er hatte sich in weiser Voraussicht die Hände vor das Gesicht gehalten und war somit einer der Ersten, die wieder etwas erkennen konnten...

Doch was er dort sah, gefiel ihm nicht im Geringsten.

Lydon lag tot am Boden...

Doch das beachtete er nicht.

Der Alchatar war zersplittert...

Doch auch das interessierte ihn nicht.

Was ihm das Herz zerbrach war Silith, die tot am Boden lag...

Ende Kapitel 12

So, ich hoffe, ihr erinnert euch noch an meine Vorrede und schreibt gaaaaanz viele Reviews.

Wenn ihr das nämlich nicht macht, werde ich die böse Autorin spielen und ein mehr als schlechtes Ende einbauen...

Ihr habt es in der Hand!