Sirius lag in seinem Bett und schlief friedlich, als sie ohne zu klopfen herein stürzte. Er wurde von ihrem Heulen sofort wach und sprang auf. "Was zum-", er erkannte Lily und starrte sie an.

"Er ist verrückt geworden."; schluchzte sie. "Er - er denkt... Sirius, was mache ich jetzt?", er zog seine Augenbrauen herauf.

"Was?"; hakte er nach.

"Er glaubt mir nicht.", heulte sie. "Was soll ich nur tun? Wie kann ich ihn überzeugen? Ich wollte doch nicht-", als sie begann, hin und her zu laufen, da griff er nach ihren Handgelenken und hielt sie sofort wieder an.

"Was ist passiert, Lily?", fragte er ungeduldig.

"Er hat es in den falschen Hals bekommen."; schluchzte sie. "Ich habe nur gefragt ob er nicht eine Therapie machen will, damit wir zusammen sein können..."; er stöhnte.

"Das ist nicht dein Ernst.", maulte er.

"Ich bin so blöd. Ich habe gesagt, ich warte auf ihn und jetzt habe ich ihn gedrängt...", schluchzte sie hilflos. Er seufzte und schlang seine Arme jetzt um sie. "Er hat total überreagiert, Sirius, er denkt, du hättest mir irgendetwas versprochen, damit ich her komme und ihn überrede.", darauf reagierte er nicht.

"Das war tatsächlich blöd...", sagte er nur.

"Du glaubst mir doch, oder? Ich - ich habe ihm das nicht vor gespielt, ich liebe ihn, ich würde ihn nicht verletzen wollen!", er streichelte beruhigend über ihre Haare.

"Ich weiss, schon gut, Lily."; flüsterte er.

"Ich bin so blöd! Ich hätte ihn nicht fragen sollen... Was mache ich jetzt nur?", es tat gut, dass Sirius seine Arme um sie gelegt hatte und sie fest hielt. Etwas, wozu James leider häufig nicht in der Lage war.

"Mach dir keine Sorgen, Liebes, er wird sich beruhigen, dann kannst du mit ihm reden."; versprach er. Sie schniefte nur und drückte ihr Gesicht gegen seine Schulter. "Willst du hier schlafen?", fragte er zögerlich.

"Ich bin so verwirrt, Sirius, magst du mich jetzt, oder nicht?"; flüsterte sie und ihre Schultern zuckten wieder. "Du änderst jeden Tag deine Meinung. Dann bist du für mich, dann willst du, dass ich endlich ab haue...", ihr kamen erneut die Tränen. "Und... Und wenn ich ihn nicht davon überzeugen kann, dass ich das so gar nicht gemeint habe, dann..."

"Ach komm, Lily, gib ihm ein paar Stunden, um sich zu beruhigen, es wird alles gut.", flüsterte er in ihr Ohr.

Dies war die schlimmste Nacht ihres Lebens gewesen. Sie war für einen Moment wie benommen, als sie ihre Augen auf schlug. Sirius lag neben ihr im Bett und schlief, aber sie waren beide vollständig bekleidet. Sie stöhnte, als sie sich wieder an den Streit mit James erinnerte und löste sich aus Sirius' Armen. Davon wurde er wach. "Wohin gehst du?", fragte er undeutlich.

"Uh - Frühstück machen.", meinte sie.

"Ach so.", er gähnte. "Soll ich dir helfen?"

"Mh... Nein, ich - ich gehe vorher und rede mit James.", flüsterte sie verlegen. Er schnalzte mit seiner Zunge.

"Lieber nicht.", meinte er. "Mach lieber Waffeln und überrede ihn nach dem Genuss deiner herrlichen Waffeln. Mh... Waffeln.", er raffte sich auf. "Ich will Waffeln.", stellte er dann fest.

"Sirius, kannst du bitte ernst bleiben?"; fragte sie ihn schnaubend. "Warum soll ich nicht-"

"Weil er besser gelaunt sein wird, wenn er Waffeln hatte."; erwiderte Sirius nur und zuckte mit seinen Schultern, während er durch seine Haare fuhr. "Komm schon, Lily, du kennst ihn doch. Sachte, ganz sachte..."

Sie ging zusammen in die Küche und Lily machte Frühstück, während Sirius den Tisch deckte, erst, als sie einen ganzen Teller voller Waffeln auf ihr fertig hatte, drehte sie sich zu Sirius um. "Ich gehe und rede mit ihm.", beschloss sie und häufte ein paar Waffeln auf seinen Teller. "Ich - uh - ich gehe und bringe ihm Waffeln und rede mit ihm. Er wird sich beruhigen und eine Waffel essen und - uh...", sie stöhnte.

"Willst du, dass ich vorher mit ihm spreche?"; sie schüttelte ihren Kopf.

"Nein."; sagte sie. "Ich will dich nicht vor schicken, das wird ihn nur verletzen.", sie nahm den Teller und verliess die Küche, um die Treppen herauf in James Zimmer zu gehen. Sie klopfte. "James?", fragte sie deutlich.

"Geh weg.", verlangte er, aber sie öffnete die Tür. Er sass an seinem Schreibtisch und blätterte in einem Magazin. "Du sollst gehen."

Lily setzte sich auf seinen Schreibtisch und stellte die Waffeln auf sein Magazin, die zog er seine Augenbrauen herauf und verschränkte seine Arme. "Ich hatte gehofft, wir könnten in Ruhe miteinander reden, James.", sagte sie. Ihre Finger zitterten, als sie vorsichtig über seine Schläfe streichelte. Er zuckte zur Seite.

"Es gibt nichts mehr zu reden.", erwiderte er tonlos. "Ich habe mich vollkommen zum Affen gemacht."

"Hast du nicht, Liebling."; sagte sie.

"Du musst mir nichts vor spielen.", flüsterte er zurück. "Ich habe es begriffen... Ich bin so ein Idiot gewesen.", er sah sie immer noch nicht an, da griff sie unter sein Kinn und zwang ihn dazu. Er stöhnte. "Du quälst mich so sehr, Lily...", da küsste sie ihn vorsichtig.

"James, ich liebe dich.", beteuerte sie. "Wirklich. Versprochen. Und da ist kein Plan gewesen, dich zu überlisten. Wenn du keine Therapie machen willst, dann musst du nicht, okay? Ich habe nur gefragt.", er räusperte sich. "Ich werde trotzdem auf dich warten.", sie streichelte jetzt über seine Wange. "Komm schon, Liebling, vertraue mir doch.", bat sie. Er stöhnte und seufzte, dann schob er seine Wange näher an ihre Hand. "Wirklich?", flüsterte er.

"Wirklich. Iss jetzt deine Waffeln und sei nicht mehr böse auf mich.", bat sie ihn. "Glaubst du mir?", fragte sie noch, um wirklich sicher zu gehen.

"Ja, okay...", flüsterte er, stöhnte dann aber erneut und warf ihr einen schmerzlichen Blick zu, da schossen ihr ein weiteres Mal Tränen in die Augen, sie sagte aber nichts. Er hatte sie angelogen. Er glaubte ihr kein Wort. Mit zitternden Fingern fuhr sie durch seine Haare, dann beugte sie sich zu ihm und küsste ihn. "Siehst du gleich nach Scarlett? Ich..."

"Mache ich.", sagte er nur und starrte die Waffeln unglücklich an.

"Du hast keinen Hunger, nicht wahr?", fragte sie ihn. Er zuckte mit seinen Schultern.

"Ich esse sie später, Lily.", sagte er. Es tat schon weh, dass er Lily sagte. Sie rutschte von seinem Tisch auf seinen Schoss, woraufhin sie tief durchatmete, trotzdem schlang sie ihre Arme um ihn. "Ich verspreche doch, ich esse sie später.", sagte er wieder.

"Ja.", machte sie.

Sie schwiegen eine Weile und sie brauchte kurz, um sich zu fassen. Er legte nicht einmal seine Arme um sie, während sie auf seinem Schoss sass und sich fest an ihn klammerte. "Du hast vielleicht Recht, weisst du.", meinte er. "Besser, wir gehen nicht aus in Hogwarts.", da stöhnte sie und stand endlich auf.

"Okay.", flüsterte sie. "Kommst du bald zum Frühstück?", er nickte, bewegte sich aber nicht. "Gut, dann...", Gott sei Dank wurde der peinliche Moment unterbrochen, als es an die Tür klopfte und Mrs Potter eintrat. Lily stöhnte verlegen und räusperte sich wieder. "Gut, dann sehe ich dich in der Küche."; würgte sie hervor. Ihre Stimme war plötzlich ganz hoch und die Worte waren eher überstürzt aus ihrem Mund gestolpert. Mrs Potter wurde rot und trat zur Seite, als Lily an ihr vorbei ging.

Mr Potter und Sirius sassen in der Küche und assen Waffeln. "Wo ist Scarlett?"; fragte Sirius.

"Uh - James wird sie wecken. Ich würde es bevorzugen, ihr aus dem Weg zu gehen nach gestern Abend.", sagte Lily.

"Ihr habt euch doch vertragen, oder? James und du?", fragte Sirius verwundert, als er ihre Stimme hörte. Sie hatte es auch gehört. Mr Potter sah auf.

"Ich habe die beiden doch gehört.", rutschte es ihm heraus und sie wurde knallrot. "Uh - ich habe nichts gehört.", log er daraufhin sofort, aber Lily brach nur noch in Tränen aus. Sirius stöhnte.

"Gut gemacht, Dad."; maulte er. "Ich habe die beiden auch gehört, man muss sie aber trotzdem nicht mit dem Kopf darauf stossen. Und zu deiner Information, sie haben danach gestritten.", fügte er hinzu. Lily stand nur hilflos in der Küche und schluchzte, ehe Sirius aufstand und seine Arme um sie legte.

"Ich ertrage das einfach nicht mehr!", heulte sie. "Er hat mich angelogen, er glaubt mir kein Wort! Ich... Ich - was soll ich denn nur tun?", er atmete tief durch.

"Schon gut, er wird sich wieder abregen.", sagte er.

"Ich - nein, ich ertrage das nicht mehr.", urplötzlich war sie wieder ganz ruhig, er zog seine Augenbrauen herauf, als sie sich von ihm löste. "Ich kann nicht mehr. Bis später im Zug.", er starrte sie an.

"Mach das nicht, Lily.", bat er sie. "Das wird ihn nur noch unerträglicher machen!", sie schüttelte ihren Kopf.

"Aber ich kann nicht mehr, Sirius, ich kann es einfach nicht mehr ertragen! Ich muss jetzt gehen.", Mr Potter starrte sie ebenfalls sprachlos an. "Ich... Es tut mir Leid. Ich habe gesagt, ich würde bleiben und ihn nicht verlassen, aber genau das will er doch! Er ist doch der festen Meinung, er hat mich nicht verdient, er tut mir weh, damit ich gehe und er nicht von mir verletzt werden kann, aber es ist schon längst zu spät, wir werden uns immer nur weh tun.", sagte sie ganz aufgebracht.

"Aber - aber Lily, was soll ich ihm denn nur sagen?", fragte Sirius sie.

"Keine Ahnung.", erwiderte sie. "Keine Ahnung, ich weiss nicht, was du ihm sagen sollst. Ich kann dir nicht mehr helfen. Ich - uh - ich kann einfach nicht mehr geben. Er besitzt alles, was ich habe und mehr und kann aber nichts damit anfangen!", ihre Stimme wurde ganz schrill, sodass Mr Potter sein Gesicht ein bisschen verzog.

Sie machte sich von Sirius los und stürmte in das Zimmer unter der Treppe, wo ihr Koffer lag.

"Es gibt nichts, was ich sagen kann, damit er sich besser fühlen wird.", flüsterte Sirius entsetzt. Mr Potter konnte gar nichts antworten, so schockiert war er. "Was - was sage ich ihm nur?"

"Puh, keine Ahnung.", meinte Mr Potter nur wenig hilfreich.

In diesem Moment hörten sie Lily und Scarlett gleichermassen kreischen.

"Ich hasse dich, ich hasse dich, ich hasse dich!", schrie Scarlett.

"Ah! Scarlett, hör auf!", schluchzte Lily direkt hinterher und beide kreischten wieder wie verrückt.

"Uh - Dad, was sagst du? Einmischen oder nicht?", fragte Sirius unschlüssig, aber es war nur ganz kurz laut gewesen, beide verstummten wieder. "Uh - ich gucke lieber...", murmelte Sirius, da hörte er Schritte, das Rollen eines Koffers - die Haustür fiel zu. Vorsichtig sah er in den Flur, aber da war niemand, im Hobbyzimmer fand er nur Scarlett, die bewegungslos auf dem Boden lag. Ihr Gesicht sprach Bände.

Sirius überlegte kurz, nahm die Ganzkörperklammer aber von ihr und setzte sich neben sie. "Sie ist jetzt weg, oder?"; flüsterte sie verängstigt.

"Ja, sie ist jetzt gegangen.", erwiderte er überrascht darüber, dass sie nicht weinte.

"Das wird er mir nie vergeben.", sagte sie nur und endlich füllten sich ihre Augen mit Tränen. "Sie ist ihm doch tausend Mal wichtiger als ich.", hauchte sie gerade noch, da zog er sie zu sich und schlang seine Arme um sie.

"Mäuschen, sie ist etwas besonderes für ihn.", korrigierte er sie. "Ich - uh - ich werde ohnehin mit ihm reden müssen.", erklärte er.

Mary und Marlene sassen betreten neben Lily im Zug. "Willst du wirklich nicht erzählen, was passiert ist?", fragte Marlene.

"Nein.", erwiderte diese nur knapp, ohne auch nur von ihrem Buch auf zu sehen.

"Aber - ich meine, irgendetwas muss doch passiert sein!", erwiderte Mary darauf. "Ich meine, Mann, Lily, du siehst aus, als wäre dir eine Katze ins Gesicht gesprungen!", erklärte sie stur.

"Mir ist keine Katze ins Gesicht gesprungen.", schnaubte Lily.

"Was hat dich dann so zu gerichtet?", wollte Marlene wissen.

"Hört jetzt auf mich zu löchern!"; maulte Lily. "Das geht euch absolut rein gar nichts an! Das ist ganz alleine meine Sache und ich will nicht darüber sprechen!", die beiden Ms schwiegen jetzt, weil Lily zwischen den zwei längsten Sätzen, die sie auf der bisherigen Zugfahrt hervor gebracht hatte, knallrot geworden und in Tränen ausgebrochen war. Sie räusperte sich und atmete ein paar Mal tief durch.

Sie sah den Blick, den sie sich zu warfen sehr wohl, sagte aber nichts mehr, bis die Abteiltür geöffnet wurde. "Ist das jetzt die neue Definition von: Ich werde bei dir bleiben?", hörte sie James sagen. Er war wütend, das hörte sie auch, ohne ihn ansehen zu müssen.

"Mach dich weg, Potter."; sagte sie nur kalt, dabei stiegen wieder Tränen in ihre Augen.

"Du hast gesagt, du bleibst bei mir und dann bist du einfach abgehauen!", schnappte er. "Noch dazu nur ein paar Stunden, bevor du ohnehin endlich erlöst gewesen wärst! Noch dazu, ohne dich auch nur von mir zu verabschieden!", warf er ihr vor.

"Kann dir doch egal sein, Potter, gib doch zu, dass es dir so viel lieber war.", schnappte sie. "Ich hatte dir nichts mehr zu sagen. Und du hättest mir sowieso nicht geglaubt!", fügte sie bitter hinzu. Die beiden Ms zogen unisono ihre Augenbrauen herauf.

"Du hast gesagt, du wirst mich nicht verlassen!", seine Stimme hatte sich erhoben.

"Und du hast gesagt, du liebst mich und glaubst mir kein Wort, ich habe es dir doch angesehen!", erwiderte sie biestig und legte das Buch jetzt endlich zur Seite. James starrte sie an.

"War das Scarlett?", fragte er. "Schon wieder?"

"Du sollst dich weg machen, James Potter, bevor ich mich vergesse!", fuhr sie ihn an.

"Worüber habt ihr gestritten?"; fragte er sofort und zückte seinen Zauberstab, da hatte sie ihren schon auf seine Kehle gedrückt.

"Hau einfach ab! Ich hätte wissen können, dass du durchdrehen würdest, aber ich dachte wirklich - ich bin zu dir gekommen und ich habe dir Waffeln gebracht, wieso glaubst du mir nicht, wenn ich dir sage, dass ich dich liebe?", er wurde rot und senkte ihren Zauberstab. Sie stand einfach nur schwer atmend da, bis er letztendlich seufzte.

"Es tut mir Leid, Lily."

"Das höre ich seit Wochen ständig von dir."; flüsterte sie. "Aber es ändert sich nichts! Das ist doch der einzige Grund, weshalb ich mit der Therapie angefangen habe, aber das hast du sofort in den falschen Hals bekommen und mich aus deinem Haus geschmissen!", Marlene und Mary starrten sie fassungslos an, sodass sie jetzt umso röter wurde.

"Es geht also doch um die Therapie!", sagte er.

"Nein, es geht nicht um die blöde Therapie, es geht darum, dass du urplötzlich einfach ausgerastet bist und mir kein Wort mehr glaubst, was ich sage! Wenn ich sage, ich liebe dich und ich warte auf dich, egal ob du eine Therapie machst oder nicht, dann meine ich das so!", schrie sie ihn an. Wieder liefen Tränen über die neuen, offenen Wunden in ihrem Gesicht und sie verzog es schmerzlich.

"Lass mich das weg machen!", verlangte er.

"Nein, verschwinde einfach!", fauchte sie schwer atmend zurück. Er fuhr über sein Gesicht. "Ich habe genug! Nach allem, was gewesen ist, hat du mich einfach aus deinem Haus geworfen-"

"Du bist ja nicht einmal gegangen, du bist bei Sirius gewesen!", sie verschränkte ihre Arme.

"Zu irgendwem musste ich ja gehen!", erwiderte sie, mittlerweile violett im Gesicht vor Schmerzen. "Habe ich nicht alles für dich getan, James? Für Scarlett und für dich! Und wie wurde es mir gedankt? Lily ist nicht meine Freundin! Ich glaube dir nicht! Verschwinde! Und Scarlett hat mich zwei Mal völlig entstellt!", jetzt drehte sie sich endlich herum und begann, in ihrer Handtasche nach einem Taschentuch zu suchen, dabei bemühte sie sich, die Tränen auf das Sitzpolster der Bank tropfen zu lassen, damit sie nicht noch mehr Salz in den Wunden hatte.

"Ich sagte doch, es tut mir Leid.", flüsterte er nun bedrückt. "Lily, ich - du wusstest doch, dass ich - uh - ein Freak bin.", sagte er niedergeschlagen. Sie sank auf ihre Knie und vergrub ihr Gesicht in ihren Armen. Seit ein paar Tagen schon staute sie es, aber jetzt weinte sie einfach nur noch.

"Ich habe dir gesagt, dass ich dir mein Herz geschenkt habe!", erwiderte er betreten.

"Und ich habe dir gesagt, dass ich dich liebe, aber das ist dir ja nicht gut genug gewesen!", sagte sie schwächlich und schluchzte wieder auf. Sie wollte ja stark sein! Sie wollte für ihn stark sein und auf ihn warten, so wie sie es versprochen hatte. Sie wollte für ihn da sein. Das Problem war nur: Sie wollte ihn retten. Aber sie wusste, dass sie das nicht konnte, das war etwas, was er selber machen musste.

"James, du solltest jetzt gehen.", sagte Mary schliesslich nachdenklich.

"Nein, ich sollte wenigstens ihr Gesicht wieder richten.", erwiderte er halsstarrig. "Liebling, lass mich das sehen...", bat er ganz vorsichtig. Sie liess zu, dass er sie zu sich um drehte und neben sie sank, dann zückte er seinen Zauberstab und begann, ihre Wunden fein säuberlich zu heilen. Ihr liefen dabei wie verrückt Tränen über die Wangen. "Es tut mir wirklich Leid.", sagte er. "Ich - uh - ich wusste, dass es dir irgendwann zu viel werden würde, darum hatten Sirius und ich abgemacht, dass ich mich zurück halte, was dich angeht.", sagte er schliesslich.

Sie schluchzte und schlang die Arme um seinen Hals. Einen Moment brauchte er, dann aber reagierte er recht schnell und legte seine Arme um sie.

Sie sassen eine Weile einfach so auf dem Boden, ehe Lily es geschafft hatte, sich ein bisschen zu beruhigen. Er löste sich von ihr und küsste sie sanft auf ihre Lippenspitzen. "Was jetzt?", fragte sie.

"Ich habe immer gewusst, dass du nur ein Traum bist. Lange bevor das alles passiert ist wusste ich doch immer, dass du mehr verdient hast, als mich.", erwiderte er. Auch er hatte Tränen in den Augen. "Das ändert nichts an meinen Gefühlen für dich.", sie liess auch zu, dass er über ihre Wange streichelte.

"Also muss ich jetzt von dir besessen werden und kann nicht einmal mit dir zusammen sein?", fragte sie ihn unglücklich. Er seufzte.

"Du besitzt mich ja auch."; flüsterte er liebevoll und sehr sehnsüchtig. "Und irgendwann wirst du jemanden kennen lernen, der dich vergessen lässt, was gewesen ist.", versprach er dann und küsste sie ein letztes Mal. Sie starrte ihn mit grossen Augen an, als er sie von sich los machte, durch seine Haare fuhr und aufstand.

"Geh nicht."; flehte sie leise.

"Ich muss.", murmelte er. "Bevor ich es noch schlimmer mache.", sie verzog ihr Gesicht wieder, als er ihr den Rücken zu drehte und drückte es schliesslich gegen ihre Knie. Es bereitete ihr körperliche Schmerzen, ihr Schluchzen zu halten, bis die Tür hinter ihm geschlossen wurde, dann jedoch heulte sie laut auf und schüttelte fassungslos ihren Kopf.

Eine Weile lang liessen die beiden Ms sie einfach nur weinen, bis Marlene sich schliesslich neben sie setzte und ihren Arm um ihre Schultern legte. "Wie konnte ich mich nur in ihn verlieben?", schluchzte sie hilflos. "Und - und - und jetzt besitzt er mich und - und ich...", sie heulte wieder auf und schüttelte ihren Kopf. Marlene seufzte und zog sie näher zu sich.

"In ein paar Jahren sieht alles anders aus.", sagte sie ruhig. "Uh - möchtest du uns jetzt die ganze Geschichte erzählen?", fragte sie dann nach einer Weile, woraufhin Lily stöhnte.

"Nein."; sagte sie. "Nein, ich möchte nicht darüber reden.", erklärte sie halsstarrig und fuhr über ihr Gesicht. Zwar weinte sie immer noch, allerdings hatte sie sich wieder gefasst und räusperte sich, dann machte sie sich von Marlene los, setzte sich zurück auf die Bank und nahm ihr Buch zurück in die Hand. Schweigend warfen sich ihre Freundinnen einen Blick zu, den sie jedoch ignorierte. Sie war daran gewöhnt, dass die beiden Ms sich ihren Teil dazu dachten. Sirius würde Marlene sowieso die ganze Geschichte erzählen und Marlene würde es dann Mary erzählen und Lily würde niemals erfahren, dass die beiden alles wussten, weil sie sie danach nur noch schweigend bedauern würden.

Nicht, dass Lily jemals etwas vergleichbares passiert wäre, aber so ungefähr stellte sie sich vor, würde es ablaufen. Stöhnend band sie ihre Haare zusammen.

Wer hatte auch nur vermutet, dass sie sich am Ende doch noch in James Potter verlieben und er sie zurückweisen würde?

Ihr grosses Pech war, dass sie trotzdem zusammen Schulsprecher waren und dementsprechend viel Zeit miteinander verbringen mussten. Meistens waren die Vertrauensschüler dabei, aber während der Rundgänge waren sie alleine. Dann gingen sie schweigend zusammen durch die Gänge, bedacht darauf, sich nicht zu berühren und bloss kein Wort zu sagen. Das war gerade eine solche Situation. Er ging hinter ihr her, sie hatte ihre Arme verschränkt. Sie fühlte seinen Blick auf ihrer Rückseite. Schliesslich räusperte er sich. "Wieso hast du sie abgeschnitten?", fragte er rau. Sie fuhr durch ihre nunmehr kurzen Haare. Da sie nur noch bis zu ihrem Kinn gingen, konnte sie damit nicht mehr allzu viel Zeit schinden.

"Uh - Marlene hat gesagt, dass ist normal.", erklärte sie ruhig. "Wenn ein Mädchen Liebeskummer hat, dann schneidet sie sich die Haare.", fügte sie hinzu. Er holte jetzt auf.

"Was machen Männer, wenn sie Liebeskummer haben?"; fragte er neugierig. Sie zuckte mit ihren Schultern.

"Wann hast du das letzte Mal geschlafen?", fragte sie nur. Er verzog sein Gesicht.

"Schon länger her."

"Sirius hat gefragt, ob du bei mir schläfst.", er wurde rot. "Wo gehst du nachts hin?", darauf zuckte James mit seinen Schultern.

"In den Raum der Wünsche."; erwiderte er. "Ich - uh - ich schlafe dort tatsächlich hier und da. Es ist nur nicht erholsam.", erklärte er ihr dann und fiel wieder zurück. Sie versuchte, der Versuchung zu widerstehen, drehte sich aber trotzdem um, um ihn endlich an zu sehen.

Er war ganz blass und hatte tiefe Ringe unter den Augen, sein Gesicht war kummervoll und etwas eingefallen. Er war dünner geworden. "Nun, demnach schläfst du nur sehr wenig und isst nicht. Sonstige lebenserhaltenden Massnahmen, auf die du verzichtest?", fragte sie ihn. Er sah auf.

Natürlich war das der Grund, weshalb sie ihn nicht hatte ansehen wollen. Sie wollte jeglichen Kontakt, sei es Körperkontakt oder nur Augenkontakt, vermeiden, weil sie wusste, dass sie rückfällig werden würden. Tatsächlich hatten sich ihre Augen einen Moment getroffen. Sie sah schnell zur Seite, aber es war zu spät. Angezogen von seinen braunen Augen, so wie er von ihren grünen, waren ihre Lippen urplötzlich und brutal miteinander vereint. Ihr entfuhr ein Stöhnen und ihre Hände vergruben sich sofort in seinen Haaren. "Du hast mein Herz gebrochen, du Arsch!", schnaubte sie.

"Ich beschädige ganz selten mein Eigentum."; gab er nur zurück, sie fühlte keine zwei Sekunden später die kühle Steinwand hinter sich. Er drückte sich gegen sie und knutschte wie bescheuert mit ihr. Es war solch ein wilder, verrückter Kuss, dass sie alles um sich herum vergass, sogar, was gewesen war, war plötzlich unwichtig. Er wurde ein wenig ungestüm, seine Lippen lösten sich von ihren und er küsste ihre Wange, ihr Kinn, ihren Hals, seine Hände griffen unter ihre Beine und zogen sie hoch. Lily entfuhr ein Stöhnen, so hart war er bereits.

Zum Denken keine Zeit! Er bewegte schon seinen ganzen Körper gegen ihren, als sie ihre Arme um seinen Nacken schlang und ihn wieder zu sich zog. Der Kuss war wahnsinnig, sie waren wie in Trance, aber Lily konnte sich nicht helfen. Sie wollte ihn einfach zu sehr haben. Ihre Hände griffen an seine Hosen, er stöhnte nun auch und begann, an ihrer Unterlippe zu knabbern. Das kannte sie noch nicht, aber ganz anscheinend gefiel es ihm, denn er hörte gar nicht mehr auf. Irgendwie schaffte sie es, den Knopf seiner Schulhose zu öffnen. "Oh Gott, das werden wir so bereuen."; flüsterte sie.

"Du wahrscheinlich mehr als ich."; flüsterte er zurück, ihr entfuhr ein Keuchen, so erregend war das Gefühl seines Atems auf ihrem Hals. "Ich werde immer nur bereuen, dass wir uns verpasst haben...", sie schob ihr Höschen nur noch zur Seite (recht schwierig, weil er sie mit seinem Gewicht gegen die Wand fixierte und kaum Platz zwischen ihnen liess), dann zog sie ihn gierig in sich. Er stöhnte laut und suchte einen weiteren, süssen Kuss.

"Du gehörst mir."; gab sie nur zurück, ihre Worten waren tief und strotzten vor Genusssucht. "Sag, dass du immer nur mir gehören wirst, Potter!", er stiess und sie stöhnte nun ebenfalls wieder.

"Immer."; flüsterte er. "Immer, Lily, so wie du immer mein sein wirst.", dieses Mal gab sie einen kleinen Laut von sich, so grandios fühlte sich an, was er da tat. "Baby, ich will immer nur dir gehören...", ihre Beine schlangen sich enger um ihn, liessen ihm beinahe keinen Raum mehr, um sich ihr zu entziehen, ihr Blick verschwamm bereits, so angespannt war sie. Seit wann dachte sie jetzt schon an nichts anderes mehr, als daran, wie schön es mit ihm gewesen war und wie gerne sie ihn noch einmal in vollen Zügen geniessen wollte. Nicht, dass das in vollen Zügen gewesen wäre. Sie hätte lieber mit ihm in einem Bett gelegen und ihn mit sich machen lassen, was er wollte. Oder mit ihm gemacht, was ihr gefiel.

"Oh, mach es noch einmal!", brach es aus ihr heraus und als er gehorchte, da war es um sie geschehen. Er war noch nie so grob zu ihr gewesen, aber es gefiel ihr. Es gefiel ihr so sehr, dass sie ihren Mund gegen seine Schulter drückte, sein Geruch stieg in ihre Nase und ihr wurde schwindelig, als sie das erlöste, laute Geräusch aus ihrem Mund gedämpft durch den Umhang ihres Erlösers durch den Korridor hallen hörte.

Er stiess noch zwei Mal, dann war es vorbei. Sie lehnten gegeneinander, ihr Atem ging schwer und nur stossweise, da räusperte er sich irgendwann und liess sie vorsichtig auf ihre Füsse zurück. Ihre Knie knickten beinahe ein, so weich waren sie und sie musste sich kurz an seinen Schultern fest halten. Zärtlich streichelte er durch ihre kurzen Haare und hielt die Spitzen kurz fest. "Es gefällt mir.", sagte er. "Du siehst hübsch aus mit kurzen Haaren.", sie lächelte traurig und küsste ihn wieder. Lily war so verwirrt, dass sie schliesslich ihre Arme um seine Mitte schlang, bis sie sich unter seinem Umhang am Rücken wieder trafen und ihr Gesicht gegen seine Brust drückte. "Nicht...", bat er sie.

"James, ich liebe dich.", flüsterte sie.

"Ich liebe dich auch."; gab er schmerzlich zurück. "Darum darf ich dich nicht noch tiefer in meine Abgründe ziehen. Ich zerstöre dich...", sie liess ihn nicht los, als er das sagte. "Ich will dich nicht zerstören."

Endlich liess sie ihn los. Mit seinem Daumen strich er eine Träne von ihrem Gesicht, die er dann küsste. Sie beobachtete ihn dabei, dann seufzte sie und begann, ihre Kleidung wieder zu richten. Auch er folgte ihrem guten Beispiel und kleidete sich wieder ordnungsgemäss. Sie tauschten einen sehnsüchtigen Blick, aber keiner der beiden konnte sich dazu bringen, wieder einen Schritt auf den anderen zu zu machen. "Ich - uhm - wenn du möchtest, kannst du gehen, ich kann den Rundgang alleine machen.", bot sie an.

"Nein, nein."; erwiderte er. "Ich mache den Rundgang. Du kannst schon in den Turm zurück gehen.", sie nickte und streichelte sanft über seinen Oberarm, da konnte er nicht anders und küsste sie wieder. "Danke."

"Wofür?", fragte sie ihn.

"Ich schätze für alles.", flüsterte er.

"Uh - Frage."; er zog seine Augenbrauen herauf. "Kriegst du jetzt nicht einen deiner Anfälle?", er zuckte mit seinen Schultern.

"Wohl kaum.", erwiderte er. "Ich - tja, ich nehme momentan wieder die Tränke, die der Heiler mir verschrieben hat.", erklärte er und seufzte. "Nach dem letzten Quidditchspiel hat Madame Pomfrey einen meiner Anfälle mit gekriegt und gesagt, ich sollte etwas dagegen tun.", sie nickte. "Hast du - uhm..."; er wollte sie fragen, ob sie das letzte Quidditchspiel gesehen hatte. Er war in der 192. Minute von einem Klatscher getroffen worden, der ihn ausgeknockt hatte, zwei Sekunden, nachdem er den Schnatz gefangen hatte, daraufhin hatte er zwei Tage im Krankenflügel gelegen und fantasiert.

Lily war ihn sogar besuchen gewesen, aber das wusste er nicht. Er hatte tief und fest geschlafen. Und um genau zu sein, hatte er von ihr fantasiert. Er hatte immer und immer wieder ihren Namen gesagt. Lily es tut mir Leid. Lily, ich liebe dich. Lily, verlass mich nicht. Madame Pomfrey hatte ihre Augenbrauen herauf gezogen, aber nichts gesagt und sie war deshalb nicht lange geblieben. "Nein.", log sie. "Nein, ich habe das Spiel nicht gesehen.", er nickte enttäuscht und räusperte sich.

"Also, bis morgen im Unterricht.", verabschiedete er sich und liess sie einfach so stehen. Sie sah ihm hinterher, bis er um die Ecke verschwunden war, dann machte sie sich auf den Weg zum Turm.

Sirius, Mary und Marlene sassen dort zusammen auf dem Sofa vor dem Kamin. Peter lag auf dem Boden und schlief bereits. "Hey."; grüsste Lily und Sirius stöhnte sofort.

"Super und ich nehme an, er hockt jetzt in irgendeiner Ecke und hasst sich so sehr."; maulte er unzufrieden.

"Woher - Mann, Sirius, lass mich in Ruhe!"; schnappte sie sofort. "Und er hat keinen seiner Anfälle, okay, er nimmt wieder seine komischen Tränke, Madame Pomfrey hat ihn gezwungen!", sie verschränkte ihre Arme und liess sich auf den Sessel neben ihm fallen.

"Was ist denn?"; fragte Mary sofort.

"Sie hatte Sex.", erwiderte Sirius und Marlene zog ihre Augenbrauen herauf.

"Woher willst du das wissen?"; fragte sie ihn neugierig. Sirius verdrehte seine Augen.

"Die unbefriedigte Falte zwischen ihren Augenbrauen ist weg. Ausserdem-"; er deutete mit dem Finger zuerst auf ihren Hals, dann auf ihre Unterlippe und schliesslich auf ihre Haare. "-habe ich sie schon so oft nach dem Sex mit James gesehen, dass ich es ihr an der berühmten Nasenspitze ansehe, wenn sie Sex hatte.", sie wurde ganz rot und verschränkte ihre Arme fester. "Und zu guter Letzt, um sie besonders zu plagen: Ich rieche an ihr, dass sie Sex mit James Potter hatte.", Lily verzog ihr Gesicht und auch Mary zog ihre Augenbrauen zusammen.

"Das reicht jetzt, Sirius!"; ermahnte Marlene ihn.

"Du bist ein kranker Mensch, Sirius!"; schnappte Lily nur und stand wieder auf.

"Was denn? Ich sage nicht, dass du stinkst, es ist nur ein bestimmter Geruch. Mach kein Drama draus!"; erwiderte Sirius nur.

"Wieso gehst du nicht einfach und trinkst, Sirius, das kannst du ja so gut!"; schnappte Lily. Tränen waren (erneut und mal wieder) in ihre Augen getreten und sie beachtete gar nicht, dass er blass wurde, so schnell rannte sie an ihm vorbei.

"War das wirklich nötig?", fragte Mary ihn mit verschränkten Armen.

"Mann, ich habe doch nicht gewusst, dass sie so reagieren würde!", erwiderte er stirnrunzelnd. "So war das nun wirklich nicht gemeint!", erklärte er hinterher. "Wieso hat sie so reagiert?", ihre Freundinnen verdrehten ihre Augen.

"Sie ist alleine vom Rundgang gekommen, was sagt dir das?", fragte Marlene.

"Uh - James ist noch unterwegs?"

"James und sie hatten zwar Sex, aber das ändert nichts daran, dass sie nicht zusammen sein können, du Idiot!", schnappte Mary. "Lily hat seit zwei Monaten 'keinen Hunger' und ist 'nicht müde' und will nicht mit uns darüber reden. Sie hat Liebeskummer!", informierte sie ihn dann und er seufzte.

"James hat auch Liebeskummer, ich sehe nicht, dass er mir vorwirft, dass ich trinke."; erwiderte er.

"Du bist sehr viel vorsichtiger mit James, als mit Lily. Ihr hast du nämlich gerade gesagt, dass sie nach Sex mit James riecht, das war nicht charmant!", verteidigte Marlene sie.

"Wieso hat sie überhaupt mit ihm geschlafen, wenn sie doch weiss, dass sie nicht zusammen sein können?"; fragte Sirius nun unverständig. "Sie weiss doch, was es mit ihm macht, wenn sie mit ihm schläft!", Mary verdrehte ihre Augen.

"Du bist so ein Arschloch!", gab sie ihm nur zurück und stand auf. Er sah zu Marlene, die zuckte aber nur mit ihren Schultern.

"Recht hat sie.", meinte sie und auch sie stand auf. Stöhnend fuhr er über sein Gesicht und ging in seinen Schlafsaal. Weiber...

Seit ihrem kleinen Ausrutscher auf dem Rundgang machten sie das sehr gut. Kein Blick. Kein Körperkontakt. Nichts. Nur das dumpfe Gefühl der Leere und der Sehnsucht. Er lag schweissgebadet im Bett und versuchte angestrengt, zu überlegen, was er tun konnte, um dieser Hölle zu er tun konnte, um seine Lily zurück zu gewinnen. Was er tun konnte, um nachts wieder ruhig zu schlafen, ohne literweise diesen hässlichen Trank trinken zu müssen. "James?", ertönte es leise, nachdem er sich stöhnend auf die Seite gedreht hatte.

"Was?", fragte er gereizt und Sirius seufzte.

"Alles klar, Kumpel?", fragte er vorsichtig.

"Alles bestens."; murmelte James nur zurück. "Schlaf einfach."

"Bist du sicher? Du bist ein bisschen - uh - du wirkst...", stotterte sein bester Freund und richtete sich jetzt ächzend auf. Eine Sekunde schwieg er, dann fasste er sich an den Kopf. "Oh Mann, mir geht es schlecht..."

"Dir ginge es besser, wenn du weniger trinken würdest."; erwiderte James nur trocken. Sirius seufzte tief.

"Tut mir Leid."; flüsterte er.

"Nein, nein, ich habe kein Problem damit, dein Erbrochenes weg zu machen, verstehe mich nicht falsch!", beeilte James sich, etwas versöhnlicher zu sagen. Er war so unfair manchmal! Wie oft hatte Sirius all seine Bedürfnisse zurück gestellt, um für ihn da zu sein?

"Du hast ja Recht."

"Ich habe nicht das Recht, dir Vorwürfe zu machen.", erwiderte er.

"Ist wirklich alles klar?", fragte Sirius langsam.

"Ich glaube, ich muss mehr davon trinken.", gab James nur nachdenklich zurück. "Ansonsten ist alles gut.", meinte er.

"Du weisst, dass du diesen Trank nicht trinken musst, um bei uns zu schlafen, oder?", fragte Sirius. "Wir haben uns nicht beschwert. Wir haben dir keine Vorwürfe gemacht.", er stöhnte.

"Ich weiss.", flüsterte er. "Ich weiss, dass ihr euch nicht beschwert habt.", versprach er. "Aber ich will euch nicht mehr zumuten."

"Es ist schlimmer geworden, seit du sie verloren hast, stimmt es?"

"Lass uns nicht über sie reden.", bat James.

"Wieso hast du vor zwei Wochen mit ihr geschlafen? Wieso ist das passiert?", er zuckte mit seinen Schultern.

"Ich vermisse sie.", erklärte er einfach. "Und sie vermisst mich auch.", und so einfach es gewesen war, das aus zu sprechen, so schwierig war es jetzt, den Schmerz länger zu verbergen. Er stöhnte, dann schluchzte er leise. Sirius krabbelte aus seinem Bett und setzte sich neben ihn.

"James?"; sprach er ihn vorsichtig an.

"Wirklich, lass uns nicht über sie sprechen, Sirius."; bat er nur unter Tränen. "Es wird nichts ändern.", einen Moment schwiegen sie, dann seufzte Sirius.

"Uh - James, ich weiss nicht, ob du davon gehört hast, aber... Aber im Mungos ist dieser neue Heiler...", flüsterte er unsicher. "Er soll ziemlich gut sein.", er seufzte.

"Fängst du wieder damit an?"; fragte er.

Einen furchtbaren Moment war der Schlafsaal der Jungs von schrecklicher Stille gefüllt, dann räusperte Sirius sich unsicher. "Uh - nein.", sagte er. "Nein, vergiss es wieder.", er stand von James Bett auf und legte sich wieder auf sein eigenes, sagte aber nichts. James drehte ihm den Rücken zu.

Der Heiler kam herein, hinter ihm folgten die auszubildenden Heiler. "Dies ist nur eine kleine Nachuntersuchung. Guten Tag, Miss Evans, wie geht es Ihnen?", lächelte Heiler Johnsson. Sie verdrehte ihre Augen.

"Mir geht es gut - deshalb verstehe ich nicht, weshalb ich her kommen musste!", maulte sie genervt.

"Sie mussten her kommen, damit ich schauen kann, ob wir vielleicht eine Büroklammer in ihrem Körper vergessen haben oder etwas ähnliches.", grinste der Heiler nur. "Auroren und die auszubildenden sind die schlimmsten Patienten, die man haben kann."; grinste er dann und seine Schüler lachten. "Uh - gut, Potter, kommen Sie vor und zeigen Sie, was sie können.", sie wurde ganz blass.

"Nein."; sagte sie.

"Aber, aber, Miss Evans.", erwiderte Heiler Johnsson. "Er ist wirklich gut, mein bester Schüler seit Jahren.", versprach er. James räusperte sich verlegen und sah zu Boden.

"Nein, nicht er.", verlangte Lily wieder.

"Ich halte das auch für keine gute Idee.", murmelte James nur und Heiler Johnsson verschränkte jetzt seine Arme.

"Na los, je schneller Sie es hinter sich haben...", wies er ihn an. James stöhnte und räusperte sich wieder peinlich berührt.

"Uh - nun gut. Dann...", er wurde rot. "Wenn Sie die betreffende Stelle bitte frei machen würden.", sagte er. Ihr wurde ganz heiss.

"Von allen Heilern auf der Welt, ausgerechnet du."; sagte sie nur und zog ihre Bluse herauf.

"Von allen Patienten auf der Welt, ausgerechnet du!", maulte er zurück. "Aber du folgst mir ja auch bis in meine Träume, warum sollte es also hier anders sein?", Heiler Johnsson zog seine Augenbrauen herauf, als James mit zitternden Finger ihre Haut mit einer kühlen Salbe bestrich. Sie versuchte, weg zu sehen, aber konnte nicht anders, als ihn bei seiner Arbeit zu beobachten. "Uh - was ist eigentlich eine Büroklammer?"; fragte er schliesslich. Sie grinste leicht.

"Ein kleines Metall-Ding mit dem man Papiere zusammen halten kann.", erklärte sie.

"Wieso braucht man sie? Man kann sie doch zusammen zaubern.", sagte er abgelenkt und merkte dabei gar nicht, dass die Salbe jetzt verstrichen war und er aufhören konnte.

"Uh - nun, das ist ein Muggel-Ding und Muggel können nicht zaubern."; belehrte sie ihn. Er sah auf, um schwach zu grinsen und ihre Augen trafen sich. Das letzte Mal, als sie sich so angesehen hatten, direkt von Auge zu Auge, da waren sie gegen eine Korridorwand in Hogwarts gelandet.

"Ich weiss, dass Muggel nicht zaubern können."; erwiderte er hypnotisiert. "Wie ist das passiert?", fragte er dann.

"Mr Potter, das ist genug Salbe."; ging Heiler Johnsson dazwischen und James wurde knallrot, dann richtete er sich auf und zog seinen Zauberstab, wobei er endlich den Blickkontakt brach.

"Uh, das wird wieder ein bisschen weh tun, aber nur kurz.", sie nickte, sah aber jetzt gegen die Decke. Als sein Zauberstab ihre Narbe berührte, da zuckte sie zusammen, aber sie stöhnte, als seine Hand sich auf die Seite ihres Körper legte und ihre Haut straffte. Seine Hand verkrampfte sich sofort, dann räusperte sie sich und richtete sich auf.

"Mir geht es super, okay, Sie haben keine Büroklammer vergessen."; erklärte sie und zog die Bluse wieder herunter.

"Miss Evans, wir wollen doch nur-"
"Nein.", sagte sie halsstarrig. "Nein, wirklich, mir geht es gut. Es gibt keinen Grund, ihre Assistenz-Heiler auf mich los zu lassen.", James wurde umso röter.

"Was heisst hier, auf mich los zu lassen?", maulte er.

"Es ist Gang und Gebe, dass die Assistenz-Heiler die Nachuntersuchungen sehen und manchmal auch durchführen können und Mr Potter ist beim besten Willen der Beste seines Jahrgangs!", sie wurde rot.

"Ich war besser.", schnappte sie völlig irrational und zog dabei ihre Schuhe wieder an. "Ich bin kerngesund, es gibt keinen Grund für eine Nachuntersuchung!"

"Du wirst dich untersuchen lassen!", wies er sie an. Sie verschränkte ihre Arme jetzt.

"Sonst was?", fragte sie herausfordernd

"Nichts sonst was, du wirst dich untersuchen lassen!"; schnappte er und drückte sie jetzt auf die Liege zurück. Sie wollte protestieren, da hatte er bereits ihre Bluse wieder herauf geschoben und drückte seinen Zauberstab gegen die Narbe. Sie stöhnte dieses Mal vor Schmerzen, aber es war schnell wieder vorbei. Er zog seine Augenbrauen zusammen."Hast du Schmerzen?", fragte er.

"Nein!", gab sie biestig zurück.

"Das sieht aber aus, als müsstest du Schmerzen haben!", knurrte er. "Hast du Schmerzen?", fragte er dann wieder. Sie wurde rot und verschränkte, so gut es ging, ihre Arme.

"Nicht regelmässig.", gab sie schliesslich zu. "Nur, wenn du in meiner Nähe bist, tut es weh!", zischte sie dann.

"Wann hast du Schmerzen?", fragte er weiter. "Oh - nein, warte, Mademoiselle ist ja zu stur, um zu zu geben, dass sie überhaupt Schmerzen hat.", er richtete sich auf und liess sie endlich los. "Auf die Füsse und beug dich zum Boden."; wies er sie an.

"Ich werde nicht deine Befehle befolgen, Potter."; gab sie nur zurück. "Ich bin nicht dein Hund!"

"Da ist ein Riss, Heiler Johnsson.", sagte er dann. Sie verdrehte ihre Augen erneut und schüttelte ihren Kopf.

"Mir geht es super!", schnappte sie.

"Sind Sie sicher, Mr Potter?", fragte Heiler Johnsson und auch er drückte seinen Zauberstab gegen die Narbe. Sie stöhnte erneut. "Oh - in der Tat. Das ist nur ein kleiner Riss, das haben wir schnell behoben. Danach haben Sie dann keine Schmerzen mehr.", versprach er ihr und klopfte James dabei auf die Schulter. Er verzog sein Gesicht ein bisschen, reagierte ansonsten aber kaum. Sie zog ihre Augenbrauen herauf, da hatte er ihr den Rücken wieder zugedreht.

"Ich habe kaum Schmerzen, Potter bildet sich das ein!", maulte sie.

"Und ich?", fragte Heiler mit herauf gezogenen Augenbrauen. "Ich sehe dort auch einen Riss.", sie wurde knallrot und verschränkte ihre Arme wieder. James lehnte gegen die Wand und sah sie nicht an. "So. Potter wird das machen.", beschloss er dann.

"Heiler Johnsson, kann das nicht irgendwer anders machen?"; fragte James stöhnend. "Ich - bitte..."

"Ich wusste gar nicht, was für eine Qual es für dich ist, mich an zu fassen.", sagte sie verletzt, woraufhin er stöhnte.

"Jetzt hör doch mal auf, dich blöd an zu stellen, Evans!"; maulte er.

"Ich stelle mich blöd an?", er schien genau das gleiche zu denken wie sie, denn sein Gesicht wurde plötzlich ganz weich und er lächelte sogar ein bisschen. Schweigen erfüllte den Raum.

"Nun gut, dann haben wir das geklärt. Potter, bereiten Sie sie vor."; meinte Heiler Johnsson. Sie sahen sich kurz an, dann nickte James geschlagen.

Als Lily alleine war, stöhnte sie. Sie hatten jetzt schon - uh - über ein halbes Jahr keinen Kontakt mehr. Das letzte Mal hatte sie ihn im Ministerium auf einer Informationsveranstaltung gesehen. Aus der Ferne gesehen und angeschmachtet. Es war noch nicht besser geworden. Er besass sie. Für immer. Aber plötzlich öffnete sie die Tür und ihr Herz machte einen nervösen Hüpfer, als er herein kam und sie zu schloss. "Ich wusste nicht, dass du heute hier bist.", flüsterte sie verlegen. "Marlene hat gesagt, der Arbeitsplan-"

"Ich habe getauscht.", stimmte er zu. "Um dich zu sehen.", flüsterte er dann beschämt.

"Um - mich?", er nickte. "Warum willst du mich sehen?", er stöhnte.

"Weil - uh - weil ich dich schon so lange nicht mehr gesehen habe und weil ich dich so sehr vermisse. Es bereitet mir körperliche Schmerzen, so lange von dir getrennt zu sein.", sie seufzte.

"James, wir...", aber er stand schon bei ihr und unterdrückte ihre Worte mit einem Kuss. Himmel, sie hatte ihn schon fast ein Jahr nicht mehr geküsst und es war so atemberaubend. Natürlich wusste sie, dass es die ganze Sache nicht besser machen würde, wenn sie jetzt mit ihm schlief - aber sie konnte es kaum noch schlechter machen, demnach dauerte es keine Minute, da hatte sie ihn über sich gezogen. Er reagierte sofort.

Sie erinnerte sich daran, wie es das letzte Mal gewesen war, als sie mit ihm geschlafen hatte. Er hatte ihre Beine in der Luft gehalten. gegen sie gelehnt und ihren Unterkörper gegen seinen gezogen. Jetzt hatte er seine Hände frei und sie streichelten ihren Körper endlich wieder. Sie streckte und bog sich seinen zärtlichen Berührungen entgegen. "Meins.", flüsterte sie. "Du gehörst mir, mir ganz alleine!"; er lächelte gegen ihren Hals, den er gerade küsste.

"Und meins...", flüsterte er zurück, ehe er wieder ihre Lippen küsste. Sie waren so gierig. Alle beide. Lily konnte gar nicht so schnell schauen, da hatte er sie beinahe vollständig entkleidet. Ihre Bluse zerriss sogar, da riss sie aus Rache einen Knopf von seinem Heiler-Kittel ab. Er grinste und half ihr dabei, sich selber aus zu ziehen.

Sie stöhnten unisono, als er sich in sie hinein drückte. "Kannst du dich zurück halten?"; fragte sie grinsend.

"Wahrscheinlich nicht. Aber dann mache ich es wieder gut."; versprach er atemlos. "Ich liebe dich Lily. Immer. Für immer.", sie strahlte und liess zu, dass er sich tiefer in sie stiess. Ihr entfuhr ein Stöhnen. "Sag mir, dass du mich liebst.", bat er sie. "Sag es mir, Lily, einmal mehr..."

"Ich tue es doch.", lächelte sie und zog ihn zu einem Kuss. "Ich liebe dich.", schwor sie auch sogleich. Sie zuckten beide zusammen, als jemand versuchte, die Tür zu öffnen, hörten aber nicht auf. Zu verschlungen waren sie und ihre Sehnsucht zu gross. Es dauerte nur noch ein paar Stösse, bis sie kam. Er atmete erleichtert aus, als er sie um sich fühlte.

"Dann darf ich jetzt, richtig?", sie grinste ein bisschen erschöpft und drückte ihr Becken hoch, damit er noch einmal tief stossen konnte, ohne, dass ihr Körper auf dem weichen Untergrund nachgab. Er stöhnte laut und unterdrückte es mit einem wilden, gierigen Kuss.

Es dauerte eine Weile, bis sie sich beide beruhigt hatten, dann richtete er sich auf und sah sie erfüllt von tiefster Zuneigung zu ihr. "Was?", fragte sie und streichelte sanft über seine Wange. Er lächelte zurück und küsste sie wieder.

"Bleib bei mir."; flüsterte er. Sie zog ihre Augenbrauen herauf. "Ich - uh... Ich kann dir nichts bieten und ich bin immer noch nicht okay, aber bitte bleib trotzdem bei mir.", bat er sie leise. Sie küsste ihn auf die Lippenspitzen und streichelte durch seine Haare.

Die Versuchung war da. Sie wollte bei ihm sein. Sie wollte alles auf sich nehmen, um bei ihm sein zu können. Nur wie lange würde sie das können, ehe irgendetwas passierte und er sie verletzte und sie einfach nicht mehr ertragen konnte, was er mit ihr machte. Er räusperte sich.

"Du wirst nein sagen.", murmelte er traurig. "Und du hast natürlich alles Recht der Welt, nein zu sagen.", fügte er hinzu.

"Ich denke nur voraus.", sagte sie. "Würdest du mir verzeihen können, wenn ich irgendwann einfach weg bin, weil es mir zu viel wurde?"; er schüttelte seinen Kopf.

"Nein."

"Ich... Ich möchte nur ungerne, dass du mich hasst.", flüsterte sie. "Ich will von dir geliebt werden, so wie ich dich liebe", erklärte sie. Er nickte.

"Ja.", machte er mit belegter Stimme und räusperte sich erneut. "Ja, du hast Recht.", brachte er enttäuscht hervor und löste sich von ihr. Sie streichelte wieder durch seine Haare und steckte den Knopf ein, den sie von seinem Kittel gerissen hatte. Er grinste schwach, als er es sah und streichelte über ihre Wange. "Irgendwann wird es ein Happy End für beide von uns geben.", sagte er liebevoll.

Sie sah ihm hinterher, als er sie einfach wieder verliess. Stöhnend fuhr sie über ihr Gesicht.

Sie sass vor dem Schreibtisch seines Vaters, als er herein kam, aber sie sah nicht auf. "Was willst du hier?"; fragte er nur.

"Es tut mir Leid.", flüsterte sie unter Tränen.

"Das war nicht deine Schuld.", gab er nur zurück.

"Ich hätte es bemerken können.", sagte sie. "Ich - ich hätte die Zeichen deuten können, es macht jetzt alles Sinn!"; er seufzte auf diese Aussage, sagte aber selber nichts. "James, es tut mir Leid, ich bin zu spät gekommen.", schluchzte sie.

"Das war nicht deine Schuld.", sagte er wieder und begann, die Sachen seiner Eltern in die kleine Kiste zu packen, die er mitgebracht hatte. "Solche Dinge passieren eben.", flüsterte er dann hinterher und konnte nicht umhin, zu bemerken, wie traumatisiert es klang.

"Aber wieso passieren sie immer uns?"; fragte sie zurück.

"Keine Ahnung.", erwiderte er seufzend. Endlich wagte er es sich, sie an zu sehen. "Scarlett hat oft nach dir gefragt, in letzter Zeit.", erklärte er langsam und packte ein Foto von sich und seinen Eltern weg. Eines aus glücklichen Zeiten, auf dem er ungefähr zwölf war. Bevor sie ständig verschwanden. "Sie fragte, ob du ihr wohl jemals verziehen hast.", Lily schluchzte nun laut.

"Habe ich!"; sagte sie sofort.

"Komm doch zum Begräbnis.", sagte er langsam. "Dann - uhm - dann kannst du es ihr noch sagen.", sein Hals schnürte sich zu, als er das hervor brachte. Sie fuhr über ihr Gesicht.

"Es tut mir Leid, James! Es tut mir so Leid!", schwor sie. "Wäre ich nur eher da gewesen, nur ein paar Minuten-"

"Dann wärst du jetzt auch tot.", gab er zurück. "Denn es mag zwar sein, dass Lestrange die drei getötet hat, aber es waren doch mehr Todesser dabei. Du hast ja gesehen, was sie mit dem Haus gemacht haben.", sie wurde rot. "Und ich bin froh, dass du zu spät gekommen bist.", erklärte er dann.

"Aber wir wären zu dritt gewesen!", beharrte sie.

"Nein.", sagte er. "Die Zauberstäbe meiner Eltern lagen in ihrem Schlafzimmer. Du wärst alleine gewesen!"

Sie schwiegen lange, bis James endlich beide Schreibtische leer geräumt hatte, dann warf er ihr einen bedauernden Blick zu. "Es tut mir doch Leid."; flüsterte sie.

"Aber das war gar nicht deine Schuld."; sagte er. "Du warst nur die klügste Hexe, die du immer bist. Du warst eben die erste, die die Andeutungen in seinen Briefen verstanden hat. Nur darum bist du zuerst da gewesen.", sie sah ihn immer noch nicht an. "Weder Sirius noch ich geben dir die Schuld an irgendetwas. Du solltest nach Hause gehen und dich ausruhen, Lily.", fügte er ernst hinzu. "Und wie ich sagte: Du wärst auch tot, wärst du rechtzeitig dort gewesen. Und es hätte keinen Trost für mich gegeben..."

Sie stöhnte nur und vergrub ihr Gesicht in ihren Händen. Als er die Kiste in seine Hand nahm, da stöhnte sie. "James, bleib bei mir."; flehte sie ein weiteres Mal. "Komm schon, bitte verlass mich nicht.", er seufzte.

"Es tut mir Leid, Lily... Wir wissen beide, was passiert, wenn ich nicht gehe.", erwiderte er nachdenklich.

"Das ist mir egal! Nur bitte geh nicht weg."

"Mir ist es nicht egal. Ich fühle mich momentan schon schlecht genug, Lily, da muss ich es nicht auch noch schlimmer machen, indem ich die Nacht mit dir verbringe, um morgen früh fest zu stellen, dass sich nichts geändert hat.", sie wurde knallrot. "Und dass wir nicht zusammen sein können. Vielleicht sogar niemals. Es hat gereicht, dass ich dich auf der Arbeit gehabt habe und seitdem nicht mehr klar denken kann. Tröste dich mit jemand anderem."
"So meinte ich das nicht."

"So ist es bei mir angekommen.", erwiderte er nur. "Du willst nicht alleine sein, damit du nicht daran denken musst, dass Scarlett und meine Eltern tot sind.", sie stöhnte.

"So meinte ich das aber nicht, Liebling.", er verzog sein Gesicht schmerzlich.

"Lass das.", bat er. "Du ahnst nicht, was du mir damit antust."

"Aber - aber James, so habe ich das wirklich nicht gemeint!", schluchzte sie jetzt. "Ich meinte damit nur, dass das Leben zu kurz ist, um nicht zusammen zu sein, wenn man sich liebt! Und ich tue es, James, ich liebe dich!", er seufzte.

"Und ich liebe dich ja auch.", sagte er schliesslich, nachdem er Ewigkeiten darüber gerätselt hatte, was er darauf sagen könnte. "Und zwar aus der Ferne, Lily. Wo du sicher vor mir und meinen Freak-Anwandlungen bist.", damit liess er sie alleine im nunmehr leeren Büro seiner Eltern zurück.