Disclaimer: Die handelnden Personen und die Orte an denen diese Geschichte spielt, sind das geistige Eigentum von Joanne K. Rowling. Ich beabsichtige nicht mit dieser Geschichte Geld zu verdienen, sie dient lediglich der Unterhaltung. Mir gehören nur Jane Baker, Nicole Smith, Sarah Smith bzw. Black, Sophie Evans, Lucy Potter, Samantha Lestrange, Debbie Grant und Josh Black sowie einige unbedeutende Nebencharaktere
Die Rebellion des Phönixorden
Kapitel 10
Informationsquellen
Harry hatte mit einer „Enttarnung" gerechnet, doch dass er, Ron, Hermine und Neville gleich am nächsten Morgen von Dumbledore aus dem Zauberkunstunterricht geholt wurden überraschte ihn ein wenig.
Müde folgten sie ihrem Direktor, dabei kaum in der Lage die Augen offen zu halten. Mangels der Fähigkeit ihre eigene Neugier im Zaum zu halten, hatten die vier zusammen mit Ginny, Lucy und Debbie den Großteil der Nacht in der Bibliothek verbracht, was ihnen allerdings nicht das geringste genutzt hatte. In keinem Buch, weder in der verbotenen Abteilung noch im normalzugänglichen Bereich hatten sie etwas über die mysteriösen Horkruxe gefunden.
Sicher hatten sie es noch nicht geschafft alle Bücher durchzusehen, doch Harry hatte eigentlich gedacht, dass sie in einer Nacht zumindest einen Hinweis auf die Existenz dieser Objekte stoßen würden. Nun, dachte er, wenn sie ohnehin wissen, dass wir in der Versammlung waren können wir genauso gut einfach danach Fragen, zu verlieren haben wir schließlich nichts mehr.
In Dumbledores Büro war bereits eine kleine Gruppe Menschen versammelt. Sirius, Sarah, James, Lily, Molly, Arthur, Alice, Frank und Snape standen Debbie, Lucy und Ginny gegenüber und keiner von ihnen guckte besonders freundlich. Die vier Älteren stellten sich an die Seite der drei Mädchen, während Dumbledore hinter seinen Schreibtisch platz nahm.
„Nun," begann er und blickte ernst in die Runde, „ich denke euch Sieben ist klar warum wir euch hierher gebeten haben."
„Nicht die Spur," erwiderte Lucy kaltschnäuzig.
„Lüg uns nicht an," schnauzte Lily, „uns ist ziemlich klar, wie ihr euch in die Ordensversammlung eingeschlichen habt."
„Jemand hat sich in die Ordensversammlung eingeschlichen?" fragte Hermine und riss dabei die Augen weit auf.
Harry musste sich ein Lachen verkneifen, beschloss aber ebenfalls in das Spiel einzusteigen, auch wenn er nicht glaubte dass es funktionieren würde, konnte es nicht schaden ihre Eltern ein wenig zu reizen.
„Zwei von euch haben sich mit Vielsafttrank in Sirius und James verwandelt und sind zur Versammlung gekommen," sagte Dumbledore ruhig, „und vermutlich hat Lucy den Vielsafttrank gestohlen."
„Also wollen sie sagen, dass Severus nicht merkt wenn ich ihm Vielsafttrank stehle?" fragte Lucy.
Severus schnaubte spöttisch, „Ich bin sicher du hast ausreichend Gene deines Vaters um ein gewisses Talent für illegale Aktivitäten dieser Art zu besitzen."
„Bitte," sagte Dumbledore, der offensichtlich vermeiden wollte, dass es zu einem Streit zwischen Snape und James kam.
„Ihr könnt so viel Lügen wie ihr wollt," sagte James, „wir wissen, dass ihr es gewesen sein müsst. Und ich bin wirklich enttäuscht," sein Blick wanderte von Lucy zu Harry, „ich dachte, ihr würdet uns soweit vertrauen, dass ihr glaubt wenn wir sagen, dass manche Informationen euch schaden."
„Abgesehen davon," begann Lily nun erneut, „haben wir gedacht, James und Sirius wären bereits aus Frankreich zurück. Was aber nicht der Fall war, weil sie in einen Hinterhalt geraten sind. Wenn die Sache ein klein wenig anders gelaufen wäre und es ihnen nicht gelungen wäre sich selbst zu befreien, dann wären sie gestorben weil wir nicht gemerkt hätten, dass sie unsere Hilfe brauchen."
Diese Mitteilung jagte ihnen nun doch einen Schreck ein.
„Wir wussten nicht, dass ihr was so Gefährliches vorhabt," verteidigte Hermine die Aktion.
Sirius lachte auf, „Was dachtest du denn, dass wir vorhaben? Eine Shoppingtour?"
„Na schön," ergriff Neville das Wort, „was wir getan haben war vielleicht nicht in Ordnung, aber ehrlich gesagt, ist es nicht sehr erstaunlich, dass wir auf solche Mittel zurückgreifen, wenn wir über alles im Unklaren gelassen werden."
Nevilles Worte halfen Harry, den Schrecken darüber, dass James fast gestorben wäre abzuschütteln und er schlug in die gleiche Kerbe.
„Eben, ich meine, wie oft waren wir selbst in Gefahr und niemand lässt uns an irgendwas teilhaben. Was ist zum Beispiel mit diesen Horkruxen?"
„Harry," fuhr James ihn nun scharf an, „dass sind Dinge aus denen ihr euch verdammt noch mal herauszuhalten habt."
„Ach ja, ich glaube nicht, wo ich doch offenbar derjenige bin, der dafür geboren wurde Voldemort zu töten."
Ihm fiel zu spät ein, dass nicht alle im Raum über diesen Umstand aufgeklärt waren und er war leicht verwirrt zu sehen, dass Snape nicht überrascht wirkte. Molly, Arthur, Sarah und Debbie jedoch starrten ihn mit geweiteten Augen an.
„Wie war das, erst denken, dann reden," murmelte Ron in sein Ohr.
„Und das ausgerechnet aus deinem Mund," zischte Harry zurück.
„Warum weißt du eigentlich nie, wann es angebracht wäre die Klappe zu halten?" fragte Hermine.
„Nun Gut," ergriffe Dumbledore das Wort, „diese Unterhaltung scheint mir ein klein wenig aus dem Ruder zu laufen. Wie wäre es wenn wir uns beruhigen und auf das eigentliche Gesprächsthema zurückkommen. Was euer – nun, nennen wir es unerwünschtes – eindringen in die Ordensversammlung von gestern Abend betrifft."
„Ich meine," sagte Alice ruhig, „dass ihr damit absolut unser Vertrauen enttäuscht habt. Das war ein Schritt, der definitiv zu weit ging und ich bin ebenso wie alle anderen hier im Raum sehr enttäuscht. Dennoch muss ich zugeben, dass ich euren Standpunkt nachvollziehen kann, wenngleich das nicht bedeutet, dass ihr nicht trotzdem eine Grenze überschritten habt die zu überschreiten nicht euer Recht war."
„Warum gesteht ihr uns dann nicht mehr Privilegien zu?" fragte Hermine in nun ebenfalls sehr ruhigem und höflichen Ton, „warum können wir nicht zum Beispiel an den Ordensversammlungen teilnehmen, ich meine so wie Harry und Neville es uns beschrieben haben, ist der Orden schließlich in weitere Untergruppen geteilt und nicht jeder erhält alle Informationen, können wir nicht wenigstens die groben Informationen bekommen?"
„Wenn wir euch erlauben, an den Versammlungen teilzunehmen, wird das unweigerlich dazu führen, dass auch andere Schüler sich dazu berechtigt fühlen. Ihr seid nicht die einzigen mit Eltern im Orden und ihr seid ganz sicher nicht die einzigen, die in diesem Krieg Verluste erlitten haben oder selbst mit Todessern aneinander geraten sind," erwiderte Dumbledore ruhig, „und da ich nicht verantworten will, dass jeder Schüler diese Informationen erhält und mögen sie noch so grob und oberflächlich sein, kann euch dieses Privileg nicht gestattet werden."
„Aber Harry ist der Auserwählte," wollte Ron aufbegehren, doch Dumbledore erwiderte ihn ruhig, „Wenn ihr diese Tatsache der ganzen Schülerschaft und dem Rest des Ordens unterbreiten wollt, dann kann ich Harry natürlich erlauben, an Ordenstreffen teilzunehmen."
Das war zugegeben ein schlagendes Argument, denn Harry verspürte nicht im geringsten den Wunsch, noch mehr Leute über seinen Status als hoffentlich zukünftiger Mörder von Lord Voldemort aufzuklären.
„Und wie lösen wir diese Streitfrage nun?" fragte Lucy, „denn wir werden uns sicher nicht damit zufrieden geben weiter im Ungewissen gelassen zu werden."
Ihre Mine war immer noch trotzig, was Harry nicht im geringsten wunderte, anders kannte man Lucy schließlich nicht.
„Sie hat recht," stimmte er seiner Schwester zu, „wahrscheinlich sind wir tatsächlich zu weit gegangen. Und ich denke, dass es uns allen wahnsinnig leid tut, dass wir Dad und Sirius dadurch in Gefahr gebracht haben. Das ist wirklich nicht, was wir im Sinn hatten. Aber trotzdem, wir haben ein Recht auf mehr Informationen."
Es hatte noch eine Weile gedauert, bis sich Eltern und Kinder mit Dumbledore als Schlichter und Severus als ausgesprochen genervten Mitbeteiligten auf etwas geeinigt hatten, mit dem sie alle leben konnten. Zunächst hatten die sieben Teenager einen Überblick über die Tätigkeitsfelder des Ordens bekommen. Von den Aktivitäten der ehemaligen Auroren, der Evakuierung der Muggelgeborenen, das Prinzip des Phönixpropheten und der Krankenhausaufbau. Zudem war beschlossen worden, dass die Teenager eine Art wöchentliches Update erhalten sollten, in dem sie über neue Geschehnisse außerhalb Hogwarts und einige Ordenspläne aufgeklärt werden sollten. Allerdings waren die Erwachsenen nicht bereit gewesen, zu erklären, was die mysteriösen Horkruxe waren.
„Es ist zu ärgerlich, dass sie uns nicht sagen wollen, was diese Horkruxe sind," befand Ron, „nach dem was ihr erzählt habt scheint das schließlich eine wirklich wichtige Sache zu sein."
„Ja und wenn sie uns nicht sagen wollen was es ist und es sich in der Bibliothek nicht finden lässt, dann muss es etwas richtig schwarzmagisches sein," fuhr Hermine fort.
„Kennt sich nicht noch jemand anderes, den wir kennen mit schwarzer Magie aus?" fragte Debbie.
„Moment, ich such die Adressliste mit meinen schwarzmagischen Kontakten raus," erwiderte Harry sarkastisch.
„Ich meine hier in Hogwarts," erwiderte Debbie, „können wir nicht aus einem der Lehrer war rauskitzeln."
„Severus sagt uns ganz sicher gar nichts und keiner der anderen Lehrer war bei dem Treffen dabei, oder? Also wissen sie wahrscheinlich gar nichts von diesen Horkruxen," wandt Lucy ein.
„Also haben wir keine Chance herauszufinden was diese Dinger sind," fasste Hermine die Situation zusammen und stieß ein frustriertes Seufzen aus.
„Na ja, ehrlich gesagt bin ich viel zu erleichtert, dass sie uns nicht irgendwie bestrafen, als das ich mir darüber so große Gedanken mache, ich meine klar bin ich neugierig, aber ich vertraue meinen Eltern und wenn sie uns nicht sagen was es mit diesen Horkruxen auf sich hat, dann hat das mit Sicherheit einen recht guten Grund."
„Immer vernünftig, was Neville," spottete Harry.
Er machte ein ähnlich frustriertes Gesicht wie Hermine und überlegte immer noch fieberhaft, ob es nicht eine Lücke gab. Doch so lange sie auch überlegten fiel ihnen niemand ein, der ihre Fragen beantworten könnte.
Dunkelheit. Nur flackernde Flammen an den Wänden. Eine Gestalt über ihr.
„Sag mir was du weißt!"
Sie wollte weg, weg von dieser Stimme. Weg von dem Monster. Der Zauberstab deutete auf sie und das Monster klang fast genüsslich, als es das Wort aussprach,
„Crucio!"
„NEIN!"
Lucy war schweißgebadet. Ihre Hände krallten sich in die Bettdecke. Um sie herum war Dunkelheit und Stille. Sie zitterte und spürte wie Tränen über ihre Wangen liefen. Es war so real gewesen, so verdammt real. Sie lauschte in die Stille, ihr Schweigezauber schien zu funktionieren, denn sonst wären die anderen Mädchen sicher aufgewacht.
Einige Sekunden dachte sie darüber nach, Ginny oder Debbie zu wecken. Doch sie wusste, wen sie jetzt brauchte und so sehr sie ihre Beiden besten Freundinnen auch liebte, sie konnten ihr nicht das selbe Gefühl von Geborgenheit und Sicherheit geben wie Harry. So leise es irgendwie ging, schlüpfte sie in einen Morgenmantel und Hausschuhe. Sie schlich aus dem Schlafsaal und wagte erst im Gemeinschaftsraum ihren Zauberstab zu entzünden.
Sie rannte fast durchs Schloss während immer noch vereinzelte Tränen über ihr Gesicht rannen. Sie war froh, das Passwort zum Gryffindorgemeinschaftsraum zu kennen und ignorierte den missbilligenden Blick der Fetten Dame, die nur wiederwillige aufschwang. Sie stolperte durch das Loch und stürzte, nun wieder richtig weinend blieb sie auf dem Boden sitzen, unfähig sich zu bewegen.
„Lucy," drang eine bestürzte Stimme an ihr Ohr, die sie kannte aber jetzt ganz sicher nicht erwartet hatte.
„Komm schon."
Sie wehrte sich nicht, als Draco ihr aufhalf und während er sie zu einem der Sofas lotste krallte sie ihre Hände in sein Shirt. Er hielt sie fest, während sie in sein Shirt weinte und strich ihr mit beruhigenden Bewegungen über den Rücken.
„Sch, alles ist gut, du bist in Hogwarts, niemand hier will dich verletzen."
Das Schluchzen ebbte nur langsam ab. Und schließlich wurde ihr bewusst, in wessen Shirt sie hier weinte, von wem sie sich hier auffangen ließ. Immer noch strich Draco beruhigend über ihren Rücken. Und trotz allem was geschehen war, war das Gefühl vertraut, beruhigend und angenehm.
Als Lucy schließlich den Kopf heben konnte und Dracos besorgtem Blick begegnete, wurde ihr klar, dass sie nicht wollte, dass er sie losließ. Lieber wollte sie, dass er sie weiter festhielt. Sie löste ihre Hände aus seinem Shirt und schlang sie stattdessen um ihn.
„Was ist passiert?" fragte er.
„Ich habe Albträume," erwiderte sie, „eigentlich wollte ich zu Harry."
„Soll ich dich hoch bringen?"
„Nein, danke, ich fühl mich hier grade sehr gut."
„Warum?" fragte er überrascht.
„Ich weiß es nicht."
Sie sah erneut zu ihm hoch und brachte ein kleines Lächeln zustande. Es musste das erste Mal sein, dass sie ihn anlächelte, seit damals.
„Es tut mir leid," sagte er nach ein paar Minuten, „es tut mir so unendlich leid."
„Ich geb dir nicht die Schuld."
„Aber das solltest du," erwiderte er leise jedoch bestimmt.
„Aber ich tu's nicht, nicht mehr."
„Du bist ein wirklich erstaunliches Mädchen, weißt du das?"
„Wie kommst du darauf?"
„Du hast mir verziehen, warum auch immer, das finde ich erstaunlich."
Sie schwiegen einige Minuten. Draco strich Lucy weiterhin über den Rücken, während Beide ins Feuer sahen.
„Erzähl mir wer du bist," sagte Lucy irgendwann.
„Wer ich bin?"
„Ja. Ich will dich kennen lernen, wirklich dich, nicht die Person die du spielst."
„Ich unterscheide mich gar nicht mehr so sehr von der Person die ich gespielt habe."
„Komm schon Draco, wie war deine Kindheit, erzähl mir davon."
Er zögerte kurz, bevor er begann.
„Ich hatte eine tolle Kindheit, wirklich. Du kannst dir das vielleicht nicht vorstellen, aber meine Eltern liebten mich. Natürlich spielten reinblütige Werte eine Rolle, aber als Kind glaubst du alles was deine Eltern dir erzählen. Und ich hatte auch Sam, zu der ich immer hochgeschaut habe. Und natürlich lernte ich mit der Zeit die Kinder anderer Todesser kennen. Crabbe, Goyle, Theodore Nott. Aber als Kind kümmern dich irgendwelche Weltanschauungen nicht. Ich hatte alles was ich wollte, eine riesige Villa, einen Park, in dem ich fliegen konnte. Ehrlich gesagt denke ich nicht, dass sich meine Kindheit so sehr von deiner unterschieden hat."
„Klingt nicht so, ich hatte auch ein riesiges Haus und einen Park, mit allem was man sich nur wünschen kann und natürlich meine Familie und meine Freunde um mich."
„Meine Eltern waren, na ja, mein Vater war immer der Kritische, der mich zu Höchstleistungen antreiben wollte und meine Mutter sah mich als ihr ein und alles und verwöhnte mich wo es ging, aber das heißt nicht, dass mein Dad mich nicht geliebt hat. Er war streng, wenn ich nicht so gut war, wie er es wollte, aber genauso war er großzügig und stolz wenn ich etwas erreichte. Und natürlich habe ich ihnen alles geglaubt was sie über die Welt gesagt haben. Über Muggel und Muggelstämmige und über den dunklen Lord. Und darüber, dass ich besser wäre als alle anderen. Manchmal erwische ich mich immer noch dabei, dass ich denke, wie sie es mir beigebracht haben, obwohl mein Verstand mir sagt dass es totaler Unsinn ist."
Er seufzte leise.
„Es muss schwer sein, solche Denkmuster loszuwerden."
„Ja schon, obwohl ich eigentlich täglich mit Menschen zu tun habe, die der lebende Beweis dafür sind, dass all diese Theorien falsch sind."
„Haben deine Eltern dir eigentlich schwarze Magie beigebracht?" fragte Lucy.
„Nicht wirklich. Ich weiß ein paar Dinge darüber, aber das ist alles nur theoretisch. Wir haben in unserem Haus eine riesige Bibliothek in der es auch einen guten Anteil schwarzmagischer Bücher gibt und in die ich hin und wieder reingeguckt habe, wenn meine Eltern es nicht mitkriegten. Schwarze Magie ist irre gefährlich und kann furchtbar schief gehen. Meine Vater hat immer gesagt, ich würde Anfangen sie zu lernen, wenn ich eine solide Grundausbildung habe. Wahrscheinlich hätte er diesen Sommer mit den Lektionen angefangen."
„Du vermisst deine Eltern, oder?"
„Ja."
Er fügte dem nichts hinzu und auch Lucy fragte nicht weiter. Ihr Erinnerungen an Lucius und Narcissa Malfoy waren alles andere als positiv, dennoch konnte sie Draco keinen Vorwurf daraus machen, dass er seine Eltern vermisste. Sie hing eine Weile ihren Gedanken nach und schlief darüber ein. Offenbar war es auch Draco so gegangen, denn als Lucy aufwachte lag sie immer noch halb auf ihm.
Das Kaminfeuer war heruntergebrannt und die ersten Sonnenstrahlen fanden den Weg in den Gemeinschaftsraum. Eine Decke war über sie gebreitet, was vermutlich einem Hauselfen zu verdanken war. Einige Minuten blieb sie liegen, wobei sie spüren konnte, wie Dracos Brust sich unter ihrem Kopf hob und senkte. Schließlich setzte sie sich auf und rieb sich müde die Augen. Sie schätzte, dass es zwischen fünf und sechs Uhr Morgen sein musste. Sie stieß Draco vorsichtig an.
„Wach auf."
„Wie spät ist es?" nuschelte er mit nur halb geöffneten Augen.
Sie kicherte angesichts seines verschlafenen Ausdrucks und den zerzausten blonden Haaren.
„Zwischen fünf und sechs."
„Dann schlaf weiter," erwiderte er und schloss die Augen.
„Ich glaube nicht, dass es dir gut tun würde, wenn mein Bruder uns hier finden würde, also werde ich wohl besser in meinen eigenen Schlafsaal gehen.
„Dein Bruder?" fragte er verschlafen, „der interessiert mich wirklich nicht."
„Dann schlaf weiter."
Sie warf die Decke über ihn und lief dann zurück in den Turm der Ravenclaws. Wie nicht anders zu erwarten schliefen alle anderen Mädchen noch. Sie legte sich in ihr Bett und rieb die kalten Füße aneinander. Ihr Kopf ruhte auf ihrem weichen Kissen, doch während sie langsam wieder in den Schlaf abglitt, erwischte sie sich bei dem Gedanken, dass Dracos Brust einem weichen Kissen deutlich vorzuziehen war.
„Lucy kann ich nach dem Frühstück mal mit dir reden," sagte Hermine schärfer als sie eigentlich beabsichtigt hatte.
Lucy blickte verschlafen zu ihr und nickte. Heftiger als sie eigentlich beabsichtigt hatte, stieß Hermine ihr Messer in die Butter. Sie konnte einfach nicht fassen was sie heute Nacht gesehen hatte. Um halb drei, als sie eigentlich hatte schlafen wollen, nachdem sie in einigen Bibliotheksbüchern weiter nach Horkruxen gesucht hatte, war ihr aufgefallen, dass sie ihre Lieblingsfeder im Gemeinschaftsraum vergessen hatte und so war sie hinunter gegangen um diese zu holen.
Und dort hatten ausgerechnet Lucy und Malfoy gelegen, eng aneinandergekuschelt auf der Couch. Kurz hatte sie darüber nachgedacht, die Beiden zu wecken und sofort zur Rede zu stellen doch ihre Müdigkeit hatte sie dazu gebracht nur ihre Feder zu nehmen und eine Aussprache auf nach dem Frühstück zu verlegen.
Lucy, die offenbar nicht sehr hungrig war wartete auf Hermine deren Appetit sich allerdings auch in Grenzen hielt und so biss sie nur zwei mal in ihr Toast und warf dieses dann wieder auf ihren Teller.
„Was ist denn los?" fragte Ron, der neben ihr saß und dessen Appetit ihren bei weitem überstieg.
„Ich hatte keine besonders gute Nacht," fauchte sie, sprang auf, packte Lucys Arm und zog sie mit sich.
Lucy protestierte und Hermine konnte die irritierten Blicke der anderen im Nacken spüren. Kaum aus der großen Halle heraus fuhr sie Lucy an.
„Triffst du dich jetzt etwa wieder mit Malfoy?"
„Woher...?"
„Aha, du leugnest es noch nicht mal. Was bitte denkst du dir dabei? Wenn Harry..."
„Ich treffe mich nicht mit ihm," fauchte Lucy zurück.
„Ach nein, dafür lagst du aber sehr dicht neben ihm, letzte Nacht."
„Was interessiert dich das überhaupt?" fragte Lucy.
„Es interessiert mich, weil du so was wie eine Schwester für mich bist, mehr als Ginny sogar, und ich will nicht dass er dir noch mal was antut," erwiderte Hermine, diesmal sanfter als zuvor.
„Ich glaube wirklich nicht, dass du dir Sorgen machen musst. Das gestern war nur zufällig."
Hermine hob eine Augenbraue.
„Schau, ich hatte einen Albtraum und wollte eigentlich zu Harry, aber im Gemeinschaftsraum bin ich vollends zusammengebrochen und er war da und hat mir geholfen und versucht mich zu beruhigen. Danach haben wir noch miteinander geredet und sind irgendwann Beide eingeschlafen. Glaub mir, ich fühle nicht das geringste Bedürfnis noch mal was mit ihm anzufangen."
Hermine wirkte halbwegs beruhigt.
„Sag Harry bloß nichts, er würde Draco vermutlich umbringen."
„Okay," erwiderte Hermine, „ich will ja nicht, dass Harry sich eines Mordes schuldig macht."
Lucy wirkte deutlich erleichtert.
„Es gibt wirklich gar nichts"
Hermine stöhnte genervt auf. Ron sah über den Tisch zu ihr und klappte das Buch zu, in dem er selber gerade suchte. Es war halb eins und die siebe Teenager hatten sich in die verbotene Abteilung geschlichen um weiter nach Horkruxen zu suchen. Doch mit jedem Buch, in dem sich kein Hinweis finden ließ, sank auch ihre Hoffnung etwas zu finden.
„Ist doch bescheuert," murrte er, „da gibt es eine ganze Abteilung mit Büchern die schwarze Magie behandeln aber helfen tut es uns gar nichts, weil wir das, was wir suchen nicht finden können."
„Aber immerhin interessiert dich diese Sache genug um dich überhaupt in die Bibliothek zu locken," sagte Hermine und grinste.
„Na ja, je mysteriöser die Sache ist, umso spannender ist es auch danach zu suchen."
„Na dann lass uns die hier zurück legen und mehr Bücher holen," erwiderte Hermine und stand auf.
Sie schleppten die Bücher zurück zu dem Regal, aus dem sie sie hatten. Lucy saß davor auf dem Boden und blätterte durch ein dickes Buch auf dessen Seiten immer wieder Spritzer waren, die Blut merkwürdig ähnlich waren. Während Ron Bücher zurückstellte schlug Lucy das Buch frustriert zu.
„Findest du auch nichts?" fragte Ron.
Sie schüttelte den Kopf.
„Das ist doch Hoffnungslos, ich glaube Debbie hatte Recht, wir brauchen jemanden der sich mit schwarzer Magie auskennt... jemand der..."
Sie brach ab und Ron bemerkte ein plötzliches begeistertes leuchten in ihrem Gesicht.
„Was?" fragte Hermine misstrauisch.
„Ich weiß wer etwas über schwarze Magie weiß, der vielleicht wissen könnte was es mit Horkruxen auf sich hat."
„Ach ja?" fragte Ron.
Sie nickte, „Allerdings, aber ich fürchte das wird keinem von euch gefallen."
Hermine und Ron sahen sich kurz verwirrt an.
„Nein," sagte Hermine dann, „nicht ihn."
Ron war immer noch verwirrt.
„Lucy, das kann nicht dein ernst sein."
„Warum nicht?"
„Wen denn?" fragte Ron genervt.
„Sie will Malfoy fragen."
„Was?!" hörte Ron Harrys Stimme hinter sich.
AN: Ich hoffe das Kapitel gefällt euch, trotz, wie ich zugeben muss, langer Wartezeit. Aber, und ich weiß das habe ich schon öfters gesagt, mein Abi macht sich nun mal nicht von allein. Aber das Halbjahr ist jetzt (zum Glück) so gut wie vorbei und ich geb mir Mühe, wieder ein bisschen schneller zu schreiben, so dass ich noch ein paar Kapitel schaffe, bevor es dann in die Endphase meiner Schullaufbahn geht. Aber egal wie lang die Wartezeiten sind, versichere ich euch, dass ich weiterschreibe (schon allein weil meine Betaleserin mir das sonst für den Rest meines Lebens vorhalten würde). Außerdem liegt mir die Story viel zu sehr am Herzen um sie unbeendet zu lassen. Also, ich hoffe ihr honoriert das Kapitel mit ein paar Reviews.
Liebe Grüße Sanny
