Die saßen in dem großen Sessel, John auf der Sitzfläche und Mary an ihren Mann gelehnt auf der Lehne und warteten auf ihr Söhne. Diese setzten sich nebeneinander auf die Couch und verschränkten ihre Hände miteinander.

John schlang einen Arm um die Hüften seiner Frau und zog sie noch näher. Er brauchte jetzt die Nähe und den Halt von ihr. Sam rutschte noch ein Stück näher an Dean und sah ihn hilfesuchend an.

Dean atmete noch einmal tief durch und fing an: "Mum, Dad. Sam und ich… wir haben uns… wir sind… ach Fuck, wir sind zusammen. Ich hatte bis jetzt kein Interesse an anderen Männern, hab ich auch jetzt noch nicht, aber Sam ist der eine für mich, er war es schon immer. Für ihn hätte ich jede und jeden stehen lassen. Ich will nur ihn und will das jetzt auch nicht vermasseln."

Sam sah ihn ungläubig aber auch überglücklich an. John räusperte sich, „Sam?"

„Ich will mit Dean zusammen sein. Ich weiß, wir sind für alle Brüder, aber ich denke wir können es schaffen. Auch nächstes Jahr, wenn Dean am College ist. Ich, wir haben uns echt Gedanken darüber gemacht, aber es ändert nichts, wir wollten es euch gleich sagen, damit es nicht zu einer blöden Situation kommt."

Mary fing an zu lachen. „Jungs, ich liebe euch beide und ihr seid und bleibt meine Söhne. Wenn ihr euch entscheidet eine Beziehung zu führen, stehen wir hinter euch. Die Probleme die dadurch entstehen werden, werden aber eine riesige Prüfung für euch. Für die meisten seid ihr Brüder, wir werden alles tun um das alles aufzuklären, aber es wird immer einige geben, die das nicht hören wollen."

John nickte und fuhr fort: „Wir werden gleich morgen einen Termin bei eurer Schule machen, damit der Direktor und die Lehrer bescheid wissen. Um eure Kollegen und Freunde müsste ihr euch selbst kümmern, wann und wie ihr wollt."

Die Jungs nickten und sahen noch etwas angespannt aus. „Danke", sagte sie gleichzeitig.

„Hört mal, es ist alles in Ordnung. Lasst uns auch ein bisschen Zeit um uns daran zu gewöhnen, okay?" bat Mary.
Wieder nickten die beiden, diesmal aber mit einem kleinen Lächeln auf den Lippen.

„Noch was", sagte John „die meisten frisch verliebten Pärchen würden dafür morden schon zusammen zu wohnen und fast jede Minute miteinander verbringen zu können. Vergesst aber eure Freunde nicht und hängt nicht immer zusammen. Ihr ward schon von Anfang an nicht auseinander zu bekommen, aber eine Bruderbeziehung ist etwas anderes als eine Liebesbeziehung. Nehmt euch auch mal Zeit für euch selbst, ihr müsst ja keine Angst haben, der andere wird immer da sein."

Überrascht sahen ihn die restlichen Familienmitglieder an. „Was?" wollte er wissen, „ich hab mir auch so meine Gedanken gemacht." Das lockerte die Stimmung wieder auf und sie lachten miteinander.

„Wir gehen nach oben", meinte Dean und zog Sam mit sich. Ohne dessen Hand loszulassen marschierte er los. Er steuerte Sams Zimmer an warf sich auf Bett. „Ist doch ganz gut gelaufen, was meinst du?"
„Hmm", nickte Sam, „find ich auch."

„Was machen wir jetzt?" wollte der Ältere wissen.
„Ich muss duschen, ähm…kommst du mit?" meinte Sam
„Ich? Mit? Duschen?"

„Babe, du musst nicht, ich wollt dich nur fragen und hätte dich auch einfach gern bei mir. Wir machen auch nichts außer duschen."
Dean sah den Jüngeren lange an, nickte dann und stand wieder auf.

Im Bad wussten beide nicht so recht was sie machen sollten, bis Sam sich ein Herz fasste und Dean zu sich zog. „Hey", meinte er leise und sah den Kleineren in die Augen.
„Auch hey", bekam er zur Antwort und merkte wie Dean sich in seinen Armen etwas entspannte.

Zufrieden beugte er seinen Kopf ein bisschen nach unten und küsste ihn liebevoll. Dean ließ sich komplett fallen und genoss es einfach Sam so nah bei sich zu spüren.

Langsam fing Sam an, an Deans Shirt zu ziehen. Sie gingen ein bisschen auf Abstand um sich gegenseitig auszuziehen. Sofort klebten sie wieder aneinander und küssten sich. Die Hosen fielen zu Boden und schon waren beide nackt.

Sam zog Dean mit unter die Dusche und stellte das Wasser auf warm.
„Alles okay?" fragte er.
Dean nickte und zog ihn zu sich runter um ihn zu küssen. Die ganze Situation war so ganz anders als vorher im Pool. Viel liebevoller, ruhiger und sanfter.

Sam griff hinter sich und nahm das Duschgel. Er gab eine großzügige Portion davon in seine Hände, schäumte alles auf und fing an Dean zu waschen. Er seifte ihn ein und entdeckte so jede Stelle am Körper seines Freundes.

Dann nahm Dean das Duschgel und fing an Sam zu waschen. Sie ließen sich viel Zeit dafür und küssten sich immer wieder zwischendurch. Als sie sich auch noch gegenseitig die Haare gewaschen haben, stiegen sie aus der Dusche und wickelten sich in die Badetücher.

Zusammen kuschelten sie sich wieder ins Bett und genossen einfach die Anwesenheit des anderen.

In der Zwischenzeit saßen John und Mary wieder mit einer Flasche Wein im Wohnzimmer. Die Küche haben sie in Rekordzeit zusammengeräumt. Jetzt saßen sie hier und mussten sich über die nahe Zukunft ihrer beiden Jungs unterhalten.

„Schatz, wir schaffen das. Wir können ihnen nur beistehen, alles andere müssen sie selbst machen", sagte Mary liebevoll.
„Ich weiß Liebling, ich mach mir nur Sorgen um Dean. Er tut immer so stark, so als ob nichts an ihn rankommen könnte. Das ist er aber nicht. Klar, er ist in Sam verliebt, das sieht man, aber eine Beziehung unter Männern wird noch immer nicht genauso gesehen wie eine zwischen Mann und Frau. Ich bin mir nicht sicher ob er dem ganzen gewachsen ist."

„Ja, aber dafür ist Sam umso stärker. Er hat nach seinem Outing auch einiges einstecken müssen, er kann und wird der Halt für Dean sein, den er braucht."

John sah auf und runzelte die Stirn. „Was meinst du damit, dass er einiges einstecken musste?" wollte er wissen.
Mary seufzte und meinte: „Schatz, das ist vorbei und es ist nichts geschehen. Alles war halb so wild."
John schüttelte gleich den Kopf. „Ich finde nicht, dass wenn mein Sohn bedroht wird, dass das halb so wild ist."

„Wer hat was von bedrohen gesagt? Dean hätte so was nie zugelassen. Egal ob verliebt oder nicht. Sein Beschützerinstinkt Sam gegenüber war schon immer überausgeprägt. Das einzige was war, waren Blicke und ein paar Seitenhiebe in seine Richtung. Er hat das prächtig gemeistert und ich hatte ihn immer im Auge."

„Warum weiß ich nichts davon?"
„Weil ich die Mutter bin und auf die Jungs aufpasse. Sobald etwas kritisch wird sprech ich sofort mit dir, aber es gibt tausend Kleinigkeiten im Leben der beiden von denen du oder ich oder auch sie selber nichts wissen. Das ist so, sie werden erwachsen und ich bin froh, dass sie sich haben."

John lächelte seine Frau an und nahm sie liebevoll in den Arm. „Du bist ein gute Mum", meinte er. Mary lächelte und sagte: „Und du ein guter Dad."

„Weist du, ich finde es gut für ihre Beziehung, dass sie so unterschiedlich sind. Für Brüder wäre das irgendwann ein Grund gewesen sich auseinanderzuleben, bei unseren beiden aber bringt es sie nur näher zusammen."
„Ja, vielleicht hast du recht, sie hatten schon immer was Besonderes an sich. Sie schaffen das", gab John seiner Frau recht.

Sie unterhielten sich noch eine Weile und gingen dann zu Bett.

Am nächsten Morgen wachte Dean auf und konnte sich keinen Millimeter bewegen. Der Grund dafür war Sam. Der lag mit dem Kopf auf seiner Schulter, hatte einen Arm und seine Beine um ihn geschlungen und schlief noch tief und fest.

´Daran könnte ich mich echt gewöhnen´ dachte Dean bevor er versuchte sie beide zu entknoten, denn er musste ganz dringend ins Bad. Als er ein Stück wegrückte, drehte sich Sam um und murmelte: „Nicht weggehen, dableiben."

Dean beugte sich zu ihm rüber, hauchte ihm einen Kuss auf die Stirn und flüsterte: „Bin gleich wieder da Baby, schlaf weiter."
Zufrieden kuschelte sich der Jüngere wieder in die Kissen und schlief weiter. Deans Herz ging über vor Glück, er musste sich dann aber von dem Anblick losreißen, da seine Blase wirklich drückte.

Erleichtert kam er zurück und stieg zurück ins Bett. Sofort kuschelten sich die zwei jungen Körper wieder zusammen.

Als der Wecker klingelte versteckte sich Sam unter der Decke und tat so als ob er ihn nicht hören würde. Dean fing an zu lachen und holte seinen Freund wieder hervor.

„Hey Schlafmütze, du musst aufstehen."
„Will nicht", kam es undeutlich hervor.
„Hmm, wenn du nicht willst, dass Mum und Dad dich holen kommen musst du raus."
„Mir egal, das ist der Vorteil, da sie ja jetzt von uns beiden wissen", grinste Sam und sah endlich auf.

Dean grinste zurück, rückte noch ein Stück näher und legte seine Lippen auf Sams.
„Guten Morgen Baby", sagte er dann und sah ihn liebevoll an.
„Guten Morgen Babe", erwiderte Sam leise bevor er den Älteren wieder leidenschaftlich küsste.

„Oh Mann, am Wochenende lass ich dich keinen Millimeter von meiner Seite, das schwör ich und jetzt steh auf bevor ich dich hier festbinde", keuchte Dean atemlos.
„Keine Angst, ich weich dir nicht von der Seite, ganz sicher nicht", antwortete Sam und trennte sich mal wieder schweren Herzens von seinem Freund.

Als er in die Küche zum Frühstück kam sah Mary ihn an und fragte: „Ist Dean schon wach?"
„Ähm ja, er war wach, schläft aber schon wieder weiter."
„Na gut, dann muss er sich selbst was zum frühstücken machen, ich fahr gleich einkaufen."

„Ist gut Mum, sag mal…ach vergiss es", meinte Sam. Mary drehte sich um und setzte sich den Jüngeren gegenüber. „Was wolltest du fragen?"

„Naja, das mit Dean und mir. Ist das wirklich in Ordnung für euch?"
„Ich frag dich jetzt das gleiche wie Dean, macht es einen Unterschied?"
„Es würde alles viel komplizierter machen aber nichts ändern", sagte Sam bestimmt.

Mary lächelte, „Gute Antwort und es ist in Ordnung, solange ihr ein bisschen Rücksicht auf uns Alten nehmt." Sam fing an zu lachen und nickte. „Ich muss los, bis heut Abend", damit stand Sam auf und ging ohne noch einmal nach Dean zu sehen, sonst hätte er sich nicht mehr losreißen können.

Den Tag verbrachten beide wieder damit sich mit SMS zu bombardieren. Sam musste wegen seinen Abgang am Tag zuvor Rede und Antwort stehen, sagte aber nicht mehr, als dass ihm plötzlich furchtbar schlecht war und er den ganzen Nachmittag im Bett verbracht hatte.

Was zum Teil nicht ganz gelogen war.