AN: Wieder mal nach einiger Wartezeit kommt das nächste Kapitel. Wir haben nun etwa die Hälfte dessen erreicht, was ich bisher geschrieben habe. Sozusagen ein kleines Bergfest. Wenn man allerdings berücksichtigt, dass mit all dem was ich bisher geschrieben habe, noch lange kein Ende abzusehen ist, wäre ein Bergfest wahrscheinlich noch viel zu früh ;-)
Kapitel 11 - Dreieinigkeit
„Gehen wir spazieren." Schlug Harry vor.
Shania nickte und gleichzeitig flog der Dracus auf ihre Schulter.
Zusammen und Hand in Hand gingen sie nach unten.
„Hast du deine Formen eigentlich schon gemeistert?" fragte Harry neugierig.
Sie grinste und begann zu schimmern. Dann schrumpfte sie plötzlich. Seines Halts beraubt, flatterte der Dracus heftig mit den Flügeln und landete schimpfend auf Harrys Schulter.
An der Stelle wo Shania eben noch gestanden hatte, stand nun ein schwarzer Panther mit leuchtend blauen Augen.
Harry lächelte und kraulte ihr liebevoll das Fell.
„Beeindruckend." sagte er stolz, „Wenn ich meine Tigerform gemeistert habe, können wir zusammen durch die Wälder streifen."
Sie verwandelte sich zurück und strahlte: „Ja, und wenn ich meine magische Form gemeistert habe, können wir zusammen fliegen."
„Was ist deine magische Form?" fragte Harry neugierig.
„Eine Fata Morgana."
"Eine Illusion?" fragte Harry irritiert.
„Nein, ein magisches Vogelwesen. Es sieht aus, wie ein großer Papagei und ist schreiend bunt. Doch die Farben bleiben nicht gleich, sie ändern sich dauernd und fließen immer wieder ineinander, so wie ein Kaleideskop. Um sich zu schützen, ist es in der Lage eine Illusion um sich zu erzeugen, dass es aussehen lässt, wie andere Tiere."
„Wow. Dann könntest du dich zum Beispiel in einen Drachen verwandeln, scheinbar zumindest und Gegnern Angst einjagen."
„Genau." sagte sie mit funkelnden Augen.
„Dann müssen wir nur noch Luna so weit bringen." Sagte er und schaute sie unsicher an.
Sie sah, dass er dem neuen Verhältnis immer noch nicht vertraute und lächelte ihm zu, „Harry, folge einfach deinem Herzen! Unser Seelenband erlaubt mir, zu spüren, dass du mich wirklich liebst und das ist alles was zählt. Und wenn du auch Luna liebst, dann ist es ok. Ich hätte das sicher anders gesehen, wenn wir nicht einen Monat mit Mira, Sanue und Naru zusammen gelebt hätten."
„Es ist so neu und ungewöhnlich und ich möchte dich nicht verlieren."
„Harry, du wirst mich nie wieder verlieren." Sagte sie entschlossen, „Ich wundere mich allerdings, warum Luna das so locker aufgenommen hat."
„Luna ist ein ganz besonderer Fall." sagte Harry lächelnd, „Sie glaubt an alles mögliche, je ungewöhnlicher, desto besser und kaum etwas bringt sie wirklich aus der Ruhe. Du hast gesagt, eine Dreier-Beziehung kann funktionieren, sie ist in mich verliebt und nun weiß sie, dass ich ihre Gefühle erwidere. Alles andere ist unwichtig für sie, besonders, was andere über sie denken."
Shania nickte, „Wenn ich mir ihren modischen Geschmack ansehe, mit ihren Plastikohrringen und ihren bunten Sachen, die sie trug, als Merlin sie her gebracht hat, kann ich das verstehen. Eigentlich sollte sie so bunt aussehen, wie ein Paradiesvogel."
„Wer weiß? Vielleicht hast du damit sogar den Nagel auf den Kopf getroffen." Sagte Harry schmunzelnd.
Sie waren inzwischen im Garten angekommen und er hockte sich an einem Stein hin.
„Was tust du?" fragte Shania.
„Ich möchte sehen, wie ich mit dem Erdelement klar komme."
Er konzentrierte sich und spürte den Stein intensiver. Doch mehr geschah nicht.
„Klappt es nicht?"
„Nein, nicht das geringste." Murrte Harry. Er versuchte es noch ein paar Mal, dann ließ er den Stein fallen.
„Es ist merkwürdig." sagte Harry nachdenklich, „Wenn ich versuche, mit dem Feuer zu arbeiten, erreiche ich nur geringe Erfolge, kann eine Flamme größer oder kleiner machen oder sie sogar etwas wandern lassen. Doch das hat sich ganz anders angefühlt, als das Obsidian und darüber hatte ich perfekte Kontrolle. Aber das schien nicht für anderes Gestein zu gelten."
„Vielleicht war es wie bei mir. Der Ast für den Stab ist sozusagen aus eigenem Willen zu mir gekommen, vielleicht gilt das für das Obsidian auch."
Harry lächelte und nickte: „Das könnte sein. Und wie weit bist du mit der Luft?"
„So wie du, leichte Veränderungen wie eine Brise, etwas Wind oder einen leichten Luftwirbel."
„Probiere es!" sagte er und nahm ihre Hand.
Sie lächelte und streckte ihre freie Hand aus.
„Ein Wirbel." Murmelte sie und konzentrierte sich stark.
Plötzlich gerieten die Luftmassen um sie in Bewegung. Sie standen plötzlich in einer starken Verwirbelung der Luft und ihre Haare und Roben flatterten heftig und knatternd im Wind. Das Gras und die Blumen neigten sich in Richtung des Punktes auf den Shania deutete und ein deutlich sichtbarer Wirbel bildete sich vor ihnen. Er wuchs bis auf eine Höhe von acht Metern und einem Durchmesser von einem guten Meter, dann raste er durch die Blumenbeete des Gartens. Er zog eine Schneise der Verwüstung in dem Feld hinter sich her, bevor er sich nach ein paar Metern auflöste.
Shania starrte Harry an: „Unmöglich! So ein riesiger Wirbel ist noch nie entstanden! Noch nie mehr, als ein lauer Wind!"
„Hmm..." murmelte Harry, „Vielleicht..." er streckte seine freie Hand mit der Handfläche nach oben und eine Flamme entstand mit einem Verpuffen.
Er ließ sie wieder verschwinden.
„Nach Merlin ist es viel schwerer ein Element zu erschaffen, als es zu kontrollieren und ich hatte noch nicht mal letzteres geschafft."
Er ließ Shania los und versuchte es erneut. Nur die Luft flimmerte etwas über seiner Hand.
„Das ist es." sagte er, „Wir sind stärker, wenn wir uns berühren."
Sie nickte verstehend, „Die Liebe... das ist die Macht, die Voldemort nicht kennt. Nur zusammen können wir ihn schlagen, vielleicht sogar nur zusammen mit Luna."
Harry nickte besorgt, doch sie beruhigte ihn sofort: „Es ist unsere Wahl, Harry und zusammen stehen wir das durch. Wir werden ein Team, wie Mira, Sanue und Naru."
Er lächelte und umarmte sie dankbar.
Sie unterhielten sich eine Weile über alles mögliche und kamen sich wieder näher. Nach zwei Stunden zusammen, war Harry wieder so froh und glücklich wie zuvor, eher noch glücklicher, da er nun wusste, was er bald verloren hätte und es nun doppelt wieder gefunden hatte und dementsprechend schätzte.
Doch Shania sah ihn immer wieder unsicher an.
Er nahm schließlich ihre Hand und sah ihr tief in ihre blauen Augen.
„Was hast du, Liebes?" fragte er sie.
„Ich... ich habe dir so weh getan. Wie kannst du mich noch lieben?" fragte sie mit einem Unterton der Verzweiflung.
„Shania." sagte er ernst, „Du hast überhaupt nichts getan. Wenn überhaupt, dann war es Morgana, aber ich denke, ich habe ihr vergeben."
Sie sah zu Boden, „Ich habe gesehen, wie du gelitten hast. Du hast versucht, es zu verstecken, aber ich habe es gesehen."
Er hob ihr Kinn sanft an und hauchte einen Kuss auf ihre Lippen.
„Shania, ich habe dich die ganze Zeit geliebt und das tue ich noch, unvermindert und noch mehr sogar, da ich weiß, wie viel es mir wirklich bedeutet. Und nun... als Luna mich geküsst hat..." sagte er vorsichtig.
Sie schmunzelte, „Was hast du gefühlt? Ich weiß, dass es etwas besonderes war, denn sie hat gestöhnt."
Harry wurde rot und sah schuldig zu Boden.
„Harry!" sagte sie harsch.
Er sah wieder auf, Verzweiflung, Schuld und Sorge in seinen grünen Augen.
„Harry, Luna und ich sind uns einig, dass wir beide dich lieben und du uns beide liebst. Es gibt keine Eifersucht, keinen Neid. Luna und ich verstehen uns und wir werden langsam Freunde. Wenn das funktionieren soll, dann darfst du dir keine Sorgen machen und keine Scheu haben, wenn du eine von uns küsst, oder gar Sex mit ihr hast. Du hast eine Beziehung mit uns beiden, mit allen Rechten und Pflichten. Nun sage mir, was hast du gefühlt?"
Er schluckte, „Es war wunderschön, so wie, als ich dich zum ersten Mal geküsst habe. Und doch... plötzlich war ich vollständig. Als hätte mir die ganze Zeit noch etwas gefehlt, zum perfekten Glück."
Sie lächelte und nickte, „So etwas hatte ich mir gedacht." Dann schlang sie ihre Arme um ihn und schmiegte sich an ihn, „Ich freue mich, dass du wieder glücklich bist. Nun, da wir komplett sind, können wir uns wirklich vorbereiten auf alles, was uns erwarten mag."
Harry erwiderte die Umarmung und minutenlang standen sie einfach nur so da, zwei Liebende in einem schönen Schlossgarten.
Auf einmal hörten sie die Verpuffung, die mit dem Erscheinen von Aglan einherging und sie drehten sich in die Richtung des Geräusches, ohne sich voneinander zu lösen.
Luna stand zwei Meter neben ihnen und strahlte über das ganze Gesicht. Außerdem hielt sie einen dunkelbraunen Stab in ihrer Hand, der wie Shanias anderthalb Meter lang war. Auch dieser war aus Holz, doch er war mit Runen und Schnitzereien verziert. Am oberen Ende des Stabs war ein Rubin eingefasst, der wie Shanias und Harrys Fokusstein aus dem inneren zu leuchten schienen. Doch das war es nicht, was sie beide gefangen nahm an dem Anblick. War Luna in einer einfachen dunkelblauen Robe auf ihre Reise gegangen, die sie von Shania erhalten hatte, sah sie nun umwerfend aus.
Sie trug ein weißes Gewand, das locker in Längsfalten auf den Boden fiel. An ihrer schmalen Hüfte war es durch einen goldenen Gürtel zusammen gerafft, so dass das Kleid ihre Figur betonte. Das Kleid hing nur an den äußeren Rändern auf ihren Schultern und schwang sich in einem weiten Bogen hinunter zu ihrer Brust. So ließ es viel Haut zu sehen und zeigte deutlich Lunas Dekollete, ohne obszön zu wirken oder zu viel zu zeigen. Vorher waren Lunas Roben immer weit und unauffällig gewesen, doch nun sah man deutlich, dass sie eine schöne weiblich gerundete Figur hatte. Für Harry sah sie aus, wie die personifizierte Verführung. Ihre Haare waren nun in einen Pferdeschwanz gebunden, von dem locker geringelte Locken ihres dunkelblonden Haares hingen. Dazu hatte sie einen Haarkranz aus Olivenblättern in ihrem Haar. Sie sah aus wie eine griechische Göttin.
Ihre Wangen wurden leicht rot, als sie sah, wie intensiv Harry sie anstarrte.
Shania sah, was mit Harry los war und zu ihrer eigenen Überraschung, empfand sie noch immer keine Eifersucht. Sie hatte es tatsächlich in ihrem Herzen akzeptiert, dass Harry auch sie liebte und mehr als alles andere bedeutete ihr es, dass Harry wieder er selbst war, auch wenn er nun zwei Frauen in seinem Leben hatte. So nahm sie ihre Arme von seinen Schultern und schob ihn sanft in Lunas Richtung. Er sah sie dankbar an und sie lächelte verstehend. Dann ging er zu Luna und zog sie in eine enge Umarmung und einen leidenschaftlichen Kuss.
„Du siehst unglaublich aus, Luna. Wie eine griechische Göttin." sagte er aufrichtig.
Sie strahlte, bevor sie sich aus der Umarmung löste und sich umsah.
„Was suchst du?" fragte Harry neugierig.
„Imides."
„Wer oder was ist Imides?" fragte Harry.
„Das ist mein Knittergehörnter Snorkack." sagte sie lächelnd.
„Du... du hast einen Snorkack gefunden? Ich dachte, die leben in Schweden?"
„Wir haben uns geirrt. IMIDES!" rief sie laut.
Plötzlich schimmerte es auf ihrer linken Schulter und ein kleines Wesen erschien aus der Luft.
Es sah aus, wie eine Mischung aus einem Teddybären und einer Meerkatze und war etwa dreißig Zentimeter hoch, dafür schien es allerdings einen Schwanz zu haben, der sechzig bis siebzig lang zu sein schien. Es war schwer zu sagen, denn der hing zusammen gerollt über der anderen Schulter von Luna. Er schien ihn zum Abstützen zu benutzen und da es affenähnlich war, vermutlich auch zum Klettern und Halten.
Der Kopf war ziemlich putzig, doch hatte keine Ohren, die menschenähnlich waren, wie die der Affen, sondern Ohren wie ein... Teddybär. Es wirkte ein wenig pummelig und war von hellem braunen flauschigem Fell umgeben. Doch das hervorstechende Merkmal waren zwei Hörner, die zwischen den beiden Ohren auf dem Kopf zu sehen waren. Sie waren mehrfach geknickt, so dass sie aussahen wie eine abstrakte Treppe, daher hatte es vermutlich auch den Namen Knittergehörnt. Und doch wirkte es so, wie ein kleiner Teufel und der Schalk, der ihm aus seinen goldbraunen Augen blitzte, konnte locker mit dem von Spike mithalten. Und die Pupillen der Augen waren nicht schwarz, wie bei normalen Augen, sondern silber und so konnte man kaum den Blick von seinen Augen abwenden.
Harry streichelte es mit seinem rechten Zeigefinger. Erst schnupperte es an dem Finger, dann griff es mit seinen kleinen Händchen danach und hielt den Finger fest. Die Hände waren menschenähnlich, nur hatten sie nur drei Finger und einen Daumen. Genauso hatte es nur vier Zehen. Hände als auch Füße waren nicht von Fell bedeckt, sondern waren aus Haut, die ebenfalls wie die von Menschen aussah, nur etwas dunkler, wie sie in südlichen Ländern üblich war und seine kleinen Hände waren angenehm warm.
Es quiekte frech, dann biss es Harry mit spitzen Zähnen in seinen Finger.
„Hey!" rief Harry, aber mehr überrascht, als verletzt. Es hatte nur im Scherz zugeschnappt, wie es schien. Wenn es mit diesen spitzen Zähnen richtig zugebissen hätte, dann wäre zumindest etwas Blut geflossen.
„Hab keine Angst." sagte Luna amüsiert, „Er frisst nur Obst, Gemüse und Insekten, aber kein Fleisch."
Harry lächelte, „Ich habe auch nicht gedacht, dass er mich fressen will. Dazu hat er nicht doll genug zugebissen."
Harry brachte seine Hand herunter zu Lunas Schulter, und wie er es gehofft hatte, kletterte es auf seine Hand. Der Snorkack war überraschend leicht und wog kaum fünfhundert Gramm. Er schlängelte seinen Schwanz um Harrys Unterarm bevor Harry ihn zu seiner Schulter herüberhob. Doch Imides blieb nicht auf seiner Schulter, sondern kletterte frech auf seinen Kopf und wuselte mit seinen kleinen Händen in Harrys ohnehin schon wilden Haaren herum. Das brachte beide Mädchen zum Lachen und Harry genoss den melodiösen Klang ihrer Stimmen. So konnte er dem Snorkack nicht wirklich böse sein. Er setzte ihn wieder auf seine Schulter und streichelte ihn. Dafür schnurrte der kleine dankbar.
Jedenfalls bis ein schriller Schrei ertönte und Spike angeflogen kam. Er flog ein paar Runden um Harry und beäugte den Snorkack neugierig, genau wie das kleine Pelztier es mit dem Dracus machte. Der Drache schnatterte frech zu dem Snorkack herüber und Harry könnte schwören, er machte sich über Imides lustig. Plötzlich sprang der Snorkack in einem weiten Satz von Harrys Schulter auf den Dracus zu und bekam ihn an seinem Schwanz zu fassen. Obwohl er sehr leicht war, war er dennoch zu schwer für den Mini-Drachen und heftig mit den Flügeln flatternd sackte er zu Boden, wo die beiden sogleich eine heftige Rauferei begannen. Wieder lachten die Mädchen und Harry schmunzelte amüsiert. Er spürte plötzlich ein vertrautes Gewicht auf seiner Schulter und kurz darauf hörte er das abfällige Zwitschern seines Phönixes, der offenbar solche kindischen Kämpfe unter seiner Würde hielt.
Das stoppte augenblicklich den Dracus und den Snorkack. Die beiden sahen den Phönix herausfordernd an. Dann sahen sie sich an, nickten sich zu und ehe es sich die drei Menschen versahen, machte Imides einen Satz auf Harry zu und kletterte schnell wie der Blitz sein Bein, seinen Körper und schließlich seinen Arm hinauf bis zu seiner Schulter empor. Auch Spike war losgeschossen und flatterte nun mit schwungvollen Bewegungen auf den Phönix zu, doch kurz bevor sie ihn erreichten, verschwand er in einer silbernen Flammenwolke und die beiden anderen magischen Wesen trafen aufeinander und fielen in einem weiteren Knäuel zu Boden. Diesmal konnte sich auch Harry das Lachen nicht verkneifen.
„Das kann ja heiter werden." sagte Harry, „Hoffentlich vertragt ihr beide euch besser, als eure Gefährten."
Luna zwinkerte Shania zu und diese zwinkerte zurück. Dann traten sie zu Harry heran und nahmen je eine Hand.
„Wir sind glücklich mit dir, warum sollten wir uns streiten?" sagte Luna.
„Genau. Das einzige worum wir uns streiten könnten, wäre, wer von uns beiden in der Hochzeitsnacht zuerst seinen Spaß mit dir haben darf..." sagte Shania grinsend.
Harry lief knallrot an und sah plötzlich sehr unsicher aus.
„... aber da ich das Vergnügen schon hatte, lasse ich Luna den Vortritt. Problem gelöst." sagte sie nun ernst zu Luna.
Luna nickte verstehend und warf ihr einen dankbaren Blick zu.
Harry schüttelte nur den Kopf und seufzte leise.
Doch plötzlich spürte er, wie sich Shania an seiner Seite verkrampfte, etwas schien sie zu bedrücken, denn er spürte Sorge über das Band zwischen ihnen.
„Was hast du?" fragte er leise.
Sie warf einen Blick auf Luna, doch dann straffte sie sich und sah Harry in die Augen, „Stört es dich, dass ich schwanger bin?"
Harry schüttelte mit dem Kopf, „Nein. Ich habe Bedenken, ja, denn wir sind sehr jung und wir alle schweben in Gefahr. Und doch... irgendwie erfüllt es mich mit Glück. Bald... bald werden wir eine große glückliche Familie sein und zusammen, wir alle drei, zusammen schaffen wir das. Außerdem haben wir keine Probleme, für es zu sorgen. Das einzige, worüber ich mir Gedanken mache, ist, wie wir in der Schule damit klar kommen. Du willst doch noch mitkommen, oder?"
„Natürlich." sagte sie entschlossen.
„Hmm... nun, Dumbledore braucht mich, obwohl ich Voldemort so oder so ausschalten werde, aber vielleicht kann ich meinen Einfluss geltend machen und ein paar Bedingungen stellen." sinnierte Harry.
„Ich habe auch schon eine Idee wie. Selbst, wenn wir nicht zu der Zeit ankommen, wo wir gegangen sind, wird Dumbledore davon ausgehen, dass du nach Hogwarts kommen wirst, wenn du noch lebst. Wir wissen, dass Hedwig alle Briefe erst zum Orden bringt. Wir könnten Kontakt mit einer anderen Schule aufnehmen und du könntest dich erkundigen, ob du dich nicht dort anmelden kannst. Dann schickst du das Anmeldeformular für dich... und vielleicht auch für Shania, mit einem anderen Namen natürlich, ganz normal mit Hedwig los. Dumbledore wird reagieren und alles tun, um dich in Hogwarts zu behalten. Allerdings müssen wir bedenken, dass er auch versuchen könnte, dich mit Gewalt zu zwingen."
Harry nickte nachdenklich, „Der Plan ist gut, doch wenn er merkt, dass er mich mit ein paar simplen Bedingungen behalten kann, wird er keinen Zwang riskieren und wenn doch... nun, dann müssen wir sehen, dass wir bis dahin gut genug sind, um uns aus solch einer Situation zu befreien." sagte er mit entschlossen funkelnden Augen.
Shania nickte, „Ich bin dafür. Dann müssen wir uns nur noch einen Namen für mich überlegen."
Luna runzelte kurz die Stirn, dann schmunzelte sie, „Wie wäre es mit Yvonne? Der Name gefiel mir schon immer gut."
Shania lächelte, nickte und sah Harry fragend an.
Harry nickte und grinste: „Hört sich gut an, aber ich nenne dich dann Yvy."
Shania schmunzelte und nickte, „Finde ich schön. Was ist mit dem Nachnamen?"
„Wie wäre es mit Poloander?" fragte Luna, „Po für Potter, Lo für Lovegood und Ander für Anderson?"
Shanias Augen funkelten und sie umarmte Luna freundschaftlich, „Du bist ein Engel! Ein wirklich cleverer Engel!"
Lunas Wangen färbten sich rot.
„Sie ist eine Ravenclaw, eine wahre Ravenclaw und doch mit dem Herz einer Löwin." sagte Harry stolz.
Ihre hellgrauen Augen strahlten, als Harry diese Worte sprach und seine Arme um beide Mädchen schlang.
„Also, du bist von nun an für uns Yvy Poloander. So können wir uns daran gewöhnen und du musst reagieren, wenn dich jemand anspricht." sagte Harry.
„Gute Idee. Wir sollten Merlin und Morgana einweihen. Vielleicht können sie uns noch ein paar Tipps geben."
So machten sie sich auf den Weg zurück ins Schloss.
Sie gingen langsam hinauf zum Arbeitszimmer von Morgana und da die Tür nur angelehnt war, stieß Shania sie aus Gewohnheit einfach auf. Was sie sahen, ließ die drei Teenager erstarren.
Morgana saß auf Merlins Schoß und hatte ihre Arme um den Hals des Magiers geschlungen. Beide waren in einen heißen Kuss vertieft.
Harry sah Shania fragend an und fragte dann laut: „Darf man das vor der Hochzeit?"
Die beiden schossen geschockt auseinander und starrten die Teenager erschrocken und leicht rot an.
Sie blickten in drei funkelnde Augenpaare und drei grinsende Gesichter.
„Habt ihr schon mal was von Anklopfen gehört?" fragte Morgana schließlich entrüstet.
„Sorry, aber ich habe noch nie angeklopft, wenn die Tür offen war." sagte Shania leicht verlegen.
„Wir hätten auch nicht damit gerechnet, euch so vorzufinden, sonst hätten wir selbstverständlich geklopft." sagte Harry ernst, doch dann schmunzelte er, „Allerdings hätte mir ein Bild davon ein Vermögen gebracht, denn in unserer Zeit glauben alle, ihr beide wäret euch todfeind gewesen."
Merlin schmunzelte, „Das kann ich mir denken. Solche kleinen Meinungsverschiedenheiten, wie zwischen mir und Morgana, was Arthur angeht werden halt aufgebauscht. Die wahren Tatsachen interessieren niemanden. Wir waren vorher Freunde und haben uns auch hinterher gut verstanden und nun... na, das habt ihr ja gerade gesehen."
„Luna, du siehst bezaubernd aus." sagte Morgana nun, da sie sich von ihrem Schock erholt hatte, „Genau, wie ich mir Circe immer vorgestellt habe. Du hast deinen Stab?"
Sie ließ ihn erscheinen und Morgana musterte ihn mit weiten Augen, „Ein Prachtstück. Das, was Harry und Shania mit der Kombination ihrer Kerne und Hüllmaterialien geschafft haben, hat Circe mit den Runen erreicht. Er hat ohne Zweifel großes Potential. Und er hat dich akzeptiert?"
Luna nickte stolz, „Ein Dorn hat sich geformt, wo mein Daumen ihn berührt hat und dann hat er rot aufgeleuchtet. Ich denke, er hat geprüft, ob ich eine Nachfahrin von Circe bin und dann hat er sich auf mich abgestimmt."
„Sehr gut möglich. Circe war sehr mächtig." sagte Merlin, „Niemand weiß genau wie mächtig. Ich werde nur als Vergleich herangezogen, weil es keinen realen gibt."
„Bevor wir besprechen, was ihr nun tut, würde mich interessieren ob ihr alle in eure Schule zurückkehren wollt." sagte Merlin.
Sie berichteten ihm, was sie geplant hatten und das fand insbesondere die Zustimmung von Morgana, deren Herz sich nun für Luna und ihre Ideen erwärmte.
Dann besprachen sie das Training der drei jungen Zauberer bzw. Hexen.
Gegen zehn sprach Merlin einen Tempus-Zauber und unterbrach das Gespräch.
„Wir sollten uns vorbereiten." sagte er mit funkelnden Augen.
„Vorbereiten?"
„Ich dachte, ihr wollt heiraten? Das perfekte druidische Ritual wird in dieser Nacht um Mitternacht stattfinden, denn es ist Neumond und Sommersonnenwende." erklärte Merlin, „Einer der Zeitpunkte mit der höchsten kosmischen Energie auf der Erde.
„Und wo genau werden wir heiraten?" fragte Harry plötzlich sehr aufgeregt.
„Hier, im verbotenen Wald. Südwestlich des Schlosses befindet sich ein Steinkreis, eine verkleinerte Version von Stonehenge. Perfekt für unsere Zwecke." sagte Merlin freundlich.
Er ließ seinen Blick über Luna wandern, „Du bist bereits perfekt gekleidet. Wie kommt das überhaupt?"
„Der Stab... als ich ihn gegriffen habe und nachdem er mich identifiziert habe, durchlief mich ein Schauer der Magie... er muss mich 'angemessen' gekleidet haben." sagte sie nachdenklich.
Merlin nickte, „Gut. Ich denke, Harry weiß es zu schätzen. Was ist mit dir, möchtest du dich umziehen?" fragte er Shania.
Sie sah auf Lunas Kleid, dann auf ihre einfache Robe und nickte, „Nicht unbedingt im selben Stil, aber schon angemessen für eine Hochzeit."
Morgana räusperte sich, doch aus ihren Augen sprach Hoffnung und verlangen, „Darf ich dir helfen?"
Shania strahlte und nickte, „Gern."
Damit verschwanden sie.
Harry sah Merlin nachdenklich an, schließlich nickte er, „Du bist mein einzig lebender Verwandter. Es wäre eine Ehre für mich, wenn du mir ein angemessenes Outfit verschaffen würdest. Ich habe keine Ahnung von druidischen Ritualen, doch ich denke, es sollte dem Anlass entsprechend sein."
Merlins Augen leuchteten auf, „Perfekt."
Der Zauberer führte die Transfiguration von Harrys Robe gleich vor Ort aus.
Als Merlin fertig war, trug Harry eine dunkelgrüne Unterrobe und eine silbern schimmernde Überrobe darüber. Die untere war geschlossen und hatte einen Stehkragen. Sie hatte lange Ärmel, die an ihren Enden ziemlich weit wurden, so dass sie ein ganzes Stück herunter hingen.
Die obere war am Hals sehr weit geschnitten und sie war auch nicht geschlossen, sondern hing offen über der anderen Robe. Aber sie war so perfekt maßgeschneidert, dass sie dennoch ohne jeglichen Verschluss hielt. Allerdings trug er doch einen schwarzen Ledergürtel und an diesem hing sein Schwert an seiner Seite. Zudem waren an den Rändern der silbernen Robe ein breiter schwarzer Streifen und über die beiden Längsseiten der Robe waren goldene Runen aufgestickt.
„Was bedeuten die Runen?" fragte Harry.
„Das ist ein Gebet um Gesundheit, Glück und Fruchtbarkeit an die alten Götter." sagte Merlin ernst.
Harry nickte dankbar.
„Dreh dich mal!" forderte Luna ihren Freund auf.
Harry kam dem nach und da die Robe unten etwas weiter geschnitten war, blähte sie sich etwas auf, als er sich um seine Achse drehte.
„Du siehst toll aus." sagte Luna strahlend.
Merlin nickte, „Das ist wahr. Ich habe noch ein Geschenk für dich." sagte Merlin und griff in seine Robe.
„Allerdings muss ich vorher noch etwas wissen, Harry. Gehörst du irgendeiner Relegion an?"
„Nein. Meine liebevollen Verwandten wollten keine Kirchensteuer für mich zahlen. Zudem glaube ich nicht an Gott."
Merlin lächelte, „Gut. Du musst ja nicht wirklich daran glauben..."
Er holte seine Hand aus der Tasche und hatte in ihr eine silberne Kette mit einem kunstvoll gearbeiteten keltischen Kreuz. Das Kreuz war gleichschenklig und die Schenkel waren durch einen dahinter gelagerten Kreis verbunden. Innerhalb des kreisrunden Zentrums des Kreuzes befand sich ein komplexer keltischer Knoten, der sich bis in die Kreuzschenkel fortsetzte. Insgesamt hatte das Kreuz einen Durchmesser von zweieinhalb Zentimeter. Eigentlich sah es aus, wie ein nettes Schmuckstück, doch nach Merlins Frage, wusste er, dass es sich um mehr handelte.
Merlin hängte ihm das Kreuz um.
„Damit bist du nun offiziell dem keltischen Druidenorden angehörig. Damit wird deine Heirat offiziell und niemand kann etwas dagegen tun, denn wie ich denke, gibt es in eurer Zeit noch immer oder wieder Relegionsfreiheit."
Harry grinste und nickte, „Was ist mit Shania und Luna?"
Merlin lächelte nur und gab Luna eine weitere Kette, nur war die ihre aus Gold und das Kreuz kleiner, nahezu unauffällig. Nur wenn man genau den Anhänger betrachtete, erkannte man, dass es ein keltisches Kreuz war.
„Damit es nicht so auffällig wird, bekommt Shanias Trauring ein keltisches Kreuz. Niemand wird euch die Ketten oder Ringe abnehmen können und sie sind authentisch und werden euch als Adepten der Druiden ausweisen, vor jedem Analysezauber."
Minuten später kam Morgana herein und öffnete die Tür für Shania.
Harry stockte der Atem, als er sie sah. Getreu den keltischen Traditionen trug sie wie Luna ein relativ einfaches Gewand, zumindest vom Schnitt her. Doch es war aus himmelblauer Seide gefertigt. Das Kleid war an zwei schmalen Trägern über den Schultern gehalten. Über der Brust war es in Querfalten gerafft. Darunter war es glatt bis zur Hüfte und fiel in lockeren Falten bis zum Boden herab. Dadurch, dass es am bis zur Hüfte eng anlag, wurde ihre weibliche Figur betont. Auch ihre Haare waren in einem Pferdeschwanz ähnlich dem von Luna gestylt, doch waren ihre Haare glatt und nicht gelockt. Zwei freche Strähnen fielen rechts und links ihres Gesichts herab. Auch sie trug einen Haarkranz, doch in der Tradition der Druiden und der Kelten war es ein Blumenkranz, der abwechselnd aus weißen Margeriten und blauen Kornblumen bestand. Sie sah aus, wie eine Prinzessin der Natur.
Als sie zu ihm herüber schritt, sah er, dass sie barfuß in Sandalen mit einfachen dünnen Lederriemchen lief und irgendwie brachte ihn das zum lächeln. Sie trug einen kleinen Strauß aus denselben Blumen in der Hand, die auch in ihr Haar geflochten waren.
„Du bist wunderschön." sagte Harry, als sie vor ihm anhielt.
„Du auch, Liebster." sagte sie leise und mit feuchten Augen.
Harry griff Shania und Luna an je einer Hand und sie apparierten zusammen mit Merlin und Morgana zu dem Steinkreis.
Sie kamen vor einem Kreis aus fünf großen Steinen an. In der Mitte des Kreises stand ein simpler Steinaltar. Auf dem Boden, der ebenfalls aus Fels war, waren Linien eingemeißelt, die ein Pentagramm mit den Steinen an den Eckpunkten und einen Kreis der das Pentagramm umschloss bildeten.
Merlin rief seinen Stab und schwang ihn ein paar Male.
Ein langes rotes Kissen erschien vor dem Altar und auf dem Altar ein Holzkelch.
Merlin trat hinter den Altar und Morgana trat schräg hinter ihn.
Sie beide hatten nun ihre Stäbe in den Händen.
„Als Magier wäre es angemessen, wenn auch ihr eure Stäbe bei euch tragt." sagte Merlin nun sachlich.
Die drei hielten ihre Hände vor sich und mit drei Blitzen, die rot, grün und blau waren, erschienen die Stäbe in voller Größe in ihren Händen.
„Tretet nun vor den Altar!" forderte Merlin sie auf.
Sich der Bedeutung des Augenblicks bewusst, strafften sie sich und schritten würdevoll hinüber zu dem Altar und blieben vor dem Kissen stehen. Harry in der Mitte, Shania links und Luna rechts von ihm.
Merlin erhob seinen Stab und der Kelch vor ihm füllte sich mit reinem Wasser.
Dann hob er seinen Stab hoch in die Luft und seine linke Hand mit dem Kelch ebenfalls.
„Mutter Natur! Mutter aller Götter und allen Lebens auf der Erde, ich rufe dich an!" sagte er mit lauter und tiefer Stimme. Seine Augen schienen aufzuleuchten und ein Wind erhob sich, der definitiv ein Resultat der göttlichen Magie war, die sich hier aufbaute. Der Wind brachte die langen Haare Merlins zum wehen, ebenso die der Frauen.
„Mutter Natur! Ich flehe dich an, sei Zeuge über die Trauung dieser jungen Menschen, die du füreinander bestimmt hast."
Der Kelch wurde von einem goldenen Lichtschein erleuchtet.
Irgendwie wussten die drei, dass sie der großen Mutter Respekt bezeugen mussten. Sie knieten sich nieder auf das linke Knie. Das rechte Bein stand noch angewinkelt. Die Stäbe hielten alle drei in der rechten Hand. Sie alle spürten, wie sich ihre Gefährten plötzlich auf ihren linken Schultern niederließen, um der Zeremonie ihren eigenen Segen zu geben.
„Diese drei jungen Menschen bezeugen dir Respekt und neigen ihre Häupter angesichts deiner Großmut und Weisheit!" sagte Merlin in seiner sonoren Stimme.
„Sie sind heute hier vor dir, um vor deinen Augen den heiligen und gesegneten Bund der Ehe einzugehen. Harry James Potter, schwörst du bei der großen Mutter, Shania Anderson und Luna Lovegood zu lieben, sie zu schützen und für sie und ihre Kinder zu sorgen, bis Mutter Natur dich zu sich zurück ruft?"
„Ich schwöre bei Mutter Natur und meinem Leben." sagte Harry ernst, und er meinte es so, denn die Magie, die sich um sie herum aufgebaut hatte, war etwas höheres, etwas, das er nur als göttlich beschreiben konnte und in diesem Moment begann er zumindest ein wenig an die große Mutter zu glauben.
„Shania Anderson, Luna Lovegood, schwört ihr, Harry James Potter zu lieben und zu ehren, seine Kinder aufzuziehen und sich ergeben für ihn da zu sein, bis die große Mutter zu sich zurück ruft?"
„Ich schwöre bei Mutter Natur und meinem Leben." sagten Luna und Shania synchron und auch sie durchfuhr ein Schauer der göttlichen Magie.
Der Schein um den Kelch verstärkte sich.
Merlin stellte ihn auf den Altar und zog einen silbernen mit keltischen Runen verzierten Dolch.
Er reichte ihn Harry und ohne weitere Aufforderung schnitt er sich über seine Hand. Es war, als würde die Magie um sie herum den jungen Mann lenken und leiten, so dass er das hochheilige Ritual korrekt durchführen konnte. Der Stab war wie von selbst an seiner Position stehen geblieben.
Er ballte die Hand zur Faust und presste sie zusammen. Blut tropfte in den Kelch, so dass ich das klare Wasser leicht rosa färbte.
Die Wunde heilte durch die Magie, die in der Luft um sie herum geballt war von selbst. Harry legte den Dolch quer über die Hände und reichte ihn mit einer Verneigung an Shania.
Dann trat er zu seinem Stab zurück, kniete sich jedoch nicht nieder.
Shania wiederholte das Ritual von Harry und reichte den Dolch an Harry zurück. Er reichte ihn nun an Luna, die ebenfalls Blut in den Kelch tropfen ließ.
Dann trat sie auch zurück an ihren Stab. Wie einer knieten sich die drei wieder nieder, ihre Hände an den Stäben.
Merlin hob den Kelch erneut in die Luft.
„Mutter Natur, segne diese Verbindung indem du ihnen Liebe und Fruchtbarkeit bescherst, auf dass sie das Wunder des Lebens für das du stehst mehren mögen!"
Erneut leuchtete der Kelch auf.
Dann senkte er den Kelch, „Um den heiligen Bund zu besiegeln, kostet nun von dem Leben, das Mutter Natur der Welt geschenkt hat, hier symbolisiert durch das reine Wasser und kostet von eurem Willen, euer Leben von nun an zu teilen und gemeinsam zu meistern, hier symbolisiert durch euer Blut!"
Damit reichte er Harry den Kelch. Der drehte sich würdevoll um und reichte ihn, erneut mit einer leichten Verneigung zuerst Luna.
Sie nahm den Kelch in beide Hände und sah Harry tief in die Augen: „Hiermit eheliche ich dich, Harry James Potter, vor den Augen deines Ahnen und Mutter Natur selbst und ich werde dich für immer lieben." damit hob sie den Kelch an ihre Lippen und nahm einen Schluck.
Dann gab sie ihm den Kelch zurück und blieb stehen.
Harry schritt nun genauso würdevoll zu Shania herüber.
Auch sie schaute ihm tief in die Augen, als sie den Kelch in beiden Händen hielt.
„Hiermit eheliche ich dich, Harry James Potter, bezeugt durch unser beider Ahnen und Mutter Natur selbst. Ich werde dich immer lieben und nie wieder verlassen!"
Damit nahm auch sie einen Schluck.
Harry trat nun in die Mitte vor sie, sein Gesicht den beiden zugewandt.
„Hiermit eheliche ich euch, Shania Anderson," er sah sie an, „und Luna Lovegood." er sah nun Luna an, „Ich werde euch immer lieben und euch und unsere Kinder mit meinem Leben schützen!"
Damit trank auch er einen Schluck.
Dann gab er den Kelch an Merlin zurück.
Der hob ihn hoch über den Altar und sprach erneut mit tiefer sonorer Stimme: „Mutter Natur, Spenderin allen Lebens, wir danken dir für deinen Segen und geben dir nun ein Stück des Lebens zurück, das du uns geschenkt hast, damit du bereichert seiest und dein wildes Leben erhalten bleibt!"
Damit goss er den Rest des Inhalts aus dem Kelch auf den Altar, wo er in einer goldenen Flamme verging.
Dann lächelte Merlin, „Mutter Natur hat das Opfer akzeptiert und euch den Segen gegeben. Damit seid ihr für immer Mann und Frau... und Frau sozusagen."
Er nahm Morgana an der Hand und schwang seinen Stab. Ein rotes Samtkissen erschien auf dem Altar und darauf lagen drei silberne Ringe.
„Das ist unser Geschenk an euch." sagte Merlin, er sah Shania an, „Ich habe Harry und Luna Ketten mit einem keltischen Kreuz gegeben, die ihren Beitritt zum keltischen Glauben symbolisieren. Um es nicht zu auffällig zu machen, wird dein Ring ein keltisches Kreuz enthalten um deinen Glauben zu symbolisieren. Ist das in Ordnung für dich?"
„Natürlich." sagte sie lächelnd. Harry trat zum Kissen und nahm den Ring mit dem kleinen Kreuz in dessen Mitte ein kleiner Saphir eingearbeitet war.
Diesen steckte er Shania an ihren Ringfinger und dann umarmte und küsste sie, „Ich liebe dich, Shania Potter." sagte er.
„Ich liebe dich auch." sagte sie mit feuchten Augen zurück.
Dann nahm er den zweiten kleineren Ring und steckte ihn an Lunas Finger, „Ich liebe dich, Luna Potter." sagte er und umarmte auch sie, nachdem er sie geküsst hatte.
„Ich liebe dich auch, Harry." sagte sie und über ihre Wangen rannen schon große Tränen der Freude.
Dann nahm Luna ihren Stab und Harrys Hand. Harry ließ seinen Stab verschwinden und nahm dafür Shanias freie Hand.
Zusammen schauten sie strahlend zu Merlin und Morgana, die sich ebenfalls an den Händen hielten.
„Danke, Merlin und Morgana. Ich war noch nie so glücklich, wie ich es jetzt bin."
„Ich auch nicht." sagten Luna und Shania synchron. Sie sahen sich an und lächelten glücklich.
Nachdem sie zurück appariert waren, saßen sie noch ein paar Minuten in gemütlicher Runde.
„Sag, Merlin, was glaubst du, wie lange wir noch hier bleiben?"
Merlin strich sich über seinen Kinnbart, „Ich habe mehrmals versucht, den Zauber zu analysieren, den Shania unbewusst durchgeführt hat. Noch immer scheint residente Magie des Zaubers in euch zu ruhen. Das ist es, was euch hier hält. Ich habe die Magie verglichen, als ich sie das erste Mal gesehen habe und jetzt. Ich denke, ihr habt noch vier Monate. Ich würde euch vorschlagen, dass ihr zusammen noch ein wenig die Umgebung erkundet und eure Magie, eure Kampfkunst und eure Teamfähigkeit trainiert. Sagen wir... einen Monat? Dann habt ihr noch drei Monate von uns zu lernen, was ihr wollt und könnt."
Harry sah seine beiden Frauen fragend an und sie nickten.
Dann wandte sich der schwarzhaarige Teenager an Merlin und sagte entschlossen, „So machen wir es. Wenn du schätzt, dass wir vier Monate haben, würde ich sagen, dass wir nach zwei vollen Monaten von heute an eine Tour durch den Wald machen. Vielleicht schauen wir mal aus der Ferne auf Hogwarts oder besuchen erneut die Elfen."
„Gute Idee." sagte Morgana, „Aber merkt euch, was ihr in der Umgebung findet, denn wenn ihr in eure Zeit zurückkehrt, wird dieses Jagdschloss euch gehören. Merlin und ich werden dafür sorgen, dass es dann noch steht."
Shania jauchzte überrascht, sprang auf und umarmte ihre Ahnin glücklich, „Das ist super! Ich liebe dieses Schloss!"
Morgana lächelte und erwiderte die Umarmung herzlich.
Dann sah sie Harry an und sagte mit funkelnden Augen, „Den Rest können wir morgen klären. Ich denke, ihr habt noch etwas vor."
Harry wurde rot, doch er stand auf und reichte Luna und Shania die Hand, um ihnen aufzuhelfen. Dann zogen sie sich in Harrys Zimmer zurück.
Dort angekommen sah Harry seine jungen Frauen nervös an. Auch Luna sah nun nervös aus. Shania, die wohl die offenste von allen war und die erfahrenste, was Sex anging übernahm es, die Situation zu entspannen.
Sie ging auf Luna zu und sah ihr tief in die Augen, „Luna, hast du Probleme damit, mich nackt zu sehen?"
Sie schüttelte zögernd den Kopf.
„Stört es dich, wenn ich dich nackt sehe? Ich meine, ich habe keinerlei sexuelles Interesse an dir, sondern nur an Harry. Aber mich würde es nicht stören, wenn wir beide zusammen mit ihm Sex haben. Wie siehst du das?"
Luna lächelte nun ihr serenes Lächeln und nickte, „Ich muss mich sicher daran gewöhnen, doch ich habe kein Problem, wenn du mich nackt siehst. Und auch mein sexuelles Interesse beschränkt sich auf Harry. Aber... wer weiß. Schließlich habe ich zwar von Harry geträumt, aber nie davon, ihn zu teilen. Mit solch einer Situation habe ich mich nie beschäftigt, also, lassen wir es auf uns zukommen."
Dann drehte sich Shania zu Harry und grinste breit: „Und du, liebster Ehemann, hast du Probleme und beide nackt zu sehen?"
Harry schluckte schwer, seine niederen Regionen reagierten allein bei dem Gedanken daran, also schüttelte er schnell den Kopf.
„Aber... ich denke ein Kind reicht erst mal, zumindest bis wir aus der Schule kommen." sagte Luna entschieden. Harry nickte und sie führte den Verhütungszauber auf sich aus.
So fanden sie sich kurz darauf im Bett wieder, unbekleidet, und widmeten sich einem rücksichtsvollen Liebesspiel. Zuerst schlief Harry dabei mit Luna, doch er streichelte und küsste dabei auch Shania, bevor er sich ihr widmete und nebenbei Luna küsste und verwöhnte. Es war schließlich kurz vor Sonnenaufgang, als die drei dicht aneinandergekuschelt in einen ruhigen und erschöpften Schlaf fielen.
Am nächsten Morgen erwachten sie sehr spät und Harry strahlte, als er seine Augen öffnete und in zwei strahlende Gesichter schaute.
„Ich wünsche euch einen guten Morgen, Mrs. und Mrs. Potter." sagte er und seine grünen Augen funkelten von innerem Feuer.
„Dir auch einen guten Morgen." sagte Shania und küsste ihn sanft.
„Auch ich wünsche dir einen guten Morgen." sagte Luna und gab ihm auch einen Kuss.
Dann sah sie ihn an und schließlich auf seinen Hals, „Seit wann hast du diese Tattoos?"
„Wieso, gefallen sie dir nicht?" fragte Harry mit funkelnden Augen.
„Doch." sagte sie schmunzelnd.
Er erklärte ihr, wie und wann sie zu den Tattoos gekommen waren.
„Möchtest du auch welche?" fragte Harry.
„Nein." sagte sie, „Für mich ist das nichts. Aber an euch beiden sehen sie gut aus."
Sie kuschelten noch ein paar Minuten, bevor sie sich auf machten.
Es war schließlich Mittag, als sie sich endlich im Esszimmer des Schlosses sehen ließen.
Merlin und Morgana warteten schon auf sie und grüßten sie.
„Diesmal darfst du." sagte Merlin zu Morgana.
Sie lächelte dankbar und sah die drei mit funkelnden Augen an, „Wir haben noch ein weiteres Geschenk für euch vorbereitet." sagte sie stolz.
„Was?" fragte Shania aufgeregt.
„Kommt mit!" sagte Morgana und führte sie in das Wohnzimmer.
Dort angekommen sahen sie fragend auf die Wand über dem großen Kamin.
Normalerweise hatte dort immer ein Landschaftsbild gehangen doch nun hing ein Bild da, das von einem weißen Tuch verdeckt war.
„Das soll euch als ewige Erinnerung an euren Hochzeitstag gelten." sagte Morgana und enthüllte das Portrait.
Die drei jungen Eheleute starrten fassungslos auf das prachtvolle Bild. Es war ziemlich breit und zeigte in der linken Hälfte Harry, Shania und Luna, stolz in der magischen Brise stehend, ihre Roben, Kleider und Haare leicht flatternd, die Köpfe stolz erhoben und ihre prächtigen Stäbe in den Händen. Die Augen der drei strahlten vor Liebe und Glück und sie hatten schon ihre Ringe an den Händen, die sich durch ein helles Funkeln im Bild hervorhoben.
Auf der rechten Seite des bildes war der Altar zu sehen, hinter dem Morgana und Merlin Hand in Hand standen und wie stolze Eltern auf die drei blickten, ein leichtes Lächeln im Gesicht. Auch sie standen in beeindruckenden Posen und drückten sichtlich die Macht aus, die sie besaßen.
Im Hintergrund waren drei der fünf Steine des Steinkreises zu sehen und der verbotene Wald. Natürlich durften auch ihre magischen Gefährten nicht fehlen, die ihnen friedlich auf den Schultern saßen, wobei Spike einen tückischen Blick auf Imides warf, der diesen ebenso tückisch erwiderte.
„Noch bewegen sie sich nicht." erklärte Merlin, „Aber wenn ihr in eurer Zeit hierher zurückkehrt, dann wird es aus der Stasis aktiviert."
„Danke." sagte Harry ergriffen, „Das ist ein tolles Geschenk."
„Es ist wunderschön." sagte Luna leise, ergriffen von der lebensecht wirkenden Darstellung ihrer Heirat.
„Das ist das beste Geschenk, das ihr uns machen konntet." sagte Shania und umarmte ihre Ahnin.
Merlin schmunzelte, wie so oft, „Nun habt ihr außerdem euren Beweis, dass wir keine Feinde waren." sagte er und deutete auf die ineinander geschlossenen Hände von Morgana und Merlin.
AN: Wie immer danke ich euch für all eure Reviews. Ich hoffe, dass ihr mir doch weiter die Treue haltet, auch wenn es manchmal ein paar Wochen bis zumm nächsten Update dauert. Bye, bis zum nächsten Mal (geplant ist innerhalb einer Woche... mal sehen ob es klappt ;-) )
