Wenn der Berg nicht zum Propheten geht, ….
Aus letzter Kraft, schleppte sich Vegeta in das Schiff, die Türen glitten surrend hinter ihm zu. Er versuchte nicht in die Augen seiner Frau zu sehen, das Entsetzen darin konnte er kaum ertragen. Er war so schwer verletzt, dass er es aushalten musste von Bulma auf die Krankenstation geschleppt zu werden.
„Ach, tu jetzt nicht so…", keuchte sie, „als ob das noch nie vorgekommen wäre."
Sie hielt einen Augenblick inne und holte Luft. Dann setzte sie den Weg fort, wobei sie darauf achtete, keine all zu heftigen Bewegungen zu machen, um Vegatas Verletzungen nicht zu verschlimmern.
„Du machst ständig Dinge kaputt, die dich beinahe kaputt machen und ich bin dann die doofe, die Tag und Nacht an deinem Bett sitzt", schimpfte sie energisch, „wer waren diese Typen überhaupt? Ach lass das, du muss mir nicht antworten, ich will es gar nicht wissen."
Sie erreichten die Krankenstation und Bulma stöhnte, als sie den Tisch vor sich sah. Vegeta machte ein Versuch aufzustehen, was ihn seiner letzten Kräfte beraubte. Fast besinnungslos ließ er sich auf den Boden fallen.
Bulma setzte sich daneben und nahm seinen Kopf in ihre Hände.
„Denk nicht mal daran aufzugeben, verstanden?", in ihren Augen waren Tränen, aber ihre Stimme klang fest, „ich will dich nicht verlieren. Ich weis ich bin egoistisch, aber damit musst du halt Leben."
Vegeta hob die Hand und berührte Bulmals Arm, er hoffte, dass die Grimasse auf seinem Gesicht als Lächeln erkennbar sein würde. Nein, er hatte nicht vor aufzugeben, er hatte noch zu viel zu tun. Allen die endlosen blauen Augen seiner Frau waren es wert am Leben zu bleiben.
Bulma trocknete die Augen.
„Wenn der Berg nicht zum Propheten kommt, muss eben der Prophet zu Berg wandern", entschlossen machte sie sich daran die Apparaturen von der Wand abzubauen.
Es dauerte fast eine Stunde die Geräte abzubauen, dann noch mal so lang, um sie zu installieren und zu vernetzen. Am Ende lag ihr Mann auf einem improvisierten Bett, die Gräte Nahmen ihre Arbeit auf und schnurrten fleißig. Vegetas Atem wurde ruhig und gleichmäßig.
Bulma verscheuchte die finsteren Gedanken, in dem Schiff waren sie sicher. Außerdem gab es draußen im Augenblick nur Tote…. sehr viele Tote.
Sie betrachtete die Krankenstation. Wenn auch Son Goku so ankommen würde…. Verdammt warum hat sie nicht daran gedacht? Eine Trage oder so etwas in der Art, wäre schon gut gewesen. Sie warf noch einen Blick auf die Anzeigen und machte sich an die Arbeit.
Vegeta wachte auf. Er kannte die Situation gut. Schon oft erwachte nach der Genesung, weil das Summen der Apparate ihm auf die Nerven ging. So wie dieses mal. Nur lag er dieses Mal auf dem Boden.
Und jedes
Mal war Bulma da, meistens schlief sie in einer sehr unbequem
aussehenden Position. So wie dieses Mal. Sie saß daneben, auf
die Wang angelehnt. Sie trug einen schmutzigen Arbeitsanzug. Die
Beine waren angezogen und die Arme umschlangen ihren Körper, der
Kopf hing zur Seite und die Haare lösten sich aus dem Zopf und
hingen in losen unordentlichen Strähnen herunter.
Aus
Erfahrung wusste er, dass eine einzige Bewegung ausreichen wurde, um
sie aufzuwecken, ganz egal wie leise er zu sein versuchte. Nicht
einmal seine härtesten Gegner würden ihn hören, aber
sie würde sofort wach sein….
„Geht es dir gut?", der Krieger brauchte seine gesamte Selbstbeherrschung, um nicht zusammen zu fahren. Vielleicht sollte er ein paar Unterrichtsstunden bei ihr nehmen?
„Na wenn du so mürrisch guckst, dann geht es dir gut", sagte sie erleichtert und rutschte zu ihm, „mal sehen….. ja, es sieht gut aus. Keine Narben….."
Die Berührungen waren sanft und vorsichtig, die Stimme ruhig und …. sie mied seinen Blick.
Er hielt sie am Kinn, zwang sie in seine Augen zu sehen. Er bereute es beinahe. Bulmas Augen waren voller Schmerz und Traurigkeit. Dadurch wirkte das Lächeln auf ihrem Gesicht umso gespenstischer.
„Du brauchst… du…. Ach, mach doch das, was du immer machst. Steh auf und geh. Du bist Gesund und vermutlich noch stärker als zuvor… ich habe nicht Besonderes getan. Nur meine Pflicht, du bist doch mein Ehemann…. Na ja fast wir leben ja so lange zusammen…. Auf jeden Fall…. Was ist? Warum starrst du mich so an?"
Vegeta schloss seine Arme um Bulma, drückte sie so fest an sich, wie es ihr zierlicher Körper erlaubte. Wie dumm war er eigentlich? Er hatte ja tatsächlich vor zu gehen…. Verdammter Dummkopf! Sie war ganz still, doch ihre Arme umschlossen fest seinen Körper. Noch war er nicht so weit, alle Worte der Dankbarkeit zu sagen, die sie verdiente, denn er fürchtete ernst haft, dass seine Stimmer zittern würde.
Er spürte, wie ihr Herz schneller zu schlagen begann, was seinen eigenen Herzschlag in die Höhe trieb. Einen Augenblick, und sie spürte seine Lippen auf ihren. Noch nie konnte sie ihm widerstehen, aber anderseits, sie hatte es auch nie ernsthaft versucht.
Sie lagen noch lange eng an einander gekuschelt. Keiner von ihnen sagte ein Wort.
Vegeta überlegte jedoch fieberhaft, wie lange er weg war, wer waren die Typen, die das Schiff belagerten und wie es Kakarot erging.
Bulma wickelte die dünne Decke um sich und stand auf, um einige Augenblicke später mit einer frischen Uniform zurück zu kommen.
„Ich habe noch mehr davon", gab sie bekannt, „der halbe Laderaum ist mit den Dingern beladen." Vegeta grinnste. Ja, die Frau kannte ihn gut.
„Mach dich auf den Weg", sagte sie und setzte sich auf einen Stuhl, neben der Konsolle. Dieses Mal, lächelte sie wirklich.
„Wie lange war ich weg?"
„Zwei Tage….. und ein paar Stunden", sie zog die Decke noch enger um sich und lächelte zweideutig.
Vegeta lachte kurz. Ja, die zwei Stunden…. an die konnte er sich ganz gut erinnern.
„Wer waren die Typen, die das Schiff angegriffen haben?", jetzt war Bulma mit den Fragen an der Reihe.
Vegeta zuckte mit den Schultern.
„Sodorianer. Waren nicht besonders gesprächig…. Sie haben nur einen Namen erwähnt: Falic. Nicht den geringsten Schimmer, wer der Typ ist."
Bulma runzelte die Stirn, Irgendwo hat sie den Namen schon gehört. Aber wo?
Derweil war Vegeta beinahe angezogen, nur Handschuhe und der Gurt lagen auf dem Boden.
„Ich werde erst Mal Kakarot suchen. Dann sehen wir weiter", sagte er und war beinahe draußen, als er noch einmal umkehrte und Bulma einen Langen Kuss gab.
„Danke", flüsterte er und streichelte mit den Fingern über ihre Wange „und…. Ach ja! Ich liebe dich."
Er drehe sich um und marschierte entschlossen nach draußen. Bulma saß verzückt in dem Sessel und war sich sicher schweben zu können….
Plötzlich sprang sie auf und lief Vegeta hinterher. Sie wusste es wieder….Sie erwischt ihn noch bevor er abhob.
„Ich weis es!", schrie sie, um die Motoren zu übertönen.
Vergeta schaltet sie ab und sah fragend zur Bulma herunter.
„Falic! Es war der Mann, der Son Goku die Erinnerungen zurück gab…."
Vegeta verharrte einen Augenblick lang, dann nickte er und flog davon. Bulma verfolge ihn so lange sie konnte, dann warf sie ein Blick auf die mit Sand bedeckten Leichen. Sie schauderte und ging zurück ins Schiff.
