Vater trifft Sohn
Sirius ging in seinem Zimmer auf und ab. Dumbledore war gegangen um mit dem Minister über Harry zu sprechen. Sirius war jetzt allein, da Madame Pomfrey in Harrys Zimmer war für den Fall, dass er aufwachte.
Sirius war in Panik. Wie zum Teufel sollte er James von Harry erzählen? Warum sollte gerade er, Sirius, James davon erzählen. Sirius war da gewesen, in der Nacht, in der Harry von Peter entführt worden war. Sirius erinnerte sich noch, wie James sich im Krankenhaus erholt hatte und wie er gegen die Depressionen angekämpft hatte, die der Verlust Harrys ausgelöst hatte. Sirius bezweifelte, dass James je über Harry hinweg gekommen war. Es war offensichtlich, dass James seine ganze Liebe, die für Harry bestimmt gewesen war, nun auf Damien übertrug. Sirius seufzte erneut. Was würde Damien davon halten? Er wusste nicht einmal, dass er einen Bruder hatte, der angeblich im Alter von fünfzehn Monaten ermordet worden war. Und was würde Lily sagen? Vor gerade einmal zwei Wochen hatte sie sich einen ganzen Tag lang in ihrem Zimmer eingesperrt, da es der Tag war, an dem Harry sechzehn geworden wäre. Damien und James waren den ganzen Tag nicht zuhause gewesen, da Damien misstrauisch geworden wäre, wenn Lily den ganzen Tag abwesend gewesen wäre. Lily hatte diesen Tag damit verbracht, sich alte Fotos von Harry anzuschauen und sich vorzustellen, wie ihr Leben mit ihrem sechzehnjährigen Sohn wohl gewesen wäre.
Sirius seufzte und fuhr sich mit der Hand durchs Haar. Es war grausam James und Lily ihren Sohn zu zeigen und ihn ihnen dann wieder wegzunehmen. Sirius wusste nicht, wie sicher Harry bei ihnen war. Fudge könnte jederzeit kommen und ihn ihnen wegnehmen. Oder Voldemort könnte kommen um ihn zu „retten". Sirius gab ein freudloses Lachen von sich, als er die Ironie in der Situation erkannte. Der verlorene Sohn, von seinen Eltern gerettet durch den Feind.
Sirius sank auf sein Bett und versuchte sich zu beruhigen. Er konnte es sich nicht leisten, jetzt die Nerven zu verlieren. Er musste locker und entspannt bleiben für Lily und James. Sie würden seine Unterstützung jetzt mehr denn je brauchen.
Ein abruptes Geräusch im Erdgeschoss veranlasste Sirius, sich kerzengerade auf dem Bett aufzurichten. Jemand war ins Hauptquartier gekommen. War es James? Oder war es ein ungebetener Besucher? Sirius schüttelte seinen dunklen Kopf. „Reis dich zusammen, Sirius!", wies er sich selbst zurecht. Immerhin war dies das Hauptquartier des Ordens. Dennoch griff er nach seinem Zauberstab und begab sich leise nach unten. Er war erleichtert Remus Lupin in der Küche nach jemanden suchen zu sehen.
„Oh Remus, Merlin sei Dank, dass du hier bist." Sirius ging eilig zu Remus hinüber und hätte ihn umarmen mögen, für die Erleichterung, die er brachte.
„Warum? Was ist passiert?" fragte Remus, der einen ungewöhnlichen Ausdruck von Sorge und Trauer in den Augen seines Kindheitsfreundes wahrnahm.
Sirius vergeudete keine Zeit ihm von der Gefangennahme des Dunklen Prinzen zu erzählen und wer er war. Remus wurde blass und seine Beine wurden schwach. Er sank am Küchentisch nieder und verbarg sein Gesicht in den Händen. Er sah auf, als Sirius seine Geschichte beendet hatte.
„...und Dumbledore ist jetzt weg, um mit Fudge zu reden, Poppy ist oben bei ihm und ich soll es James beibringen.", beendete Sirius niedergeschlagen.
„Mir was erzählen?", fragte eine Stimme hinter ihnen und die beiden Freunde fuhren herum, um einen ärgerlich aussehenden James im Türrahmen stehen zu sehen.
„Mir was erzählen, Tatze?", wiederholte James und ging einen Schritt auf sie zu. Sirius fühlte, wie das Blut seinen Kopf verließ. „Verdammt, warum war James so schlecht drauf, wusste er es etwa schon?". Sirius kämpfte seine Panik nieder, als er seinen Freund anblickte und versuchte möglichst ruhig zu sprechen.
„James! Ich... ich habe dich gar nicht reinkommen hören.", sagte er, wobei er versuchte nicht zu stottern.
James sah in Sirius und Remus fahle Gesichter. Er wusste, dass irgendetwas nicht in Ordnung war.
„Tatze, Moony, was ist los? Ihr seht total fertig aus." James kam nun in die Küche und setzte sich auf einen Stuhl gegenüber von seinen beiden Freunden.
„Oh, nichts. Nur müde, was ist mit dir passiert? Du siehst ziemlich genervt aus." Sirius glaubte nicht dass das Ablenkungsmanöver gelingen würde, aber er musste sicher gehen, dass James ruhig war, bevor er die Wahrheit, wie eine Bombe vor ihm platzen lassen konnte.
Ein ärgerlicher Ausdruck überschattete James Augen.
„Dieser... dieser Kingsley. Ich meine, ehrlich mal, er konnte keinen schlechteren Zeitpunkt finden um mich in Rage zu bringen. Ich komme gerade zurück von einem Anschlag und er wollte, dass ich den ganzen Papierkram erledige. Er hat verlangt, dass ich alle Akten über die gefangenen Todesser fertig bearbeiten soll, bevor ich das Büro verlasse. Könnt ihr euch das vorstellen?"
Sirius knurrte leise. Er hatte Kingsley gesagt, er solle James vom Hauptquartier fernhalten, aber er hatte nicht gedacht, dass er James dabei in so schlechte Stimmung versetzen würde. „Idiot", dachte Sirius.
„Wie auch immer, ich wollte unbedingt zurück! Was ist passiert? Wo ist er? Habt ihr schon irgendetwas rausbekommen?" James beobachtete die Reaktion seiner Freunde genau. Bei jeder seiner Fragen schienen sie blasser zu werden und sie wandten die Augen weiter von ihm ab.
„Ähm...ja, er... er ist oben und ähm... James ich muss, muss d...dir etwas, etwas sagen.", Sirius ohrfeigte sich innerllich für die vielen Stotterer.
James sah Sirius verwirrt an.
„Tatze was ist los? Dem Jungen ist doch nichts passiert oder? Ich meine wir haben nicht zuviel Schaden angerichtet, oder?" James dachte, dass sie den Jungen vielleicht getötet hatten und das der Grund war, warum seine Freunde so niedergeschlagen aussahen. Selbst wenn der Junge ein Todesser gewesen war, einen sechzehnjährigen Jungen umzubringen belastete das Gewissen schwer.
„Er hat sich einige Knochen gebrochen und ist ziemlich schlimm verschrammt, aber er wird wieder. Madame Pomfrey ist bei ihm.", antwortete Sirius bedrückt.
James fluchte, das war auch etwas, das er nicht auf seinem Gewissen haben wollte.
„Gut, dann geh ich besser und rede mit ihm." James erhob sich bedächtig aus seinem Stuhl, hielt aber inne, als seine beiden Freunde aufsprangen und ihn packten, bevor er ganz auf den Beinen war.
„Nein! James, lass ihn für jetzt einfach mal in Ruhe."
„James er ist nicht in der richtigen Verfassung, um mit dir zu sprechen."
„Was zum Teufel geht hier vor sich? Seit wann interessiert es uns, ob es einem Todesser gut genug geht, um ihn zu befragen?" James sah Sirius misstrauisch an.
Remus und Sirius warfen sich einen kurzen Blick zu und ließen James los.
„Okay, Krone, es gibt etwas, das wir dir sagen müssen." Sirius setzte sich hin, gefolgt von Remus und James.
„Sirius! Remus! Was ist los? Ich drehe langsam durch."
Sirius atmete tief ein und blickte hinüber zu Remus, der nickte und ihm eine Hand auf seinen Arm legte.
„James, ich werde dir jetzt etwas erzählen, das ein Schock für dich sein wird, aber versuch einfach ruhig zu bleiben, und... und denk daran, es wird alles irgendwie gut ausgehen."
Sirius beobachtete, wie James die Zähne zusammenbiss. Das war nie ein gutes Zeichen, dachte Sirius.
„Sirius, ich warne dich. Erzähl mir einfach was zum Teufel hier vor sich geht!"#
„Es ist der Junge, der Dunkle Prinz. Wir wissen, wer er ist. Er ist nicht aus einer schwarzmagischen Familie, er... er gehört zu einer weißmagischen Familie." Sirius hoffte, dass James begreifen würde, sodass er die Worte nicht selbst aussprechen musste, das aber sollte wohl nicht sein.
„Wer ist es?", fragte James mit tiefer Stimme, offensichtlich gespannt.
Sirius wechselte einen Blick mit Remus und sah James dann direkt in haselnussbraunen Augen.
„Es ist Harry."
James sah zu, als Sirius die Worte aussprach, aber er glaubte sich verhört zu haben. Sirius konnte nicht seinen Harry meinen. Das war unmöglich. Es musste irgendein anderer Harry sein.
„Welcher Harry, Harry wer?", fragte er und versuchte die Panik niederzukämpfen, die ihn ergriff. Sirius sah James mit Mitleid in den Augen an.
„James, es ist unser Harry."
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James saß einfach da und versuchte zu verarbeiten, was sie erzählt hatten. Bevor James jedoch den Mund aufmachen und Sirius mit Fragen bombardieren konnte, hörten sie einen Schrei von oben. Die drei Männer sprangen sofort auf die Beine und rannten, die Zauberstäbe gezückt, zu der Quelle des Geräusches.
Dann hörten sie den Aufschrei erneut, zusammen mit einer Stimme, die versuchte jemanden zu beruhigen. James war der erste, der durch die Tür stürmte, dicht gefolgt jedoch von Remus und Sirius. Der Anblick der sich ihnen bot ließ sie jedoch an der Tür erstarren. James sah einen Jungen mit verstrubbeltem Haar auf einem Bett liegen. Er bedeckte sein Gesicht mit beiden Händen und er schrie auf in entsetzlichem Schmerz..
Madame Pomfrey versuchte die Hände von seinem Gesicht zu zerren, damit sie sehen konnte, was ihm so starke Schmerzen verursachte. Sie blickte auf, als die drei Männer zur Tür herein geplatzt kamen. Ihre Augen fielen auf James und sie sah ein wenig erstaunt aus. Aber sie überwand ihre Überraschung schnell und sagte direkt an James gerichtet:
„Könnten sie mir hier zur Hand gehen?" fragte sie laut, um das immer stärker werdende Geschrei des Jungen zu übertönen.
James zögerte einen Augenblick, ging aber dann zügig zu ihr und blickte hinunter auf den Teenager mit dem rabenschwarzen Haar. Die Hände des Jungen bedeckten sein ganzes Gesicht, als er sie auf seine Stirn presste und weiterhin laut stöhnte.
Poppy blickte James an und sagte:
„Versuchen sie, ob sie ihn dazu bringen können seine Hände vom Gesicht zu nehmen. Ich muss sehen, was die Schmerzen verursacht."
James blickte den Jungen erneut an und nahm vorsichtig die Handgelenke des Jungen in seine Hand. Er konnte sehen, dass sie verbunden waren, deshalb wollte er nicht viel Kraft aufwenden. So sanft wie möglich versuchte er die Hände vom Gesicht des Jungen zu ziehen. Der Junge wehrte sich und wollte seine Hände nicht von der Stirn nehmen, aber James schaffte es seine Hände wegzuzerren. Der Junge schien kaum bei Bewusstsein zu sein.
James stockte der Atem. Das Gesicht, das er sah, sah genauso aus, wie er selbst, als er noch jünger war. Die Augen des Jungen waren vor Schmerz fest zusammengepresst, sodass James die smaragdgrünen Augen, die so sehr denen seiner Frau Lily glichen, nicht sehen konnte. Als James die Gesichtszüge des Jungen wahrnahm spürte er, wie ihm die Knie weich wurden. Sein Herz klopfte so fest, dass er befürchtete es könnte Verletzungen in seiner Brust hinterlassen.
„Harry?", wisperte er.
Sein Sohn, Harry, hörte ihn nicht, er hatte zu große Schmerzen. Sein Kopf fühlte sich an, als würde er jeden Moment platzen. Er versuchte nicht vor Schmerz aufzuschreien, aber es war vergeblich. Sein Vater war noch nie so zornig gewesen. Er muss wohl von deiner Gefangennahme gehört haben, dachte er im Hinterkopf.
James beobachtete mit Entsetzen, dass sich sein Sohn immer noch vor Schmerz im Bett herumwälzte, seine Augen hatte er fest zusammengepresst. Er sah, wie Harry sich auf die Lippe biss, nur um nicht vor Schmerz aufzuschreien und das brach James das Herz.
„Harry! Harry, was ist los mit dir?", hörte James Madam Pomfrey fragen. James wollte gerade Madame Pomfrey dafür zurechtweisen, dass sie eine so dumme Frage gestellt hatte, als Harry überraschenderweise antwortete.
„Meine...meine Narbe...tut weh.", sagte er mit kaum hörbare Stimme. Es schien als hätte er sich vorher heiser geschrieen. Harry hatte die Augen immer noch nicht geöffnet und sah deshalb auch nicht, dass James ihn festhielt.
Madam Pomfrey strich Harry die Haare aus dem Gesicht und besah sich die Narbe, die genau über seinem linken Auge war. Als James die blitzförmige Narbe sah, spürte er, wie Zorn in ihm aufstieg. Madam Pomfrey legte ihre Hand sanft auf Harrys Stirn worauf dieser vor Schmerz aufschrie. James wollte ihr zurufen aufzuhören, aber ihm war klar, dass sie die professionelle Ärztin war und vermutlich wusste, was sie tat.
„Deine Stirn glüht.", sagte sie zu Harry während sie ihren Zaubertrankbeutel durchsuchte. Sie zog zwei Phiolen hervor, hob Harrys Kopf und ließ ihn beide austrinken. Harry leistete keinerlei Widerstand, selbst wenn er gewollt hätte, hätte er keine Chance dazu gehab, da seine Arme immer noch gefesselt waren. Nach ein paar Sekunden schien er sich zu entspannen und wieder in den Schlaf hinüberzugleiten.
„Was passiert mit ihm?", fragte James, als er zusammen mit Poppy und den beiden Männern die Küche betrat.
„Ich bin mir nicht ganz sicher. Aber ich glaube er hat eine Fluchnarbe. Sie sind selten, aber es ist bekannt, dass sie sich manchmal seltsam verhalten.", antwortete Poppy als sie ein bisschen Tee für alle heraufbeschwor. Sie brauchte jetzt dringend welchen.
„Und was war der Grund dafür, dass die Narbe angefangen hat ihm Schmerzen zu bereiten?", fragte Sirius.
„Ich habe keine Ahnung. Er hat friedlich geschlafen und dann hat er auf einmal seinen Kopf gehalten und hat angefangen zu schreien.", erklärte Poppy.
James saß immer noch mit der Tasse Tee auf seinem Stuhl, obwohl er keine Absicht hatte sie zu trinken. In seinem Kopf wirbelte alles wild durcheinander, aber er konnte das Bild von Harry, der sich vor Schmerz im Bett herumwälzte, einfach nicht vergessen. Er hörte nicht einmal, wie Poppy wieder nach oben ging. Sirius kam zu ihm herüber und setzte sich neben ihn, dann nahm er die unberührte Tasse Tee aus seiner Hand und sah ihn an.
„Alles in Ordnung, Kumpel?", fragte er, wobei er gleichzeitig versuchte, seinen eigenen Puls wieder ins Gleichgewicht zu bringen.
James hob den Kopf und sah seinen Freund an. Dann schüttelte er niedergeschlagen den Kopf.
„Nein, bin ich nicht."
Er sah sich um und sah, dass Remus jetzt auf einem Stuhl auf der anderen Seite neben ihm saß. James war froh, mit so guten Freunden gesegnet zu sein. Sie ließen ihn nie im Stich, ganz egal, um was es ging.
„Was mache ich jetzt bloß? Was soll ich den anderen erzählen? Unser Feind ist mein Sohn. Der Dunkle Prinz ist in Wahrheit mein eigen Fleisch und Blut. Und Lily, wie soll ich ihr das nur erzählen? Und was ist mit Damien? Merlin, das ist ein verfluchter Albtraum."
James verbarg das Gesicht in seinen Händen und versuchte verbissen, die Tränen zurückzuhalten. Lily würde das nicht verkraften, da war er sich sicher.
„Du solltest es den beiden erzählen, bevor sie es von jemand anderem erfahren.", sagte Remus ruhig.
James hob den Kopf und sah Remus an.
„Wie? Was soll ich sagen? Es ist etwas, das Lily und ich uns immer gewünscht haben. Ein Wunder, das uns unseren Sohn zurückbringt. Aber ich habe mir nie gedacht, dass er so kommen könnte." James versuchte nicht einmal mehr die Tränen zu verbergen, die ihm jetzt das Gesicht hinunter flossen.
Sirius wusste nicht, was er tun sollte. Er hatte James nur einmal zuvor weinen sehen und das war, als Harry entführt worden wurde. Sirius versuchte seinen besten Freund zu beruhigen, aber James stieß ihn einfach weg. Auch Remus versuchte seinen verzweifelten Freund zu trösten.
„Krone, er ist immer noch dein Sohn, der kleine unschuldige Harry, den wir alle geliebt haben. Er ist immer noch am Leben. Er wurden nur gezwungen anders aufzuwachsen un das sehr schnell. Das ist alles.", sagte Remus.
James saß mit hängendem Kopf da. Er versuchte sich darauf zu konzentrieren, wie er das ganze seiner Frau beibringen sollte.
Er beschloss, dass er es noch in dieser Nacht tun würde.
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Als Harry aufwachte meinte er jeder Knochen in seinem Körper stünde in Flammen. Er blickte sich um und geriet leicht in Panik, da die Umgebung fremd war. Er brauchte einen Moment, bevor er sich erinnerte was passiert war und wie er hierher gekommen war. Sein Innerstes begann vor Ärger über die Gefangennahme zu brennen. Er versuchte, sich aufzurichten, merkte aber, dass er nicht einmal seinen Kopf zu heben, bevor Schmerz seinen Körper durchzuckte und ihn dazu zwang sich wieder hinzulegen.
Madame Pomfrey hörte Harry stöhnen und eilte sofort an seine Seite.
„Harry, gut, dass du wach bist.", sie kam und hob einige Zaubertrankphiolen hoch.
„Wie geht es dir jetzt? Dir tut vermutlich immer noch alles weh, kein Wunder nach diesem Vorfall."
Harry beobachtete sie ruhig, im Stillen amüsiert, dass sie Fragen stellte, die sie sich dann selbst beantwortete.
„Wo bin ich?", krächzte er.
„Keine Sorge, du bist in Sicherheit."
„Ich muss nach hause." Harry versuchte noch einmal aufzustehen, ließ sich aber schnell wieder zurücksinken, da erneut Schmerz durch seinen Rücken zuckte.
„Leg dich einfach wieder hin" Poppy legte ihm sanft ihre Hand auf die Schulter, als er wieder versuchte sich aufzurichten.
Harry gab seinen aussichtslosen Versuch aufzustehen auf und ließ sich von mdam Pomfrey versorgen. Er sah sich im Raum um. Er war spärlich eingerichtet, im Zimmer stand nur das Himmelbett, auf dem Harry lag, ein zweitüriger Schrank in der gegenüberliegenden Raumecke, ein kleiner Tisch mit einem Stuhl und ein Sofa gegenüber von einem offenen Kamin. Er fragte erneut:
„Wo bin ich Poppy?"
„Du befindest dich zur Zeit im Haus von Sirius Black.", antwortete Poppy, wobei sie versuchte Harry nicht in die Augen zu blicken.
Harry fühlte, wie wieder Zorn in ihm hochstieg.
„Ich muss hier weg Poppy, bitte lass mich gehen.", versuchte Harry flehentlich, da er wusste, dass er nicht in der Lage war etwas anderes zu tun.
„Es tut mir leid Harry, aber du bist noch nicht fit genug irgendwo hinzugehen. Versuch einfach dich auszuruhen. Wir reden später darüber, ok?"
Harry nickte und versuchte die Augen zuzumachen und zu schlafen, aber der Zorn brodelte immer noch in seinem Innersten. Er war im Haus seiner Feinde und ihnen schutzlos ausgeliefert.
Das ist nicht gut, dachte er, als er in einen unruhigen Schlaf hinüberglitt.
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Lord Voldemort saß auf seinem Thron, aber er sah anders aus als sonst. Sein Körper war nicht hoch aufgerichtet. Er saß zusammengesunken da, den Kopf gesenkt und scheinbar in Gedanken versunken. Bella stand in seiner Nähe, Tränen liefen ihre Wangen hinunter. „Bitte lass ihn unversehrt sein, bitte, sie dürfen meinem Harry nichts angetan haben.", murmelte sie zu sich selbst.
Lord Voldemort hob den Kopf und sah die Todesser in der Kammer direkt an. Er musterte Bella und Lucius zornig, fing aber sofort wieder an sein Mantra, um sich zu beruhigen, in seinem Kopf zu murmeln. Es dauerte ungefähr zwanzig Minuten bis er sich wieder unter Kontrolle hatte. Er wollte nicht dass sein Zorn Harry Schmerzen bereitete. Nur Merlin wusste in welchem Zustand sich Harry befand. Er hatte seinen Zorn nicht mehr im Zaum halten können, als Lucius ihm erzählt hatte, dass der Orden Harry schwer verletzt hatte. Seinen Sohn verletzt! Lord Voldemort war noch nie so wütend gewesen.
Er sprach mit beiden Todessern, die beide niedergeschlagen vor ihrem Herren standen.
„Ihr wisst was ich will, ihr wisst, was ihr zu tun habt. Und lasst euch hier nicht mehr blicken, bevor ihr euren Auftrag ausgeführt habt.", befahl Voldemort, seine Stimme, wie ruhiges Gift.
„Ja Herr.", antworteten beiden gleichzeitig.
Lord Voldemort erhob sich und begab sich in seine privaten Kammern. Er würde Harry nicht verlieren, nicht jetzt. Wie hoch der Preis auch sein würde, Harry musste wieder zurück kommen, und das möglichst bald.
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AN: Es tut mir echt leid, dass ich so lange kein Kapitel hochgeladen habe, aber ich hatte private Probleme.
Ich werde jetzt ein Monat nicht mehr weiter übersetzten könne, weil ich im Urlaub bin. Ich hoffe ihr wartet geduldig auf meine Wiederkehr (und auch auf die damit verbundenen Kapitel)
