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Disclaimer: Der Plot gehört mir - der Rest gehört J.K. Rowling

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XI. Projektforschritt: Vorbereitung

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Es gab doch tatsächlich noch eine Stufe, die unter dem Nullpunkt lag. Er hatte sie vor wenigen Augenblicken entdeckt, als er Blaise von Dumbledores ‚Befehl' erzählt hatte, und ihm wirklich bewusst geworden war, dass er mehrere Stunden mit Granger zusammen verbringen musste und ihr – ganz entgegen seines Plans – beim Lernen helfen sollte.
Wenn er nicht so schlechte Laune gehabt hätte, dann hätte er über die Absurdität dieser Situation gelacht.

Wenn.

Er wusste jetzt schon, dass sie ihn auf ‚die Sache' ansprechen würde. Sie konnte einfach nichts auf sich beruhen lassen – immer musste sie nachhaken und fragen, bis sie alles bis ins kleinste Detail verstand. Er bemitleidete jetzt schon den Mann, der sie irgendwann heiraten würde – also er könnte ihre nervige Art auf Dauer nicht ertragen. Schlagartig wurde ihm bewusst, dass Granger eines der verbotenen Worte in den Malfoywortschatz geschleust hatte – bemitleiden. Malfoys kannten kein Mitgefühl. Ein erneuter unverschämter Eingriff von ihr in seine perfekte Lebensphilosophie.

„Draco, hörst du mir zu?"

Erschrocken fuhr er hoch und entdeckte Blaise, der wie wild vor seinen Augen herumfuchtelte.

„Was?", zischte er aufgebracht und schenkte seinem besten Freund einen ärgerlichen Blick.

„Du musst die ganze Sache positiv sehen. Was hindert dich daran, Granger gleich fertig zu machen?"

Oh, wenn das so einfach wäre, dann hätte er sie schon längst in den Boden gestampft und aus seinen Leben verbannt. Aber nein, irgendjemand hielt immer seine schützende Hand über die Gryffindor, sei es Potty und sein Haustier, die Krankenschwester, die alte Schachtel McGonagall oder Dumbledore.

„Das geht nicht. Der Schulleiter sitzt mir im Nacken."

Als ob er kurz vor den Prüfungen auch noch Lust hatte sich mit allen Leuten, die in diesem Schloss herumliefen, anzulegen. Gut – natürlich hatte er Lust dazu, aber nicht in seinem momentanen Zustand. Er hatte eigene wichtigere Dinge zu tun – man konnte doch nicht immer von ihm erwarten, dass er sich gegen alles auflehnte. Selbst er brauchte irgendwann einmal eine kleine Ruhepause.

„Und? Sonst stört dich das auch nicht."

Was wusste Blaise schon. Er war es ja nicht gewesen, der Granger geküsst hatte. Er konnte die Situation gar nicht beurteilen. Sie hatten alle keine Ahnung und sollten ihm gefälligst nicht vorschreiben, was er zu tun hatte. Er war immerhin ein Malfoy, und einem Malfoy sagte man nicht, was er machen sollte. Das wäre so, als würde man Potter sagen, wie er Lord Voldemort vernichten sollte! – obwohl, schlechtes Beispiel. Wie kam er jetzt auf Potter? Uäh. Es waren einfach zu viele Gryffindors in seinem Kopf. Sie sollten gefälligst alle verschwinden und ihn in Ruhe lassen.

Und zwar sofort.

„Irgendetwas ist doch mit dir los, Draco. Willst du mir nicht zufällig etwas erzählen?"

Sah er wirklich so aus, als ob er das Mitleid von anderen Leuten brauchte? War er schon so tief gesunken? Blaises besorgter Blick war wie ein rotes Tuch. Hatte Weasley jetzt etwa auch schon die Slytherins mit seinem kranken Gefühlswahn angesteckt? Denkbar wäre es! Denn Slytherins zeigten – bis auf ein paar wenige Ausnahmen – einfach keine Emotionen. Und nun saß sein bester Freund vor ihm und sah ihn besorgt an?

Grotesk. Einfach nur grotesk.

Er brauchte niemanden, und er würde ihm bestimmt auch nicht sein Herz ausschütten! So verzweifelt war er nicht – noch nicht.

„Willst du zufällig etwas Bestimmtes hören?", zischte er und sah in lauernd an. Er konnte genauso nervig sein wie Blaise. Um einem Draco Malfoy Informationen zu entlocken, musste er schon früher aufstehen.

„Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich sagen, dass dein Zustand mit einer gewissen Gryffindor zu tun hat."

Oh, wenn er nur wüsste, wie Recht er damit hatte.

„Und was führt dich zu dieser lächerlichen Annahme? Willst du mir irgendetwas unterstellen? Wenn du wirklich glaubst, dass an den verdammten Gerüchten irgendetwas dran ist, dann brauchst du gar nicht erst weiter zu reden."

„Eigentlich meinte ich die Tatsache, dass dein Plan, Granger den Platz als beste Schülerin zu entreißen, nach diesem Abend wohl extrem schief gelaufen ist."

„Ach, der Plan."

Puh. Noch einmal Glück gehabt – wenigstens Blaise war vernünftig und glaubte diesen Schwachsinn nicht. Auf Blaise konnte man sich verlassen – einer von den Gründen, wieso er ihn zu seinem besten Freund auserwählt hatte.

„Aber jetzt wo du es gesagt hast – wenn ich genauer darüber nachdenke könnte man fast meinen, dass an den Gerüchten etwas Wahres dran ist. Es ist doch schon etwas auffällig, wie du dich in letzter Zeit verhältst, wenn es um Granger geht."

„Du spinnst."

Ganz falsche Richtung, Blaise. Du wandelst am Abgrund! Von wegen bester Freund, wenn er so weiter machen würde, müsste er sich das noch einmal genau überlegen.

Und für diese lächerliche ‚Granger-Sache' wollte er seine Gedanken erst gar nicht verschwenden.

„Und ich gehe jetzt."

Verdammter Blaise. Das nächste Mal würde er ihm zeigen, dass man einem Malfoy keine Affäre mit Gran – einem Schlammblut unterstellte. Genau, Schlammblut war besser. Schlammblut drückte die Kluft zwischen ihnen aus und natürlich, wie sehr er sie hasste. Von jetzt an würde er sie nur noch Schlammblut nennen. Blaise hielt ihn am Ärmel zurück und sah ihn an.

„Ist da jemand verknallt?", flüsterte er so leise, dass nur sie beide es hören konnten.

Mit einem Ruck riss er sich von ihm los und stürmte aus dem Gemeinschaftsraum. So etwas musste er sich nicht bieten lassen. Pah. Besonders nicht von diesem...diesem...diesem kleinen Gnom! Er würde sich jetzt zusammenreißen, die Sache durchziehen, und dann nie wieder etwas mit ihr zu tun haben.

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V

‚Projektfortschritt: Vorbereitung auf Feindkontakt.'

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Autorengeschwafel: Ein großes Danke geht wie in jedem Kapitel an meine Beta Dracos CoffeGirl und natürlich auch an meine Reviewer: Trory, mailinlovely, D.V.G.M.1, lovely-sweetheart, Zauberfee1979, Phynes, Zaubermaus, LunaNigra, Panazee, Gifty und Dracos CoffeeGirl.

Please R&R

Nina