Ich hab mich sehr über eure Reaktion bezüglich Serengethy amüsiert. Ich finde das auch, aber eine Freundin von mir mag sie sehr. Ihr achtet eh immer brav auf dir Überschrift oder? Das sollte eure Aufmerksamkeit auf die wichtigen Stellen lenken… Wie auch immer, viel Spaß!

Lara

P.S.: Review gegen Kapitel XD


Chapter Eleven: Bewusstes Benutzen

Das Besteck klirrte, als die Männer sich an den zahlreichen Speisen satt aßen. Lara hielt sich beim Wein zurück (wozu gab es schließlich Wasserleitungen?). Sie brachte Tag für Tag möglichst teilnahmslos hinter sich. Ständig wurde sie durch irgendetwas an die Auswirkung der Drogen erinnert. Es ärgerte sie zunehmend, dass ihr jedes Mal auf prickelnde Weise heiß wurde, wenn der Lord sich ihr bis auf wenige Zentimeter näherte.

Wann würde ihre Hoffnung endlich in Erfüllung gehen? Ihr Plan konnte nur funktionieren, wenn es ein bestimmtes Ereignis bald gab. Bis zu diesem Ereignis musste sie Chase gefunden haben, denn danach würde ihr nicht mehr viel Zeit bleiben...

Gedankenversunken biss sie von einer Tomate ab. Die Frucht viel ihr aus der Hand, als sie eine Vision durchzuckte.

Es war nur ein kurzer Sprung in die Vergangenheit. Laras inneres Auge sah sich selbst an der Tafel des Lords sitzen, eine Tomate in der Hand. Sie beobachtete sich, wie sie die Frucht verspeiste. Sie fing einen Satz an, führte ihn aber nicht zu Ende. Sie sprang auf und kniete sich stürmisch über Sokrates. Sie küsste ihn leidenschaftlich und achtete dabei nicht auf die Anwesenden rings um sie.

Lara stieß sich so heftig vom Tisch ab, dass ihr Stuhl nach hinten kippte und zu Boden fiel. Die Männer zuckten zusammen. Lara verlor keine Zeit. Sie sprintete auf die Tür zu. Als sie gerade die Tür hinter sich zuschlug, hörte sie den Lord befehlen, sie zurück zu bringen.

Lara rannte und rannte. Gänge entlang, Treppen hinauf und hinunter. Ihre Lungen brannten wegen der gnadenlosen Folter, der sie ausgesetzt waren. Ohne im Mindesten das Tempo zu verlangsamen um genügend Luft zu bekommen, lief sie weiter. Sie musste sich ein Versteck suchen. Doch dieses Versteck wäre erst wirklich sicher, wenn sie komplett orientierungslos war.

Sie musste um jeden Preis verhindern, dass diese Vision wahr wurde. Nicht noch einmal.


Lara hatte ihr Ziel erreicht: Sie hatte keine Ahnung, in welchem Teil der Burg sie sich gerade befand. Es war gut, dass sie das nicht wusste. Sobald die Droge zu wirken begann, konnte sie für nichts mehr garantieren. Vielleicht würde sie dann von selbst zum Lord zurückkehren.

Sie verlangsamte ihr Tempo und gönnte ihren Lungen damit einen ordentlichen Atemzug. Sie lief ein paar Schritte weiter, bis sie in einen unbeleuchteten Gang kam. Sie tastete sich langsam vorwärts. Ihre suchenden Hände entdeckten eine Nische.

Lara zwängte sich in die Nische und musste sich bücken, um weiter vorwärts zu kommen. Sie kroch noch ein Stück ins Versteck hinein, dann lehnte sie sich gegen den kalten Stein und schloss die Augen.

Sie war noch keine Minute in ihrem Versteck, als sie rasende Kopfschmerzen bekam. Der Boden schien zu wanken. Sie grub die Nägel in ihre Unterarme, um zur Besinnung zu kommen, doch umsonst.

Angst. Eiskalte, erbarmungslose Angst. Furcht schien aus allen Ecken, aus jeder Fuge im Stein auf sie zu zu kriechen. Sie bemächtigte sich jeder Faser ihres Körpers, genauso unaufhaltsam wie Nebel.

Millionen Augen der Finsternis starrten sie an. Lara kniff zitternd die Augen zusammen. Es gab kein Entkommen. Die feindliche Finsternis drang durch ihre Augenlieder in ihr Gehirn ein.

Lara kauerte sich furchtsam zusammen. Sie zitterte wie Espenlaub und fror erbärmlich. Sie war zu keinem klaren Gedanken fähig. Es gab nur Dunkelheit. Kälte. Sie war ihrer Angst hilflos ausgeliefert. Die Angst ließ nicht locker, hielt sie fest in ihren Klauen. Sie forderte, was Lara ihr so viele Jahre verweigert hatte. Aus diesen Klauen gab es kein Entkommen.

Es konnten Stunden, Tage, Monate gewesen sein, bis die grauenhafte Wirkung der Drogen allmählich nachgelassen hatte. Lara wusste es nicht.

Es war auch nicht ihr Verdienst gewesen, dass die Angst und Dunkelheit verschwunden war. Das Licht hatte sie gerettet. Hatte nach und nach die Schatten zurückgedrängt, die sich auf ihre Seele gelegt hatten. Widerwillig, schleichend waren sie zurückgewichen.

Erst dann erkannte Lara den Ursprung des Lichts. Es war Fackellicht. Vielleicht hatte sie einen gequälten Schrei von sich gegeben, der sie verraten hatte, als die Dunkelheit sie noch völlig in ihrer Gewalt gehabt hatte.

Es war ohne Bedeutung. Die Schatten waren verschwunden. Nur das zählte. Das erste, das sie wieder bewusst wahrnahm, war, dass sie aus ihrem Versteck geschleift und auf die Füße gestellt wurde. Jemand schlug ihr mit dem Handrücken brutal ins Gesicht. Widerstandslos wurde ihr Kopf zurückgeschleudert und gegen eine Wand gedonnert. Sie sah lauter kleine Sterne. Ein weiterer Schlag ins Gesicht. Ihr leerer Blick füllte sich allmählich und sie erkannte fünf schwarz vermummte Gestalten, mit Fackeln in den Händen.

Der Mann, der sie bis jetzt geschlagen hatte, trat beiseite und machte einem anderen Platz. Ein enormer Schmerz explodierte in ihrer Magengegend. Lara krümmte sich. Ein gut gezielter Schlag, das musste sie zugeben. Ein Vermummter riss sie an den Haaren zurück in die Höhe. Lara schrie nicht, wehrte sich nicht. Was hatte sie getan, dass die Männer so grausam waren? Ein Tritt gegen das Schienbein.

Oh, sie erinnerte sich. Auf ihrer Flucht hatte sie einen Krieger mit einem Schlag ins Genick ausgeschaltet. Sie hatte geglaubt, er sei bloß bewusstlos. Doch den Schlägen seiner Kollegen zufolge, hatte sie ihn getötet. Es wunderte sie, dass sie noch kein Blut schmeckte, als ein weiterer Krieger ihr Gesicht traf. Der nächste Schlag traf sie im Nacken und sie verlor das Bewusstsein.


Lara erwachte mit leichten Kopfschmerzen in ihrem Bett. Sie war beeindruckt, die Krieger hatten sie am Leben gelassen. Einer von ihnen musste wohl soviel Verstand gehabt haben, dass sie ziemlich großen Ärger bekommen würden, wenn sie sie töteten. Etwas in ihrem Zimmer war anders. Ein Schrank! Sie hatte einen geräumigen Kleiderschrank bekommen. War das jetzt Belohnung oder Strafe?
Vermutlich eine Mischung aus beidem. Sie kramte Pulli und Jeans aus dem neu gewonnenen Möbelstück hervor und zog beides an. Heute. Heute musste es soweit sein. Heute würde ein bedeutender Teil ihres Fluchtplans in Erfüllung gehen. Sie blickte aus dem Fenster. Der Himmel hatte sich verdunkelt, doch es musste noch immer Nachmittag sein. Bald.

Sie konnte das Meer tosen hören, als sie mit einem Stück Draht, das von ihrem praktischen Bettgestell kam, die Tür aufsperrte. Erfreut über den kleinen Erfolg drapierte sie ihr Bett, dass es so aussah, als ob sie noch darin läge und sperrte die Zimmertür hinter sich wieder zu. Behutsam ging sie durch die Gänge. Sie kam zu einer Treppe, die nach oben führte und schritt diese hinauf. Bald stellte sie fest, dass sie sich in einem Turm befand. Durch immer wieder auftretende, winzige Fenster, konnte sie den Himmel draußen beobachten. Er hatte sich noch weiter verdunkelt und Nebel zog auf.

Lara ging die Stufen des Turms immer weiter empor. Plötzlich hörte sie ein Splash, das nicht von den Wellen stammte, die an der steilen Felswand zerbarsten. Es war passiert. Plötzlich von Panik erfüllt rannte Lara weiter.

Ein knisterndes Geräusch, das aus einem Raum kam, dessen Tür nur angelehnt war, stoppte sie. Vorsichtig und ohne ein verräterisches Geräusch zu verursachen, drückte sie die Holztür auf. Das knisternde Geräusch kam von einer Funksprechanlage. Ein Mann mit verworrenem Haar saß zusammengesunken auf einem Sessel davor und schlief.

Kann mich irgendjemand hören?!", krächzte die Anlage plötzlich und Lara zuckte erschrocken zusammen. Den Mann vor ihr schien das allerdings nicht zu stören. Seelenruhig begann er zu schnarchen.

S.O.S. Hilfe! Unser U-Boot ist schwer getroffen und gesunken! Ich wiederhole: Ich benötige dringend Hilfe! Kann mich irgendjemand hören?!" Der Hilferuf klang verzerrt, aber unmissverständlich, aus der Funksprechanlage.

Mit einem misstrauischen Blick auf den Schlafenden schnappte Lara sich ein Funkgerät und verließ den Raum wieder. Sie rannte die Treppen hinauf, bis sie durch eine Falltür ins Freie gelangte. Sofort schlug ihr der Wind mit erbarmungsloser Kälte entgegen. Sie begann zu zittern.

„Ich habe Ihren Hilferuf vernommen, können Sie mich auch hören?!", brüllte sie ins Funkgerät. „Wo sind Sie?"

„Ich weiß die Koordinaten nicht, aber ich befinde mich in einer Rettungskapsel kurz vor einem gigantischen Felsen, der aus dem Meer ragt!"

„Dann sehen Sie Ihre Rettung direkt vor sich. Steuern Sie auf den Felsen zu und suchen sie nach einer Öffnung oder Einfahrt! Eine andere Möglichkeit als sie zu suchen, haben Sie nicht. Ich erwarte Sie dort."

Lara schleuderte das Funkgerät über die Brüstung ins Meer und rannte – froh der eisigen Kälte da draußen zu entkommen – die Treppen wieder hinunter. Sie suchte nach der Wendeltreppe, die sie schon einmal genommen hatte und damit Bradeks Geheimnis herausgefunden hatte, und rannte diese wiederum hinab. Sie öffnete die Tür, hinter der Bradek und Serengethy gestanden hatten, und fand sich in der Waschküche wieder. Zum Glück war niemand sonst hier.

Lara nahm sich einen schwarzen Umhang vom Wäscheberg und musterte den Raum aufmerksam. Ein riesiger Kessel dominierte die Waschküche. Darin wurde das Meerwasser in Süßwasser umgewandelt und erhitzt. Blecherne Rohre führten vom gigantischen Wasserkessel hinunter in eine große Wanne. Darin wurde anscheinend händisch die Wäsche gewaschen. Außer einem großen Tisch und ein paar Wäscheleinen gab es nichts mehr zu sehen.

Lara bewegte sich auf eine Tür zu, die an der gegenüberliegenden Wand lag. Das Donnern der Brandung war mit jedem Schritt deutlicher zu hören. Sie schlug die große Kapuze über den Kopf und trat durch die Tür.

Sie gelangte in einen schmalen, durch wasserresistente Fackeln beleuchteten Gang. Das Donnern der Brandung war mittlerweile so laut, dass es die Geräusche ihrer Schritte verschluckte. Der Gang endete in einer Grotte. Sie hatte den Anlegeplatz gefunden. Uraltes Gestein bildete eine große Fläche, an die das Meer angrenzte. Dank der Grotte ein geschützter Hafen. Das Grollen der Wellen, die draußen gegen den Felsen schlugen, füllte die Höhle aus. Stufen waren in den Stein geschlagen worden, die ins Wasser führten. Am Ende der Stufen schaukelte eine hochmoderne Rettungskapsel.

„Sind Sie derjenige, dem ich meine Rettung zu verdanken habe?", erklang eine tiefe Stimme mit amerikanischem Akzent hinter Lara.

Erschrocken fuhr sie herum. Sie hatte den Mann nicht gesehen, als sie die Grotte betreten hatte. Wie hatte er sich bloß hinter sie schleichen können?

„Versenken Sie die Rettungskapsel." Ihre Stimme war völlig ruhig und ihr war ihre Überraschung nicht anzumerken.

„Was?!"

„Tun Sie es!" In Laras Stimme lag mehr Schärfe als sie beabsichtigt hatte.

Schultern zuckend ging der Mann zur Rettungskapsel und versenkte sie. „Wäre jetzt ohnehin unbrauchbar. Das letzte Stück musste ich rudern."

Lara musterte den Amerikaner, dem sie gerade das Leben gerettet hatte. Er war vielleicht fünf Jahre älter als sie. Gerade Nase, schmales Gesicht. Sein dunkles Haar war nass und einige Strähnen fielen ihm ins Gesicht. Soviel sie erkennen konnte, war er nicht besonders muskulös, musste aber doch über ziemliche Kraft verfügen, wenn er gegen die aufgepeitschten Wellen tatsächlich angerudert war.

Das einzig auffällige an ihm waren seine Augen. Augen von solch intensivem blau hatte sie höchstens in Zeichentricksendungen gesehen.

„Wenn Sie mit dem zufrieden sind, was Sie sehen, könnten Sie mich dann bitte an einen wärmeren Ort bringen? Ich erfriere bald."

Ohne Antwort zu geben, ging Lara an ihm vorbei und er folgte ihr.

„Kann ich mir ein paar von diesen Sachen nehmen?", fragte er und steuerte auf den Wäscheberg zu.

„Nein. Niemand darf Ihre Anwesenheit hier bemerken."

„Wieso?" Misstrauisch war er stehen geblieben.

„Vertrauen Sie mir einfach und folgen Sie mir."

„Wieso sollte ich das tun?"

„Ich hätte Sie da draußen abkratzen lassen können und habe es nicht getan. Das sollte immerhin Grund genug sein mir zu folgen."

Sie wartete keine Antwort ab, sondern ging weiter. Sie lächelte, als sie merkte, dass er ihr nach kurzem Zögern folgte. Vorsichtig führte sie ihn die Wendeltreppe nach oben und bedeutete ihm möglichst leise zu sein. Er folgte ihr so lautlos, dass sie sich kurz umwandte, um sicher zu gehen, dass er nicht stehen geblieben war. Ohne entdeckt zu werden, erreichten sie das Ende der Wendeltreppe und Lara führte ihn einen Gang entlang weiter. Doch schon bald hörte sie, wie sich ihnen Schritte näherten. Lara blickte sich hastig um und zog den Fremden mit sich in eine enge, dunkle Nische.

„Sie sind ja eine Frau!"

„Ja und jetzt still!", zischte sie ihm leise zu. Die Nische bot kaum Platz für zwei und so standen sie dicht aneinandergedrängt. Kaum hatte sie ihn zur Stille ermahnt, konnten sie sehen, wie sich ihnen Fackelschein näherte. Die Wachen gingen an ihnen vorüber ohne sie zu bemerken. Lara wartete, bis ihre Schritte nicht mehr zu hören waren.

„Warum verstecken wir uns?"

Lara trat wieder hinaus auf den Gang um wieder etwas Abstand zwischen sie zu bringen. „Weil das meine Feinde sind. Und es ist besser für Sie, anzunehmen, dass sie auch Ihre Feinde sind."

Vor ihrer Zimmertür angelangt holte Lara den Draht hervor und sperrte ihre Tür auf. Sie bedeutete dem Fremden, einzutreten und versperrte die Tür hinter sich. Durch den verdunkelten Himmel herrschte nur schwaches Licht im Raum.

„Setzen Sie sich. Ich suche etwas Warmes für Sie."

Der Mann tat, wie ihm geheißen und sie kramte inzwischen in ihrem Schrank nach etwas passendem. Sie fand nichts. Bloß einen einzigen dicken Strickpullover, für den sie aber gerade einen Plan entworfen hatte.

„Tut mir leid, ich finde nichts. Ziehen Sie sich inzwischen den Umhang an."

Lara streifte das Kleidungsstück über den Kopf und reichte es dem Amerikaner mit den intensiv blauen Augen. Dankbar nahm er ihn an und zog ihn selbst an. Dann viel sein Blick zum ersten Mal auf ihr Gesicht.

„Sie... Sie sind ja...!"

Erschrocken fuhr Lara zusammen, als sie hörte, wie ein Schlüssel ins Schloss zu ihrer Tür geschoben wurde.

„In den Schrank! Schnell!"

Der Fremde hatte offenbar eine schnelle Reaktion, denn er sprang sofort auf und verschanzte sich im geräumigen Kleiderschrank. Kaum war die Schranktür geschlossen, ging die Zimmertür auf.

„Auch schon wach?" Bradek blickte die Gefangene böse an.

„Ziehen Sie sich um, Sie werden in einer viertel Stunde wieder mit uns zu Abend essen." Mit diesen Worten schloss der Commander die Tür hinter sich und Lara hörte wie er den Schlüssel herumdrehte.

Der Fremde trat aus dem Schrank. „Sie sind Lady Lara Croft, nicht wahr?" Er setzte sich zu ihr aufs Bett.

„Ja. Bin ich etwa in Amerika auch schon so berühmt?"

„Das nicht, aber ich habe die Londoner Nachrichten verfolgt, Lady."

„Das mit der Lady lassen Sie jetzt aber ganz schnell. Nennen Sie mich einfach Lara."

„Gut. Ich bin James."

Lara lachte. „Bond?"

„Nein, Norrington."

„Willkommen in der neuen Burg Megorion, James." Sie war gespannt, wie er auf diese Worte reagierte.

„Dann ist es also wahr. Sokrates ist am Leben."

„Brillant geschlussfolgert." Sie schenkte dem Amerikaner ein spöttisches Lächeln und ging zum Kleiderschrank. „Könnten Sie für einen Moment die Augen schließen, ich muss mich umziehen."

Lara schlüpfte aus der Jeans und dem Pullover und in einen schwarzen, bodenlangen Rock. Dazu wählte sie ein enges, ebenfalls schwarzes Top, das knapp über dem Bauchnabel endete. Die Kleidungsstücke schmiegten sich an ihren schlanken Körper und betonten ihre perfekten Rundungen.

„In welchem Verhältnis, sagten Sie noch mal, dass Sie zu Sokrates stehen?"

Lara blickte ihn an. Stirn runzelnd musterte er sie noch einmal.

„Ich sagte gar nichts." Sie kramte den Strickpullover hervor, den sie Norrington geben hätte können, und zog ihn über das schwarze Top.

Sie setzte sich wieder zu James aufs Bett. „Was machen Sie hier?"

„Mein Boot ist angegriffen worden und gesunken."

Lara lächelte. „Ihr wäret nicht angegriffen worden, wenn ihr euch uns nicht zielstrebig genähert hättet."

„Uns?"

Wieder reagierte Lara nicht auf die Herausforderung.

„Was macht ein amerikanisches Spionage-U-Boot vor dem neuen Stützpunkt eines gesuchten – oder besser: nicht mehr gesuchten, weil ja für tot erklärten – Massenmörders?"

Diesmal war es James' Miene, die versteinerte und keine verdächtige Regung preisgab.

„Wie lautete Ihr Auftrag?"

Er erwiderte nichts.

Etwas enttäuscht blickte sie ihn an. „Gut. Sie wollen nichts sagen. Das akzeptiere ich. Obwohl es besser für Sie wäre. Für uns beide."

Er zeigte keine Reaktion.

„Bitte versprechen Sie mir wenigstens, dass Sie hier in diesem Zimmer bleiben, während ich mit dem Lord zu Abend esse."

Lara blickte ihm fest in die Augen.

„Na gut. Ich verspreche es."

Erleichtert sah sie ihn an. „Danke. Wir können später weiterreden und alles klarstellen. Ich werde versuchen eine warme Decke für Sie aufzutreiben."

Der Schlüssel war erneut zu hören.

Norrington schloss die Schranktür hinter sich und Bradek trat ein.