Disclaimer: Ich besitze keine Rechte an den Büchern und Geschichten J.R.R. Tolkiens oder seinen Charakteren. Ebenso wenig verdiene ich Geld mit dieser Geschichte. Mir geht es alleine um den Spaß am Schreiben. Die Charaktere und Orte die ihr nicht in Tolkiens Werken findet sind meiner Phantasie entsprungen.
Kapitel 11: Wer bin ich?
Drei Tage vergingen und Elena fand sich langsam zurecht in ihrer neuen Umgebung. Sie war von der Schönheit Bruchtals und seiner Bewohner einfach hingerissen. Auf ihr Drängen hin lehrte sie Elrond auch die Sprache der Elben, damit sie sich mit einigen der Elben in Bruchtal unterhalten konnte. Währenddessen beratschlagten sich die restlichen Gefährten, wie man den Angriff der Waldelben abwenden könnte. Aragorn, Gimli und Legolas hatten sich über eine Karte von Mittelerde gebeugt, während Gandalf auf einem Stuhl in der Ecke saß und Pfeife rauchte. Doch sein Gesicht zeigte keinesfalls ein Zeichen der Entspannung.
„So wie ich König Thranduil einschätze wird er von Norden her angreifen. Es würde ihm gar nichts anderes übrig bleiben." meinte Aragorn und erhob sich.
Legolas sah ihn traurig an. Man konnte ihm ansehen, dass er sich sichtlich Sorgen machte.
„Und wenn ich zum Düsterwald reite und das ganze Missverständnis aufkläre?"
„Ich befürchte dafür ist es schon zu spät. Außerdem biss du für solch einen Ritt noch zu schwach mein Freund." sagte Aragorn und sah Legolas eindringlich an. „Du wirst erst einmal hier bleiben."
„Das kann ich nicht! Mein Vater zieht gegen euch in die Schlacht und das nur wegen seines Starrsinns!"
„Ich verstehe dich Legolas, aber wir dürfen deine Sicherheit nicht riskieren. Hast du mich verstanden?"
„Ja."
„Und was ist, wenn dein Herr Papa schon dort ist, während wir hier rumsitzen und Däumchen drehen?" fragte Gimli und verschränkte die Arme.
„Ich weiß es nicht." antwortete Legolas und trat zu einem Fenster, um hinaus zu sehen.
Gandalf verfolgte seinen Blick. Er war gen Süden gerichtet. Langsam nahm der alte Zauberer seine Pfeife aus dem Mund und stand auf. Er nahm sich seinen Stab und schritt hinaus. Seine drei Freunde sahen ihm fragend nach.
„Hey Gandalf!" rief Gimli ihm nach, doch Gandalf ließ ihn mit einer Geste verstummen.
„Während ihr euch sinnlos gegenseitig anbrüllt, werde ich nach unserer jungen Freundin sehen."
Legolas wurde hellhörig.
„Darf ich dich begleiten Gandalf?"
Gimli sah Legolas empört an.
„Hey Spitzohr! Du bleibst gefälligst hier!"
Legolas überging seinen Wortlaut einfach und sah Gandalf wartend an. Der Zauberer lächelte.
„Warte noch Legolas. Ich möchte zuerst alleine mit ihr sprechen."
Der Elb nickte verständlich. Langsam setzte der Zauberer seinen Weg fort. Er wusste genau, wo er Elena finden würde. Auf der kleinen Brücke am Wasserfall, dort wo sich früher Arwen und Aragorn immer getroffen hatten. Sie liebte diesen Ort, sodass sie jeden Tag dorthin ging. Nach ein paar Minuten war Gandalf dort und schaute hinüber zur Brücke. Dort stand das Mädchen, wieder in einem himmelblauem Kleid, dass an ihr wunderschön aussah. Vorsichtig trat er näher und zog somit die Aufmerksamkeit des Mädchens auf sich.
„Oh Gandalf. Ich habe euch gar nicht bemerkt." sagte sie und lächelte freundlich.
„Du warst so in Gedanken versunken mein Kind, dass du mich auch nicht bemerken konntest."
„Gandalf?"
„Hm?"
„Darf... darf ich euch etwas fragen?"
„Aber natürlich mein Kind."
Elena lächelte. Sie fand es lustig, wie der alte Mann sie andauernd ,mein Kind' nannte.
„Könnt ihr mir mit Hilfe eurer Magie sagen, ob ich schon einmal hier gewesen bin?"
Gandalf hielt inne und sah das Mädchen ernst an.
„Warum fragst du das mein Kind?"
„Naja. Ich weiß nicht. Es ist nur eine Art Gefühl, aber... aber ich bin mir sicher, dass ich schon einmal hier gewesen bin. Es kommt mir alles so vertraut vor und auch... und auch Herr Elrond. Ich kannte ihn schon, bevor er sich mir vorgestellt hatte. Aber ich kannte nur sein Gesicht und dieses Lächeln. Sein Name war mir nicht bekannt."
Sie winkte hastig ab.
„Oh man! Ich rede schon wieder dummes Zeug. So wie immer."
„Vielleicht sieht man in solchen vertrauten Gefühlen die Wahrheit die einem verborgen blieb. Du redest ganz und gar nicht wirr." murmelte Gandalf und erntete dafür fragende Blicke von Elena.
„Wie meint ihr das?"
„Das wird dir die Zeit schon selbst verraten mein Kind und nun komm. Es wird Zeit aufzubrechen. Im Gegensatz zu Aragorn finde ich nicht, dass Legolas für einen Ritt noch zu schwach ist. Und wir müssen auf dem schnellsten Weg nach Minas Tirith."
„Ich soll mitkommen? Ich darf die Stadt sehen, wo Aragorn König ist?"
Gandalf nickte zustimmend. Elena hätte vor Freude am liebsten einen Luftsprung gemacht, stattdessen fiel sie dem alten Zauberer um den Hals, der völlig überrascht war. Erschrocken wich Elena wieder zurück und die Charmesröte durchzog ihr Gesicht.
„Entschuldigt bitte! Ich habe mich nur so gefreut. Ich dachte, ihr würdet mich hier lassen."
Gandalf lachte aus vollem Herzen. So ein junges aufgewecktes Mädchen hatte er seit Jahren nicht mehr gesehen. Er winkte Elena zu sich und zusammen gingen sie zurück in die Halle, wo Aragorn und Gimli immer noch am streiten waren. Legolas stand neben dem Fenster, hatte die Arme verschränkt und verdrehte die Augen bei der Streiterei seiner Freunde. Als Gandalf und Elena eintraten, sahen alle zu ihnen auf, wobei Legolas anfing zu lächeln, als er Elena erblickte.
„Macht euch bereit! Unsere Freunde brauchen uns in Minas Tirith. Und zwar uns alle. Morgen brechen wir auf." rief Gandalf mit einem Blick auf Elena.
„Gandalf. Wir können sie doch nicht mitnehmen!" empörte sich Aragorn und sah zu Elena. „Das ist nicht böse gemeint, aber wenn es wirklich zum Krieg kommt, dann wird sie sich nie und nimmer verteidigen können. Sie ist viel zu unerfahren."
„Haben sich die Hobbits damals verteidigen können mit Schwertern, Äxten oder Bögen? Konnten sie kämpfen, bevor es sie der Krieg gelehrt hat? Nein! Und ebenso ist es mit Elena. Sie wird mit uns ziehen Aragorn. Wir können jeden brauchen, der die Stadt verteidigt, sollte es wirklich zum Krieg kommen." sagte Gandalf und legte Elena seine Hände auf die Schultern.
Aragorn seufzte.
„In Ordnung. Sie kommt mit uns."
Elena und Legolas lächelten. Elena vor Freude, dass sie mitkommen durfte und Legolas vor Freude, weil Elena mitkommen durfte. Gimli entging das Lächeln des Elben nicht und verschmitzt stieß er dem Elben gegen die Hüfte.
„Na mein Freund? Unsere Begleiterin gefällt dir wohl, hm?
Legolas' Augen weiteten sich schlagartig und entgeistert starrte er den Zwerg an.
„Wie kommst du darauf?"
„Man sieht es dir an der Nasenspitze an und an deinen spitzen Ohren, die gerade ziemlich rot anlaufen."
Legolas drehte sich um und schaute aus dem Fenster, um den nächsten Hänseleien seines Freundes zu entgehen. Aber Gimli hatte Recht. Er hatte Elena sehr gern, dass musste er sich wohl oder übel selbst eingestehen.
------
Es tut mir leid, dass es so lange gedauert hat! Ich hatte eine totale Schreibkrise und auch noch total Stress mit der Schule und so. Also nochmals ein ernst gemeintes „Tut mir echt leid!". Ich bedanke mich, dass ihr mir trotzdem so treu geblieben seid.
Bis zum nächsten Mal
Chibi Anitschka
