Vielen Dank für dein Review, Marian! Du kannst ruhig sagen, wenn dich irgendetwas stört - auch ich mach mal Fehler und bin daher froh, wenn man mich darauf hinweist. Beim schreiben bin ich oft dermaßen in meine Geschichte verstrickt, dass es durchaus sein kann, dass selbst ich den Wald vor lauter Bäume nicht sehe. ;-)
lg Gaby
11 Ex-Freunde
Hermione ließ ihre Augen suchend durch die enge Kantine des Ministeriums wandern. Endlich fanden sie was sie suchte. Draco Malfoy, er sah immer noch so aus wie sie ihn in Erinnerung hatte. Bevor sie sich mit seinem Vater traf, wäre es sicher das Vernünftigste sich zuvor mit seinem Sohn zu unterhalten. Sein Vater hatte ihm nach der Schule einen Posten im Ministerium verschafft. Sie hatte sich gestern noch lange mit seiner Sekretärin unterhalten und so eine Menge erfahren. Zuerst war sie misstrauisch, da sie ihren Job nicht verlieren wollte, denn außer dem Ertragen der gelegentlich üblen Launen ihres Chefs, hatte sie eigentlich nichts zu tun. Doch als diese in Hermione eine Verwandte Seele fand die Draco Malfoy genauso wenig leiden konnte wie sie, war sie in ihrem Redefluss kaum noch zu stoppen gewesen. Dracos Posten wurde künstlich geschaffen und seine Arbeit bestand lediglich darin das er am morgen erschien und abends wieder ging und doch kam er sich enorm wichtig vor. Seine Sekretärin Miss Jones konnte ihn nicht leiden, er war immer noch so wie sie ihn aus der Schulzeit in Erinnerung hatte, aber das gerade war perfekt. Es würde sicher ein leichtes sein aus ihm Informationen heraus zu bekommen. Von seiner Sekretärin hatte sie auch erfahren wann er Pause machte und so schlängelte sie sich jetzt zwischen den Tischen durch auf seinen Platz zu. Er saß ganz alleine da, scheinbar wollte sich niemand zu ihm gesellen. Er war ein Malfoy und ein Dummschwätzer und eine alte Petze und deshalb wollte niemand etwas mit ihm zu tun haben. So was konnte nur Schwierigkeiten bedeuten. „Hallo Draco!" rief sie überzeugend überrascht aus und strahlte ihn dabei freundlich an. Der Angesprochene hob ebenso überrascht seinen Kopf und sah seine Ex - Hermione Granger- vor sich. Was sie von ihm wohl wollte? Arrogant ließ er die Gabel zurück auf seinen Teller sinken und betrachtete, obwohl er saß, sie von oben herab. „Hermione Granger!" kam es trocken und unhöflich von ihm zurück. Hermione ließ sich davon nicht einschüchtern, nahm immer noch freundlich lächelnd ihm gegenüber auf dem Stuhl platz und plauderte munter darauf los. „Ich hab schon davon gehört, dass du für das Ministerium arbeitest. Es wird gemunkelt du hast irgendeinen geheimen und extrem wichtigen Posten inne. Du bist also auf dem besten Weg Karriere zu machen." Bewundernd sah sie ihn an. Automatisch richtet er sich in seinem Stuhl noch eine Spur gerader auf und sonnte sein Ego in ihrer Bewunderung. Sie hatte ihn damals verlassen, sollte sie ruhig sehen was ihr entging. Hermione unterdrückte mühsam ein Grinsen. Ja es würde leicht werden aus ihm Informationen herauszulocken.
*
Die Lippen fest auf einander gepresst so das nur noch eine weiße Linie sichtbar war, begab er sich in Richtung Dumbledores Büro. Was konnte der Schulleiter nur von ihm wollen? Er war in letzter Zeit nicht übergebühr streng zu seinen Schülern gewesen. Wahrscheinlich wollte er ihm nur wieder zusätzliche Stunden aufbrummen, oder wieder einmal seine Neugierde befriedigen. Egal was es war er würde es bald herausfinden. Mühsam beherrscht klopfte er an die Tür des Schulleiters, eigentlich war ihm mehr danach einfach hineinzustürmen und das Gespräch rasch hinter sich zu bringen. Er wartete dabei mit dem Fuß wippend auf eine Antwort. Kaum vernahm er ein gedämpftes „Herein!" riss er auch schon die Tür auf und trat ein. Dumbledore spürte Severus Ungeduld. Das war nun nichts Ungewöhnliches. Geduld war keine Eigenschaft die Severus auszeichnete, obwohl er in den vergangenen Jahren wider seinem Willen genug Zeit zum üben bekam. Stumm betrachtete er den vor Energie strotzenden, verschlossenen Mann vor sich. Das Gespräch würde nicht einfach werden. „Setz dich!" forderte er ihn sanft auf und sah wie sich dessen Augen automatisch verengten. Severus war einfach zu misstrauisch, dass war sein Problem. Er vermutete immer und überall eine Falle, ein Komplott oder sonst was. Stur blieb er bei der Tür stehen und wollte erst abwarten was Dumbledore von ihm wollte, ehe er es überhaupt in Betracht zog Platz zu nehmen. „Es wird nicht lange dauern, also setz dich!" forderte er ihn erneut auf. Diesmal klang seine Stimme schon schärfer und eine Spur gereizter. Das jedes Gespräch mit Severus auch beinahe immer wie ein Kampf sein musste. Widerwillig ließ er sich auf dem Stuhl vor Dumbledores Schreibtisch nieder und wartete fast trotzig was als nächstes kommen würde. Sicher nicht wie er zuerst vermutet hatte, dass er ihn bitten würde Unterrichtsstunden übernehmen sollte. Nun folglich blieb nur letzteres und dazu hatte er wirklich keine Lust. Er wollte sicher nicht die Neugierde dieses alten Mannes, gut seines Freundes, befriedigen. Mürrisch verfinsterte sich sein Gesichtsausdruck und rief dabei auch Dumbledores Zorn hervor. Er wollte dem sturen Kerl doch nur helfen, aber er machte es einem echt nicht leicht, genau das zu tun.
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„Ich kann dir nicht all zuviel über meine Tätigkeit sagen – nur soviel es ist streng geheim und enorm wichtig!" trumpfte er auf und sah sie dabei bedeutend an. Hermione bekam große Augen. „Ich wollte dir das schon damals sagen, aber ich hab mich nicht getraut. Ich wusste schon damals in dir steckt Großes. Du würdest es weit bringen. Du warst in der Schule schon so klug." Meinte sie verschwörerisch und schmeichlerisch zu gleich. Wie ein eitler Gockel plusterte er sich auf und merkte dabei nicht, dass sie kein Wort davon auch nur ansatzweise ernst meinte. Sie rückte noch eine Spur näher an ihn heran, stütze die Hände auf den Tisch und warf ihm einen ihn anhimmelnden Blick zu. „Du musst mir unbedingt verraten wie du das geschafft hast. Wie hast du diesen Posten nur bekommen? Es gab ganz viele Bewerber, wie ich gehört habe, aber sie wollten natürlich nur den Besten!" Leicht knickte Draco bei diesen Worten ein. Er war schon immer ein schlechter Lügner gewesen und in Wahrheit verdankte er diesen Job seinem Vater. In Wahrheit hatte er, außer das er wichtig aussah, nichts zu tun, aber das würde er Hermione gegenüber nie im Leben zugeben. Energisch räusperte er sich. „Das kann ich dir leider nicht sagen. Das ist geheim!" gab er ihr wichtigtuerisch zur Antwort. Tief traurig und leicht schmollend sah sie ihn an, aber im Grunde war es ihr egal. Im Grunde hatte sie ihn jetzt dort wo sie ihn haben wollte. Er nahm ihr den ihn bewunderten Groupie ab und genau das wollte sie. Jetzt konnte sie mit den eigentlichen Fragen beginnen. „Das liegt sicher an deiner Familie. Alle in deiner Familie sind so furchtbar klug und dabei siehst du auch noch so gut aus. Das hast du bestimmt von deinem Vater geerbt." Gab sie schwülstig von sich. Sie musste aufpassen, dass sie sich nicht bei ihren eigenen Worten übergeben musste. Der Zweck, Hermione, heiligt die Mittel! Redete sie sich selbst gut zu. Sie schien tatsächlich die richtigen Knöpfe bei Draco gedrückt zu haben, er war kaum noch zu bremsen. Sie musste ihm nur zuhören, er erzählte ihr brav alles was sie wissen wollte. Es musste doch zu etwas gut gewesen sein, dass sie mit ihm solange (Immerhin acht Monate) zusammen gewesen war.
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„Willst du darüber reden?" begann er vorsichtig. „Worüber?" wiegelte der andere sich unwissend stellend barsch ab. „Worüber auch immer." Kam es sanft von Dumbledore. „Vielleicht beginnen wir mit jenem Nachmittag in Hogsmead?" wagte Albus zu fragen und betrachtete dabei scharf Severus Gesicht. Welche Emotionen würden sich in diesem Spiegeln, wenn er ihm diese Frage stellte. Severus verschränkte die Arme vor der Brust, seine Mine wurde noch eine Spur stoischer und gab Albus so zu verstehen, dass er gar nicht daran dachte darüber auch nur das Geringste auszuplaudern. „Gut, also nicht. Wie wäre es damit mir zu sagen, was dich so quält. Ich kann dir helfen, wenn du mich lässt!" versprach er ihm zuversichtlich. Er meinte es ernst. Severus senkte den Blick. Vielleicht konnte er es tatsächlich, aber er wollte es nicht. Er wollte nicht darüber sprechen. Es sagen zu müssen, machte es nicht besser sondern noch schlimmer, da war er sich ganz sicher. „Es gibt nichts worüber ich mit dir sprechen will!" sagte er emotionslos und gab so viel mehr preis als er wollte. Tief in ihm schlummerte eine grauenvolle Vergangenheit. Ein Abschnitt seines Lebens über den er sich beharrlich weigerte zu sprechen. Dumbledore hatte es all die Jahre mit Geduld probiert und gewartet, obwohl er die Ruhelosigkeit in Severus spürte. Er sah das Leid in ihm, das dieser sich weigerte beim Namen zu nennen. Voldemort hatte ihm das angetan. Etwas was in jener Zeit geschehen war und worüber alle schwiegen die davon wussten. Tief seufzend lehnte er sich zurück. „Eines Tages wirst du darüber sprechen müssen. Du kannst es nicht für ewig für dich behalten. Ich…..es…" Albus unterbrach sich selbst. Er konnte an Severus versteinerter Mine erkennen, dass er für egal welche Argumente nicht zugänglich war. „Ist das alles worüber du mit mir sprechen wolltest?" verlangte er kalt zu wissen und stand bereits im Begriff sich zu erheben. „Diese Frau….wer ist sie?" fragte Dumbledore nun direkt. Er sah dabei zuerst auf seine Hände, nur als die letzte Silbe seiner Worte verklungen war hob er den Kopf und fixierte Severus erneut scharf.
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Hermione! Aufgewühlt tigerte Severus durch seine Kammer. Albus hatte unbewusst mit seiner Frage, erneut seine Sinne in Aufruhr gebracht. Egal wie er es drehte und wendete, er wollte sie wieder sehen, um jeden Preis. Aber wie sollte er es anstellen ohne etwas von sich geben zu müssen? In dem du sie verführst du Narr! Beschimpfte er sich selbst. Das konnte doch nicht so schwierig sein, oder? Nun ja. Meldete sich da ungefragt ein kleines Stimmchen in seinem Kopf zu Wort. Es ist ja nicht so, dass du ihren Reizen gegenüber immun wärst. Gab diese wichtigtuerisch von sich. Mit einem tiefen Knurren brachte er sie zum schweigen. Das wollte er jetzt bestimmt nicht hören. Lieber sann er darüber nach womit er Hermione beeindrucken konnte und sie gleichzeitig vergaß was sie von ihm wollte. Nachdenklich sah er vor sich hin und dann kam ihm eine Idee. Bücher! Sie liebte wie er Bücher und zufällig hatte er Unbeschränken Zugang zu einer der ältesten Zauberbibliothek die es gab. Mit Sicherheit hätte sie ihre helle Freude daran, wenn sie darin ungestört, außerhalb der Öffnungszeiten, stöbern durfte und er hätte für sie die perfekte Ablenkung. Er setzte sich an seinen Schreibtisch und schrieb eine Einladung.
Hermione,
ich hab etwas für dich was dir bestimmt gefallen wird. Der Portschlüssel bringt dich dorthin.
S.
Nachdenklich betrachtete er das Stück Pergament. Jetzt brauchte er nur noch einen Portschlüssel. Was würde sich dafür gut eignen? Kurz murmelte er ein paar Worte und schon hielt er den perfekten Gegenstand in seiner Hand. Damit würde er Hermiones romantisches Herz erwecken, da war er sich ganz sicher.
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Nach dem Treffen mit Draco, eins musste sie ihm widerwillig zugestehen, er sah immer noch gut aus, auch wenn er ein arroganter Arsch war und wusste sie nun fast alles über Lucius Leben, was dieser zu erzählen wusste. Viel war es nicht. Auch seinem Sohn gegenüber hielt er sich, was seine Vergangenheit und vor allem die Zeit mit dem dunklen Lord betraf, eher bedeckt. Es gab nur eine Kleinigkeit auf die sie sich stütze. Draco erwähnte einen Schulfreund, den sein Vater gehabt hatte, aber sie hatte von diesem noch nie etwas gehört. Also würde sie sich auf die Suche nach diesem machen. Was wurde aus Arthur Hastings? Wo lebte dieser jetzt? Ihre erste Anlaufstelle auf der Suche nach ihm war Hogwarts. Immerhin besuchte dieser dort die Schule. Dieser Gedanke verursachte ihr einerseits Schmetterlinge im Bauch und andererseits auch Angst. Was wenn sie Severus in die Arme lief?
