O.O Wow... also das hat jetzt aber echt lange gedauert o.O....... -zur Entschuldigung Harry-Draco-Kuschel-Bilder an alle verteilt- Es war wirklich keine böse Absicht, euch so lange warten zu lassen –seufz- Das Kapitel ist tatsächlich schon seit zwei Monaten fertig, aber es gab leider einige Probleme mit dem Beta-Read; vorrangig, weil die Mails mit dem Kapitel nie angekommen sind -das Internet tritt- Und dann hatte ich eine Weile kein Intenet Genaugenommen habe ich es immer noch nicht, weil die Leute von der Telekom es nicht fertig bekommen, meinen Telefonanschluss frei zu halten, aber wozu gibt es denn die gute, alte Uni-Bibliohek ;-))
Zeichenerklärung: ooOoOoo Perspektivwechsel
Okay, ihr habt lange genug gewartet, da will ich eure Zeit nicht noch mit langen Vorreden verschwenden. Enjoy
MondlichtKapitel 11
Es war schwer zu sagen, ob ich mich freute, dass Professor Snape da war, oder ob ich ihn zum Nordpol wünschte. Er versprach die ersehnte Rettung. Dumbledore hatte ihn sicher geschickt, um uns aus unserer gefährlichen Lage zu befreien. Woher ich jedoch die Gewissheit nahm, dass er nicht in Voldemorts Auftrag hier war, war mir nicht ganz klar. Immerhin hatte er eine Doppelrolle zu spielen. Ich mochte Snape nicht, aber auf eine merkwürdige Art vertraute ich ihm. Vielleicht, weil ich wusste, dass wir eigentlich auf derselben Seite standen.
Außerdem trug zwar keine Todesserrobe, aber es wäre auch schön dumm von den dunklen Dienern Voldemorts, hier in ihren Roben aufzutauchen. Sie würden sofort sämtliche Aufmerksamkeit auf sich ziehen- nicht zu vergessen die Horde Auroren, die man in Panik zur Hilfe rufen würde. Und das konnten sie nicht riskieren. Sie wollten sich mit Sicherheit unauffällig nach uns umsehen.
Das dringlichste Problem wäre also gelöst. Snape würde für unsere Sicherheit sorgen und wir mussten nicht mehr fürchten, im nächsten Moment von Todessern verschleppt zu werden. Doch sein Auftauchen machte ein klärendes Gespräch zwischen mir und Draco unmöglich. Und reden mussten wir. Dringend. Ich wollte wissen, warum er mich geküsst hatte. Ob Hoffnung darauf bestand, dass meine Gefühle erwidert wurden.
Draco schien meine Anwesenheit unterdessen völlig vergessen zu haben. Er starrte nur fassungslos auf Snape, der einen Moment zurückstarrte, bevor sein stechender Blick zu mir wanderte. Er musterte mich durchdringend, aber ich schaffte es, ganz ruhig zu bleiben. Ohne Zweifel versuchte der Zaubertränkemeister von Hogwarts zu erraten, was in diesem Zimmer vorgefallen war, kurz bevor er eingetreten war.
Zu meinem Glück war die Wahrheit aber so unwahrscheinlich und haarsträubend, dass er nie darauf kommen würde. Das wäre vermutlich der Schock seines Lebens. Viel wahrscheinlicher war sein Schluss, dass wir uns mal wieder gestritten hatten und damit lag er ja auch nicht ganz falsch.
„Professor Dumbledore verlangt, Sie beide zu sprechen. Folgen Sie mir", sagte er schließlich, mich immer noch misstrauisch beäugend, und verschwand mit wehendem Umhang aus dem Zimmer. Wie brachte dieser Mann es eigentlich fertig, dass sich sein Umhang immer genau im richtigen Moment dramatisch aufbauschte?
Noch immer ein wenig betäubt, sowohl von dem ungewöhnlichen Umstand unseres Kusses, als auch durch unsere unerwartete Rettung, folgten wir ihm widerspruchslos und ohne ein Wort zu wechseln. Das war Snape wahrscheinlich äußerst Recht, denn ich bemerkte, dass er sich bemühte, möglichst lautlos zu sein und unauffällig aber misstrauisch die Umgebung beobachtete.
Ich begriff, dass er sich gerade in große Gefahr brachte. Er mochte zwar in Dumbledores Auftrag hier sein, doch vermutlich in seiner Rolle als Todesser und wenn uns jetzt einer der anderen Knechte des Dunklen Lords über den Weg lief, bekamen wir arge Schwierigkeiten. Man wusste zwar, dass er in Hogwarts arbeitete und akzeptierte es- schließlich war das eine hervorragende Möglichkeit Dumbledore auszuspionieren- aber im Ernstfall hatte seine Loyalität Voldemort zu gehören. Und das war einer dieser Ernstfälle. Man würde erwarten, dass er uns auslieferte.
Wenn er aber Dumbledores Auftrag, uns zu ihm zu bringen, zu Ende führte, würde seine Tarnung auffliegen und was dann mit ihm geschah, darüber wollte ich lieber nicht nachdenken. Die Todesser würden ihn erbarmungslos jagen und ihn vermutlich töten, sobald sie seiner habhaft werden konnten. Hogwarts war zwar ein sicherer Ort, aber Snape konnte sich dort ja auch nicht auf ewig verstecken.
Wobei Verstecken vermutlich sowieso nicht in seiner Natur lag. Er war mir unsympathisch, doch gleichzeitig spürte ich, dass er eine starke Persönlichkeit hatte. Allein die Autorität, die er ausstrahlte, und der Mut, den er bewies, indem er für Dumbledore diese Doppelrolle spielte, bewiesen das. Aber ich war mir nicht sicher, inwiefern Voldemort das Dunkle Mal nutzen konnte, um seine Anhänger zu bestrafen. Und vor dem Dunklen Mal konnte Professor Snape nicht fliehen. Niemals.
Ich versuchte, Blickkontakt mit Draco aufzunehmen, aber er ignorierte mich und starrte stattdessen auf Snapes Rücken. Ich würde zu gerne wissen, was jetzt in seinem Kopf vor sich ging. Worüber dachte er nach? Über unsere immer noch heikle Situation? Über unseren Kuss? Oder vielleicht darüber, wie er mich unauffällig beiseite schaffen konnte? Die Augenbrauen hatte er nämlich düster zusammen gezogen und auch sonst war sein Gesichtsausdruck alles andere als fröhlich.
Während des Gehens schloss ich möglichst beiläufig den Abstand zwischen Draco und mir, so dass sich unsere Schultern schließlich beinahe berührten. Er drehte den Kopf in meine Richtung und mich traf ein abweisender Blick. „Sag mal, Draco", begann ich leise. „Ich weiß, dass Voldemort das Dunkle Mal benutzt, um seine Todesser zu rufen, aber wie sieht es mit Bestrafung aus?"
Der verschlossene Ausdruck in Dracos Gesicht veränderte sich nicht im Geringsten und ich ging leise seufzend wieder auf Abstand. Er hatte also beschlossen, nicht mehr mit mir zu sprechen. Ich war gespannt, wie lange dieser Zustand anhielt. Immerhin war ich Harry Potter, der Junge, an dem er nicht ohne einen gehässigen Kommentar vorbei gehen konnte. Als er sich aber wieder unbeobachtet fühlte, ertappte ich ihn, wie er nachdenklich auf seinen linken Unterarm starrte. Anscheinend war meine Theorie nicht ganz so abwegig, wie ich es gehofft hatte.
In der beunruhigenden Stille des Flures wurde ich mir meiner eigene Anspannung geradezu überdeutlich bewusst. Mein Herz klopfte aufgeregt und mein Körper war angespannt, während ich mich dabei ertappte, dass ich mich ebenso wie Professor Snape verstohlen umsah. Die Rettung war so nahe...... würde alles glatt gehen?
Nach einem kurzem Weg, der mir jedoch meilenlang vorkam, öffnete Snape die Tür zu einem anderen Zimmer, ließ uns den Vortritt und trat dann mit einem abschließenden, sichernden Blick ein. Er ging wortlos an uns vorüber, nahm eine kleine Dose vom Kaminsims und hob den Deckel ab. Doch bevor ich auch nur versuchen konnte, den Inhalt zu enträtseln, ergriff Snape das Wort: „Flohpulver. Ich hoffe, du weißt, wie man damit umgeht, Potter."Er hob eine Augenbraue und seine schwarzen, durchdringenden Augen bohrten sich in meine.
Ich hasste es, wenn er mich so ansah. Dann fühlte ich mich wie ein Elfjähriger, der gerade seinen letzten Flakon Veritaserum zerdeppert hatte. Ich nickte stumm und trat unruhig von einem Bein auf das andere. Wenn wir erst einmal in Sicherheit waren, würde ich erneut in Snapes Schuld stehen und das behagte mir gar nicht. Sicher, er war nicht aus eigenem Antrieb hier, sondern in Dumbledores Auftrag, aber das änderte nichts an der Tatsache, dass er sein eigenes Leben für das unsere riskierte. Vermutlich würde er nach Schulbeginn wieder genauso widerlich zu mir sein, wie vorher, aber das Schlimme daran war, ich konnte ihn nun nicht mehr mit gutem Gewissen hassen.
Snape hielt mir die Dose mit Flohpulver hin und machte eine knappe Kopfbewegung in Richtung Kamin. Ich begriff, dass ich den Anfang machen sollte. Schulterzuckend nahm ich eine Hand voll Pulver und trat in die Asche des Kamins. Ich warf noch einen Blick in die Runde (Snape sah mich ungeduldig an, Draco mied meinen Blick und betrachtete stattdessen die geblümte Tapete), ließ das Flohpulver durch meine Hand rieseln und kaum hatte ich „Dumbledores Büro"gesagt, kam meine Welt auch schon in Bewegung.
Die aufstobende Rußwolke, ließ mich husten, als ich in Dumbledores Büro trat. Ich nahm meine Brille ab und versuchte, die schmutzigen Gläser mit meinen Pullover zu säubern, bis mir auffiel, dass auch dieser nicht verschont geblieben war. Ich seufzte leise, blickte auf und meine Augen trafen auf Dumbledores, der mich belustigt anfunkelte. Prima, hatte ich etwa Todesser, Kerker und Sucher überstanden, um von Snape gerettet zu werden, fast in einer Rußwolke zu ersticken und schließlich auch noch ausgelacht zu werden? Das Leben war so ungerecht!
„Setz dich doch, Harry."Dumbledore deutete auf die beiden Stühle, die vor seinem Schreibtisch standen und war plötzlich wieder ernst. Seufzend kam ich seiner Aufforderung nach und in diesem Moment kam auch schon Draco in dem Kamin an. Snape war wohl zurückgeblieben, um weiter den Todesser zu spielen, der auf der Suche nach uns war. Wie ich plötzlich und nicht ohne Neid bemerkte, war an dem Slytherin nicht ein einziger Rußfleck zu erkennen. Lag es an mir oder konnte mich das Flohnetzwerk wirklich nicht leiden?
Dumbledore forderte auch Draco auf, sich zu setzen, und während er dieser Aufforderung nachkam, musterte er mich kurz, die Lippen zu einer Andeutung eines spöttischen Lächelns verzogen. Dann er wandte seine Aufmerksamkeit Dumbledore zu, der in diesem Augenblick das Wort ergriff.
„Zunächst einmal möchte ich dir danken Draco. Du hast großen Mut bewiesen, in dem du deinem Mitschüler das Leben gerettet hast."
Draco blickte ihn schweigend und mit unbewegter Miene an. „Ich hatte meine Gründe, Professor", bemerkte er schließlich emotionslos.
Dumbledore lächelte hintergründig, als kenne er sie bereits bestens. „Natürlich." Malfoy zog eine Augenbraue fragend in die Höhe. „Zeige mir bitte deinen linken Unterarm."
Seine berühmte Selbstkontrolle glänzte wohl gerade mit Abwesenheit, denn Draco zuckte zurück, umklammerte seinen Unterarm und in seinen Augen spiegelte sich kurz Entsetzen, bevor er sich wieder im Griff hatte. „Ich wüsste nicht, warum ich das tun sollte", schnarrte er und blickte Dumbledore trotzig in die Augen.
Der Schulleiter ließ sich dadurch jedoch nicht beirren. Er lächelte freundlich und streckte eine Hand aus. „Draco", sagte er ruhig und etwas in seiner Stimme hatte eine geradezu magische Wirkung. Nicht nur ich schien mich plötzlich seltsam willenlos zu fühlen. Beinahe widerwillig löste sich Dracos Hand von seinem Unterarm und er streckte ihn Dumbledore zögerlich entgegen. Der Trotz in seinen Augen blieb, als Dumbledore den Ärmel seines Pullovers hochschob und das Dunkle Mal betrachtete. Malfoys gesamte Haltung war angespannt, als erwarte er einen Angriff.
Schließlich ließ Dumbledore ihn wieder los und nickte bedächtig. „Ja, das habe ich befürchtet. Das ist natürlich eine delikate Situation."
Ich glaubte zu verstehen, was er meinte. Er konnte keinen Todesser unterrichten. Es wäre schlichtweg Dummheit, einen Schüler, der Voldemort diente, nicht der Schule zu verweisen. Es wäre töricht und er gefährdete unser aller Leben und Sicherheit, wenn er es nicht tat. Andererseits war Draco natürlich nicht wie die anderen Todesser. Er war seinem Herrn nicht hörig. Nicht einmal zwei Monate nach seinem Initiationsritus war er abtrünnig geworden und hatte sich entschieden, lieber mein Leben zu retten, als einem größenwahnsinnigen, schwarzen Magier zu dienen. Und das ohne einen Gegenleistung zu fordern. Völlig uneigennützig.
Ich war mir sicher, dass ihm Dumbledore das hoch anrechnen würde. Oder? Er konnte Malfoy nicht von der Schule werfen. Sicher, er gehörte jetzt formal zur Dienerschaft von Lord Voldemort, aber war nicht auch Snape ein Todesser? Und er genoss das volle Vertrauen von Dumbledore. Warum sollte also nicht auch Draco eine Chance bekommen?
Draco lehnte sich zurück und begegnete Dumbledores nachdenklichem Blick kühl. „Werden Sie mich der Schule verweisen?"Er machte den Eindruck, als wäre es ihm völlig gleichgültig, aber mir ging plötzlich noch etwas anderes durch den Kopf. Ein Schulverweis war nicht das Einzige, was Draco drohte. Todesser wurden normalerweise dem Ministerium übergeben und nach Askaban verbannt. Ich wollte ihn mir nicht als Gefangenen dort vorstellen. In der ständigen Nähe der Dementoren..... Kälte und das Gefühl, nie wieder glücklich zu werden, als das Einzige, was ihm geblieben war. Ich mochte nicht daran denken, was eine Haft in Askaban ihm antun würde, sowohl seinem Verstand, als auch seinem Körper.
Nach dem, was er für mich getan hatte, sträubte sich alles in mir, zu glauben, dass Dumbledore so weit gehen würde. So grausam war unser Schulleiter nicht. Trotzdem stand hier immer noch Dracos Ausbildung auf dem Spiel und- schlimmer noch- sein Leben. Wenn er der Schule verwiesen wurde und die Todesser ihn, der mir zu Flucht verholfen hatte, in die Finger bekamen, würden sie sicher kurzen Prozess mit ihm machen.
„Das können Sie nicht tun!", platzte ich heraus, bevor ich den Worten überhaupt die Erlaubnis gegeben hatte, meinen Mund zu verlassen. Am Rande registrierte ich, dass Draco mir einen verblüfften Seitenblick zuwarf. „Ich... ich meine, er hat doch bewiesen, dass er im Zweifelsfalle auf unserer Seite stehen würde. Er hat mir das Leben gerettet! Es ist völlig unnötig, ihn der Schule zu verweisen und ihm so die Möglichkeit eines normalen Lebens in der Zaubererwelt zu nehmen, sobald Voldemort besiegt ist. Ich-"
„Harry", unterbrach mich Dumbledore sanft. „Ich hatte nicht vor, ihn der Schule zu verweisen."Schweigen.
„Oh", war so ziemlich das Intelligenteste, das mir dazu einfiel und ich kam mir auf einmal ziemlich dumm vor. Natürlich nicht. Wusste ich denn nicht, dass Dumbledore ein gerechter Mann war, der jedem eine zweite Chance gab? Meine Wangen fingen zu glühen und ich wandte verlegen den Blick ab. Ich hatte gerade meinen Erzrivalen verteidigt, als wäre er Ron oder Hermine. Kein Wunder, dass Draco mich jetzt so seltsam ansah. Ich spürte seinen Blick auf mir, wagte aber nicht, ihn zu erwidern, weil ich fürchtete, Spott darin zu entdecken. Zum Glück hatte Dumbledore mich unterbrochen, bevor es noch peinlicher für mich werden konnte. Bevor ich Worte, wie dass ich mich für ihn verbürgen würde, sagen konnte.
„Ich nehme an, dass du nach Slytherin zurückkehren möchtest?", wandte sich Dumbledore an Draco und zwang diesen so, seine Aufmerksamkeit von mir abzuwenden.
„Nach Gryffindor möchte ich sicher nicht", antwortete er trocken, mit einer Spur von Spott. Na, das wäre ja auch noch schöner. Eine Schlange mitten unter Löwen. Meine Mitschüler würden ihn förmlich in Stücke reißen- allen voran Ron.
„Eine Rückkehr in dein Haus könnte sich als problematisch erweisen."Oh, das mit Sicherheit. Einige der anderen Schüler waren ja ebenfalls Todesserkinder. Und da Malfoy mich befreit hatte, war er nun wahrscheinlich bereits als Verräter gebrandmarkt. Zumal er ja nicht nur der Sohn eines der Knechte Voldemorts war, sondern dieser Armee bereits selbst beigetreten war.
Ich kannte die Gesetze in Slytherin nicht, aber ich konnte mir vorstellen, dass Ansehen eine Menge unter ihnen zählte. Und Dracos Ansehen dürfte durch den Verrat an seinem Herren deutlich gelitten haben. Die Wahrscheinlichkeit war hoch, dass sich der ungekrönte Prinz von Slytherin in diesen Ferien selbst entthront hatte. Und das alles, um mich zu retten. Wenn er ernst gemeint hatte, was er zu mir gesagt hatte, als wir im Schrank unter der Treppe gesessen hatten, musste er wirklich große Hoffnungen in mich setzen. Und das, obwohl er mich in der Vergangenheit so offensichtlich nicht leiden konnte.
Oder zumindest immer so getan hatte. In den letzten Tagen waren wir ja sehr gut miteinander ausgekommen. Ich machte mir keine Hoffnungen, dass dieser Zustand von Dauer war, jetzt, wo wir außer Gefahr und zurück in vertrauten Gefilden waren. Aber vielleicht war der Initiationsritus die Initialzündung zur Überwindung unserer alten Rivalität gewesen. Die Hoffnung bestand immerhin.
Draco hob sein Kinn etwas höher. „Ich weiß, Professor. Aber ich habe es nicht nötig, vor den anderen zu kuschen."Dumbledore lächelte, als habe er keine andere Antwort erwartet. Wenn dem so war, beneidete ich ihn, denn dann war unserem Schulleiter etwas gelungen, dass mir bisher versagt geblieben ist: Er hatte Draco Malfoy durchschaut.
„Was ist mit dem Sucher, Professor?", wollte ich wissen. Man stelle sich nur mal vor, er würde hier in Hogwarts auftauchen, immer noch auf der Jagd nach Draco oder mir. Oder uns beiden. Sicher, das Schloss war gut bewacht, aber wir hielten uns ja nicht nur hinter den dicken Mauern auf.
„Der Sucher stellt keine Gefahr mehr da. Er wurde von Lucius Malfoy in seine Dimension zurückgeschickt."Mir entging nicht, dass sich Dracos Augen erstaunt weiteten. Ich konnte mir jedoch nicht erklären, warum. Wenn ich doch nur wüsste, was in seinem Kopf vorging!
„Professor.... mein Vater...."Draco räusperte sich und warf mir einen schnellen Seitenblick zu. Anscheinend war es ihm unangenehm, darüber zu reden, während ich dabei war. „Haben Sie noch etwas anderes von meinem Vater gehört?"
„Nein. Nur, dass er sich beinahe vollständig aus dieser Verfolgungsjagd herausgehalten hat."Ein kleines Lächeln stahl sich auf Dumbledores Gesicht und seine Augen funkelten. „Es würde mich wundern, wenn er nicht damit gerechnet hätte, dass so etwas geschieht."Damit erhob er sich und wir beide standen ebenfalls auf.
Draco musterte ihn argwöhnisch. „Was meinen Sie damit?"
Professor Dumbledore lächelte noch immer. „Das wird sich klären, wenn die Zeit reif ist, Draco."Plötzlich wurde mir bewusst, dass ich dieses Lächeln überhaupt nicht mochte. Es wirkte warm und freundlich, aber man wusste nie, was Dumbledore dachte. Das war seine Art der Maskierung, er trug einfach zu viele Geheimnisse mit sich herum.
Professor Dumbledore verabschiedete uns und schickte uns in unsere Häuser zurück. Schweigend verließen Draco und ich Seite an Seite sein Büro. Jeder in seine eigenen Gedanken vertieft. Bevor sich unsere Wege trennten und er den Gang in Richtung Slytherin-Kerker nahm, nahm ich jedoch alles, was ich an Gryffindormut besaß, zusammen und hielt ihn noch einmal zurück: „Draco? Was wird jetzt?"
Langsam drehte er sich zu mir herum. Die Miene eine starre Maske aus Arroganz und Spott, wie üblich. Innerlich seufzte ich. Eigentlich hatte ich nichts anders erwartet. Es wäre naiv gewesen anzunehmen, dass sich unser Verhältnis dauerhaft gebessert hatte Und doch... und doch hatte mein Herz darauf gehofft. Vor allem jetzt, wo ich sein aufgeregtes Klopfen, sobald Draco in der Nähe war, nicht mehr ignorierte,.
„Potter", begann er, seine Stimme distanziert. Nach einem kurzen Zögern fuhr er fort: „Ich möchte, dass unter uns bleibt, was in den letzten Tagen passiert ist. Auch wenn einige Schüler vielleicht wissen, dass ich dir geholfen habe, so wäre ich dir sehr verbunden, wenn du das nicht an die große Glocke hängen würdest und die Einzelheiten unter uns bleiben. Denkst du, du kannst mir diesen Gefallen tun?"
Was für eine Frage! Er wusste natürlich, dass ich nicht Nein sagen würde- ich schuldete ihm etwas. Und zwar viel mehr als nur so einen simplen Gefallen. Deshalb nickte ich. Seine silbergrauen Augen bohrten sich in meine. „Ich meine, dass du auch Granger und Weasley nichts davon erzählst. Ich nehme an, der Ehrenkodex der Gryffindors wird nicht verbieten, dass Freunde Geheimnisse voreinander haben."
Jetzt, wo er es erwähnte...... ich hatte bisher überhaupt nicht die Absicht gehabt, mit jemanden- auch nicht mit Ron und Hermine- darüber zu reden. Es gab Dinge, die man lieber für sich behielt. Wenn ich recht darüber nachdachte, gab es einiges, das ich nie mit ihnen besprochen hatte.
Zum Beispiel das, was damals auf diesem Friedhof bei Voldemorts Wiederauferstehung passiert ist. Ron und Hermine kannten die groben Fakten, aber über Einzelheiten hatte ich nie mit ihnen geredet. Und auch über meine Gefühle in jener Nacht hatte ich nie ein Wort verloren. Vielleicht, weil das Grauen immer noch in mir steckte. Begraben, aber immer noch sehr lebendig und bereit, zurückzukehren.
Und insgeheim bezweifelte ich, dass sie mich verstehen würden. Sicher, sie konnten es versuchen. Hermine würde sich sicher sehr bemühen, alles nachzuvollziehen, aber so etwas musste man erlebt haben. Da half kein noch so wacher Verstand. Man konnte sich nicht vorstellen, wie es war, wenn das kalte Grauen langsam in jeden Winkel des Körpers kroch, wie furchtbar es war, jemanden tot neben sich zusammenbrechen zu sehen, wie das Herz stockte, wenn man dann in seine leeren Augen sah..... wie man von unfassbarem Entsetzen überwältigt wurde, wenn man mit ansehen musste, wie sein schlimmster Albtraum zum Leben erwachte.
Niemand, der es nicht selbst erlebt hatte, konnte wissen, wie es war, gegen einen Gegner anzutreten, von dem man wusste, dass er einem haushoch überlegen war. Wenn man sich vollkommen hilflos fühlte. Wenn es keinen Ausweg gab und nur noch ein Wunder das eigene Leben retten konnte.
Die Menschen sagten zwar: „Das verstehe ich", aber sie taten es nicht. Sie glaubten nur, zu verstehen und waren doch weit davon entfernt. Und gerade dieses Unverständnis ließ sie Mitleid fühlen. Und Mitleid war das Letzte, was ich brauchte. Alles, wonach ich mich sehnte, war, wenn schon nicht Verständnis, jemand, der kein Bedauern für mich empfand. Der akzeptierte, dass diese Erinnerungen zeitlebens ein Teil von mir sein würden, und der versuchte, mir das Leben mit ihnen zu erleichtern, indem er mir Liebe schenkte. War das zu viel verlangt?
Und deshalb verspürte ich auch nicht das Bedürfnis, mit Ron und Hermine über die Ereignisse der Weihnachtsferien zu reden. Ich glaubte nicht, dass sie es verstehen würden. Die Hoffnung, die so unerwartet erwacht war, als sich die Ketten geöffnet hatten. Die Verwirrung, dass Draco sich um mich kümmerte, mir half. Das Herzklopfen, als ich an ihn geschmiegt lag.......... als er mich küsste..............................
Nein, das würde ich schon gar nicht erzählen. Ron würde mir Vorwürfe machen, dass ich mich mit dem „Feind"eingelassen hatte. Er hatte nicht die Seite von Draco kennen gelernt, die ich nun kannte, und deshalb würde er es nicht verstehen. Außerdem.... außerdem war diese Erinnerung etwas, das nur mir gehörte. Mein kleiner Schatz, den ich hervorholen würde, wenn mich wieder dunkle Albträume quälten und der mir ein bisschen Trost spenden würde. Gedankliches Privateigentum, das ich nicht zu teilen gewillt war.
Ich schüttelte den Kopf. „Nein, Draco. Du kannst dich auf mein Wort verlassen. Von mir erfährt niemand auch nur ein Sterbenswörtchen."
Er nickte. „Gut." Dann wandte er sich ab.
„Draco?"
„Was ist denn noch?" Es klang ein bisschen ungeduldig.
„Werden wir jetzt wieder in unsere alten Bahnen zurück fallen? Ich meine diese Ich-hasse-dich-du-hasst-mich-und-wir-werden-niemals-miteinander-ins-Reine-kommen-Sache."
Wenn ich ehrlich war, erwartete ich ein spöttisches Schnauben und die Frage, was ich mir denn stattdessen vorstellte. Doch er bejahte meine Frage nicht. Stattdessen war seine Antwort ausweichend und ließ mich neue Hoffnung schöpfen. „Das wird sich zeigen."Dann verschwand er mit schnellen Schritten in Richtung Kerker.
Vielleicht war für Draco Malfoy und Harry Potter doch noch nicht alles zu spät.
ooOoOoo
Ich war also wieder hier. Zurück in den vertrauten Räumen des Slytherin-Kerkers. Ich saß entspannt zurückgelehnt in einem weichen Sessel und genoss die Stille. Endlich hatte ich mal wieder meine Ruhe. Keine Pansy, die beharrlich an meiner Seite klebte, keine anderen Slytherins, die mir auf die Nerven gehen konnten und kein Harry Potter, dessen bloße Anwesenheit meine Sinne verwirrte.
Im Kamin prasselte ein warmes Feuer, das unruhige Schatten an die Wände des ansonsten dunklen Raumes warf. Weiteres Licht hätte die behagliche Atmosphäre zerstört, die mich umhüllte wie eine weiche Decke. Deshalb hatte ich keines angezündet. Lange Zeit beobachtete ich die tanzenden Schatten einfach ohne überhaupt an irgendetwas zu denken. Sie spielten miteinander, schlichen um einander herum, wichen zurück, umarmten sich...... und an dieser Stelle kam wieder Bewegung in meine Gedankenwelt und ich sah mich plötzlich mit der Erinnerung an den Kuss mit Harry konfrontiert. Weiche Lippen, die so gar nicht zu so einem Wildfang gehören wollten, eine verspielte, unerfahrene Zunge und der Geruch nach einem verregneten Frühlingsmorgen. So natürlich.... so bezaubernd.....
Würde diese Beschreibung nicht auf meinen Erzrivalen und Erbfeind Harry Potter zutreffen, wäre es Grund genug, mich Hals über Kopf zu verlieben. Es war richtig, dass wir Malfoys normalerweise keine Emotionen zeigten, aber das bedeutete nicht, dass wir nichts empfanden. Wir waren schließlich auch nur Menschen. Aber im Fall von Harry Potter wurde es kompliziert.
Was hatte mich überhaupt dazu gebracht, ihn zu küssen? Ich hatte ihm etwas antun wollen, dass er nicht so schnell vergaß.... aber das?! Ursprünglich hatte ich eher an einen Fluch gedacht, an etwas, das weh tat..... nicht an einen Kuss, der mir den Boden unter den Füßen wegzog und der sich unauslöschlich in mein Gedächtnis brannte.
Hatte dieses seltsame Wesen, das ein Teil von mir und zugleich doch etwas völlig Fremdes war, wieder unbemerkt die Kontrolle übernommen? Dieses Etwas, das zur wütenden und tobenden Bestie wurde, als Harry in Lebensgefahr schwebte? Und warum reagierte es dann nur auf Harry Potter? Bis vor wenigen Stunden hatte ich von der Existenz dieses unheimlichen Wesens nicht einmal etwas geahnt.... und jetzt, wo es erst einmal aus seinem tiefen Schlummer erwacht war, schien es plötzlich in meinem Leben mitbestimmen zu wollen. So konnte das nicht weiter gehen! In meinem Leben bestimmte ich, Draco Malfoy, allein! Auch, wenn ich jetzt ein Todesser war.
Ich hatte mich Voldemorts Gefolgschaft vorrangig meiner Familie zuliebe angeschlossen. Um sie zu schützen. Wenn sich das Kind eines so hochrangigen Todessers, wie mein Vater es war, dem Initiationsritus verweigerte, würde der Dunkle Lord schnell misstrauisch werden und seine Gunst vielleicht anderen zuwenden. Und auch, wenn ich den Lebensweg verachtete, den mein Vater (und nun auch ich....) gewählt hatte, so lag mir viel daran, ihn vor Voldemorts Zorn zu schützen. Man hielt es kaum für möglich, aber unter der dicken Schicht aus Eis, die uns Malfoys umgab, lagen eng geknüpfte Familienbande. Wir fühlten uns auf ganz besondere Weise miteinander verbunden und füreinander verantwortlich.
Nur, dass mein Opfer wohl umsonst gewesen war. Durch mein unbedachtes Handeln, durch diese vollkommen verrückte Befreiungsaktion, hatte ich meine Eltern in noch größere Schwierigkeiten gebracht, als wenn ich nicht Voldemorts Armee beigetreten wäre.
Ich seufzte leise und löste Augen von dem fesselnden Schattenspiel an der Wand. Das Feuer im Kamin fing meinen ausdruckslosen Blick auf und fesselte ihn. Eine Frage drängte sich in mein Bewusstsein: Wenn ich nicht in der Lage gewesen war, die unsichtbare Grenze zwischen uns nicht zu überschreiten, warum hatte Harry dann nicht die Notbremse gezogen? Warum hatte er mich nicht von sich gestoßen? Warum hatte er sich küssen lassen und den Kuss sogar erwidert? Und warum, verdammt noch mal, schaffte er es, mich mit einem einzigen Kuss derart aus der Bahn zu werfen?!
Wie konnte er mich da fragen, ob alles wie vorher werden würden? War ihm denn nicht selbst klar, dass das nicht mehr möglich war? Sicher, wir könnten versuchen, so zu tun, als ob nichts gewesen wäre. Aber ich würde bei jedem Blick auf ihn daran denken, wie sich sein warmer Körper auf unserem Flug durch die bitterkalte Nacht an mich gedrückt hatte, würde mich bei jedem herablassenden Blick an den Morgen erinnern, an dem er sich so vertrauensvoll an meine Seite geschmiegt hatte, und würde bei jedem Wortgefecht wieder an unseren Kuss denken. Von Normalität konnte da keine Rede mehr sein!
Vielleicht musste es aber auch so kommen. Möglicherweise war unsere Rivalität an einem toten Punkt angelangt. An einem Punkt, wo es so nicht weiter gehen konnte. Etwas musste sich natürlicherweise verändern. Nur, ich hatte es zu spät gemerkt. Die Ereignisse hatten ihren Lauf genommen, bevor ich Zeit hatte, die Möglichkeiten der weiteren Entwicklung auszuloten. Und jetzt war es zu spät, um irgendetwas rückgängig zu machen. Das Leben konnte man leider nur vorwärts leben.
Nachdenklich knabberte ich an meinem Daumennagel und versuchte noch einmal zusammen zu fassen, welche Gedanken in den letzten Stunden durch meinen Kopf gehuscht waren. Meine Beziehung zu Harry hatte sich also nachhaltig verändert. Und obwohl es auch die Möglichkeit gegeben hätte, dass unsere kindliche Rivalität in blanken Hass umschlug, hatten wir den friedfertigen Weg gewählt.
Meine Gedanken über ihn waren ja schon lange nicht mehr nur negativ.... oder besser gesagt: sie waren in der letzten Zeit gar nicht mehr negativ gewesen, wenn es um ihn ging, aber wenn wir uns dann gegenübergestanden hatte, war die alte Feindschaft jedes Mal wieder aufgeflammt. Lag es daran, dass wir beiden dachten, es müsse so sein? Hatten wir uns vielleicht einfach nicht getraut, friedlich miteinander umzugehen, um unsere Rollen im Leben, in die wir nach und nach hinein gezwungen worden waren, zu erfüllen? Um das zu tun, was andere von uns erwarteten und so weiteren Schwierigkeiten aus dem Weg zu gehen? Weil es schlichtweg einfacher war, nach bewährten Schemata zu verfahren, statt etwas Neues zu wagen?
Hatten wir jetzt in den Weihnachtsferien, ohne Beobachtung, ohne die vertraute Umgebung und ohne jemanden, dem wir Rechenschaft ablegen mussten, den Mut gefunden, neue Wege zu beschreiten? Es schien fast so. Denn abgesehen von ein paar Sticheleien, die eher freundschaftlich anmuteten, waren wir sehr gut miteinander ausgekommen. Oder war das lediglich ein Waffenstillstand gewesen, weil wir in derselben Gefahr schwebten und unser beider Leben auf dem Spiel stand? Hatten wir und aus rein praktischen Gründen „verbrüdert"?
Das würde aber bedeuten, dass wir uns jetzt, wo wir in Sicherheit waren, wieder bekriegen würden. Aber ich hatte kein Interesse daran, diesen ewigen Kleinkrieg weiterzuführen. Und wenn ich an den Ausdruck in Harrys großen, grünen Augen dachte, kurz bevor wir uns trennten, um in unsere Gemeinschaftsräume zurückzukehren, dann ging es ihm wohl genauso.
Und mein Vater... welche Rolle spielte mein Vater seit dieser überstürzten Rettung eigentlich? Er war es also, der den Sucher beschworen hat. Nur, wer ihn rief, der konnte ihn auch wieder in seine Dimension zurückschicken. Eigentlich hätte ich es mir fast denken können, dass mein Vater es war, der dieses Wesen zur Hilfe rief. Er war bewandert in der schwarzen Magie, studierte viel und wusste somit von Dingen, von denen viele andere Todesser nicht einmal etwas ahnten. Außerdem brauchte es einen wirklich fähigen Zauberer, um ein solches Geschöpf unter Kontrolle zu halten. Aber dass er seinen eigenen Sohn mit solch einer Bestie jagen würde..... Hatte Voldemort ihm nach meinem Verrat so zugesetzt, dass er keinen anderen Weg mehr sah, um seine Loyalität zu beweisen und damit dem sicheren und qualvollen Tod zu entgehen?
Oder war ich gar nicht das Ziel des Suchers gewesen? Er hatte nur Harry, nicht aber mich angegriffen...... allerdings hatte er dazu auch keine Gelegenheit mehr gehabt. Und mein Vater hatte auch auf eine weitere Hetzjagd verzichtet und dieses gefährliche Wesen zurück in seine Heimat geschickt. Er hätte es natürlich auch weiterhin auf unsere Spur setzen können. Vielleicht hätte es sogar einen Weg in die inneren Hallen von Hogwarts gefunden und seinen Auftrag doch noch erledigt.
Andererseits wusste Dumbledore anscheinend, was uns da auf den Fersen gewesen war. Und es gab sicherlich auch Schutzzauber gegen Sucher. Wenn dem so war, kannte Dumbledore sie mit Sicherheit und es wäre eine unnütze Kraftverschwendung gewesen, die Kontrolle über dieses Geschöpf aufrecht zu erhalten.
Und was hatte Dumbledore gesagt? „Es würde mich wundern, wenn er nicht damit gerechnet hätte, dass so etwas geschieht." Was sollte das bedeuten? Mein Vater hatte davon gesprochen, dass es Schwierigkeiten geben könnte, wenn ich erfuhr, wer in unserem Kerker gefangen gehalten wurde. Aber er konnte doch unmöglich damit gerechnet haben, dass ich sämtliche Regeln, die im Hause Malfoy galten, über den Haufen werfen und alles, was unserer Familie seit Generationen heilig war, verraten würde, nur, um meinen ärgsten Rivalen zu befreien. Das war doch verrückt und ich selbst konnte es auch immer noch nicht glauben, dass ich es tatsächlich getan hatte.
Plötzlich schoss mir ein Gedanke durch den Kopf. Das Buch, das ich zu Weihnachten von ihm erhalten hatte, hatte eine ausführliche Abhandlung über Sucher beinhaltet. Und kaum hatte ich sie gelesen, bekam ich es mit einem zu tun. Welch seltsamer Zufall! Das allerdings würde Dumbledores Worte bestätigen. Mein Vater hatte damit gerechnet, dass ich mich für Harry Potter einsetzen würde, als ginge es um mein eigenes Leben. Und um mir eine faire Chance zum Überleben zu geben, hatte er mir das nötige Basiswissen über die drohende Gefahr verschafft.
In diesem Fall wäre der Sucher nicht nur eine Bedrohung für Harry, sondern eine Probe für mich gewesen. Hätte ich sie nicht bestanden, so wäre ich unwürdig gewesen, mich weiterhin Malfoy zu nennen.... falls ich überhaupt noch am Leben gewesen wäre. Es war n alten, reinblütigen Zaubererfamilien wie der meinen durchaus üblich, die Erben auf ihre Würdigkeit zu testen. Ein Unwürdiger würde Schande über das ganze Geschlecht bringen und deshalb selektierte man lieber vorher. Aber ich konnte mir trotzdem nicht vorstellen, dass mein Vater, geahnt haben sollte, dass ausgerechnet ich, sein Sohn, Harry Potter befreien würde.
Dann hätte er den Kerker doch besser gesichert, oder? Mein Vater war doch kein Dummkopf. Er hatte den Erzfeind von Lord Voldemort in seiner Gewalt, konnte ihn seinem Herren und Meister praktisch auf dem silbernen Tablett servieren. Und dann wurde ihm bewusst, dass er Gefahr lief, seine Beute, seinen Triumph, zu verlieren. Es wäre doch geradezu verboten dumm, wenn er in dieser Situation nicht gehandelt hätte.
Frustriert fuhr ich mir mit einer Hand durch die Haare. Dieses Rätsel würde ich wohl nie lösen, egal wie sehr ich es versuchte. Und meinen Vater konnte ich ja schlecht fragen, ob er gewusst hatte, dass ich zum Verräter werden würde, und wenn ja, warum er es mir so leicht gemacht hatte.
Aber ich hatte das Gefühl, das war nicht das Einzige, das im Argen lag. Irgendetwas lag in der Luft, das mir einen kalten Schauder über den Rücken jagte und das mir sagte, noch war nichts ausgestanden. Es hatte gerade erst begonnen.
To be continued.....
Danke, danke, danke an alle, die reviewed und gewartet haben. Eure Kommis waren wirklich eine große Unterstützung für mich ;-) Ich verspreche euch hoch und heilig, dass das nächste Kapitel sicher nicht so lange dauern wird!
Ähm... und wenn ihr wegen der Wartzeit nicht allzu böse auf mich seid... könntet ihr dann vielleicht einen kleinen Kommentar hinterlassen? –liebguck-
