Hey ihr Lieben, da bin ich endlich mal wieder. Es tut mir furchtbar leid, dass es so lange gedauert hat, aber ich bin gerade im Renovierungs- und Umzugsstress und komme zu nichts.
Ich muss euch ehrlich sagen, dass ich mit dem folgenden Kapitel wirklich nicht zufrieden bin. Jedoch war Brecourt auch meine erste „Angstetappe". Ich hoffe, ihr könnt euch trotzdem zu einem kleinen Feedback durchringen.
LG Julia
Statt die Möglichkeit zu haben, sich ein wenig auszuruhen, musste die Easy nach einer winzigen Verschnaufpause weiterziehen, um in Brecourt eine Geschützstellung einzunehmen, die auf die bei Utah Beach landenden Kameraden schoss.
Da Lt. Meehan als vermisst galt, war es an Dick die Easy zu führen. Wie zu erwarten, nahm Dick sich dieser neuen Aufgabe beherzt und ohne zu zögern an, obwohl er kein Briefing und kaum Informationen zur Lage erhalten hatte. Er erläuterte seiner Kompanie kurz die Lage, soweit sie ihm bekannt war und informierte sie darüber, was sie außerdem zu erwarten hatten. Maggie erschien die Aufgabe sehr gefährlich für eine einzige Kompanie, jedoch wusste sie, dass in ihrer Kompanie nur die Besten dienten. Zudem hatte sie vollstes Vertrauen in Dick und seine militärischen Fähigkeiten, sowohl was seine Stellung als Kombattant als auch was die als Führungsperson betraf.
Nachdem insgesamt 13 Leute aus der Easy und einige aus anderen Kompanien, unter anderem der am Vortag aufgelesene Hall, zusammengekommen waren, marschierten sie ab.
Dick konnte seinen endgültigen Plan erst vor Ort aushecken, da die Informationen, die er im Hauptquartier erhalten hatte einfach zu dürftig waren. Er entschied sich 2 MGs aufstellen zu lassen um den anderen Feuerschutz zu geben. Dann sandte er ein Team, zu dem Guarnere, Malarkey und Buck gehörten, aus, um das das Geschütz auf der einen Seite einzunehmen. Er konnte sehen, dass Maggie gerne bei Bill geblieben wäre, wusste aber auch, dass er am besten funktionieren würde, wenn Maggie in seiner Nähe war. Daher nahm er sich mit den verbleibenden Soldaten der anderen Flanke an.
Während Bucks Team noch versuchte an die eine Flanke zu gelangen, machte er sich mit dem Rest daran das erste Geschütz zu zerstören. Da Lip, der das TNT bei sich trug, auf seiner Position fest hing, fehlte es zunächst an Sprengstoff. Hall jedoch stellte sich als sehr vorausschauend heraus, da er ebenfalls etwas TNT bei sich trug. Mit dessen Hilfe und einer deutschen Granate als Zünder konnten sie das erste Geschütz ohne größere Probleme ausschalten. Nun hatten sie die Deutschen sogar derart irritiert, dass diese anfingen auf ihre eigenen Geschütze zu feuern.
Maggie hielt sich die gesamte Zeit dicht bei Dick, da dieser seinen „an den Fersen kleben- Befehl" ja noch nicht außer Kraft gesetzt hatte und sie sich bei ihm sowieso am sichersten fühlte. Maggie stellte fest, dass es ihr nicht so schwer fiel ein Menschenleben auszuschalten, wie sie eigentlich angenommen hatte. Diese Erkenntnis schockierte die moralische Maggie schon erheblich. Jedoch mutmaßte sie, dass es ihr lediglich deshalb nicht so schwer fiel, weil diese Personen ihr und das Leben ihrer Kameraden bedrohten.
Abgesehen von einer sich abzeichnenden Munitionsknappheit, verlief der Angriff bisher sehr gut. Außer dem Schuss in Popeyes Hintern gab es bis dato keine Verletzungen auf ihrer Seite.
Beim dritten Geschütz endete das Glück der Gruppe leider. Dick verlor mit Hall seinen ersten Mann und war davon tief betroffen. Allerdings war dies weder die richtige Zeit noch der richtige Ort zum Trauern, sodass Dick sich zur Raison rief und die Stellung durchsuchte. Hierbei fand er einige deutsche Karten, die sich im Nachhinein als sehr nützlich herausstellen sollten. Maggie, die von Halls Tod ebenfalls betroffen war, nahm sich die Zeit, in der sie sich in relativer Sicherheit befanden, um Dicks Hand kurz zu drücken und ihm so zu zeigen, dass sie für ihn da war. Dick war für ihre Unterstützung sehr dankbar und hoffte, dass er wenigstens am Ende dieses Tages ein wenig Zeit mit ihr verbringen konnte. Maggie durchsuchte im Anschluss einen deutschen Offizier, bei dem sich weiteres Material fand, das sie an Dick weiterreichte.
Bevor sie das vierte Geschütz in Angriff nehmen konnten, stießen einige Kameraden der Dog- und Fox- Kompanie mit Lt. Speirs zu ihnen. Dick erlaubte Ron und seinen Leuten das Geschütz einzunehmen. Bei diesem Unterfangen zeigte sich, dass Ron wahrlich ein unerschrockener Soldat war. Er lief außerhalb des Schützengrabens und lieferte sich somit dem feindlichen Beschuss aus. Zu Maggies Erstaunen schaffte er es jedoch lebendig in die Geschützstellung und konnte sie einnehmen.
Erst auf dem Rückweg zum Hauptquartier erfuhren Maggie und Dick von Lip vom Tod ihres Kameraden Andrew Hill, der sich auf der Suche nach dem Hauptquartier befand und kurz seine Deckung aufgegeben hatte. Maggie bedauerte diesen äußerst überflüssigen Verlust, der so leicht hätte vermieden werden können, wenn Hill sich an das in der Ausbildung Gelernte gehalten hätte. Allerdings hatte auch Maggie gemerkt, dass es nicht so einfach war sich unter dem Adrenalineinfluss im Kampf an das Lehrbuch zu halten. Daher war sie retrospektiv froh, dass Sobel ihnen alles gründlichst eingeprügelt hatte.
Als die Truppe endlich wieder beim Hauptquartier ankam, waren alle wahnsinnig erschöpft. Jedoch waren sie auch zu aufgekratzt, um sich einfach schlafen zu legen.
Da Dick, der inzwischen wieder mit Nix vereint war, sich beim Colonel befand, gesellte sich Maggie zu den Jungs. Sie saßen zusammen auf der Ladefläche eines LKW und kochten deutsches Konservenessen. Der Geruch ließ Schlimmes befürchten, allerdings atmete Malarkey auch noch 5 Minuten nach seiner Kostprobe, sodass nun auch die anderen probierten. Maggie befand, dass Dosenmahlzeiten nun einmal nach Dosenmahlzeiten schmeckten, unabhängig von ihrer Herkunft.
Kurz nach dem „Dinné" wie Will es scherzhaft nannte, stieß Dick zu der Gruppe. Angelockt von dem doch recht fröhlichen Geplapper und einem aus der Plane lugenden Guarnere, hatte Dick beschlossen dort nach Maggie zu suchen. Diese saß zwischen Bill und Lip und unterhielt sich angeregt mit letzterem. Als sie sich zu ihm drehte, hellte ihr Gesicht sich vor lauter Freude merkbar auf. Nachdem die Jungs Dick überredet hatten, einen Schluck des hiesigen Alkohols zu kosten, wollten sie ihn auch Maggie andrehen.
„Nee, Jungs, wirklich nicht. Lt. Winters Gesichtsausdruck ließ nicht gerade darauf schließen, dass es sich hierbei um eine Delikatesse handelt!"
„Och Mag, selbst der als laster- und sündenfrei propagierte Lieutnant hat sich zum Probieren durchgerungen. Nimm doch auch mal nen Schluck" erwiderte Bull.
„Danke, nein. Und glaub mir, Bull, ich habe genügend andere Laster und Sünden" zwinkerte Maggie den Jungs zu und verschwand dann zu Dick, der ihr sogar vom LKW half. Mit ihrem letzten Kommentar hatte Maggie natürlich einigen Raum für Spekulationen geboten, sodass die Jungs die nächste Zeit auch gut beschäftigt waren.
„Wie geht's dir so, Dick?"
„Nunja, ich bin traurig wegen Hall. Andererseits bin ich erleichtert, dass es die Easy-Leute bis auf einen alle unverletzt überstanden haben. Und ich bin sehr dankbar, dass ich noch am Leben bin. Und die Personen, die mir am Wichtigsten sind auch…"
„Das war wohl mein Stichwort!" kam Lew dazu. „Wer bitte könnte dir wichtiger sein, als dein bester Freund? Doch nicht etwa die Gattin in spe, oder?" scherzte er mit einem Seitenblick auf Maggie.
Dick sagte daraufhin lieber nichts, warf Maggie aber einen vielsagenden Blick zu, der ihr versicherte, dass sie definitiv zu dem Kreis der wichtigsten Personen gehörte. Dafür erntete er ein strahlendes Lächeln von Maggie. Lew, der diesen Austausch ebenfalls mitbekommen hatte, entfernte sich mit einem Hinweis auf seine „Geheimdienstarbeit" um den beiden Verliebten ein wenig Freiraum zu lassen.
Auf einer Anhöhe angekommen, sahen beide das Bombardement in der Umgebung von Sainte-Marie-du-Mont. Beide dankten wem auch immer im Stillen, dass sie und ihre Lieben noch unversehrt waren und hofften, dass sie den Krieg überleben würden. Da Maggie sehen konnte, wie sehr Dick von dem Tag und der auf seinen Schultern lastenden Verantwortung bedrückt wurde, beschloss sie ihn ohne Rücksicht auf militärische Verhaltensanweisungen in den Arm zu nehmen. Dick entspannte sich nach einigen Augenblicken merklich und war Maggie dankbar dafür, dass sie ihm wort- und bedingungslos ihre Unterstützung anbot.
Sie setzten sich auf eine kleine Mauer und schwiegen gemeinsam. Beiden war nach diesen ereignisreichen 48 Stunden nicht nach Reden zumute, sodass sie einfach beieinander saßen und die Anwesenheit des jeweils anderen genossen. Irgendwie hatten ihrer beider Hände zueinander gefunden, worüber beide sich erst bewusst wurden, als sie aufstanden, um sich zur Ruhe zu begeben. Sie schenkten sich ein kurzes verlegenes Lächeln und eine zaghafte Umarmung und gingen dann beide ihrer Wege.
Wer in dieser Etappe Heldentaten von Maggie erwartet hat, wird jetzt leider enttäuscht sein. Allerdings kann ich versprechen, dass Maggie binnen der nächsten Kapitel wieder draufgängerisch ist. (Sie ist ja sowieso schon sehr OC, da kann ich das in der Fassung auch durchziehen ;) )
