Kapitel 10
Kommen wir am Anfang erst einmal wieder zur Vorstellung einer Person. Ich muss zugeben, dass diese Person den Weg erst während des Schreibens des Kapitels in die Geschichte gefunden hat. Diese neue Person steht im Zusammenhang mit Gangrel und dem, was Gangrel anrichten kann. Dieser Vampir oder Dämon wird durch Edge entdeckt werden. Es handelt sich dabei um einen philippinischen Vampirdämon, der, einst den Menschen wohl gesonnen, durch das Schlecken eines Tropfen Blutes zu einem Vampir wurde und Danag heißt.
Kurz vor Sonnenaufgang fanden sie endlich eine verlassene Hütte. Marduk hatte es geschafft, für Edge ein Pferd zu organisieren, so dass dieser leichter folgen konnte. Als sie die verfallene Hütte betraten war aber nicht nur Edge am Ende seiner Kräfte. Auch Amadeo konnte keinen Schritt mehr gehen. Edge hatte ihn in der letzten Stunde zu sich aufs Pferd geholt. Er machte sich immer noch Vorwürfe. Schließlich wollte Amadeo ihm helfen und musste dafür fast mit seinem Leben bezahlen. Vorsichtig zog Dagda ihn bei Seite, nachdem sie Amadeo auf das erstbeste Lager gelegt hatten.
„Höre auf dir Vorwürfe zu machen. Es war nicht deine Schuld. Amadeo wusste genau, was er tat. Mich wundert nur, dass er trotz meiner Kräfte so geschwächt ist."
„Könnte ich ihm nicht etwas von meinem Blut geben?"
„Auf gar keinen Fall. Er würde dich töten oder nur so viel Leben in dir lassen, dass wir dich zu einem von uns machen müssten."
„Und warum wollt ihr das nicht?"
„Weil wir dich als Sterblichen brauchen.", mischt sich Sargon ein.
„Aber warum braucht ihr mich unbedingt als Sterblichen?"
„Weil du der einzige bist, der sich auch bei Tageslicht umhören kann. Ich schätze mal, wir werden hier ein paar Tage bleiben. Ganz in der Nähe müsste ein kleiner Ort sein. Vielleicht kannst du dir dort ein Zimmer nehmen und erfährst etwas, was uns weiterhelfen kann, Corbin zu besiegen."
„Und wie soll ich euch Bescheid geben?"
„Nach Sonnenuntergang können wir uns im Saloon treffen."
„Aber sollte Dagda mich nicht noch über die Kette aufklären?"
„Eigentlich schon, aber die letzte Nacht hat ihn geschwächt. Was allerdings nicht nur an der Heilung von, wie heißt dein Kumpel eigentlich?"
„Du meinst Christian."
„Schöner Name. Jedenfalls kann die Schwächung nicht nur an seiner Heilung liegen."
„Dagda sagte doch etwas, dass es ihn wundert, dass Amadeo auch so geschwächt ist? Können Vampire auch Dämonenkräfte haben?"
„Wäre mir neu."
„Gut dann schaue ich mal, dass ich hier in der Stadt ein Hotelzimmer bekomme. Und wenn ich etwas geschlafen habe, kann ich ja mal ein einem schlauen Buch nachschauen. Christian hatte schon immer eine Schwäche für Vampire und ein Buch über sie. Vielleicht finde ich ja etwas. Also bis heute oder morgen Nacht im Saloon." Damit bestieg Edge wieder sein Pferd und ritt in die Richtung, die ihm Sargon gezeigt hatte.
Keine viertel Stunde später erreichte er die Stadt. Von wegen kleiner Ort dachte er sich. Er bezog ein Zimmer im Hotel gleich am Stadtrand, da dort nicht so viele Leute vorbei kamen. Außerdem war es das billigste. Edge wollte eigentlich nur noch eins. Und zwar schlafen. Allerdings ließen ihn die Worte von Dagda nicht los. Als bestellte er sich einer Kanne Kaffee auf sein Zimmer, in der Hoffnung, diese würde ihn wach halten. Als der Besitzer ihm den Kaffee und etwas Kuchen gebracht hatte, schloss Edge die Tür hinter sich ab, goss sich eine Tasse Kaffee ein du setzte sich aufs Bett. Der Kaffee schien tatsächlich zu wirken. Also holte er das Vampirbuch aus seiner Tasche und begann darin zu lesen. Nach zwei Stunden musste er sich jedoch der Müdigkeit geschlagen geben. Als er wieder wach wurde, war es schon dunkel. So schnelle er konnte, lief er in die Stadt. Sein Problem war nur, dass es hier mehr als einen Saloon gab. Als er sich hilfesuchend umschaute, wurde er von eine jungen Frau angesprochen, ob sie helfen könne. Edge erklärte ihr, dass er das erste mal hier in der Stadt sei und sich im Saloon mit Freunden treffen wollte, die auch noch nie hier waren. Und jetzt hätte er das Problem nicht zu wissen, in welchem er anfangen sollte.
„Das könnte wirklich schwierig werden. Meine Name ist übrigens Alicia. Und wenn ich mich nicht irre, wohnen sie im Hotel meines Vaters."
„Meine Name ist Edge. Und wenn sie das Hotel am Stadtrand meinen, stimmt es."
„Ein nicht gerade alltäglicher Name. Aber da war noch etwas. Ach ja kurz nach Sonnenuntergang, war jemand für sie im Hotel und wir sollten ihnen ausrichten, dass er sie im Saloon „Zum Golden Ale" treffen will."
„Können sie den Mann beschreiben?"
„Er war gutaussehend. Hat dunkle Haare, etwas kürzer als sie und extrem grüne Augen. Die sind mir nämlich am meisten aufgefallen."
„Und er meinte, er sei ein guter Freund von ihnen, den er schon seit einiger Zeit sucht. Wie ich sehe, habe sie meine Tochter kennengelernt. Wenn sie ihren Freund nicht treffen wollen, kann ich ihnen nur den Saloon dort drüben empfehlen. Ich weiß „Moonshine" ist ein etwas merkwürdiger Name. Aber meine Tochter tritt dort jeden Abend auf. Und sie ist eine wundervolle Sängerin."
„Na dann weiß ich doch, wo ich hingehe. Diesen Freund muss ich nicht wirklich treffen. Vielleicht treffe ich ja dort ja meine anderen Freunde, die sollten nämlich auch dringend erfahren, wer mich hier sucht. Darf ich sie beide auf einen Trink einladen?" Edge, der Hotelbesitzer und Alicia gingen rüber zum Saloon. Als sie ihn betraten, erblickt Edge auch sofort Marduk und Nergal und gab ihnen zu verstehen, dass er gleich zu ihnen kommen würde. Zehn Minuten und ein Bier später gesellte er sich zu den beiden.
„Wo sind die anderen?"
„Im Versteck geblieben. Wir dachten, es wäre unauffälliger, wenn wir nicht alle kommen. Amadeo geht es etwas besser. Aber hast du schon etwas in deinem Buch gefunden?"
„Leider nein. Mehr als zwei Stunden konnte ich nicht lesen. Dafür war ich leider zu müde. Tut mir leid"
„Kein Problem, du hast ja morgen den ganzen Tag Zeit dafür."
„Eben nicht. Siehst du die Kleine dort auf der Bühne? Sie hat mir erzählt, dass jemand im Hotel war und nach mir gefragt hat. Er wollte sich mit mir im „Golden Ale" treffen. Und der Beschreibung nach, handelt es sich dabei um niemand anderen, als Corbin."
„Was? Das glaube ich jetzt nicht. Wir sollten nachschauen gehen."
„Ich kann jetzt hier nicht einfach weg. Ich habe jemandem versprochen zu zuhören."
„Okay, dann gehen wir gucken. Wenn er es aber ist, müssen wir sofort aufbrechen. Silvanus wollte sich um schauen, wo wir als nächstes ein Versteck finden können." Marduk und Nergal verabschiedeten sich fürs erste von Edge und verschwanden in der Dunkelheit. Eine halbe Stunde später tauchten sie wieder auf.
„Du hattest recht mit deiner Vermutung, es ist Corbin. So weit wir erfahren konnten, gehört ihm ein gewisser Saloon und er hat dich heute früh ankommen sehen. Sollen wir schon mal deine Sachen holen?"
„Das wäre sehr nett. Ich geh mich nur noch verabschieden."
„Und wartest hier auf uns. Du machst keinen Schritt ohne uns hier raus ist das klar." Nergal schaute Edge mit sehr ernstem Blick an.
„Auf ihn hast du mindestens den gleichen Eindruck gemacht, wie auf Gangrel."
Eine Stunde später erreichten sie das Versteck und berichteten Sargon, was los ist. Dieser schaute besorgt zu Dagda und zu Amadeo.
„Meint ihr, wir können noch einen Tag hierbleiben? Die beiden brauchen Ruhe."
„Solange Corbin uns hier nicht findet."
„Ihr habt doch eine Alarmanlage. Ich kann doch spüren, wenn er in der Nähe ist. Okay vorhin hat es nicht wirklich geklappt."
„Erstens hast du geschlafen und zweitens kann er seine Kräfte verstecken."
„Aber so weit ich weiß, geht er am Tag auch nicht so wirklich auf die Straßen. So und jetzt werde ich weiter in diesem Buch hier lesen. Und bitte keine Störungen. Ich geben euch Bescheid, sobald ich etwas habe." Edge vertiefte sich so sehr in sein Buch, dass er noch nicht einmal merkte, wir Silvanus zurückkehrte und dass sich Amadeo neben ihn gesetzt hat. Plötzlich:
„Ha ich habe was." Dabei stieße er Amadeo fast um. „Ups ich habe dich gar nicht bemerkt. Wie spät ist es."
„Kurz vor Sonnenaufgang. Du hast die ganze Nacht gelesen."
„Und wie geht es dir? Abgesehen davon, dass du wahrscheinlich müde wirst, weil die Sonne aufgeht?"
„Wesentlich besser. Aber meine Kräfte werde ich wohl erst in zwei bis drei Nächten wieder richtig einsetzen können. Aber was hast du denn so Interessantes gefunden."
„Lass uns zu den anderen gehen. Jungs ich hab was gefunden. Habt ihr schon mal etwas von Danag gehört?" Alle schüttelten nur den Kopf. „Also gut. Danag ist nicht einfach so ein Vampir. Er ist zum Teil auch ein Dämon. Seine dämonischen Fähigkeiten hat er durch Corbin erlangt. Und als halbfertiger Dämon hat er einen Tropfen Blut getrunken und wurde dadurch noch zu einem Vampir. Und jeder Vampir, der durch ihn geschaffen wird, bekommt auch dämonische Kräfte. Und laut diesem Stammbaum, wurde ein uns bekannter Vampir durch ihn geschaffen."
„Gangrel richtig?"
